Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul
und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust
Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit
Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich
Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab.
Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren
spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die
Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland
Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich
dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen
Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian
Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung
wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner
freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in
jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs
abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch
ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz
Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem
verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für
die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht
verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte
Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi
hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M.
Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen
Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach.
Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei
ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14
Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist
eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter
Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte
Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.).
Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen
ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA
Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein
Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend
dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht,
weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der
minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen
„Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz
außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher
zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch
Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf
den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung
über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS
gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung
nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde,
woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem
kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine
nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige,
die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten
Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth
weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach
Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers
nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine
kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote
Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau
nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen
Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…
Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1
Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)
gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit),
Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)
Zuschauer: 45
Freitag, 28. August 2026
Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel
Mittwoch, 1. April 2026
Spielbericht FC Roland Wedel - Wedeler TSV
Doppelte Derby-Freude
TSV
gewinnt das wedeler Stadt-Duell und springt an die Tabellenspitze
Volle Hütte im und um den Kunstrasenkäfig der Schulauer Straße, denn das Wedeler
Stadtderby durfte man sich als Fan des Fußballs im Kreis Pinneberg freilich
nicht entgehen lassen.
Der FC Roland, trotz des 1:0-Hinspielsiegs im Elbestadion in der
Außenseiterrolle gegen den Tabellenführer in spe, versuchte dem Spitzenteam mit
tiefer Staffelung beizukommen, was allerdings an oftmals fehlendem Zugriff im
Mittelfeld scheiterte. Gut für den TSV, der nach Michel Hönkes erstem
Warnschuss in die Arme des leidenschaftlich von hinten dirigierenden Aytekin
Üstündag (9.) wenig später per Standard ernstmachte. Tobias Patats Freistoß von
links köpfte der aufgerückte Jan Boettcher als einziger Bewohner des
Obergeschosses zielgenau zum 1:0 ein (12.).
Ein TSV-Start nach Maß, dessen Ausbau durch Routinier Josep Dilber nur die
Abseitsfahne von Assi Magnus Rehberg vereitelte (19.).
Erst mit der Zeit trauten sich fortan auch das Team aus dem Mittelfeld der
Kreisliga 1 etwas zu. Can-Ali Dursun versuchte es einmal von halblinks, verzog
jedoch ein gutes Stück (31.).
Dass es aber tatsächlich mit einem Gleichstand in die Freiluftpause (die
Kabinen liegen gefühlte 20 Kilometer durch den Wald entfernt) gehen sollte,
ging zum einen auf das Konto des TSVers Hendrik Ramcke, der sich mit mangelnder
Orientierung in der hintersten Reihe düpieren ließ und zum anderen an Düpierer
Tim Dreschniol, der sich am erfahrenen Verteidiger vorbeischlängelte und fachgerecht
zum ausgelassen bejubelten 1:1 netzte (43.).
Alles wieder auf null, doch auch im zweiten Abschnitt machte der Roland insgesamt
zu wenig fürs Spiel, das allerdings auch die Jungs mit den grünen Stutzen nicht
so richtig in ihre Bahnen zu lenken vermochten – bis Hönke einfach mal aus 30 Metern
draufhielt und die Passivität des Gegners in Gestalt des 1:2 bestrafte (62.).
Das Bemühen war der Elf von Trainer Tugay Hayran in der Folge sicherlich nicht
abzusprechen, doch der TSV fand an diesem Abend nun immer mehr die besseren Lösungen
im Spiel nach vorne, das allein Roland-Kicker Dilber zweimal hätte krönen
können (75. & 83.). Einzig Üstündag, der Marvin Weids Distanzversuch im Nachfassen
sicherte (85.) und Patats Geschoss schön per Flugparade entschärfte (90.+1),
hielt das Match noch offen, während seine Vorderleute nicht (mehr) über
Halbchancen hinauskamen.
Die Entscheidung zögerte der Goalie, der selbst beim 1:3 erst gegen Nico Knodt
abwehrte, ehe Weid die Kugel im Nachsetzen voll reinwemmste (90.+4), letztlich
aber nur heraus.
Der Wedeler TSV geht damit als punktgleicher Spitzenreiter vor dem Rissener SV ins
sportlich schon am Gründonnerstag beginnende Osterwochenende – bei drei Partien
weniger! Dass es nächstes Jahr kein Kreisliga-Stadtduell mehr gibt, liegt weiter
voll in eigenen Händen.
