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Freitag, 28. August 2026

Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel

Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust

Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab. Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M. Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach. Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14 Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.). Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht, weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen „Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde, woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige, die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…

Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1 Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)

gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit), Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)

Zuschauer: 45





Freitag, 21. August 2026

Spielbericht SV Lieth - Gencler Birligi Elmshorn

Klassen- auch ohne Ligaunterschied
4:0! SV Lieth dominiert Aufsteiger Gencler Birligi im Derby

Fast auf den Tag genau zehn Jahre lang ist es her, dass Gencler Biriligi Elmshorn letztmals im Punktspiel bei der SV Lieth gastierte. Mit 3:1 siegte der türkische Klub damals beim späteren Meister und Bezirksligaaufsteiger, ehe die höhere Ligazugehörigkeit der SV Lieth im Direktvergleich nun ein Ende erfuhr.
Eine Art Klassenunterschied ließ sich im ersten Punktspielduell seit Dezember 2016 (das gewann die SVL mit 3:0) jedoch trotzdem ablesen.
Vom Anpfiff weg hatte der Bezirksligaabsteiger das Heft des Handelns nämlich fest in eigenen Händen, sodass es rasch brenzlich vor Genclers Tor wurde. So musste Jilani Cabdulaahi eine direkte Brant-Ecke im letzten Moment von der Linie scheuchen (6.), während auch Luca Albers´ Kopfballchance aus einem Ball von der Fahne resultierte (9.).
Wenig später war es wieder die Anfälligkeit bei hohen Bällen, die die in Schwierigkeiten brachte, weil Florian Ballner einen Wrage-Einwurf gekonnt auf Finn Struve weiterleitete und dieser völlig unkoordiniert vom Gencler-Schlussmann mit den hochgereckten Fäusten ausgebremst wurde. Kein K.O. für den Liether, sondern die Entstehungsgeschichte des ersten Rundengewinns durch Christian Kuhlmanns Strafstoßtor (13.).
 Wiederum per Standard die Verdopplung, als Struves Freistoß von Sten Dröge genau ins Jagdrevier von Ballner geköpft wurde und dieser aus sechs Metern nur noch die eigene Rübe reinhalten musste (23.).
Gencler verzeichnete daraufhin etwas verbesserte Spielanteile, bekam diese aber auch im Umschalten nicht sauber in den Sechzehner. Majed Eklims Chance aus Brustannahme und Fünfzehnmeterschuss auf Goalie Lukas Rensch blieb daher die beste Gelegenheit des Aufsteigers (16.).
Der Gegner machte dagegen mit seinem Kerngeschäft weiter, hob Kuhlmann seinen Freistoß aus 23 Metern passend über die Mauer zum 3:0 ins Torwart-Eck (54.).
Nachdem eine kurz etwas wilde Spielphase mit einer Fußabwehr gegen SVL-Joker Joel Tündermann (57.), einem sicher gefangenen Drehschuss von Genclers Aufstiegstorjäger Nihat Meric (58.) und einem Meer von Zweikämpfen nichts weiter Zählbares produziert hatte, verflachte der Kick zunehmend – bis Brant auf Ablage des eingewechselten Nevio Schuchhardt von der Sechzehnerlinie aus rechtsoben einschweißte (78.). Seinen im Liether Wald versenkten Distanzschuss zuvor (62.) konnte er natürlich so auch nicht stehenlassen!
Gemeinsam mit der ebenfalls am Freitagabend siegreichen Reserve des Heidgrabener SV (3:2 gegen den TSV Heist) grüßt die Elf vom Butterberg nun als Tabellenführer der Kreisliga 07. Nihat Meric und Co müssen dagegen einen dritten Anlauf (Heimspiel gegen TuS Borstel) zum ersten Punktgewinn der Serie nehmen.

Tore: 1:0 Kuhlmann (13., Strafstoßtor), 2:0 Ballner (23. Struve), 3:0 Kuhlmann (54., direkter Freistoß), 4:0 Brant (78. N. Schuchhardt)

gelbe Karten: Ballner – Cabdulaahi, M. Eklim, A. Aloskan

Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV, Note 2)

Zuschauer: 130







Samstag, 8. August 2026

Spielbericht Holsatia im EMTV - SV Lieth

Holsatias Reifeprüfung
Junge Wilde überrennen den Rivalen und machen hinten dicht

Kreisklasse gegen Kreisliga – was sich für Außenstehende wie die Prophezeiung eines unansehnlichen Gestolperes liest, elektrisierte die Fußballszene Elmshorns für einen (Lotto-)Pokaltag, der die Rivalität zwischen Holsatia und der SV Lieth um ein kurioses Kapitel erweitern sollte. Mit 4:2 spülte der Klassenniedrigere, der aber spielerisch keiner ist, den Bezirksligaabsteiger von seinem üppig mit Fans und Schaulustigen gesäumten Walther-Poser-Platz!
Begonnen hatte das Lokalduell um den Zweitrundeneinzug allerdings überhaupt nicht nach Plan der jungen Wilden, von denen die meisten Blau-weiß-schwarz im Vorjahr in der U19-Oberliga repräsentierten. Über rechts spielte Lukas Brant seine Dynamik zur Hereingabe aus, in die Verteidiger Jan Dieckhoff wie ein ungebremster Güterzug zum Eigentor geriet (6.).
Mit dem Tempo eines ICEs reagierte Holsatia jedoch genau richtig, indem Ben Kellner eine Fackel aus 20 Metern ausgleichend einschlagen ließ (10.). Im Mai noch als „Liether Löwe“ mit in die Kreisliga relegiert, zahlte sich der Transfer ins Team des Brüderchens schon jetzt vollends aus, zumal die Hausherren just nachlegten, als der agile Nick Schneider beim Torschuss abfälschende Hilfe durch Julien Duffke vorfand und die Partie damit binnen zwei Spielminuten gedreht war (11.).
Der Elf von Thorben Pingel, der letzten Sommer im Groll bei Holsatia ausgeschieden war und durch die folgende Umsiedlung seiner Kader von erster und zweiter Herren nach Klein Nordende eine Stunde Null für den Männerturnverein einläutete, ging das alles viel zu schnell.
So auch Schneiders nächste Tempoaktion über links, mitsamt langer Flanke auf Niklas Viera Gerkens. Die Demütigung eines zweiten Gegentors durch einen Sommerabgang blieb Rot-schwarz hier immerhin erspart (18.)…
Da legten sie sich das dritte Ding lieber selbst ins Nest, ballerten sich die Herren Duffke und Rudek im Strafraum gegenseitig ab. Eine Slapstickeinlage zwischen Schadenfreude und Bestürzung (26.). 3:1.
Auch nicht viel seriöser verkaufte sich Lieths Defensivverbund bei einem weiten Schlag von Holsatia-Fänger Luca Goike, störten sich zwei Mann gegen den clever weiterleitenden Marques Schwarz gegenseitig, sodass Kilian Jändling gar auf 4:1 erhöhen durfte (40.). Und sogar ein fünfter Treffer lag noch vor dem kühlenden Pausengetränk in der Luft, als Kapitän Luca Joneleit aus der zweiten Reihe knapp zu hoch abdrückte (45.). Holsatia wie im Rausch; Glück im Unglück dagegen für die weitgehend überforderte SVL, der die Hereinnahmen der physisch präsenten Joel Tündermann und Kilian Weers zum zweiten Abschnitt ebenso guttaten, wie B. Kellners hartes Einsteigen gegen Christian Kuhlmann, für das Schiedsrichter Andreas Voß (VfL Pinneberg) kurzerhand per roter Karte für eine grundveränderte Spielstatik sorgte (47.).
Der Kreisklassist von da an nämlich tief hinten drin, verzichtete fortan auf Ballbesitz, während die Spielvereinigung ihre Druckphase mit einem strammen Weers-Geschoss unterstrich. Goike fischte das Leder allerdings phantastisch aus dem Winkel (51.), ehe er auch bei einer Doppelchance für Max Schulz und Jan Schiebuhr seine Finger rettend ins Geschehen brachte (53.).
Den Liethern lief damit so langsam die Zeit davon. Drei Tore waren trotz der Überzahl schon eine Menge Holz. Erst 20 Minuten vor dem Ende machte Schulz mit seiner Qualität im (Ab-)Zug nach innen weiteren Boden gut. Das flache 4:2 am Ende aber doch nur noch Ergebniskosmetik, weil der folgerichtig eingewechselte Florian Ballner mit links verfehlte (83.) und Goike einen Kuhlmann-Freistoß fachgerecht ins Tor-Aus lenkte (85.). Ansonsten verteidigten die zehn Holsaten ihren Laden trotz (zu) wenig Entlastung mit Köpfchen und Leidenschaft. Der Zweitrundeneinzug daher in Summe auch verdient. Ein Festtag, wie man ihn in Stimmung und Zuschauerzuspruch schon lange nicht mehr an der Wilhelmshöhe erlebt hat. Wer auch immer als Gegner für Runde zwei in anderthalb Wochen zugelost wird: Diese spielstarke, begeisterungsfähige – und nun auch stresserprobte – Truppe muss man erstmal schlagen!

