Freitag, 4. September 2026

Spielbericht VfR Horst IV - TSV Kollmar

Bahnschranke fällt zu spät
Umlandts Fernschuss entscheidet wilden Schlagabtausch in Horst

Kreisklasse B, was willst du mehr als dieses Spektakel am Freitagabend?! Neun Tore, verteilt zu einem packenden Schlagabtausch, garnierten das wilde Derby der Siebenerstaffel zwischen der VfR Horst-Vierten und dem TSV Kollmar.
So richtig zu erwarten war dies für den (selbsternannten) Experten im Vorfeld nicht, präsentierte sich der Aufsteiger vom Deich bislang mit Höhenluft (Rang vier) als Bereicherung für die Liga, während die Hausherren ihren Vorjahresstandard, knapp oberhalb der Abstiegszone, halten.
Auf dem besser vertrauten Kunstrasen machte der „Außenseiter“ allerdings ordentlich Betrieb, was sich durch Louis Schmidts Rechtsschuss, von Torsteher Bennet Gosau am Boden pariert, erstmals konkret belegen ließ (6.).
Umso unglücklicher, dass man sich drüben ein schwach verteidigtes Gegentor nach einer Ecke Leif Umlandts fing, weil einfach niemand die Notwendigkeit erkannte, Burak Savran im Fünfer die Stirn/den blockierenden Fuß zu bieten (9.).
Unverdrossen machte das Team um den fleißigen Samir Ehrenberg jedoch weiter, verfehlte beispielsweise durch den Sommerneuzugang von Holsatia Elmshorn aber aussichtsreich (19.).
Ein Missverständnis hinten gerade so gegen den spekulierenden Sören Brinkmann überstanden (30.), war es höherklassige Erfahrung, die den VfR nun auch im Spielstand zur Ebenbürtigkeit verhalf. Dominik Schettler – den Kennern der Szene noch unter Bubat bekannt – schickte seinen Freistoß von rechtsaußen auf einen hohen Segeltörn ins linke, obere Eck (31.).
Ein echter Dosenöffner seiner Farben, die Jost Walkenhorst mit der abfälschenden Hilfe Dennis Gerckens gar in Front brachte (35.) – ausgebaut durch Ehrenberg, der Simon Vlek de Coninghs wiederum abgefälschten Lattenkracher per Abstauber doch noch ins Ziel brachte (41.).
Der TSV Kollmar, zwischendurch in Person von Spielertrainer Brinkmann am Ausgleich gescheitert (36), damit binnen zehn Minuten ins Hintertreffen geraten. Doch es gab Hoffnung, als Malte Meisberger direkt vor der Pause plötzlich vor der Kiste auftauchte und flach gegen Fabio Lennartz auf 3:2 verkürzte (45.+2).
Für den neutralen Beobachter natürlich der Stoff, aus dem beste Unterhaltung gemacht ist! Da war es auch zu verschmerzen, dass Petrus heuer nicht erstmalig die Gießkanne zückte…
Ob dies M. Meisberger (54.) und drüben Pavel Mensah (62.) bei ihren erfolglosen Versuchen entscheidend gestört hatte?
Frei vom Einfluss jedweder Witterung fand TSV-Joker Klaas Menßen Raumdeuter Giso Precht, für den das 3:3 dadurch nur noch Formsache war (65.). Die Blauen wieder voll im Rennen und nur Augenblicke später gar erneut in der Poleposition, weil M. Meisberger über Steuerbord nicht zu bremsen war, beim spitzwinkligen Abschluss zwar erstmal durch Lennartz (zu kurz) geblockt wurde, aber mit Brinkmann den richtigen Kollegen zum ermogelten Abstauber dabeihatte (67.). Lange währte die kollmaraner Glückseligkeit wiederum nicht. Zu einfach machte es der amtierende C-Klassenmeister Walkenhorst beim Lupfer, hoch in die Angriffszone, wo auch Louis Schmidt von halblinks die gefühlvolle Variante über den Torwart zum 4:4 bemühte (75.).
Ein gerechtes Ergebnis für diesen mitunter auch intensiv geführten Kick, nur hatte der Fußballgott heute den Fanschal des TSV Kollmar umhängen.
Gegen Lennartz zog Umlandt in Minute 80 zwar noch den Kürzeren, doch als es die Rückennummer 8 wenig später aus der Distanz probierte, fiel die Bahnschranke zu langsam, um den Express in Richtung Auswärtssieg noch aufzuhalten (82.) – aller Einsatzbereitschaft des bis zum Schlusspfiff einsatzfreudigen VfR, dem nun ein spielfreies Wochenende bevor steht. Der glückliche Sieger aus Kollmar wird seinen zahlreichen Anhang dagegen bereits am kommenden Freitag zum Heimspiel gegen Rot-weiß Kiebitzreihe II wiedersehen.

