Khomri hält durch und entscheidet
Doppelpack
dank Nicht-Auswechslung: TSV Brokstedt überrascht!
Kleine Überraschungen beleben den Fußball. Eine Binsenweisheit, die sich der
frisch in die Kreisklasse B aufgestiegene TSV Brokstedt just zum Kredo machte und
im Kreispokal Westküste zwei Ligen Unterschied wettmachte. Hochverdient kegelte
man nämlich den Kreisligisten Kickers Hennstedt mit 3:1 aus dem Bewerb.
Zugegeben, erfüllte der Kick mit seiner alt-britischen Anmutung sicher keine Kriterien
epischer Rasenpoesie, doch mit Mut, Einsatz und Leidenschaft trugen zumindest die
Gastgeber zu einem kurzweiligen Match auf dem Jahnplatz bei. Und das, obwohl
man früh ohne den angeschlagenen Captain Scheel auskommen musste (6.).
Hinten diszipliniert und resolut – vorne allerdings nicht sonderlich effizient,
haderte der TSV mit seiner Chancenverwertung, zu der beispielsweise der schön
per Hendrischke-Steckpass eingesetzte Bjarne Folster im Scheitern an Kickers-Goalie
Kjell Ivers (24.) und Ersatzspielführer Joshua Seider in aussichtsreicher Rücklage
(27.) negativ beitrugen.
Die Blauen blieben aber auf dem Gaspedal, was sich im Falle von Niclas
Brockmanns Lauf in den Sechzehner als genau der richtige Move herausstellte,
blieb Gegenspieler Bjoern Gerken nur die mangelhaft getimte Grätsche –
Strafstoß und damit Seiders überfälliges 1:0 ins linke untere Eck (38.).
Bemerkenswert: Die ihrerseits gerade gen Kreisliga promovierten Dithmarscher
brauchten tatsächlich geschlagene 45 Minuten bis zum ersten Torversuch, den
Kevin Ladendorf mit Courage aber ohne große Platzierung aus 35 Metern absetzte.
Ganz anders dagegen der freche Außenseiter, der nach langem Seider-Schlag in
Person von Folster an Ivers scheiterte, ehe immerhin das Nachsetzen auf Kosten
einer wiederum nicht ungefährlichen Ecke gelöscht wurde (45.+3).
Und weil Chancenwucher nur selten unbestraft bleibt, führte die erste Strafraumszene
des zweiten Abschnitt sofort zum 1:1, das noch nicht einmal aus einem
gegnerischen Abschluss entstanden war. Vielmehr war es ein Lapsus des B-Klassisten,
den Schlussmann Fynn Huf mit dem Anschießen des Hennstedters Adrian Soth
folgenschwer verschlimmbesserte. Ein Ausgleichstor der unfreiwilligen Komik
(48.)!
Darüber hinaus richtete der skurrile Gleichstand allerdings nichts weiter aus.
Unverdrossen gewannen die Hausherren weiterhin die Mehrzahl der wichtigen
Zweikämpfe, während ihr direktes Spiel nach vorne top-Chancen wie eine doppelte
für Marco Schröder (Ivers im hohen, langen Eck) und Ayman Khomri (Pfosten)
kreierte (54.).
Ein Doppler der freudigen Gestalt machte das Hadern mit den zerplatzten
Möglichkeiten jedoch schon bald obsolet, als ein durchgerutschter Tiefenball, von Schröder
weitergeleitet, beim zentral abziehenden Khomri landete (62.) und der 91er auch
aus dem Sechzehnerchaos heraus die Inspiration zum passenden Rechtsschuss in
die Maschen fand (64.). Die Maßnahme, Khomri trotz langsam streikender
Muskulatur auf der Koppel zu lassen, durfte sich Coach Kolja von Seelen
freilich auf die Autogrammkarte schreiben. Daraufhin direkt per Substitution erlöst,
brauchte Khomri in der Folge nur selten Angst um den herausgeschossenen
Vorsprung haben, taten sich die Männer in schwarz auch in der Schlussphase
schwierig, spielerische Lösungen zu finden. Nicolas Knopik probierte es daher
einmal gegen Huf aus der zweiten Reihe (81.), woraufhin auch Nicholas Peters´
abgefälschter Freistoß (Huf zur Ecke, 86.) von außerhalb der Parzelle auf die
erfolglose Reise ging. Zahlreiche Eckstöße vermochten der Partie ebenso keinen
Dreh mehr verleihen. Das Zweitrundenduell mit neu-Landesligist TSV
Heiligenstedten (schon wieder so ein Aufsteiger) gehört damit dem TSV
Brokstedt!