Holsatia im EMTV: Goike – Dieckhoff, Yörük, Hodorff (88. T. Kellner), Schneider – Viera Gerkens (46. Hinterthaner), B. Kellner, Bjane, Joneleit – Jändling (76. Öncan), Schwarz (88. Kummert), Trainer: Bent Vieth

SV Lieth: D: Diedrigkeit – Duffke (70. Ballner), F. Rudek (46. Tündermann), M. Schuchhardt, Dickenhausen (46. K. Weers) – Boelter (70. Schröder), Busse (79. Hajdari) – Brant, Kuhlmann, Max Schulz – Schiebuhr, Trainer: Thorben Pingel

Tore: 0:1 Dieckhoff (6., Eigentor, Brant), 1:1 B. Kellner (10.), 2:1 Schneider (11.), 3:1 Duffke (26., Eigentor), 4:1 Jändling (40., Schwarz), 4:2 Max Schulz (70.)

gelbe Karten: Joneleit, Schneider, Kummert, Bjane – Schröder, D. Diedrigkeit

rote Karte: B. Kellner (47., grobes Foulspiel an Kuhlmann)

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 220










Sonntag, 19. Juli 2026

Spielbericht SV Lieth - TBS Pinneberg II

TBS bestaunt die Struve-Festspiele
Vierfachschütze führt trainingsfleißige Liether zum klaren Test-Sieg

Fast vier Stunden lang – verteilt auf zwei Einheiten – schuftete die Ligamannschaft der SV Lieth am Sonntag auf dem Trainingsplatz, ehe sie am frühen Abend den Vergleich mit der Reserve von TBS Pinneberg klar für sich entschied. Mann des Tages dabei: Finn Struve, der mit insgesamt fünf Torbeteiligungen ganz besonders aufdrehte.
Bevor der Liether mit der Nummer Sieben seinen Viererpack plus Vorbereitung aufs Kunstgrün zauberte, lief er mit seinen Farben aber erstmal einem Rückstand hinterher, nachdem TBS einmal Tempo im Kurzpassspiel aufnahm und Ozan Sürücü seine Strafraumbegegnung mit Hendrik Homburg zu Ahmad Rifais Strafstoßtor annahm (12.).
Überhaupt zirkulierte das Leder ganz ansehnlich, wenn sich die Gäste derartig auf kurze Bälle verlegten, wie bei einem Zusammenspiel der Herren Sürücü und Kayali, das in Lenard Alamshas abgefälschtem Versuch mündete (27.).
Weil der Vorjahresdritte der Kreisklasse 01 davon allerding zu oft Abstand nahm und lieber lang bolzte, ebnete er dem Widersacher den Weg zurück ins Spiel, der auch für diesen über einen berechtigten Strafstoßpfiff führte. Leon Girgin hatte Max Schulz klar am Fuß getroffen, sodass Struve seinen Penalty flach kompromisslos versenken  durfte (38.).
Ein Gleichstand, den vor der Paus  Joel Tündermann noch einmal per Kopf ins Wanken brachte, doch der junge Kerl, der als einer von sieben Startelfspielern zum Bezirksligaabstiegskader gehörte, köpfte eine gelungene Brant-Flanke hauchdünn an der Heim-Führung vorbei (41.).
Nach dem Seitentausch ging dafür aber so richtig die Post ab, wozu der Auftakt bereits in Sekunde 29 fiel. Joker Tom Busse fügte sich sofort per Lupfer in den Lauf von Max Schulz ein, ehe der bewegliche Angreifer auch im reduzierten Tempo gegen den zögerliche Goalie traf (46.).
Der inzwischen kräftig durchrotierte Gegner damit rasch demotiviert, während die SVL aus einer Ballbesitzphase heraus das 3:1 durch Struves zweiten, sogar selbst eingeleiteten, Streich nachlegte (48.).
Doch damit nicht genug seiner Festspiele, folgte der Vorbereitung des 4:1 (Torschütze Matteo Schuchhardt) via Eckstoß (61.), ein weiterer Doppelpack in Mittelstürmermanier (74. & 77.).
Weitaus weniger Coolness vor dem Tor bekam unterdessen Kollege Julien Duffke auf Einladung des TBS-Schlussmannes in die Spur, als der heuer äußerst offensivfreudige Außenverteidiger, bereits an Spielertrainer Fatih Ertürk vorbeigezogen, dessen leeres Tor nicht traf (73.). Ein Außennetztreffer, der gegen sich ergebene Pinneberger allerdings nur anekdotische Relevanz verkörpern sollte. Schließlich vergaben auch Schulz (82.), Marc Homborg (82.) und Struve (84.) aussichtsreiche Chancen auf das 7:1, das das unter den staunenden Blicken erstarrten Gegenspieler letztlich doch noch fallen sollte. Ein Mehrfachpassduett mit Kapitän Hendrik Homburg vollendete Schulz trotz herausforderndem Winkel zum Endstand, der – der Torfolge entsprechend – als Spiegelbild der zweiten Hälfte taugte. Den Feierabend am Grill und vor dem WM-Finalfernseher hatten sich die fleißigen Männer in rot-schwarz heuer freilich verdient!

