Blaulicht statt Befreiungsschlag
Keller-Krimi
am Butterberg wegen Verletzung abgebrochen
Betroffenes Bangen, betretene Stille und mittenhinein der Abpfiff. Der 25.
Spieltag der Bezirksliga 01 endete für Jan Schiebuhr, Mittelfeldspieler der SV
Lieth, per Blaulicht im Spital.
Eigentlich sollte es im Abstiegskracher seiner Farben (Platz 15, 16 Punkte)
gegen die Vierte des HSV (12., 20 Zähler) den großen Befreiungsschlag geben.
Ein hehres Ziel, wie schon die Anfangsminuten belegten. Vor allem, weil sich
die Liether früh selbst ins Hintertreffen brachten. Unter Pressingdruck spielte
Tormann Patrick Klösel den Ball zwischen zwei halbgaren Anspielstationen durch,
direkt in die Füße des ebenso prompt von links hoch abziehenden Massimo Graci
und der 0:1-Fehlstart ins vorgezogene „Endspiel“ um den Klassenerhalt war
perfekt (9.).
Die Gäste daraufhin das bessere Team, doch zwingende Momente, wie Finn
Carlssons zentraler Abdruck (drüber, 12.) gab es erst in Richtung
Halbzeitschlussphase zu vermelden, als Carlssons Kopfball Klösel zur
Glanzparade zwang (36.) und der Goalie seinen Lapsus zum Gegentor spätestens im
starken Eins-gegen-Eins mit dem durchgestarteten Noah Brämer wettmachte (39.).
Und kaum brüllte Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen seine Lobpreisung des
Torstehers ins Mikrofon, machte der „Titan“ gegen Piet Bussink-Becking
geschwind die kurze Ecke zu.
Die SVL, deren einzig valides Lebenszeichen aus Meraja Magens´ Rückraumschuss
mit frechem Schnitt (32.) bestand, blieb damit top im Match, das nun wiederum
der HSV mit einer völlig missratenen Rückgabe auf Gleichstand polte. Tim
Hör´le, der nebenbei hauchdünn an gelb-rot für wiederholtes Foulspiel vorbei
schrammte (45.+1), servierte per Zuspiel in die Strafraum-Mitte Felix Schröders
Ausgleichstor im Dazwischenspritzen (43.). Die Idee, den Verteidiger für die
Rückrunde ganz nach vorne zu beordern, hat sich mit jetzt drei Saisontoren
jedenfalls schon mal bezahlt gemacht.
Die Freude darüber sollte allerdings nach dem Seitenwechsel verflogen sein,
schafften es die Breitensportler des Ex-Bundesliga.Dinos, das Tempo von
Linksaußen Brämer immer besser auf die Schiene zu bringen. Bei Gracis Verfehlen
war dies aus SVL-Sicht noch gutgegangen (52.), doch dann schickte Marvin Nietgen
den „23er“ im Drei-Stationen-Konter auf den unaufhaltsamen Weg zum 1:2 in die
lange Ecke (56.).
Das Umschalten also eine Stärke des HSV – hat sich nur irgendwie nicht bis zu
den Hausherren herumsgesprochen. Florian Gebauers langer Schlag aus der
Innenverteidigung, Lennart Plötzkys Kopfballverlängerung und schon war Nietgen
frei durch für den Rechtsschuss, den Klösel nicht mehr entscheidend blockieren
konnte (62.). Der mitgereiste Anhang in voller Freude, zumal Brämer zwanzig
Minuten vor dem Ende mit links alles hätte klarmachen können, wäre der Kasten
nur ein wenig breiter gewesen (70.).
So aber blieb die SV Lieth noch am Leben, ehe ihr Herzschlag dank des 2:3-Anschlusstreffers
wieder so richtig in Schwung kam. Einen Flugball des nach ewiger
Verletzungspause sofort weiterhelfenden Magens hatte Finn Struve formvollendet
mit der Hacke zu Tom Busse weitergeleitet. Der Treffer war da nur noch
Formsache (74.).
War hier also doch noch etwas drin? Ein Behrens-Kopfball, den HSV-Fänger Ather Aldakhe
schön aus dem kurzen Eck fischte (83.), fand trotz aller Bemühungen jedoch
keine torgefährlichen Nachahmer.
240 Sekunden Nachspielzeit blieben letztlich noch als letzter Rettungsring, bis
bei exakt 138 von ihnen Plötzkys Lufteinsatz in den Rücken von Schiebuhr mit
dem unsanften Aufprall des Liethers endete und die folgende Versorgung des
hauptberuflichen Gemeinschaftsschullehrers, unterstützt durch eine anwesende
Rettungsassistentin aus dem Publikum, eine unabsehbare Länge einnahm.
Schiedsrichter Hasan Biyikli (VfL Hammonia) brach die Partie schließlich nach
Unterredung mit den beiden Spielführern ab. Eine Neuansetzung scheint aufgrund
der Einstimmigkeit der Entscheidung am wahrscheinlichsten.
Aus dem Umfeld des Verletzten folgte unterdessen bereits im Laufe des
Wochenendes Entwarnung. Eine amtliche Gehirnerschütterung und eine Gesichtsoptik
aus dem Schwergewichtsboxen können getrost als glimpflicher Ausgang des
Kopf-Aufpralls gewertet werden. Alles andere muss nun eben der Hamburger Fußballverband
entscheiden.
