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Samstag, 18. Oktober 2025

Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Sperber Hamburg

Nichts für Seekranke
6:4! NTSV-Dritte gewinnt verrückten Bezirksliga-Thriller

Einen festen Platz in jedem Bezirksliga-Saisonrückblick 2025/2026 dürfte der wahrhaft irre Kick vom 18. Oktober aus der Staffel 04 in Niendorf sicher haben! Ein wendungsreiches zehn-Tore-Spektakel lieferten sich die Dritte des Niendorfer TSV und der SC Sperber, wobei der Held des Tages am Ende doch Grund zum Frustschieben hatte.
Seinen Anfang nahm das Spectaculum nach einer knappen Viertelstunde, in der zunächst niemand das große Risiko gehen wollte: Jacob Schrage wartete per Freistoß für die Hausherren auf, Sperber-Fänger Mahmoud Adyb blockierte nur unzureichend, doch für Tim Oelze kam der zweite Ball etwas zu überraschend, um seinen Kopfball qualifiziert aufs Tor zu kriegen (14.).
Besser ging es da kurz darauf, als Tom Langer von rechts flankte und niemand beim von außen eingerückten Dominik Heins auch nur in der Nähe stand. Das nicht unverdiente 1:0 durch das talentierte Eigengewächs (16.)!
Ohnehin war der 18-Jährige immer wieder die gesuchte Figur auf links, um das 2:0 aber nur als Zuschauer zu verfolgen. Wegen einer Verletzungsbehandlung am Seitenstreifen stehend, beobachtete Heims, wie seine kurz unterzähligen Kollegen geradlinig ins letzte Spielfelddrittel vorstießen, wo Willy Kniesa letztlich in den zentral mitgeeilten Henry Risch bediente (36.).
Zurück in Vollzahl, ließ man im direkten Gegenzug den SCS zu sehr gewähren. Und das hatte Folgen, rutschte ein Krummes Anspiel Daniel Akpis zu Michel Schmidt durch, der wiederum halblinks vor dem Tor klassisch zum Anschlusstreffer vollendete (37.).
Fürs Erste aber nur ein Strohfeuer der Grünen, denen drüben erneut Böses widerfuhr. Wieder spielte Kniesa den entscheidenden Pass von außen, sodass Schrage den Keeper umkurvte und sicher den zum Ende gar schmeichelhaften 3:1-Pausenstand kreierte (42.).
Kurz nach dem wärmenden Kabinenaufenthalt hätte Kniesa bereits für unumstößliche Fakten sorgen können, wäre da nicht die Abseitsfahne von Assistent Benjamin Biet gewesen (47.) und wäre ein weiterer Abschluss in Mitten des Sperber-Abwehrchaos etwas platzierter ausgefallen (50.).
So aber blieben die Raubvögel in der Verlosung um Zählbares, das nach einer knappen Stunde plötzlich in realistische Nähe rückte. Einen tollen Seitenwechsel von Innenverteidiger Lennard Henke in der Angriffszone nutzte der angespielte Alexander Seifert zum kurzen Abspiel an den eingewechselten Santiago Veyl Zamora, dessen feine Verarbeitung den erneuten Anschluss bedeutete (59.).
Wiederum mit Henke als Gestalter in Form eines tiefen Zuspiels für Seifert führte die Route zwei Minuten später tatsächlich zum 3:3, bei dem mit Philipp Hecht abermals ein Joker Knipste (61.). Und damit nicht genug, war Hecht im Fünfer auch bei Seiferts nächster Hereingabe zur Stelle – das Spiel binnen neun Minuten von der Bank gedreht (68.)!
Fassungslosigkeit dagegen bei den Niendorfern, denen 20 völlig verpennte Minuten zum Verhängnis zu werden drohten.
Doch eines war dieser Mannschaft heuer keineswegs abzusprechen: ihre Moral. Vom SCS jeweils per Fehlpass am eigenen Sechzehner gleich doppelt eingeladen, tauschten Risch und Kniesa ihre Rollen vom 2:0, damit Letzterer punktgenau von halbrechts ins lange Ecke einschob (73.).
Die Schmidt-Elf plötzlich wieder obenauf und mit der nötigen Griffigkeit ausgestattet. Und wer vorne einen Kniesa hat, der darf sich schließlich mit voller Ekstase über das 5:4-Führungstor freuen, profitierte der Mann des Tages hier, nach ähnlichem Muster wie vorhin, von Felix Müllers Diagonalball (84.).
In trockenen Tüchern war hier aber noch lange nichts, probierte es Sperber in der heißen Schlussphase mit Steffen Guttenberger aus 22 Metern (vorbei, 90.).
Irritieren ließ sich der NTSV auf den letzten Metern allerdings nicht – auch nicht von einer Karten-Orgie durch Schiedsrichter Daniel Kinsfator (FC Süderelbe) gegen die seiner Meinung nach zu unruhige Bank, die in insgesamt vier persönlichen Strafen, darunter einer Ampelkarte für den bereits ausgewechselten Kniesa, endete (90.+4). Im Gegenteil, setzte Müller auf Langer-Zuspiel den coolen 6:4-Endpunkt einer durchgeknallten Achterbahnfahrt der Gefühle auf beiden Seiten (90.+5). Vergessen war da die Tatsache, dass Langer kurz zuvor im Konter den leeren Quader verfehlte (90.+2).
Dank der turbulent zustande gekommenen drei Zähler schippert der NTSV, der sich später beim maritimen Teamevent auf der Elbe gebührend feierte, nun erstmal wieder in leicht ruhigeren Tabellengewässern. Der Vorsprung auf die Abstiegszone konnte vom neu-Elften auf nun zwei Zähler ausgebaut werden, während die Sperberaner ohne Auswärtspunkt in fünf Anläufen wieder unter den Strich rutschten. Misslich, dass es am kommenden Wochenende in Lokstedt wieder in fremdes Habitat geht…

