Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr
viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch
Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung
schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern,
um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben
mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene
Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten
Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber
dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit
aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“
und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast
immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber
ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das
0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter
mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte
(8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen
lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er
nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den
eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1
gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko
zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter
die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem
4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias
hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der
Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen
konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach
Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel
Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere)
Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball
nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er
in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der
zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc
Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben
Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht
ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu
sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und
bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein
bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz
egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“,
so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den
Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende
Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das
macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist
für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute
Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen.
Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht
berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die
Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch
aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas
verletzungsgeplagte Eleven.
Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor,
Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve
(50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2
Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens
(84. Struve), 11:2 Wrage (86.)
Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)
Zuschauer: 30
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Freitag, 10. Juli 2026
Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II
Freitag, 23. November 2012
Spielbericht VfL 93 Hamburg II - KS Polonia Hamburg II
Wer
das Tor nicht trifft…
Chancenwucher kostet VfL-Reserve die
Mini-Serie
Nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen gegen die
Kellerkinder Inter Hamburg II (3:1) und Alsterbrüder II (0:0) musste die Zweite
des VfL 93 im Heimspiel gegen KS Polonia II wieder einen Rückschlag im Kampf um
die einstelligen Tabellenplätze hinnehmen.
Trotz Chancenplus, zwischenzeitlicher Überzahl und
einer frühen Führung gelang es den Borgweglern nicht, Zählbares einzufahren.
Vielversprechend hatte die Partie ja durchaus
begonnen, als man die hoch gestaffelte Polonia-Defensive samt Torhüter Nicolaus
Häsler blitzschnell überkonterte und der gut aufgelegte Florian Samek zum 1:0
einschob (6.).
Vorlagengeber Marius Dickmann hatte nach einer knappen
halben Stunde gar die Verdopplung auf dem Fuß, doch Häsler machte sich groß und
blockierte.
Stattdessen krönte Przemyslaw Dunajski seine
dynamische Einzelaktion auf der anderen Seite mit dem etwas überraschenden
1:1-Halbzeitstand, dessen Fortbestand nach dem Seitenwechsel ordentlich ins
Wanken geriet. Erst in letzter Sekunde klärte ein Abwehrbein Timo Böges
Kopfball, im Anschluss an eine Dickmann-Ecke (47.).
Und wieder setzte es die rasche Bestrafung für die
unglückliche Chancenverwertung, schickte Dunajski seinen Kollegen Marco Wolny
mit einem Traumpass auf die rechte Außenbahn, von wo der schnelle 19-Jährige den
direkten Weg gen Abschluss in die lange Ecke fand – 1:2!
Mit reichlich Wut im Bauch drängten die Hausherren folglich
auf den Ausglich, den Häslers Parade gegen Harm Goedes Freistoß sehenswert
verhinderte (58.), ehe wenig später wieder Böge an der Reihe war.
Schiedsrichter Christian Schmidt hatte nämlich bei
Christian Juhnkes wilder Strafraumgrätsche gegen Samek keine andere Wahl:
Strafstoß! Nur setzte der VfLer diesen rechts über das Ziel.
Es sollte an diesem Tag einfach nicht sein. Selbst mit
einem Mann mehr (Alexander Schwitolla nagelte Florian Samek von hinten in die
Haxen, 70.) gelang es den Schwarz-grünen nicht, die clever verteidigenden Polen
aus den Angeln zu heben.
Und wenn doch, war eben immer noch einer da, der den
längst verdienten Gleichstand zu verhindern wusste (Linien-Rettung Juhnkes vor
Nick Wilson, 80.).
Aus Frust über den verkorksten Tag holte sich Timo
Böge in der Nachspielzeit auch noch eine verdiente Ampelkarte für seine
ungefragten Missfallensbekundungen dem Schiedsrichter gegenüber ab. Dieser
hatte bereits in der Schlussphase eine Ampel gegen die VfL-Reserve gezogen, um
dann darüber aufgeklärt zu werden, dass Goede zuvor aber noch gar nicht verwarnt
war…
Tore:
1:0 Samek (6. Dickmann), 1:1 Dunajski (41.), 1:2 Wolny (49. Dunajski)
Gelbe
Karten: Frey, Maurer, Wilson, Goede – Häsler,
Juhnke, Spon
Gelb-rote
Karte: T. Böge (VfL 93 II, 90.+2, wh. Meckern)
Rote
Karte: Schwitolla (KS Polonia II, 70. grobes Foulspiel
an Samek)
Schiedsrichter:
Christian Schmidt
Zuschauer:
25
Besonderes
Vorkommnis: T. Böge schießt Strafstoß über das Tor (63.,
Juhnke an Samek).
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