Tore: 1:0 Seider (38., Strafstoßtor, Gerken an Brockmann), 1:1
A. Soth (48.), 2:1 Khomri (62. Schröder), 3:1 Khomri (64.)
Schiedsrichter: Marco Hogrefe (VfR Horst)
Zuschauer: 35
b.b.meyer
Spiele, bei denen ich mehr oder weniger zufällig auftauche ⚽⚽⚽
Samstag, 11. Juli 2026
Spielbericht TSV Brokstedt - SV Kickers Hennstedt
Freitag, 10. Juli 2026
Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II
Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr
viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch
Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung
schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern,
um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben
mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene
Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten
Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber
dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit
aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“
und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast
immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber
ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das
0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter
mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte
(8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen
lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er
nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den
eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1
gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko
zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter
die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem
4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias
hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der
Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen
konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach
Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel
Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere)
Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball
nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er
in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der
zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc
Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben
Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht
ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu
sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und
bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein
bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz
egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“,
so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den
Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende
Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das
macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist
für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute
Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen.
Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht
berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die
Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch
aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas
verletzungsgeplagte Eleven.
Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor,
Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve
(50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2
Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens
(84. Struve), 11:2 Wrage (86.)
Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)
Zuschauer: 30
Sonntag, 21. Juni 2026
Spielbericht FTSV Komet Blankenese 1.B - Glashütter SV 1.B
Vorteil verschenkt: Komet steigt ab
Trotz
Punktvorsprung und Führung: GSV zieht im direkten Duell vorbei
Alles oder Nichts am Dockenhuden – oder: der Verlierer steigt ab! Ein Szenario,
wie es Hitchcock nicht besser hätte skizzieren können.
So standen sich im Staffelfinale der U17-Landesliga Komet Blankenese (18
Punkte) und der Glashütter (16) im direkten Abstiegsduell gegenüber. Die
Rechnung daher klar: Komet langte ein Remis zum Ligaerhalt – der GSV musste
gewinnen, um den punktlosen Horner TV nicht in die Bezirksliga zu begleiten.
Trotz der günstigeren Ausgangslage – oder vielleicht gerade deswegen – legten
die Hausherren gleich einmal munter los. Besonders auf rechts kreierte Komet
reichlich Fahrtwind, was sich rasch an diesem Sonntagnachmittag bezahlt machte.
Mateo Weiß hatte über Steuerbord die Grundlinie gefunden, um den ideal
postierten Max Nativelle im Rückraum zu bedienen. 14 Meter Schussdistanz –
flach überwunden – das 1:0 (9.)! Ein unschätzbarer Vorteil bei brennender
Juni-Hitze, dessen Ausbau durch Nativelle nur der Pfosten im Wege stand (11.).
Stattdessen aber ließen sich die Braun-weißen von den sportlich seit über drei Monaten
punktlosen Gästen (der einzige Sieg seit dem resultierte aus dem Nichtantritt
des Horner TV) mit ihrer physischen Spielweise so langsam den Schneid abkaufen.
Eine Dreifachchance für die Herren Saker, Sultani und Amlah konnte die Führung
aber erstmal überleben (17.).
Nicht aber eine Strafstoßsituation, die David Fenudis Grätsche gegen Zinedine
Amlah herbeigeführt hatte. Den Keeper trotz langer Wartephase via offizieller Trinkpause
cool verladen, stellte Ali Reza Sultani auf 1:1 (20.). Nun war es nur noch EIN
Treffer zum Klassenerhalt!
Und der sollte noch vor der Pause fallen, als Komet eine Drucksituation nur
halbherzig klärte und Sultani Mitspieler Ivan Filipovski den zentralen Abdruck unten
rechts auflegte (35.). Riesenjubel bei den Norderstedtern, während sich die
Hausherren erstmal schütteln mussten, die richtige Reaktion aber schon bald auf
das glühende Kunstgrün brachten. Ärgerlich nur für Finn Harmansa und Co, dass
der GSV mit David Buhr einen richtig guten Torwart mitgebracht hatte, rettete
der 17-Jährige nicht nur gegen Harmansas zentralen Strafraumschuss (47.),
sondern auch glänzend gegen Colin Köhls Kopfball aus kürzester Entfernung (50.)
und eine weitere Top-Chance (51.).
Die Schuld am weiter vorherrschenden Rückstand lag daher nicht (nur) am Schiri,
der Braun einen fälligen Strafstoß wegen Handspiels verweigerte (49.).
Obendrauf gestattete man dem Gegner die geliebte Tiefe, in die Jeremiah Bonsu
im richtigen Moment startete, um Aushilfstormann Mats Bulnheim zu umkurven und das
1:3 ins leere Gehäuse zu besorgen (52.).
Für lange Heim-Gesichter blieb jedoch keine Zeit, egalisierte Nativelle das dritte
Gegentor vom Punkt, nachdem Rot im Sechzehner die Klinge herausspringen ließ
(55.).