Tore: 0:1 Boettcher (12. T. Patat), 1:1 Dreschniol (43.), 1:2
Hönke (62. Dilber), 1:3 Weid (90.+4, Knodt)
gelbe Karten: Bajraktari, Ayik, Dreschniol – Urban, Boettcher, Kilinc
Schiedsrichter: Jonathan Hohenegger (SV Blau-weiß 96 Schenefeld, Note 2:
hatte das nie unfaire Derby jederzeit unter vollster Kontrolle)
Zuschauer: 100
Sonntag, 17. August 2025
Spielbericht TSV Sparrieshoop - FC Roland Wedel
Kreisliga-Tugenden
adaptiert
Neuling
TSV Sparrieshoop nimmt den Kampf an und startet siegreich
Willkommen zurück, TSV Sparrieshoop! Noch weit weg vom Bezirks- oder gar
Landesliga-Glanz vergangener Tage, meldete sich der TSV nun immerhin wieder in
der Kreisliga zurück. Mit Roland Wedel war es dann auch gleich ein hartes Brot,
das am Rosengarten zu kauen war. Leidenschaft, Emotionen und jede Menge Härte
begleiteten die Rückkehr nach dem Wiederaufstieg auf Hamburgs achthöchste
Etage. Anfangs war es jedoch noch das spielerische Element, das die Heim-Elf
mit einigen talentierten Eigengewächsen walten lassen konnte. Über Mika
Martens´ Verlagerung nach außen, Finn Möllers Flachpass vor das Tor und Lenn
Pankraz´ Treffer im zweiten Anlauf per Kopf ging es prompt auf die
Siegerstraße. Drei Jugendliche wirbelten den Roland ordentlich durcheinander!
Auch in der Folge war es immer wieder das nicht immer angezogene Tempo, mit dem
die Hausherren verlässlich ins letzte Drittel vorstießen. Nur die
Chancenverwertung ist dabei noch nicht in der höheren Spielklasse angekommen.
Beispielsweise schob Luka Hochschild die Kugel frei mit rechts am Ziel vorbei (13.).
Die Elbestädter damit weiter im Spiel, dessen Gedeih sie sich vom unentwegten
Schlagen langer Bälle erhofften. Einen sportlichen Mehrwert brachte der
alt-britische Ansatz jedoch nicht ein. Mit einem Rückstand musste die zunehmend
mit sich selbst hadernde Auswärtsmannschaft aber dennoch nicht in die
abkühlende Pause gehen. Zum einen, weil Martens (auf der Linie von Sonay Hayran
geklärt, 37.), Pankraz knapp aus dem Lauf vorbei, 42.) und Möller (zu
unplatziert, 45.+2) nicht auf 2:0 stellten – andererseits, weil die nun
nadelstichartig vorne auftauchenden Gäste von gegnerischem Ungeschick
profitierten. Bei Osman Avcis Flanke von rechts bewarb sich Ole Krupski um
einen Platz im deutschen Aufgebot für die im September anstehende
Volleyball-WM, sodass Avci vom Punkt auf 1:1 stellen durfte (45.+3).
Im zweiten Durchgang, den der TSV ohne seinen angeschlagenen Torsteher zu
bestreiten hatte (Feldspieler Jannes Sötje übernahm die Handschuhe), ging der
Spielfluss schließlich gänzlich verloren. Viele Zweikämpfe, jede Menge Gezeter
und ein Schiedsrichter, der das alles nicht wirklich gut moderiert bekam. Exemplarisch
dafür standen die Vorkommnisse vor der Trinkpause: Der bereits verwarnte
Hochschild nietete seinen Gegenspieler im Mittelfeld amtlich von den Beinen.
Anstatt den Sünder direkt vom Feld zu stellen, hörte sich der Unparteiische die
Meinung von sämtlichen Gäste-Akteuren an, um dann erstmal in die Trinkpause zu
gehen. Der junge Linus Plocharska (15) half seinem Gespannsleiter
glücklicherweise fachkundig auf die
Sprünge: gelb-rot gegen Hochschild und ein Ticket gegen den unnötig
reklamierenden Roland-Goalie (73.)!
Nicht das erste Mal, dass einer der beiden aufmerksamen Assistenten den
besseren Lösungsweg vorschlug…
Dass der Neuling jedoch nicht nur Schönspielerei, sondern auch Kreisliga-Härte
kann, rettete ihm in Person von Pankraz den Saisonstart. Nach eigenem
Ballgewinn zerfetzte ihm Widersacher Güven Ayik fast das Trikot, doch der
Oberliga-erfahrene Rückkehrer an alte Jugend-Wirkungsstätte blieb auf den
Beinen und stiefelte entschlossen Richtung Siegtreffer, der am Ende frei vor
Schlussmann Aytekin Üstündag nur noch Formsache war (84.).
Die Gäste waren gebrochen, doch noch einmal lag bei Mert Güngörs Freistoß, den
Sötje mit Problemen über den Kasten schaufelte, der erneute Ausgleich in der
Luft (89).
Am Ende aber überstand das bessere Team die wilde Schlacht mit 2:1.
TSV Sparrieshoop: Stabe
(46. Sötje) – Krupski (90.+6 Roth), Schneider, Liedtke, Börger – Martens –
Ahmad (61. Alsibai), Voigt (46. Bublitz), Hochschild, Möller – Pankraz,
Trainer: Sebastian Schweig
Tore: 1:0 Pankraz (3. Möller), 1:1
O. Avci (45.+3, Strafstoßtor, Handspiel Krupski), 2:1 Pankraz (84.)
gelb-rote Karte: Hochschild (TSV
Sparrieshoop, 73., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Robert Shosha (Holsatia
im EMTV)
Zuschauer: 50

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