Steincke hält den Cup-Sieg fest
Favoritenerfolg
gegen den Ex: Heider SV ist A-Jugend-Westküstenpokalsieger
Der Pokal und seine eigenen Gesetze… Kaum etwas lädt im Fußball so sehr zum
Phrasendreschen ein, wie Wettbewerbe im K.O.-Modus. Und tatsächlich war im A-Jugendfinale
des Kreispokals Westküste durchaus eine Überraschung drin. Die Spielgemeinschaft
Ostroher SC/TSV Büsum aus der Kreisliga, wo sie als Neunter von elf Aktiven nun
wahrlich keine Bäume ausreißt, hatte am Pfingstmontag jedenfalls alle Chancen, den
Landesligisten vom Heider SV zu bezwingen.
Auf dem neutralen Platz des TSV Brokstedt im Kreis Steinburg, der für die
benachbarten Kontrahenten aus Dithmarscher eine Stunde Autofahrt entfernt liegt
(Beschwerden beim Kreisverband Westküste und eine Unterschriftenaktion pro
Verlegung in die eigene Gegend hatten im Vorfeld keinen Erfolg), musste der Außenseiter
aber zunächst alle Kräfte in die Defensive investieren. Mit viel Ballsicherheit
gab der Favorit klar den Ton an, ohne aber so richtig zwingend vors Tor zu
kommen. Hier ein Kontakt zu viel – da eine kleine Ungenauogkeit: und immer
wieder störte ein Blauer den Weg zur Führung.
Gefahr versprühte der HSV daher hauptsächlich durch Fernschüsse, von denen
Hannes Paulsen den zunächst besten vom linken Strafraum-Eck aus knapp daneben
setzte (20.).
Mit Nadelstichen bemühte sich dagegen der Klassenniedrigere um Entlastung, die
Tjark Schröder sogar in ideale Schussposition brachte, nur hebelte der Mann aus
dem Zentrum in Rücklage drüber (10.).
Auch so konnte sich der Zwischenstand jedoch sehen lassen. Torlos als Underdog
in die Pause – passt so! Nur sollte es dazu nicht kommen, weil man einmal bei
einer rasch gespielten Horch-Ecke pennte, Abolfazl Rajabi entsprechend in den
Sechzehner eindringen konnte und Hannes Sattler den daraufhin eher zufällig
erhaltenen Ball kompromisslos von halbrechts zum 1:0 einschweißte (43.).
Für die Spielgemeinschaft aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, ganz
im Gegenteil! Kaum war der Heider SV in Front gegangen, rutschte drüben Henry
Reimers´ Flanke durch zu Vornamensvetter Schulz, der jedoch völlig frei drüber
bolzte (44.).
Ein Vorbote für das, was dieses Endspiel nach dem Seitenwechsel zuhauf erleben
sollte. Denn während die Verdopplung des Landesligisten nur bei einer
Standard-Doppelchance für Hannes Paulsen in der Luft lag (53.), setzten die
Ostroher/Büsumer den gegnerischen Tormann, der bis Sommer 2024 noch ein
Teamkollege war, gehörig unter Feuer. So rettete Daniel Steincke mit Mühe vor
Hannes Tagge, nachdem Maurice Avemaries Flanke tückisch auf dem unebenen Geläuf
aufhoppelte (51.), ehe sich der Goalie gegen Schulz im Stile eines Handballtorwarts
groß machte (64.).
Wiederum Schulz vergab eine schöne Schusschance, die aus dem schnörkellosen
Umschalten über rechts entstanden war (67.).
Den dicksten Fisch hatte allerdings Kollege Simon Walter im abermaligen Konter
auf dem Fuß, als der Joker frei vor Steincke hauchdünn rechtsunten daneben
zielte (80.).
Doch auch der immer noch glücklich führende Gegner ärgerte sich über einen
bitteren Fehlschuss, als Steincke das Spiel nach abgefangenem Ball per Weitabwurf
auf Anel Adrovic schnell machte und der Adressat Stürmer Rojhat Zimmermann in
die Poleposition zum nahezu sicheren 2:0 schickte. Nahezu, denn der 18-Jährige
schob das Leder frei vor dem Tor um Haaresbreite vorbei (85.).
Die Entscheidung also vertagt, sodass Schlussmann Steincke bis zum Abpfiff im
Zentrum des Geschehens blieb. Vor allem gegen den von Schulz quer eingesetzten
Niklas Wilke galt es nochmal abzuwehren und zuzupacken (90.). Die Kollegen
wussten daher, bei wem sie sich für den heutigen Finalsieg zu bedanken hatten!