SV Lieth: Rensch – Duffke, M. Homburg, M. Schuchhardt, Wrage – Tündermann, Boelter, H. Homburg, Struve, Brant – Max Schulz, eingewechselt: Hajdari, Busse, F. Rudek, Dickenhausen, Trainer: Thorben Pingel

TBS Pinneberg II: Ertürk – D. Alamsha, König, Girgin, Aydogan – Sürücü, von Borstel, Rifai, da Ronch – L. Alamsha, Kayali, eingewechselt: Moldt, Griffiths, Mazanga, Senol, Simsek, Spielertrainer: Fatih Ertürk


Tore: 0:1 Rifai (12., Strafstoßtor, H. Homburg an Sürücü), 1:1 Struve (38., Strafstoßtor, Girgin an Max Schulz), 2:1 Max Schulz (46. Busse), 3:1 Struve (48. Wrage), 4:1 M. Schuchhardt (61. Struve), 5:1 Struve (74. Duffke), 6:1 Struve (77. Busse), 7:1 Max Schulz (90. H. Homburg)

gelbe Karten: keine – Rifai

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 25








Freitag, 10. Juli 2026

Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II

Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch

Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern, um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“ und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das 0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte (8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1 gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem 4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere) Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“, so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen. Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas verletzungsgeplagte Eleven.

Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor, Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve (50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2 Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens (84. Struve), 11:2 Wrage (86.)

Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 30



Freitag, 24. April 2026

Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn

Holsteins Rache über links
3:1 bei der SV Lieth: Quickborner halten Umwertungshinspielsieger im Keller

„Jaaaa, Kreisliga!“, jubelte TuS Holsteins Kapitän Tim Homfeldt nach dem Spiel wenig vorbildlich in Richtung des Gegners, doch was als Provokation gemeint war, erhielt im vorangegangenen Freitagabendmatch der Bezirksliga 01 tatsächlich weiteres Futter. Die SV Lieth trudelt eine Woche nach dem wichtigen Dreier beim VfL Pinneberg (3:1) wieder zurück gen Abgrund.
Mit der Chance, die Abstiegsplätze zumindest über Nacht verlassen zu können, aber auf dem Feld mit nur geringen Spielanteilen, gestaltete sich das Geschehen wieder einmal früh zu Ungunsten der SVL, die den Quickbornern im Aufbau weder Druck, noch Raumverdichtung antat und daher geradezu folgerichtig in Rückstand geriet. Vollstreckung fand das 0:1 durch Finn Striplings linken Liniensprint und Tom Meyers ideales Einlaufen zwischen Innen- und Linksverteidiger, inklusive erfolgreichem Grätschschuss aus fünf Metern (11.).
Zwar antwortete der Abstiegskandidat mit einer guten Kopfballchance für Felix Schröder, als dieser einen kopfverlängerten Tündermann-Einwurf aus der Nahdistanz nicht statistikrelevant verwerten konnte (18.), doch ein lückenhaftes Pressing warf Schröder und Co noch eine weitere Meile zurück. Rasch überbrückte TuS Holstein von hinten heraus über Mika Lorenz´ tiefen Ball das Mittelfeld, woraufhin Sohrab Safi den orientierungslosen Luca Albers im langen Bogen überlief. Gegen Safis Versuch aus spitzem Winkel wehrte SVL-Schlussmann Patrick Klösel auch noch zu kurz in die Mitte ab und schon staubte Artin Shahrampour zur Verdopplung ab (23.).
Immerhin konnten in der Folge einige Halbchancen des Gegners als überstanden vermeldet werden, ehe Philipp Matthiessen den Ball in der Bewegung nach innen auf den Torwart brachte (24.) und  Meraja Magens das Tor aus einer geahndeten Abseitsposition heraus traf (25.).
Eine nachhaltige Veränderung der Spielstatik verursachte allerdings mit Jamal Faisy ein Dunkelblauer, indem er Matthiessen ungestüm stempelte. Was Schiedsrichter Rasim Islamoglu (Inter Hamburg) mit etwas Verzögerung realisierte, hatten die Liether da natürlich schon sofort gewusst: das MUSS die Ampelkarte für den früh vorbelasteten (14.) 19-Jährigen sein (36.)!
Mit einem Mann mehr auf der Koppel klappte es quasi mit dem Halbzeitpfiff auch mit dem Anschlusstreffer, als Moritz Schulz rasch auf den weiterleitenden Matthiessen einwarf und Magens Gegenspieler Hendrik Stättner zum Strafraumtänzchen bat (45.+2). Ballführung, Geschwindigkeit und die Schusstechnik in die lange Ecke belegten, warum die monatelange Verletzungsabstinenz des jungen Einzelkönners ein entscheidender Faktor dieser verkorksten Saison ist.
Auch seine Kollegen machten sich mit verbesserter Körpersprache ans Ausgleichswerk, das insbesondere durch Striplings Lapsus im eigenen Sechzehner durchaus in der Luft lag. Nur tauchte Gäste-Fänger Nick Hoffmann behände gegen Matteo Schuchhardts Abschluss aus elf Metern ab (48.).
Auch sonst war in der Folge immer irgendeiner der jetzt klar tiefer gestaffelten Eulenstädter im Weg, sodass die Zeit so langsam gegen die „Liether Löwen“ spielte. Vorne fehlte also die Durchschlagskraft, während der Widersacher aus dem oberen Tabellendrittel auf der anderen Platzhälfte alles klar machte. Abermals über links schüttelte diesmal der eingewechselte Mikel Mucaku Kontrahent Julien Duffke ab, um erst zu bedauern, dass die eher zufällig bei Pedro Pohl gelandete Hereingabe nicht zur Toreinleitung avancierte, weil sich Klösel im Direktduell schön groß machte. Nils Witts schwache Klärung ins Zentrum nutzte Jawad Faizy aber kurzerhand zum fiesen 1:3-Distanzaufsetzer (83.).
Einmal noch hauchte eine Chance per Freistoß der Heim-Elf ein Momentchen der Hoffnung ein, nur sicherte N. Hoffmann Witts Kopfball und damit auch den Auswärtssieg (85.).
Für den Eingriff in den Aufstiegskampf reicht es dennoch längst nicht mehr. Mit „schuld“ daran ist ausgerechnet die schon vorher nicht sonderlich geschätzte SV Lieth, der man durch die Selbsteinwechslung von Coach Ibrahim Yener (zu diesem Zeitpunkt rotgesperrt) trotz sportlichem 5:2 einen 3:0-Auswärtssieg via Umwertung schenkte.
Nicht einmal vier Kilometer weiter stieg daher fast zeitgleich das Spitzenspiel zwischen dem FC Elmshorn und dem Kummerfelder SV. Der FCE gewann übrigens mit 3:1 und steht als Meister und künftiger Landesligist fest.
Die Verhinderung eines Zweiklassenunterschieds zwischen den Rivalen in Elmshorn und Umland haben die Jungs aus dem Liether Wald dagegen langsam nicht (mehr) in eigener Hand. Ein Kellerduell gegen HSV IV steht zwar noch aus, doch der vorletzte Platz und zwei Punkte Rückstand auf die Rothosen (erster nicht-Abstiegsplatz) und die Aussicht, nun zu den torhungrigen Germanen nach Schnelsen zu müssen, hängen – wie die schlechte Trainingsbeteiligung – als Damoklesschwert über dem Butterberg.

