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Samstag, 1. November 2025

Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Union 03

Falscher Einwurf leitet die Niederlage ein
1:3 und Sturz auf die Abstiegsränge: Union 03 schenkt Auswärtsführung her

Ein halbes Dutzend an Gegentoren durch den Niendorfer TSV beförderte den SC Union 03 unter der Woche erwartungsgemäß aus dem Lotto-Pokal und auch in der Liga stellte sich der NTSV nicht gerade als gutes Pflaster für die Jungs aus Altona-Nord heraus.
Zu Gast bei der Drittvertretung des Oberligisten, hatte man trotz etwas glücklicher Halbzeitführung den Kürzeren ziehen müssen.
In Front gegangen waren die Unioner inmitten einer verfahrenen ersten Hälfte ebenso überraschend, wie Dauda Ibrahim plötzlich alleine vor dem Gehäuse auftauchte und Nico Schultz quasi mit der ersten echten Torchance des Spiels zum 0:1 überwand (27.).
Die Platzherren taten sich derweil schwierig, ihr sonst so stilisiertes Spiel über die Außenpositionen aufzuziehen, sodass es bis kurz vor den Halbzeitpfiff dauerte, bis tatsächlich einmal Willy Kniesa über rechts für Jacob Schrage servierte. Nur hatte der Kapitän bei idealer Einschussposition doch etwas zu viel Zeit zum Nachdenken: zu viel Linksdrall ließ seinen Abschluss ins Tor-Aus gehen (43.).
Kurz nach der Pause machte es der 24-Jährige dann zu genau, als die Unterkante der Latte im Weg stand. Nur stand diesmal mit dem durchgelaufenen Jonas Oelze ein wachsamer Kollege für das letztlich erstocherte 1:1 bereit (49.). Auf der anderen Seite hatte Unions Fritz Lühr den Spott der Heim-Fans um den langzeitverletzten Till Pruns auf seiner Seite, leitete sein verzögerter Einwurf, den der Schiedsrichter daraufhin andersherum gab, den Gegentreffer ein. „Danke, Nummer Sechs!“, grüßte der gegnerische Anhang den einst beim HEBC ausgebildeten Außenverteidiger wenig einfühlsam.
Von nun an drehten sich die Dinge komplett gegen Lühr und Co, die sich durch Steffen Golombeks Ungeschicklichkeit im Strafraum gegen Dominik Heims auch noch einen Strafstoß einhandelten. Aliaksandr Bulechka wehrte diesen zwar einstweilen ab, doch im Nachschuss besiegte Schrage schließlich sein Schusspech zur 2:1-Führung (63.).
Die Elf von der Memellandallee damit endgültig dem Rücken zur Wand, zumal im ungünstigsten Fall der Sturz auf die Abstiegsplätze drohte.
Chancen zur Wende hatte sie sich freilich erarbeitet. So scheiterte der umtriebige Ibrahim nach schwach ausgeführter NTSV-Abseitsfalle an Nico Schultz (68.), woraufhin aber auch Denys Stetskyis Kopfball, abgewehrt, nicht den Ausgleich bedeutete (72.).
Gute zehn Minuten später schließlich der K.O.-Schlag, den die Niendorfer in ihrer gewohnten Manier beibrachten. Henry Risch eröffnete aus dem Zentrum, Tom Langer spielte quer und Schrage war nun offenbar auf den Geschmack des Toreschießens gekommen: 3:1 für die Herren in Grau (83.)!
Mit der ausgeglichenen Bilanz von nun vier Siegen, Remis, sowie Niederlagen stehen für den neuen Tabellenneunten jetzt vier Zähler Vorsprung auf die nun auf Abstiegsrang 14 abgerutschten Unioner auf dem Zettel. Doch auch die Reserve Eintracht Lokstedts (20 Punkte) ist nur sechs Punkte entfernt. Die Bezirksliga 04 dürfte mit ihrer Ausgeglichenheit noch so manche Wendung für den weiteren Saisonverlauf offen halten.