Tore: 0:1 Savran (9. Umlandt), 1:1 Schettler (31., direkter Freistoß), 2:1 Walkenhorst (35.), 3:1 Ehrenberg (41. Vlek de Coningh), 3:2 M. Meisberger (45.+2), 3:3 Precht (65. Menßen), 3:4 Brinkmann (67. M. Meisberger), 4:4 L. Schmidt (75. Walkenhorst), 4:5 Umlandt (82.)

Schiedsrichter: Christian Lehmann

Zuschauer: 60















Samstag, 29. August 2026

Spielbericht VfR Horst 1. Frauen - SG Kalübbe/Bosau/Sarau/Dersau 1. Frauen

Ercan trotzt dem Spiel-Kipppunkt
Schnelle Antwort auf den Anschluss: VfR-Erste-Frauen landen ersten Dreier

1:5 und 0:2 gab es für die ersten Frauen des VfR Horst 2025/2026 gegen die SG Kalübbe/Bosau/Sarau/Dersau auf die Mütze. Keine besonders guten Vorzeichen für die Korrektur des 0:4-Starts bei der Probsteier SG. Diesmal aber meinten es die Götter der Frauen-Landesliga Holstein gut mit dem VfR, der heuer auf die frühe Starthilfe per Standard bauen konnte. Ausgerechnet die im Sommer zu den Gegnerinnen verabschiedete Chiara Leimgrübler hatte notbremsenverdächtig außerhalb ihres Territoriums gefoult (es blieb bei einer Verwarnung), woraufhin Larissa Dziekan den ruhenden Ball quasi von der Sechzehnergrenze rechtsunten hineinmogelte (10.).
Fast noch mehr Jubel hätte Anuk Ercan ihren Farben beschert, wäre ihr schöner Move nach innen nicht am Außennetz zerschellt (26.).
Dafür war es erneut Dziekan, die es dank Chiara Kleines Zuspiel gelang, das Bällchen mit viel Gefühl ins lange, obere Eck zu löffeln – ein herrlicher Treffer, den auch die herausragend ausgebildete Leimgrübler nicht verhindern konnte (32.).
Absolut nicht unter den Scheffel zu stellen war allerdings auch das verrichtete Torfrauenhandwerk auf der anderen Platzhälfte. Dort hatte Michelle Böhm erste Glück, dass Marie Schlösser eine Umschaltsituation zu unentschlossen verschenkte (21.), ehe ein Möller-Freistoß sauber aus dem nahen Eck gepatscht werden konnte (28.).
Ansonsten blieb nur die Kritik, dass Vorderfrau Ercan ihre Dynamik vorne knapp nicht aufs Tor bekam (39., 41. & 44.), um die Gefahr eines Spiel-Kipppunktes zu minimieren. Geeignet dazu wäre Schlössers Anschlusstreffer, den sie sich mit einem Pfostentreffer selber aufgelegt hatte (58.), allemal gewesen. Wie gut, nur jedoch für die Gastgeberinnen, dass die enorm ballsichere Ercan direkt mit feiner Schusstechnik aus 16 Metern antwortete (61.).
Dieser Neuzugang von der U19 des SSV Rantzau wird sicher noch eine Menge Freude an die Heisterender Chaussee bringen!
So auch die Tatsache, dass die Widersacherinnen aus dem Kreis Plön nicht noch einmal vom Einsatz der emsigen Schlösser profitierten. Einmal zu uneigennützig (65.) und im nächsten Anlauf mit dem Pech, dass Kollegin Merle Herbert das Querspiel aus kürzester Distanz drüber jagte (77.), verrannen die Minuten ohne abermaligen Anschlusstreffer. Stattdessen spülte es mit Ercan kurz vor Ablauf der überraschend opulenten Nachspielzeit sogar eine Horsterin in die Poleposition, der sich Leimgrübler als orangene Wand entgegenstellte (90.+6). Für Zählbares gegen die alten Kolleginnen reichte es dennoch nicht. Nach zwei ertragslosen Partien geht es jetzt als Vorletzter auf den Kunstrasen im holsteinischen Schönberg, der der bislang zweimal siegreichen Probsteier SG als Heimat dient.
Bevor der VfR Horst am Sonntag in Boostedt kickt, ruft am Mittwochabend erstmal der Kreispokal, wenn die SG Wilstermarsch als Oberliga-Aufsteiger bei den Schwarz-weißen Station macht.