Tore: 0:1 Meyer (11. Stripling), 0:2 Shahrampour (23. Safi), 1:2 Magens (45.+2, Matthiessen), 1:3 Jawad Faizy (83. Pohl)

gelbe Karten: Magens, Duffke, Behrens, Witt – Stripling, Lorenz, Appiah, Homfeldt

gelb-rote Karte: Jamal Faizy (TuS Holstein, 36., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Rasim Islamoglu (Inter Hamburg)

Zuschauer. 50


Sonntag, 19. April 2026

Spielbericht VfL Pinneberg - SV Lieth

Zündstoff für den Keller
Sie können es doch noch! Auswärtssieg lässt SV Lieth wieder hoffen

Durch 16 (sportlich) sieglose Partien mit dem Rücken zur Wand, reiste die SV Lieth am Sonntagnachmittag als Schlusslicht zum zuletzt heimstarken VfL Pinneberg in dessen Asyl beim SC Pinneberg.
Fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer der Bezirksliga 01 und die Konkurrenz aus Duvenstedt und Niendorf hat jeweils gepunktet.  Ein schwieriges Setting, das sich für den Tabellenletzten auch noch im Spiel selber weiter verschlimmerte, steuerte Torjäger Niklas Bargob das Leder nach Vorarbeit Tjark Holzapfels in der Mitte zum bereits 22. Mal ins Netz – der Rückstand nach gerade einmal sechs Minuten!
Aber die Mannschaft zeigte Moral, blieb, angetrieben durch den omnipräsenten Meraja Magens, aktiv. So prüfte Joel Tündermann nach Magens-Zuspiel den sicheren Philipp Niedermeier zwischen den VfL-Pfosten (9.).
Den Beweis, dass sie es tatsächlich können, lieferten die Herren in schwarz dann per Matthiessen-Ecke, die über einen Umweg bei Christian Kuhlmann landete, sodass der 22-Jährige mit vollem Huf das 1:1 abfeuerte (19.).
Trotz Chancenvorteil im weiteren Halbzeitverlauf der vorzeitige Pausenstand.
Mit dem Wiederbeginn legte nun auch das Heimteam einen Gang zu; kam beispielsweise durch Yannick Rentzows knapp verzogenen Versuch von halbrechts gefährlich vor das SVL-Gehäuse (61.).
DIE Chance des dritten Spielviertels ereignete sich jedoch auf der anderen Seite, als Felix Schröder seinen spektakulären Seitfallzieher ans Quergebälk donnerte (68.).
Der Treffer der Marke „Tor des Monats“ sollte dafür seinem Kollegen Philipp Matthiessen gelingen, als dem Ur-Liether eine Bogenlampe auf den schussbereiten Schlappen fiel und der Einschuss rechtsoben puren Auswärtsjubel auslöste (76.).
„Männer, das sind jetzt Charakterminuten!“, schallte es in der Schlussphase von der liether Bank, denn der VfL wollte sich seine kleine Serie von zwei Heimsiegen keineswegs kampflos zerstören lassen. Bis auf einen aussichtsreichen Johannsen-Kopfball (drüber, 83.), bekam die heuer ge- und entschlossene Krenzk-Elf allerdings alles wegverteidigt.
Das Ende des Zitterns führte schließlich ein Moment des Umschaltens herbei. Die aufgerückten Pinneberger knackte Julien Duffke mit steilem Anspiel auf Matthiessen, der seine wohl stärkste Saisonleistung mit der 1:3-Entscheidung im freien Lauf auf den Kasten des chancenlos geschlagenen Niedermeier krönte (90.). Da darf die Eckfahne gerne mal zur Partyzone werden!
Endgültige Gewissheit, dass die Sieger des wilden Hinspiels (4:1 VfL) hier nichts mehr umbiegen würden, hatten sie in der ausgiebigen Nachspielzeit mit Malick Djimbas Gelb-rot selbst zu verantworten (90-+6). Der erfahrene Togoer war nach seiner Einwechslung (67.) für den später per Krankenwagen abtransportierten Bargob (versuchte es nach Zusammenstoß mit Gäste-Fänger Lukas Rensch (52.) noch eine Weile) nur eine halbe Stunde auf dem Feld gestanden. Ob man da als Gegner begeistert applaudieren muss – dagegen fraglich…
Als berechtigt gingen dafür die Ovationen für die verdienten wie imminent wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf durch. Die Nicht-Abstiegsplätze erspäht man in Klein Nordende nun auch wieder ohne Feldstecher. Und je nach dem, ob der Spielausschluss des HFV das abgebrochene Kellerduell gegen HSV IV (Spielstand 2:3) neu ansetzt, wäre mit einem Dreier im möglichen Wiederholungsspiel sogar der Sprung aus den bösen Kreisligarängen aus eigener Kraft möglich. Die letzten fünf Spieltage (oder auch sechs) versprechen jedenfalls noch die volle Emotionspalette.  

Tore: 1:0 Bargob (6. Holzapfel), 1:1 Kuhlmann (19. Schröder), 1:2 Matthiessen (76.), 1:3 Matthiessen (90. Duffke)

gelbe Karten: Rollwagen – M. Schulz, Magens, Papazoglu

gelb-rote Karte: Djimba (VfL Pinneberg, 90.+6, wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Furkan Yavuz (SC Teutonia 10)

Zuschauer: 102








Freitag, 10. April 2026

Spielbericht SV Lieth - Hamburger SV IV

Blaulicht statt Befreiungsschlag
Keller-Krimi am Butterberg wegen Verletzung abgebrochen