Das Momentum also doch wieder bei den West-Hamburgern, deren Albtraum weiterhin
in Gestalt des überragenden Buhr daherkam. Erst scheiterte Nicolas Lentz – dann
Kalle Krüger am Torsteher (57.), dessen Handlungsschnelligkeit im Eins-gegen-Eins
und auf der Linie als Garant für die Rettungswünsche seiner Farben standen.
Farbenfroh hätte es unterdessen nach einem Zweikampf an der Seitenlinie seitens
des jungen Schiedsrichters zugehen müssen, doch weder Ben Kaisers sinnloses
Nachtreten am Boden, noch die weiteren Beteiligten an der vom Glashütter
dadurch ausgelösten Rudelbildung, inklusive einiger Zuschauer, erfuhren hier
disziplinarische Konsequenzen (59.). Das kommt davon, wenn die Spielleitung einer
solch brisanten Partie dem Kredo der langen Leine folgt…
Leinen los hieß es dagegen für die Kometer, die dank Amlahs hektischem
Abschlusshandeln im Konter weiter am Leben blieben (66.) und die Endphase nochmal
mit purem Offensivgeist füllten. Die Roten beschränkten sich dagegen bis auf
eine Amlah-Schusschance (78.) erfolgreich aufs Dichtmachen. Gefahr produzierte der
Gegner nur noch über seine zahlreichen Eckstöße, von denen John Kaufhold einen
zum Kopfstoß, knapp drüber, (nicht) nutzte (80.+5).
Einen hatten sie aber noch. Ein letzter Versuch von halblinks für Kapitän Köhl,
dessen Mut zum Torschuss wieder einmal unbelohnt bleiben sollte (80.+6). Drüber
ging der Ball – vorbei war das „Endspiel“ und mit der 2:3-Niederlage die einzige
Leistungsmannschaft des FTSV Komet Blankenese in die Bezirksliga abgestiegen.
Ganz anders die Gefühlslage bei den Glashüttern, die genau wussten, bei wem sie
sich zu bedanken hatten. Alle Mann stürmten sie in heiterer Klassenerhaltsfreude
auf Torsteher Buhr zu. Eine Saison, in der man zwischenzeitlich gefühlt mehr rote
Karten als Punkte sammelte, konnte nun doch noch mit Körperlichkeit, langen
Bällen auf schnelle Offensivleute und eben diesem formstarken Mann zwischen den
Pfosten gerettet werden.
Tore: 1:0 Nativelle (9. Weiß), 1:1 Sultani (20., Strafstoßtor,
Fenudi an Amlah), 1:2 Filipovski (35. Sultani), 1:3 Bonsu (52.), 2:3 Nativelle
(55., Strafstoßtor)
gelbe Karten: keine – Parchmann, Saker, Amlah, Straus
Schiedsrichter: Justus Theo Basedow (FC St. Pauli)
Zuschauer: 80
Schlecht gealterte Szene: Komets Mateo Weiß im Duell mit Joshua Dämel obenauf. Nach Spielende war es andersherum...
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| Komets Finn Harmansa in der Offensivbewegung. |
Samstag, 20. Juni 2026
Spielbericht FC Union Tornesch 2.C - SV West-Eimsbüttel 1.C
Spielverderber in der Warteschleife
Wespe-2012er
vermiesen Union den Aufstieg und hoffen nun selbst
Die Macher des Spielplans meinten es offenbar gut mit der Frühjahrsausgabe der
U14-Bezirksliga 08, elektrisierte der letzte Spieltag noch einmal mit Spannung
rund um den finalen Aufschlag in Tornesch. Die Losung am sonnenbeheizten Großen Moorweg: ein
Sieg und die Gastgeber wären aufgestiegen, während auch Widersacher SV
West-Eimsbüttel mit einem Dreier und Schützenhilfe auf anderem Platz direkt in
der kommenden U15-Landesliga wäre.
Eine Konstellation, die den Rechenschieber auch auf dem Platz, in den Köpfen
der Spieler, erkennen ließ. Die spielerische Handbremse angezogen, die
Zweikämpfe dafür umso intensiver. Irgendwie fast logisch, dass das Tor per
Standard fiel, als Lionel Wendlandt eine Ecke zum 0:1 für Wespe verwertete. Die
Quittung für Union, dass man aus der optisch etwas besseren Performance zuvor
kein Kapital schlug.
Und das hinterließ Spuren, häuften sich bei den Blauen fortan die kleinen
Unzulänglichkeiten, während die Gäste nun ihre Druckphase gestalteten. Einige
Eckstöße, noch mehr Abseitspfiffe und ein satter Wendlandt-Versuch, knapp
vorbei (34.), markierten allerdings das höchste der weiteren Gefühle, die auf
der anderen Spielfeldhälfte nochmal ins Zittern umschlagen sollten, als Noah
Sommer den zweiten Ball einer Ecke zum gefährlichen Abdruck mit rechts nutzte
und damit nur knapp aus der zweiten Reihe verfehlte (35.+2).
