Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul
und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust
Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit
Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich
Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab.
Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren
spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die
Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland
Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich
dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen
Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian
Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung
wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner
freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in
jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs
abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch
ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz
Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem
verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für
die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht
verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte
Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi
hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M.
Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen
Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach.
Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei
ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14
Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist
eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter
Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte
Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.).
Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen
ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA
Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein
Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend
dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht,
weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der
minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen
„Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz
außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher
zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch
Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf
den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung
über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS
gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung
nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde,
woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem
kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine
nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige,
die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten
Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth
weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach
Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers
nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine
kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote
Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau
nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen
Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…
Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1
Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)
gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit),
Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)
Zuschauer: 45
Freitag, 28. August 2026
Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel
Freitag, 21. August 2026
Spielbericht SV Lieth - Gencler Birligi Elmshorn
Klassen- auch ohne Ligaunterschied
4:0!
SV Lieth dominiert Aufsteiger Gencler Birligi im Derby
Fast auf den Tag genau zehn Jahre lang ist es her, dass Gencler Biriligi
Elmshorn letztmals im Punktspiel bei der SV Lieth gastierte. Mit 3:1 siegte der
türkische Klub damals beim späteren Meister und Bezirksligaaufsteiger, ehe die höhere
Ligazugehörigkeit der SV Lieth im Direktvergleich nun ein Ende erfuhr.
Eine Art Klassenunterschied ließ sich im ersten Punktspielduell seit Dezember
2016 (das gewann die SVL mit 3:0) jedoch trotzdem ablesen.
Vom Anpfiff weg hatte der Bezirksligaabsteiger das Heft des Handelns nämlich
fest in eigenen Händen, sodass es rasch brenzlich vor Genclers Tor wurde. So
musste Jilani Cabdulaahi eine direkte Brant-Ecke im letzten Moment von der
Linie scheuchen (6.), während auch Luca Albers´ Kopfballchance aus einem Ball
von der Fahne resultierte (9.).
Wenig später war es wieder die Anfälligkeit bei hohen Bällen, die die in
Schwierigkeiten brachte, weil Florian Ballner einen Wrage-Einwurf gekonnt auf
Finn Struve weiterleitete und dieser völlig unkoordiniert vom
Gencler-Schlussmann mit den hochgereckten Fäusten ausgebremst wurde. Kein K.O.
für den Liether, sondern die Entstehungsgeschichte des ersten Rundengewinns
durch Christian Kuhlmanns Strafstoßtor (13.).
Wiederum per Standard die Verdopplung,
als Struves Freistoß von Sten Dröge genau ins Jagdrevier von Ballner geköpft wurde
und dieser aus sechs Metern nur noch die eigene Rübe reinhalten musste (23.).
Gencler verzeichnete daraufhin etwas verbesserte Spielanteile, bekam diese aber
auch im Umschalten nicht sauber in den Sechzehner. Majed Eklims Chance aus Brustannahme
und Fünfzehnmeterschuss auf Goalie Lukas Rensch blieb daher die beste
Gelegenheit des Aufsteigers (16.).
Der Gegner machte dagegen mit seinem Kerngeschäft weiter, hob Kuhlmann seinen
Freistoß aus 23 Metern passend über die Mauer zum 3:0 ins Torwart-Eck (54.).
Nachdem eine kurz etwas wilde Spielphase mit einer Fußabwehr gegen SVL-Joker
Joel Tündermann (57.), einem sicher gefangenen Drehschuss von Genclers
Aufstiegstorjäger Nihat Meric (58.) und einem Meer von Zweikämpfen nichts
weiter Zählbares produziert hatte, verflachte der Kick zunehmend – bis Brant auf
Ablage des eingewechselten Nevio Schuchhardt von der Sechzehnerlinie aus
rechtsoben einschweißte (78.). Seinen im Liether Wald versenkten Distanzschuss
zuvor (62.) konnte er natürlich so auch nicht stehenlassen!
Gemeinsam mit der ebenfalls am Freitagabend siegreichen Reserve des
Heidgrabener SV (3:2 gegen den TSV Heist) grüßt die Elf vom Butterberg nun als
Tabellenführer der Kreisliga 07. Nihat Meric und Co müssen dagegen einen
dritten Anlauf (Heimspiel gegen TuS Borstel) zum ersten Punktgewinn der Serie
nehmen.
Tore: 1:0 Kuhlmann (13., Strafstoßtor), 2:0 Ballner (23.
Struve), 3:0 Kuhlmann (54., direkter Freistoß), 4:0 Brant (78. N. Schuchhardt)
gelbe Karten: Ballner – Cabdulaahi, M. Eklim, A. Aloskan
Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV, Note 2)
Zuschauer: 130
Samstag, 8. August 2026
Spielbericht Holsatia im EMTV - SV Lieth
Holsatias Reifeprüfung
Junge
Wilde überrennen den Rivalen und machen hinten dicht
Kreisklasse gegen Kreisliga – was sich für Außenstehende wie die Prophezeiung
eines unansehnlichen Gestolperes liest, elektrisierte die Fußballszene
Elmshorns für einen (Lotto-)Pokaltag, der die Rivalität zwischen Holsatia und
der SV Lieth um ein kurioses Kapitel erweitern sollte. Mit 4:2 spülte der
Klassenniedrigere, der aber spielerisch keiner ist, den Bezirksligaabsteiger
von seinem üppig mit Fans und Schaulustigen gesäumten Walther-Poser-Platz!
Begonnen hatte das Lokalduell um den Zweitrundeneinzug allerdings überhaupt
nicht nach Plan der jungen Wilden, von denen die meisten Blau-weiß-schwarz im
Vorjahr in der U19-Oberliga repräsentierten. Über rechts spielte Lukas Brant
seine Dynamik zur Hereingabe aus, in die Verteidiger Jan Dieckhoff wie ein ungebremster
Güterzug zum Eigentor geriet (6.).
Mit dem Tempo eines ICEs reagierte Holsatia jedoch genau richtig, indem Ben
Kellner eine Fackel aus 20 Metern ausgleichend einschlagen ließ (10.). Im Mai
noch als „Liether Löwe“ mit in die Kreisliga relegiert, zahlte sich der
Transfer ins Team des Brüderchens schon jetzt vollends aus, zumal die
Hausherren just nachlegten, als der agile Nick Schneider beim Torschuss
abfälschende Hilfe durch Julien Duffke vorfand und die Partie damit binnen zwei
Spielminuten gedreht war (11.).
Der Elf von Thorben Pingel, der letzten Sommer im Groll bei Holsatia
ausgeschieden war und durch die folgende Umsiedlung seiner Kader von erster und
zweiter Herren nach Klein Nordende eine Stunde Null für den Männerturnverein
einläutete, ging das alles viel zu schnell.
So auch Schneiders nächste Tempoaktion über links, mitsamt langer Flanke auf
Niklas Viera Gerkens. Die Demütigung eines zweiten Gegentors durch einen
Sommerabgang blieb Rot-schwarz hier immerhin erspart (18.)…
Da legten sie sich das dritte Ding lieber selbst ins Nest, ballerten sich die
Herren Duffke und Rudek im Strafraum gegenseitig ab. Eine Slapstickeinlage
zwischen Schadenfreude und Bestürzung (26.). 3:1.
