Bintz gelingt fast alles
Reserveklasse
schlägt C-Liga: Eintracht Ruwer ist Pokalderbysieger!
Über elf Monate lang war es keinem Team mehr gelungen, den SV Eintracht Ruwer
im Pflichtspiel auf seinem roten Rasen zu besiegen. Und auch im ersten Match
2026/2027 konnte die pittoreske Anlage ihren Nimbus als Festung auf knapp 200
Metern Normalhöhennull gleich weiter ausbauen und vor allem einen hochverdienten
Derbysieg erleben.
In Runde eins des Kreispokals Trier/Saarburg für C-Liga und Reserveklasse
erwischte es die Drittvertretung der SG Ruwertal Gutweiler, welche insbesondere
in Hälfte eins kaum ein Bein auf den staubigen Boden bekam. Kaum Spielanteile
und kein Tempo in den eigenen Aktionen; so hatte es der SVE recht einfach für
Vorstöße ins Angriffsdrittel, wo Jonathan Bintz nach eigenem Ballgewinn von
Torsten Klingels niedergerissen wurde. Aus der Mittelkreisperspektive
betrachtet, allerdings offenbar nicht strafstoßwürdig – weiter ging´s (3.)!
So machten es die Hausherren eben aus dem Spiel heraus, als Bintz wieder
reichlich Platz zum letztlichen Doppelspiel mit dem schnellen Fabian Burger
vorfand und den scharfen Flachball gen Tor wohl noch selbst touchierte/veredelte
(15.).
Mit noch mehr Pathos legte der 24-jährige Einzelkönner flugs das 2:0 nach,
indem er diesmal Benjamin Hilkers hohes Rechtsaußen-Ding mit Wucht und
Entschlossenheit einköpfte (20.). Heute schien Bintz alles zu gelingen – fast alles,
denn gegen eine abermalige Einzelaktion durchs löchrige Zentrum bekam
Ruwertal-Tormann Nicolas Repplinger die Beine noch rechtzeitig zum Block
zusammen (41.).
Kollege Luca Dahm nachte unterdessen Bekanntschaft mit dem Quergestänge (39.).
Der Pausenstand von 2:0 daher noch eine Untertreibung der Kräfteverhältnisse,
die erst nach dem Seitenwechsel zumindest ansatzweise etwas positiver für den
Gast aus der C-Klasse aussahen. Durch einen Ausflug des sonst ballsicheren Joel
Klein bot sich Daniel Andres einmal die Anschlusschance per Heber, der den freigewordenen
Kasten aber ebenso verfehlte (51.), wie bei einer vortrefflichen Konterchance
(63.).
Ansonsten blieben jedoch die Herren in schwarz gefährlicher, wie neben Paul
Mergens´ fast direkt versenkter Ecke (Pfosten, 56.) auch Dahms Torschussflanke
(Latte, 74.), sowie ein Lupfer des eingewechselten Ali Souidi (87.)
demonstrierten.
Mit etwas mehr Glück hier und Zielstrebigkeit da wäre der Käse auf Dorheck
längst gegessen gewesen, bevor Thomas Becker die Sache mit seinem hohen
Freistoß aus dem Mittelkreis fast angeheizt hätte. Nur patschte Klein das Leder
aus dem linken Ober-Eck gen Tor-Aus (90.).
Verdient wäre eine Gefährdung des Weiterkommend für den SV Eintracht Ruwer, der
Ende der 60er-Jahre immerhin eine Serie lang drittklassig kickte, auch nicht
gewesen. Doppeltorschütze Bintz und seine Mitstreiter bleiben damit im Lostopf –
die SG Ruwertal Gutweiler hat nach dem Ausscheiden der zweiten Mannschaft im
Bewerb der A- und B-Ligisten (1:9 gegen die SG Niederkell Kell) nur noch die
Ligamannschaft aus der Bezirksliga als Pokal-Eisen im Feuer (des Rheinlandpokals).
