Sonntag, 18. Dezember 2011

Spielbericht FC Maihan - Fatihspor Hamburg

Fatihspors Spielchronik: Kunstrasen, Foto, Spitzenreiter!
Kreisliga 4: Ungewöhnliche Ereignisse am Öjendorfer Weg

Ein kurzer, lautstarker Jubelanfall am Mittelkreis und fix wieder runter von diesem schnellen Geläuf, welches den Gästen von Fatihspor zunächst so seine Probleme bereitete, wusste Gegner FC Maihan die Grandexperten von der Wendenstraße nicht nur mit dem schnellen Kunstrasen, sondern auch mit einer Libero-Taktik und frühem, aggressiven Pressing gut auszubremsen, ohne aber dabei den eigenen Spielaufbau zu vergessen.
Widererwartens legten die Gastgeber am Öjendorfer Weg den besseren Beginn aufs grüne Parkett und hätten bei Walid Haidaris Versuch von der Strafraumgrenze das 1:0 setzen müssen, doch Bülent Solak bewies mit einer Weltklassetat, dass der Mann mit dem blauen Trikot nicht nur als Spielmacher per Abschlag wichtig ist. Keine drei Minuten später musste der Spielertrainer dann doch hinter sich greifen, denn nach einer schnellen Umschaltsituation nutzte Khalil Adina seinen großzügigen Platz und überraschte den 37-Jährigen mit einem Distanzschuss mitten ins Herz des Spitzenreiters.
Warum sich die Mannschaft in rot-weiß so nennen darf, konnte man auch in der Folge nicht so recht erkennen. Also musste eine Standardsituation, ein Freistoß aus 18 Metern, herhalten, damit Davut Yilkin mittig und damit durchaus haltbar zum 1:1 versenkte.
Doch auch dieser erste Treffer konnte Yilkin und Co nicht so recht die korrekte Linie finden lassen, was bei den leidenschaftlichen Gastgebern anders und auch erfolgreich war, denn in Minute 26 zeigte der wenig geforderte Schiedsrichter Gerhardt Schulz-Greco (Eintracht Norderstedt), der ohne jede Karte auskam, erneut auf den Anstoßkreis, bedankte sich Zajad Walizadah auf seine Weise für eine Missachtung seiner Person im Strafraum mit einem trockenen Abschluss links unten in die Ecke.
Maihan betrieb übelste Majestätsbeleidigung im Osten der Hansestadt, was sich der ambitionierte Taylan Kocatürk nicht weiter gefallen lassen wollte. Also ließ sich der Flügelspieler im Strafraum anspielen, narrte erst alle vorhandenen Gegenspieler und schob dann seelenruhig zum 2:2-Pausenstand ein – so einfach kann das manchmal sein!
Während der Halbzeitpause spielten sich indes dubiose Szenen ab, denn Fatihspors Offizielle hatten so ihre Zweifel an der Spielberechtigung des gegnerischen Torhüters, der im zweiten Abschnitt durch Nadim Sultani ersetzt wurde und angeblich durch ein Foto entlarvt wurde. Ob diese harten Anschuldigungen wirklich der Wahrheit entsprachen, war indes nicht zu klären. Hätten die elf Fatihspor-Akteure auf dem Rasen ebenfalls einen solchen Einsatz gezeigt, wie diese Offiziellen, wären wohl keine ganzen 64 Minuten nötig gewesen, um durch, erneut Taylan Kocatürk, zum ersten Mal im Match in Führung zu gehen. Ein besonderer Dank dürfte hierbei an Tamer Can gehen, der den Torschützen mit schöner Übersicht erspähte.
Erspähen tat fünf Minuten später übrigens auch Davut Yilkin etwas. Nämlich, dass die Mauer bei seinem Freistoß überhaupt noch nicht bereit war. Yilkin war´s egal, das Spiel freigegeben und das Leder im Netz – 2:4! Fatihspor hatte nun eindeutig die beste Phase im Spiel, verpasste es aber zunächst, Treffer Nummer fünf zu setzen, prüfte Rafi Kazimy aus kürzester Distanz den eigenen Keeper, der nicht nur hier klasse reagierte und vergeigte Tamer Can kläglich allein vor dem Gehäuse.
Kollege Davut Yilkin zeigte ihm kurz darauf, wie man es richtig macht, wenn man halblinks im Strafraum keine Gegenspieler hat: Ein platzierter Schuss ins lange Eck, das Spiel war entschieden und Yilkin hatte Feierabend, denn direkt danach ersetzte ihn Pascal Dressler unter großem Applaus des Gäste-Anhanges, der auch nach dem Abpfiff noch zu hören war, woran auch das 3:5 nach einer Slowmotion-Einlage der Fatihspor-Defensive, fünf Minuten vor Ultimo nichts mehr änderte. Nun war es also perfekt: Fatihspor überwintert als Spitzenreiter der Kreisliga 4 und dies mit einem netten Dreipunkte-Vorsprung.
Der FC Maihan präsentierte sich dagegen besser, als es der Tabellenplatz (13.) besagt. Weitere Auftritte, wie dieser sollten die Stellung im Klassement durchaus noch verbessern können.