Auch nicht viel seriöser verkaufte sich Lieths Defensivverbund bei einem weiten
Schlag von Holsatia-Fänger Luca Goike, störten sich zwei Mann gegen den clever
weiterleitenden Marques Schwarz gegenseitig, sodass Kilian Jändling gar auf 4:1
erhöhen durfte (40.). Und sogar ein fünfter Treffer lag noch vor dem kühlenden
Pausengetränk in der Luft, als Kapitän Luca Joneleit aus der zweiten Reihe
knapp zu hoch abdrückte (45.). Holsatia wie im Rausch; Glück im Unglück dagegen
für die weitgehend überforderte SVL, der die Hereinnahmen der physisch
präsenten Joel Tündermann und Kilian Weers zum zweiten Abschnitt ebenso
guttaten, wie B. Kellners hartes Einsteigen gegen Christian Kuhlmann, für das
Schiedsrichter Andreas Voß (VfL Pinneberg) kurzerhand per roter Karte für eine
grundveränderte Spielstatik sorgte (47.).
Der Kreisklassist von da an nämlich tief hinten drin, verzichtete fortan auf
Ballbesitz, während die Spielvereinigung ihre Druckphase mit einem strammen
Weers-Geschoss unterstrich. Goike fischte das Leder allerdings phantastisch aus
dem Winkel (51.), ehe er auch bei einer Doppelchance für Max Schulz und Jan
Schiebuhr seine Finger rettend ins Geschehen brachte (53.).
Den Liethern lief damit so langsam die Zeit davon. Drei Tore waren trotz der
Überzahl schon eine Menge Holz. Erst 20 Minuten vor dem Ende machte Schulz mit
seiner Qualität im (Ab-)Zug nach innen weiteren Boden gut. Das flache 4:2 am
Ende aber doch nur noch Ergebniskosmetik, weil der folgerichtig eingewechselte
Florian Ballner mit links verfehlte (83.) und Goike einen Kuhlmann-Freistoß
fachgerecht ins Tor-Aus lenkte (85.). Ansonsten verteidigten die zehn Holsaten
ihren Laden trotz (zu) wenig Entlastung mit Köpfchen und Leidenschaft. Der
Zweitrundeneinzug daher in Summe auch verdient. Ein Festtag, wie man ihn in
Stimmung und Zuschauerzuspruch schon lange nicht mehr an der Wilhelmshöhe
erlebt hat. Wer auch immer als Gegner für Runde zwei in anderthalb Wochen
zugelost wird: Diese spielstarke, begeisterungsfähige – und nun auch stresserprobte
– Truppe muss man erstmal schlagen!
Holsatia im EMTV: Goike – Dieckhoff, Yörük, Hodorff (88. T.
Kellner), Schneider – Viera Gerkens (46. Hinterthaner), B. Kellner, Bjane,
Joneleit – Jändling (76. Öncan), Schwarz (88. Kummert), Trainer: Bent Vieth
SV Lieth: D: Diedrigkeit – Duffke (70. Ballner), F. Rudek (46.
Tündermann), M. Schuchhardt, Dickenhausen (46. K. Weers) – Boelter (70.
Schröder), Busse (79. Hajdari) – Brant, Kuhlmann, Max Schulz – Schiebuhr,
Trainer: Thorben Pingel
Tore: 0:1 Dieckhoff (6., Eigentor, Brant), 1:1 B. Kellner (10.), 2:1
Schneider (11.), 3:1 Duffke (26., Eigentor), 4:1 Jändling (40., Schwarz), 4:2
Max Schulz (70.)
gelbe Karten: Joneleit, Schneider, Kummert, Bjane – Schröder, D.
Diedrigkeit
rote Karte: B. Kellner (47., grobes Foulspiel an Kuhlmann)
Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)
Zuschauer: 220
Sonntag, 19. Juli 2026
Spielbericht SV Lieth - TBS Pinneberg II
TBS bestaunt die Struve-Festspiele
Vierfachschütze
führt trainingsfleißige Liether zum klaren Test-Sieg
Fast vier Stunden lang – verteilt auf zwei Einheiten – schuftete die
Ligamannschaft der SV Lieth am Sonntag auf dem Trainingsplatz, ehe sie am
frühen Abend den Vergleich mit der Reserve von TBS Pinneberg klar für sich
entschied. Mann des Tages dabei: Finn Struve, der mit insgesamt fünf
Torbeteiligungen ganz besonders aufdrehte.
Bevor der Liether mit der Nummer Sieben seinen Viererpack plus Vorbereitung
aufs Kunstgrün zauberte, lief er mit seinen Farben aber erstmal einem Rückstand
hinterher, nachdem TBS einmal Tempo im Kurzpassspiel aufnahm und Ozan Sürücü seine
Strafraumbegegnung mit Hendrik Homburg zu Ahmad Rifais Strafstoßtor annahm
(12.).
Überhaupt zirkulierte das Leder ganz ansehnlich, wenn sich die Gäste derartig
auf kurze Bälle verlegten, wie bei einem Zusammenspiel der Herren Sürücü und
Kayali, das in Lenard Alamshas abgefälschtem Versuch mündete (27.).
Weil der Vorjahresdritte der Kreisklasse 01 davon allerding zu oft Abstand nahm
und lieber lang bolzte, ebnete er dem Widersacher den Weg zurück ins Spiel, der
auch für diesen über einen berechtigten Strafstoßpfiff führte. Leon Girgin
hatte Max Schulz klar am Fuß getroffen, sodass Struve seinen Penalty flach kompromisslos
versenken durfte (38.).
Ein Gleichstand, den vor der Paus Joel
Tündermann noch einmal per Kopf ins Wanken brachte, doch der junge Kerl, der als
einer von sieben Startelfspielern zum Bezirksligaabstiegskader gehörte, köpfte
eine gelungene Brant-Flanke hauchdünn an der Heim-Führung vorbei (41.).
Nach dem Seitentausch ging dafür aber so richtig die Post ab, wozu der Auftakt
bereits in Sekunde 29 fiel. Joker Tom Busse fügte sich sofort per Lupfer in den
Lauf von Max Schulz ein, ehe der bewegliche Angreifer auch im reduzierten Tempo
gegen den zögerliche Goalie traf (46.).
Der inzwischen kräftig durchrotierte Gegner damit rasch demotiviert, während
die SVL aus einer Ballbesitzphase heraus das 3:1 durch Struves zweiten, sogar
selbst eingeleiteten, Streich nachlegte (48.).
Doch damit nicht genug seiner Festspiele, folgte der Vorbereitung des 4:1 (Torschütze
Matteo Schuchhardt) via Eckstoß (61.), ein weiterer Doppelpack in
Mittelstürmermanier (74. & 77.).
Weitaus weniger Coolness vor dem Tor bekam unterdessen Kollege Julien Duffke
auf Einladung des TBS-Schlussmannes in die Spur, als der heuer äußerst
offensivfreudige Außenverteidiger, bereits an Spielertrainer Fatih Ertürk
vorbeigezogen, dessen leeres Tor nicht traf (73.). Ein Außennetztreffer, der gegen
sich ergebene Pinneberger allerdings nur anekdotische Relevanz verkörpern
sollte. Schließlich vergaben auch Schulz (82.), Marc Homborg (82.) und Struve
(84.) aussichtsreiche Chancen auf das 7:1, das das unter den staunenden Blicken
erstarrten Gegenspieler letztlich doch noch fallen sollte. Ein
Mehrfachpassduett mit Kapitän Hendrik Homburg vollendete Schulz trotz
herausforderndem Winkel zum Endstand, der – der Torfolge entsprechend – als Spiegelbild
der zweiten Hälfte taugte. Den Feierabend am Grill und vor dem WM-Finalfernseher
hatten sich die fleißigen Männer in rot-schwarz heuer freilich verdient!