Tore: 0:1 Graci (9.), 1:1 Schröder (43.), 1:2 Brämer (56. Nietgen),
1:3 Nietgen (62. L. Plötzky), 2:3 Busse (74. Struve)
gelbe Karten: Behrens – Hörle, L. Plötzky
Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia)
Zuschauer: 75
besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen eines
Krankenwageneinsatzes (90.+3).
Freude über wertlose Tore? Der HFV muss nun über eine mögliche Neuansetzung entscheiden.
Freitag, 10. April 2026
Spielbericht SV Lieth - Hamburger SV IV
Samstag, 27. Juli 2024
Spielbericht Niendorfer TSV VI - Hamburger SV IV
Unkonzentrierte
Tor-Flut
Bezirksligist
HSV IV zermalmt neue NTSV-Sechste – aber zu niedrig
Weit weg von jeglicher Pokalromantik löste die Viertvertretung des HSV ihre
Erstrundenpflichtaufgabe überdeutlich mit 27:0.
Auswärts bei der neu formierten Sechsten des Niendorfer TSV (Kreisklasse B)
punktete der Bezirksligist, dem im HFV-Pokal (einst Heino-Gestenberg-Pokal)
naturgemäß eine nicht aussichtslose Siegchance eingeräumt wird, in allen
fußballerischen Belangen.
Sechs Minuten und den einen oder anderen Eckstoß hatte man an Anlauf benötigt,
um durch Yannick Bröer auf Steilpass von Jacques Harmuth in Front zu gehen
(6.).
Von nun an kam es knüppeldick für den NTSV, bei dem einige Akteure noch nie
oder lange keinen Vereinsfußball (mehr) spielten. Verdeutlicht wurde die um
Längen höhere Handlungsschnelligkeit der Gäste beim 0:2, das Harmuth (zum Teil
eins in Niendorf ausgebildet) per Ecke auf Innenverteidiger Aron Pauels
initiierte. Den Kopfball des wuchtigen 4ers blockierte zunächst die Querlatte,
ehe Marlon Behrendt im Strafraum als einziger auf den zweiten Ball ging (8.).
Ohnehin wusste Behrendt heute, wo die Kiste steht. Bereits zum Pausenpfiff fand
sich seine Rückennummer 10 viermal (am Ende achtfach) auf der Spielnotizkarte
des nicht geforderten Schiedsrichters (der in diesem mit Ansage einseitigen
Duell sogar mit Personal an den Linien auflief) wieder. Der Gesamtspielstand
betrug da bereits 0:14.
Ein wenig unter diesem Schnitt blieben die Norderstedter, die den zweiten
Abschnitt gleich mit Behrendts, über rechts vom eingewechselten Keyhan Gögce
vorbereiteten, fünften Streich eröffneten (46.), nicht nur, weil sie zwischen
diesem 0:15 und Gögces 0:16 (56.) ganze zehn Minuten ins Land gehen ließen,
sondern vor allem, weil sie mehr und mehr der Schlendrian in der
Chancenverwertung heimsuchte.
Teils groteske Abschlüsse neben oder über das Tor, die Kapitän Bröer nach der
Partie als „Slapstick“ einordnete, verhinderten einen Erfolg jenseits der
30-Tore-Marke. Auch der zunehmend mutigere und natürlich auch warmgeschossene
Justus Sage bewies trotz fehlender Torwartausbildung nicht nur gegen Gögces
Rechtsschuss (83.) Reflexkönnen.
Am Ende 27 Mal hatte der Goalie der aufgrund ihrer Trainerlosigkeit von
Platzwart und Fußballobmann Carrel Segner betreute Elf das Spielgerät dennoch
aus den Maschen holen müssen. Insbesondere, wenn es der HSV zielstrebig über
außen – vornehmlich über Tobias Stanges rechte Außenbahn – machte, gab es für
keinen Heim-Akteur ernsthaft etwas entgegenzusetzen. „So werden sie es auch in
der Kreisklasse B schwer haben“, prognostiziert ihr Chef für ein Spiel „seiner“
Equipe, für die es am kommenden Wochenende gegen die dritte Mannschaft des SV
Großborstel erstmals um Punkte geht, eine harte Saison. Der HSV hat mit TuS
Holstein Quickborn derweil ebenfalls ein ordentliches Brett zum Auftakt der
Bezirksliga Nord zu bohren.
Tore: 0:1 Bröer (6.
Harmuth), 0:2 Behrendt (8. Pauels), 0:3 Bröer (9. von Elm), 0:4 Stange (10.),
0:5 Bröer (13.), 0:6 Stange (16. Nietgen), 0:7 Stange (22. Bröer), 0:8 von Elm
(26. Andersen), 0:9 Behrendt (28. Harmuth), 0:10 Behrendt (29. Witzke), 0:11
von Elm (35. Bröer), 0:12 Harmuth (40. Nietgen), 0:13 Bröer (42. Behrendt),
0:14 Behrendt (43. Stange), 0:15 Behrendt (46. Gögce), 0:16 Gögce (56.
Behrendt), 0:17 Stange (58. Pauels), 0:18 Behrendt (59. Stange), 0:19 Bröer
(65. Behrendt), 0:20 Gögce (71.), 0:21 von Elm (73.), 0:22 Behrendt (75.
Stange), 0:23 Gögce (78. von Elm), 0:24 Harmuth (82. von Elm), 0:25 von Elm
(84.), 0:26 Gögce (86. Harmuth), 0:27 Behrendt (89. Stange)
Schiedsrichter: Leif Menke (SC
Sternschanze)
Zuschauer: 30





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