Magens serviert die Rettungsweste
Auswärtssieg
im Keller-Duell: SV Lieth II schiebt sich weiter ans Ufer
Da sind sie wieder! Wochenlang musste die Reserve der SV Lieth erdulden, wie
die Konkurrenz im Rotlichtbezirk der Kreisliga 01 auch durch die vielen Nachtragsspiele
auf Naturrasen nicht nur heranrückte, sondern sogar vorbeizog.
Mit dem nun zweiten Erfolg in Reihe schloss der Tabellenvorletzte nun aber
wieder voll gen Klassenerhaltszone auf.
Im Kellerduell beim TSV Heist war dabei vor allem auf die hauseigene
Bezirksligaexpertise Verlass. Die nicht in der Bezirksliga festgespielten Finn
Struve, Michel Cords und Kilian Weers freuten sich heuer mit dem oben gelbgesperrten
Meraja Magens auch noch über den Unterschiedsspieler des Ligateams. Welche
Blüten die teils diffusen Regelungen des Hamburger Fußballverbands so treiben…
Denn während sich Magens´ Stammkollegen 1:8-Dresche in Schnelsen abholten,
fügte sich der 20-fache Oberligakicker nach einer Anlaufphase im rauen
Kreisligaumfeld als Doppelpasspartner für Florian Ballners Linksschuss ein
(28.). Gut gemacht, aber da fehlte noch etwas.
Besser lief es wenig später, als Magens im Umschalten diesmal den aus der
Bezirksliga vertrauten Michel Cords bediente und sich dieser vom latent
störenden Adriaan Banas nicht in seinem Werk zur flachen 0:1-Pausenführung
irritieren ließ (35.).
Wiederum per rascher Spielrichtungsänderung schlug das Duo kurz nach der Pause
gleich nochmal zu. Wieder war es am Ende Cords, der halblinks ins ferne Eck
vollendete, nachdem ihn Magens entsprechend angespielt hatte (51.).
Und als Abwehrmonument Kilian Weers sogar einen Ausflug als Flügelstürmer nur
von TSV-Fänger Benjamin Schimmel beendet erlebte (54.), schien der
Sonntagnachmittag noch ein richtig Lustiger, für die Gäste zu werden.
Doch auch die Heistmer haben ja ihren Individualisten, der sich in der Gestalt
des Paul Smit eine Schusschance selbst gegen drei Mann erarbeitete (55.) und
die nächste mit dem Freistoß, um die Mauer herum, an der Pfosten setzte (59.).
Bevor Smit und Co den Bock hier umzustoßen vermochten, war drüben plötzlich
wieder dieser Magens auf Tour. Diesmal von Semih Zeybekoglu die Linie raufgeschickt,
fand sich nun mit Ballner ein neuer Abnehmer des gepflegten Querpasses zum 0:3
(65.).
Das Thema schien durch, zumal Magens selber im Eins-gegen-Eins mit Schimmel das
mögliche 0:4 auf dem Fuß hatte (71.). Doch eine etwas überraschende
Strafstoßentscheidung wegen eines angeblichen Haltens im SVL-Sechzehner
fütterte wieder leise Hoffnungen der Gastgeber, die Smit sicher rechtsunten mit
1:3 heranbrachte (81.).
Ebenso nur wenige später, nachdem Finn Rudek Kapitän Jakob Schmidt einen Fußkontakt
versetzte und die Kommunikation zwischen Schiedsrichter Hasan Olgun (TBS Pinneberg)
und seinem Assistenten Carsten Petersen einen gewissen Loriot-Charakter
versprühte. Strafstoß – Abseits – dann halt doch Strafstoß – Smit auf die
gewohnte Weise – nur noch 2:3 (85.)!
Eine typisch umkämpfte Schlussphase mit sechs Minuten Nachspielzeit blieb daraufhin
allerdings ohne weitere Offensivfeuer, sodass die Flamme der SV Lieth im
Tabellenkeller wieder ordentlich lodert. Nur noch einen Zähler gilt es auf den
heuer geschlagenen Widersacher auf dem rettenden 13. Platz aufzuholen. Mit zwei
Duellen gegen die Mitkonkurrenten aus Appen und Moorrege stehen die Sterne
plötzlich wieder ganz ordentlich für den Ligaverbleib. Gilt nach wie vor aber
auch genauso eins zu eins für den TSV Gut Heil der bereits am kommenden Dienstag
TuS Appen zum Nachholkracher empfängt!
Tore: 0:1 Cords (35. Magens), 0:2 Cords (51. Magens), 0:3
Ballner (65. Magens), 1:3 Smit (81., Strafstoßtor), 2:3 Smit (85.,
Strafstoßtor, F. Rudek an J. Schmidt)
Schiedsrichter: Hasan Olgun (TBS Pinneberg)
Zuschauer: 62
b.b.meyer
Spiele, bei denen ich mehr oder weniger zufällig auftauche ⚽⚽⚽
Sonntag, 3. Mai 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist - SV Lieth II
Samstag, 25. April 2026
Spielbericht TuS Nortorf - SV Blau-weiß Wesselburen
TuS Nortorf unbeirrt
Nächster
Schritt gen Landesliga – Blau-weiß vor entscheidenden Wochen
Grün-weiß Todenbüttel, Osterrönfelder TSV, Merkur Hademarschen und Veneta
Audorf – vor allem vier direkte Duelle zur Rettung der
Verbandsligazugehörigkeit hat die tief im Tabellenkeller gefangene Elf des SV
Blau-weiß Wesselburen noch als Strohhalm im Köcher. TuS Nortorf, seines
Zeichens unangefochtener Primus auf dem Weg in die Landesliga, war zum 27.
Spieltag der Weststaffel die falsche Adresse für Zählbares.
Obwohl man hinten erstmal nicht viel zulief, setzte es dennoch bereits nach
einer halben Stunde den zu erwartenden 0:2-Rückstand.