Tore: 1:0 Bintz (15. Burger), 2:0 Bintz (20. Hilker)
Schiedsrichter: Wilfried Kersch (SV Sirzenich)
Zuschauer: 30
b.b.meyer
Spiele, bei denen ich mehr oder weniger zufällig auftauche ⚽⚽⚽
Sonntag, 2. August 2026
Spielbericht SV Eintracht Ruwer - SG Ruwertal Gutweiler III
Mittwoch, 29. Juli 2026
Spielbericht FC Emmelshausen Karbach II - SG Andernach 1.A
Hozifas Lehrstunde
Neuzugang
legt Andernacher Junioren im Alleingang schlafen
Lehrstunde für die A-Junioren der SG Andernach. Das bereits fünfte
Vorbereitungsspiel 2026/2027 hatte es in sich, für den A-Rheinlandligisten,
galt es bei der Zweitvertretung des FC Emmelshausen-Karbach, nicht nur
spielerisch zu punkten, sondern vor allem der Körperlichkeit des Herren-Bezirksligisten
die Stirn zu bieten. Ein Unterfangen, das schon in den Anfangsminuten nicht so
recht gelingen sollte, machten die Gastgeber das Spiel und durch Moustafa Hozifas
Solo im Sechzehner das folgerichtige 1:0 (8.).
Überhaupt war der technisch versierte Neuzugang aus der A-Regionalliga (von
Rot-weiß Koblenz) für den erweiterten Oberliga-Kader mit seinem Sinn für
lukrative Räume eine kaum zu kontrollierende Waffe, der wenig später nur der
Querbalken als Schutzschild der Junioren im Wege stand (13.). Zuvor war das Spielgerät
wie am Schnürchen durch die Stationen Bürü, Klein und Keßler diffundiert.
Eine Ballsicherheit, die auch Schlussmann Alexander Schwertel gut zu Gesicht
gestanden hätte, doch etwas lässig verschenkte er das Leder an Hussein Mohammed,
dessen Abdruck ebenso von Deniz Bürü vor der Linie geblockt wurde, wie auch das
Nachsetzen vom Kollegen Topal (17.).
Besser machten es da die Erwachsenen, für die Philip Klein dank einer
Hereingabe von rechts mühelos verdoppelte (21.), ehe Bürü SG-Goalie Elias Falk
von der Strafstoßmarke aus zum 3:0-Halbzeitstand verlud (Utku Özpelit hatte den
tief geschickten Hozifa etwas ungeschickt in der Box gelegt, 29.).
Wiederum vertikal auf die Schiene gebracht, degradierte Hozifa den Schlussmann
auf dem Weg zum 4:0 kurzerhand zur Slalomstange (50.), um für sein 5:0 wieder
einen Gegner zu vernaschen (58.).
Verziehen seien dem 19-Jährigen da die eine oder andere Verspieltheit und ein
Übermaß an Rücklage in der Schussausführung (83.).
Tief genug setzte dafür Ahmed Midjiyawa nach einem durchgerutschten Klein-Einwurf
an (71.). Das halbe Dutzend war vollständig!
Dabei ließen es Hozifa und Co auch bewenden. Zum einen, weil sie das Tempo nun
etwas drosselten; an zweite Stelle, weil Hozifa selbst einen Direktversuch nach
passendem Wehner-Service knapp drüber setzte (88.).
Ohne den omnipräsenten Unterschiedsspieler, der das Bezirksliganiveau der
anderen Männer in blau klar überragte, wäre der Kick vermutlich weniger krass
gegen die Andernacher ausgefallen. Vielleicht aber können sich die Andernacher
schon bald etwas für ihr Lehrgeld kaufen…
Tore: 1:0 Hozifa (8.), 2:0 Klein (21.), 3:0 Bürü (29.,
Strafstoßtor, Özpelit an Hozifa), 4:0 Hozifa (50.), 5:0 Hozifa (58.), 6:0 Midjiyawa
(71.)
Schiedsrichter: David Härtel (SV Eintracht Braunshorn)
Zuschauer: 40
Sonntag, 19. Juli 2026
Spielbericht SV Lieth - TBS Pinneberg II
TBS bestaunt die Struve-Festspiele
Vierfachschütze
führt trainingsfleißige Liether zum klaren Test-Sieg
Fast vier Stunden lang – verteilt auf zwei Einheiten – schuftete die
Ligamannschaft der SV Lieth am Sonntag auf dem Trainingsplatz, ehe sie am
frühen Abend den Vergleich mit der Reserve von TBS Pinneberg klar für sich
entschied. Mann des Tages dabei: Finn Struve, der mit insgesamt fünf
Torbeteiligungen ganz besonders aufdrehte.
