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Samstag, 7. März 2026

Spielbericht TuS Borstel-Hohenraden - Moorreger SV

Vom Schlusslicht verdroschen
Schwarzer Samstag für den Moorreger SV – TuS Borstel mit Lebenszeichen

Zum Jahresauftakt 2026 eine 2:0-Führung bei Cosmos Wedel hergeschenkt (2:6 am Ende), avancierte das zweite Spieltagswochenende im neuen Jahr zum echten Albtraum für die abstiegsbedrohte Elf des Moorreger SV. Denn nicht nur, dass man beim Tabellenletzten mit 1:4 ausgezogen wurde; man verlor dabei auch noch den Torwart verletzt und die ungeliebte Konkurrenz aus der Nachbargemeinde zog tags drauf auch noch vorbei.
Was für ein schreckliches Gesamtbild, das sich zu Beginn des samstäglichen Ausflugs nach Tangstedt, wo der hiesige Kunstrasenplatz über die Dauer des eigenen Synthetikwiesenbaus zum vorübergehenden Asyl des TuS Borstel-Hohenraden herhält, noch gar nicht so deutlich abgezeichnet hatte.
Engagiert pressten die ordentlich gestaffelten Himmelsbargler das Schlusslicht in dessen eigener Hälfte fest – ohne aber so wirklich vors Tor zu kommen.
Dies spielte sich dafür auf der Gegenseite ab, als ein schön gezirkelter Freistoß von David Klass die perfekte Einschusschance für den aufgerückten Conner McConaghy bereitete, der Abwehrspieler aber gerade noch entscheidend gestört wurde (13.).
Ganz anders verhielt es sich wenig später bei einer freundlichen Einladung für Okan Yumut, die der 32-Jährige per 1:0 nicht ungenutzt ließ (20.).
Weiterhin emsig, aber vorne ohne Durchschlagskraft und hinten zu offen, brachten sich die Gäste weiter um ihre Pfründe, die im Falle von Klass und dessen Treffer nur die späte Abseitsfahne rettete (22.).
Nicht so aber in Minute 40. Mit dem richtigen Timing bediente Yumut seinen Kollegen Patrick Jordao Valadares, während sich MSV-Goalie Niklas Putt das berühmte Stück zu spät in die Szene  warf – Strafstoß TuS Borstel, den Yumut sicher rechtsunten versenkte (42.).
Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, endete eine Schusschance für Winterneuzugang Fatih Simsek im langen Abstoß, den Leon Prange gegen die Sonne völlig falsch einschätzte und unfreiwillig mit dem Kopf verlängerte, sodass der durchgelaufene McConaghy vor Puttmann zum 3:0-Halbzeitstand einspitzelte (45.+3). Weil Torschütze und Torhüter daraufhin zusammenkrachten, war die Partie für letzteren beendet und der Weg ins Spital geebnet. Irgendwie passend zum vermaledeiten Tag des MSV, dass der angerückte Krankenwagen beim Wendemanöver stecken blieb und erst durch Bergung des Feuerwehr Tangstedt und einen hilfsbereiten Landwirt und dessen Traktor von der Anlage kam…
An sportlicher Linderung versuchte sich kurz nach der Pause Dominik Körner mit einem mutigen Abschluss (auf Torwart Timo Herrmann, 49.), woraufhin die Borsteler dem vierten Tor etwas näher waren, als die Moorreger dem 3:1. Vor allem, nach Neal Belows Strafraumkontakt mit Joker Marvin Tramm. Da Yumut bereits ausgewechselt war, übernahm Kapitän Felix Storm, um jedoch an Puttmann-Vertreter Daniel Rosenzweig zu scheitern (70.).
Aufgeschoben war heute aber nicht aufgehoben, lupfte Sitki Alp das Spielgerät im Anschluss an Rosenzweigs Rettung gegen Tramm zum nachgeholten 4:0 ins Netz (83.).
Nicht wirklich relevante Ergebniskosmetik betrieben die Roten erst in der Schlussminute, verwandelte Prange einen nicht unbedingt zu pfeifenden Strafstoß zu präzise, als dass Herrmann trotz der geahnten Ecke parieren konnte (90.).
Ein kleiner Fleck auf der Robe des Siegers, die sich die Liebenow-Elf auch im kommenden Abstiegsduell mit der SV Lieth II überwerfen will. Mit diesem ersten Saisonsieg (zuvor punktete man nur durch fünf Remis) ist das rettende Ufer mit sieben Zählern Rückstand zumindest wieder ansatzweise in Sichtweite gerückt.
Der MSV, den es nun sogar unter den Strich zur Kreisklasse drückte, ruhen die Hoffnungen nun auf der passablen Heimbilanz – aber erst, nachdem die intensive und herausfordernde Auswärtsstation Roland Wedel möglichst glimpflich bestritten wurde…