Erst nutzte nämlich Alexander Gerst den mangelnden Zugriff im Sechzehner zur
frühen TuS-Führung (10.); dann legte der fleißige Malte Lucht auf Mika Jöhncks
durchgesteckten Ball die Verdopplung nach (30.).
Gänzlich chancenlos blieben die Dithmarscher allerdings keineswegs. So ließ
Schiedsrichterassistent Louis Pfeil (FC Dornbreite Lübeck) seinen Wimpel unten,
als der steil geschickte Melvin Friedrichsen auf rechts plötzlich freie Bahn
hatte, TuS-Fänger Florian Gerloff aber die nötige Fläche zur Fußabwehr machte (19.).
Und auch eine Kopfballchance für den baumlangen Mats Block schickte sich an,
den Spitzenreiter zu ärgern (35.).
Nachdem die Hausherren in den Minuten vor der Pause wiederum mehrfach das
beruhigende 3:0 verpasst hatten, durfte sich Blau-weiß von der Strafstoßmarke
aus zurück ins Spiel schießen, verkürzte Nico Schulz sicher auf 2:1, nachdem
der Strafraumzweikampf Schmidt/S. Block einen durchaus zeigenswerten Spielzug
der Gäste unsanft gestoppt hatte (60.).
Bevor der Außenseiter, der sich bereits beim nachgeholten Hinspiel (1:2) vor
zehn Tagen wacker schlug, zur großen Aufholjagd gegen die fünfte Niederlage in
Folge blies, stellten die Mittelholsteiner die zwei-Tore-Führung just wieder
her, als Schlussmann Torben Rose eine Jöhnck-Ecke im Herauskommen nicht sichern
konnte und Jarmo Schmidt den freien Ball gedankenschnell aus der Bewegung zum
3:1 versenkte (72.).
Immerhin gab sich der Vorjahreszehnte in der Folge nicht auf, probierte es
durch einen Schuldt-Freistoß (75.) und M. Blocks schwierig zu nehmenden Rechtsschuss
(81.) – erfolglos. Weil auf der anderen Seite aber auch Lucht an Rose
scheiterte (78.) und Top-Torjäger Lasse Böttcher (23 Treffer) bei abermaliger
Jöhnck-Ecke nur den Pfosten traf (79.), blieb es beim 3:1, durch das TuS
Nortorf den Aufstiegssekt nun schon in den Kühlschrank stellte. Zwölf Zähler
auf die SG Geest 05 und 15 auf den TSV Heiligenstedten (eine Partie weniger)
schreien fünf Runden vor Saisonende förmlich nach der Promotion.
Kommenden Mittwoch gilt die volle Konzentration allerdings erstmal dem Halbfinale
auswärts im Kreispokal Holstein. Gegner ist der Staffelkonkurrent aus Wasbek.
Für Blau-weiß starten unterdessen am Donnerstag die Wochen der Entscheidung mit
vier Heimspielen. Nun also gilt es für die Meuter-Equipe!
Tore: 1:0 Gerst (10.), 2:0 Lucht (30. Jöhnck), 2:1 Schulz
(60., Strafstoßtor, Schmidt an S. Block), 3:1 Schmidt (72. Jöhnck)
gelbe Karten: keine – Friedrichsen, Schulz
Schiedsrichter: Lovis Nesemann (SuF Herrnburg, Note 2,5)
Zuschauer: 75
Mittwoch, 22. April 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist - Moorreger SV
Seuberts Derby-Show
Dreierpacker
schießt Moorreger SV über den Strich
Letzte Woche TuS Appen (3:1) und diesmal der TSV Heist: wer es aus der Nachbarschaft
derzeit im Abstiegskampf der Kreisliga 01 mit dem Moorreger SV aufnimmt, muss
sich ordentlich auf etwas gefasst machen.
Mit einem 4:1-Derbytriumpf beim Ortsnachbarn schaffte der MSV am Mittwochabend
einen wichtigen Satz im Untergeschoss des Klassements.
Bei windigem Sonnenuntergang ging der Stern der Gäste heuer ganz bald auf, als
der TSV ordentlich Platz ließ, sodass Jonas Kaufmann über die Stationen Seubert
und Franke zum zentral eingeschobenen 0:1 gekommen war (2.).
Ein idealer Spielbeginn, dessen Neutralisierung allerdings nicht allzu lange
auf sich warten ließ, setzte sich die heistmer Lebensversicherung, Paul Smit,
mit reichlich Physis im Sechzehner durch, um vor der Kiste wieder einmal nichts
anbrennen zu lassen – Saisontor Nummer 18 (11.)!
Viel lief auch in der Folge über den Einzelkönner, der jedoch entweder auf sich
alleingestellt war oder durch Unzulänglichkeiten seiner Mitstreiter keine
weiteren Gründe zum Jubeln erhielt. Auch die disziplinierten Harmanci-Schützlinge
sollten daran ihren Anteil haben. Vor allem, weil auch nach vorne immer mal wieder
spannende Nadelstiche gelangen. Einer davon hatte Jannis Franke in halblinke
Schussposition geschickt; rechts vorbei (38.) – ärgerlich!
Nicht so dafür, was nur Augenblicke später passieren sollte. Erst tankte sich
Kollege Maximilian Seubert nach Ballgewinn unaufhaltsam in Richtung 1:2 durch
den Sechzehner (40.), dann vollendete der ehemalige Kicker des Rendsburger TSV
eine erneute Umschaltszene mit Jonas Kaufmann und Jayson Bielfeldt mühelos zum
1:3-Pausenstand (41.). Die halbe Derby-Miete war schon mal geschafft!
Konkrete Einfälle dagegen fielen dem TSV auf der anderen Seite schwierig.