Die eher schmucklose Siegerehrung nahmen die Weiß-schwarzen derweil mit der
Gelassenheit eines Dauersiegers hin. Kein Wunder, gab es seit TuRa Meldorf 2019
(der HSV brauchte als A-Regionalligist damals nicht im Kreispokal antreten)
keinen anderen Titelträger als die Dithmarscher Jungs. Am Tag der
letzten Kreispokalniederlage (1:2 im Halbfinale gegen die SG Brunsbüttel/Ostrohe)
im September 2016 besuchten die heutigen Akteure noch die Grundschule. Eine
beeindruckende Dominanz des dithmarscher Branchenprimus!
Heider SV 1.A: Steincke – Mätzke, Sattler, Patzer,
Krajewski – Horch, Paulsen, Schilly, Rajabi – Adrovic, Zimmermann, eingewechselt:
Mohammadi, Berriat, Görgülü, Trainer: Tim Ruland
SG Ostroher SC/TSV Büsum 1.A: Yaman – Hagelstein, Bies, Wilke, Avemarie –
Tagge, Schulz, Herrmann, Schröder, Mikayelyan – Reimers, eingewechselt:
Walter, Trainer: Frederic Popp
Tore: 1:0 Sattler (43. Rajabi)
gelbe Karten: Sattler, Mätzke – Schulz
Schiedsrichter: Jan-Hinrich Veit (Note 3)
Zuschauer: 65
b.b.meyer
Spiele, bei denen ich mehr oder weniger zufällig auftauche ⚽⚽⚽
Montag, 25. Mai 2026
Spielbericht Heider SV 1.A - SG Ostroher SC/TSV Büsum 1.A
Sonntag, 24. Mai 2026
Spielbericht TuS Appen - SSV Rantzau II
Appen unchained: TuS hält die
Kreisliga!
Rettung
per 4:0-Heimsieg erklärt den Almtweg zur Partyzone
Ein echtes Endspiel um den Klassenerhalt hat sich TuS Appen am vorigen Spieltag
mit dem Sechs-Punkte-Sieg in Tangstedt (2:0 durch Sven Kremers Strafstoßtore) selbst
geschenkt. Eine letzte Chance, diese surreal-verkorkste Serie 2025/2026 doch
noch irgendwie geradezubiegen.
Das Setting dafür stimmte jedenfalls. Herrlicher Sonnenschein, großer
Publikumszuspruch und die Aussicht, mit einem Sieg die spielfreie SV Lieth II
(30 Punkte) und einen aus dem Direktduell Union Tornesch III (28) gegen
Moorreger SV (30) auf jeden Fall zu überholen – dem klar besten Torverhältnis
sei Dank!
Rauf auf die Koppel der Wahrheit, präsentierte sich das Heimteam gleich als die
willigere Formation, um dennoch einmal kurz zittern zu müssen. Mit dem flinken
Yasin Ötgün tauchte nämlich völlig unvermittelt ein Rantzauer im tiefen Lauf
durchs etwas löchrige Abwehrzentrum gefährlich auf. Der anschließende Heber
verfehlte allerdings (4.).
Im Vorjahr hatte die Landesliga-Reserve aus Barmstedt in einer ähnlichen
Situation erfolgreich den Spielverderber gespielt und dem TV Haseldorf durch
einen 2:1-Auswärtserfolg den vorzeitigen Aufstieg (der später noch gelingen
sollte) versaut, doch heute nagelten die entschlossenen Hausherren den
Tabellenfünften ordentlich hinten fest. Wie gut, dass wenigstens Tormann Bjarne
Ulrich gegen Mika Teichmanns 19-Meter-Versuch zupackte (9.).
Beirren ließ sich der einstiege Moorreger von seinem Fehlschuss jedoch nicht,
nutzte Teichmann seine nächste Schusschance prompt zum wichtigen 1:0 (11.). Ein
Meilenstein des Tages, dem rasch der nächste folgen sollte, als ein
Offensivfreistoß schon als gelöscht galt, Kapitän Deniz Cebbar sich aber ein
Herz aus der Ferne nahm und raketenhaft verdoppelte (17.).
In der Folge war es den Roten gut gelungen, den Vorsprung komplikationslos zu
verwalten, ohne dabei zu viele Körner zu lassen. Gegen eine biedere Elf in blau
allerdings auch eine dankbare Aufgabe.
Aufgeben musste derweil SSV-Außenspieler Patrick Hollm, dem bei einer
Offensivaktion die Fragilität der Bänder im Knie vor Augen geführt wurde. Kurz zuvor
hatte er sich noch lautstark über die zahlreichen Verletzungspausen des Gegners
im Spiel beschwert und dafür einen Tadel vom Schiri erhalten: „Sportsfreund,
das ist unsportlich, was Sie hier machen!“. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass
der heuer einzige Blaue mit Feuer bald wieder angreifen kann.
Die verbliebenen Kollegen sendeten danach per Standard-Chance zumindest eine
krachende Anwesenheitsnotiz, rammte der für Hollm gekommene Jonathan Vajen das
Leder nach Brahim-Freistoß an den Latten-Unterkantenbereich (40.).