Betroffenes Bangen, betretene Stille und mittenhinein der Abpfiff. Der 25. Spieltag der Bezirksliga 01 endete für Jan Schiebuhr, Mittelfeldspieler der SV Lieth, per Blaulicht im Spital.
Eigentlich sollte es im Abstiegskracher seiner Farben (Platz 15, 16 Punkte) gegen die Vierte des HSV (12., 20 Zähler) den großen Befreiungsschlag geben. Ein hehres Ziel, wie schon die Anfangsminuten belegten. Vor allem, weil sich die Liether früh selbst ins Hintertreffen brachten. Unter Pressingdruck spielte Tormann Patrick Klösel den Ball zwischen zwei halbgaren Anspielstationen durch, direkt in die Füße des ebenso prompt von links hoch abziehenden Massimo Graci und der 0:1-Fehlstart ins vorgezogene „Endspiel“ um den Klassenerhalt war perfekt (9.).
Die Gäste daraufhin das bessere Team, doch zwingende Momente, wie Finn Carlssons zentraler Abdruck (drüber, 12.) gab es erst in Richtung Halbzeitschlussphase zu vermelden, als Carlssons Kopfball Klösel zur Glanzparade zwang (36.) und der Goalie seinen Lapsus zum Gegentor spätestens im starken Eins-gegen-Eins mit dem durchgestarteten Noah Brämer wettmachte (39.). Und kaum brüllte Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen seine Lobpreisung des Torstehers ins Mikrofon, machte der „Titan“ gegen Piet Bussink-Becking geschwind die kurze Ecke zu.
Die SVL, deren einzig valides Lebenszeichen aus Meraja Magens´ Rückraumschuss mit frechem Schnitt (32.) bestand, blieb damit top im Match, das nun wiederum der HSV mit einer völlig missratenen Rückgabe auf Gleichstand polte. Tim Hör´le, der nebenbei hauchdünn an gelb-rot für wiederholtes Foulspiel vorbei schrammte (45.+1), servierte per Zuspiel in die Strafraum-Mitte Felix Schröders Ausgleichstor im Dazwischenspritzen (43.). Die Idee, den Verteidiger für die Rückrunde ganz nach vorne zu beordern, hat sich mit jetzt drei Saisontoren jedenfalls schon mal bezahlt gemacht.
Die Freude darüber sollte allerdings nach dem Seitenwechsel verflogen sein, schafften es die Breitensportler des Ex-Bundesliga.Dinos, das Tempo von Linksaußen Brämer immer besser auf die Schiene zu bringen. Bei Gracis Verfehlen war dies aus SVL-Sicht noch gutgegangen (52.), doch dann schickte Marvin Nietgen den „23er“ im Drei-Stationen-Konter auf den unaufhaltsamen Weg zum 1:2 in die lange Ecke (56.).
Das Umschalten also eine Stärke des HSV – hat sich nur irgendwie nicht bis zu den Hausherren herumsgesprochen. Florian Gebauers langer Schlag aus der Innenverteidigung, Lennart Plötzkys Kopfballverlängerung und schon war Nietgen frei durch für den Rechtsschuss, den Klösel nicht mehr entscheidend blockieren konnte (62.). Der mitgereiste Anhang in voller Freude, zumal Brämer zwanzig Minuten vor dem Ende mit links alles hätte klarmachen können, wäre der Kasten nur ein wenig breiter gewesen (70.).
So aber blieb die SV Lieth noch am Leben, ehe ihr Herzschlag dank des 2:3-Anschlusstreffers wieder so richtig in Schwung kam. Einen Flugball des nach ewiger Verletzungspause sofort weiterhelfenden Magens hatte Finn Struve formvollendet mit der Hacke zu Tom Busse weitergeleitet. Der Treffer war da nur noch Formsache (74.).
War hier also doch noch etwas drin? Ein Behrens-Kopfball, den HSV-Fänger Ather Aldakhe schön aus dem kurzen Eck fischte (83.), fand trotz aller Bemühungen jedoch keine torgefährlichen Nachahmer.
240 Sekunden Nachspielzeit blieben letztlich noch als letzter Rettungsring, bis bei exakt 138 von ihnen Plötzkys Lufteinsatz in den Rücken von Schiebuhr mit dem unsanften Aufprall des Liethers endete und die folgende Versorgung des hauptberuflichen Gemeinschaftsschullehrers, unterstützt durch eine anwesende Rettungsassistentin aus dem Publikum, eine unabsehbare Länge einnahm. Schiedsrichter Hasan Biyikli (VfL Hammonia) brach die Partie schließlich nach Unterredung mit den beiden Spielführern ab. Eine Neuansetzung scheint aufgrund der Einstimmigkeit der Entscheidung am wahrscheinlichsten.
Aus dem Umfeld des Verletzten folgte unterdessen bereits im Laufe des Wochenendes Entwarnung. Eine amtliche Gehirnerschütterung und eine Gesichtsoptik aus dem Schwergewichtsboxen können getrost als glimpflicher Ausgang des Kopf-Aufpralls gewertet werden. Alles andere muss nun eben der Hamburger Fußballverband entscheiden.

Tore: 0:1 Graci (9.), 1:1 Schröder (43.), 1:2 Brämer (56. Nietgen), 1:3 Nietgen (62. L. Plötzky), 2:3 Busse (74. Struve)

gelbe Karten: Behrens – Hörle, L. Plötzky

Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia)

Zuschauer: 75


besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen eines Krankenwageneinsatzes (90.+3).

Freude über wertlose Tore? Der HFV muss nun über eine mögliche Neuansetzung entscheiden.






Freitag, 20. März 2026

Spielbericht SV Lieth - Niendorfer TSV II

Remis lässt beide abrutschen
Punkteteilung im Bezirksliga-Keller: SV Lieth und NTSV II verlieren an Boden

1:1 endete am Freitagabend das erste Kellerduell der Bezirksliga 01 am 23. Spieltag zwischen der SV Lieth und der Zweitvertretung des Niendorfer TSV. Ein Remis, das beide Lager weiter auf der Stelle treten lässt.
Näher dran am Befreiungsschlag war anfangs klar die Elf aus Niendorf, die auch prompt in Front ging. Gegenspieler Jan Schiebuhr war vor dem eigenen Sechzehner ins Stolpern geraten, sodass Raphael Boschke über links gehen und auf Arnaud Nzuaffo flanken konnte. Den Versuch des eingerückten Rechtsaußen konnte der Liether Ben Wrage wiederum erst hinter Linie abgrätschen – Auswärtsführung NSTV (6.)!
Noch besser für das Team in weiß hätte es nach gut doppelter Spielzeit kommen könne, wäre SVL-Schlussmann Patrick Klösel im Rahmen einer Cho-Ecke nicht gegen Dean Lund aus sechs Metern zur Stelle gewesen und hätte der Überraschungseffekt den aus noch kürzerer Distanz nachsetzenden Waleed Malik nicht zu sehr überwältigt (13.).
In der Folge entwickelte sich ein typisches Abstiegsduell mit ungenauen Anspielen und verpatzten Dribblings. Nur selten kam eine Spielkultur auf, wie sie Schiebuhr per Steckpass auf den laufreudigen Michel Cords auf liether Seite demonstrierte. Gäste-Tormann Christopher Schade packte jedoch souverän im Herauseilen zu (23.).
Ohnehin war die Suche nach der Tiefe meist Schades Vorderleuten vorbehalten. Ein Konzept, das Nzuaffo zweimal bedrohlich, aber erfolglos aufwarten ließ (29. & 30.).
Stattdessen Schade drüben das Herz in die Hose, als Dean Lund eine Hereingabe von rechts genau vor die Füße von Cords köpfte, das junge Eigengewächs jedoch aus sieben Metern Nerven zeigte und verballerte (36.).
Nicht so dafür Kollege Felix Schröder, der einen verlängerten Tündermann-Einwurf nur noch über den Strich zu drücken brauchte (42.). Der NTSV hier in jeder Einzelsequenz eine Idee langsamer. Der ausgeglichene Halbzeitstand daher freilich selbstverschuldet!
Ein Urteil, das auch auf die Tatsache passte, dass dem Tabellendreizehnten kein weiterer Treffer gelang. Nachdem Enrique Alarcon Stark an Klösels Fußabwehr scheiterte (48.), kam man nämlich erst in den Schlussminuten wieder vor des Gegners Tor. Auch Joker Lukas Lackner zog aus ambitioniertem Winkel den Kürzeren gegen Klösel (85.), ehe Kollege Deniz Candir seine zentrale Schussposition links vorbeizischen sah (87.). Immerhin war dafür drüben weiter Verlass auf Torwart Schade, der sich jeweils erfolgreich zweier Matthiessen-Freistöße angenommen hatte (64. & 83.) und im Eins-gegen-Eins bei einem durchgerutschten Tündermann-Schlag aus der Abwehr den leicht zu hektischen Schuss über das Gehäuse provozierte (76.).
So ging die Punkteteilung in Summe als gerechtes Resultat in die Tabellenrechnung ein, was vor allem der SV Lieth (14 Punkte) knappe zwei Tage später noch richtig wehtun sollte, wuchs der Rückstand auf den rettenden Platz 13 durch das 1:0 des TV Haseldorf (19) im anderen Abstiegsduell mit HSV IV (19) auf nunmehr fünf Zähler. Zudem rutschten nun auch die Niendorfer (17) unter den Strich.