Tore: 1:0 Yumut (20.), 2:0 Yumut (42., Strafstoßtor, Puttmann an Jordao Valadares), 3:0 McConaghy (45.+3, Herrmann), 4:0 Alp (83. Tramm), 4:1 Prange (90., Strafstoßtor, S. Pimenta Trindade an Franke)

Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV Seestermüher Marsch)

Zuschauer: 45

besonderes Vorkommnis: Storm scheitert mit Strafstoß an Rosenzweig (70., Below an Tramm).









Sonntag, 4. Mai 2025

Spielbericht TuS Borstel-Hohenraden - TV Haseldorf

Außenstelle des FC Bayern
Wie der Rekordmeister: TVH-Promotion scheitert weiter am Rechenschieber

„Ich weiß (…), dass wir da etwas aufs Parkett zaubern werden – Punkt!“, zeigte sich Noah Lüchau, Außenverteidiger des TV Haseldorf, nach dem ernüchternden 1:2 gegen den SSV Rantzau II und der damit vertagten Aufstiegsfeier gen Bezirksliga, mit Blick auf den zweiten Anlauf, „die Kiste klarzumachen“, kämpferisch. Nach der heiß erwarteten Gastspielreise ins nördlich gelegene Borstel-Hohenraden regierte jedoch wieder Tristesse, bei den Schloßpark-Kickern, denen es mit ihrem 2:2-Remis genauso erging, wie am Vortag dem FC Bayern München in der Bundesliga. Zwar fingen sich die „Appelplücker“ beim bereits geretteten Aufsteiger keinen Ausgleich in der Nachspielzeit, doch ohne rechnerische Gewissheit wollte sich (fast) keiner als Meister betrachten – trotz nun drei Punkten und lf Toren Vorsprung vor dem Saisonfinale gegenüber der Elf vom SC Egenbüttel II.
Meisterlich hatten sich die rot Gekleideten am Sonntagnachmittag auch freilich (wieder) nicht präsentieren können. Die Nervosität war wieder spürbar und resultierte in einem munteren Hin und Her, das erstmals der Tabellenelfte für sich nutzen konnte, indem sich Nikola Delic im nicht immer sattelfesten Zentrum durchnudelte und flach vor der Kiste zum 1:0 einschob (21.).
Wie schon im Rantzau-Spiel, galt es also, einen Rückstand zu egalisieren und tatsächlich fungierte der Ergebnisdämpfer auch diesmal als Triebfeder für mehr gesunde Initiative. Auf Flanke Tim Krieg und ein Missverständnis zwischen TuS-Fänger Levin Giese und Rico Steinweg war bereits Freude über das rasche Ausgleichstor aufgekommen, doch Marten Fülschers Treffer fiel der hochschnellenden Abseitsfahne des Assistenten zum Opfer (23.)…
Zeit zum Groll blieb jedoch nicht viel, ging es mit Fülschers Zuspiel gleich wieder ins Strafraum-Chaos, aus dem Lars Rose einen geblockten Lienau-Versuch diesmal ohne Beanstandungen des Schiedsrichterteams zum Ausgleich über den Kreidestreifen piekte (25.).