Niendorfer TSV III: Schultz – L. Sitzlach, Möller (46. Mi. Bettzüche), Schlewing, Günther (81. van den Bosch) – Kniesa (87. Treder), Oelze, Risch, Heims – Langer, Schrage (62. Müller), Trainer: Jan-Hendrik Schmidt

SC Sperber Hamburg: Adyb – Seifert, Uysal, Henke, Rösl – Guttenberger, Kohlsaat (46. Veyl Zamora) – Kilinc, Akpi, Palacios Escobar – M. Schmidt (56. Hecht), Trainer: Kristof Loffhagen


Tore: 1:0 Heims (16. Langer), 2:0 Risch (36. Kniesa), 2:1 Schmidt (37. Akpi), 3:1 Schrage (42. Kniesa), 3:2 Veyl Zamora (59. Seifert), 3:3 Hecht (61. Seifert), 3:4 Hecht (68. Seifert), 4:4 Kniesa (73. Risch), 5:4 Kniesa (84. Müller), 6:4 Müller (90.+5 Langer)

gelb-rote Karte: Kniesa (NTSV, als ausgewechselter Spieler, 90.+4)

Schiedsrichter: Daniel Kinsfator (FC Süderelbe)

Zuschauer: 48










Sonntag, 16. September 2012

Spielbericht HEBC - SC Sperber Hamburg

Möbius macht´s artistisch
Sehenswerter Fallrückzieher entscheidet Kampfspiel am Reinmüller

Dreckig gewonnen. Diese Formulierung passt wohl am ehesten auf die Darbietung des HEBC am Sonntagvormittag gegen den SC Sperber. Ein Treffer von Timo Möbius war es, der den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Landesligisten machte. Per Fallrückzieher hatte der ehemalige Niendorfer einen Edu-Avarello-Freistoß  in die Maschen befördert (68.).
Zuvor waren es die Gäste, die mehr vom Spiel hatten. In Durchgang eins war es zweimal Benjamin Marschall, der in Erscheinung trat (30., 34.). Bei seinen Aktionen fand er jedoch jeweils seinen Meister in HEBC-Fänger Sven Wolgast, der drei Kreuze machte, dass er sich wenig später keiner Elfmetersituation ausgesetzt sah, nachdem Christos Papadopoulos Sperber-Angreifer Nikolas Sideris gelegt hatte. Zum Ärger der Raubvögel blieb der Pfiff indes aus.
Nach der Pause hielten die Eimsbütteler mit großer Leidenschaft dagegen und wurden schließlich durch Möbius´ Bude für diese Gangart belohnt. Ein Unentschieden wäre vermutlich gerechter gewesen, doch die Gesetze des Spiels haben einmal ihren eigenen Charakter.

Tore: 1:0 Möbius (68.)

gelbe Karten: Prostran – Pornhagen

Schiedsrichter: Daniel Burmester (SV Eidelstedt)

Zuschauer: 100