Auf
den Thron gekontert!
TuS-Reserve
stürmt dank imposanter Offensivleistung an KL4-Spitze
So stellt man sich ein Spitzenspiel vor! Zwei offensive Mannschaften, die sich
einen packenden Fight mit vielen Torraumszenen und jeder Menge Tore liefern!
So gesehen im Topspiel der Kreisliga 4 zwischen Hamm United II und der Reserve
TuS Hamburgs im Hammer Park.
Bei schöner Flutlichtkulisse wurde es sofort interessant. Vier Minuten waren
gerade einmal gespielt, da rettete HUFC-Keeper Rainer Maack in aller Nötigkeit
gegen Arne Pätzold, was sein Gegenüber, Patrick Tabor, mit einem großartigen
Reflex gegen Florian Scheer ebenso klasse löste. Da musste schon etwas mehr
passieren, um diese(n) Torhüter zu schlagen!
Gesagt – getan: Daniel Diedrich mit dem Standard auf die rechte Seite und
Zlatko Bezbradica mit der Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Scheer nur noch
den Kopf hinhalten musste (24.). Fußball kann so einfach sein!
Und weil es manchmal so einfach ist, versuchten sie es erneut, doch diesmal
klärte Tabor gerade noch vor Scheer, was sich zu einem brandgefährlichen
Gegenangriff entwickelte, den Ali Hammoud in der Mitte des Strafraums kühl zum
1:1 vollendete (26.).
Die Zähler standen wieder auf null, aber nur für nicht einmal 60 Sekunden. Denn
plötzlich markierte Pätzold nach einem starken Ballgewinn in der Hälfte der „Geächteten“
das 1:2 (27.).
Drei Tore in vier Minuten und der Wahnsinn ging weiter! Wieder dauerte es nur
wenige Augenblicke, ehe es erneut im Kasten klingelte. Andreas Jutzi vollendete
per Kopf zum zweiten Hammer Standard-Tor, im Zuge einer Bezbradica-Ecke, zum
verdienten Ausgleich (30.). Was folgte, war waren da gefühlt ewige 660 Sekunden
ohne Strafraumaction, doch Schiedsrichter Lukas Maximilian Müller hatte ein
Einsehen mit dem gelangweilten Publikum und zeigte nach Trikotziehen an Hammoud
im Sechzehner auf den Punkt. Pätzold übernahm – mit Erfolg – zum 2:3-Pausenstand
(41.)!
In den zweiten 45 Minuten ging es dann rasant weiter. Kaum war der
Wiederanpfiff verstummt, hatte Pätzold die Riesenchance zum beruhigenden 2:4,
doch nach perfekter Laufleistung gelang es ihm nicht, die Kugel aus spitzem Winkel
ins leere Gehäuse zu steuern. Kurz darauf wurde dann überdeutlich, warum die
Elf von Trainer Oliver Madejski das Maß der Dinge in der Vierer-Kreisliga ist.
Zwar ließ die Defensive zwei sehr gute Möglichkeiten im eigenen Gefahrenbereich
zu, doch in beiden Fällen rettete Schlussmann Tabor mit sensationellen
Reflexen, die seine Mitspieler zum schnellen Bilderbuch-Konter nutzten, den
Pätzold im Eins-gegen-Eins mit Maack glänzend zum 2:4 vergoldete – sein drittes
Tor (51.)!
Die Hammer ließen sich dadurch aber nicht entmutigen und suchten weiter den Weg
nach vorne. Doch weil Andre Nernheim nach einer abgewehrten Flanke um
Haaresbreite scheiterte und die Gäste einmal mehr einen zielsicheren und vor
allem erfolgreichen Konter fuhren, war für Spielertrainer Jasmin Huremovic und
seine Mannen einfach nichts mehr zu holen (58.). Wieder überbrückten sie das
Mittelfeld in Sekundenschnelle, sodass die Gegenspieler nur noch den Staub des
zum Torjubel abdrehenden Hammoud sahen. Der Fisch schien gegessen!