SV Lieth: Rensch – Duffke, M. Homburg, M. Schuchhardt, Wrage –
Tündermann, Boelter, H. Homburg, Struve, Brant – Max Schulz, eingewechselt:
Hajdari, Busse, F. Rudek, Dickenhausen, Trainer: Thorben Pingel
TBS Pinneberg II: Ertürk – D. Alamsha, König, Girgin, Aydogan – Sürücü,
von Borstel, Rifai, da Ronch – L. Alamsha, Kayali, eingewechselt: Moldt,
Griffiths, Mazanga, Senol, Simsek, Spielertrainer: Fatih Ertürk
Tore: 0:1 Rifai (12., Strafstoßtor, H. Homburg an Sürücü), 1:1
Struve (38., Strafstoßtor, Girgin an Max Schulz), 2:1 Max Schulz (46. Busse),
3:1 Struve (48. Wrage), 4:1 M. Schuchhardt (61. Struve), 5:1 Struve (74.
Duffke), 6:1 Struve (77. Busse), 7:1 Max Schulz (90. H. Homburg)
gelbe Karten: keine – Rifai
Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)
Zuschauer: 25
Freitag, 10. Juli 2026
Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II
Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr
viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch
Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung
schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern,
um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben
mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene
Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten
Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber
dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit
aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“
und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast
immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber
ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das
0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter
mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte
(8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen
lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er
nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den
eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1
gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko
zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter
die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem
4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias
hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der
Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen
konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach
Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel
Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere)
Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball
nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er
in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der
zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc
Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben
Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht
ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu
sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und
bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein
bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz
egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“,
so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den
Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende
Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das
macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist
für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute
Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen.
Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht
berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die
Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch
aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas
verletzungsgeplagte Eleven.
Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor,
Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve
(50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2
Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens
(84. Struve), 11:2 Wrage (86.)
Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)
Zuschauer: 30
Freitag, 24. April 2026
Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn
Holsteins Rache über links
3:1
bei der SV Lieth: Quickborner halten Umwertungshinspielsieger im Keller
„Jaaaa, Kreisliga!“, jubelte TuS Holsteins Kapitän Tim Homfeldt nach dem Spiel
wenig vorbildlich in Richtung des Gegners, doch was als Provokation gemeint
war, erhielt im vorangegangenen Freitagabendmatch der Bezirksliga 01
tatsächlich weiteres Futter. Die SV Lieth trudelt eine Woche nach dem wichtigen
Dreier beim VfL Pinneberg (3:1) wieder zurück gen Abgrund.
Mit der Chance, die Abstiegsplätze zumindest über Nacht verlassen zu können,
aber auf dem Feld mit nur geringen Spielanteilen, gestaltete sich das Geschehen
wieder einmal früh zu Ungunsten der SVL, die den Quickbornern im Aufbau weder
Druck, noch Raumverdichtung antat und daher geradezu folgerichtig in Rückstand
geriet. Vollstreckung fand das 0:1 durch Finn Striplings linken Liniensprint
und Tom Meyers ideales Einlaufen zwischen Innen- und Linksverteidiger,
inklusive erfolgreichem Grätschschuss aus fünf Metern (11.).
Zwar antwortete der Abstiegskandidat mit einer guten Kopfballchance für Felix
Schröder, als dieser einen kopfverlängerten Tündermann-Einwurf aus der
Nahdistanz nicht statistikrelevant verwerten konnte (18.), doch ein
lückenhaftes Pressing warf Schröder und Co noch eine weitere Meile zurück.
Rasch überbrückte TuS Holstein von hinten heraus über Mika Lorenz´ tiefen Ball
das Mittelfeld, woraufhin Sohrab Safi den orientierungslosen Luca Albers im
langen Bogen überlief. Gegen Safis Versuch aus spitzem Winkel wehrte
SVL-Schlussmann Patrick Klösel auch noch zu kurz in die Mitte ab und schon
staubte Artin Shahrampour zur Verdopplung ab (23.).
Immerhin konnten in der Folge einige Halbchancen des Gegners als überstanden
vermeldet werden, ehe Philipp Matthiessen den Ball in der Bewegung nach innen
auf den Torwart brachte (24.) und Meraja
Magens das Tor aus einer geahndeten Abseitsposition heraus traf (25.).
Eine nachhaltige Veränderung der Spielstatik verursachte allerdings mit Jamal
Faisy ein Dunkelblauer, indem er Matthiessen ungestüm stempelte. Was
Schiedsrichter Rasim Islamoglu (Inter Hamburg) mit etwas Verzögerung
realisierte, hatten die Liether da natürlich schon sofort gewusst: das MUSS die
Ampelkarte für den früh vorbelasteten (14.) 19-Jährigen sein (36.)!
Mit einem Mann mehr auf der Koppel klappte es quasi mit dem Halbzeitpfiff auch
mit dem Anschlusstreffer, als Moritz Schulz rasch auf den weiterleitenden Matthiessen
einwarf und Magens Gegenspieler Hendrik Stättner zum Strafraumtänzchen bat
(45.+2). Ballführung, Geschwindigkeit und die Schusstechnik in die lange Ecke
belegten, warum die monatelange Verletzungsabstinenz des jungen Einzelkönners
ein entscheidender Faktor dieser verkorksten Saison ist.
Auch seine Kollegen machten sich mit verbesserter Körpersprache ans Ausgleichswerk,
das insbesondere durch Striplings Lapsus im eigenen Sechzehner durchaus in der
Luft lag. Nur tauchte Gäste-Fänger Nick Hoffmann behände gegen Matteo
Schuchhardts Abschluss aus elf Metern ab (48.).
Auch sonst war in der Folge immer irgendeiner der jetzt klar tiefer
gestaffelten Eulenstädter im Weg, sodass die Zeit so langsam gegen die „Liether
Löwen“ spielte. Vorne fehlte also die Durchschlagskraft, während der
Widersacher aus dem oberen Tabellendrittel auf der anderen Platzhälfte alles
klar machte. Abermals über links schüttelte diesmal der eingewechselte Mikel
Mucaku Kontrahent Julien Duffke ab, um erst zu bedauern, dass die eher zufällig
bei Pedro Pohl gelandete Hereingabe nicht zur Toreinleitung avancierte, weil sich
Klösel im Direktduell schön groß machte. Nils Witts schwache Klärung ins
Zentrum nutzte Jawad Faizy aber kurzerhand zum fiesen 1:3-Distanzaufsetzer
(83.).
Einmal noch hauchte eine Chance per Freistoß der Heim-Elf ein Momentchen der
Hoffnung ein, nur sicherte N. Hoffmann Witts Kopfball und damit auch den
Auswärtssieg (85.).
Für den Eingriff in den Aufstiegskampf reicht es dennoch längst nicht mehr. Mit
„schuld“ daran ist ausgerechnet die schon vorher nicht sonderlich geschätzte SV
Lieth, der man durch die Selbsteinwechslung von Coach Ibrahim Yener (zu diesem
Zeitpunkt rotgesperrt) trotz sportlichem 5:2 einen 3:0-Auswärtssieg via
Umwertung schenkte.
Nicht einmal vier Kilometer weiter stieg daher fast zeitgleich das Spitzenspiel
zwischen dem FC Elmshorn und dem Kummerfelder SV. Der FCE gewann übrigens mit 3:1
und steht als Meister und künftiger Landesligist fest.
Die Verhinderung eines Zweiklassenunterschieds zwischen den Rivalen in Elmshorn
und Umland haben die Jungs aus dem Liether Wald dagegen langsam nicht (mehr) in
eigener Hand. Ein Kellerduell gegen HSV IV steht zwar noch aus, doch der vorletzte
Platz und zwei Punkte Rückstand auf die Rothosen (erster nicht-Abstiegsplatz)
und die Aussicht, nun zu den torhungrigen Germanen nach Schnelsen zu müssen,
hängen – wie die schlechte Trainingsbeteiligung – als Damoklesschwert über dem
Butterberg.
