Ferizi
ersetzt sie alle
Gala-Auftritt
des Angreifers lässt RWWs Personalsorgen vergessen
Ahmet Kilic musste nach Spielende erstmal tief durchatmen. Felsbrocken fielen
dem Coach des SV Rot-weiß Wilhelmsburg vom Herzen, nachdem sein Team den
Rivalen FC ZaZa trotz übelster Personalprobleme mit einer reifen Vorstellung
mit 4:1 vom Hof jagte.
Den besseren Beginn legten jedoch zunächst die Gäste hin. So war RWW-Keeper
Ertegün Yildirim früh zum erfolgreichen Eingriff gegen Ramazan Gün aus 17
Metern gezwungen (3.).
Geklingelt hat es dafür auf der anderen Seite. Rot-weiß mit einem
festgefahrenen Angriff, doch Kushtrim Ferizi machte per Linksschuss aus 24
Metern doch noch eine Erfolgsgeschichte aus der ersten eigenen Offensivregung
(10.).
Verlass blieb unterdessen auch auf Goalie Yildirim, der wenig später einen
Can-Kopfball entschärfte. Doch auch sein Gegenüber kann es auf der anderen
Linie, ffischte Mehmet Öztürk einen Freistoß Erdal Kilic´ wunderbar aus dem Winkel.
ZaZa blieb für die zweite Hälfte gut im Geschäft und freute sich – nur kurz –
über den vermeintlichen Ausgleich, den der eingewechselte Fahrettin Gönlüacik
bei der Verarbeitung einer Akdag-Flanke unter klarem Handspieleinsatz, ähnlich
wie einst Oliver Kahn anno 2001, erzielte (54.). Ein Schiedsrichter von der
Qualität eines Markus Dahms (TuS Finkenwerder) lässt sich davon natürlich nicht
täuschen. Ohnehin hatte der oberligaerfahrene Mann das brisante Türkisch/Kurdische
Duell mit seiner konsequenten Ansprache überragend im Griff.
In völlig legaler Manier zeigte Christopher Bruhn, knapp vor Passieren der
Stundenmarke, wie man es richtig macht. Ein schneller Konter über die linke
Seite schaltete ZaZas Defensive aus, sodass Ferizi vor dem Tor nur noch
querzulegen brauchte. Bruhn nahm dankend an und verdoppelte den Vorsprung der
heuer ohne sieben abwesende Urlauber und einem Torhüter (Ibrahim Senol) im Feld
agierenden Wilhelmsburger (59.).
Die Gäste wollten sich jedoch nicht aufgeben und verkürzten auf 2:1, als Onur
Yayan einen Sürmeli-Freistoß unbedrängt im Strafraum im Strafraum einköpfen
konnte (65.).
Zeit, die dritte Schlappe in Serie abzuwenden, war noch genug, doch zu oft
schlichen sich Ungenauigkeiten ins Spiel des kurdischen Teams.
Stattdessen machte Rot-weiß nach Ferizis Eckball in Person von Bruhn alles klar
(73.), um in der Schlussminute einen weiteren Bilderbuch-Konter, abgeschlossen
zum 4:1 vom nicht zu bremsenden Ferizi, aufs rote Parkett am Rotenhäuser Damm
zu legen.
Für Übungsleiter Ahmet Kilic ein Grund zur Freude: „Nach den ersten 20 Minuten
haben wir heute ein richtig gutes Kampfspiel hingelegt. Es war sehr wichtig,
nach dem Spiel gegen den Escheburger SV, wo wir allein in den ersten 23 Minuten
fünf Riesenchancen auslassen und gegen nachher neun Mann verlieren, wieder
einen Sieg zu schaffen. Ich bin sehr stolz auf meine ersatzgeschwächte
Mannschaft!“.
Mit einem weiteren Erfolg am kommenden Wochenende beim Kellerkind des DSC
Hanseat würde RWW nicht nur den Trainer weiter stolz machen, sondern auch in
Reichweiter zu den Plätzen an der Sonne der Kreisliga 4 gelangen. Der FC ZaZa
hat dagegen mit Vatan Gücü die nächste harte Nuss zu knacken, um nicht unten
hineinzugeraten.