Trotzdem versuchte man bei den Hausherren noch einmal alles mit zwei neuen
Offensiven und dem kompletten Umschalten auf „Attacke“. Frühes Stören, eng am
Mann sein. Das sollte sich auszahlen. Die Dunkelblauen viel zu leichtsinnig vor
dem eigenen Häuschen und schon war die Führung nur noch zwei Tore hoch (65.).
Scheer verkürzte auf Einladung des zuvor zweikampfsiegenden Bezbradica auf 3:5.
Nun würde entscheiden, wird ei größere Luft und mehr Konzentration hat. Und das
waren am Ende die Jungs vom Gesundbrunnen. Ausgerechnet ein Bock des sonst
tadellosen Maack besiegelte schlussendlich die Heimniederlage, als der betagte
Torwart einen Gluhic-Freistoß aus dem rechten Halbfeld nicht kontrollieren
konnte und damit genau für den nunmehr dreifach treffsicheren Hammoud servierte
(72.). Da gerieten das 3:7 durch, wieder einmal, Pätzold, dem ein krasser
Ballverlust in der eigenen Hälfte vorausging (82.), und eine Frust-Ampelkarte
für Kapitän Jutzi (88.) fast zur Nebensache.
Das Ergebnis letztlich etwas zu hoch, was auch der siegreiche Madejski bei
seiner Freude über den Auswärtssieg berücksichtigte: „Hamm United hat wirklich
eine gute Truppe mit sehr viel Qualität, die sich am Ende aber einfach
aufgegeben hat. Zudem hatten sie nach einer ausgeglicheneren ersten Halbzeit
die große Möglichkeit zum 3:3, aber unser Torhüter hatte einfach einen Welttag
und wir haben einfach genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben:
schnelle, zielstrebige Konter.“.
Durch diesen Erfolg ist das von Madejski und Eddy Tounians gecoachte Team nun
neuer Spitzenreiter der Kreisliga 4 und will diesen Rang auch keineswegs wieder
hergeben: „Wir gehören mit dieser Mannschaft klar in die Bezirksliga!“, hält
sich der Übungsleiter nicht zurück. Der Grundstein dafür ist jedenfalls gelegt
und könnte mit einem weiteren Sieg gegen den FTSV Lorbeer weiter ausgebaut
werden.
Hamm United II steht nun ein schwieriger Auswärtskick bei Rot-weiß Wilhelmsburg
bevor, in dem sich zeigen wird, wie die Mannschaft die rasante Niederlage
verdaut hat.
Hamm United FC II: Maack –
Jutzi, Diedrich, T. Laszko (64. Beinling), Chrisafondis – Ulmer, Hempel (77.
Zwadzki) – Nernheim, Huremovic (64. Huth) – Scheer, Bezbradica, Spielertrainer: Sascha-Jasmin Huremovic
TuS Hamburg II: Tabor – Mohamed
Ahmed, Karagöz, Gluhic, Breitung – Sahin (46. Suaidy), Garcia – Sommer, Hammoud (75. Jobe), Lucindo de Jesus
(75. Kama) – Pätzold,
Trainergespann: Oliver Madejski & Eddy Tounians
Tore: 1:0 Scheer (24. Bezbradica),
1:1 Hammoud (26. Pätzold), 1:2 Pätzold (27.), 2:2 Jutzi (30. Bezbradica), 2:3
Pätzold (41., Strafstoßtor, Scheer an Hammoud), 2:4 Pätzold (51.), 2:5 Hammoud (58.
Sommer), 3:5 Scheer (65. Nernheim), 3:6 Hammoud (72. Gluhic), 3:7 Pätzold (82.)
gelb-rote Karte: Jutzi (88.,
wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Lukas Maximilian
Müller
Zuschauer: 61
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Freitag, 14. Oktober 2011
Spielbericht Hamm United FC II - TuS Hamburg II
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