Zweimal war es Smit, der MSV-Goalie Niklas Puttmann jeweils vor keine übermäßige
Aufgabe stellte (61. & 76.). Ansonsten lebte das Match von seiner
Körperlichkeit, die den Heistmer Björn Schramm auch gut und gerne via gelb-rot an
den Seitenrand hätte befördern können (59.)…
Von dort aus holte sich dafür Marcel Bastide als Auswechselspieler den roten
Karton ab (83.). Die Hoffnung auf die Wende schien da bereits dem Frust
gewichen zu sein, zumal Seubert bei einer Bielfeldt-Flanke per Flugkopfball das
mögliche 1:4 auf dem Schädel hatte (86.).
Endgültige Gewissheit vermochte auch Gian Luca Reinl nicht herbeizuführen
(90.+1), scheiterte der Joker gleich doppelt am aufmerksamen Benjamin Schimmel,
dessen Alptraum im schwarzen Gewand dafür auf den Namen Maximilian Seubert
hörte. Nachdem Julian Kühl das Bein im Strafraum etwas später gen Ball bewegte
als Gegenspieler Franke, setzte der nunmehr sechsmal binnen vier Partien
erfolgreiche „13er“ den 1:4-Schlusspunkt (90.+2.).
Die Tendenz von Dreierpacker Seubert und Co weist damit weiter positiv in
Richtung Klassenerhalt: Rang zwölf bei aber nur zwei Zählern Vorsprung – auf den
TSV, der die Vorzeichen beim sofortigen Wiedersehen am kommenden Sonntag dann
wieder umkehren möchte. Um dieses gut besuchte B431-Derby wäre es freilich
schade, wenn die Hirsche auch in der Endabrechnung unterm Strich verharrten. Vielleicht
gelingt ja nun im anstehenden Rückspiel der sportliche Heist (englisch für
„Raubüberfall“)…
Tore: 0:1 Kaufmann (2. Franke), 1:1 Smit (11. J. Schmidt), 1:2
Seubert (40.), 1:3 Seubert (41. Bielfeldt), 1:4 Seubert (90.+2, Strafstoßtor, J.
Kühl an Franke)
gelbe Karten: Schramm – Kaufmann, Prange, Getmann, Bielfeldt, H.
Harmanci (Trainer)
rote Karte: Bastide (TSV Heist, 83., grobe Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV)
Zuschauer: 90
Sonntag, 19. April 2026
Spielbericht VfL Pinneberg - SV Lieth
Zündstoff für den Keller
Sie
können es doch noch! Auswärtssieg lässt SV Lieth wieder hoffen
Durch 16 (sportlich) sieglose Partien mit dem Rücken zur Wand, reiste die SV
Lieth am Sonntagnachmittag als Schlusslicht zum zuletzt heimstarken VfL
Pinneberg in dessen Asyl beim SC Pinneberg.
Fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer der Bezirksliga 01 und die
Konkurrenz aus Duvenstedt und Niendorf hat jeweils gepunktet. Ein schwieriges Setting, das sich für den
Tabellenletzten auch noch im Spiel selber weiter verschlimmerte, steuerte
Torjäger Niklas Bargob das Leder nach Vorarbeit Tjark Holzapfels in der Mitte
zum bereits 22. Mal ins Netz – der Rückstand nach gerade einmal sechs Minuten!
Aber die Mannschaft zeigte Moral, blieb, angetrieben durch den omnipräsenten
Meraja Magens, aktiv. So prüfte Joel Tündermann nach Magens-Zuspiel den
sicheren Philipp Niedermeier zwischen den VfL-Pfosten (9.).
Den Beweis, dass sie es tatsächlich können, lieferten die Herren in schwarz
dann per Matthiessen-Ecke, die über einen Umweg bei Christian Kuhlmann landete,
sodass der 22-Jährige mit vollem Huf das 1:1 abfeuerte (19.).
Trotz Chancenvorteil im weiteren Halbzeitverlauf der vorzeitige Pausenstand.
Mit dem Wiederbeginn legte nun auch das Heimteam einen Gang zu; kam beispielsweise
durch Yannick Rentzows knapp verzogenen Versuch von halbrechts gefährlich vor
das SVL-Gehäuse (61.).
DIE Chance des dritten Spielviertels ereignete sich jedoch auf der anderen
Seite, als Felix Schröder seinen spektakulären Seitfallzieher ans Quergebälk
donnerte (68.).
Der Treffer der Marke „Tor des Monats“ sollte dafür seinem Kollegen Philipp
Matthiessen gelingen, als dem Ur-Liether eine Bogenlampe auf den schussbereiten
Schlappen fiel und der Einschuss rechtsoben puren Auswärtsjubel auslöste (76.).
„Männer, das sind jetzt Charakterminuten!“, schallte es in der Schlussphase von
der liether Bank, denn der VfL wollte sich seine kleine Serie von zwei
Heimsiegen keineswegs kampflos zerstören lassen. Bis auf einen aussichtsreichen
Johannsen-Kopfball (drüber, 83.), bekam die heuer ge- und entschlossene
Krenzk-Elf allerdings alles wegverteidigt.
Das Ende des Zitterns führte schließlich ein Moment des Umschaltens herbei. Die
aufgerückten Pinneberger knackte Julien Duffke mit steilem Anspiel auf
Matthiessen, der seine wohl stärkste Saisonleistung mit der 1:3-Entscheidung im
freien Lauf auf den Kasten des chancenlos geschlagenen Niedermeier krönte
(90.). Da darf die Eckfahne gerne mal zur Partyzone werden!