Abzuschreiben war die Elf von Trainer Manuel Orhan also auf keinen Fall, doch
auch der jetzt etwas mutigere Auftritt mündete nicht in exorbitanter Torgefahr.
Nach feiner Vorarbeit durch Christiano Matti über links knisterte es dennoch
einmal richtig im Wespe-Sechzehner, nur zögerte Mats Löhndorf viel zu lange mit
dem Abschluss, der letztlich, von Luke Gerritsen geblockt, im Tor-Aus landete
(49.).
Das Team in weiß wiederum verpasste es unterdessen, den besten ihrer gerne
bemühten Umschaltangriffe gen Tiefe ins Ziel zu bringen, zischte Gerritsens
Versuch auf Zuspiel Liam Gukalins nur um ein Stückchen links vorbei (45.).
Ebenso zum Einläuten der Schlussphase (60.), in der Union natürlich nochmal in
das zwei-Tore-Wunder zur Landesliga investierte. Die Waffen blieben dabei aber
weiter zu stumpf, um den aufmerksamen Nick Helms zwischen den Wespe-Pfosten zu
überwinden.
Das „Endspiel“ verloren – der Aufstiegstraum geplatzt! Eine gute Saison,
inklusive Gewinn der eigenen Vorrundenstaffel, geht daher letztlich als unvollendet
in die Mannschaftshistorie der Union-2012er ein. Das anschließende Abschlussgrillen
auf dem Gelände des Torneums schmeckte den Beteiligten da schon deutlich besser
als das sportliche Abschneiden.
Der Spielverderber aus Hamburgs Stadtteil Stellingen bleibt der dritthöchsten
Klasse auf HFV-Ebene wohl ebenfalls erhalten. Weil der Harburger SC zeitgleich
beim SV Rugenbergen nichts anbrennen ließ (1:6) und sich damit sogar zum Meister
(22 Punkte) vor dem SV Groß Borstel (21) und dem FC Alsterbrüder (20) krönte,
steht am Ende der undankbare vierte Platz – einen Zähler vor den Jungs aus
Tornesch (18).
So steht Wespe ungeduldig in der Warteschlange für die Promotion, die nur durch
eine nicht-Meldung eines Kontrahenten oberhalb der Bezirksliga am grünen Tisch
einträte.
Tore: 0:1 Wendlandt (24.)
Schiedsrichter: Tim Brinke (Heidgrabener SV)
Zuschauer: 80
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| Symbolbild: Wespes Luke Gerritsen (rechts) stört Christian Becker beim Kopfball. |
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Sonntag, 14. Juni 2026
Spielbericht SC Sternschanze 1.A - TuRa Harksheide 1.A
Flaute zum Saisonabschluss
Schanzenkicker
schließen mit moderater Punkteteilung ab
Ein letztes Mal U18-Landesliga für die Schanze-2008er. Ein letztes Mal
Spektakel unterm Wasserturm, doch ausgerechnet der letzte Auftritt 2025/2026
lieferte den Schaulustigen am Spielfeldrand das torärmste Match der Serie. Statt
der durchschnittlich knapp sieben Treffer waren es heuer nur deren zwei, die
sich gleichmäßig im Mittelfeldduell mit TuRa Harksheide verteilten.
Etwas klarer verteilt waren zunächst die Spielanteile, die die sichtlich
motiviert gestarteten Hausherren auch prompt in des Gegners Parzelle führten.
Nur das Tor wollte bei Simon Esters abgeschnittenem Zentralversuch (3.) und
sollte für den davongezogenen Julius Ahrens wegen Abseits (9.) nicht fallen. Dann
aber ging es erneut zackig über links, wo Theo Spöhrer unwiderstehlich für
Ahrens in die Mitte vorlegte. TuRa mal locker filetiert und Ahrens brauchte nur
noch den Puschen reinzuhalten (16.).
Kurz darauf fast das zweite Hurra, als Spöhrer erst seinen Meister in
Gäste-Keeper Jonah Fox fand, ehe Ahrens das Leder beim anschließenden Eckstoß
nicht sauber erwischte. Da war freilich mehr drin (20.)!
Für die glücklichen Herren in weiß wiederum der Startschuss zum eigenen
Handeln, das über eigene Torannäherungen fortan selbstbewussteren Charakter annahm.
Per Freistoß kam Matti Kracht dem Ausgleich jedenfalls bedrohlich nahe (28.). Latte
rettet, ist eben nicht nur eine Bolzplatzweisheit…
Sekunden danach war das Glück mit einem Strafstoßpfiff gegen Marineblau schließlich
aufgebraucht. Lediglich spärlich fielen die Proteste gegen Moritz Engelbrecht
geahndetes Handspiel im Sechzehner aus, bevor Finn Klingenberg kurz anlief und
linksunten einnetzte (29.). Schanzes Führung passé, doch kurz nach der Pause
fast wieder in Front, weil Janes Djaus Heriengabe, von Kleon Lorenz
durchgelassen, Anton Kuhlmanns Idealchance vorbereitete, der Kapitän jedoch frei
am zweiten Pfosten drüber bolzte (48.).