Niendorfer TSV III: Schultz – Sitzlach, Schacht, Schlewing, Treder (85. Van den Bosch) – Kniesa (74. Leutrum von Ertingen), Oelze, Risch, Heims (85. Hurt) – Langer (68. Müller), Schrage, Trainer: Jan-Hendrik Schmidt

Tore: 0:1 Ibrahim (27.), 1:1 Oelze (49. Schrage), 2:1 Schrage (63., Strafstoßnachschuss, Golombek an Heims), 3:1 Schrage (83. Langer)

gelbe Karten: Risch, Treder – Senay, Golombek, Ibrahim

Schiedsrichter: Zubeir Ahmadi (SC Poppenbüttel)

Zuschauer: 35




Samstag, 18. Oktober 2025

Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Sperber Hamburg

Nichts für Seekranke
6:4! NTSV-Dritte gewinnt verrückten Bezirksliga-Thriller

Einen festen Platz in jedem Bezirksliga-Saisonrückblick 2025/2026 dürfte der wahrhaft irre Kick vom 18. Oktober aus der Staffel 04 in Niendorf sicher haben! Ein wendungsreiches zehn-Tore-Spektakel lieferten sich die Dritte des Niendorfer TSV und der SC Sperber, wobei der Held des Tages am Ende doch Grund zum Frustschieben hatte.
Seinen Anfang nahm das Spectaculum nach einer knappen Viertelstunde, in der zunächst niemand das große Risiko gehen wollte: Jacob Schrage wartete per Freistoß für die Hausherren auf, Sperber-Fänger Mahmoud Adyb blockierte nur unzureichend, doch für Tim Oelze kam der zweite Ball etwas zu überraschend, um seinen Kopfball qualifiziert aufs Tor zu kriegen (14.).
Besser ging es da kurz darauf, als Tom Langer von rechts flankte und niemand beim von außen eingerückten Dominik Heins auch nur in der Nähe stand. Das nicht unverdiente 1:0 durch das talentierte Eigengewächs (16.)!
Ohnehin war der 18-Jährige immer wieder die gesuchte Figur auf links, um das 2:0 aber nur als Zuschauer zu verfolgen. Wegen einer Verletzungsbehandlung am Seitenstreifen stehend, beobachtete Heims, wie seine kurz unterzähligen Kollegen geradlinig ins letzte Spielfelddrittel vorstießen, wo Willy Kniesa letztlich in den zentral mitgeeilten Henry Risch bediente (36.).
Zurück in Vollzahl, ließ man im direkten Gegenzug den SCS zu sehr gewähren. Und das hatte Folgen, rutschte ein Krummes Anspiel Daniel Akpis zu Michel Schmidt durch, der wiederum halblinks vor dem Tor klassisch zum Anschlusstreffer vollendete (37.).
Fürs Erste aber nur ein Strohfeuer der Grünen, denen drüben erneut Böses widerfuhr. Wieder spielte Kniesa den entscheidenden Pass von außen, sodass Schrage den Keeper umkurvte und sicher den zum Ende gar schmeichelhaften 3:1-Pausenstand kreierte (42.).
Kurz nach dem wärmenden Kabinenaufenthalt hätte Kniesa bereits für unumstößliche Fakten sorgen können, wäre da nicht die Abseitsfahne von Assistent Benjamin Biet gewesen (47.) und wäre ein weiterer Abschluss in Mitten des Sperber-Abwehrchaos etwas platzierter ausgefallen (50.).
