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Freitag, 5. Dezember 2025

Spielbericht TV Haseldorf - SV Lieth

Nur den Krampus freut´s
Niveauarme Punkteteilung im Bezirksliga-Tabellenkeller

Fünfter Dezember: Krampustag in Österreich und auch die Bezirksliga 01 in Hamburg wusste die Schaulustigen im Schloßparkstadion ordentlich abzustrafen.
Von Beginn an nämlich setzte sich das Spielniveau kaum vom niedrigen Tabellenstand der Kontrahenten ab.
Bereits ein ganzes Spielviertel hatten die dennoch zahlreich herbeigepilgerten Zuschauer überstanden, als TVH-Kapitän Lukas Nickels mit seiner Konterchance ans Außennetz einen ersten zaghaften Offensivakzent setzte (23.).
Der Gegenangriff fortan das Lieblingswerkzeug der Hausherren, die einen Ballverlust des Gegners im Mittelfeld zum Anlass für das schnelle Umschalten nahmen. Zwar war es Moritz Schulz in erster Instanz noch gelungen, das tiefe Zuspiel abzugrätschen, doch im zweiten Anlauf erreichte Marten Fülschers Ball den Kollegen Linus Lastella, der mit Dynamik über links flach zum wichtigen 1:0 vollendete (24.).
Das Selbstvertrauen des durch zuletzt zwei Siege Ex-Tabellenletzten damit natürlich weiter angekurbelt. Einzig das zweite Tor fehlte zur nachhaltigen Tabellenkosmetik. Genug Möglichkeiten dafür ergaben sich durchaus. So zögerte Heiko Jedamski nach Flugball Pieter Oßenbrüggens zu lange mit dem noch von Luca Albers geblockten Rechtsschuss (30.) und verfehlte Fülschers Direktabnahme als Aufsetzer den SVL-Kasten (42.).
Mit Beginn des zweiten Abschnitts nahm das Niveau der Partie gar noch weiter ab. Vor allem die Liether, deren Verunsicherung auch der vor zwei Spieltagen verpflichtete Guido Krenzk an der Seitenlinie bisher nicht aufzulösen vermochte, enttäuschten einmal mehr auf ganzer Linie. Symbolhaft für den Zustand der Klein Nordender, setzte Anton Götting seine unbedrängte Flanke von rechts geradewegs ins Tor-Aus (60.)…
Ein wenig aus dem Nichts kam da das Ausgleichstor, das ausgerechnet Torjäger Ali Duman mit einem kurzen Freistoß vor der eigenen Grundlinie einleitete, ehe Albers den perfekten tiefen Weg mit der nicht weniger starken Wandspieler-Einlage auf Philipp Matthiessen krönte und der Spielführer wiederum mit drei Kontakten aus zentraler Position passgenau für erleichterten Jubel bei den heuer ganz in schwarz aufgelaufenen Gäste sorgte (72.).
Doch anstatt Matthiessen und Co das Momentum für sich mitnahmen, luden sie den Gegner mit teils haarsträubenden Fehlpässen und einem ungeordenen Hühnerhaufen vor dem eigenen Kasten immer wieder zur Offensive ein. Michel Lienau, von Albers bei einer Nickels-Flanke am zweiten Pfosten vergessen, mit dem Kopf (75.) und Jedamski aus 21 Metern (77.) brachten den Gleichstand ordentlich ins Wanken, ehe Ben Wrages Ampelkarte (wiederholtes Foul) noch mehr Platz in der Gäste-Hälfte gestattete (79.).
Zu nutzen vermochten die Haseldorfer diesen allerdings wiederholt nicht, als wieder Lienau flach mit links abzog und Nickels bei der Verwertung von Luca Von Der Heides Block der Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten zum Opfer fiel (84.).
Und die SV Lieth? Die erlebte ihren größten Strafraum-Aufreger durch den eingewechselten Finn Struve. Zu zögerlich mit der Kugel am Fuß, ging die Pille gegen Oßenbrüggen verloren, bevor überhaupt irgendetwas mit ihr geschah (85.).
Die Punkteteilung (erster Punkt unter Krenzk), die niemandem weiterhilft, außer der Konkurrenz, also eine Schmeichelhafte für die Jungs vom Butterberg.
Der Krampus ist zufrieden…

Tore: 1:0 Lastella (24. Fülscher), 1:1 Matthiessen (72. Albers)

gelb-rote Karte: Wrage (SV Lieth, 79., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Latif Tan

Zuschauer: 75

Szene aus dem Hinspiel

Freitag, 28. November 2025

Spielbericht SV Lieth - FC Union Tornesch II

Hilflos Richtung Fahrstuhltür
Kein Aufbäumen im Heimspiel: SV Lieth trudelt weiter abwärts

Man nehme die Bezirksliga West-Tabelle der letzten Winterpause und vergleiche sie mit der aktuellen. Dezember 2024: Die SV Lieth um Torjäger Jan Lüneburg als Tabellenvierter in Lauerstellung zur obersten Etage, während direkt dahinter auch die Reserve von Union Tornesch ein ordentliches zweites 24er-Halbjahr (19 Spiele) hinter sich brachte.
Heuer hat Union als konstant inkonstantes Mittelfeldteam mit der Spitze aber sogar noch mehr zu tun, als die im Sommer zwangsverjüngte Elf aus Klein Nordende, deren letztes Heimspiel 2025 zum (vorläufigen) Saisontiefpunkt avancierte.
Auf der „Festung Butterberg“, die für Gastmannschaften längst zum Selbstbedienungsladen verkommen ist, sabotierte man die Bemühungen, den verkorksten Derbyauftritt der Vorwoche gegen den Heidgrabener SV (1:4) wieder geradezurücken, sogar selbst, als Moritz Schulz ein schwaches Wrage-Anspiel nach außen auch im Nachsetzen nicht kitten konnte. Stattdessen verlagerte Unions Bugrahan Almaz den unverhofften Ballbesitz rasch nach außen, wo Marvin Schramm mustergültig in Jorge Westphals schön gekreuzten Laufweg servierte. Und weil das Glück des rettenden Querbalkens selten auf Seiten einer sportlich seit neun Partien (das umgewertete 2:5 in Quickborn mal mit einberechnet) erfolglosen Elf steht, galt es wieder einmal, einem Rückstand die Stirn zu bieten (9.).
Schwierig genug gegen massiv ihre Platzhälfte verteidigende Tornescher, denen in ihrem 4-4-2 fast nur über Standards und hohe Bälle beizukommen war.
Max Lehmann (15.) und Ali Duman (35.) standen jeweils abfälschende Gegenspieler im Weg, während Philipp Matthiessen nach einem Pott-Lapsus im Rückpass gerade noch von Goalie Leonard Scharre abgegrätscht werden konnte (23.).
Und ob Jan Schiebuhr bei einem durchgerutschten Freistoß von rechts flanken oder schießen wollte; man weiß es nicht (41.)…
Besser wurde es aus Sicht der Gastgeber auch im zweiten Abschnitt nicht. A. Duman brachte einen Kopfball in Rücklage nur ansatzweise in Tor-Nähe (50.), die Kapitän Matthiessen per Field Goal-Freistoß über den Zaun gänzlich abging (51.).
Eine Spur zwingender dagegen die zuletzt gegen liether Konkurrenten aus dem Tabellenkeller blamable Punktverluste erlitt. Denn nachdem Westphal von halblinks vorbei löffelte (56.), leistete der 21-Jährige mit seinem ergrätschten Ballgewinn gegen Lehmann den entscheidenden Impuls zu einer teilweise Dublette des 0:1. Wieder leitete Almaz nach außen zu Schramm weiter, der diesmal den völlig unmarkierten Kelmi Ceballo Romero im Sechzehner fand. Den rechten Schlappen einfach reingehalten, war die Verdopplung der überaus effizienten Kicker aus dem Torneum perfekt (57.).
Ohne Selbstbewusstsein und ohne spielerische Idee arbeiteten die Klein Nordender in Folge hilflos gegen die eigene Formschwäche an, um dabei aber nicht mehr über Halbchancen hinauszukommen. Am ehesten verdiente sich noch Matthiessens spitzwinkliger Rechtsschuss nach immerhin mal kreativem Doppelpass mit A. Duman (70.) eine textliche Erwähnung.
Die Herren in blau verlegten sich dagegen auf die unfallfreie Verwaltung des Vorsprungs, der bei etwas mehr Genauigkeit jenseits der Mittellinie vielleicht noch höher hätte ausfallen können. Aber auch so langte es zur Rehabilitierung nach zuletzt sechs erfolglosen Spielen, zu denen neben den knappen Niederlagen gegen das Keller-Duo aus Haseldorf (2:3) und Duvenstedt (3:4) auch das saftige 1:10 in Schnelsen gehörte.
Die SV Lieth hat dagegen – sofern der Wettergott will – am kommenden Freitag beim Abstiegsgipfel in Haseldorf die letzte Chance, ein schwaches Jahr 2025 (24 Zähler aus 27 Begegnungen) zumindest außerhalb der Fahrstuhlplätze gen Kreisliga zu garantieren.