Ansonsten war es neben Kuhlmanns zu unplatziertem 20 Meter-Versuch (61.) lediglich
zweimal Lorenz, der aus jeweils ambitioniertem Winkel verfehlte (68. &
84.).
Die besseren Karten, den Sonntagabenddreier einfahren, hatten im zweiten
Abschnitt klar die Jungs vom Exerzierplatz, die sich nicht nur über eine
ungenutzte Doppelchance für Mikael Cete und erneut Klingenberg (67.), sondern
auch über ein durch Shivnath Aroras Zupacken beendetes Ping-Pong-Spiel im
Strafraum (76.) und einen wiederholten Alu-Treffer ärgerten (79.).
Mit der letzten Aktion des Spiels war es dann aber doch noch geschafft, schob
der steil geschickte Lennox Herber das Ding tatsächlich passend in die lange
Ecke (90.+1). In den Jubel des Tabellenfünften ertönte allerdings der knappe Abseitspfiff.
In Realgeschwindigkeit nicht wirklich aufzulösen.
Ebenfalls keine Auflösung steht den beiden Kontrahenten bevor. Je nach
Verschiebungen durch Nicht-Meldungen in der Oberliga wird es ein Wiedersehen
entweder in der gewohnten Landes- oder sogar der kommenden U19-Oberliga geben.
Mit den Rückkehrern Maalik Ebel, Friedrich Bender und Joaquin Herrera Sarria
geht der SCS, der obendrein noch zukünftig gemeinsame Kadersache mit der
zweiten Mannschaft (Kreisliga) macht, auf jeden Fall mit gehöriger
Qualitätsaufwertung in sein letztes Jugendjahr. Nach der zähen Saison, die
abhängig vom Ergebnis des FC Alsterbrüder am für Schanze spielfreien Finalspieltag
entweder als Siebter oder Achter enden wird, auch ein nötiger Impuls.
Tore: 1:0 Ahrens (16. Spöhrer), 1:1 Klingenberg (29.,
Strafstoßtor, Handspiel Engelbrecht)
gelbe Karten: Steinfeld, Hamed Mohammed – keine
Schiedsrichter: Timo Steffens (VfL Hammonia, ersatzweise)
Zuschauer: 40
besonderes Vorkommnis: Da der angesetzte Ezatollah Valizadeh (SC Victoria)
mit einer Fußverletzung einsatzunfähig am Spielort erschien, sprang Timo
Steffens (VfL Hammonia) kurzfristig als neutraler Schiedsrichter ein.
Samstag, 13. Juni 2026
Spielbericht SV Blankenese 2.A - VfL Pinneberg 2.A
Spiel ohne Mittelfeld
Wilder
U18-Kreisliga-Ritt: SV Blankenese ballert sich zum Vize
Mathematisch war die Ausgangslage klar: Heimsieg SV Blankenese und die
Vize-Meisterschaft der U18-Kreisliga 02 gehört den Himmelblauen! Eine Mission,
die sie im Duell der Bezirksliga-Reserven gegen das Mittelfeldteam des VfL
Pinneberg gänzlich ungefährdet abwickelte.
In Abwesenheit von 39-Tore-Stürmer Leopold Schramm ballerte sich besonders Finn
Schupp mit sechs Treffern in den Vordergrund. Und das bereits nach wenigen
Minuten, in denen er zuerst eine schön gezogene Schmidt-Flanke einköpfte (4.),
um beim 2:0 nach der doppelten Spielzeit einen tiefen Sweers-Ball flach vor dem
Torwart zu veredeln.
Vorne mit weiteren Möglichkeiten, allerdings hinten gewohnt anfällig, waren 17
Minuten ohne Tor schon ein bemerkenswertes Ding, bis Kapitän Finley Klier den
schönen Diagonalball auf Torschütze Jan Ole Visser zum 3:0 setzte (25.), ehe wieder
Schupp dank schwacher Abseitsfalle des Gegners und Vissers Querlegen auf 4:0
stellen durfte (31.).
Beim nächsten Treffer wurde es schließlich kurios. Erst bekam der Blankeneser
Jacob Sweers die Kugel ordentlich ins Gesicht, doch Visser erkannte, dass
Schupp wieder gestartet war – 5:0! Einige Momente umringt vom pinneberger Diskutierclub,
nahm Schiedsrichter Jan Seibel das Tor doch noch kurzerhand zurück und entschied
auf Schiedsrichterball in der Hälfte der SVB. Er habe während der Szene nicht
aufs Geschehen geschaut. Szenen gibt´s…
Der fünfte Streich für Hellblau damit allerdings nur auf Wiedervorlage, wie
Klier nach weitergeleiteter Ecke des eingewechselten Tom Schultz demonstrierte
(42.).