Bevor der Liether mit der Nummer Sieben seinen Viererpack plus Vorbereitung
aufs Kunstgrün zauberte, lief er mit seinen Farben aber erstmal einem Rückstand
hinterher, nachdem TBS einmal Tempo im Kurzpassspiel aufnahm und Ozan Sürücü seine
Strafraumbegegnung mit Hendrik Homburg zu Ahmad Rifais Strafstoßtor annahm
(12.).
Überhaupt zirkulierte das Leder ganz ansehnlich, wenn sich die Gäste derartig
auf kurze Bälle verlegten, wie bei einem Zusammenspiel der Herren Sürücü und
Kayali, das in Lenard Alamshas abgefälschtem Versuch mündete (27.).
Weil der Vorjahresdritte der Kreisklasse 01 davon allerding zu oft Abstand nahm
und lieber lang bolzte, ebnete er dem Widersacher den Weg zurück ins Spiel, der
auch für diesen über einen berechtigten Strafstoßpfiff führte. Leon Girgin
hatte Max Schulz klar am Fuß getroffen, sodass Struve seinen Penalty flach kompromisslos
versenken durfte (38.).
Ein Gleichstand, den vor der Paus Joel
Tündermann noch einmal per Kopf ins Wanken brachte, doch der junge Kerl, der als
einer von sieben Startelfspielern zum Bezirksligaabstiegskader gehörte, köpfte
eine gelungene Brant-Flanke hauchdünn an der Heim-Führung vorbei (41.).
Nach dem Seitentausch ging dafür aber so richtig die Post ab, wozu der Auftakt
bereits in Sekunde 29 fiel. Joker Tom Busse fügte sich sofort per Lupfer in den
Lauf von Max Schulz ein, ehe der bewegliche Angreifer auch im reduzierten Tempo
gegen den zögerliche Goalie traf (46.).
Der inzwischen kräftig durchrotierte Gegner damit rasch demotiviert, während
die SVL aus einer Ballbesitzphase heraus das 3:1 durch Struves zweiten, sogar
selbst eingeleiteten, Streich nachlegte (48.).
Doch damit nicht genug seiner Festspiele, folgte der Vorbereitung des 4:1 (Torschütze
Matteo Schuchhardt) via Eckstoß (61.), ein weiterer Doppelpack in
Mittelstürmermanier (74. & 77.).
Weitaus weniger Coolness vor dem Tor bekam unterdessen Kollege Julien Duffke
auf Einladung des TBS-Schlussmannes in die Spur, als der heuer äußerst
offensivfreudige Außenverteidiger, bereits an Spielertrainer Fatih Ertürk
vorbeigezogen, dessen leeres Tor nicht traf (73.). Ein Außennetztreffer, der gegen
sich ergebene Pinneberger allerdings nur anekdotische Relevanz verkörpern
sollte. Schließlich vergaben auch Schulz (82.), Marc Homborg (82.) und Struve
(84.) aussichtsreiche Chancen auf das 7:1, das das unter den staunenden Blicken
erstarrten Gegenspieler letztlich doch noch fallen sollte. Ein
Mehrfachpassduett mit Kapitän Hendrik Homburg vollendete Schulz trotz
herausforderndem Winkel zum Endstand, der – der Torfolge entsprechend – als Spiegelbild
der zweiten Hälfte taugte. Den Feierabend am Grill und vor dem WM-Finalfernseher
hatten sich die fleißigen Männer in rot-schwarz heuer freilich verdient!
SV Lieth: Rensch – Duffke, M. Homburg, M. Schuchhardt, Wrage –
Tündermann, Boelter, H. Homburg, Struve, Brant – Max Schulz, eingewechselt:
Hajdari, Busse, F. Rudek, Dickenhausen, Trainer: Thorben Pingel
TBS Pinneberg II: Ertürk – D. Alamsha, König, Girgin, Aydogan – Sürücü,
von Borstel, Rifai, da Ronch – L. Alamsha, Kayali, eingewechselt: Moldt,
Griffiths, Mazanga, Senol, Simsek, Spielertrainer: Fatih Ertürk
Tore: 0:1 Rifai (12., Strafstoßtor, H. Homburg an Sürücü), 1:1
Struve (38., Strafstoßtor, Girgin an Max Schulz), 2:1 Max Schulz (46. Busse),
3:1 Struve (48. Wrage), 4:1 M. Schuchhardt (61. Struve), 5:1 Struve (74.