Tore: 0:1 Nzuaffo (6. Boschke), 1:1 Schröder (44. Papazoglou)

gelbe Karten: Schiebuhr – Molder, Lösche, Köhler

Schiedsrichter: Henrik Marcel Tie (TSG Bergedorf)

Zuschauer: 50


Freitag, 5. Dezember 2025

Spielbericht TV Haseldorf - SV Lieth

Nur den Krampus freut´s
Niveauarme Punkteteilung im Bezirksliga-Tabellenkeller

Fünfter Dezember: Krampustag in Österreich und auch die Bezirksliga 01 in Hamburg wusste die Schaulustigen im Schloßparkstadion ordentlich abzustrafen.
Von Beginn an nämlich setzte sich das Spielniveau kaum vom niedrigen Tabellenstand der Kontrahenten ab.
Bereits ein ganzes Spielviertel hatten die dennoch zahlreich herbeigepilgerten Zuschauer überstanden, als TVH-Kapitän Lukas Nickels mit seiner Konterchance ans Außennetz einen ersten zaghaften Offensivakzent setzte (23.).
Der Gegenangriff fortan das Lieblingswerkzeug der Hausherren, die einen Ballverlust des Gegners im Mittelfeld zum Anlass für das schnelle Umschalten nahmen. Zwar war es Moritz Schulz in erster Instanz noch gelungen, das tiefe Zuspiel abzugrätschen, doch im zweiten Anlauf erreichte Marten Fülschers Ball den Kollegen Linus Lastella, der mit Dynamik über links flach zum wichtigen 1:0 vollendete (24.).
Das Selbstvertrauen des durch zuletzt zwei Siege Ex-Tabellenletzten damit natürlich weiter angekurbelt. Einzig das zweite Tor fehlte zur nachhaltigen Tabellenkosmetik. Genug Möglichkeiten dafür ergaben sich durchaus. So zögerte Heiko Jedamski nach Flugball Pieter Oßenbrüggens zu lange mit dem noch von Luca Albers geblockten Rechtsschuss (30.) und verfehlte Fülschers Direktabnahme als Aufsetzer den SVL-Kasten (42.).
Mit Beginn des zweiten Abschnitts nahm das Niveau der Partie gar noch weiter ab. Vor allem die Liether, deren Verunsicherung auch der vor zwei Spieltagen verpflichtete Guido Krenzk an der Seitenlinie bisher nicht aufzulösen vermochte, enttäuschten einmal mehr auf ganzer Linie. Symbolhaft für den Zustand der Klein Nordender, setzte Anton Götting seine unbedrängte Flanke von rechts geradewegs ins Tor-Aus (60.)…
Ein wenig aus dem Nichts kam da das Ausgleichstor, das ausgerechnet Torjäger Ali Duman mit einem kurzen Freistoß vor der eigenen Grundlinie einleitete, ehe Albers den perfekten tiefen Weg mit der nicht weniger starken Wandspieler-Einlage auf Philipp Matthiessen krönte und der Spielführer wiederum mit drei Kontakten aus zentraler Position passgenau für erleichterten Jubel bei den heuer ganz in schwarz aufgelaufenen Gäste sorgte (72.).
Doch anstatt Matthiessen und Co das Momentum für sich mitnahmen, luden sie den Gegner mit teils haarsträubenden Fehlpässen und einem ungeordenen Hühnerhaufen vor dem eigenen Kasten immer wieder zur Offensive ein. Michel Lienau, von Albers bei einer Nickels-Flanke am zweiten Pfosten vergessen, mit dem Kopf (75.) und Jedamski aus 21 Metern (77.) brachten den Gleichstand ordentlich ins Wanken, ehe Ben Wrages Ampelkarte (wiederholtes Foul) noch mehr Platz in der Gäste-Hälfte gestattete (79.).
Zu nutzen vermochten die Haseldorfer diesen allerdings wiederholt nicht, als wieder Lienau flach mit links abzog und Nickels bei der Verwertung von Luca Von Der Heides Block der Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten zum Opfer fiel (84.).
Und die SV Lieth? Die erlebte ihren größten Strafraum-Aufreger durch den eingewechselten Finn Struve. Zu zögerlich mit der Kugel am Fuß, ging die Pille gegen Oßenbrüggen verloren, bevor überhaupt irgendetwas mit ihr geschah (85.).
Die Punkteteilung (erster Punkt unter Krenzk), die niemandem weiterhilft, außer der Konkurrenz, also eine Schmeichelhafte für die Jungs vom Butterberg.
Der Krampus ist zufrieden…

Tore: 1:0 Lastella (24. Fülscher), 1:1 Matthiessen (72. Albers)

gelb-rote Karte: Wrage (SV Lieth, 79., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Latif Tan

Zuschauer: 75

Szene aus dem Hinspiel

Freitag, 28. November 2025

Spielbericht SV Lieth - FC Union Tornesch II

Hilflos Richtung Fahrstuhltür
Kein Aufbäumen im Heimspiel: SV Lieth trudelt weiter abwärts

Man nehme die Bezirksliga West-Tabelle der letzten Winterpause und vergleiche sie mit der aktuellen. Dezember 2024: Die SV Lieth um Torjäger Jan Lüneburg als Tabellenvierter in Lauerstellung zur obersten Etage, während direkt dahinter auch die Reserve von Union Tornesch ein ordentliches zweites 24er-Halbjahr (19 Spiele) hinter sich brachte.
Heuer hat Union als konstant inkonstantes Mittelfeldteam mit der Spitze aber sogar noch mehr zu tun, als die im Sommer zwangsverjüngte Elf aus Klein Nordende, deren letztes Heimspiel 2025 zum (vorläufigen) Saisontiefpunkt avancierte.
Auf der „Festung Butterberg“, die für Gastmannschaften längst zum Selbstbedienungsladen verkommen ist, sabotierte man die Bemühungen, den verkorksten Derbyauftritt der Vorwoche gegen den Heidgrabener SV (1:4) wieder geradezurücken, sogar selbst, als Moritz Schulz ein schwaches Wrage-Anspiel nach außen auch im Nachsetzen nicht kitten konnte. Stattdessen verlagerte Unions Bugrahan Almaz den unverhofften Ballbesitz rasch nach außen, wo Marvin Schramm mustergültig in Jorge Westphals schön gekreuzten Laufweg servierte. Und weil das Glück des rettenden Querbalkens selten auf Seiten einer sportlich seit neun Partien (das umgewertete 2:5 in Quickborn mal mit einberechnet) erfolglosen Elf steht, galt es wieder einmal, einem Rückstand die Stirn zu bieten (9.).
Schwierig genug gegen massiv ihre Platzhälfte verteidigende Tornescher, denen in ihrem 4-4-2 fast nur über Standards und hohe Bälle beizukommen war.
Max Lehmann (15.) und Ali Duman (35.) standen jeweils abfälschende Gegenspieler im Weg, während Philipp Matthiessen nach einem Pott-Lapsus im Rückpass gerade noch von Goalie Leonard Scharre abgegrätscht werden konnte (23.).
Und ob Jan Schiebuhr bei einem durchgerutschten Freistoß von rechts flanken oder schießen wollte; man weiß es nicht (41.)…
Besser wurde es aus Sicht der Gastgeber auch im zweiten Abschnitt nicht. A. Duman brachte einen Kopfball in Rücklage nur ansatzweise in Tor-Nähe (50.), die Kapitän Matthiessen per Field Goal-Freistoß über den Zaun gänzlich abging (51.).
Eine Spur zwingender dagegen die zuletzt gegen liether Konkurrenten aus dem Tabellenkeller blamable Punktverluste erlitt. Denn nachdem Westphal von halblinks vorbei löffelte (56.), leistete der 21-Jährige mit seinem ergrätschten Ballgewinn gegen Lehmann den entscheidenden Impuls zu einer teilweise Dublette des 0:1. Wieder leitete Almaz nach außen zu Schramm weiter, der diesmal den völlig unmarkierten Kelmi Ceballo Romero im Sechzehner fand. Den rechten Schlappen einfach reingehalten, war die Verdopplung der überaus effizienten Kicker aus dem Torneum perfekt (57.).
Ohne Selbstbewusstsein und ohne spielerische Idee arbeiteten die Klein Nordender in Folge hilflos gegen die eigene Formschwäche an, um dabei aber nicht mehr über Halbchancen hinauszukommen. Am ehesten verdiente sich noch Matthiessens spitzwinkliger Rechtsschuss nach immerhin mal kreativem Doppelpass mit A. Duman (70.) eine textliche Erwähnung.
Die Herren in blau verlegten sich dagegen auf die unfallfreie Verwaltung des Vorsprungs, der bei etwas mehr Genauigkeit jenseits der Mittellinie vielleicht noch höher hätte ausfallen können. Aber auch so langte es zur Rehabilitierung nach zuletzt sechs erfolglosen Spielen, zu denen neben den knappen Niederlagen gegen das Keller-Duo aus Haseldorf (2:3) und Duvenstedt (3:4) auch das saftige 1:10 in Schnelsen gehörte.
Die SV Lieth hat dagegen – sofern der Wettergott will – am kommenden Freitag beim Abstiegsgipfel in Haseldorf die letzte Chance, ein schwaches Jahr 2025 (24 Zähler aus 27 Begegnungen) zumindest außerhalb der Fahrstuhlplätze gen Kreisliga zu garantieren.