Mit dem Halbzeitpfiff derweil etwas Ergebniskosmetik des VfL per Standard
(45.+1). Mit der Hacke lenkte Spielführer Mohammad Khalid, der als einziger
seines inkompakten Teams den Job im Mittelfeld tatsächlich räumlich ausfüllte, einen
Fakri-Freistoß ins Gehäuse vom erst 15-jährigen Leonard Hahme, dessen Null
trotz schöner Flugeinlage gegen Fakri etwas zuvor (37.) damit dahin war.
Genauso gestaltete sich das Treiben auch mit gewechselten Seiten. Ein Spiel
fast ohne Mittelfeld prägte insbesondere das temporeiche Sturmduo
Visser/Schupp, das nur bei Schultz´ brachialem Distanztor (50.) und dem
ansatzlosen 9:2 vom ebenfalls agilen Sweers (66.) keinen seiner vier Füße im Spiel
hatte.
Ansonsten legte Visser dreimal auf und versenkte einen durchgerutschten
Freistoß (69.), sowie eine schlecht geklärte Schusschance (90.) selber, während
Schupp noch dreifach netzte und sich dabei sogar über eine Vorlage seines Schlussmannes
freuen durfte. Beim 12:3 war es nämlich Hahmes langer Ball, der den 18-Jährigen
tief geschickt hatte. Gäste-Fänger Julius Heckmann verschätzte sich und schon hatte
Schupp abermals freie Bahn (85.).
Ein kleines Gegengewicht hatten die Jungs von der Fahltsweide zu ihrem Trost jedoch
auch noch zu bieten, murmelte Khalid das Leder irgendwie im Nachsetzen an Hahme
vorbei (57.), wohingegen das zwischenzeitliche 10:3 (79.) wirklich gut am
Sechzehner herausgespielt war. Auf Zuspiel von Nico Blankenburg vollendete
Fakri zentral mit rechts für den Tabellensechsten, dessen Torverhältnis von
54:96 aus 19 Partien alles über Stärken und Schwächen aussagt.
Ebenso auf der Gegenseite, wo ein 126:44 zu 44 Punkten und der sicheren
Vizemeisterschaft hinter dem längst enteilten Niendorfer TSV führte. Aufgrund
einiger Zurückziehungen in höheren Klassen geht diese auch mit dem Aufstiegsrecht
in die U19-Bezirksliga einher.
Wie genau sich die Ligen- und Staffeleinteilung für 2026/2027 darstellen wird,
hängt letztlich von der Gesamtzahl aller gemeldeten Teams ab. Traditionell
folgen zur U19 einige Mannschaft dem Beispiel des SC Vier- und Marschlande (aktuell
U18-Oberliga) und verzichten zu Gunsten einer frühen Integration in den
Herrenbereich auf die letzte Jugendserie.
So oder so: ein letzter Junioren-Kreisliga-Kick-Off steht den Kontrahenten
übernächstes Wochenende noch einmal bevor. Tore garantiert!
Tore: 1:0 Schupp (4. Schmidt), 2:0 Schupp (8. Visser), 3:0
Visser (25. Klier), 4:0 Schupp (31. Visser), 5:0 Klier (42. Visser), 5:1 Khalid
(45.+2, Fakri), 6:1 Schultz (50. Sweers), 7:1 Schupp (56. Visser), 7:2 Khalid
(57.), 8:2 Schultz (61. Visser), 9:2 Sweers (66. Schultz), 10:2 Visser (69.,
direkter Freistoß), 10:3 Fakri (79. Blankenburg), 11:3 Schupp (84. Visser),
12:3 Schupp (85. Hahme), 13:3 Visser (90.)
Schiedsrichter: Jan Seibel
Zuschauer: 30
Samstag, 6. Juni 2026
Spielbericht SG Aufbau Boizenburg - VfB Goldenstädt
Aufgestiegen und keiner merkt´s
Schlussphasen-Drama:
Landesliga-Rückkehr nach vier Jahren im direkten Duell
So richtig klar war es ihnen offenbar selber nicht, doch wer rechnen kann und
die Liste der Aufstiegsverzichtler in der Landesklasse IV Mecklenburg-Vorpommern
kennt, kam um eine Erkenntnis nicht hinweg: die SG Aufbau Boizenburg ist
aufgestiegen!
Angepriesen als Duell des Zweiten (47 Punkte) gegen den Dritten (46) erfuhr das
Heimspiel gegen den VfB Goldenstädt schon im Vorfeld eine weitere Aufwertung,
verlor Spitzenreiter Blau Weiß Polz (49) seinen Spitzenplatz aufgrund eines
Sechs-Punkte-Abzugs wegen nicht erfülltem Schiri-Solls.