So aber blieben die Raubvögel in der Verlosung um Zählbares, das nach einer knappen Stunde plötzlich in realistische Nähe rückte. Einen tollen Seitenwechsel von Innenverteidiger Lennard Henke in der Angriffszone nutzte der angespielte Alexander Seifert zum kurzen Abspiel an den eingewechselten Santiago Veyl Zamora, dessen feine Verarbeitung den erneuten Anschluss bedeutete (59.).
Wiederum mit Henke als Gestalter in Form eines tiefen Zuspiels für Seifert führte die Route zwei Minuten später tatsächlich zum 3:3, bei dem mit Philipp Hecht abermals ein Joker Knipste (61.). Und damit nicht genug, war Hecht im Fünfer auch bei Seiferts nächster Hereingabe zur Stelle – das Spiel binnen neun Minuten von der Bank gedreht (68.)!
Fassungslosigkeit dagegen bei den Niendorfern, denen 20 völlig verpennte Minuten zum Verhängnis zu werden drohten.
Doch eines war dieser Mannschaft heuer keineswegs abzusprechen: ihre Moral. Vom SCS jeweils per Fehlpass am eigenen Sechzehner gleich doppelt eingeladen, tauschten Risch und Kniesa ihre Rollen vom 2:0, damit Letzterer punktgenau von halbrechts ins lange Ecke einschob (73.).
Die Schmidt-Elf plötzlich wieder obenauf und mit der nötigen Griffigkeit ausgestattet. Und wer vorne einen Kniesa hat, der darf sich schließlich mit voller Ekstase über das 5:4-Führungstor freuen, profitierte der Mann des Tages hier, nach ähnlichem Muster wie vorhin, von Felix Müllers Diagonalball (84.).
In trockenen Tüchern war hier aber noch lange nichts, probierte es Sperber in der heißen Schlussphase mit Steffen Guttenberger aus 22 Metern (vorbei, 90.).
Irritieren ließ sich der NTSV auf den letzten Metern allerdings nicht – auch nicht von einer Karten-Orgie durch Schiedsrichter Daniel Kinsfator (FC Süderelbe) gegen die seiner Meinung nach zu unruhige Bank, die in insgesamt vier persönlichen Strafen, darunter einer Ampelkarte für den bereits ausgewechselten Kniesa, endete (90.+4). Im Gegenteil, setzte Müller auf Langer-Zuspiel den coolen 6:4-Endpunkt einer durchgeknallten Achterbahnfahrt der Gefühle auf beiden Seiten (90.+5). Vergessen war da die Tatsache, dass Langer kurz zuvor im Konter den leeren Quader verfehlte (90.+2).
Dank der turbulent zustande gekommenen drei Zähler schippert der NTSV, der sich später beim maritimen Teamevent auf der Elbe gebührend feierte, nun erstmal wieder in leicht ruhigeren Tabellengewässern. Der Vorsprung auf die Abstiegszone konnte vom neu-Elften auf nun zwei Zähler ausgebaut werden, während die Sperberaner ohne Auswärtspunkt in fünf Anläufen wieder unter den Strich rutschten. Misslich, dass es am kommenden Wochenende in Lokstedt wieder in fremdes Habitat geht…