Tore: 0:1 Meyer (11. Stripling), 0:2 Shahrampour (23. Safi),
1:2 Magens (45.+2, Matthiessen), 1:3 Jawad Faizy (83. Pohl)
gelbe Karten: Magens, Duffke, Behrens, Witt – Stripling, Lorenz, Appiah,
Homfeldt
gelb-rote Karte: Jamal Faizy (TuS Holstein, 36., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Rasim Islamoglu (Inter Hamburg)
Zuschauer. 50
Sonntag, 19. April 2026
Spielbericht VfL Pinneberg - SV Lieth
Zündstoff für den Keller
Sie
können es doch noch! Auswärtssieg lässt SV Lieth wieder hoffen
Durch 16 (sportlich) sieglose Partien mit dem Rücken zur Wand, reiste die SV
Lieth am Sonntagnachmittag als Schlusslicht zum zuletzt heimstarken VfL
Pinneberg in dessen Asyl beim SC Pinneberg.
Fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer der Bezirksliga 01 und die
Konkurrenz aus Duvenstedt und Niendorf hat jeweils gepunktet. Ein schwieriges Setting, das sich für den
Tabellenletzten auch noch im Spiel selber weiter verschlimmerte, steuerte
Torjäger Niklas Bargob das Leder nach Vorarbeit Tjark Holzapfels in der Mitte
zum bereits 22. Mal ins Netz – der Rückstand nach gerade einmal sechs Minuten!
Aber die Mannschaft zeigte Moral, blieb, angetrieben durch den omnipräsenten
Meraja Magens, aktiv. So prüfte Joel Tündermann nach Magens-Zuspiel den
sicheren Philipp Niedermeier zwischen den VfL-Pfosten (9.).
Den Beweis, dass sie es tatsächlich können, lieferten die Herren in schwarz
dann per Matthiessen-Ecke, die über einen Umweg bei Christian Kuhlmann landete,
sodass der 22-Jährige mit vollem Huf das 1:1 abfeuerte (19.).
Trotz Chancenvorteil im weiteren Halbzeitverlauf der vorzeitige Pausenstand.
Mit dem Wiederbeginn legte nun auch das Heimteam einen Gang zu; kam beispielsweise
durch Yannick Rentzows knapp verzogenen Versuch von halbrechts gefährlich vor
das SVL-Gehäuse (61.).
DIE Chance des dritten Spielviertels ereignete sich jedoch auf der anderen
Seite, als Felix Schröder seinen spektakulären Seitfallzieher ans Quergebälk
donnerte (68.).
Der Treffer der Marke „Tor des Monats“ sollte dafür seinem Kollegen Philipp
Matthiessen gelingen, als dem Ur-Liether eine Bogenlampe auf den schussbereiten
Schlappen fiel und der Einschuss rechtsoben puren Auswärtsjubel auslöste (76.).
„Männer, das sind jetzt Charakterminuten!“, schallte es in der Schlussphase von
der liether Bank, denn der VfL wollte sich seine kleine Serie von zwei
Heimsiegen keineswegs kampflos zerstören lassen. Bis auf einen aussichtsreichen
Johannsen-Kopfball (drüber, 83.), bekam die heuer ge- und entschlossene
Krenzk-Elf allerdings alles wegverteidigt.
Das Ende des Zitterns führte schließlich ein Moment des Umschaltens herbei. Die
aufgerückten Pinneberger knackte Julien Duffke mit steilem Anspiel auf
Matthiessen, der seine wohl stärkste Saisonleistung mit der 1:3-Entscheidung im
freien Lauf auf den Kasten des chancenlos geschlagenen Niedermeier krönte
(90.). Da darf die Eckfahne gerne mal zur Partyzone werden!
Endgültige Gewissheit, dass die Sieger des wilden Hinspiels (4:1 VfL) hier
nichts mehr umbiegen würden, hatten sie in der ausgiebigen Nachspielzeit mit
Malick Djimbas Gelb-rot selbst zu verantworten (90-+6). Der erfahrene Togoer
war nach seiner Einwechslung (67.) für den später per Krankenwagen
abtransportierten Bargob (versuchte es nach Zusammenstoß mit Gäste-Fänger Lukas
Rensch (52.) noch eine Weile) nur eine halbe Stunde auf dem Feld gestanden. Ob
man da als Gegner begeistert applaudieren muss – dagegen fraglich…
Als berechtigt gingen dafür die Ovationen für die verdienten wie imminent
wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf durch. Die Nicht-Abstiegsplätze erspäht
man in Klein Nordende nun auch wieder ohne Feldstecher. Und je nach dem, ob der
Spielausschluss des HFV das abgebrochene Kellerduell gegen HSV IV (Spielstand 2:3)
neu ansetzt, wäre mit einem Dreier im möglichen Wiederholungsspiel sogar der
Sprung aus den bösen Kreisligarängen aus eigener Kraft möglich. Die letzten
fünf Spieltage (oder auch sechs) versprechen jedenfalls noch die volle
Emotionspalette.
Tore: 1:0 Bargob (6. Holzapfel), 1:1 Kuhlmann (19. Schröder), 1:2
Matthiessen (76.), 1:3 Matthiessen (90. Duffke)
gelbe Karten: Rollwagen – M. Schulz, Magens, Papazoglu
gelb-rote Karte: Djimba (VfL Pinneberg, 90.+6, wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Furkan Yavuz (SC Teutonia 10)
Zuschauer: 102
Freitag, 10. April 2026
Spielbericht SV Lieth - Hamburger SV IV
Blaulicht statt Befreiungsschlag
Keller-Krimi
am Butterberg wegen Verletzung abgebrochen
Betroffenes Bangen, betretene Stille und mittenhinein der Abpfiff. Der 25.
Spieltag der Bezirksliga 01 endete für Jan Schiebuhr, Mittelfeldspieler der SV
Lieth, per Blaulicht im Spital.
Eigentlich sollte es im Abstiegskracher seiner Farben (Platz 15, 16 Punkte)
gegen die Vierte des HSV (12., 20 Zähler) den großen Befreiungsschlag geben.
Ein hehres Ziel, wie schon die Anfangsminuten belegten. Vor allem, weil sich
die Liether früh selbst ins Hintertreffen brachten. Unter Pressingdruck spielte
Tormann Patrick Klösel den Ball zwischen zwei halbgaren Anspielstationen durch,
direkt in die Füße des ebenso prompt von links hoch abziehenden Massimo Graci
und der 0:1-Fehlstart ins vorgezogene „Endspiel“ um den Klassenerhalt war
perfekt (9.).
Die Gäste daraufhin das bessere Team, doch zwingende Momente, wie Finn
Carlssons zentraler Abdruck (drüber, 12.) gab es erst in Richtung
Halbzeitschlussphase zu vermelden, als Carlssons Kopfball Klösel zur
Glanzparade zwang (36.) und der Goalie seinen Lapsus zum Gegentor spätestens im
starken Eins-gegen-Eins mit dem durchgestarteten Noah Brämer wettmachte (39.).
Und kaum brüllte Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen seine Lobpreisung des
Torstehers ins Mikrofon, machte der „Titan“ gegen Piet Bussink-Becking
geschwind die kurze Ecke zu.
Die SVL, deren einzig valides Lebenszeichen aus Meraja Magens´ Rückraumschuss
mit frechem Schnitt (32.) bestand, blieb damit top im Match, das nun wiederum
der HSV mit einer völlig missratenen Rückgabe auf Gleichstand polte. Tim
Hör´le, der nebenbei hauchdünn an gelb-rot für wiederholtes Foulspiel vorbei
schrammte (45.+1), servierte per Zuspiel in die Strafraum-Mitte Felix Schröders
Ausgleichstor im Dazwischenspritzen (43.). Die Idee, den Verteidiger für die
Rückrunde ganz nach vorne zu beordern, hat sich mit jetzt drei Saisontoren
jedenfalls schon mal bezahlt gemacht.