Duffke), 6:1 Struve (77. Busse), 7:1 Max Schulz (90. H. Homburg)
gelbe Karten: keine – Rifai
Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)
Zuschauer: 25
Sonntag, 12. Juli 2026
Spielbericht TV Gut-Heil Wrist - FC Reher-Puls
Die Schittigs machen´s nochmal
spannend
Späte
Anschlusstore: Pokalnachmittag nimmt späte Fahrt auf
Das wäre fast noch ins Auge gegangen! Trotz Favoritenrolle und vor allem einer scheinbar
sicheren 3:0-Führung hing der Zweitrundeneinzug im Kreispokal Westküste für die
Elf des FC Reher/Puls am Ende nochmal am seidenen Faden.
Zu Gast beim gerade in die Kreisklasse B abgestiegenen TV Gut-Heil in Wrist,
kam der Kreisligaabsteiger schon etwas überraschend zur Führung, die Ipke
Mertens einfach mal per Einzelaktion durchs Zentrum erzwang (36.)
Bis dahin gehörten die attraktiveren Szenen nämlich klar den Hausherren, deren
Idee des Umschaltens durchaus gefiel. Und auch direkt nach dem 0:1 verzeichnete
man mit Abdullah Kabalans schön über links herausgespielten Pfostentreffer
einen echten Kracher (37.), doch die Tore schoss der freilich effiziente Kontrahent.
So schaffte es der tief geschickte Tom Christ, Gut-Heil-Goalie Marc-Philipp
Hamann in zwei Anläufen zu überwinden (42.), ehe Jonas Wittmaack das Leder aus
spitzem Winkel kompromisslos zum 0:3-Pausenstand einschweißte, nachdem ihn
Pierre Stawinski in Klärungsabsicht abgeschossen und ihm auf diese Weise unfreiwillig
assistiert hatte (45.).
Die tapferen Wrister damit quasi schon zur Pause ausgeschieden, zumal sich
lange im zweiten Abschnitt nichts Wendeverdächtiges tat. Das höchste
Gefahrenpotential versprühte in Minute 56 eine Brüderkombination der Schittigs,
die Malte auf Zuspiel Fabians knapp vor der Kiste verzog.
Auf der anderen Seite ließen nun auch die Rot-weißen offensive Federn,
vermochten sie es nicht, einige Situationen im vorderen Drittel zielstrebig
abzuschließen. Sinnbildlich dafür stand ein zu umplatziertes Scheitern von
Christ an Hamann (64.), dessen Vorderleute es ihm mit dem 1:3 danken sollten. M.
Schittig hatte den ruhenden Ball hereingebracht, an den F. Schittig schneller
herankam als der FC-Schlussmann, sodass die eroberte Kugel satt hineingewemmst
werden konnte (73.).
Ein lauer Kick plötzlich wieder auf Betriebstemperatur, weil der Klassentiefere
seinen Glauben an sich und die Überraschung (wieder-)gefunden hatte. Doof nur für
die Elf von Trainer Peter Drohn, dass die Sanduhr gnadenlos herunterrieselte
und zwei exzellente Freistoßpositionen in Sechzehnernähe keinen Anschlusstreffer
produzierten (89. & 90.+1). Im Nachgang eines von Martin Geisler parierten M.
Schittig-Freistoßes war es dann aber doch noch passiert, rutschte der
nachfolgende Ball von der Fahne irgendwie durch ins Netz. Offizieller Torschütze:
M. Schittig!
Zähe, schier endlose 300 Sekunden Nachspielzeit mussten die Gäste daraufhin
noch mit ehrlicher Zweikampfarbeit und Entlastungsbällen füllen, um noch ein
letztes Mal in Bedrängnis zu kommen. Aus dieser versuchte es M. Schittig in
halblinker Strafraumposition, doch außer einem Abstoß hatte die Szene keine weiteren
Folgen. Das Zweitrundenduell mit Verbandsligist Fortuna Glückstadt bestreitet nächste
Woche der FC Reher/Puls!