Tore: 1:0 Ferizi (10.),
2:0 Bruhn (59. Ferizi), 2:1 Yayan (65. Sürmeli), 3:1 Bruhn (73. Ferizi), 4:1
Ferizi (90. Yalcin)
beste Spieler: Yildirim, Ferizi,
Bruhn – geschlossene Mannschaftsleistung
gelbe Karten: Bruhn, Oksüz –
Demirtag, Gün, F. Gönlüacik, Sürmeli
Schiedsrichter: Markus Dahms (TuS
Finkenwerder, Note 1)
Zuschauer: 60
Samstag, 8. Oktober 2011
Spielbericht SV RW Wilhelmsburg - FC ZaZa Hamburg
Samstag, 20. November 2010
Spielbericht SV RW Wilhelmsburg - ASV Hamburg
Erfolgreiche Rache
RWW schlägt den ASV Hamburg in der
Höhe der Hinspielniederlage
Die Mannschaft des SV Rot-Weiß Wilhelmsburg hat sich
erfolgreich für das verlorene Hinspiel gegen den ASV Hamburg gerächt und den
Gegner mit einem verdienten 3:0-Sieg vom eigenen Grand gefegt.
Von Beginn an waren es die Gastgeber, die besser
kombinierten und durch einen starken Einsatz von Christopher Bruhn, nach
sehenswertem Heber in den Lauf, zu ihrer ersten Torgelegenheit kamen (6.). In
der 16. Minute stand erstmalig Schiedsrichter Lars Blunck im Mittelpunkt, als
RWW-Torhüter Ibrahim Senol außerhalb seines Strafraumes mit der Hand gegen den
heranstürmenden Maseehla Kohistani klärte.
Blunck verzichtete aber auf den Platzverweis, da laut dessen
Aussage kein absichtliches Handspiel vorgelegen habe. Da der nachfolgende
Freistoß abgefälscht im Aus landete, gab es einen Eckball, der für einen
weiteren Aufreger sorgte, denn der RWW-Schlussmann sprang auf Höhe des kurzen
Pfostens elfmeterreif in Gegenspieler Sohrab Nouri hinein, der daraufhin eine
zweiminütige Behandlungspause benötigte. Der Pfiff blieb jedoch aus…
Ab der 25. Minute war die Partie nun wieder sportlich
furios, als zunächst Wilhelmsburgs Ferhat Celebi aus 20 Metern, zentraler
Position, verzog und nur 120 Sekunden später der erste Treffer der Begegnung
fiel. Ein Eckball von Linksverteidiger Erdem Kilic konnte von ASV-Torhüter
Tobias Patow nicht situationsgerecht geklärt werden, was Defensivmann Deniz
Yalcin per Dropkick aus 25 Metern in die kurze Ecke böse bestrafte.
Das 1:0 war der Höhepunkt der rot-weißen Drangphase, die
Bruhn nur vier Minuten nach dem 1:0-Führungstreffer hätte krönen können, doch
der hoch gewachsene Stürmer vergab nach schön gespieltem Angriff über Ferhat
Celebi und Fatih Akyil.
Einen gut heraus gespielten Angriff brachten dann auch in
der 41. Minute die Gäste zustande.
Wahid Afshar und Najib Naderi zeigten sich hier als
Wegbereiter für Majid Baydar, der jedoch mit seinem Linksschuss aus halblinker
Position lediglich das Außennetz traf.
Christopher Bruhn, mit der ungewöhnlichen Trikotnummer 99
ausgestattet, zeigte ihm, wie man es besser macht. Ein hoher, langer Ball von
der Mittellinie, gespielt von Baris Taser, reichte hier aus, um die gesamte
ASV-Abwehr zu entblößen, was Bruhn mit einem genauen Heber über den
herausstürmenden Patow an der Strafraumgrenze nutzte.
2:0 kurz vor dem Pausentee – einen besseren Zeitpunkt hätten
die Gastgeber hierfür gar nicht wählen können.
Zurück aus den Kabinen, kam es in der 52. Minute zu jeweils
einer guten Torchance auf beiden Seiten. Zunächst löste sich Rot-Weiß-Akteur
Taser sehr gut von zwei Gegenspielern, scheiterte jedoch mit seinem Linksschuss
aus spitzem Winkel an Patow; im Gegenzug musste nun Patows Gegenüber sein
Können im Mann gegen Mann beweisen, als Ilias Jowan schräg aufs Tor zulief. Der
Spielstand blieb jedoch der alte: 2:0.