Tore: 0:1 Westphal (9. Schramm), 0:2 Ceballo Romero (57. Schramm)

gelbe Karten: M. Schuchhardt, Behrens – Cornils

Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV Seestermüher Marsch)

Zuschauer: 50

Freitag, 21. November 2025

Spielbericht SV Lieth - Heidgrabener SV

Schümann zerstört den Krenzk-Effekt
An allen Derby-Treffern beteiligt: Torjäger glänzt gegen kriselnde SV Lieth

Einige Spielausfälle, nicht nur in der Bezirksliga 01, zum dritten Novemberwochenende. Und obwohl die Gäste aus dem Nachbarort vor Anpfiff nicht so richtig von der Bespielbarkeit des eisigen Klaus-Waskow-Platzes überzeugt waren, verpasste der Heidgrabener SV dem Lokalrivalen eine echte Rutsche.
Mann des Tages dabei einmal mehr: Dauer-Torjäger Philippe Schümann, dessen Beutezug am Freitagabend erst auf dem dritten Bildungsweg begonnen hatte. Eine Ecke von Samuel Karul vermochten die Liether gleich mehrfach nicht entscheidend zu klären, sodass Daniel Meyer die Kugel noch einmal in die Gefahrenzone lupfen konnte. Sebastian Stapel mit der Kopfballablage und schon war Schümann per Direktabnahme gewohnt zielsicher zur Stelle (14.). Proteste, dass Schlussmann Luca Von Der Heide in der Entstehung etwas von Kirill Shmakov gerempelt wurde und jeweils zweimal knapp die Abseitsfahne unten blieb, ließen das Gespann um Alexander Nehls (SC Eilbek) kalt. – Oder doch nicht? Denn als Jan Schiebuhr drüben nach Traumpass Ben Kellners den Kontakt mit Shmakov suchte, zögerte der Pfeifenmann keine Sekunde, um Philipp Matthiessen die prompt genutzte Ausgleichschance vom Punkt zu weisen (16.).
Für diejenigen aus dem zahlreich erschienenen Publikum, die diese Spielepisoden verpasst hatten, sollte es in der Folge kaum verständlich sein, dass dieses weitgehend unstrukturierte Gebolze tatsächlich schon zwei Tore hervorbrachte. Einzig Schümann sorgte mit toller Ballmitnahme und sofortigem Linksschuss für ein vorbei rauschendes Geschoss (18.).
Fast verzweifelt wirkten da fehlkalibrierte Versuche von Ali Duman aus 40 Metern (30.) und erneut Matthiessen aus deren 25 (32.) auf der anderen Seite.
Immerhin aber winkte der SVL nach fünf sportlichen Niederlagen in Serie bei diesem Spielstand wieder einmal Zählbares.
Ein wenig wie aus dem Nichts rückte dies dann aber wieder in weite Ferne, als sich Mats Jonah Behrens bei einem Brinke-Einwurf völlig unnötig auf einen Ringkampf mit Schümann einließ (42.). Den Vorjahrestorschützenkönig zwar an der Kopfballverlängerung gehindert, aber ihn gleichzeitig zum platzierten 1:2-Strafstoßtor eingeladen: so geht „verschlimmbessern“!
Fast mit dem Halbzeitpfiff das große Aufatmen der Gastgeber: Einen offensiven Ballverlust des Gegners zum fixen Umschalten genutzt, wuselte sich A. Duman überragend im Sechzehner zum Querpass durch, doch aus lediglich vier Metern schob Schiebuhr das Leder blamabel am 7,32m breiten Gehäuse vorbei (45.+2)…
Und so kam es schließlich, wie es trotz der nimmermüden Durchhalteparolen von Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen („Die Löwen werden sich das Ding in der zweiten Hälfte ziehen!“) kommen musste. Direkt nach dem Seitenwechsel gerade noch rechtzeitig vom Kontrahenten abgelaufen (46.), beteiligte sich Schümann abermals entscheidend an Zählbarem. Diesmal leitete er einen schwachen D. Duman-Kopfball mit nur einer Berührung vertikal zu Sturmpartner Meyer weiter, ehe der ehemalige Egenbütteler den orientierungslos düpierten Behrens zum 1:3 stehen ließ (52.).
Der Effekt des Trainerwechsels vom zugriffslosen Rudolf Hock-Kutscher zu Guido Krenzk schien auf Seiten der SV Lieth bereits nach etwas mehr als einer Halbzeit verpufft. Die Verunsicherung hatte der einstige Zepterschwinger von Cosmos Wedel seiner neuen Elf jedenfalls (noch) nicht nehmen können.
Symptomatisch dafür setzte A. Duman seinen aussichtsreichen Freistoß völlig uninspiriert in die Mauer, aus der sogar der direkte Konter entsprang. Die Abwendung des 1:4 war letztlich einzig Luca Albers gerade noch erfolgreiches Eingreifen im Laufduell der Eingewechselten gegen Jason Urban zu verdanken (75.).
Fallen sollte es aber dennoch. Diesmal krönte Christoph Ketelhohn seinen eigenen ballgewinn gegen passive Klein Nordender per Doppelpass mit Schümann und dem coolen Abdruck vor dem luftig verteidigten SVL-Kasten (82.).
Eine noch höhere Derby-Schmach blieb der Elf vom Butterberg zwar in den letzten Momenten noch erspart (Schümann in Rücklage drüber, 84.), doch die Tabellenrealität von Abstiegsplatz 14 und vor allem das espritlose Auftreten auf dem Platz geben derzeit kaum Raum zur Hoffnung auf eine bessere Saisonphase.
Der HSV festigte dagegen seine leistungsgerechte Mittelfeldposition. Hinten im Kollektiv diszipliniert und vorne Schümann: Solidität made in Heidgraben!