Die Freude darüber sollte allerdings nach dem Seitenwechsel verflogen sein,
schafften es die Breitensportler des Ex-Bundesliga.Dinos, das Tempo von
Linksaußen Brämer immer besser auf die Schiene zu bringen. Bei Gracis Verfehlen
war dies aus SVL-Sicht noch gutgegangen (52.), doch dann schickte Marvin Nietgen
den „23er“ im Drei-Stationen-Konter auf den unaufhaltsamen Weg zum 1:2 in die
lange Ecke (56.).
Das Umschalten also eine Stärke des HSV – hat sich nur irgendwie nicht bis zu
den Hausherren herumsgesprochen. Florian Gebauers langer Schlag aus der
Innenverteidigung, Lennart Plötzkys Kopfballverlängerung und schon war Nietgen
frei durch für den Rechtsschuss, den Klösel nicht mehr entscheidend blockieren
konnte (62.). Der mitgereiste Anhang in voller Freude, zumal Brämer zwanzig
Minuten vor dem Ende mit links alles hätte klarmachen können, wäre der Kasten
nur ein wenig breiter gewesen (70.).
So aber blieb die SV Lieth noch am Leben, ehe ihr Herzschlag dank des 2:3-Anschlusstreffers
wieder so richtig in Schwung kam. Einen Flugball des nach ewiger
Verletzungspause sofort weiterhelfenden Magens hatte Finn Struve formvollendet
mit der Hacke zu Tom Busse weitergeleitet. Der Treffer war da nur noch
Formsache (74.).
War hier also doch noch etwas drin? Ein Behrens-Kopfball, den HSV-Fänger Ather Aldakhe
schön aus dem kurzen Eck fischte (83.), fand trotz aller Bemühungen jedoch
keine torgefährlichen Nachahmer.
240 Sekunden Nachspielzeit blieben letztlich noch als letzter Rettungsring, bis
bei exakt 138 von ihnen Plötzkys Lufteinsatz in den Rücken von Schiebuhr mit
dem unsanften Aufprall des Liethers endete und die folgende Versorgung des
hauptberuflichen Gemeinschaftsschullehrers, unterstützt durch eine anwesende
Rettungsassistentin aus dem Publikum, eine unabsehbare Länge einnahm.
Schiedsrichter Hasan Biyikli (VfL Hammonia) brach die Partie schließlich nach
Unterredung mit den beiden Spielführern ab. Eine Neuansetzung scheint aufgrund
der Einstimmigkeit der Entscheidung am wahrscheinlichsten.
Aus dem Umfeld des Verletzten folgte unterdessen bereits im Laufe des
Wochenendes Entwarnung. Eine amtliche Gehirnerschütterung und eine Gesichtsoptik
aus dem Schwergewichtsboxen können getrost als glimpflicher Ausgang des
Kopf-Aufpralls gewertet werden. Alles andere muss nun eben der Hamburger Fußballverband
entscheiden.
Tore: 0:1 Graci (9.), 1:1 Schröder (43.), 1:2 Brämer (56. Nietgen),
1:3 Nietgen (62. L. Plötzky), 2:3 Busse (74. Struve)
gelbe Karten: Behrens – Hörle, L. Plötzky
Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia)
Zuschauer: 75
besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen eines
Krankenwageneinsatzes (90.+3).
Freude über wertlose Tore? Der HFV muss nun über eine mögliche Neuansetzung entscheiden.
Freitag, 20. März 2026
Spielbericht SV Lieth - Niendorfer TSV II
Remis lässt beide abrutschen
Punkteteilung
im Bezirksliga-Keller: SV Lieth und NTSV II verlieren an Boden
1:1 endete am Freitagabend das erste Kellerduell der Bezirksliga 01 am 23.
Spieltag zwischen der SV Lieth und der Zweitvertretung des Niendorfer TSV. Ein
Remis, das beide Lager weiter auf der Stelle treten lässt.
Näher dran am Befreiungsschlag war anfangs klar die Elf aus Niendorf, die auch
prompt in Front ging. Gegenspieler Jan Schiebuhr war vor dem eigenen Sechzehner
ins Stolpern geraten, sodass Raphael Boschke über links gehen und auf Arnaud
Nzuaffo flanken konnte. Den Versuch des eingerückten Rechtsaußen konnte der
Liether Ben Wrage wiederum erst hinter Linie abgrätschen – Auswärtsführung NSTV
(6.)!
Noch besser für das Team in weiß hätte es nach gut doppelter Spielzeit kommen
könne, wäre SVL-Schlussmann Patrick Klösel im Rahmen einer Cho-Ecke nicht gegen
Dean Lund aus sechs Metern zur Stelle gewesen und hätte der Überraschungseffekt
den aus noch kürzerer Distanz nachsetzenden Waleed Malik nicht zu sehr
überwältigt (13.).
In der Folge entwickelte sich ein typisches Abstiegsduell mit ungenauen
Anspielen und verpatzten Dribblings. Nur selten kam eine Spielkultur auf, wie
sie Schiebuhr per Steckpass auf den laufreudigen Michel Cords auf liether Seite
demonstrierte. Gäste-Tormann Christopher Schade packte jedoch souverän im
Herauseilen zu (23.).
Ohnehin war die Suche nach der Tiefe meist Schades Vorderleuten vorbehalten. Ein
Konzept, das Nzuaffo zweimal bedrohlich, aber erfolglos aufwarten ließ (29.
& 30.).
Stattdessen Schade drüben das Herz in die Hose, als Dean Lund eine Hereingabe
von rechts genau vor die Füße von Cords köpfte, das junge Eigengewächs jedoch aus
sieben Metern Nerven zeigte und verballerte (36.).
Nicht so dafür Kollege Felix Schröder, der einen verlängerten
Tündermann-Einwurf nur noch über den Strich zu drücken brauchte (42.). Der NTSV
hier in jeder Einzelsequenz eine Idee langsamer. Der ausgeglichene
Halbzeitstand daher freilich selbstverschuldet!
Ein Urteil, das auch auf die Tatsache passte, dass dem Tabellendreizehnten kein
weiterer Treffer gelang. Nachdem Enrique Alarcon Stark an Klösels Fußabwehr
scheiterte (48.), kam man nämlich erst in den Schlussminuten wieder vor des
Gegners Tor. Auch Joker Lukas Lackner zog aus ambitioniertem Winkel den
Kürzeren gegen Klösel (85.), ehe Kollege Deniz Candir seine zentrale
Schussposition links vorbeizischen sah (87.). Immerhin war dafür drüben weiter Verlass
auf Torwart Schade, der sich jeweils erfolgreich zweier Matthiessen-Freistöße
angenommen hatte (64. & 83.) und im Eins-gegen-Eins bei einem
durchgerutschten Tündermann-Schlag aus der Abwehr den leicht zu hektischen
Schuss über das Gehäuse provozierte (76.).
So ging die Punkteteilung in Summe als gerechtes Resultat in die
Tabellenrechnung ein, was vor allem der SV Lieth (14 Punkte) knappe zwei Tage
später noch richtig wehtun sollte, wuchs der Rückstand auf den rettenden Platz
13 durch das 1:0 des TV Haseldorf (19) im anderen Abstiegsduell mit HSV IV (19)
auf nunmehr fünf Zähler. Zudem rutschten nun auch die Niendorfer (17) unter den
Strich.