Tore: 1:0 Dziekan (10., direkter Freistoß), 2:0 Dziekan (32. Kleine), 2:1 Schlösser (58.), 3:1 Ercan (61.)

gelbe Karten: Timmins, Marciniak (Trainer) – Leimgrübler

Schiedsrichter: Tim Pruter (TSV Beidenfleth)

Zuschauer: 47






Spielbericht VfR Horst - TSV Bargteheide

VfR Horst setzt sich oben fest
Effizientes 4:0 gegen den einstigen Mittelfeldnachbarn

Als Tabellennachbarn im Mittelfeld schlossen der VfR Horst und der TSV Bargteheide die Vorsaison der Landesliga Holstein ab. In Runde sechs der Serie 2026/2027 war es dann aber ein gewisser Leistungsunterschied, der dem VfR einen 4:0-Heimsieg bescherte.
Angedeutet hatte sich dies zugegebenermaßen erstmal nicht, machten es diejenigen richtig, die die erste halbe Stunde mit Nebengesprächen bei Currywurst und Kaltgetränken verbrachten.
Plötzlich aber lag der Ball im Tor. Zu jubeln gab es dennoch nichts. Heim-Kapitän Simeon Duwensee war zuvor aus dem Abseits heraus gestartet (30.).
Besser passte es dafür kurz vor der Halbzeit, als Jannes Dolling den Kollegen Matthiessen in der Tiefe fand und dieser Paris Bruhn bediente. Den Linksschuss rechtsoben hineingesetzt, war die ereignisarme erste Hälfte doch noch zu einer Erfolgsgeschichte mutiert (44.).
Eine Story, die nach dem Seitenwechsel nur einmal ernsthaft in Gefahr geriet; nämlich, als Schiedsrichter Nic Ströhnisch (TuS Hartenholm) zu Recht auf Vorteil erkannte und Ben-Lasse Walter auf halbrechts gen horster Tor peste (50.). Schlussmann Norman Baese rettete per Fußabwehr und der Weg war frei für eine sorgenfreie zweite Hälfte. Denn wenig später hielt Mattis Lüchau seinen Fuß treffend am ersten Pfosten in einen Duwensee-Freistoß (54.), ehe Matthiessen im Fallen fast auf 3:0 erhöht hätte (55.).
Für heute war dem Neuzugang von der SV Lieth allerdings die Rolle des Kellners reserviert, war es Matthiessens Einsatz bis zur Grundlinie mit anschließendem Auflegen in den Rückraum, der Tim von Aspern das dritte VfR-Hurra vorbereitete (68.).
Vorwiegend über Standards bemühten sich die Gäste aus dem Kreis Stormarn um einen Anschluss im Spiel, doch stattdessen wartete der Gegner mit einem erneuten Abseitstreffer, diesmal durch von Aspern, auf (79.), um kurz vor dem Ende gar noch einmal regulär zum 4:0-Endstand zu treffen. Baeses lange Suppe landete verlängert bei von Aspern, der wiederum durchsetzungsstark Dolling für den kontrollierten Zentralschuss bediente (84.). Der Schlusspunkt einer durchaus effizienten Vorstellung, die Dolling und Co als Vierten den Blickkontakt zur Spitze halten lässt. In Bargteheide steht nach drei Siegen und drei Niederlagen Mittelfeldplatz neun.