Ebenso, als sich Bruhn sehr gut auf der linken Seite gegen
zwei Gegenspieler durchsetzte, seine verunglückte Flanke daraufhin knapp über
das Tor schickte (56.).
Die Mega-Chance schlecht hin zum Anschlusstreffer ließ
ASV-Angreifer Jowan liegen, indem er seinen harten Rechtsschuss nach einem
langen Diagonalball auf die rechte Seite an die Unterkante des Querbalkens
setzte.
Im Anschluss an einen Freistoß von Erdem Kilic, der noch die
Latte streifte, war wieder der ASV an der Reihe, sich im Torabschluss zu
inkonsequent zu zeigen. Der in der Mitte völlig unbehelligte Kohistani hatte
nach einer Naderi-Flanke den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Senol rettete
auf zwar unkonventionelle, aber erfolgreiche Art und Weise im zweiten Versuch.
Nach genau 70 Spielminuten zeigte der ansonsten großzügige
Schiedsrichter nach einem Handspiel im Strafraum der Gastgeber auf den Punkt.
Strafstoß für den ASV Hamburg! Kapitän Najib Naderi übernahm die Verantwortung
und schickte das Leder links über den Kasten. „Ein ganz schwacher Elfmeter!“,
befand nicht nur sein Trainer.
Die Gäste hätten mittlerweile mindestens das 1:2 verdient,
doch beste Torchancen konnten nicht genutzt werden. Auch der eingewechselte
Joseph Groth reihte sich in Minute Nummer 71 nach einem starken Ballgewinn an
der Strafraumgrenze mit einem Schuss ans Außennetz in die Riege der Pechvögel
ein.
Den Schlusspunkt des lustigen Auslassens von Großchance beim
ASV setzte schließlich Baydar, nachdem sich Jowan zunächst im
Sechzehner-Getümmel durchsetzte. Senol
rettete diesmal im Stolpern gegen Baydars Linksschuss aus 25 Metern.
Die sportliche Endnote blieb dann am Ende dem Team vom
Rotenhäuser Damm vorbehalten.
Schöne Flanke von der rechten Seite und ein problemloses
Kopfballtor vom blank stehenden Bruhn räumten in der 79. Minute jegliche
Zweifel an einem Heimsieg aus. Und das gerade in der Phase, in der die Gäste
nah dran waren, die Partie wieder offen zu gestalten.
Der SV RW Wilhelmsburg gewinnt also insgesamt verdient gegen
einen ASV Hamburg, dem das Fehlen diverser Stammkräfte deutlich anzumerken war.
„Wir waren heute wirklich mit einer Notmannschaft hier. Letztendlich waren wir
nur 13 Mann, da sich noch beim Aufwärmen zwei Spieler verletzten. Trotzdem
haben wir die erste Halbzeit komplett verschlafen, hatten die falsche
Einstellung. Die zweite Halbzeit war dann akzeptabel. Wir haben uns einige
Chancen herausgespielt, aber halt nicht genutzt. Machen wir das 1:2, läuft das
hier ganz anders.“, wusste der ASV-Trainer im Anschluss an die Begegnung
detailliert zu berichten. „Unser Ziel ist es aber weiterhin aufzusteigen, daran
halten wir fest!“, zeigte sich der Übungsleiter dann aber wieder kämpferisch.
Auf der anderen Seite sah RWW-Verteidiger, Erdem Kilic zwei
komplett unterschiedliche Halbzeiten: „In der ersten Halbzeit waren wir klar
besser und in der zweiten Hälfte hatte der Gegner einige Möglichkeiten,
auszugleichen, aber denen fehlte halt der richtige Stürmer, der sie einfach
rein macht“, befand der Akteur von der linken Seite.
Durch diesen Sieg pirscht sich sein Team langsam an die
Spitzengruppe der Liga heran, während der ASV Hamburg in den Rückspiegel
schauen sollte, denn alle Teams auf den folgenden Tabellenplätzen haben noch
einige Nachholspiele zu bestreiten.
Tore: 1:0 Yalcin (27. E. Kilic), 2:0 Bruhn (45. Taser), 3:0
Bruhn (79.)
beste Spieler: Bruhn, E. Kilic – Jowan
Schiedsrichter: Lars Blunck (SC Alstertal/Langenhorn, Note 4,5)
Zuschauer: 32
besonderes Vorkommnis: N. Naderi (ASV Hamburg) schießt Strafstoß (Handspiel) über
das Tor (70.).