Nichts
für Seekranke
6:4!
NTSV-Dritte gewinnt verrückten Bezirksliga-Thriller
Einen festen Platz in jedem Bezirksliga-Saisonrückblick 2025/2026 dürfte der
wahrhaft irre Kick vom 18. Oktober aus der Staffel 04 in Niendorf sicher haben!
Ein wendungsreiches zehn-Tore-Spektakel lieferten sich die Dritte des
Niendorfer TSV und der SC Sperber, wobei der Held des Tages am Ende doch Grund
zum Frustschieben hatte.
Seinen Anfang nahm das Spectaculum nach einer knappen Viertelstunde, in der
zunächst niemand das große Risiko gehen wollte: Jacob Schrage wartete per
Freistoß für die Hausherren auf, Sperber-Fänger Mahmoud Adyb blockierte nur
unzureichend, doch für Tim Oelze kam der zweite Ball etwas zu überraschend, um
seinen Kopfball qualifiziert aufs Tor zu kriegen (14.).
Besser ging es da kurz darauf, als Tom Langer von rechts flankte und niemand
beim von außen eingerückten Dominik Heins auch nur in der Nähe stand. Das nicht
unverdiente 1:0 durch das talentierte Eigengewächs (16.)!
Ohnehin war der 18-Jährige immer wieder die gesuchte Figur auf links, um das
2:0 aber nur als Zuschauer zu verfolgen. Wegen einer Verletzungsbehandlung am
Seitenstreifen stehend, beobachtete Heims, wie seine kurz unterzähligen
Kollegen geradlinig ins letzte Spielfelddrittel vorstießen, wo Willy Kniesa
letztlich in den zentral mitgeeilten Henry Risch bediente (36.).
Zurück in Vollzahl, ließ man im direkten Gegenzug den SCS zu sehr gewähren. Und
das hatte Folgen, rutschte ein Krummes Anspiel Daniel Akpis zu Michel Schmidt
durch, der wiederum halblinks vor dem Tor klassisch zum Anschlusstreffer
vollendete (37.).
Fürs Erste aber nur ein Strohfeuer der Grünen, denen drüben erneut Böses
widerfuhr. Wieder spielte Kniesa den entscheidenden Pass von außen, sodass
Schrage den Keeper umkurvte und sicher den zum Ende gar schmeichelhaften
3:1-Pausenstand kreierte (42.).
Kurz nach dem wärmenden Kabinenaufenthalt hätte Kniesa bereits für
unumstößliche Fakten sorgen können, wäre da nicht die Abseitsfahne von
Assistent Benjamin Biet gewesen (47.) und wäre ein weiterer Abschluss in Mitten
des Sperber-Abwehrchaos etwas platzierter ausgefallen (50.).
So aber blieben die Raubvögel in der Verlosung um Zählbares, das nach einer
knappen Stunde plötzlich in realistische Nähe rückte. Einen tollen
Seitenwechsel von Innenverteidiger Lennard Henke in der Angriffszone nutzte der
angespielte Alexander Seifert zum kurzen Abspiel an den eingewechselten
Santiago Veyl Zamora, dessen feine Verarbeitung den erneuten Anschluss
bedeutete (59.).
Wiederum mit Henke als Gestalter in Form eines tiefen Zuspiels für Seifert
führte die Route zwei Minuten später tatsächlich zum 3:3, bei dem mit Philipp
Hecht abermals ein Joker Knipste (61.). Und damit nicht genug, war Hecht im
Fünfer auch bei Seiferts nächster Hereingabe zur Stelle – das Spiel binnen neun
Minuten von der Bank gedreht (68.)!
Fassungslosigkeit dagegen bei den Niendorfern, denen 20 völlig verpennte
Minuten zum Verhängnis zu werden drohten.
Doch eines war dieser Mannschaft heuer keineswegs abzusprechen: ihre Moral. Vom
SCS jeweils per Fehlpass am eigenen Sechzehner gleich doppelt eingeladen, tauschten
Risch und Kniesa ihre Rollen vom 2:0, damit Letzterer punktgenau von halbrechts
ins lange Ecke einschob (73.).
Die Schmidt-Elf plötzlich wieder obenauf und mit der nötigen Griffigkeit
ausgestattet. Und wer vorne einen Kniesa hat, der darf sich schließlich mit
voller Ekstase über das 5:4-Führungstor freuen, profitierte der Mann des Tages
hier, nach ähnlichem Muster wie vorhin, von Felix Müllers Diagonalball (84.).