Tore: 0:1 Nzuaffo (6. Boschke), 1:1 Schröder (44. Papazoglou)
gelbe Karten: Schiebuhr – Molder, Lösche, Köhler
Schiedsrichter: Henrik Marcel Tie (TSG Bergedorf)
Zuschauer: 50
Freitag, 5. Dezember 2025
Spielbericht TV Haseldorf - SV Lieth
Nur
den Krampus freut´s
Niveauarme
Punkteteilung im Bezirksliga-Tabellenkeller
Fünfter Dezember: Krampustag in Österreich und auch die Bezirksliga 01 in
Hamburg wusste die Schaulustigen im Schloßparkstadion ordentlich abzustrafen.
Von Beginn an nämlich setzte sich das Spielniveau kaum vom niedrigen Tabellenstand
der Kontrahenten ab.
Bereits ein ganzes Spielviertel hatten die dennoch zahlreich herbeigepilgerten
Zuschauer überstanden, als TVH-Kapitän Lukas Nickels mit seiner Konterchance
ans Außennetz einen ersten zaghaften Offensivakzent setzte (23.).
Der Gegenangriff fortan das Lieblingswerkzeug der Hausherren, die einen
Ballverlust des Gegners im Mittelfeld zum Anlass für das schnelle Umschalten
nahmen. Zwar war es Moritz Schulz in erster Instanz noch gelungen, das tiefe
Zuspiel abzugrätschen, doch im zweiten Anlauf erreichte Marten Fülschers Ball
den Kollegen Linus Lastella, der mit Dynamik über links flach zum wichtigen 1:0
vollendete (24.).
Das Selbstvertrauen des durch zuletzt zwei Siege Ex-Tabellenletzten damit
natürlich weiter angekurbelt. Einzig das zweite Tor fehlte zur nachhaltigen
Tabellenkosmetik. Genug Möglichkeiten dafür ergaben sich durchaus. So zögerte
Heiko Jedamski nach Flugball Pieter Oßenbrüggens zu lange mit dem noch von Luca
Albers geblockten Rechtsschuss (30.) und verfehlte Fülschers Direktabnahme als
Aufsetzer den SVL-Kasten (42.).
Mit Beginn des zweiten Abschnitts nahm das Niveau der Partie gar noch weiter
ab. Vor allem die Liether, deren Verunsicherung auch der vor zwei Spieltagen
verpflichtete Guido Krenzk an der Seitenlinie bisher nicht aufzulösen
vermochte, enttäuschten einmal mehr auf ganzer Linie. Symbolhaft für den
Zustand der Klein Nordender, setzte Anton Götting seine unbedrängte Flanke von
rechts geradewegs ins Tor-Aus (60.)…
Ein wenig aus dem Nichts kam da das Ausgleichstor, das ausgerechnet Torjäger
Ali Duman mit einem kurzen Freistoß vor der eigenen Grundlinie einleitete, ehe
Albers den perfekten tiefen Weg mit der nicht weniger starken
Wandspieler-Einlage auf Philipp Matthiessen krönte und der Spielführer wiederum
mit drei Kontakten aus zentraler Position passgenau für erleichterten Jubel bei
den heuer ganz in schwarz aufgelaufenen Gäste sorgte (72.).
Doch anstatt Matthiessen und Co das Momentum für sich mitnahmen, luden sie den
Gegner mit teils haarsträubenden Fehlpässen und einem ungeordenen Hühnerhaufen
vor dem eigenen Kasten immer wieder zur Offensive ein. Michel Lienau, von
Albers bei einer Nickels-Flanke am zweiten Pfosten vergessen, mit dem Kopf
(75.) und Jedamski aus 21 Metern (77.) brachten den Gleichstand ordentlich ins
Wanken, ehe Ben Wrages Ampelkarte (wiederholtes Foul) noch mehr Platz in der
Gäste-Hälfte gestattete (79.).
Zu nutzen vermochten die Haseldorfer diesen allerdings wiederholt nicht, als
wieder Lienau flach mit links abzog und Nickels bei der Verwertung von Luca Von
Der Heides Block der Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten zum Opfer fiel
(84.).
Und die SV Lieth? Die erlebte ihren größten Strafraum-Aufreger durch den
eingewechselten Finn Struve. Zu zögerlich mit der Kugel am Fuß, ging die Pille
gegen Oßenbrüggen verloren, bevor überhaupt irgendetwas mit ihr geschah (85.).
Die Punkteteilung (erster Punkt unter Krenzk), die niemandem weiterhilft, außer
der Konkurrenz, also eine Schmeichelhafte für die Jungs vom Butterberg.
Der Krampus ist zufrieden…
Tore: 1:0 Lastella (24.
Fülscher), 1:1 Matthiessen (72. Albers)
gelb-rote Karte: Wrage (SV Lieth,
79., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Latif Tan
Zuschauer: 75
Szene aus dem Hinspiel
Freitag, 28. November 2025
Spielbericht SV Lieth - FC Union Tornesch II
Hilflos
Richtung Fahrstuhltür
Kein
Aufbäumen im Heimspiel: SV Lieth trudelt weiter abwärts
Man nehme die Bezirksliga West-Tabelle der letzten Winterpause und vergleiche
sie mit der aktuellen. Dezember 2024: Die SV Lieth um Torjäger Jan Lüneburg als
Tabellenvierter in Lauerstellung zur obersten Etage, während direkt dahinter
auch die Reserve von Union Tornesch ein ordentliches zweites 24er-Halbjahr (19
Spiele) hinter sich brachte.
Heuer hat Union als konstant inkonstantes Mittelfeldteam mit der Spitze aber
sogar noch mehr zu tun, als die im Sommer zwangsverjüngte Elf aus Klein
Nordende, deren letztes Heimspiel 2025 zum (vorläufigen) Saisontiefpunkt
avancierte.
Auf der „Festung Butterberg“, die für Gastmannschaften längst zum
Selbstbedienungsladen verkommen ist, sabotierte man die Bemühungen, den
verkorksten Derbyauftritt der Vorwoche gegen den Heidgrabener SV (1:4) wieder
geradezurücken, sogar selbst, als Moritz Schulz ein schwaches Wrage-Anspiel
nach außen auch im Nachsetzen nicht kitten konnte. Stattdessen verlagerte
Unions Bugrahan Almaz den unverhofften Ballbesitz rasch nach außen, wo Marvin
Schramm mustergültig in Jorge Westphals schön gekreuzten Laufweg servierte. Und
weil das Glück des rettenden Querbalkens selten auf Seiten einer sportlich seit
neun Partien (das umgewertete 2:5 in Quickborn mal mit einberechnet)
erfolglosen Elf steht, galt es wieder einmal, einem Rückstand die Stirn zu
bieten (9.).
Schwierig genug gegen massiv ihre Platzhälfte verteidigende Tornescher, denen
in ihrem 4-4-2 fast nur über Standards und hohe Bälle beizukommen war.
Max Lehmann (15.) und Ali Duman (35.) standen jeweils abfälschende Gegenspieler
im Weg, während Philipp Matthiessen nach einem Pott-Lapsus im Rückpass gerade
noch von Goalie Leonard Scharre abgegrätscht werden konnte (23.).
Und ob Jan Schiebuhr bei einem durchgerutschten Freistoß von rechts flanken
oder schießen wollte; man weiß es nicht (41.)…
Besser wurde es aus Sicht der Gastgeber auch im zweiten Abschnitt nicht. A.
Duman brachte einen Kopfball in Rücklage nur ansatzweise in Tor-Nähe (50.), die
Kapitän Matthiessen per Field Goal-Freistoß über den Zaun gänzlich abging
(51.).
