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Freitag, 28. August 2026

Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel

Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust

Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab. Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M. Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach. Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14 Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.). Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht, weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen „Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde, woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige, die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…

Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1 Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)

gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit), Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)

Zuschauer: 45





Mittwoch, 1. April 2026

Spielbericht FC Roland Wedel - Wedeler TSV

Doppelte Derby-Freude
TSV gewinnt das wedeler Stadt-Duell und springt an die Tabellenspitze

Volle Hütte im und um den Kunstrasenkäfig der Schulauer Straße, denn das Wedeler Stadtderby durfte man sich als Fan des Fußballs im Kreis Pinneberg freilich nicht entgehen lassen.
Der FC Roland, trotz des 1:0-Hinspielsiegs im Elbestadion in der Außenseiterrolle gegen den Tabellenführer in spe, versuchte dem Spitzenteam mit tiefer Staffelung beizukommen, was allerdings an oftmals fehlendem Zugriff im Mittelfeld scheiterte. Gut für den TSV, der nach Michel Hönkes erstem Warnschuss in die Arme des leidenschaftlich von hinten dirigierenden Aytekin Üstündag (9.) wenig später per Standard ernstmachte. Tobias Patats Freistoß von links köpfte der aufgerückte Jan Boettcher als einziger Bewohner des Obergeschosses zielgenau zum 1:0 ein (12.).
Ein TSV-Start nach Maß, dessen Ausbau durch Routinier Josep Dilber nur die Abseitsfahne von Assi Magnus Rehberg vereitelte (19.).
Erst mit der Zeit trauten sich fortan auch das Team aus dem Mittelfeld der Kreisliga 1 etwas zu. Can-Ali Dursun versuchte es einmal von halblinks, verzog jedoch ein gutes Stück (31.).
Dass es aber tatsächlich mit einem Gleichstand in die Freiluftpause (die Kabinen liegen gefühlte 20 Kilometer durch den Wald entfernt) gehen sollte, ging zum einen auf das Konto des TSVers Hendrik Ramcke, der sich mit mangelnder Orientierung in der hintersten Reihe düpieren ließ und zum anderen an Düpierer Tim Dreschniol, der sich am erfahrenen Verteidiger vorbeischlängelte und fachgerecht zum ausgelassen bejubelten 1:1 netzte (43.).
Alles wieder auf null, doch auch im zweiten Abschnitt machte der Roland insgesamt zu wenig fürs Spiel, das allerdings auch die Jungs mit den grünen Stutzen nicht so richtig in ihre Bahnen zu lenken vermochten – bis Hönke einfach mal aus 30 Metern draufhielt und die Passivität des Gegners in Gestalt des 1:2 bestrafte (62.).
Das Bemühen war der Elf von Trainer Tugay Hayran in der Folge sicherlich nicht abzusprechen, doch der TSV fand an diesem Abend nun immer mehr die besseren Lösungen im Spiel nach vorne, das allein Roland-Kicker Dilber zweimal hätte krönen können (75. & 83.). Einzig Üstündag, der Marvin Weids Distanzversuch im Nachfassen sicherte (85.) und Patats Geschoss schön per Flugparade entschärfte (90.+1), hielt das Match noch offen, während seine Vorderleute nicht (mehr) über Halbchancen hinauskamen.
Die Entscheidung zögerte der Goalie, der selbst beim 1:3 erst gegen Nico Knodt abwehrte, ehe Weid die Kugel im Nachsetzen voll reinwemmste (90.+4), letztlich aber nur heraus.
Der Wedeler TSV geht damit als punktgleicher Spitzenreiter vor dem Rissener SV ins sportlich schon am Gründonnerstag beginnende Osterwochenende – bei drei Partien weniger! Dass es nächstes Jahr kein Kreisliga-Stadtduell mehr gibt, liegt weiter voll in eigenen Händen.

Tore: 0:1 Boettcher (12. T. Patat), 1:1 Dreschniol (43.), 1:2 Hönke (62. Dilber), 1:3 Weid (90.+4, Knodt)

gelbe Karten: Bajraktari, Ayik, Dreschniol – Urban, Boettcher, Kilinc

Schiedsrichter: Jonathan Hohenegger (SV Blau-weiß 96 Schenefeld, Note 2: hatte das nie unfaire Derby jederzeit unter vollster Kontrolle)

Zuschauer: 100



Sonntag, 17. August 2025

Spielbericht TSV Sparrieshoop - FC Roland Wedel

Kreisliga-Tugenden adaptiert
Neuling TSV Sparrieshoop nimmt den Kampf an und startet siegreich