Endgültige Gewissheit, dass die Sieger des wilden Hinspiels (4:1 VfL) hier
nichts mehr umbiegen würden, hatten sie in der ausgiebigen Nachspielzeit mit
Malick Djimbas Gelb-rot selbst zu verantworten (90-+6). Der erfahrene Togoer
war nach seiner Einwechslung (67.) für den später per Krankenwagen
abtransportierten Bargob (versuchte es nach Zusammenstoß mit Gäste-Fänger Lukas
Rensch (52.) noch eine Weile) nur eine halbe Stunde auf dem Feld gestanden. Ob
man da als Gegner begeistert applaudieren muss – dagegen fraglich…
Als berechtigt gingen dafür die Ovationen für die verdienten wie imminent
wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf durch. Die Nicht-Abstiegsplätze erspäht
man in Klein Nordende nun auch wieder ohne Feldstecher. Und je nach dem, ob der
Spielausschluss des HFV das abgebrochene Kellerduell gegen HSV IV (Spielstand 2:3)
neu ansetzt, wäre mit einem Dreier im möglichen Wiederholungsspiel sogar der
Sprung aus den bösen Kreisligarängen aus eigener Kraft möglich. Die letzten
fünf Spieltage (oder auch sechs) versprechen jedenfalls noch die volle
Emotionspalette.
Tore: 1:0 Bargob (6. Holzapfel), 1:1 Kuhlmann (19. Schröder), 1:2
Matthiessen (76.), 1:3 Matthiessen (90. Duffke)
gelbe Karten: Rollwagen – M. Schulz, Magens, Papazoglu
gelb-rote Karte: Djimba (VfL Pinneberg, 90.+6, wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Furkan Yavuz (SC Teutonia 10)
Zuschauer: 102
Spielbericht Niendorfer TSV II - FC Elmshorn
Primus verzockt seinen Thron
Remis
nach 3:0-Führung: FC Elmshorn fällt vom Sockel
Alles voll im Griff und doch Federn gelassen. Der FC Elmshorn hat sich in Runde
26 der Bezirksliga 01 mit einem Remis beim Kellerkind aus Niendorf ordentlich
blamiert und damit oben wie unten für Bewegung gesorgt.
Eine etwas seltsame Aura hatte dieser Sonntagvormittagskick am Bondenwald von
Beginn an. Schnell hatten sich toxische Bekanntschaften zwischen dem
diskussionsfreudigen Schiedsrichter und dessen Gleichgesinnten aus den Reihen
des FCE gebildet, bevor betreffende Mittelfeldstrategen das Geschehen gekonnt
auf sportliche Weise auf sich zogen. So war Ex-Oberliga-Kicker Alessandro
Schirosi just am 0:1 beteiligt, das Sergen Sevinc im passenden Durchlaufen
mittig erzielte (16.).
Torbeteiligung Nummer zwei entfiel bei Ümit Karakayas Abschluss nur durch
gegnerisches Zutun (17.), ehe es andersherum mit dem 0:2 klappte. Eine
Karakaya-Ecke war Schirosi quasi als dritter Ball vor den einschussbereiten
Schlappen geplumpst; das darf man sich natürlich nicht entgehen lassen (18.)!
Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auch fortan auf das Tor der
Niendorfer, deren Niederlage im Abstiegskampf heute eine Frage der Höhe zu
werden schien. Der Primus sollte es allerdings nur noch vom Punkt schaffen,
Goalie Christopher Schade zu überwinden, nachdem der Schlussmann Sevinc zwar
als letzter Mann, aber im weitesten Sinne ballorientiert zu Fall gebracht hatte
(35.). Schirosis aufreizender Gruß an Herrn Panenka in die ehemalige
Tschechoslowakei bedeutete gleichzeitig den 0:3-Pausenstand, an dem die
Gastgeber kurz vor dem Kabinengang einmal kräftig rüttelten. Weil Tormann Alan
Kado an einem langen Malik-Schlag vorbei sprang, ergab sich Nico Grünwaldt die
fette Chance, die der „10er“ jedoch zu hektisch vor der leeren Kiste vergeigte
(44.).
Eine Gegentor-Androhung, die der FCE offenbar nicht sonderlich ernst nahm. Im
Spiel nach vorne ohne die in der Kabine gebliebenen Schirosi und Sevinc
statisch, ideenlos – defensiv halbherzig; so schenkte die Elf in Weinrot das
Match völlig unnötig her, während die NTSV-Reserve durch Dennis Brettschneiders
Strafstoßtor rasch Wasser auf die Mühlen bekam (47.).
Zwei Halbchancen für Seymen Tokay (53.) und Sercan Er (65.) vermochten nicht zu
kaschieren, dass es die abstiegsbedrohten Gastgeber waren, die nun klar mehr
zum Geschehen beitrugen. Eine Spielhaltung, deren Belohnung in der Schlussphase
folgerichtig eintrat. Raphael Boschkes Vorarbeit über links veredelte der bis
dato glücklose Lukas Lackner zum 2:3-Anschlusstreffer (75.), um nach Eckstoß
Minseo Chos tatsächlich den Gleichstand herauszuschießen (83.).
Ein tolles Ergebnis, das Lackner und Co von nun an leidenschaftlich
verteidigten, während der Tabellenführer mit Drittligavisionen auch mit dem
spät eingewechselten Dennis Altergott an vorderster Torjäger-Front kein Rezept
mehr fand, die hergeschenkten zwei Punkte wieder einzusacken.
Immerhin den Kummerfelder SV freute es, ließ die Kneuker-Elf wenig später
daheim nichts anbrennen, sodass der 4:1-Erfolg gegen TuRa Harksheide II aufgrund
der besseren Tordifferenz die Inthronisation des KSV zur Folge hatte. Für die
heuer gefühlt geschlagenen Krückaustädter aber kein Beinbruch. Eine weniger
gespielte Partie und vor allem das jetzt folgende Spitzenspiel am nächsten
Freitag versprechen weiter beste Karten auf dem in die Landesliga.
Und die Niendorfer? Die landeten im engen Abstiegskampf einen wichtigen Bonuspunkt,
der neben der Verbesserung auf Rang zwölf (zwei Zähler vor Abstiegsplatz 14)
vor allem mentalen Rückenwind für die kommenden drei Gastspielreisen bewirkt.