Tore: 0:1 Westphal (9. Schramm), 0:2 Ceballo Romero (57. Schramm)

gelbe Karten: M. Schuchhardt, Behrens – Cornils

Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV Seestermüher Marsch)

Zuschauer: 50

Freitag, 21. November 2025

Spielbericht SV Lieth - Heidgrabener SV

Schümann zerstört den Krenzk-Effekt
An allen Derby-Treffern beteiligt: Torjäger glänzt gegen kriselnde SV Lieth

Einige Spielausfälle, nicht nur in der Bezirksliga 01, zum dritten Novemberwochenende. Und obwohl die Gäste aus dem Nachbarort vor Anpfiff nicht so richtig von der Bespielbarkeit des eisigen Klaus-Waskow-Platzes überzeugt waren, verpasste der Heidgrabener SV dem Lokalrivalen eine echte Rutsche.
Mann des Tages dabei einmal mehr: Dauer-Torjäger Philippe Schümann, dessen Beutezug am Freitagabend erst auf dem dritten Bildungsweg begonnen hatte. Eine Ecke von Samuel Karul vermochten die Liether gleich mehrfach nicht entscheidend zu klären, sodass Daniel Meyer die Kugel noch einmal in die Gefahrenzone lupfen konnte. Sebastian Stapel mit der Kopfballablage und schon war Schümann per Direktabnahme gewohnt zielsicher zur Stelle (14.). Proteste, dass Schlussmann Luca Von Der Heide in der Entstehung etwas von Kirill Shmakov gerempelt wurde und jeweils zweimal knapp die Abseitsfahne unten blieb, ließen das Gespann um Alexander Nehls (SC Eilbek) kalt. – Oder doch nicht? Denn als Jan Schiebuhr drüben nach Traumpass Ben Kellners den Kontakt mit Shmakov suchte, zögerte der Pfeifenmann keine Sekunde, um Philipp Matthiessen die prompt genutzte Ausgleichschance vom Punkt zu weisen (16.).
Für diejenigen aus dem zahlreich erschienenen Publikum, die diese Spielepisoden verpasst hatten, sollte es in der Folge kaum verständlich sein, dass dieses weitgehend unstrukturierte Gebolze tatsächlich schon zwei Tore hervorbrachte. Einzig Schümann sorgte mit toller Ballmitnahme und sofortigem Linksschuss für ein vorbei rauschendes Geschoss (18.).
Fast verzweifelt wirkten da fehlkalibrierte Versuche von Ali Duman aus 40 Metern (30.) und erneut Matthiessen aus deren 25 (32.) auf der anderen Seite.
Immerhin aber winkte der SVL nach fünf sportlichen Niederlagen in Serie bei diesem Spielstand wieder einmal Zählbares.
Ein wenig wie aus dem Nichts rückte dies dann aber wieder in weite Ferne, als sich Mats Jonah Behrens bei einem Brinke-Einwurf völlig unnötig auf einen Ringkampf mit Schümann einließ (42.). Den Vorjahrestorschützenkönig zwar an der Kopfballverlängerung gehindert, aber ihn gleichzeitig zum platzierten 1:2-Strafstoßtor eingeladen: so geht „verschlimmbessern“!
Fast mit dem Halbzeitpfiff das große Aufatmen der Gastgeber: Einen offensiven Ballverlust des Gegners zum fixen Umschalten genutzt, wuselte sich A. Duman überragend im Sechzehner zum Querpass durch, doch aus lediglich vier Metern schob Schiebuhr das Leder blamabel am 7,32m breiten Gehäuse vorbei (45.+2)…
Und so kam es schließlich, wie es trotz der nimmermüden Durchhalteparolen von Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen („Die Löwen werden sich das Ding in der zweiten Hälfte ziehen!“) kommen musste. Direkt nach dem Seitenwechsel gerade noch rechtzeitig vom Kontrahenten abgelaufen (46.), beteiligte sich Schümann abermals entscheidend an Zählbarem. Diesmal leitete er einen schwachen D. Duman-Kopfball mit nur einer Berührung vertikal zu Sturmpartner Meyer weiter, ehe der ehemalige Egenbütteler den orientierungslos düpierten Behrens zum 1:3 stehen ließ (52.).
Der Effekt des Trainerwechsels vom zugriffslosen Rudolf Hock-Kutscher zu Guido Krenzk schien auf Seiten der SV Lieth bereits nach etwas mehr als einer Halbzeit verpufft. Die Verunsicherung hatte der einstige Zepterschwinger von Cosmos Wedel seiner neuen Elf jedenfalls (noch) nicht nehmen können.
Symptomatisch dafür setzte A. Duman seinen aussichtsreichen Freistoß völlig uninspiriert in die Mauer, aus der sogar der direkte Konter entsprang. Die Abwendung des 1:4 war letztlich einzig Luca Albers gerade noch erfolgreiches Eingreifen im Laufduell der Eingewechselten gegen Jason Urban zu verdanken (75.).
Fallen sollte es aber dennoch. Diesmal krönte Christoph Ketelhohn seinen eigenen ballgewinn gegen passive Klein Nordender per Doppelpass mit Schümann und dem coolen Abdruck vor dem luftig verteidigten SVL-Kasten (82.).
Eine noch höhere Derby-Schmach blieb der Elf vom Butterberg zwar in den letzten Momenten noch erspart (Schümann in Rücklage drüber, 84.), doch die Tabellenrealität von Abstiegsplatz 14 und vor allem das espritlose Auftreten auf dem Platz geben derzeit kaum Raum zur Hoffnung auf eine bessere Saisonphase.
Der HSV festigte dagegen seine leistungsgerechte Mittelfeldposition. Hinten im Kollektiv diszipliniert und vorne Schümann: Solidität made in Heidgraben!