Tore: 0:1 Mertens (36.), 0:2 Christ (42.), 0:3 Wittmaack
(45.), 1:3 F. Schittig (73. M. Schittig), 2:3 M. Schittig (90.+2, F. Schittig)
Schiedsrichter: Tobias Kossiski (TSV Brokstedt)
Zuschauer: 50
Samstag, 11. Juli 2026
Spielbericht TSV Brokstedt - SV Kickers Hennstedt
Khomri hält durch und entscheidet
Doppelpack
dank Nicht-Auswechslung: TSV Brokstedt überrascht!
Kleine Überraschungen beleben den Fußball. Eine Binsenweisheit, die sich der
frisch in die Kreisklasse B aufgestiegene TSV Brokstedt just zum Kredo machte und
im Kreispokal Westküste zwei Ligen Unterschied wettmachte. Hochverdient kegelte
man nämlich den Kreisligisten Kickers Hennstedt mit 3:1 aus dem Bewerb.
Zugegeben, erfüllte der Kick mit seiner alt-britischen Anmutung sicher keine Kriterien
epischer Rasenpoesie, doch mit Mut, Einsatz und Leidenschaft trugen zumindest die
Gastgeber zu einem kurzweiligen Match auf dem Jahnplatz bei. Und das, obwohl
man früh ohne den angeschlagenen Captain Scheel auskommen musste (6.).
Hinten diszipliniert und resolut – vorne allerdings nicht sonderlich effizient,
haderte der TSV mit seiner Chancenverwertung, zu der beispielsweise der schön
per Hendrischke-Steckpass eingesetzte Bjarne Folster im Scheitern an Kickers-Goalie
Kjell Ivers (24.) und Ersatzspielführer Joshua Seider in aussichtsreicher Rücklage
(27.) negativ beitrugen.
Die Blauen blieben aber auf dem Gaspedal, was sich im Falle von Niclas
Brockmanns Lauf in den Sechzehner als genau der richtige Move herausstellte,
blieb Gegenspieler Bjoern Gerken nur die mangelhaft getimte Grätsche –
Strafstoß und damit Seiders überfälliges 1:0 ins linke untere Eck (38.).
Bemerkenswert: Die ihrerseits gerade gen Kreisliga promovierten Dithmarscher
brauchten tatsächlich geschlagene 45 Minuten bis zum ersten Torversuch, den
Kevin Ladendorf mit Courage aber ohne große Platzierung aus 35 Metern absetzte.
Ganz anders dagegen der freche Außenseiter, der nach langem Seider-Schlag in
Person von Folster an Ivers scheiterte, ehe immerhin das Nachsetzen auf Kosten
einer wiederum nicht ungefährlichen Ecke gelöscht wurde (45.+3).
Und weil Chancenwucher nur selten unbestraft bleibt, führte die erste Strafraumszene
des zweiten Abschnitt sofort zum 1:1, das noch nicht einmal aus einem
gegnerischen Abschluss entstanden war. Vielmehr war es ein Lapsus des B-Klassisten,
den Schlussmann Fynn Huf mit dem Anschießen des Hennstedters Adrian Soth
folgenschwer verschlimmbesserte. Ein Ausgleichstor der unfreiwilligen Komik
(48.)!
Darüber hinaus richtete der skurrile Gleichstand allerdings nichts weiter aus.
Unverdrossen gewannen die Hausherren weiterhin die Mehrzahl der wichtigen
Zweikämpfe, während ihr direktes Spiel nach vorne top-Chancen wie eine doppelte
für Marco Schröder (Ivers im hohen, langen Eck) und Ayman Khomri (Pfosten)
kreierte (54.).