Tore: 0:1 Sevinc (16. Schirosi), 0:2 Schirosi (18. Karakaya),
0:3 Schirosi (35., Strafstoßtor, Schade an Sevinc), 1:3 Brettschneider (47.,
Strafstoßtor), 2:3 Lackner (77. Boschke), 3:3 Lackner (83. Cho)
gelbe Karten: Schade, Molder, Nast, Boschke – Schirosi, Acar
Schiedsrichter: Ivan Feric (SV Tonndorf-Lohe)
Zuschauer: 50
Samstag, 18. April 2026
Spielbericht Niendorfer TSV III - HEBC II
HEIMSieg
Junger
Dreierpacker führt NTSV III nach der Pause ins Glück
Niendorf 3 ohne Spektakel? Ausgeschlossen! Auch im Duell der Mittelfeldnachbarn
präsentierte man am heimischen Bondenwald die volle Klaviatur des wöchentlichen
Bezirksliga-Wahnsinns. Besonders prägend dafür: ein junges Eigengewächs, das
die Partie gegen HEBC II zu einem echten HEIMSpiel machte!
Erstmal galt es allerdings für die Elf des im Sommer scheidenden Jan-Hendrik
Schmidt eine ganze Weile, dem früh eingefangenen Rückstand hinterherzulaufen,
weil sie Stelios Apostolidis über rechts gewähren ließ und auch Deniz Alans
Abschluss aus dem Rückraum eher wenig Beachtung der Blauen bekam (10.).
Ohnehin stellte sich der defensive Zugriff nicht als die Lieblingsdisziplin der
Niendorfer heraus. Levin Ebbersmeyer per Kopf (15.) und Pa Nying im Scheitern
am abtauchenden Noah Meerwinck (16.), ärgerten sich in der Folge über das
verpasste 0:2, das aber vor allem bei einer Dreifachchance binnen weniger
Sekunden für die Herren Torani, Apostolidis und Sylla ein absolutes MUSS
darstellte (43.).
Auch mit getauschten Spielrichtungen setzte sich das Schusspech der
Eimsbütteler fort, leitete Meerwinck einen weiteren Apostolidis-Versuch gekonnt
über den Quader (47.).
Die Hausherren, deren Beiträge sich im wesentlichen aus Standards generierten,
konnten sich dagegen auf die individuellen Qualitäten ihrer juvenilen
Wirbelwinde – und die staunende HEBC-Abwehr verlassen. Keiner der beiden
Innenverteidiger wollte es hier mit Willy Kniesa aufnehmen, worüber er such in
Form des 1:1 satt freute (52.).
Nicht weniger krass das 2:1, bei dem HEBC nach Ballverlust wieder nicht
zurückarbeitete und Dominik Heims sein Solo über das halbe Spielfeld mit der
Führung finalisierte (55.).
Per Alan-Freistoß war der Vorsprung jedoch rasch wieder passé, köpfte der
eingewechselte Ben Sylla Lila-weiß zurück ins Match (68.).
Ein Zustand von nur kurzer Dauer, weil Eigengewächs Heims erst als Verwerter
eines schönen Angriffs über Paul Schneiders Linie stand (71.), ehe es nach
ähnlichem Muster der Treffer aus dem Rückraum war (77.). Und hätte Till Pruns
nicht zu genau an den Innenpfosten gezielte, wäre die Geschichte mit dem 5:2
wohl vorzeitig vom Tisch gewesen (79.).
So aber nahm die Schlussphase nochmal etwas Hektik auf, in der Sylla gegen
Yannik Schlewing das 4:3-Strafstoßtor durch Arun Torani herausholte (90.+5).
Mehr gab es danach nicht mehr zu vermelden.
HEBC scheiterte letztlich an der Chancenverwertung und der luftigen Defensive.
Mehr als Rang neun ist so halt nicht drin.
Die Niendorfer verbesserten sich dagegen unter den Augen von Carrel Segner, der
es mit Ende 60 nochmal wissen will und das Team im Sommer als Coach übernahmen
wird, auf Platz sechs.
Tore: 0:1 Alan (10. Apostolidis), 1:1 Kniesa (52. Schneider),
2:1 Heims (55.), 2:2 Sylla (68. Alan), 3:2 Heims (71. Schneider), 4:2 Heims
(78. Schneider), 4:3 Torani (90.+4, Strafstoßtor, Schlewing an Sylla)
gelbe Karten: Schrage, Kniesa – Meyer, Müller (Trainer)
Schiedsrichter: Ugur Eroglu (Note 2,5)
Zuschauer: 45
Sonntag, 12. April 2026
Spielbericht SV Lieth II - TSV Holm
Sieg verschwindet in
erfolgsvernichtenden Höhen
Späten
Matchball nicht genutzt: SV Lieth II bleibt unterm Strich hängen
Mit dem Kellerduell Letzter gegen Vorletzter beschlossen die Zweite der SV
Lieth und der TSV Holm Spieltag 25 der Kreisliga 01 mit dem wohl
klischeehaftesten Ergebnis: 0:0.
Obwohl der Tabellenletzte aus Holm die Begegnung in den Anfangssequenzen durchaus
druckvoll anging, spielte sich das wenige Erwähnenswerte einer weitgehend verkrampften
Partie meist im Angriffsdrittel der Liether ab. Besonders die tiefen Zuspiele
Michel Ahlers´ bereicherten das trostlose Geschehen, wie im Falle eines Balles
hinter die TSV-Kette, wo Finn Struve nur knapp über das Gehäuse zielte (8.).
Ebenfalls hoch kam eine Ecke von links auf den aufgerückten Kilian Weers
geflogen, doch mit der Platte lassen sich nur selten Kopfballtore erzielen (29.)…
Und wenn es – wie bei einem clever angeschnittenen Homburg-Freistoß – im Einlaufen
zu überraschend wird, kommt beim
kantigen Außenverteidiger mit Bezirksligaexpertise halt auch kein goldener
Schuss heraus (42.).
