Samstag, 13. Dezember 2025

Spielbericht HSV Barmbek-Uhlenhorst 1.A - Walddörfer SV 2.A

Schrödingers Punktgewinn
„total inkonstant“: WSV-2008er zeigen wieder mal ihre zwei Gesichter

Wie unter einem Brennglas präsentierte die U18-Oberliga-Elf des Walddörfer SV zum Jahresabschluss 2025 noch einmal die volle Spannweite ihres Daseins. „Wenn man sich unsere erste Hälfte anguckt, war das irgendwie Arbeitsverweigerung!“, polterte Kapitän Arthur Schreiber über die ersten 45 Minuten, in denen man „überhaupt nichts auf den Platz bekommen“ hatte, was den WSV „stark macht“, um sich nach dem Seitenwechsel über eine richtig, richtig wichtige Leistungssteigerung“ zu freuen.
Der 2:2-Endstand – um es vorweg zu nehmen – also „auf jeden Fall gerechtfertigt“.
Akt eins eines wahrlich wechselhaften Auftritts, hatte sich nach zweimaliger Schonfrist (Schlussmann Maximilian Röndigs klärte im Duell mit dem freundlich per Ballverlust eingeladenen Timur Kilinc mit dem herausschnellenden Fuß zur Ecke (10.) und räumte später Gegenspieler Leon Önal ungestraft im Sechzehner ab (18.).) schließlich doch in einem Rückstand manifestiert. Ohne Konsequenz an der eigenen Grundlinie, schaute man Kyryl Karev und Spielmacher Richard Pilishvili dabei zu, wie letzterer die Kugel, von Philipp Hentschke abgefälscht, zu Mitspieler Kilinc beförderte, sodass der 9er nur noch einzustolpern brauchte (26.). – „Ein richtiges Kuller-Ding“!
Als dringend nötiger Wachmacher taugte der Knall des Gegentors aber mitnichten. Stattdessen verhinderte Röndigs in zuvor teils grotesk „verteidigten“ Szenen gleich dreimal binnen kürzester Zeit einen höheren Rückstand (29., 30. & 32.).
„Wir waren schlecht nach vorne, wir hatten keine Angebote im Zentrum, wir hatten keine Mann-Zuteilung, wir waren einfach überhaupt nicht wach und nicht präsent auf dem Platz!“, klagte der Gäste-Spielführer an. Und gerade als man immerhin einmal in die Nähe des gegnerischen Kastens kam, schlug BU-Kapitän Jan Brinkmann vor dem nachsetzenden Schreiber den langen Hafer, der den Roten gar nicht bekommen sollte. Ohne gegnerische Absicherung leitete der umtriebige L. Önal die Kugel mit dem Kopf weiter zum leicht abseits stehenden Leon Fijolek, der schließlich keine Mühe hatte, den diesmal defensiveren Torsteher zum 2:0 zu überwinden (39.).
Unverhoffte Linderung einer Halbzeit der „unfassbar vielen individuellen Unreinheiten“ folgte jedoch noch vor dem Seitenwechsel, als Len Henne eine eigentlich schon tote Offensivszene per Balleroberung wieder zum Leben erweckte und prompt zu Schreiber durchsteckte, der auf halbrechts „erstaunlich viel Zeit“ für den überlegten Abschluss vorfand: „Mit viel Zeit kommen auch mal viele Gedanken, aber ich habe es dann letztendlich ganz gut gemacht, den Ball in die lange Ecke gehauen“, beschrieb die Rückennummer 20 den eigenen Anschlusstreffer (42.), dessen Strahlkraft die wärmende Halbzeitpause freilich überdauern sollte. Ein „klarer, anderer Auftritt“ war es, den seine Farben in Abschnitt zwei auf die Platte brachten. Sicherlich hatte man auch „nach vorne hin mehr Räume vom Gegner bekommen“, doch „wir haben sie aber auch besser gewusst zu nutzen.“. Dazu steigerte man auf der anderen Seite auch durch personelle Umbauarbeiten die defensive Zweikampfquote. Was dabei nur fehlte: der Ausgleichstreffer. Vincent Nowak war dieser zwar auf Zuspiel Schreibers zwar sogar gelungen, nur hatte die knappe Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten andere Pläne (47.)…
Ansonsten probierte man es vornehmlich über Distanzschüsse (51. & 68.) und einen hohen Duve-Ball, der dank schwacher Klärung Hennes Tausendprozenter vorbereitete. BUs Maximilian Dick rettete jedoch mit dem langen Bein vor der Linie (66.).
Wieder nichts zu jubeln für das lebhafte Pöblikum auf den Rängen, doch da war ja noch diese eine, bisher ungenutzte, Stärke der Allhorn-Kicker, denen Leandro Duves Freistoß von links schließlich doch endlich die Pforte zu Linus Polsters 2:2-Kopfballtor himmelweit aufstieß (74.). Ein Standardtreffer gegen den sonst fehlenden Zug zum Tor!
Das Momentum jetzt klar auf Seiten des Auswärtsteams, das nach kluger Verlagerung auf Schreibers rechte Seite gar das Führungstor auf dem linken Fuß des nach innen ziehenden Strategen hatte (81.), ehe es in der Schlussphase aber plötzlich wieder in alte Muster verfiel.
Wie Espenlaub zitterte der Aufsteiger, als Polster Gegenspieler L. Önal in der zweiten Welle eines Freistoßes völlig aus den Augen verlor, der Trainersohn allerdings nur den Querbalken erwischte (85.). Eine vergebene Önal-Schusschance später (89.), lud die wiederum defizitäre Mann-Zuordnung zu BUs möglicher Führungsrückholung, diesmal durch Karev, ein. Mit der Brust bekam der Außenspieler das Leder aber nicht am zupackenden Röndigs vorbei (90.).
Aus einem Gastspiel, in dem „es echt wenig bis gar nichts“ gab, „was wirklich funktioniert hat“, wurde für den Walddörfer SV letztlich Schrödingers Punktgewinn: glücklich, unglücklich und doch irgendwie zu wenig für die eigenen Ansprüche.
„Total inkonstant und total durchwachsen“ fällt daher Schreibers Zwischenfazit zum Jahreswechsel aus. Rang acht bei 14 Punkten aus zehn Spielen fällt jedenfalls in die Kategorie „Ausbaufähig“. Zu oft hatte sich seine Kapelle „gegen die Teams aus dem unteren Teil der Tabelle fußballerisch angepasst und nicht so richtig die Stärken auf den Platz gebracht“.
„Totale Top-Spiele gegen die Leute in der oberen Tabellenhälfte“ machen jedoch Mut auf einen Platz unter den besten fünf in Hamburgs U18-Oberhaus.
„Konstanter werden und oben mitspielen“ lautet also die rot-weiße Losung für ein beständigeres 2026.