Plötzlich schien die Anspannung der Euphorie gewichen, zumal noch vor der Halbzeit weitere Fakten geschaffen wurden. Diesmal war es Kapitän Malte Olde, der sich des Abstaubers bediente, nachdem Joris Lüchaus Kopfball (Freistoß Noah Lüchau) den Weg noch nicht ins Tor gefunden hatte (39.).
Der TVH zur Pause voll auf Kurs, doch da war ja noch ein hochmotivierter Gegner, der kurz nach dem Wiederbeginn just erneut zum Spielverderber mutierte, als der aufgerückte Connor McConaghy eine Tramm-Ecke per feinster Rechtsschussbewegung am kurzen Pfosten einlochte – 2:2 (48.)!
An Chancen, den Ausgleich wieder zu reparieren, mangelte es den Gästen daraufhin nicht: N. Lüchaus hohen Freistoß wischte Giese über sein Gehäuse (51.), Casper Daleckis ruhender Ball rauschte direkt drüber (53.) und der wenig später ausgewechselte Rose ärgerte sich über Gieses behände Fußabwehr (65.).
Zu allem Überfluss begann nun auch „Bo-Ho“ plötzlich wieder mitzuspielen und ein ums andere Mal gefährlich aufzuwarten. Insbesondere bei Okan Yumuts Konterchance, die Jotter abtauchend vereitelte, war gewiss mehr möglich (72.).
So blieb es bis in die zunehmend hektische Schlussphase ausgeglichen. Abermals zu früher TVH-Jubel (Abseitstreffer Linus Lastella, 88.) und der Versuch, die TuS-Kombi vom 2:2 zu wiederholen (diesmal konnte McConaghys Abschluss geklärt werden, 90.+5) gingen noch in die Annalen der Partie ein – dann war Feierabend! Nur ohne (Meister-)Feier des TV Haseldorf, der nun tatsächlich ein positives Saisonfinale für sich benötigt. „Wenn alle Stricke reißen sollten, haben wir einen dritten Matchball“, hatte N. Lüchau in der Vorwoche bereits geunkt. „Ist beim Tennis oft so gewesen, dass sich das Match nochmal dreht. Ich bin da fest von überzeugt, dass das nicht so sein wird“, bleibt der Optimismus, obwohl es gegen die Reserve der SV Lieth „nochmal schwer“ wird. Auf dem Klaus-Waskow-Platz in Klein Nordende geht das Fernduell mit dem SC Egenbüttel II (zu Gast bei Union Tornesch III) nun also in sein Staffelfinale. Die Meister-Story der Bayern sollte am Ende ja durch gegnerischen Punktverlust ein Happyend erreichen – nun muss nur noch die Außenstelle aus der Marsch nachziehen…

Tore: 1:0 Delic (21.), 1:1 Rose (26. Lienau), 1:2 Olde (39. J. Lüchau), 2:2 McConaghy (49. Tramm)

gelbe Karten: Hintze, C. Kölln, J. Carrasqueira Alves, Yumut – J. Lüchau, N. Lüchau

Schiedsrichter: Leif Menke (SC Sternschanze)