Das Bemühen um jenen fiel jedoch auch den Gästen schwierig, segelte Henri
Poppenborgs Linksschuss übers Ziel hinweg (36.), ehe der eingewechselte Torben
Mentz ein Strafraumgestochere mit dem Versuch ins Außennetz beendete (50.).
Ansonsten ging es eher um Fehlervermeidung und den teils schwierigen
Beziehungsstatus zum Spielgerät – bis die etwas frischer wirkenden Liether in
der Schlussphase bei größer werdenden Räumen nochmal etwas mehr investierten.
Und tatsächlich servierte Florian Ballner seinem Einwechselkollegen Michel
Cords per Diagonalball die wunderbare Siegchance in den Lauf, überhastet jagte
der 22-Jährige das Leder aber in erfolgsvernichtende Höhen (90.+1), sodass die
torlose Punkteteilung einzig dazu taugte, den Moorreger SV auf den vorletzten
Platz zu verweisen. Durch die teils drei mehr gespielten Duelle als die
Konkurrenz beläuft sich der virtuelle Rückstand auf den TSV Heist am rettenden
Ufer allerdings etwas Höher als nur auf einen Punkt. Die SVL-Reserve (17
Punkte) ist nun immer wieder zum Daumendrücken verdammt – zum Beispiel für den
SC Cosmos Wedel, der am kommenden Dienstag beim TSV Holm (14) gastiert.
Das nächste eigene Eingreifen muss dagegen bis Freitag warten, wenn es zum
zweitplatzierten Rissener SV geht.
Tore: Fehlanzeige
gelbe Karten: H. Homburg, Ahlers, Weers – Hermann, Ludwicki, Milzarek
Schiedsrichter: Robert Shosha (Holsatia im EMTV)
Zuschauer: 45
Spielbericht TV Haseldorf II - Holsatia im EMTV
Vorentscheidung gegen die rote
Laterne?
Erster
Heimsieg der Saison: „Schrottico“ geht wieder an die Büffelherde
Ein halbes Jahr ist es her, dass die Reserve des TV Haseldorf doch spürbar
erleichtert den 6:2-Auswärtserfolg bei der damals (noch) punktlosen Elf von
Holsatia Elmshorn einfuhr. Nicht einen einzigen Punktgewinn durfte die Büffelherde
seither feucht-fröhlich bejubeln – bis heute!
Denn kaum erblickten die Schloßpark-Kicker Männer aus Elmshorn in
blau-weiß-rot, lief es wieder wie geschnitten Brot.
Denn kaum hatte die Kontrahage der punktgleichen Schlusslichter begonnen, waren
die Hausherren aktiver bei der Sache. Nur der zwingende Abschluss gehörte
erstmal (noch) nicht auf die Speisekarte.
Apropos Karte: nur knapp war Holsatia nach gut einem Viertel der Spielzeit
einem Platzverweis entgangen, räumte Elias Khalaf den pfeilschnellen Phil
Mohrdieck im Duell der Leihgaben – Herren-Bezirksliga gegen U19-Oberliga
durchaus notbremsenverdächtig ab. Schiedsrichter Torben Steenfatt beließ es bei
der Verwarnung – Glück gehabt! Galt aus Gäste-Sicht auch für Mohrdiecks
Linksschuss, der nur hauchdünn am Torwart-Eck vorbei sauste (29.).
Und wie der Fußball nun mal so spielt, landete Holsatias erster echter Abschluss
flugs im Kasten, als Halil Sinecek einen dritten Ball nach Ecke von rechts aus
dem Rückraum versenkte (31.). Ein Schuss, den Manuel Neuer wahrscheinlich
gehabt hätte…
Doch auch ohne einen mehrmaligen Welttorhüter zwischen den Pfosten bekam der
TVH das Ding gebogen. Als Initialzündung fungierte dabei Finn Wichmanns beherztes
Solo mit ebensolchem Abdruck aus der Distanz (41.). Goalie Pieth Kruse noch
dran, aber das reichte nicht – 1:1!
Dank Mohrdiecks langer Hereingabe von rechts und dem kontrollierten Rechtsschuss,
den der richtig eingerückte Mahziyar Sabzipour flach einlochte, war sogar noch
vor dem Halbzeitpfiff der nicht unverdiente Führungstausch gelungen (45.+1).
Holsatia, mit diesem Spielstand auf dem alleinigen Rücksitz der Kreisklasse 01,
bemühte sich im zweiten Abschnitt um Besserung, musste sich aber erstmal bei Kruse
und dessen Fußabwehr (71.) bedanken, dass der dritte Gegentreffer hier ebenso
nicht fiel, wie bei einem hohen Ding, das von linksaußen im hohen Bogen auf die
Latte plumpste (74.).
Nur Augenblicke danach dann aber doch das 3:1, weil wieder Mohrdieck trotz
Fußkontakt von Gegenspieler Shawn Patschan auf den Beinen blieb und zentral mit
links ins rechte Tief-Eck abzog (75.).
Eine weitere Hiobsbotschaft traf die Krückaustädter in personeller Form. Zwar schlug
sich David Posts rote Karte wegen der ungebührlichen Ansprache eines
Gegenspielers zwar nicht in der Spieleranzahl nieder (der Sünder war bereits
ausgewechselt), doch Sportgerichtssperre und Strafgeld winken nun in der
kommenden Verhandlungswoche…
Die übrigen Kollegen bastelten derweil fleißig am Anschlusstreffer. Vor allem
der eingewechselte Ryan Hinterthaner brachte mit seiner Symbiose aus Technik
und Robustheit neue Perspektiven ins Spiel. Doch auch der A-Jugendliche
vermochte es nicht, seine Farben ins Spiel zurückzuschießen (81.).