Tore: 0:1 Schümann (14. Stapel), 1:1 Matthiessen (16., Strafstoßtor, Shmakov an Schiebuhr), 1:2 Schümann (42., Strafstoßtor, Behrens an Schümann), 1:3 Meyer (52. Schümann), 1:4 Ketelhohn (82. Schümann)

gelbe Karten: keine – Wolf, Samuel Karul

Schiedsrichter: Alexander Nehls (SC Eilbek)

Zuschauer: 110

Freitag, 7. November 2025

Spielbericht SV Lieth - TuS Germania Schnelsen

Die Bank macht den Unterschied
Spitzenteam Germania knackt verbesserte SV Lieth mit seinen Einwechslern

Sechstes sieglos Match in Serie und doch machte der Abend des 07.11.2025 die krisengeplagte SV Lieth zu einem kleinen Gewinner im Keller der Bezirksliga 01.
Nicht nur, weil im Heimspiel gegen Spitzenteam Germania Schnelsen die Einstellung stimmte und man später am Abend mit Guido Krenzk einen neuen Trainer vorstellen konnte – nein, auch punktetechnisch brachte die Woche Bewegung in den Abstiegskampf.
Die gute Nachricht erreichte die Roten Teufel vom Butterberg nämlich bereits am Donnerstag. Da sich der gesperrte Trainer von Vorwochengegner TuS Holstein Quickborn beim Spielstand von 4:1 selbst einwechselte, legten die Klein Nordender zunächst erfolgreich Protest gegen die 2:5-Niederlage in der Eulenstadt ein. Drei Zähler mehr dank der allerdings noch nicht rechtskräftigen Umwertung in ein 3:0 ließen die prekäre Situation schon vor dem Auftritt gegen favorisierte Germanen wieder etwas freundlicher erscheinen.
Und auch das Match selber bescherte den Liether Löwen, die heuer von Präsident Bo Hansen anstatt des geschassten Rudolf Hock-Kutscher gecoacht wurden, einigen Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten.
Einen engagierten Beginn runde nämlich eine schnelle wie überraschende 2:0-Führung der Hausherren ab. Beim ersten Streich bedankte sich Torjäger Max Schulz für einen langen Schlag und die schwache Ballverarbeitung von Gegenspieler Lenny Limbara (11.), ehe er wenig später Sturmpartner Ali Duman nach eigenem Ballgewinn gegen Viktor Kallenberg mit einem tiefen Ball bediente. Duman wiederum kreuzte seinen Laufweg wunderbar und ließ sich beim flachen Einschieben auch nicht von Hassan Fallahs unsportlichem Anbrüllen irritieren (16.).
Offensive Konterqualität, die auch in Minute 43 ihre volle Entfaltung fand. Wieder verteidigte Germania mit den hoch stehenden Außenverteidigern viel zu luftig, sodass A. Duman einen Befreiungsschlag perfekt zu Max Schulz weiterleiten konnte. Mit etwas abfälschender Hilfe war Schulz´ bereits zehntes Saisontor im hohen Bogen perfekt (43.).
So schön sich das Treiben des Offensiv-Duos vorne anließ, so problematisch ging es auf der anderen Platzhälfte zu. Bei einer kurzen Eckstoßvariante nicht ansatzweise herausgerückt, fing man sich durch Matz Broeckers Flanke und Luca Drenkhahns Kopfball das zwischenzeitliche 2:1 (19.), während man direkt nach dem dritten Treffer Glück hatte, dass Drenkhahns Abstaubertor nach Condric-Alu vom Schiedsrichterassistenten kassiert wurde (44.).
Dusel, der dem Team aus der Abstiegszone wiederum nur Augenblicke später fehlte, lochte Antonio Arambasic einen abermaligen Broecker-Standard am zweiten Pfosten einsam ein. Die verdiente Quittung für eine Unterzahl im eigenen Sechzehner (45.+2)!
Einen nicht viel besseren Defensiveindruck hinterließen die Roten Anfang des zweiten Durchgangs, als Schlussmann Luca Von Der Heide zweimal nicht ganz optimal faustete und wieder zu tief stehen geblieben wurde. Jannik Meinke durfte in der zweiten Welle flanken, Drenkhahn die Kugel mit dem Körper abschirmen und Lennart Lux hatte schließlich freie Bahn, weil ihn Gegenspieler Luca Albers schlicht aus den Augen verlor. Bitter, bitter, 3:3 (51.)!
Für Trübsal gab es bei der Hansen-Elf jedoch keinen Grund. Schließlich holte das dynamische Doppel an vorderster Front den Vorsprung in bewährter Manier zurück. Eine Klärung zu Max Schulz schickte den „25er“ ins erfolgreiche Flipperspiel, um wieder A. Duman zu bedienen. Annahmen, zurechtlegen, einschieben – drei bombensichere Kontakte, mit denen der einst für Spitzenreiter FC Elmshorn aktive Linksfuß wieder auf Führung SV Lieth stellte (57.).
Abgesehen von einer ähnlichen Szene, bei der Duman diesmal geblockt wurde (69.), galt es nun, dem Dauerdruck des Gegners irgendwie Herr zu bleiben. Ein Eckstoß nach dem anderen rauschte durch den SVL-Strafraum, wo der eingewechselte Luca Heimbach auf Traumpass Meinkes seine perfekte Chance am Außenpfosten zerschellen sah (71.).
Dafür richteten es zehn Minuten später zwei weitere Joker für die statistisch stärkste Offensive der Staffel, als Broecker und Heimbach in der Entstehung viel zu viel Raum im Zentrum gestattet bekamen und Maximilian Voigt eine passgenaue Hagelstein-Hereingabe mit einer Berührung unter die Latte schweißte (81.).
Kaum war der Eintrag auf der Spielnotizkarte des Schiedsrichters notiert, schlug TGS gleich nochmal zu, veredelte Arambasic seine Balleroberung per doppel-Doppelpass mit Drenkhahn, von dessen Übersicht am Ende Kimon Drossinakis aus halbrechter Abschlussposition zum 4:5 profitierte (82.).
Für eine echte Schlussoffensive sollten der Butterberg-Equipe letztlich die Kräfte fehlen. Auch, weil der dünne Kader mit einigen Ausfällen wie Kapitän Meraja Magens keine echten Alternativen von der Bank bereithielt.
Germania dagegen brachte den mühsamen Erfolg auf den letzten Metern sicher Ziel und verpasste durch Drossinakis von der Strafraumgrenze (knapp vorbei, 87.) gar noch die Vorentscheidung. Als neuer Tabellendritter empfangen die Schnelsener nun Blau-weiß 96, während Ali Duman und Co mit neu-Coach Krenzk (zuletzt Cosmos Weedel) am selben Freitagabend das Sechs-Punkte-Spiel bei der SV Blankenese erwartet.