Tore: 0:1 Schümann (14. Stapel), 1:1 Matthiessen (16., Strafstoßtor, Shmakov an Schiebuhr), 1:2 Schümann (42., Strafstoßtor, Behrens an Schümann), 1:3 Meyer (52. Schümann), 1:4 Ketelhohn (82. Schümann)

gelbe Karten: keine – Wolf, Samuel Karul

Schiedsrichter: Alexander Nehls (SC Eilbek)

Zuschauer: 110

Freitag, 7. November 2025

Spielbericht SV Lieth - TuS Germania Schnelsen

Die Bank macht den Unterschied
Spitzenteam Germania knackt verbesserte SV Lieth mit seinen Einwechslern

Sechstes sieglos Match in Serie und doch machte der Abend des 07.11.2025 die krisengeplagte SV Lieth zu einem kleinen Gewinner im Keller der Bezirksliga 01.
Nicht nur, weil im Heimspiel gegen Spitzenteam Germania Schnelsen die Einstellung stimmte und man später am Abend mit Guido Krenzk einen neuen Trainer vorstellen konnte – nein, auch punktetechnisch brachte die Woche Bewegung in den Abstiegskampf.
Die gute Nachricht erreichte die Roten Teufel vom Butterberg nämlich bereits am Donnerstag. Da sich der gesperrte Trainer von Vorwochengegner TuS Holstein Quickborn beim Spielstand von 4:1 selbst einwechselte, legten die Klein Nordender zunächst erfolgreich Protest gegen die 2:5-Niederlage in der Eulenstadt ein. Drei Zähler mehr dank der allerdings noch nicht rechtskräftigen Umwertung in ein 3:0 ließen die prekäre Situation schon vor dem Auftritt gegen favorisierte Germanen wieder etwas freundlicher erscheinen.
Und auch das Match selber bescherte den Liether Löwen, die heuer von Präsident Bo Hansen anstatt des geschassten Rudolf Hock-Kutscher gecoacht wurden, einigen Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten.
Einen engagierten Beginn runde nämlich eine schnelle wie überraschende 2:0-Führung der Hausherren ab. Beim ersten Streich bedankte sich Torjäger Max Schulz für einen langen Schlag und die schwache Ballverarbeitung von Gegenspieler Lenny Limbara (11.), ehe er wenig später Sturmpartner Ali Duman nach eigenem Ballgewinn gegen Viktor Kallenberg mit einem tiefen Ball bediente. Duman wiederum kreuzte seinen Laufweg wunderbar und ließ sich beim flachen Einschieben auch nicht von Hassan Fallahs unsportlichem Anbrüllen irritieren (16.).
Offensive Konterqualität, die auch in Minute 43 ihre volle Entfaltung fand. Wieder verteidigte Germania mit den hoch stehenden Außenverteidigern viel zu luftig, sodass A. Duman einen Befreiungsschlag perfekt zu Max Schulz weiterleiten konnte. Mit etwas abfälschender Hilfe war Schulz´ bereits zehntes Saisontor im hohen Bogen perfekt (43.).
So schön sich das Treiben des Offensiv-Duos vorne anließ, so problematisch ging es auf der anderen Platzhälfte zu. Bei einer kurzen Eckstoßvariante nicht ansatzweise herausgerückt, fing man sich durch Matz Broeckers Flanke und Luca Drenkhahns Kopfball das zwischenzeitliche 2:1 (19.), während man direkt nach dem dritten Treffer Glück hatte, dass Drenkhahns Abstaubertor nach Condric-Alu vom Schiedsrichterassistenten kassiert wurde (44.).
Dusel, der dem Team aus der Abstiegszone wiederum nur Augenblicke später fehlte, lochte Antonio Arambasic einen abermaligen Broecker-Standard am zweiten Pfosten einsam ein. Die verdiente Quittung für eine Unterzahl im eigenen Sechzehner (45.+2)!
Einen nicht viel besseren Defensiveindruck hinterließen die Roten Anfang des zweiten Durchgangs, als Schlussmann Luca Von Der Heide zweimal nicht ganz optimal faustete und wieder zu tief stehen geblieben wurde. Jannik Meinke durfte in der zweiten Welle flanken, Drenkhahn die Kugel mit dem Körper abschirmen und Lennart Lux hatte schließlich freie Bahn, weil ihn Gegenspieler Luca Albers schlicht aus den Augen verlor. Bitter, bitter, 3:3 (51.)!
Für Trübsal gab es bei der Hansen-Elf jedoch keinen Grund. Schließlich holte das dynamische Doppel an vorderster Front den Vorsprung in bewährter Manier zurück. Eine Klärung zu Max Schulz schickte den „25er“ ins erfolgreiche Flipperspiel, um wieder A. Duman zu bedienen. Annahmen, zurechtlegen, einschieben – drei bombensichere Kontakte, mit denen der einst für Spitzenreiter FC Elmshorn aktive Linksfuß wieder auf Führung SV Lieth stellte (57.).
Abgesehen von einer ähnlichen Szene, bei der Duman diesmal geblockt wurde (69.), galt es nun, dem Dauerdruck des Gegners irgendwie Herr zu bleiben. Ein Eckstoß nach dem anderen rauschte durch den SVL-Strafraum, wo der eingewechselte Luca Heimbach auf Traumpass Meinkes seine perfekte Chance am Außenpfosten zerschellen sah (71.).
Dafür richteten es zehn Minuten später zwei weitere Joker für die statistisch stärkste Offensive der Staffel, als Broecker und Heimbach in der Entstehung viel zu viel Raum im Zentrum gestattet bekamen und Maximilian Voigt eine passgenaue Hagelstein-Hereingabe mit einer Berührung unter die Latte schweißte (81.).
Kaum war der Eintrag auf der Spielnotizkarte des Schiedsrichters notiert, schlug TGS gleich nochmal zu, veredelte Arambasic seine Balleroberung per doppel-Doppelpass mit Drenkhahn, von dessen Übersicht am Ende Kimon Drossinakis aus halbrechter Abschlussposition zum 4:5 profitierte (82.).
Für eine echte Schlussoffensive sollten der Butterberg-Equipe letztlich die Kräfte fehlen. Auch, weil der dünne Kader mit einigen Ausfällen wie Kapitän Meraja Magens keine echten Alternativen von der Bank bereithielt.
Germania dagegen brachte den mühsamen Erfolg auf den letzten Metern sicher Ziel und verpasste durch Drossinakis von der Strafraumgrenze (knapp vorbei, 87.) gar noch die Vorentscheidung. Als neuer Tabellendritter empfangen die Schnelsener nun Blau-weiß 96, während Ali Duman und Co mit neu-Coach Krenzk (zuletzt Cosmos Weedel) am selben Freitagabend das Sechs-Punkte-Spiel bei der SV Blankenese erwartet.

Tore: 1:0 Max Schulz (11.), 2:0 A. Duman (16. Max Schulz), 2:1 Drenkhahn (19. Broecker), 3:1 Max Schulz (43. A. Duman), 3:2 Arambasic (45.+2, Broecker), 3:3 Lux (52. Drenkhahn), 4:3 A. Duman (57. Max Schulz), 4:4 Voigt (81. Hagelstein), 4:5 Drossinakis (82. Drenkhahn)

gelbe Karten: Duman, Schiebuhr, Matthiessen – Fallah, Kallenberg, Klug, Hagelstein, Drossinakis, Drenkhahn

Schiedsrichter: Jozo Ugrina (Niendorfer TSV)

Zuschauer: 75