Tore: 1:0 Kilinc (26. Pilishvili), 2:0 Fijolek (39. L. Önal), 2:1 Schreiber (42. Henne), 2:2 Polster (74. Duve)

gelbe Karten: Ahmed, Kilinc – Henne, Bossen

Schiedsrichter: Zain Fallouh (Hoisbütteler SV: hätte sich das Leben mit der Unterbindung diverser Oberkörpervergehen deutlich einfacher gemacht, dem 2:0 ging eine Abseitsstellung des Torschützen voraus (39.), ob die Strafraumbegegnung Röndigs/L. Önal tatsächlich strafstoßreif verlief, konnte selbst das vorhandene Videomaterial nicht aufklären (18.).)

Zuschauer: 40





Freitag, 12. Dezember 2025

Spielbericht TV Haseldorf - TuS Germania Schnelsen

Wintermeister in Spe gestürzt
Auch ohne Training: TV Haseldorf verdirbt Germania die Winterpausen-Spitze

Mit einer faustdicken Überraschung verabschiedete sich die Bezirksliga 01 am Freitagabend in die wohlverdiente Winterpause, vermasselte der abstiegsbedrohte TV Haseldorf Germania Schnelsen mit einem überraschenden wie unterm Strich verdienten 1:0 das Überwintern ganz oben auf dem Thron.
Auf dem hügeligen Naturrasen im Schloßparkstadion brachten die Hausherren trotz abermals üppiger Fehlendenliste all jenes auf die Schiene, was sie schon zuletzt acht Zähler aus vier Partien holen ließ. Gegen den Ball kompakt im 4-4-2-System und schmerzhaft im Zweikampf, sowie in der Gegenrichtung stets auf der Suche nach dem raschen Gegenstoß. So praktiziert bei einer Fülscher-Schusschance (5.) und vor allem, als das Youngster-Duo Fülscher/Lastella zur selbst herausgespielten Doppelchance kam (22.). Auf Zuspiel von Linus Lastella scheiterte Marten Fülscher an Germania-Goalie Domenik Szyska, ehe der Schlussmann Lastellas Nachschuss sehenswert über den Querbalken streichelte.
Das Spitzenteam hatte den vielleicht auch etwas unerwartet tatsächlich stattfindenden Nachholer in der knapp 30 Kilometer entfernten Provinz freilich nicht so recht annehmen wollen. Nur einmal hatte Antonio Arambasic Niklas Grote zwischen den Heim-Pfosten einmal etwas (machbare) Arbeit verschafft (26.). 19-Tore-Mann Luca Drenkhahn wurde heuer schmerzlich vermisst. Als Ausrede für die dargebotene Ideenlosigkeit darf der Ausfall des Top-Torjägers jedoch keinesfalls herhalten.
Neue Impulse von der Bank sollten dem komplizierten Auswärtsunterfangen mit Angreifer Maximilian Voigt und dem erfahrenen Hassan Fallah für den Spielaufbau auf die Sprünge helfen, doch der berühmte Schuss ging dabei gänzlich nach hinten los. Ausgerechnet Fallah war es nämlich, der den eigenen Schlussmann per Rückspiel derartig in Bedrängnis brachte, dass Szyska die Kugel nur mit ärgster Mühe von der Linie schaufeln konnte. Der clever durchgelaufene Lastella aber roch den Braten und versenkte den Abstauber eiskalt zum gar nicht mal unverdienten 1:0 (58.).
Germania nun endlich auch einmal gewillt, sich konstruktiv ins Offensivgeschehen einzumischen. Doch wie soll man bloß diesen abstiegskampfeuphorisierten Gegner mit seiner tiefen Grundaufstellung knacken?!