Tore: 1:0 Max Schulz (11.), 2:0 A. Duman (16. Max Schulz), 2:1 Drenkhahn (19. Broecker), 3:1 Max Schulz (43. A. Duman), 3:2 Arambasic (45.+2, Broecker), 3:3 Lux (52. Drenkhahn), 4:3 A. Duman (57. Max Schulz), 4:4 Voigt (81. Hagelstein), 4:5 Drossinakis (82. Drenkhahn)

gelbe Karten: Duman, Schiebuhr, Matthiessen – Fallah, Kallenberg, Klug, Hagelstein, Drossinakis, Drenkhahn

Schiedsrichter: Jozo Ugrina (Niendorfer TSV)

Zuschauer: 75


Freitag, 24. Oktober 2025

Spielbericht SV Lieth - VfL Pinneberg

Stimmung endgültig gekippt
1:4! VfL Pinneberg stößt SV Lieth in den Tabellenkeller

Von wegen goldener Oktober. Vier Spiele, nur ein Punkt – Abstiegsplatz! Kein Wunder, dass Präsident Bo Hansen die kriselnde Elf vom Butterberg nach dem neuerlichen Trauerspiel erstmal zur Sitzung ins Separee des Clubheims zitierte. Die Stimmung auf dem Tiefpunkt, der Trainer ratlos: Die einst gefürchteten „Liether Löwen“ taumeln 2024/2025 führungslos in Richtung Bedeutungslosigkeit. An diesem Freitagabend war es vor allem, die weitgehend leblose Art und Weise, die für Entsetzen auf und um den Klaus-Waskow-Platz sorgte.
Dabei hatten die Hausherren im Heimspiel gegen den VfL Pinneberg sogar einmal kurz das Momentum auf ihrer Seite, als ein Kontertor den optischen Eindruck ein Stück weit auf den Kopf gestellt hatte. Aus einem Angriff der nach vorne verteidigenden Pinneberger heraus gelang Christian Kuhlmann nämlich der perfekte lange Ball, den Angreifer Max Schulz schön verarbeitete und mit links über den hoch postierten Torwart zum 1:0 ins Netz lupfte (17.).
Die Jungs von Trainer Rudolf Hock-Kutscher ganz im Stile einer typischen Auswärtsmannschaft, nur ließ sich der tatsächliche Gast davon aber wenig beeindrucken.
Devin da Ronch probierte es aus der Drehung (21.), Tyler Brose etwas zu unplatziert aus 20 Metern (31.); die nicht untalentierten, aber bislang etwas unbeständigen Pinneberger glaubten an sich und ihre Spielidee.
Die Belohnung dafür: das 1:1 gegen eine SVL, die nach einer abgeköpften Brose-Ecke das Herausrücken verweigerte, sodass der Ball im zweiten ungestörten Anlauf genau beim eingestarteten Niklas Bargob im Fünfmeterraum landete. Der Torerfolg blieb da reine Formsache (36.).
Kurz nach der Pause war es wieder ein hoher Ball, der die Roten vor unlösbare Defensivprobleme stellte. Diesmal riss Aufbauspieler Ben Schuler per Flugball ein beträchtliches Loch in die gegnerische Abwehrkette, wo sich da Ronch auch mit etwas Glück gegen den Schlussmann Luca Von Der Heide zum 1:2 durchsetzen konnte (51.)
Die Heim-Elf blieb dagegen ohne echte Idee im Spiel nach vorne, das Angreifer Ali Duman in seiner Verzweiflung schon von hinten heraus zu navigieren versuchte. Ein Freistoß, den Philipp über das Tor setzte (53.) sollte (zu) lange die beste Chance im zweiten Abschnitt bleiben.
Zum Kontrast dazu setzte es drüben Gegentreffer Nummer drei, bei dem sich zwei Liether in Klärungsabsicht einer Flanke ins Gehege kamen, Brose dank der schwachen Kopfballabwehr für Bargob auflegte und dieser den üppigen Platz auf halblinks zum perfekt passenden Rechtsschuss nach linksunten nutzte (59.). So einfach kann es gehen!
Und weitere Gäste-Treffer wären möglich gewesen. Schuler mit Gefühl an den Querbalken (63.), Brose per Freistoß-Aufsetzer daneben (66.) und Bargob mit links gegen Von Der Heide (70.) verpassten das 1:4, das geradezu logischerweise doch noch über Umwege fallen sollte. Nach Broses Freistoß war Schuler zwar an Torwart und Luca Albers´ rettendem Kopf gescheitert, doch Von Der Heides Kollision mit dem nachsetzenden Hirota Kakiguchi veranlasste Schiedsrichter Marc-Calvin Prey (Moorreger SV) zum Strafstoßpfiff, über den sich der Goalie derart aufregte, dass er für das wütende Prellen des Balles noch einmal den gelben Karton kassierte – Platzverweis (78.)!
Den gepfiffenen Strafstoß verwandelte Brose vier Minuten später gegen Ersatzfänger Patrick Klösel abgeklärt unten rechts (82.). Den anschließend provokativen Torjubel vor einem Heim-Anhänger, mit dem es zuvor bereits einige Dialoge gab, darf man dagegen getrost der Kategorie „spätpubertär“ zuordnen…
Ergebniskosmetik blieb daraufhin sowohl Julien Duffke (Philipp Niedermeier tauchte behände ab), als auch Max Schulz bei der folgenden Ecke verweigert (83.), wobei auch der VfL noch weiter hätte am Ergebnis schrauben können.
Während Niedermeier und seine Vorderleute als Tabellensechster in Schlagdistanz zu Rang zwei bleiben, ist die SV Lieth nun sogar auf Abstiegsplatz 14 abgerutscht. Der Umbruch im Sommer, mitsamt neuem Trainer, droht inzwischen im Sturz gen Kreisliga zu enden. Den Worten aus der Krisensitzung müssen kommende Woche in Quickborn endlich wieder Taten folgen.

Tore: 1:0 Max Schulz (17. Kuhlmann), 1:1 Bargob (36. Brose), 1:2 da Ronch (51. Schuler), 1:3 Bargob (59. Brose), 1:4 Brose (82., Strafstoßtor, Von Der Heide an Kakiguchi)

gelb-rote Karte: Von Der Heide (SV Lieth, 78., Foulspiel + Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Marc-Calvin Prey (Moorreger SV)

Zuschauer: 50



Freitag, 22. August 2025

Spielbericht SV Lieth - TV Haseldorf

Saisonstart (vorerst) gerettet
3:1 gegen den TV Haseldorf: SV Lieth verschafft sich etwas Luft

Sechs-Punkte-Spiel bereits in der zweiten Runde der Bezirksliga 01? Für die im Sommer kräftig erneuerte SV Lieth ging es nach dem Pokal-Aus in Quickborn und dem 3:7-Liga-Debakel gegen Union Tornesch II schon jetzt um die Rettung des Saisonstarts. Vor allem, weil am Freitagabend mit dem TV Haseldorf ein Aufsteiger am Butterberg aufschlug, den es auf jeden Fall hinter sich zu lasse gilt.
Entsprechend engagiert machten sich die Hausherren ans Werk, das allerdings nicht immer so messerscharf daherkam, wie bei Max Schulz´ dynamisch über links vorgelegter Großchance, bei der Schlussmann Johannes Markmann reaktionsschnell per Fußabwehr zur Stelle war (7.).
Gleiches Muster – diesmal aber ohne Torwart-Großtat – nach einer knappen halben Stunde, als nun Ali Duman mittig abziehen durfte und damit das durchaus verdiente 1:0 markierte (29.).
Königstransfer Meraja Magens hätte dem Klein Nordender Gemüt weiteren Auftrieb geben können, tat er aber nicht: Markmann bekam wieder seinen flinken Fuß dazwischen (36.). Kurz nach der Pause reihte sich da auch Schulz ein, dem der Goalie, der eigentlich nur aus Mangel an spielfähigen Perspektiven aus der zweiten Mannschaft (Kreisklasse) hochgezogen wurde, ein Erfolgserlebnis vermieste (47.).
Mit dem nachfolgenden Eckstoß durch Philipp Matthiessen war dann aber endlich geschafft, bugsierte Mats Jonah Behrens das Leder im Strafraumgewusel zum ersehnten 2:0 über die Linie (48.).
Erst, nachdem Matthiessen aus 18 Metern und Behrens im etwas zu hektischen Nachschuss die Vorentscheidung verpassten (59.), generierte auch der Neuling von der Marsch etwas mehr Offensivgeist. Heiko Jedamskis Linksschuss ans Außennetz aus der ersten Hälfte (22.) fand im nächsten Anlauf der „Appelplücker“ dafür aber gleich einen treffsicheren Nachfolger, platzierte Michel Lienau das Bällchen gekonnt aus dem Zentrum unter die Latte (71.). Geht da vielleicht doch noch etwas, für den TVH?
Am ersten Spieltag hatte sich die weiter verletzungs- und urlaubsgeschwächte Kälberloh-Elf ja noch einen Zähler nach Rückstand (1:1 gegen den Duvenstedter SV) erspielt. Und tatsächlich schrammte ein abgefälschter Freistoß durch Joris Lüchau nur knapp am 2:2 vorbei (74.).
Quasi im Gegenzug war die Angelegenheit aber schließlich entschieden, als A. Duman perfekt in den  Lauf von Schulz servierte und dieser nicht nur Tim Krieg davon lief, sondern auch flach ins kurze Eck den 3:1-Endstand besorgte (76.).
Der Saisonstart für die heute endlich einmal überzeugenden „Liether Löwen“ damit vorerst gerettet, während die Haseldorfer vielleicht ein bisschen zu spät erst die Krallen ausfuhren.