Mehr brauchte der Abstiegskandidat jedoch nicht zu überstehen – vor alle, weil
bereits wenige Minuten nach der pünktlich durchgeführten Pause Cebbar viel
Wiese über rechts vorfand und den Blick für den jungen Henry Heidmann am
zweiten Pfosten behielt. Heidmann vollendete zum 3:0 (48.). Der Papa draußen
stolz, den Klassenerhalt damit vorentschieden; Fußballer-Herz, was willst du
mehr?!
Ein viertes Tor, natürlich! Und daran arbeiteten Heidmann und Co mit
entfesselter Hingabe, der sich zumindest SSV-Torsteher Ulrich entgegenstellte
(62. & 69.), während es die Vorderleute mit sich geschehen ließen. Brahims
zu hoch angesetzter Rechtsschuss konnte dies auch nicht kaschieren (73.).
Stattdessen schraubte Joker Marlon Deletz den Heimsieg noch weiter in die Höhe,
als er der Innenverteidiger mit seinem Tempo entwischte und auch an Ulrich
vorbeizog. Das leere Tor war da nicht mehr zu verfehlen (74.).
Der Feiertag vor dem Feiertag (Pfingstmontag) also in vollem Gange, ehe sich
Cebbar nach Kopfballquerspiel Teichmanns (78.) und der stark aufspielende
Matteo Cuius aus 20 Metern (86.) am fünften Treffer versuchten. Kein Tor in
beiden Szenen, was unterm Strich aber niemanden mehr interessierte. TuS Appen
bekam also doch noch auf den letzten Drücker die Kurve für ein weiteres Jahr
Kreisliga. Anlass genug, den Almtweg zur Partymeile zu erklären.
Trauer herrschte dagegen eine knappe Viertelstunde Autofahrt entfernt auf dem
Gelände des TSV Holm, wo die längst abgestiegenen Gastgeber den Tangstedter SV
per 3:2-Heimsieg mit in den Kreisklassenabgrund zogen. Ob das Duo dort der auf
der Couch abgestiegenen Zweiten der SV Lieth begegnen wird, ist indes fraglich.
Durch die Zusammenlegung der Bezirksliga-Abstiegstruppe und der Reserve, sowie
dem knappen Kader der Dritten, steht die Zukunft der SVL-Reserve auf der Kippe.
Sicher antreten werden im nächsten Jahr dagegen Union Tornesch III und sogar
der parallel gegen „Eisern Union“ mit 1:7 untergegangene Moorreger SV.
Tore: 1:0 Teichmann (11.), 2:0 Cebbar (17.), 3:0 Heidmann
(48.), 4:0 Deletz (74.)
gelbe Karten: keine – Brahim
Schiedsrichter: Dominik Helmker (SV Rugenbergen)
Zuschauer: 90
Die Abschlusstabelle der Kreisliga 01 2025/2026
|
Pl |
Mannschaft |
Sp |
S |
U |
N |
Tore |
Diff |
Pkt |
|
01 |
Wedeler TSV |
30 |
24 |
3 |
3 |
99:25 |
74 |
75 |
|
02 |
Rissener SV (W) |
30 |
20 |
6 |
4 |
110:56 |
54 |
66 |
|
03 |
SV Hörnerkirchen (Ab) |
30 |
18 |
4 |
8 |
74:46 |
28 |
58 |
|
04 |
Heidgrabener SV II |
30 |
16 |
7 |
7 |
82:58 |
24 |
55 |
|
05 |
SSV Rantzau II |
30 |
14 |
9 |
7 |
79:59 |
20 |
51 |
|
06 |
TSV Sparrieshoop (N) |
30 |
14 |
3 |
13 |
84:67 |
17 |
45 |
|
07 |
SC Cosmos Wedel (Ab) |
30 |
14 |
3 |
13 |
83:82 |
1 |
45 |
|
08 |
TuS Borstel-Hohenraden |
30 |
10 |
7 |
13 |
69:88 |
-19 |
37 |
|
09 |
FC Roland Wedel |
30 |
11 |
6 |
13 |
59:74 |
-15 |
36 |
|
10 |
TSV Gut Heil Heist |
30 |
10 |
4 |
16 |
69:79 |
-10 |
34 |
|
11 |
FC Union Tornesch III |
30 |
9 |
4 |
17 |
70:102 |
-32 |
31 |
|
12 |
TuS Appen |
30 |
9 |
6 |
15 |
68:74 |
-6 |
30 |
|
13 |
Moorreger SV |
30 |
8 |
6 |
16 |
62:88 |
-26 |
30 |
|
14 |
SV Lieth II |
30 |
8 |
6 |
16 |
50:77 |
-27 |
30 |
|
15 |
Tangstedter SV |
30 |
6 |
10 |
14 |
54:77 |
-23 |
28 |
|
16 |
TSV Holm (N) |
30 |
4 |
8 |
20 |
46:106 |
-60 |
18 |
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