Niendorfer TSV III: Schultz – L. Sitzlach, Möller (46. Mi. Bettzüche), Schlewing, Günther (81. van den Bosch) – Kniesa (87. Treder), Oelze, Risch, Heims – Langer, Schrage (62. Müller), Trainer: Jan-Hendrik Schmidt

SC Sperber Hamburg: Adyb – Seifert, Uysal, Henke, Rösl – Guttenberger, Kohlsaat (46. Veyl Zamora) – Kilinc, Akpi, Palacios Escobar – M. Schmidt (56. Hecht), Trainer: Kristof Loffhagen


Tore: 1:0 Heims (16. Langer), 2:0 Risch (36. Kniesa), 2:1 Schmidt (37. Akpi), 3:1 Schrage (42. Kniesa), 3:2 Veyl Zamora (59. Seifert), 3:3 Hecht (61. Seifert), 3:4 Hecht (68. Seifert), 4:4 Kniesa (73. Risch), 5:4 Kniesa (84. Müller), 6:4 Müller (90.+5 Langer)

gelb-rote Karte: Kniesa (NTSV, als ausgewechselter Spieler, 90.+4)

Schiedsrichter: Daniel Kinsfator (FC Süderelbe)

Zuschauer: 48










Freitag, 3. Mai 2024

Spielbericht SV Lieth - Niendorfer TSV III

Keine Tore – zwei Gefühlslagen
Trostloses 0:0: für Lieth zu wenig – für den NTSV ein Jubel-Grund

Vor der Saison heiß um den Landesligaaufstieg gehandelt, mischte die SV Lieth trotz eines namhaft verstärkten Kaders doch schon vorzeitig  nicht mehr im Spitzenrennen der Bezirksliga West mit.
Passend dazu endete das letzte Heimspiel der Saison am Butterberg mit einer müden Nullnummer. Für die SVL, die vor dem Match den scheidenden Trainer Michael Blume nach zweijähriger Amtszeit und Sommer-Rückkehrer Nil von Appen verabschiedete, sicherlich zu wenig – für den Gegner dagegen ein gefühlter Sieg.
Ohne sämtliche unpässliche Innenverteidiger und das rotgesperrte Trainergespann verkaufte sich die zuletzt immer wieder formschwankende Drittvertretung aus Niendorf (Platz neun) beachtlich teuer.
Mit viel Disziplin ließen die Mannen vom juvenilen Aushilfstrainer-Duo Lassen/Risch kaum etwas zu, um mit Till Pruns´ Abseitstor die erste echte Duftmarke einer ereignisarmen Partie zu setzen (37.).
Glück hatte man derweil direkt vor dem Pausenpfiff, als Matteo Schuchhardt einen Stubenrauch-Freistoß dynamisch über den Quader köpfte (45.+2).
Ansonsten waren es die tapferen Bondenwald-Kicker, die dem Dreier an diesem Abend ein Mü näher waren. Vor allem, nachdem sich SVL-Veteran Patrick „Schotte“ Scheidt noch vor Passieren der Stundenmarke Gelb-rot wegen Meckerns abholte (56.). Zuvor war der Vorteil noch weiterlaufen gelassen worden, sodass erneut Pruns nach Flanke Robin Sitzlach zum aussichtsreichen Außenpfosten-Schuss gekommen war.
Apropos Außenpfosten: Diesen erwischte auf der anderen Seite auch Ben Kellner mit der rechten Klebe (74.). Verdient wäre der Siegtreffer für den Tabellenfünften auch nicht gewesen.
Bei reichlich Freibier, das den durch Stadionsprecher und Vereinsmacher Bo Hansen Tinnitus geplagten Zuschauern gereicht wurde, ließ sich der Kick zumindest halbwegs von außen bewältigen…

Tore: Fehlanzeige

gelb-rote Karte: Scheidt (SV Lieth, 56., Foulspiel + Meckern)

Schiedsrichter: Rohit Choudhry (SV Lurup)