Zudem hatten alle rechnerisch möglichen Aufsteiger bis auf die heutigen
Kontrahenten ohnehin bereits ihren Verzicht auf die Landesliga-Promotion beim
Verband eingereicht. Ein schräges Szenario, das irgendwie kaum jemand in Gänze vor
Augen zu haben schien. Viel wichtiger war ja eh das eigene Abschneiden auf der
grünen Wiese des während der Halbzeitpause feierlich in Günter Ferber Arena
(Ex-Vereinspräsident und seit 66 Jahren im Club) umbenannten Stadions am
Fliesenwerk. Dort dauerte es keine 45 Sekunden, ehe die Hausherren bereits drei
Torschüsse zu verzeichnen hatten. Gleich dreimal scheiterte Hendrik Krause frei
an VfB-Tormann Christian Held, der seinem Nachnamen freilich alle Ehre machte.
Sein Gegenüber brauchte dagegen erstmal nicht einzugreifen. Jan-Christoph
Israels Kopfball nach hohem Sabas-Freistoß hob sich nämlich nicht nur über
Felix Lamer, sondern auch über dessen Gehäuse (27.).
Viel Intensität – wenig Torchancen. Durchaus folgerichtig steuerte das Match
auf einen torlosen Halbzeitstand zu, bis Israel einen steilen Ball, die Linie
runter, komplett unterschätzte und Gegenspieler Joel Taege das Leder noch an
der Grundlinie erlief. Ab in den Rückraum damit, denn dort stand Noa Rogosch
schon zum platzierten Abschluss ins linke untere Eck bereit (41.).
Ein Treffer, der einiges an Aufbaus Anspannung abfallen ließ. Deutlich
befreiter hatte der überlegene Auftritt fortan gewirkt. Einziges Problem dabei:
das fehlende 2:0.
Gelegenheiten, dieses zu erzielen, boten sich Taege und Co zweifellos
genügende. Der früh für den oberschenkelgezerrten Krause gekommene Joker (19.)
selbst, vergab aus großzügiger Strafraumposition per Kopf (47.), während Frido
Albrecht einen Überzahlangriff von halblinks nicht ins Ziel brachte (72.). Ein
Krampf störte bei freier Schussbahn…
Weitere Topchancen, von denen erneut Taege die klarste im schrägen Lauf auf den
Kasten ausließ (84.), versprachen den Boizenburgern mehr als durch sie
letztlich einfuhren, sodass die Gäste mit dem arg an Bayer Leverkusen
erinnernden Wappen tatsächlich weiter in der Partie blieben.
Und kaum war das Maß an Torgefahr über dem einer Halbchance hinausgegangen,
segelte Marco Barths Freistoß mit links, über die Mauer hinweg, ins rechte
obere Eck – 1:1 (87.)!
Dahin war Einheits vorzeitiger Aufstieg und die Goldenstädter wieder bis auf
einen Zähler dran – bis drüben wieder Rogosch die Dinge an sich nahm und nur Augenblicke
nach dem Wiederanstoß von halblinks die kurze Ecke zur erneuten Führung traf (89.).
Ekstase bei allen, die es mit den Platzherren hielten! Der gesamte Kader im
Freudentaumel auf dem Rasen. Ob befugt oder nicht, interessierte im Nachgang
nur den Schiedsrichter…
Der Kontrahent dagegen abermals gefordert, warf für die fünf angezeigten
Extraminuten nochmal alles nach vorne. Ein Umstand, den die
chancenverschwenderischen Boizenburger unterdessen vorne nicht für sich genutzt
bekamen. So hätte Israel vom Gegentor-Stümper zum großen Retter werden können,
wenn sein guter Versuch aus der Drehung nicht aufs Tor-Dach gesegelt wäre (90.+4).
Ein letzter, langer Panahi-Einwurf – abgeköpft und mit Javid Jafaris gewonnenem
Defensivzweikampf war es dann geschafft! Meister der Landesklasse IV 2025/2026:
die SG Aufbau Boizenburg!
Ob der dafür eher zurückhaltende Jubel auf mecklenburgische Zurückhaltung oder
die Unkenntnis über das vollbrachte Aufstiegswerk zurückzuführen ist? Am
Sonntag war durch die 2:4-Schlappe der SG Carlow in Schönberg dann auch die
Meisterschaft in trockenen Tüchern. Bevor es gemeinsam mit dem FC Seenland
Warin und dem SV Pastow II, sowie dem noch zu ermittelnden Meister der Staffel
II, in die siebthöchste Spielklasse geht, steht noch das Schaulaufen am
Finalspieltag bei der SG Groß Stieten an.
Tore: 1:0 Rogosch (41. Taege), 1:1 Barth (87., direkter
Freistoß), 2:1 Rogosch (89.)