Tore: 1:0 Bruhn (44. Matthiessen), 2:0 Lüchau (54. S. Duwensee), 3:0 von Aspern (68. Matthiessen), 4:0 Dolling (84. von Aspern)

gelbe Karten: Bruhn, Moritz, Meyer – Hilpert

Schiedsrichter: Nic Ströhnisch (TuS Hartenholm, Note 2)

Zuschauer: 80














Spielbericht VfR Horst II - SV Kickers Hennstedt

Ur-Horster erlöst VfR-Zweite
Traute zum Weitschusstor: Kapitän Stollhans leitet ersten Saisonsieg ein

Erst fünf Spieltage rum und schon präsentierte Schleswig-Holsteins Kreisliga Mitte am Samstag ein echtes Kellerduell der Enttäuschten, das mit der VfR Horst-Zweiten trotz aller Anzeichen auf eine leistungsgerechte Nullnummer einen glücklichen Gewinner fand. Die Helden des Tages sind hierbei schnell ausgemacht. Zum einen war da Torsteher Yannis Horvath, der gegen Thore Breiholz die kurze geschwind schloss (25.), Sebastian Köster per Blitz-Reflex die Tour vermasselte (26.) und später behände nach Kevin Ladendorfs Flachschuss tauchte (77.). Zum anderen gab es Gianluca Stollhans immerhin einen Feldspieler, der über die volle Spieldistanz zu überzeugen wusste. Überall zu finden, wo sich (die zahlreichen) Lücken auftaten, am Ball mit verhältnismäßig hoher Verteilungsrate und vorne schließlich mit dem erlösenden Distanztor (67.), gestaltete der 29-jährige ur-Horster den ersten Saisondreier seiner Elf maßgeblich.
Bis zum schmeichelhaften Führungstreffer war es seiner Kapelle freilich schwierig gefallen, die Negativerlebnisse des sieglosen Saisonbeginns aus den Kleidern zu kriegen. Mut- und inspirationslos wirkte der Auftritt, den einige technische Unsauberkeiten zusätzlich verkomplizierten. Kein Wunder, dass der lang geschickte Sertac Taser mit seinem leicht abgefälschten Versuch aus schwierigem Winkel (45.) lange Zeit das einzige echte Offensivausrufezeichen gesetzt hatte.
Dann aber traute sich Stollhans, einen Spielzug mit akutem Entschlossenheitsverlust durch einen Rechts-Abdruck aus der zweiten Reihe torreiches Leben einzuhauchen. Ein schönes, wie wichtiges Tor für den (nun nicht mehr) Drittletzten!
Der ebenfalls mit zwei Zählern dünn gestartete Aufsteiger aus Hennstedt probierte sich unterdessen unentwegt am ergebnistechnischen Gegengewicht, nutzte aber seine Gelegenheiten weiterhin nicht. Jokke Kullick schaufelte seinen Heber von halblinks mit rechts drüber (75.) – Ladendorf verzog wegen gegnerischen Touchierens knapp von der anderen Seite (82.).
Die erneute Strafe dafür setzte es schließlich zwei Minuten vor Ultimo, als der Horster Jano Stratmann besser zur halbhohen Kugel ging als zwei Gegenspieler und der zentrale Linksschuss vor Goalie Kjell Ivers die Entscheidung im Sportzentrum markierte (88.).
Vor dem sicherlich physisch anspruchsvollen Auswärtsritt beim Edendorfer SV atmen Kapitän Stollhans und seine Männer erstmal wieder etwas Luft außerhalb der Abstiegsplätze, während die Kickers weiter auf ihren ersten Kreisligaerfolg warten. Nächste Chance: Die nächste direkte Begegnung im Untergeschoss der Liga gegen die SG Padenstedt.

Tore: 1:0 Stollhans (67. Block), 2:0 J. Stratmann (88. Stollhans)

gelbe Karten: Raudies – keine

Schiedsrichter: Justin Raven Fedde (TSV Barlt, Note 2)

Zuschauer: 50







Freitag, 28. August 2026

Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel

Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust

Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab. Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M. Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach. Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14 Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.). Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht, weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen „Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde, woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige, die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…

Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1 Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)

gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit), Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)