Tore: 1:0 Adina (11.), 1:1 Yilkin (18. direkter Freistoß), 2:1 Walizadeh (26.), 2:2 Kocatürk (35.), 2:3 Kocatürk (64. Can), 2:4 Yilkin (69. direkter Freistoß), 2:5 Yilkin (77.), 3:5 Walizadeh (85.)

Schiedsrichter: Gerhardt Schulz-Greco (Eintracht Norderstedt, Note 2)

Zuschauer: 30

Freitag, 2. Dezember 2011

Spielbericht FC Oberneuland - Brinkumer SV

Herbstmeister gerät nur kurz ins Schwimmen
Blitzstart nach der Pause: FC Oberneuland zerlegt auch den Brinkumer SV

Wer soll diesen FC Oberneuland bloß schlagen?!
16 Spiele dauert der große Siegeszug des FC Oberneuland durch die Bremen-Liga nun schon an und ein Ende scheint nicht in Sicht. Das bekam am Freitagabend auch der angereiste Brinkumer SV schmerzhaft zu spüren.
Auch ohne den gesperrten Muri Adewunmi (flog im Spitzenspiel-Remis gegen den Bremer SV in der Vorwoche mit Rot von der Koppel) legten die auf fünf Positionen veränderten Gastgeber gleich los wie die Feuerwehr. Vor allem der wieder in die Startelf gerückte Serhan Zengin heizte dem gegnerischen Schlussmann kräftig ein, indem er die Weichen jeweils aus der zweiten Reihe früh auf 2:0 stellte (11. & 16.). Tim Meyer hatte bei beiden Toren nicht sonderlich gut ausgesehen…
Nachlassende Oberneuländer inspirierten den BSV dann allerdings zu dessen bester Phase im Spiel, die Kapitän Jannik Bender gerne als Distanzschütze (knapp, abgefälscht vorbei) gekrönt hätte (34.). Den mittlerweile verdienten Anschlusstreffer setzte dafür der mit rechts vollendende Kerem Ilkilic, dessen freie Schussbahn durch zu zögerlich verteidigende Gegenspieler entstand. Immerhin der junge Christian Tokgözoglu im Tor blieb mit seiner späteren Fußabwehr (Bender war im Anschluss an einen Ballgewinn Janek Pionteks zum Versuch gekommen) auf der Höhe des Geschehens.
Mit einem Blitzstart nach Wiederbeginn meldete sich der Primus aber wieder eindrucksvoll zurück, legte Gökhan Aktas` Freistoßtor (erneut reagierte der BSV-Fänger zu spät) zum 3:1 (47.) den Grundstein für eine überlegene Vorstellung, die den lange ordentlich dagegenhaltenden Brinkumer SV doch noch zerlegen sollte. Im Konter erhöhte Ex-Profi Sören Seidel auf 4:1 (62.), woraufhin Gökhan Aktas mit seinem Abstaubertor auf 5:1 stellte (65.).
Zweimal vereitelte T. Meyer weitere Jubelmomente im Stadion am Vinnenweg (69. & 80.). Seine Vorderleute waren jetzt aber klar geschlagen, sodass vier Minuten vor Ultimo auch Tormaschine Ömer Aktas sein nun schon 17. Saisontor vom Strafstoßpunkt (Zengin war über Prigges ausgestrecktes Bein gefallen) beisteuerte.
Fehlte mit Mahmut nur noch der dritte Aktas, der im Anschluss an eine butterweiche Uluisik-Flanke aus dem Halbfeld den herumirrenden Torhüter zum 7:1-Endstand überlupfte.
Vier Zähler Vorsprung auf den ebenfalls torlaunigen Bremer SV (8:0 beim SV Türkspor) bedeuten schon vor dem anstehenden Hinrundenabschluss in Blumenthal die Halbserienmeisterschaft auf dem Weg zum Wiederaufstieg in die Regionalliga.

FC Oberneuland: Tokgözoglu – Hartung (69. Uluisik), F. Muzzicato (73. Zbrzyzny), Krogemann, Janssen – Seidel (69. M. Aktas), Isailovic – G. Aktas, Zengin, Minns – Ö. Aktas, Trainer: Peter Moussalli

Brinkumer SV: T. Meyer – Rässler (57. Schierenbeck), Prigge, Witte, K. Müller – Ilkilic, Fiks (75. Demirkapi), Bender – Tschongarow (35.
Piontek), H. Meyer, Morkan, Trainer: Frank Thinius

Tore: 1:0 Zengin (11.), 2:0 Zengin (16.
Direkter Freistoß), 2:1 Ilkilic (39. Morkan), 3:1 G. Aktas (47. direkter Freistoß), 4:1 Seidel (62. Ö. Aktas), 5:1 G. Aktas (65. Ö. Aktas), 6:1 Ö. Aktas (86. Strafstoßtor, Prigge an Zengin), 7:1 M. Aktas (89. Uluisik)

gelbe Karten: keine – Rässler, Bender

Schiedsrichter: Allen Chen (TuS Komet Arsten, Note 2)


Zuschauer: 300