In trockenen Tüchern war hier aber noch lange nichts, probierte es Sperber in
der heißen Schlussphase mit Steffen Guttenberger aus 22 Metern (vorbei, 90.).
Irritieren ließ sich der NTSV auf den letzten Metern allerdings nicht – auch
nicht von einer Karten-Orgie durch Schiedsrichter Daniel Kinsfator (FC
Süderelbe) gegen die seiner Meinung nach zu unruhige Bank, die in insgesamt
vier persönlichen Strafen, darunter einer Ampelkarte für den bereits ausgewechselten
Kniesa, endete (90.+4). Im Gegenteil, setzte Müller auf Langer-Zuspiel den
coolen 6:4-Endpunkt einer durchgeknallten Achterbahnfahrt der Gefühle auf
beiden Seiten (90.+5). Vergessen war da die Tatsache, dass Langer kurz zuvor im
Konter den leeren Quader verfehlte (90.+2).
Dank der turbulent zustande gekommenen drei Zähler schippert der NTSV, der sich
später beim maritimen Teamevent auf der Elbe gebührend feierte, nun erstmal
wieder in leicht ruhigeren Tabellengewässern. Der Vorsprung auf die
Abstiegszone konnte vom neu-Elften auf nun zwei Zähler ausgebaut werden,
während die Sperberaner ohne Auswärtspunkt in fünf Anläufen wieder unter den
Strich rutschten. Misslich, dass es am kommenden Wochenende in Lokstedt wieder
in fremdes Habitat geht…
Niendorfer TSV III:
Schultz – L. Sitzlach, Möller (46. Mi. Bettzüche), Schlewing, Günther (81. van den
Bosch) – Kniesa (87. Treder), Oelze, Risch, Heims – Langer, Schrage (62.
Müller), Trainer: Jan-Hendrik Schmidt
SC Sperber Hamburg: Adyb – Seifert,
Uysal, Henke, Rösl – Guttenberger, Kohlsaat (46. Veyl Zamora) – Kilinc, Akpi,
Palacios Escobar – M. Schmidt (56. Hecht), Trainer: Kristof Loffhagen
Tore: 1:0 Heims (16.
Langer), 2:0 Risch (36. Kniesa), 2:1 Schmidt (37. Akpi), 3:1 Schrage (42.
Kniesa), 3:2 Veyl Zamora (59. Seifert), 3:3 Hecht (61. Seifert), 3:4 Hecht (68.
Seifert), 4:4 Kniesa (73. Risch), 5:4 Kniesa (84. Müller), 6:4 Müller (90.+5
Langer)
gelb-rote Karte: Kniesa (NTSV, als
ausgewechselter Spieler, 90.+4)
Schiedsrichter: Daniel Kinsfator (FC
Süderelbe)
Zuschauer: 48
Samstag, 18. Oktober 2025
Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Sperber Hamburg
Sonntag, 16. September 2012
Spielbericht HEBC - SC Sperber Hamburg
Möbius
macht´s artistisch
Sehenswerter
Fallrückzieher entscheidet Kampfspiel am Reinmüller
Dreckig gewonnen. Diese Formulierung passt wohl am ehesten auf die Darbietung
des HEBC am Sonntagvormittag gegen den SC Sperber. Ein Treffer von Timo Möbius
war es, der den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Landesligisten
machte. Per Fallrückzieher hatte der ehemalige Niendorfer einen
Edu-Avarello-Freistoß in die Maschen
befördert (68.).
Zuvor waren es die Gäste, die mehr vom Spiel hatten. In Durchgang eins war es
zweimal Benjamin Marschall, der in Erscheinung trat (30., 34.). Bei seinen
Aktionen fand er jedoch jeweils seinen Meister in HEBC-Fänger Sven Wolgast, der
drei Kreuze machte, dass er sich wenig später keiner Elfmetersituation
ausgesetzt sah, nachdem Christos Papadopoulos Sperber-Angreifer Nikolas Sideris
gelegt hatte. Zum Ärger der Raubvögel blieb der Pfiff indes aus.
Nach der Pause hielten die Eimsbütteler mit großer Leidenschaft dagegen und
wurden schließlich durch Möbius´ Bude für diese Gangart belohnt. Ein
Unentschieden wäre vermutlich gerechter gewesen, doch die Gesetze des Spiels haben
einmal ihren eigenen Charakter.
Tore: 1:0 Möbius (68.)
gelbe Karten: Prostran – Pornhagen
Schiedsrichter: Daniel Burmester (SV
Eidelstedt)
Zuschauer: 100
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