Zuschauer: 50




Freitag, 25. August 2023

Spielbericht FC Elmshorn - Niendorfer TSV III

Zwei Führungen reichen nicht
FC Elmshorn bringt sich um den verdienten Heimsieg

Nicht verloren, aber definitiv nicht zufrieden: Für den FC Elmshorn hatte auch der dritte Anlauf der Bezirksligasaison keinen Heimsieg parat.
2:2 trennte man sich trotz des klaren Chancenübergewichts von der ebenfalls im Tabellenmittelfeld angesiedelten Drittvertretung aus Niendorf.
Lange Zeit plätscherte der Weststaffel-Kick höhepunktarm vor sich hin, bis sowohl der Niendorfer Noah Meerwinck (34.), als auch FCE-Schlussmann Alan Kado (37.) jeweils einmal per Fuß gegen Ömer Aygün, beziehungsweise Jacob Schrage per Fußabwehr einzugreifen hatten.
Viel mehr Unterhaltung war den wieder zahlreich an den Ramskamp gekommenen Kiebitzen am Spielfeldrand zunächst nicht vergönnt.
Passend dazu war es ein Standard, der Aygün zum 1:0 für seine Heimelf verhalf, fälschte die gestellte Mauer seinen Freistoß entscheidend zur Führung, früh im zweiten Durchgang, ab (49.).
Einige Male ergab sich in der Folge die Gelegenheit zum schnellen Nachlegen, doch ungenutzte Chancen und ein klares Strafraumfoul an Felix Müller ermöglichten Lars Briewig den etwas glücklichen Ausgleichstreffer von der Strafstoßmarke (70.).
Ali Duman führte Weinrot jedoch rasch wieder zurück auf die Siegerstraße, die in Minute 73 über einen abgefälschten Aygün-Versuch, eine Torwart-Stürmer-Kollision und den überlegt ruhigen Abstauber des „9ers“ führte.
Wiederum nur drei Minuten später stand der Tacho dann erneut auf Unentschieden, als der eingewechselte Jordan Nene und Till Pruns herzlich wenig Gegnerdruck auf rechts erfuhren, Pruns den freien Mann erspähte und dieser im Strafraum nicht weniger frei agieren durfte – das 2:2 durch Müller!
Für die Bondenwald-Kicker ein ordentliches Auswärtsresultat, wohingegen die Elmshorner bis zuletzt erhöhtes Siegtreffer-Engagement an den Tag legten. Adrian Vukmirovic´ Lattentreffer aus kürzester Distanz (89.) brachte es allerdings auf den Punkt: Mehr als ein solcher sollte es an diesem Freitagabend einfach nicht werden, für die nun seit drei Spielen sieglosen Jungs von Trainer Seyhmus Atug.

Tore: 1:0 Aygün (49., direkter Freistoß), 1:1 Briewig (70., Foulstrafstoß), 2:1 Duman (73. Aygün), 2:2 Müller (76. Pruns)

gelbe Karten: Vukmirovic, Duman – Briewig, Nene

Schiedsrichter: Simon Stadler (SC Nienstedten, Note 2,5)

Zuschauer: 80



Dienstag, 18. Juli 2023

Spielbericht Niendorfer TSV VI - Niendorfer TSV III

Freistoß-Doppelpack als Türöffner
Titelverteidiger NTSV-Dritte haut die eigenen Kollegen aus dem Pokal