Schiedsrichter: Michael Bernowitz (Rodenwalder SV)
Zuschauer: 351
Sonntag, 31. Mai 2026
Spielbericht FSV Kritzmow - FSV Bentwisch II
Das unlösbare Bentwisch-Rätsel
FSV-Reserve
siegt sich in Kritzmow aus dem Landesliga-Keller
Ein 3:1 gegen Schlusslicht FSV Testorf Upahl auf heimischem Gelände durchbrach
für die FSV Bentwisch-Zweite neulich den Negativtrend der letzten Wochen, ehe
es erstmalig in 2026 auch auswärts endlich wieder einmal klappte.
Ebenfalls mit 3:1 war es der Elf in schwarz nämlich gelungen, dem höher
gewetteten FSV Kritzmow, ein Schnippchen zu schlagen.
Mit tief gestellter Ordnung, galligen Zweikämpfen und gelungenen
Umschaltmomenten stellten die Gäste den Tabellendritten der Landesliga West
Mecklenburg-Vorpommern von Beginn an vor ein gewaltiges Rätsel, das nach einem
Dutzend an Spielminuten einen noch höheren Schwierigkeitsgrad erhielt. Dave
Görings langer Spieleröffnung wollte sich weder Innenverteidigung noch Torwart
annehmen, sodass Tom Bruhs freie Fahrt zum 0:1 in die kurze Ecke erhielt.
Nur mit Mühe wusste Heim-Goalie Ronny Peters wenig später einen Johl-Freistoß
über die Latte zu lenken (17.). Das 0:2 hier durchaus möglich. Stattdessen aber
wäre den Bentwischern drüben fast ein Sekundenschlaf beim fix ausgeführten
Freistoß zum Verhängnis geworden. Auf die Qualitäten des sicheren Tom Hudec im
Eins-gegen-Eins mit 15-Tore-Mann Jay Galow war jedoch Verlass (28.).
In der Folge gehörte die Show allerdings erstmal seinen Vorderleuten, die sich
über Ilyss Kofis Weiterleitung empor zu Tom Freiherr von Schades Schusschance
spielten; Abwehr durch Peters – Abstauber Bruhs und der Vorsprung war
verdoppelt (30.).
Der Platzsprecher nahm´s mit stoischer Gelassenheit, während seine Farben auf
dem Platz ohne Capitano Moritz Grambow-Knuth (Gelbsperre) überhaupt nicht in
die relevanten Zweikämpfe kamen. Obendrauf segelte Kurt Hawichs Freistoß, von
der Mittellinie aus, an Freund und Feind vorbei, direkt zum 0:3-Pausenstand ins
Netz (36.).
Wie schon in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel, zeigten die Kritzmower dann
etwas mehr Esprit, doch so richtig knisternd wurde es trotz klar verteilter
Spielanteile auf der Gegenseite, wo Philipp Steiner im Doppelpass der Joker mit
Martik Arutiunian frei vor dem Gehäuse vorbei schob (75.). Im direkten Gegenzug
dann endlich Gefahr der Hausherren, die Hudec wieder gegen Galow stark zu
entschärfen wusste (76.).
Erst in der Nachspielzeit, in der Nico Arendt bei einer Mohs-Ecke deutlich zu
viel Raum am ersten Pfosten erhielt, war das verkürzende 1:3 per Kopf gelungen
(90.+1).
Zu spät? Vielleicht noch nicht, denn auf Steckpass von Paul Mohs zog Galow
plötzlich am Torsteher vorbei. Das Tor leer – nein, doch nicht! Göring rauschte
gerade noch heran und klärte die Angelegenheit mit der finalen Rettungsgrätsche
(90.+2). Die spektakuläre Wende einer hart umkämpften Partie (vielleicht hätte
sich der Schiedsrichter das Leben mit einem Blitz-Gelb für das Einsteigen des
Freiherrn von Schade (1.) als frühes Signal etwas einfacher gemacht) war damit
also abgeblasen und die Bentwischer zwei Spielrunden vor Ultimo vier Zähler vor
dem kritischen Platz 13, aktuell von Einheit Grevesmühlen belegt. Es sieht nach
Klassenerhalt aus!
Knapp außerhalb von Rostocks Südstadt ist mit der Niederlage heute die
rechnerische Restchance auf den Meistertitel zu Grabe getragen. Acht Zähler
mehr als die Blau-weißen bedeuten, dass der Doberaner SC (52 Punkte) nun nur
noch Anker Wismar II (50) im Nacken hat. Sein Aufstiegsrecht wahrnehmen möchte
der DSC derweil einzig im Falle der errungenen Meisterschaft.
Tore: 0:1 Bruhs (12. Göring), 0:2 Bruhs (30. Freiherr von
Schade), 0:3 Hawich (36., direkter Freistoß), 1:3 Arendt (90.+1, Mohs)
gelbe Karten: Galow, Kozak, Mohs, Schiller, Wolski – Bruhs, Koli,
Flörke, Freiherr von Schade, Göring, Götter
Schiedsrichter: Christopher Gehrke (PSV Ribnitz-Damgarten)
Zuschauer: 116


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