Ein Doppler der freudigen Gestalt machte das Hadern mit den zerplatzten
Möglichkeiten jedoch schon bald obsolet, als ein durchgerutschter Tiefenball, von Schröder
weitergeleitet, beim zentral abziehenden Khomri landete (62.) und der 91er auch
aus dem Sechzehnerchaos heraus die Inspiration zum passenden Rechtsschuss in
die Maschen fand (64.). Die Maßnahme, Khomri trotz langsam streikender
Muskulatur auf der Koppel zu lassen, durfte sich Coach Kolja von Seelen
freilich auf die Autogrammkarte schreiben. Daraufhin direkt per Substitution erlöst,
brauchte Khomri in der Folge nur selten Angst um den herausgeschossenen
Vorsprung haben, taten sich die Männer in schwarz auch in der Schlussphase
schwierig, spielerische Lösungen zu finden. Nicolas Knopik probierte es daher
einmal gegen Huf aus der zweiten Reihe (81.), woraufhin auch Nicholas Peters´
abgefälschter Freistoß (Huf zur Ecke, 86.) von außerhalb der Parzelle auf die
erfolglose Reise ging. Zahlreiche Eckstöße vermochten der Partie ebenso keinen
Dreh mehr verleihen. Das Zweitrundenduell mit neu-Landesligist TSV
Heiligenstedten (schon wieder so ein Aufsteiger) gehört damit dem TSV
Brokstedt!
Tore: 1:0 Seider (38., Strafstoßtor, Gerken an Brockmann), 1:1
A. Soth (48.), 2:1 Khomri (62. Schröder), 3:1 Khomri (64.)
Schiedsrichter: Marco Hogrefe (VfR Horst)
Zuschauer: 35
Freitag, 10. Juli 2026
Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II
Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr
viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch
Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung
schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern,
um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben
mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene
Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten
Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber
dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit
aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“
und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast
immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber
ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das
0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter
mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte
(8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen
lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er
nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den
eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1
gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko
zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter
die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem
4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias
hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der
Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen
konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach
Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel
Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere)
Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball
nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er
in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der
zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc
Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben
Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht
ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu
sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und
bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein
bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz
egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“,
so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den
Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende
Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das
macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist
für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute
Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen.
Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht
berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die
Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch
aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas
verletzungsgeplagte Eleven.
Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor,
Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve
(50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2
Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens
(84. Struve), 11:2 Wrage (86.)
Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)
Zuschauer: 30
Sonntag, 21. Juni 2026
Spielbericht FTSV Komet Blankenese 1.B - Glashütter SV 1.B
Vorteil verschenkt: Komet steigt ab
Trotz
Punktvorsprung und Führung: GSV zieht im direkten Duell vorbei
Alles oder Nichts am Dockenhuden – oder: der Verlierer steigt ab! Ein Szenario,
wie es Hitchcock nicht besser hätte skizzieren können.
So standen sich im Staffelfinale der U17-Landesliga Komet Blankenese (18
Punkte) und der Glashütter (16) im direkten Abstiegsduell gegenüber. Die
Rechnung daher klar: Komet langte ein Remis zum Ligaerhalt – der GSV musste
gewinnen, um den punktlosen Horner TV nicht in die Bezirksliga zu begleiten.
Trotz der günstigeren Ausgangslage – oder vielleicht gerade deswegen – legten
die Hausherren gleich einmal munter los. Besonders auf rechts kreierte Komet
reichlich Fahrtwind, was sich rasch an diesem Sonntagnachmittag bezahlt machte.
Mateo Weiß hatte über Steuerbord die Grundlinie gefunden, um den ideal
postierten Max Nativelle im Rückraum zu bedienen. 14 Meter Schussdistanz –
flach überwunden – das 1:0 (9.)! Ein unschätzbarer Vorteil bei brennender
Juni-Hitze, dessen Ausbau durch Nativelle nur der Pfosten im Wege stand (11.).
Stattdessen aber ließen sich die Braun-weißen von den sportlich seit über drei Monaten
punktlosen Gästen (der einzige Sieg seit dem resultierte aus dem Nichtantritt
des Horner TV) mit ihrer physischen Spielweise so langsam den Schneid abkaufen.
Eine Dreifachchance für die Herren Saker, Sultani und Amlah konnte die Führung
aber erstmal überleben (17.).
Nicht aber eine Strafstoßsituation, die David Fenudis Grätsche gegen Zinedine
Amlah herbeigeführt hatte. Den Keeper trotz langer Wartephase via offizieller Trinkpause
cool verladen, stellte Ali Reza Sultani auf 1:1 (20.). Nun war es nur noch EIN
Treffer zum Klassenerhalt!