Eine Spur zwingender dagegen die zuletzt gegen liether Konkurrenten aus dem
Tabellenkeller blamable Punktverluste erlitt. Denn nachdem Westphal von
halblinks vorbei löffelte (56.), leistete der 21-Jährige mit seinem
ergrätschten Ballgewinn gegen Lehmann den entscheidenden Impuls zu einer
teilweise Dublette des 0:1. Wieder leitete Almaz nach außen zu Schramm weiter,
der diesmal den völlig unmarkierten Kelmi Ceballo Romero im Sechzehner fand.
Den rechten Schlappen einfach reingehalten, war die Verdopplung der überaus
effizienten Kicker aus dem Torneum perfekt (57.).
Ohne Selbstbewusstsein und ohne spielerische Idee arbeiteten die Klein
Nordender in Folge hilflos gegen die eigene Formschwäche an, um dabei aber
nicht mehr über Halbchancen hinauszukommen. Am ehesten verdiente sich noch Matthiessens
spitzwinkliger Rechtsschuss nach immerhin mal kreativem Doppelpass mit A. Duman
(70.) eine textliche Erwähnung.
Die Herren in blau verlegten sich dagegen auf die unfallfreie Verwaltung des
Vorsprungs, der bei etwas mehr Genauigkeit jenseits der Mittellinie vielleicht
noch höher hätte ausfallen können. Aber auch so langte es zur Rehabilitierung
nach zuletzt sechs erfolglosen Spielen, zu denen neben den knappen Niederlagen
gegen das Keller-Duo aus Haseldorf (2:3) und Duvenstedt (3:4) auch das saftige
1:10 in Schnelsen gehörte.
Die SV Lieth hat dagegen – sofern der Wettergott will – am kommenden Freitag
beim Abstiegsgipfel in Haseldorf die letzte Chance, ein schwaches Jahr 2025 (24
Zähler aus 27 Begegnungen) zumindest außerhalb der Fahrstuhlplätze gen
Kreisliga zu garantieren.
Tore: 0:1 Westphal (9.
Schramm), 0:2 Ceballo Romero (57. Schramm)
gelbe Karten: M. Schuchhardt,
Behrens – Cornils
Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV
Seestermüher Marsch)
Zuschauer: 50
Freitag, 21. November 2025
Spielbericht SV Lieth - Heidgrabener SV
Schümann
zerstört den Krenzk-Effekt
An
allen Derby-Treffern beteiligt: Torjäger glänzt gegen kriselnde SV Lieth
Einige Spielausfälle, nicht nur in der Bezirksliga 01, zum dritten
Novemberwochenende. Und obwohl die Gäste aus dem Nachbarort vor Anpfiff nicht
so richtig von der Bespielbarkeit des eisigen Klaus-Waskow-Platzes überzeugt
waren, verpasste der Heidgrabener SV dem Lokalrivalen eine echte Rutsche.
Mann des Tages dabei einmal mehr: Dauer-Torjäger Philippe Schümann, dessen
Beutezug am Freitagabend erst auf dem dritten Bildungsweg begonnen hatte. Eine
Ecke von Samuel Karul vermochten die Liether gleich mehrfach nicht entscheidend
zu klären, sodass Daniel Meyer die Kugel noch einmal in die Gefahrenzone lupfen
konnte. Sebastian Stapel mit der Kopfballablage und schon war Schümann per
Direktabnahme gewohnt zielsicher zur Stelle (14.). Proteste, dass Schlussmann
Luca Von Der Heide in der Entstehung etwas von Kirill Shmakov gerempelt wurde
und jeweils zweimal knapp die Abseitsfahne unten blieb, ließen das Gespann um
Alexander Nehls (SC Eilbek) kalt. – Oder doch nicht? Denn als Jan Schiebuhr
drüben nach Traumpass Ben Kellners den Kontakt mit Shmakov suchte, zögerte der
Pfeifenmann keine Sekunde, um Philipp Matthiessen die prompt genutzte Ausgleichschance
vom Punkt zu weisen (16.).
Für diejenigen aus dem zahlreich erschienenen Publikum, die diese Spielepisoden
verpasst hatten, sollte es in der Folge kaum verständlich sein, dass dieses
weitgehend unstrukturierte Gebolze tatsächlich schon zwei Tore hervorbrachte. Einzig
Schümann sorgte mit toller Ballmitnahme und sofortigem Linksschuss für ein
vorbei rauschendes Geschoss (18.).
Fast verzweifelt wirkten da fehlkalibrierte Versuche von Ali Duman aus 40 Metern
(30.) und erneut Matthiessen aus deren 25 (32.) auf der anderen Seite.
Immerhin aber winkte der SVL nach fünf sportlichen Niederlagen in Serie bei
diesem Spielstand wieder einmal Zählbares.
Ein wenig wie aus dem Nichts rückte dies dann aber wieder in weite Ferne, als
sich Mats Jonah Behrens bei einem Brinke-Einwurf völlig unnötig auf einen
Ringkampf mit Schümann einließ (42.). Den Vorjahrestorschützenkönig zwar an der
Kopfballverlängerung gehindert, aber ihn gleichzeitig zum platzierten 1:2-Strafstoßtor
eingeladen: so geht „verschlimmbessern“!
Fast mit dem Halbzeitpfiff das große Aufatmen der Gastgeber: Einen offensiven
Ballverlust des Gegners zum fixen Umschalten genutzt, wuselte sich A. Duman überragend
im Sechzehner zum Querpass durch, doch aus lediglich vier Metern schob
Schiebuhr das Leder blamabel am 7,32m breiten Gehäuse vorbei (45.+2)…
Und so kam es schließlich, wie es trotz der nimmermüden Durchhalteparolen von
Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen („Die Löwen werden sich das Ding in der
zweiten Hälfte ziehen!“) kommen musste. Direkt nach dem Seitenwechsel gerade
noch rechtzeitig vom Kontrahenten abgelaufen (46.), beteiligte sich Schümann
abermals entscheidend an Zählbarem. Diesmal leitete er einen schwachen D.
Duman-Kopfball mit nur einer Berührung vertikal zu Sturmpartner Meyer weiter, ehe
der ehemalige Egenbütteler den orientierungslos düpierten Behrens zum 1:3
stehen ließ (52.).
Der Effekt des Trainerwechsels vom zugriffslosen Rudolf Hock-Kutscher zu Guido
Krenzk schien auf Seiten der SV Lieth bereits nach etwas mehr als einer
Halbzeit verpufft. Die Verunsicherung hatte der einstige Zepterschwinger von
Cosmos Wedel seiner neuen Elf jedenfalls (noch) nicht nehmen können.
Symptomatisch dafür setzte A. Duman seinen aussichtsreichen Freistoß völlig
uninspiriert in die Mauer, aus der sogar der direkte Konter entsprang. Die
Abwendung des 1:4 war letztlich einzig Luca Albers gerade noch erfolgreiches Eingreifen
im Laufduell der Eingewechselten gegen Jason Urban zu verdanken (75.).
Fallen sollte es aber dennoch. Diesmal krönte Christoph Ketelhohn seinen
eigenen ballgewinn gegen passive Klein Nordender per Doppelpass mit Schümann
und dem coolen Abdruck vor dem luftig verteidigten SVL-Kasten (82.).
Eine noch höhere Derby-Schmach blieb der Elf vom Butterberg zwar in den letzten
Momenten noch erspart (Schümann in Rücklage drüber, 84.), doch die
Tabellenrealität von Abstiegsplatz 14 und vor allem das espritlose Auftreten
auf dem Platz geben derzeit kaum Raum zur Hoffnung auf eine bessere
Saisonphase.
Der HSV festigte dagegen seine leistungsgerechte Mittelfeldposition. Hinten im
Kollektiv diszipliniert und vorne Schümann: Solidität made in Heidgraben!