Ein Unterfangen, das auch Kollege Jasper Löw nicht gelang; weder als diagonaler
Vorbereiter für Fabijan Kober (83.), noch als direkter Freistoßschütze (90.+3).
Ein gebrauchter Tag für die zuletzt definitiv verbesserten Holsaten, denen
durch diese Niederlage wohl der letzte Platz im Endklassement blühen wird. Vielleicht
aber halten die verbliebenen vier Partien aber noch den einen oder anderen
Überraschungspunktgewinn bereit.
So haben sie eben alle ihre kleinen und großen Wettbewerbe…
Tore: 0:1 Sinecek (31.), 1:1 Wichmann (41.), 2:1 Sabzipour
(45. Mohrdieck), 3:1 Mohrdieck (75.)
rote Karte: Post (Holsatia, als bereits ausgewechselter Spieler, 77.,
Beleidigung)
Schiedsrichter: Torben Steenfatt (SV Hörnerkirchen)
Zuschauer: 45
Samstag, 11. April 2026
Spielbericht TSV Büsum II - 1. FC Wittbek
Tagestouristen bleiben im Rennen
TSV
Büsum II zerlegt: Aufsteiger 1. FC Wittbek bleibt erweiterter Verfolger
Busreisende sind am Nordseestrand von Büsum freilich nichts Besonderes und vor
allem gerne gesehene Gäste. Mit dem 1. FC Wittbek samt supportiver Entourage fuhr
am Samstagvormittag jedoch ein Tross vor, der sich keineswegs als generöser
Lieferant von Zählbarem gerierte.
Zu jubeln hatte die fröhliche Reisegruppe aus dem husumer Umland zunächst allerdings
wenig. Kevin Kleins beherzten Lauf über rechts finalisierte der quer
angespielte Nils Ehlers per Direktschuss in die linke obere Ecke zum 1:0 für die
hiesige TSV-Reserve (3.), woraufhin es mit getauschten Rollen fast die Verdopplung
gegeben hätte, nur tauchte FC-Fänger Kim Albrecht diesmal rettend ab (7.).
Auch dank eines frühen Personalumbaus gewann der Tabellenfünfte zunehmend an
Sicherheit, woran der Gegner ebenfalls nicht unbeteiligt war. So war es erst ein
Ballverlust der sechstplatzierten Büsumer und dann Henry Pammers Bauchklatscher
im eigenen Sechzehner, wodurch Lennart Ingwersen das 1:1 per Abstauber serviert
bekam (14.).
Die Partie daraufhin mit klarer Schlagseite in Richtung TSV-Tor. Und das, obwohl
Rot-weiß gegen eine immer wieder auffrischende Briese anzuspielen hatte.
Zahlreiche Gelegenheiten, wie Tade Clausens Scheitern an Fußabwehr Thomas
Schönns (35.) oder Niclas Grigoleits Alu-Treffer bei der fälligen Ecke, blieben
aber wiederholt ungenutzt.
Ein Zustand, den sich wiederum der TSV Büsum nicht zu Nutze machte, als Pammer
im Umschalten die mittige Einschussposition auf Zuspiel Jan Jacobs´ in Rücklage
vergeigte (30.).
Eine Beschreibung, die sich nach dem Seitenwechsel auf die gesamte Vorstellung
der Hausherren übertragen ließ. Nichts ging mehr, während Ludger Thoms seine
Wittbeker mit dem Wumms nach schöner Ballmitnahme flach zur verdienten Führung
schoss (57.). Zu halten war der umtriebige Torjäger daraufhin fast nur noch auf
regelwidrige Weise, was Pammer nur durch den altersmilden Schiedsrichter am
Notbremsen-Rot vorbeischrammen ließ (60.). Weil Thoms den anschließenden Freistoß
höchstpersönlich, an der Mauer vorbei, ins niedrige Eck zirkelte (61.), wich
der Gäste-Groll darüber allerdings rasch der Freude über die 3:1-Auswärtsführung,
deren Ausbau Bastian Reinholds segelnder Ball an den Pfosten durchaus in den
Bereich des Möglichen rückte (68.).
Besser lief es für den fleißigen „44er“ als klassischer Strafraumvollstrecker, verwertete
er einen verlängerten Hähling-Einwurf zum 1:4 (72.), um sieben Minuten vor
Ultimo noch den Doppelpack geschenkt zu bekommen. Kollege Lukman Hared legte
nach seinem Ballgewinn gegen den letzten Büsumer und freier Fahrt aufs leere
Tor nämlich ganz altruistisch für den jetzigen Vize-Torschützenkönig der
Kreisklasse B-West-1 (12 Tore) hinter Mitspieler Thoms (23) ab – die vorzeitige
1:5-Endnote (83.)!
Fünf Partien vor Saisonende hat der längst gesicherte Aufsteiger, der neben dem
Heimspiel gegen die SG Norderhamme II noch die Duelle gegen die vier untersten
Teams der Zwölferkonkurrenz vor sich hat, sogar noch die Außenseiterchance,
Rang zwei und damit die Quoten-Aufstiegstabelle zur Kreisklasse A anzugreifen
(sieben Zähler Rückstand). Die reisefreudigen Fans hätten es auf jeden Fall
verdient!
Tore: 1:0 Ehlers (4. Klein), 1:1 Ingwersen (14. Thoms),
1:2 Thoms (57. Clausen),
1:3 Thoms (61., direkter Freistoß), 1:4 B. Reinhold (72. Thoms), 1:5 B.
Reinhold (83. Hared)
gelbe Karten: Pammer, Dietschke – Hensen, B. Reinhold
Schiedsrichter: Fred Uken (TSV Friedrichskoog)
Zuschauer: 60
Freitag, 10. April 2026
Spielbericht SV Lieth - Hamburger SV IV
Blaulicht statt Befreiungsschlag
Keller-Krimi
am Butterberg wegen Verletzung abgebrochen
Betroffenes Bangen, betretene Stille und mittenhinein der Abpfiff. Der 25.