Vereinsintern startete die Herren-Pokalsaison vorgezogen auf Dienstagabend mit dem Duell Niendorfer TSV VI gegen III in die Serie 2023/2024. Keine einfache Aufgabe zunächst für den in Blau gekleideten Titelverteidiger des Heino-Gerstenberg-Pokals, der seinen reichhaltigen Ballbesitz durch ein Abwehrmassiv aus einer Fünfer- und einer vorgelagerten Viererkette zu navigieren hatte. Dies tat man schließlich mit lobenswerter Geduld, die auch ein arg physisches Vorgehen des Kontrahenten nicht störte. Im Gegenteil, machte man sich gleich zweimal in Person von Tom Langer nicht unattraktive Freistoßpositionen zu Nutze.
Hinzu kam noch das nicht unbedingt lehrbuchartige Torwarthandeln Sven Pittelkows, das sowohl beim 0:1 aus 21 Metern (30.), als auch beim zweiten Einschlag über die Mauer (33.) eher suboptimal daherkam.
Der Außenseiter, der letztes Jahr noch als siebte Herren im unteren Drittel der Kreisklasse B auflief, war gebrochen, kam der Spielgeschwindigkeit nun nicht mehr nach. Insbesondere über die oft gesuchte linke Außenbahn machte sich der Tempovorteil zunehmend bemerkbar. Präzise bediente Führungs- und Aufbauspieler Lars Briewig das richtig gestarteten Eigengewächses Till Pruns, dessen erstes Herren-Pflichtspieltor eines der Coolness wurde (35.).
Einen zweiten Ball verwertete dagegen Kollege Tim Oelze unkompliziert zum 0:4 (41.), dem erneut Langer – abermals aus der Distanz – den 0:5-Halbzeitschlusspunkt nachlegte (45.).
Ebenso einseitig ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter. Zwar verfehlte Langer im Anschluss an eine Mi. Bettzüche-Ecke noch im Sechzehner (48.), doch nur Augenblicke später veredelte er eine nicht weniger ansprechende Vorarbeit Jacob Schrages aus dem Gegenspielerslalomwald zum halben Dutzend (50.).
Immerhin bastelte das zwei Klassen tiefere Team auf der anderen Seite in Form von Tim-Gerrit Adams zur Ecke parierten Versuch ein wenig am Ehrentreffer (52.), den es zur Stundenwende tatsächlich geben sollte. Ungeahndet leitete Sinan Grothkopf einen Konter per Handspiel ein, woraufhin die Kugel über den soeben eingewechselten Daniel Behrens und Niklas Nack bei David Stube am zweiten Pfosten landete (61.).
Ebenso im Umschalten machten sie es eine Viertelstunde später gleich nochmal, war nur diesmal Nack der Nutznießer eines grenzwertigen Einsatzes des kantigen Laszlo Beyersdorfs (76.). Umso bemerkenswerter erschien der zweite Sechste-Treffer ob der zwischenzeitlich erlittenen Unterzahl, weil der vorbelastete Adam Pruns ungeschickt auf die Bretter schickte und dafür neben dem berechtigten Strafstoßpfiff auch die Ampelkarte gegen sich erhielt (71.). Die Einladung vom Punkt nahm Kapitän Paul Schacht indes dankend an.
Mit anderen Protagonisten duplizierte sich das Geschehen bei Finn Döschers 2:8, das nach Foul an Adrian Umbach zusätzlich die zweite Hinausstellung für Sinan Grothkop zur Folge hatte (82.). Mit zwei Mann mehr erhöhte der Bezirksligist durch Umbach auf 2:9 (86.), ehe sich mit dem Abpfiff auch noch der auffällige Schrage mit einer eigenen Bude aus 20 Metern belohnte (90.). Ein passender Schlusspunkt eines durchaus unterhaltsamen Abends für die 50 Zuschauer am Bondenwald.

Niendorfer TSV VI: Pittelkow – Beyersdorf, Bao, Rudebeck, Grothkopf, Stecher – Adam, Dinkels, Dahm, Nack – Stube, eingewechselt: Stolzenburg, Hussein, Behrens, Buchholz, Semmelhaak, Spielertrainer: David Stube

Niendorfer TSV III: Schultz – Sitzlach, Schacht, Briewig, Schneider – Nene, Oelze, Mi. Bettzüche, Pruns – Langer, Schrage, eingewechselt: Röbbelen, Döscher, Henze, Umbach, Trainer: Jan-Hendrik Schmidt

Tore: 0:1 Langer (30., direkter Freistoß), 0:2 Langer (33., direkter Freistoß), 0:3 Pruns (35. Briewig), 0:4 Oelze (41. Langer), 0:5 Langer (45.), 0:6 Langer (50. Schrage), 1:6 Stube (61. Nack), 1:7 Schacht (72. Strafstoßtor, Adam an Pruns), 2:7 Nack (76. Beyersdorf), 2:8 Döscher (82. Strafstoßtor, Grothkopf an Umbach), 2:9 Umbach (86. Röbbelen), 2:10 Schrage (90. Mi. Bettzüche)

gelb-rote Karten: Adam (NTSV VI, 71., wiederholtes Foulspiel), Grothkopf (NTSV VI, 82., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Jonathan Köchy (Eintracht Lokstedt)

Zuschauer: 50



Samstag, 9. Juli 2022

Spielbericht Niendorfer TSV III - SV Eidelstedt

Die Joker stechen: SVE holt ersten Test-Erfolg
Frecher Yildirim und entschlossener Görge trotzen dem niendorfer Ballbesitz