Zuschauer: 130







Dienstag, 9. April 2024

Spielbericht TSV Gut Heil Heist - TuS Borstel-Hohenraden

Filmreif
Seitfallzieher und Tom Kruse: TSV Heist stürzt den Tabellenführer

03.09.2023: die Kickers Halstenbek gewinnen ein vogelwildes Auswärtsspiel mit 7:6 und fügen dem TSV Heist damit die dritte Heimniederlage in Serie zu. Frust bei den Gastgebern, deren Blick zwei weitere (auswärts-)Niederlagen weiter abwärts schweifen lassen.
Seit dem ist jedoch viel passiert, an der Hamburger Straße. Insbesondere in 2024, wo man mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen aufwartete, mauserte man sich nun zum ernstzunehmenden Team der Stunde der Kreisklasse 1.
Da kam der Tabellenführer aus Borstel-Hohenraden doch gerade recht zum Nachholduell!
Wer dieses nicht von Anfang an aufmerksam verfolgte, sondern lieber eine Krakauer aus dem dortigen Weber Grill verhaftete, machte erstmal alles richtig. Die Heistmer standen tief, riegelten jegliche Räume konzentriert ab, während die Gäste zu selten einmal das überraschende Eins-gegen-eins suchten.
Abschlüsse, wie ein gar nicht mal so schlechter von Stürmer Timo Kölln (28.) ereigneten sich folgerichtig aus der zweiten Reihe.
Der TSV Gut Heil, dem auch Julian Kühls frühes Krampf-Aus (27.) keinen Schaden im System zufügte, sparte sich den Vorwärtsgang derweil für den zweiten Abschnitt auf. Per Freistoß und anschließender Ecke (58.), sowie im Anschluss an einen Einwurf über links (59.) deutete sich an, was wenig später gelingen sollte: Paul Smit von Eckfahne, Björn Schramm quer in der Luft und die Heim-Führung per Seitfallzieher war perfekt (64.)! Hinten teils in Stuntman-Manier mit bärenstarker Zweikampfquote – vorne artistischer Torschütze: der Arbeitsnachweis des 34-Jährigen konnte sich heute Abend sehen lassen!
Wütend schaltete der zuletzt viermal siegreiche Primus wieder den nötigen Gang hoch, um durch Christopher Brauch nur einen dankbaren Torwartball (68.) und einen abgefälschten T. Kölln-Schuss ans Außennetz (78.) zu kreieren.
Gefährlicher wurde es da schon, als der eingewechselte Kevin Latzel einen Storm-Vorstoß im Fallen nicht belohnte (83.) und der ebenfalls von der Bank gekommene Max Broscheit völlig überhastet am blanken Tor vorbei zielte (85.). Die Roten wackelten mittlerweile bedenklich, doch auch an Latzels nächsten Anlauf aus zentraler Position kam noch ein Heim-Akteur rettend heran (86.).
Und so kam es, wie es so häufig kommt, wenn man seine eigenen Chancen nicht nutzt. Ballverlust auf rechts, Nick Scharrel weiter zu Jakob Schmidt und dieser mit viel Auge für den durchgestarteten Tom Kruse – 2:0 durch den Tempo- und Tor-gierigen Joker (88.)!
Für die insgesamt sechsminütige Nachspielzeit war dann jedoch noch das große Zittern angesagt, weil der ansonsten glücklose T. Kölln Latzels Hereingabe von rechts verkürzend zum 1:2 nutzte (90.+3).
Mit viel Leidenschaft und dem Mut zum konsequenten Wegbolzen brachte der TSV Heist die drei Punkte aber ins Ziel. – Und damit auch die Aussicht darauf, heimlich, still und leise noch ein wenig um Platz drei, der möglicherweise im Nachrückerverfahren hinauf in die Kreisliga führt, mitreden zu können. Ausstehende direkte Duelle, beispielsweise gegen Gencler Birligi und den im Hinspiel besiegten TSV Seestermühe und diverse Nachholspiele ligaweit lassen dieses filmreife Szenario jedenfalls nicht komplett utopisch erscheinen…

TSV Heist: Scholz – Kühl (27. Kock), M. Münster, Schramm, Müthel (90. Koppers) – Bastide – Scharrel (90. Huber), J. Schmidt, Krüger (69. Wiechmann), Thiemann (69. Kruse) – Smit, Trainer: Philipp von der Reith & Benjamin Wörmcke

TuS Borstel-Hohenraden: Giese – T. Schmidt (66. Alasan), Storm, C. Kölln, Steinweg – Alp (66. Latzel), Delic, Bätge, Tramm – Brauch (80. Broscheit), T. Kölln, Trainer: Maximilian Gloszat


Tore: 1:0 Schramm (64. Smit), 2:0 Kruse (88. J. Schmidt), 2:1 Kölln (90.+3 Latzel)

gelbe Karten: Schramm, Bastide, Smit – T. Schmidt, T. Kölln, Latzel

Schiedsrichter: Lukas Fleischer (SV Hörnerkirchen)

Zuschauer: 40