Spielverderber in der Warteschleife
Wespe-2012er
vermiesen Union den Aufstieg und hoffen nun selbst
Die Macher des Spielplans meinten es offenbar gut mit der Frühjahrsausgabe der
U14-Bezirksliga 08, elektrisierte der letzte Spieltag noch einmal mit Spannung
rund um den finalen Aufschlag in Tornesch. Die Losung am sonnenbeheizten Großen Moorweg: ein
Sieg und die Gastgeber wären aufgestiegen, während auch Widersacher SV
West-Eimsbüttel mit einem Dreier und Schützenhilfe auf anderem Platz direkt in
der kommenden U15-Landesliga wäre.
Eine Konstellation, die den Rechenschieber auch auf dem Platz, in den Köpfen
der Spieler, erkennen ließ. Die spielerische Handbremse angezogen, die
Zweikämpfe dafür umso intensiver. Irgendwie fast logisch, dass das Tor per
Standard fiel, als Lionel Wendlandt eine Ecke zum 0:1 für Wespe verwertete. Die
Quittung für Union, dass man aus der optisch etwas besseren Performance zuvor
kein Kapital schlug.
Und das hinterließ Spuren, häuften sich bei den Blauen fortan die kleinen
Unzulänglichkeiten, während die Gäste nun ihre Druckphase gestalteten. Einige
Eckstöße, noch mehr Abseitspfiffe und ein satter Wendlandt-Versuch, knapp
vorbei (34.), markierten allerdings das höchste der weiteren Gefühle, die auf
der anderen Spielfeldhälfte nochmal ins Zittern umschlagen sollten, als Noah
Sommer den zweiten Ball einer Ecke zum gefährlichen Abdruck mit rechts nutzte
und damit nur knapp aus der zweiten Reihe verfehlte (35.+2).
Abzuschreiben war die Elf von Trainer Manuel Orhan also auf keinen Fall, doch
auch der jetzt etwas mutigere Auftritt mündete nicht in exorbitanter Torgefahr.
Nach feiner Vorarbeit durch Christiano Matti über links knisterte es dennoch
einmal richtig im Wespe-Sechzehner, nur zögerte Mats Löhndorf viel zu lange mit
dem Abschluss, der letztlich, von Luke Gerritsen geblockt, im Tor-Aus landete
(49.).
Das Team in weiß wiederum verpasste es unterdessen, den besten ihrer gerne
bemühten Umschaltangriffe gen Tiefe ins Ziel zu bringen, zischte Gerritsens
Versuch auf Zuspiel Liam Gukalins nur um ein Stückchen links vorbei (45.).
Ebenso zum Einläuten der Schlussphase (60.), in der Union natürlich nochmal in
das zwei-Tore-Wunder zur Landesliga investierte. Die Waffen blieben dabei aber
weiter zu stumpf, um den aufmerksamen Nick Helms zwischen den Wespe-Pfosten zu
überwinden.
Das „Endspiel“ verloren – der Aufstiegstraum geplatzt! Eine gute Saison,
inklusive Gewinn der eigenen Vorrundenstaffel, geht daher letztlich als unvollendet
in die Mannschaftshistorie der Union-2012er ein. Das anschließende Abschlussgrillen
auf dem Gelände des Torneums schmeckte den Beteiligten da schon deutlich besser
als das sportliche Abschneiden.
Der Spielverderber aus Hamburgs Stadtteil Stellingen bleibt der dritthöchsten
Klasse auf HFV-Ebene wohl ebenfalls erhalten. Weil der Harburger SC zeitgleich
beim SV Rugenbergen nichts anbrennen ließ (1:6) und sich damit sogar zum Meister
(22 Punkte) vor dem SV Groß Borstel (21) und dem FC Alsterbrüder (20) krönte,
steht am Ende der undankbare vierte Platz – einen Zähler vor den Jungs aus
Tornesch (18).
So steht Wespe ungeduldig in der Warteschlange für die Promotion, die nur durch
eine nicht-Meldung eines Kontrahenten oberhalb der Bezirksliga am grünen Tisch
einträte.
Tore: 0:1 Wendlandt (24.)
Schiedsrichter: Tim Brinke (Heidgrabener SV)
Zuschauer: 80
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| Symbolbild: Wespes Luke Gerritsen (rechts) stört Christian Becker beim Kopfball. |