Von einer „positiven Bilanz“ spricht Rudolf Hock Kutscher, neuer Zepterschwinger beim SV Eidelstedt, nach dem ersten Testspielsieg der neuen Saison. Mathematisch mag die Aussage ob des Startes mit zwei Niederlagen gegen Concordia II (2:9) und TuS Berne (1:3) nicht ganz stimmen, zu erklären sind die Ergebnisse jedoch: „Concordia hat in der Kreisliga fast alles gewonnen und TuS Berne mit fast demselben Kader letztes Jahr in der Landesliga gespielt. Bei uns hat man gesehen, dass wir noch nicht eingespielt sind.“. Im dritten Anlauf nun der erste Erfolg. „Niendorf ist eine starke Mannschaft und hat das gut gemacht – nur ihre Chancen nicht genutzt. Aber auch wir hätten noch ein Tor mehr machen können“, resümierte der Coach, dessen Team mit einigen Neuzugängen das Zentrum in seinem 5-3-2-System gut dicht bekam. Dementsprechend lange dauerte es, bis der Vorjahresdritte der Bezirksliga Nord einmal aus dem Spiel heraus gefährlich wurde. Nana Osei-Bonsus rustikaler Ballgewinn im Mittelfeld leitete dessen kleinen Alleingang, resultierend in einem knapp verzogenen Rechtsschuss, ein (33.).
Erst nach dem Seitenwechsel fand der Offensivgeist Nachahmer, als Matthias Köhler eine Zwei-gegen-Eins-Situation allerdings schwach vergab, scheiterte er an einer Fußabwehr des tadellosen Marcel Hengse (51.).
Nicht weniger ärgerte Köhler kurz darauf ein Foulspiel an seinen Kollegen Felix Müller, der im Zentrum mit schlechtem Timing von hinten abgeräumt wurde. „Die rote Karte wäre gerechtfertigt gewesen – da hätte keiner gemeckert“, gestand auch der SVE-Coach.
Schiedsrichter Janos Beckmann (Eimsbütteler TV) beließ es derweil bei einer Verwarnung. Damit weiter von zehn Mitspielern umgeben, erkannte Ferhat Yildirim sehr zum Jubel der Gäste, dass der gegnerische Goalie etwas zu weit vor seinem Kasten stand – Max Bettzüche versuchte den Stellungsfehler noch zu korrigieren, doch Yildirims Hochschuss aus der dritten Reihe fand sein gewünschtes Ziel (61.).
Bitter für den feldüberlegenen NTSV, der es weiterhin gerne über Adrian Umbachs linke Seite probierte. Durch Robin Sitzlachs Steckpass eingesetzt, zog der in der Jugend einst für den SC Victoria kickende Außenspieler den Kürzeren gegen Hengse (64.).
Auf der anderen Seite half gegen Raphael Rieckmanns Kontertor der nicht einfache Abseitspfiff (78.), ehe die nächste Umschaltaktion der Gelb-blauen zur Vorentscheidung diente. Yildirim und der wiedereingewechselte Christopher Reimers bespielten den freien Raum, von dem auch der entschlossen auf rechts durchgestartete Pascal Görge jede Menge vorfand, sodass das das 0:2 durch des wie Yildirim von der Bank gekommenen 25-Jährigen nur noch reine Formsache war (86.).
Köhler verkürzte 13 Sekunden vor dem Ende noch auf 1:2, hatte er zentral die Ruhe, Hengse einmal fachgerecht auszuspielen, das recht pünktliche Schlusssignal zog dann aber einen Strich unter die Begegnung zweier Staffelkonkurrenten, die sich im Oktober – sofern die politischen Entscheidungsträger sie denn lassen – im Rahmen der Bezirksliga West an selber Stelle wiedertreffen.

Tore: 0:1 Yildirim (61.), 0:2 P. Görge (86. C. Reimers), 1:2 Köhler (90. Oelze)

Schiedsrichter: Janos Beckmann (Eimsbütteler TV)

Zuschauer: 25