Willkommen zurück, TSV Sparrieshoop! Noch weit weg vom Bezirks- oder gar Landesliga-Glanz vergangener Tage, meldete sich der TSV nun immerhin wieder in der Kreisliga zurück. Mit Roland Wedel war es dann auch gleich ein hartes Brot, das am Rosengarten zu kauen war. Leidenschaft, Emotionen und jede Menge Härte begleiteten die Rückkehr nach dem Wiederaufstieg auf Hamburgs achthöchste Etage. Anfangs war es jedoch noch das spielerische Element, das die Heim-Elf mit einigen talentierten Eigengewächsen walten lassen konnte. Über Mika Martens´ Verlagerung nach außen, Finn Möllers Flachpass vor das Tor und Lenn Pankraz´ Treffer im zweiten Anlauf per Kopf ging es prompt auf die Siegerstraße. Drei Jugendliche wirbelten den Roland ordentlich durcheinander!
Auch in der Folge war es immer wieder das nicht immer angezogene Tempo, mit dem die Hausherren verlässlich ins letzte Drittel vorstießen. Nur die Chancenverwertung ist dabei noch nicht in der höheren Spielklasse angekommen. Beispielsweise schob Luka Hochschild die Kugel frei mit rechts am Ziel vorbei (13.).
Die Elbestädter damit weiter im Spiel, dessen Gedeih sie sich vom unentwegten Schlagen langer Bälle erhofften. Einen sportlichen Mehrwert brachte der alt-britische Ansatz jedoch nicht ein. Mit einem Rückstand musste die zunehmend mit sich selbst hadernde Auswärtsmannschaft aber dennoch nicht in die abkühlende Pause gehen. Zum einen, weil Martens (auf der Linie von Sonay Hayran geklärt, 37.), Pankraz knapp aus dem Lauf vorbei, 42.) und Möller (zu unplatziert, 45.+2) nicht auf 2:0 stellten – andererseits, weil die nun nadelstichartig vorne auftauchenden Gäste von gegnerischem Ungeschick profitierten. Bei Osman Avcis Flanke von rechts bewarb sich Ole Krupski um einen Platz im deutschen Aufgebot für die im September anstehende Volleyball-WM, sodass Avci vom Punkt auf 1:1 stellen durfte (45.+3).
Im zweiten Durchgang, den der TSV ohne seinen angeschlagenen Torsteher zu bestreiten hatte (Feldspieler Jannes Sötje übernahm die Handschuhe), ging der Spielfluss schließlich gänzlich verloren. Viele Zweikämpfe, jede Menge Gezeter und ein Schiedsrichter, der das alles nicht wirklich gut moderiert bekam. Exemplarisch dafür standen die Vorkommnisse vor der Trinkpause: Der bereits verwarnte Hochschild nietete seinen Gegenspieler im Mittelfeld amtlich von den Beinen. Anstatt den Sünder direkt vom Feld zu stellen, hörte sich der Unparteiische die Meinung von sämtlichen Gäste-Akteuren an, um dann erstmal in die Trinkpause zu gehen. Der junge Linus Plocharska (15) half seinem Gespannsleiter glücklicherweise  fachkundig auf die Sprünge: gelb-rot gegen Hochschild und ein Ticket gegen den unnötig reklamierenden Roland-Goalie (73.)!  Nicht das erste Mal, dass einer der beiden aufmerksamen Assistenten den besseren Lösungsweg vorschlug…
Dass der Neuling jedoch nicht nur Schönspielerei, sondern auch Kreisliga-Härte kann, rettete ihm in Person von Pankraz den Saisonstart. Nach eigenem Ballgewinn zerfetzte ihm Widersacher Güven Ayik fast das Trikot, doch der Oberliga-erfahrene Rückkehrer an alte Jugend-Wirkungsstätte blieb auf den Beinen und stiefelte entschlossen Richtung Siegtreffer, der am Ende frei vor Schlussmann Aytekin Üstündag nur noch Formsache war (84.).
Die Gäste waren gebrochen, doch noch einmal lag bei Mert Güngörs Freistoß, den Sötje mit Problemen über den Kasten schaufelte, der erneute Ausgleich in der Luft (89).
Am Ende aber überstand das bessere Team die wilde Schlacht mit 2:1.

TSV Sparrieshoop: Stabe (46. Sötje) – Krupski (90.+6 Roth), Schneider, Liedtke, Börger – Martens – Ahmad (61. Alsibai), Voigt (46. Bublitz), Hochschild, Möller – Pankraz, Trainer: Sebastian Schweig

Tore: 1:0 Pankraz (3. Möller), 1:1 O. Avci (45.+3, Strafstoßtor, Handspiel Krupski), 2:1 Pankraz (84.)

gelb-rote Karte: Hochschild (TSV Sparrieshoop, 73., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Robert Shosha (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 50