Zuschauer: 45





Mittwoch, 26. August 2026

Spielbericht Heider SV 1.B - Holstein Kiel 1.B

Intensität gehalten
SH-Pokal U17: Holstein Kiel zeigt Heider SV die Grenzen auf

In der DFB-Nachwuchsliga läuft die neue Serie für Holstein Kiels U17 noch nicht so recht an (ein Zähler aus drei Partien). Und wenn dann der (Schleswig-Holstein-)Pokal mit seinen Gesetzen wartet, darf auf der Gegenseite natürlich ein wenig gehofft werden, zumal der zugeloste Heider SV als Regionalligist nun auch nicht auf der Brennsuppe daher schwimmt. Die eine Klasse Unterschied sollte jedoch am Mittwochabend über die gesamte Zeit sichtbar sein.
Schon in den ersten Sekunden bestätigte der Favorit seine enorm hohe Intensität aus dem Warmmachen. Schnelle Entscheidungen aus einer sicheren Ballführung heraus und dazu die passenden Laufwege der Akteure ohne Ball stellten die Gastgeber sofort vor eine ordentliche Herausforderung, die im Falle von Amir Dehghanparchins Versuch aus der zweiten Reihe (elfte Sekunde) noch ebenso gut ausging, wie ein erneuter Versuch des „11ers“ ans Außennetz (7.) und ein Thom-Kopfball nach butterweicher Schröder-Flanke (12.).
Ansonsten hatte es der HSV recht vernünftig geschafft, das Zentrum zu schließen. Denn was passiert, wenn dies nicht gelingt, zeigte sich in Minute 27, als genau hier die Abstände nicht stimmten und Außenspieler Don Masli aus 30 Metern kontrolliert zum 0:1 abziehen konnte.
Ein echter Knaller, dem der ehemalige Tornescher wenig später den nächsten folgen ließ, zog er diesmal von seiner linken Bahn nach innen, um mit rechts den fernen Innenpfosten als Helfer seiner Präzisionsarbeit mit ins Boot zu holen (34.).
Die Überraschung damit frühzeitig vom Tisch, zumal Lasse Schröder eine Sequenz mit drei Kerzen in Folge kurzerhand per Fernschuss zum 0:3 beendete (37.).
Erst in den allerletzten Zügen des ersten Abschnitts brachte sich drüben der HSV einmal in Stellung. Arian Khalil probierte es aus 19 Metern; sein Abdruck zischte aber rechts vorbei. Vielleicht wäre das Abspiel auf den besser postierten Mads Dersch die noch bessere Variante gewesen (40.)…
Einfacher wurde es dann auch im zweiten Durchgang nicht. Denn kaum ging es weiter, hatten es die Mannen in weiß nicht geschafft, eine Ecke von links konsequent aus der Parzelle zu kloppen, sodass Lian Gutbier die Szene wieder neu aufbauen und mit Hilfe des weiterleitenden Dehghanparchin nach außen verlagern konnte, ehe der folgende Flachpass unglücklich vom Heider Moritz Brüning über die eigene Linie gespitzelt wurde (42.).
Immerhin eine halbe Stunde hielt fortan das nun noch etwas tiefer gestellte Defensivkonstrukt – auch, weil Tormann Matti Peters zwischendurch gegen den zweiten Masli-Zwilling, Jimmy, parierte (66.).
Dann aber war es wieder ein Standard, der in Form eines Freistoßes von links unglücklich zum abziehenden David Kilip durchrutschte. Peters wehrte zwar ab, doch Jarno Rohwer lief entschlossen zum 0:5-Abstauber vor Gegenspieler Luca Wolf durch (72.). Luca Heß legte kurz auf – Joker Till Staudter zirkelte das Ding mit links aus 13 Metern an den wieder artig mitarbeitenden Innenpfosten – 0:6 (73.)!
Eine Ergebnisdeutlichkeit, die auch ein 30 Meter-Versuch von Khalil nicht zu reduzieren vermochte (77.). KSV-Fänger Cooper Carstesen sicherte sich das Leder und damit auch das kaum gefährdete zu Null-Spiel. Im Viertelfinale geht es für den Profinachwuchs nun zum Oberligisten TSV Pansdorf, der durch Tore von Oscar Hause (6.), Leon Pries (33.) und Yevhen Romanenko (44. & 48.) Weiche Flensburg mit 4:0 aus dem Bewerb kegelte.

Tore: 0:1 D. Masli (27.), 0:2 D. Masli (34.), 0:3 Schröder (37. Thom), 0:4 Brüning (42., Eigentor), 0:5 Rohwer (72. Kilip), 0:6 Staudter (73. Heß)

Schiedsrichter: Jannes Flaszynski (SV Holtsee, Note 2: wenig gefordert, gestattete den Akteuren mit seiner Zweikampfbewertung einen gesunden, physischen Freiraum)

Zuschauer: 217