Und der sollte noch vor der Pause fallen, als Komet eine Drucksituation nur
halbherzig klärte und Sultani Mitspieler Ivan Filipovski den zentralen Abdruck unten
rechts auflegte (35.). Riesenjubel bei den Norderstedtern, während sich die
Hausherren erstmal schütteln mussten, die richtige Reaktion aber schon bald auf
das glühende Kunstgrün brachten. Ärgerlich nur für Finn Harmansa und Co, dass
der GSV mit David Buhr einen richtig guten Torwart mitgebracht hatte, rettete
der 17-Jährige nicht nur gegen Harmansas zentralen Strafraumschuss (47.),
sondern auch glänzend gegen Colin Köhls Kopfball aus kürzester Entfernung (50.)
und eine weitere Top-Chance (51.).
Die Schuld am weiter vorherrschenden Rückstand lag daher nicht (nur) am Schiri,
der Braun einen fälligen Strafstoß wegen Handspiels verweigerte (49.).
Obendrauf gestattete man dem Gegner die geliebte Tiefe, in die Jeremiah Bonsu
im richtigen Moment startete, um Aushilfstormann Mats Bulnheim zu umkurven und das
1:3 ins leere Gehäuse zu besorgen (52.).
Für lange Heim-Gesichter blieb jedoch keine Zeit, egalisierte Nativelle das dritte
Gegentor vom Punkt, nachdem Rot im Sechzehner die Klinge herausspringen ließ
(55.).
Das Momentum also doch wieder bei den West-Hamburgern, deren Albtraum weiterhin
in Gestalt des überragenden Buhr daherkam. Erst scheiterte Nicolas Lentz – dann
Kalle Krüger am Torsteher (57.), dessen Handlungsschnelligkeit im Eins-gegen-Eins
und auf der Linie als Garant für die Rettungswünsche seiner Farben standen.
Farbenfroh hätte es unterdessen nach einem Zweikampf an der Seitenlinie seitens
des jungen Schiedsrichters zugehen müssen, doch weder Ben Kaisers sinnloses
Nachtreten am Boden, noch die weiteren Beteiligten an der vom Glashütter
dadurch ausgelösten Rudelbildung, inklusive einiger Zuschauer, erfuhren hier
disziplinarische Konsequenzen (59.). Das kommt davon, wenn die Spielleitung einer
solch brisanten Partie dem Kredo der langen Leine folgt…
Leinen los hieß es dagegen für die Kometer, die dank Amlahs hektischem
Abschlusshandeln im Konter weiter am Leben blieben (66.) und die Endphase nochmal
mit purem Offensivgeist füllten. Die Roten beschränkten sich dagegen bis auf
eine Amlah-Schusschance (78.) erfolgreich aufs Dichtmachen. Gefahr produzierte der
Gegner nur noch über seine zahlreichen Eckstöße, von denen John Kaufhold einen
zum Kopfstoß, knapp drüber, (nicht) nutzte (80.+5).
Einen hatten sie aber noch. Ein letzter Versuch von halblinks für Kapitän Köhl,
dessen Mut zum Torschuss wieder einmal unbelohnt bleiben sollte (80.+6). Drüber
ging der Ball – vorbei war das „Endspiel“ und mit der 2:3-Niederlage die einzige
Leistungsmannschaft des FTSV Komet Blankenese in die Bezirksliga abgestiegen.
Ganz anders die Gefühlslage bei den Glashüttern, die genau wussten, bei wem sie
sich zu bedanken hatten. Alle Mann stürmten sie in heiterer Klassenerhaltsfreude
auf Torsteher Buhr zu. Eine Saison, in der man zwischenzeitlich gefühlt mehr rote
Karten als Punkte sammelte, konnte nun doch noch mit Körperlichkeit, langen
Bällen auf schnelle Offensivleute und eben diesem formstarken Mann zwischen den
Pfosten gerettet werden.
Tore: 1:0 Nativelle (9. Weiß), 1:1 Sultani (20., Strafstoßtor,
Fenudi an Amlah), 1:2 Filipovski (35. Sultani), 1:3 Bonsu (52.), 2:3 Nativelle
(55., Strafstoßtor)
gelbe Karten: keine – Parchmann, Saker, Amlah, Straus
Schiedsrichter: Justus Theo Basedow (FC St. Pauli)
Zuschauer: 80
Schlecht gealterte Szene: Komets Mateo Weiß im Duell mit Joshua Dämel obenauf. Nach Spielende war es andersherum...
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| Komets Finn Harmansa in der Offensivbewegung. |


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