TV Haseldorf: Markmann – Franke, Wichmann, Pieper, Krieg – Lienau, Möhle (68. Mirzaee), Jedamski – Kaland (68. Rose), J. Lüchau, Nickels, Trainer: Benjamin Kälberloh

Tore: 1:0 A. Duman (29.), 2:0 Behrens (48. Matthiessen), 2:1 Lienau (71. Rose), 3:1 Schulz (76. A. Duman)

gelbe Karten: keine – Pieper, Rose

Schiedsrichter: Bernd Gegalski (TuRa Harksheide, Note 2)

Zuschauer: 70



Samstag, 12. Juli 2025

Spielbericht SV Lieth - TuRa Harksheide II

Hausaufgabe: Defensivstandards
Gepflegter Fußball und alte Schwäche: SV Lieth startet gefühlsdurchmischt

Spiel eins nach der (kurzen) Ära Lüneburg. Zahlreiche namhafte Leute verließen mit dem Saisonende 2024/2025 den Butterberg, wo Vereinslegende Jan Lüneburg die Anhänger per Fallrückziehertor im letzten Match noch einmal in Ekstase versetzte. Zwei Monate später betrat die verbliebene Selbstfindungsgruppe unter der Leitung von neu-Coach Rudolf Hock-Kutscher erstmals das heimische Grün zu einem durchaus gefälligen Test unter West-Bezirksligisten. TuRa Harksheide II, mit zwölf Zählern Vorsprung aus der Kreisliga 7 promoviert, präsentierte sich als interessanter Gegner, der sich anschickte, aus der Kompaktheit heraus, über tiefe Bälle für Nadelstiche zu sorgen. So geschehen in Minute neun, als Nick Hagelstein den Traumpass auf den gestarteten Yannik Wolter zelebrierte, nur fehlte Wolters Abschluss für weitere Feierlichkeiten der letzte Dampf.
Die höhere Anzahl an Versuchen kreierten jedoch die Hausherren, bei denen vor allem über Deniz Dumans linke Außenbahn der Weg nach vorne gelang, wo sein Bruder Ali abschlussfreudig, aber glücklos agierte. So schon der Angreifer die perfekt durch Matteo Schuchardt erhaltene Kugel am nur noch nah entfernten Kasten vorbei (42.).
Mehr Zielwasser hatte da Max Schulz zuvor im Körper, als er im Zentrum einmal reichlich Platz bekam, Maß nahm und damit durchaus sehenswert aus 20 Metern zur verdienten Führung traf (24.).
Allzu lange sollte die ergebnistechnische Heiterkeit jedoch nicht anhalten, weil gegnerische Ecken auch in der Spielzeit nicht die Lieblingsdisziplin der Liether sind. Fabian Eggelmeyers Ball von der Fahne schädelte der aufgerückte Jonas Wolter gekonnt gen Torlinie, die bei einer Rettungstat eines SVL-Kopfes laut Meinung des Schiedsrichterassistenten bereits passiert war. „Tor für TuRa!“, lautete die Entscheidung des jungen Schiedsrichters, der den Kontrahenten im laufenden Match viel Spielraum bei der Zweikampfgestaltung ließ.
Tortechnisch verpasste neben dem bereits erwähnten Duman für die Gastgeber auch der Harksheider Hagelstein die mögliche Pausenführung seines Teams. Per Heber verfehlte er nach Fehlpass des nicht immer sicheren Patrick Klösel zwischen den Heim-Pfosten per Heber (32.).
Im zweiten Durchgang, der traditionell für reichliche Personalrochaden genutzt wurde, sank die Quote der angekommenen Pässe spürbar. Das Geschehen verlagerte sich nun weitgehend ins mittlere Spielfelddrittel.
Einen der wenigen Überraschungsmomente verwertete Eigengewächs Anton Götting just zum 2:1, das frei vor dem Tor auch recht easy für den einzuschieben war (63.).
Die Gäste aus Norderstedt übten sich in ihrem oft zu statischen Spiel in Harmlosigkeit, bis ein gegnerischer Lapsus Jonah Basner zum Lattenkracher einlud (81.), ehe der zweite Ball mit Mühe aus der Panikzone entsorgt werden konnte. Keine schlechte Schusstechnik für einen gelernten Torsteher!
Kein Sonderlob holte sich mit der letzten Aktion der Begegnung der liether Handschuhträger ab, als er bei einem verlängerten Einwurf von rechts hilflos durch seine Parzelle irrte und mit Nico Schwietzer auch noch ein einsamer Verwerter ins leere Tor versenkte (90.+3). Die Spielanteile waren damit nicht so wirklich widergegeben, doch die Hausaufgabe, sich bis zum Pflichtspielstart dem Bereich der Standardsituationen zu widmen, machte der spielerisch über weite Strecken ordentliche Auftritt der „Liether Löwen“ gegen den bereits im September wieder duellierten Gegner auf jeden Fall deutlich.

Tore: 1:0 Schulz (24. Kellner), 1:1 J. Wolter (30. Eggelmeyer), 2:1 Götting (62.), 2:2 Schwietzer (90.+3)

Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 32







Freitag, 11. April 2025

Spielbericht SV Lieth - TuS Osdorf

„Osdorf macht die Liga zu“
Dem doppelten Gelb-Rot-Frust zum Trotz: TuS macht die Landesliga klar