Spieltag der Bezirksliga 01 endete für Jan Schiebuhr, Mittelfeldspieler der SV
Lieth, per Blaulicht im Spital.
Eigentlich sollte es im Abstiegskracher seiner Farben (Platz 15, 16 Punkte)
gegen die Vierte des HSV (12., 20 Zähler) den großen Befreiungsschlag geben.
Ein hehres Ziel, wie schon die Anfangsminuten belegten. Vor allem, weil sich
die Liether früh selbst ins Hintertreffen brachten. Unter Pressingdruck spielte
Tormann Patrick Klösel den Ball zwischen zwei halbgaren Anspielstationen durch,
direkt in die Füße des ebenso prompt von links hoch abziehenden Massimo Graci
und der 0:1-Fehlstart ins vorgezogene „Endspiel“ um den Klassenerhalt war
perfekt (9.).
Die Gäste daraufhin das bessere Team, doch zwingende Momente, wie Finn
Carlssons zentraler Abdruck (drüber, 12.) gab es erst in Richtung
Halbzeitschlussphase zu vermelden, als Carlssons Kopfball Klösel zur
Glanzparade zwang (36.) und der Goalie seinen Lapsus zum Gegentor spätestens im
starken Eins-gegen-Eins mit dem durchgestarteten Noah Brämer wettmachte (39.).
Und kaum brüllte Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen seine Lobpreisung des
Torstehers ins Mikrofon, machte der „Titan“ gegen Piet Bussink-Becking
geschwind die kurze Ecke zu.
Die SVL, deren einzig valides Lebenszeichen aus Meraja Magens´ Rückraumschuss
mit frechem Schnitt (32.) bestand, blieb damit top im Match, das nun wiederum
der HSV mit einer völlig missratenen Rückgabe auf Gleichstand polte. Tim
Hör´le, der nebenbei hauchdünn an gelb-rot für wiederholtes Foulspiel vorbei
schrammte (45.+1), servierte per Zuspiel in die Strafraum-Mitte Felix Schröders
Ausgleichstor im Dazwischenspritzen (43.). Die Idee, den Verteidiger für die
Rückrunde ganz nach vorne zu beordern, hat sich mit jetzt drei Saisontoren
jedenfalls schon mal bezahlt gemacht.
Die Freude darüber sollte allerdings nach dem Seitenwechsel verflogen sein,
schafften es die Breitensportler des Ex-Bundesliga.Dinos, das Tempo von
Linksaußen Brämer immer besser auf die Schiene zu bringen. Bei Gracis Verfehlen
war dies aus SVL-Sicht noch gutgegangen (52.), doch dann schickte Marvin Nietgen
den „23er“ im Drei-Stationen-Konter auf den unaufhaltsamen Weg zum 1:2 in die
lange Ecke (56.).
Das Umschalten also eine Stärke des HSV – hat sich nur irgendwie nicht bis zu
den Hausherren herumsgesprochen. Florian Gebauers langer Schlag aus der
Innenverteidigung, Lennart Plötzkys Kopfballverlängerung und schon war Nietgen
frei durch für den Rechtsschuss, den Klösel nicht mehr entscheidend blockieren
konnte (62.). Der mitgereiste Anhang in voller Freude, zumal Brämer zwanzig
Minuten vor dem Ende mit links alles hätte klarmachen können, wäre der Kasten
nur ein wenig breiter gewesen (70.).
So aber blieb die SV Lieth noch am Leben, ehe ihr Herzschlag dank des 2:3-Anschlusstreffers
wieder so richtig in Schwung kam. Einen Flugball des nach ewiger
Verletzungspause sofort weiterhelfenden Magens hatte Finn Struve formvollendet
mit der Hacke zu Tom Busse weitergeleitet. Der Treffer war da nur noch
Formsache (74.).
War hier also doch noch etwas drin? Ein Behrens-Kopfball, den HSV-Fänger Ather Aldakhe
schön aus dem kurzen Eck fischte (83.), fand trotz aller Bemühungen jedoch
keine torgefährlichen Nachahmer.
240 Sekunden Nachspielzeit blieben letztlich noch als letzter Rettungsring, bis
bei exakt 138 von ihnen Plötzkys Lufteinsatz in den Rücken von Schiebuhr mit
dem unsanften Aufprall des Liethers endete und die folgende Versorgung des
hauptberuflichen Gemeinschaftsschullehrers, unterstützt durch eine anwesende
Rettungsassistentin aus dem Publikum, eine unabsehbare Länge einnahm.
Schiedsrichter Hasan Biyikli (VfL Hammonia) brach die Partie schließlich nach
Unterredung mit den beiden Spielführern ab. Eine Neuansetzung scheint aufgrund
der Einstimmigkeit der Entscheidung am wahrscheinlichsten.
Aus dem Umfeld des Verletzten folgte unterdessen bereits im Laufe des
Wochenendes Entwarnung. Eine amtliche Gehirnerschütterung und eine Gesichtsoptik
aus dem Schwergewichtsboxen können getrost als glimpflicher Ausgang des
Kopf-Aufpralls gewertet werden. Alles andere muss nun eben der Hamburger Fußballverband
entscheiden.
Tore: 0:1 Graci (9.), 1:1 Schröder (43.), 1:2 Brämer (56. Nietgen),
1:3 Nietgen (62. L. Plötzky), 2:3 Busse (74. Struve)
gelbe Karten: Behrens – Hörle, L. Plötzky
Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia)
Zuschauer: 75
besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen eines
Krankenwageneinsatzes (90.+3).
Freude über wertlose Tore? Der HFV muss nun über eine mögliche Neuansetzung entscheiden.
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