Tore: 0:1 Schümann (14.
Stapel), 1:1 Matthiessen (16., Strafstoßtor, Shmakov an Schiebuhr), 1:2
Schümann (42., Strafstoßtor, Behrens an Schümann), 1:3 Meyer (52. Schümann),
1:4 Ketelhohn (82. Schümann)
gelbe Karten: keine – Wolf, Samuel
Karul
Schiedsrichter: Alexander Nehls (SC
Eilbek)
Zuschauer: 110
Freitag, 7. November 2025
Spielbericht SV Lieth - TuS Germania Schnelsen
Die
Bank macht den Unterschied
Spitzenteam
Germania knackt verbesserte SV Lieth mit seinen Einwechslern
Sechstes sieglos Match in Serie und doch machte der Abend des 07.11.2025 die
krisengeplagte SV Lieth zu einem kleinen Gewinner im Keller der Bezirksliga 01.
Nicht nur, weil im Heimspiel gegen Spitzenteam Germania Schnelsen die Einstellung
stimmte und man später am Abend mit Guido Krenzk einen neuen Trainer vorstellen
konnte – nein, auch punktetechnisch brachte die Woche Bewegung in den
Abstiegskampf.
Die gute Nachricht erreichte die Roten Teufel vom Butterberg nämlich bereits am
Donnerstag. Da sich der gesperrte Trainer von Vorwochengegner TuS Holstein
Quickborn beim Spielstand von 4:1 selbst einwechselte, legten die Klein
Nordender zunächst erfolgreich Protest gegen die 2:5-Niederlage in der
Eulenstadt ein. Drei Zähler mehr dank der allerdings noch nicht rechtskräftigen
Umwertung in ein 3:0 ließen die prekäre Situation schon vor dem Auftritt gegen
favorisierte Germanen wieder etwas freundlicher erscheinen.
Und auch das Match selber bescherte den Liether Löwen, die heuer von Präsident
Bo Hansen anstatt des geschassten Rudolf Hock-Kutscher gecoacht wurden, einigen
Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten.
Einen engagierten Beginn runde nämlich eine schnelle wie überraschende
2:0-Führung der Hausherren ab. Beim ersten Streich bedankte sich Torjäger Max
Schulz für einen langen Schlag und die schwache Ballverarbeitung von
Gegenspieler Lenny Limbara (11.), ehe er wenig später Sturmpartner Ali Duman nach
eigenem Ballgewinn gegen Viktor Kallenberg mit einem tiefen Ball bediente.
Duman wiederum kreuzte seinen Laufweg wunderbar und ließ sich beim flachen Einschieben
auch nicht von Hassan Fallahs unsportlichem Anbrüllen irritieren (16.).
Offensive Konterqualität, die auch in Minute 43 ihre volle Entfaltung fand.
Wieder verteidigte Germania mit den hoch stehenden Außenverteidigern viel zu
luftig, sodass A. Duman einen Befreiungsschlag perfekt zu Max Schulz weiterleiten
konnte. Mit etwas abfälschender Hilfe war Schulz´ bereits zehntes Saisontor im
hohen Bogen perfekt (43.).
So schön sich das Treiben des Offensiv-Duos vorne anließ, so problematisch ging
es auf der anderen Platzhälfte zu. Bei einer kurzen Eckstoßvariante nicht
ansatzweise herausgerückt, fing man sich durch Matz Broeckers Flanke und Luca
Drenkhahns Kopfball das zwischenzeitliche 2:1 (19.), während man direkt nach
dem dritten Treffer Glück hatte, dass Drenkhahns Abstaubertor nach Condric-Alu
vom Schiedsrichterassistenten kassiert wurde (44.).
Dusel, der dem Team aus der Abstiegszone wiederum nur Augenblicke später
fehlte, lochte Antonio Arambasic einen abermaligen Broecker-Standard am zweiten
Pfosten einsam ein. Die verdiente Quittung für eine Unterzahl im eigenen
Sechzehner (45.+2)!
Einen nicht viel besseren Defensiveindruck hinterließen die Roten Anfang des
zweiten Durchgangs, als Schlussmann Luca Von Der Heide zweimal nicht ganz
optimal faustete und wieder zu tief stehen geblieben wurde. Jannik Meinke
durfte in der zweiten Welle flanken, Drenkhahn die Kugel mit dem Körper abschirmen
und Lennart Lux hatte schließlich freie Bahn, weil ihn Gegenspieler Luca Albers
schlicht aus den Augen verlor. Bitter, bitter, 3:3 (51.)!
Für Trübsal gab es bei der Hansen-Elf jedoch keinen Grund. Schließlich holte das
dynamische Doppel an vorderster Front den Vorsprung in bewährter Manier zurück.
Eine Klärung zu Max Schulz schickte den „25er“ ins erfolgreiche Flipperspiel,
um wieder A. Duman zu bedienen. Annahmen, zurechtlegen, einschieben – drei bombensichere
Kontakte, mit denen der einst für Spitzenreiter FC Elmshorn aktive Linksfuß
wieder auf Führung SV Lieth stellte (57.).
Abgesehen von einer ähnlichen Szene, bei der Duman diesmal geblockt wurde
(69.), galt es nun, dem Dauerdruck des Gegners irgendwie Herr zu bleiben. Ein
Eckstoß nach dem anderen rauschte durch den SVL-Strafraum, wo der
eingewechselte Luca Heimbach auf Traumpass Meinkes seine perfekte Chance am
Außenpfosten zerschellen sah (71.).
Dafür richteten es zehn Minuten später zwei weitere Joker für die statistisch
stärkste Offensive der Staffel, als Broecker und Heimbach in der Entstehung
viel zu viel Raum im Zentrum gestattet bekamen und Maximilian Voigt eine
passgenaue Hagelstein-Hereingabe mit einer Berührung unter die Latte schweißte
(81.).
Kaum war der Eintrag auf der Spielnotizkarte des Schiedsrichters notiert,
schlug TGS gleich nochmal zu, veredelte Arambasic seine Balleroberung per
doppel-Doppelpass mit Drenkhahn, von dessen Übersicht am Ende Kimon Drossinakis
aus halbrechter Abschlussposition zum 4:5 profitierte (82.).
Für eine echte Schlussoffensive sollten der Butterberg-Equipe letztlich die
Kräfte fehlen. Auch, weil der dünne Kader mit einigen Ausfällen wie Kapitän
Meraja Magens keine echten Alternativen von der Bank bereithielt.
Germania dagegen brachte den mühsamen Erfolg auf den letzten Metern sicher Ziel
und verpasste durch Drossinakis von der Strafraumgrenze (knapp vorbei, 87.) gar
noch die Vorentscheidung. Als neuer Tabellendritter empfangen die Schnelsener
nun Blau-weiß 96, während Ali Duman und Co mit neu-Coach Krenzk (zuletzt Cosmos
Weedel) am selben Freitagabend das Sechs-Punkte-Spiel bei der SV Blankenese
erwartet.
Tore: 1:0 Max Schulz
(11.), 2:0 A. Duman (16. Max Schulz), 2:1 Drenkhahn (19. Broecker), 3:1 Max
Schulz (43. A. Duman), 3:2 Arambasic (45.+2, Broecker), 3:3 Lux (52.
Drenkhahn), 4:3 A. Duman (57. Max Schulz), 4:4 Voigt (81. Hagelstein), 4:5
Drossinakis (82. Drenkhahn)
gelbe Karten: Duman, Schiebuhr, Matthiessen
– Fallah, Kallenberg, Klug, Hagelstein, Drossinakis, Drenkhahn
Schiedsrichter: Jozo Ugrina
(Niendorfer TSV)
Zuschauer: 75

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