Der Blomkamp ist zurück, auf Hamburgs Fußballlandkarte! Vor knapp zwei Jahren mit dem Abstieg aus der Oberliga auf den Landesligaplatz verzichtet und dafür zwei Etagen tiefer in der Bezirksliga an den Start gegangen, darf man nun in 2025/2026 als amtierender Weststaffelmeister die Landesliga aufmischen.
Für das vorzeitige Meisterstück am 28. Spieltag war der Fahrplan im Freitagabendspiel bei der SV Lieth ganz klar: Ein Dreier und Verfolger HFC Falke konnte sich im parallelen Gastspiel bei GW Eimsbüttel auf den Kopf stellen!
Entsprechend bemühten sich die Osdorfer, ihr Vorhaben auch schnell auf die Gleise zu bringen. Besonders Riccardo Mahieldin wollte es am Butterberg wissen und zimmerte das Leder mit Wucht an die Latten-Unterkante (16.).
Besser klappte es als Überraschungsgast, frei vor dem Tor, das in diesmal flacher Variante sicher zur bereits frenetisch gefeierten Führung getroffen war (22.).
Als freundlich gratulierende Grußonkel wollten sich die Liether dennoch nicht gerieren, bewiesen nach dem desaströsen Heimauftritt gegen Cosmos Wedel (1:1) heimischem Widergutmachungswillen und suchten, sobald etwas Platz war, den (aber zu harmlosen) Torschuss. Jan Schiebuhrs Mäusehammer aus der zweiten Reihe – sichere Beute für TuS-Fänger Tjorven Foerste – sei da exemplarisch genannt (37.).
Weitaus spannender wurde es da auf der anderen Seite, wo Abwehrfossil Patrick „Schotte“ Scheidt gerade noch mit dem langen Bein das 0:2 vereitelte (44.).
Kein anderes Bild auch im zweiten Abschnitt, der bis in die Schlussviertelstunde wenig Unterhaltung bot.
Erst mit einer Standardsituation, die Ben Wrage fast mit einem Selbsttor zum 0:2 abschloss (73.), begann sich der Kreisel wieder schneller zu drehen. Denn nachdem das Bällchen kurz zuvor von „Toni“ Udes nachsetzendem Fuß ans liether Quergebälk hüpfte (74.), flog der Osdorfer Adriano Joost für wiederholtes Foulspiel vom Feld (75.).
Sollte die SVL hier doch noch zum Partycrasher werden? Nicht mit Foerste, der sich im direkten Duell nicht vom vor ihm auftauchenden Philipp Matthiessen überwinden ließ (83.)!
Stattdessen machten seine Vorderleute später im Konter alles klar. Deron Adofo holte sich die Kugel mit viel Durchsetzungsvermögen, schickte den gerade hineingebrachten Max Groth auf die Reise und dieser wusste auf dem Weg zum Tor genau, wo der besser postierte Mahieldin zu finden war – 0:2 (88.), Deckel drauf!
Daran änderte auch der völlig korrekte zweite Feldverweis für die West-Hamburger nichts. Sich im Aufstiegsjubel seines Trikots entledigt, wedelte der Doppeltorschütze auch noch mit der herausgerissenen und liegengelassenen Eckfahne herum. Zwei Vergehen auf einmal. Ergo: Gelb plus Gelb-Rot! Da hilft auch kein Gezeter über angeblich „mangelndes Fingerspitzengefühl“…
Mit dem Abpfiff, gleichbedeutend mit dem Startschuss für eine lange Nacht der Landesliga-Feierlichkeiten unter dem Motto „Osdorf macht die Liga zu“, war der Ärger darüber rasch verflogen. Wieder also führten die Gebrüder Krause ihren heimat- und Herzensclub in verschiedenen Rollen mit ehrlicher und loyaler Arbeit zum nunmehr fünften Aufstieg ihres Herrenlebens. Glückwunsch!

Tore: 0:1 Mahieldin (22.), 0:2 Mahieldin (88. Groth)

Gelb-Rote Karten: keine – Joost (75., wiederholtes Foulspiel), Mahieldin (89., wiederholte Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Ilias Ertis (Hamburger SV)

Zuschauer: 75



Freitag, 6. Dezember 2024

Spielbericht SV Lieth - SV Blau-weiß 96 Schenefeld

Spiel der Kopfballtore
Doppelpack Jan Lüneburg und Gegentor-Roulette: SV Lieth siegt 3:2

Nikolaustag am Butterberg und passend zur besinnlichen Weihnachtszeit, beschloss die SV Lieth ihr wechselhaftes Fußballjahr 2024 mit einem versöhnlichen Heimsieg.
Gegen die abstiegsbedrohte Elf von Blau-weiß 96 Schenefeld machte man es dabei spannender als nötig.
Schließlich schien die Schose bereits nach 17 Minuten zu Lieth-Gunsten entschieden. Sturm-Routinier Jan Lüneburg hatte die Elf aus dem Elmshorner Umland nämlich per Kopfball-Doppelpack gleich zweifach Führung gebracht.
Erst veredelte der 231-fache Regionalliga-Angreifer eine feine Böttcher-Flanke, nachdem Yannick Stubenrauch die Sekunden nach einem Luft-Zusammenprall auf dem Hosenboden verbrachte (12.), dann lauerte die „Nummer 23“ bei einer Ecke von rechts genau am richtig Fleck (17.).
Auch als Vorbereiter wäre es fast geglückt, als Lüneburgs herrlicher Steckpass zum perfekten Futter für Marvin Böttcher wurde, doch Blau-weiß-Schlussmann Fynn Ritter nahm dem 29-Jährigen noch die Butter vom Brot (20.).
Fortan ließen die Hausherren die Zügel zunehmend etwas schleifen, wodurch der engagierte Tabellendreizehnte nun vermehrt auf den Plan trat. Besonders schön und vor allem auch erfolgreich tat er dies in Minute 30. Sebastian Peemöller gelang es unter dem Staunen der zu weit entfernten Gegenspieler, das Leder von außerhalb des Strafraums im hohen Bogen über den Torwart hinweg zum Anschlusstreffer hineinzuheben.
Die Aktien der zuletzt fünfmal sieglosen Schenefelder auf einen Punktgewinn standen daraufhin nicht schlecht. Ein erneutes Kopfballtor, diesmal durch Arne Lohmann, warf die tapferen 96er aber erneut zurück (51.).
Bei Jan Schiebuhrs Abseitstor (66.) einmal Glück gehabt, gab es sonst reichlich Grund zum Hadern, für die Gäste, die besonders einer Doppelchance aus der 86. Minute hinterher trauerten. Denn nachdem Fabian Arth aus halblinker Schussposition das Nachsehen gegen Tormann Marian Rister hatte, jagte Offensivkollege Rene Müller das Leder schwungvoll drüber.
Erst in der Nachspielzeit köpfte der aufgerückte Maik Wegner den Club, dem er seit beeindruckenden bald 23 Jahren angehört, zur erneuten Verkürzung (90.+1) – zu spät!
Linus Högerle und Co verharren damit rotz eines couragierten Auswärtsspiels beim Tabellenvierten in latenter Abstiegsnot, während die launische Diva aus dem Liether Wald mit zuletzt sieben Zählern aus drei Begegnungen einen respektablen Jahres-Endspurt hinlegte – wenngleich man heute wieder einmal gefährlich passiv Gegentor-Roulette spielte.

Tore: 1:0 J. Lüneburg (12. Böttcher), 2:0 J. Lüneburg (17. Lohmann), 2:1 Peemöller (30.), 3:1 Lohmann (51.), 3:2 Wegner (90.+1)

Schiedsrichter: Benedikt Müller (TSC Wellingsbüttel)

Zuschauer: 60

Freitag, 2. August 2024

Spielbericht SV Lieth - TuS Germania Schnelsen

Nur in der Beobachterrolle
Fehlstart perfekt: Auch der reife Aufsteiger bringt die SV Lieth zu Fall

„Das ist nicht mal Kreisliganiveau!“, pöbelte ein Anhänger der SV Lieth unverhohlen auf das eigene Team, das sich zum Start in die Saison der Bezirksliga West einen 0:2-Ausrutscher gegen Aufsteiger Germania Schnelsen erlaubte.
Am Fuße des Butterbergs waren die Pokalversager der Vorwoche (1:2 beim Kreisligisten SV Lohkamp) anfangs sichtlich bemüht, dem Fehlstart entgegenzuwirken. Viele Zweikämpfe, aber kaum gescheite Ideen nach vorne prägten das Bild gegen disziplinierte Gäste, die zunehmend ihre gut organisierte Deckung verließen und selbst zu ersten Schusschancen kamen. Die bemerkenswerteste davon ergab sich auf Steilpass Bennet Klug für Julien Weber, den erst SVL-Schlussmann Marian Rister auf dem Weg zum 0:1 aufzuhalten wusste (32.).
Kein anderes Szenario bot sich den Anwesenden nach dem Seitentausch. Herrlich von Lenny Limbara aus der Tiefe bedient, lief Tempostürmer Maximilian Voigt plötzlich allein auf den Liether Kasten zu. Aus vollem Lauf schaufelte der 30-Jährige die Kugel auf das Tor – da war mehr drin (48.)!
Auch auf der anderen Seite für Julien Duffke, der seinen Abschluss genau in die Arme des sicher zupackenden Frederik Wendt platzierte (49.). „Der kann echt gar nichts!“, quittierte ein eigener Anhänger die misslungene Offensivaktion des offenkundigen Fanlieblings…
Eigenwerbung hatte an diesem Freitagabend aber freilich kein SVL-Kicker betrieben. Immer wieder ließ man den Neuling gewähren, was in gleich vier (!) Versuchen von Tobias Lipski binnen 13 Minuten mündete (53., 56., 62. & 66.). Vollkommen unverständlich, wie passiv die Roten auch bei Marcel Balfanz´ 20 Meter-Rakete, hauchdünn drüber (70.), mit der Beobachterrolle vorliebnahmen.
Eine Herangehensweise, die zwangsläufig im Gegentor enden musste. So war es Rister wenig später zwar im ersten Anlauf noch gelungen, einen zu unplatzierten Weber-Versuch abzuwehren, doch Joker Leon Kripke blieb im Film und versenkte den zentralen Nachschuss mit rechts zur längst verdienten Germania-Führung (74.).
Die SVL nun endgültig zum Handeln gezwungen, vermochte es aber weiter nicht, den Germanen so richtig gefährlich zu werden. Stattdessen setzte es auch durch das Zutun eines weiteren TGS-Einwechslers das vorentscheidende 0:2, als Weber bis zur Grundlinie ackerte, um den 30-fachen Aufstiegstorjäger Lennart Lux zu bedienen. Im Duett mit Abwehr-Fossil Patrick „Schotte“ Scheidt, der letztlich als Eigentorschütze in die Statistik einging, war das Ei ein zweites Mal ins Netz gegangen (78.).
Komplikationslos brachte der reif auftretende Kreisligameister seine Schäfchen ins Trockene, verpasste durch den etwas zu eigensinnigen Klug (Lux war neben ihm besser postiert) gar noch das mögliche 0:3 (90.+2). Chapeau, Germania!
In Klein Nordende werden nach diesem desaströsen Auftritt dagegen schon die schmerzlichsten Derby-Dystopien im Hinblick auf das kommende Auswärtsspiel beim nicht von wenigen hoch oben im Klassement erwarteten FC Elmshorn an die Wand gemalt…

Tore: 0:1 Kripke (74. Weber), 0:2 Scheidt (79., Eigentor, Weber)

gelbe Karten: Duffke, Scheidt – Tom Lipski

Schiedsrichter: Jörn Ole Augustin (SC Victoria Hamburg, Note 3)

Zuschauer: 60






Freitag, 3. Mai 2024

Spielbericht SV Lieth - Niendorfer TSV III

Keine Tore – zwei Gefühlslagen
Trostloses 0:0: für Lieth zu wenig – für den NTSV ein Jubel-Grund

Vor der Saison heiß um den Landesligaaufstieg gehandelt, mischte die SV Lieth trotz eines namhaft verstärkten Kaders doch schon vorzeitig  nicht mehr im Spitzenrennen der Bezirksliga West mit.
Passend dazu endete das letzte Heimspiel der Saison am Butterberg mit einer müden Nullnummer. Für die SVL, die vor dem Match den scheidenden Trainer Michael Blume nach zweijähriger Amtszeit und Sommer-Rückkehrer Nil von Appen verabschiedete, sicherlich zu wenig – für den Gegner dagegen ein gefühlter Sieg.
Ohne sämtliche unpässliche Innenverteidiger und das rotgesperrte Trainergespann verkaufte sich die zuletzt immer wieder formschwankende Drittvertretung aus Niendorf (Platz neun) beachtlich teuer.
Mit viel Disziplin ließen die Mannen vom juvenilen Aushilfstrainer-Duo Lassen/Risch kaum etwas zu, um mit Till Pruns´ Abseitstor die erste echte Duftmarke einer ereignisarmen Partie zu setzen (37.).
Glück hatte man derweil direkt vor dem Pausenpfiff, als Matteo Schuchhardt einen Stubenrauch-Freistoß dynamisch über den Quader köpfte (45.+2).
Ansonsten waren es die tapferen Bondenwald-Kicker, die dem Dreier an diesem Abend ein Mü näher waren. Vor allem, nachdem sich SVL-Veteran Patrick „Schotte“ Scheidt noch vor Passieren der Stundenmarke Gelb-rot wegen Meckerns abholte (56.). Zuvor war der Vorteil noch weiterlaufen gelassen worden, sodass erneut Pruns nach Flanke Robin Sitzlach zum aussichtsreichen Außenpfosten-Schuss gekommen war.
Apropos Außenpfosten: Diesen erwischte auf der anderen Seite auch Ben Kellner mit der rechten Klebe (74.). Verdient wäre der Siegtreffer für den Tabellenfünften auch nicht gewesen.
Bei reichlich Freibier, das den durch Stadionsprecher und Vereinsmacher Bo Hansen Tinnitus geplagten Zuschauern gereicht wurde, ließ sich der Kick zumindest halbwegs von außen bewältigen…

Tore: Fehlanzeige

gelb-rote Karte: Scheidt (SV Lieth, 56., Foulspiel + Meckern)

Schiedsrichter: Rohit Choudhry (SV Lurup)

Zuschauer: 50




Freitag, 4. August 2023

Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn

Star-Ensemble lässt erste Federn
Lüneburg-Doppelpack zu wenig gegen zähes TuS Holstein

Erster kleiner Dämpfer für den Liga-Favoriten! Elmshorn-Derbysieger am ersten Spieltag, im Pokal die ambitionierte Landesligatruppe von TBS Pinneberg rausgehauen – doch nun musste sich die prominent besetzte SV Lieth zu Hause mit einem Zähler gegen TuS Holstein Quickborn begnügen. „Die Bastion Butterberg wurde wieder nicht eingenommen!“, brüllte Stadionsprecher Bo Hansen nach Spielende fast schon etwas trotzig ins Mikrofon, das ihm der eine oder andere Gäste-Anhänger („So ein Idiot!“) im Rahmen der Bezirksliga West-Partie im Liether Wald sicher gerne entrissen hätte. Sportliche Genugtuung für das teilweise Fremdscham auslösende Gebaren des zweiten SVL-Vorsitzenden, den fernsehkundige Menschen u.a. aus der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ kennen, hatten die Elf Quickborner auf der grünen Kunstwiese zur Beschwichtigung des Holstein-Gemüts zweifellos entfacht.
Nicht unbedingt mit schönem Fußball, jedoch mit emsiger Zweikampfführung und dichter Staffelung - und sicherlich etwas Dusel!
Chancen für das in Rot gekleidete Star-Ensemble um die Lüneburg-Brüder ergaben sich nämlich in ausreichender Fülle. Und nicht nur das, versenkte Jan Lüneburg nach langem Zuspiel Tim Henningsens richtig spekulierend, dass der sonst überragende Fatih Sahin die Kugel als Innenverteidiger falsch einschätzte, zum umjubelten 1:0 (14.).
Sahin war es dann höchstpersönlich, der seinen Lapsus auf der anderen Seite wieder vergessen machte, schweißte er eine von Marian Rister nicht perfekt gefaustete Faizy-Ecke aus spitzem Winkel ausgleichend in die Maschen (23.).
An der Liether Überlegenheit hatte dies jedoch freilich nichts geändert. Gerade noch rechtzeitig gelang es Florian Walter, ein saftiges Henningsen-Geschoss hinter die Grundlinie zu klären (25.), während Philipp Matthiessen nach überragender Eröffnung von Abwehr-Methusalem Patrick „Schotte“ Scheidt (39) nur die Vertikalstange erwischte, ehe J. Lüneburg den Nachschuss etwas überhastet ins Nirvana schickte (41.).
Schlimmer noch erging es Matthiessen, als dieser freistehend Maximilian Konetznys Hereingabe drüber steuerte (44.). „Alter, war das knapp“, kommentierte ein User die Szene im fussball.de-Liveticker nicht zu Unrecht.
Die Quittung  dafür setzte es Mitte der zweiten (ebenfalls von den Gastgebern bestimmten) Hälfte, als Rister in hohen Lüften mit den Fäusten gegen Torben Handke zur Stelle war, nur platzierte er das Runde damit genau bei Kapitän Robin Strunz, dessen Heber aus der dritten Reihe tatsächlich den überraschenden Führungstreffer der ansonsten bieder auftretenden Jungs aus dem Holstenstadion bedeutete (68.). Da halfen auch die unangebrachten Stürmerfoulproteste, in deren Rahmen sich J. Lüneburg ein „Ticket“ wegen Meckerns einfing, nichts…
Wütend spielte Rot, zu dem sich im zweiten Abschnitt mit Nil von Appen der nächste aus höheren Gefilden Bekannte gesellte, nun gegen die drohende Schlappe an. Von Appens Eckstoß und J. Lüneburgs Kopfball mischten die Karten für die Schlussphase in der Tat noch einmal neu (72.). Der dritte (von vier) Treffer(n) übrigens schon, den von Appen in dieser Bezirksligasaison von der Fahne vorbereitete…
Aber was wurde jetzt aus der Jagd nach dem Heimsieg? Nicht viel, kloppte die leidenschaftliche Yilmaz-Equipe alles Gefährliche aus dem Sechzehner, um auch noch selbst zweimal durch Niklas Wolters Lupfer (75.) und einen Strunz-Versuch (83.) aufzuwarten.
Hinten hatte derweil Schlussmann Merlic Suhn alles im Griff. Gegen J. Lüneburg gelang ihm ein Monster-Reflex, den die hochschnellende Fahne des erfahrenen Rainer Sierk (Sportfreunde Uetersen) schnell für obsolet erklärte (89.).
Kurz brandete Jubel bei Suhn und Co schließlich Jubel auf, nachdem Andreas Voß (VfL Pinneberg) die Partie abpfiff und der Vier-Punkte-Saisonstart hüben wie drüben in Stein gemeißelt war.

Tore: 1:0 J. Lüneburg (14. Henningsen), 1:1 Sahin (23. Faizy), 1:2 Strunz (68. Handke), 2:2 J. Lüneburg (72. von Appen)

gelbe Karten: J. Lüneburg, F. Lüneburg – Handke, Faizy, Strunz, Veseli, Yilmaz (Trainer)

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 150




Achtung, von Appen-Freistoß im Anmarsch!




Freitag, 28. Juli 2023

Spielbericht FC Elmshorn - SV Lieth

Derbysieg von der Fahne
Standardtore entscheiden intensives Derby am Ramskamp

Nicht wenige haben in der 2023/2024-Ausgabe der Bezirksliga West die SV Lieth als den großen Aufstiegsfavoriten auf dem Zettel. Die ersten drei Punkte der neuen Serie konnte das prominent verstärkte Team vom Butterberg gleich einmal einfahren – und zwar drei ganz besondere!
Vor prächtiger Freitagabendkulisse war es nach zuletzt drei erfolglosen Anläufen wieder einmal gelungen, das große Derby gegen den FC Elmshorn für sich zu entscheiden.
Mit dem Rückenwind aus der 3:1-Pokalsensation gegen die zwei Klassen höhere SV Halstenbek-Rellingen war jedoch auch der FCE top in Schuss.
Hinten abriegeln und mit Tempo nach vorne lautete wieder das Motto der Gastgeber, die entsprechend im Konter ihre beste Torchance generierten. Alan Kados Fußabwehr in der eigenen Gefahrenzone folgte das rasche Umschalten, das den fixen Max Kleim auf die Reise gen SVL-Tor schickte, nur gelang es dem aufmerksamen Marian Rister, den Lupfer zu entschärfen (14.).
Die Liether machten es derweil vor allem bei hohen Bällen konkret. Der aus der Regionalliga zurückgekehrte Jan Lüneburg probierte sich per Flugkopfball (16.) – Maximilian Konetzny in der Disziplin der Fallrückziehers (41.). Alles schön anzusehen, aber letztlich (noch) nicht der Stein des Weisen in einem rassig geführten Derby.
Weniger spektakulär, aber dafür umso treffsicherer machte es J. Lüneburg ein Dutzend an Minuten nach dem Seitenwechsel, als sich der Ex-Norderstedter bei Nil von Appens Ecke in der Mitte hochschraubte und umjubelt einnickte (57.).
Wiederum von der Fahne verdoppelte die Elf aus dem Liether Wald den Spielstand. Mit langem Anlauf aus dem Gebüsch heraus trat von Appen das Leder in den Sechzehner, wo diesmal Konetzny auf dem zweiten Bildungsweg versenkte (66.).
Alles hatte mittlerweile für die mit reichlich höherklassiger Erfahrung gespickte Elf aus Klein Nordende gesprochen, ehe sich dem eingewechselten Ali Duman mit seiner Direktabnahme die perfekte Anschlusschance bot. Weil der Pokaldoppelpacker der Vorwoche hier aber vergeigte und auch im Nachsetzen nichts Besseres zustande kam (82.), schwanden die Hoffnungen der Weinroten auf Zählbares mehr und mehr dahin.
Stattdessen verhinderte A. Kados Faust auf der anderen Seite J. Lüneburgs 0:3 aus gut 22 Metern (86.).
Auch so gelang den Lüneburg-Brüdern und Co die erhoffte erste Duftmarke auf dem Weg in die Landesliga, während der FCE ein wenig zurück ist, auf dem Boden der Tatsachen.

Tore: 0:1 J. Lüneburg (57. Von Appen), 0:2 Konetzny (66. Von Appen)

gelbe Karten: Revutskiy, Vukmirovic, Karakaya, Sevinc – Rister, J. Lüneburg, Matthiessen, Raasch

Schiedsrichter: Hartmut Gertig (SSV Rantzau, Note 2)

Zuschauer: 130


Doppelter Vorbereiter: Nil von Appen

Ex-Regionalliga-Kicker Jan Lüneburg im Kopfballduell

FCE-Akteur Albert Revutskiy entkommt seinem Gegenspieler