Leon Kripke, der meist entnervt von der harten Gangart seiner Gegenspieler wirkte, versuchte es immerhin nicht schlecht mit einem abgefälschten Freistoß (61.), im Strafraumgewusel an den Pfosten (65.) und aus der zweiten Reihe (71.) – erfolglos.
Mehr ließen die Jungs aus der Marsch auch in kurzer Unterzahl (Ampelkarte für Phil Mohrdieck für wiederholtes Foulspiel, 89.) jedoch nicht mehr zu. „Nur so geht´s – anders nicht!“, freute sich Trainer Benjamin Kälberloh über das höchst disziplinierte Auftreten seines Teams, welches ihm fast schon gewohnheitsmäßig wieder ordentliche Personalimprovisationskünste abverlangte. So schickte der Coach mit Lasse Wiemer gar noch den Kapitän der zweiten Mannschaft auf die Wiese, die seit zwei Wochen keinen Trainingsbetrieb mehr zulässt. Dem sportlichen Abschneiden tut´s dennoch keinen Abbruch, hievte sich der einst als Tabellenletzter unten herumkrebsende Aufsteiger mit stabilen elf Zählern aus den letzten fünf Spielen auf die gleiche Höhe mit dem rettenden Ufer.
In Schnelsen herrscht dagegen Frust über das verpasste Überwintern auf Rang eins. Als Tabellendritter geht es im neuen Jahr – sofern das Februarwetter will – gegen den zweitplatzierten FC Elmshorn weiter.

Tore: 1:0 Lastella (58.)

gelb-rote Karte: Mohrdieck (TVH, 89., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Bernd Gegalski (TuRa Harksheide, Note 2,5)

Zuschauer: 75

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Spielbericht SC Cosmos Wedel - TSV Gut Heil Heist

Zwei Hattricks – zwei Gefühlswelten
Cosmos verschenkt Nachholspiel – Smit schießt TSV Heist auf Rettungshöhe

Hattrick geschossen und doch verloren. Für Claas Böttcher war es ein mehr bitterer als süßer Jahresabschluss 2025, den er da mit seinen Wedeler Cosmonauten gegen den TSV Heist im heimischen Kunstrasenkäfig verlebte.
Begonnen hatte der Nachholer aus der vereisten 15. Auflage der Kreisliga 1 am Mittwochabend ziemlich verheißungsvoll. Zwar tauchte Gäste-Schlussmann Marvin Scholz gegen Leotrim Murselaj behände ab und sicherte zudem gekonnt, vor dem heranstürmenden Dominik Zink (8.), doch kurz darauf waren die Hausherren auch durch gegnerisches Ungeschick 1:0 vorne. Ole Krögers langen Hafer blockierte Scholz, bevor Tom Hadler vorbeiziehen konnte, ehe Böttcher die zufällig erhaltene Schussaufforderung aus 20 Metern dankend annahm (12.).
Die Gäste aus Heist, die in Jahr zwei nach ihrer Kreisliga-Rückkehr um den Anschluss ans rettende Ufer kämpfen, bewiesen jedoch Moral und arbeiteten sich – auch, weil Cosmos durch Nick Schmuck (Pfosten, 20.) nicht erhöhte – kurzerhand zurück ins Match. Patrick Günsch´ Steckpass vergoldete nämlich Lasse Kruse halblinks im Strafraum zum Gleichstand (21.), der noch lange nicht das Ende heistmer Fahnenstange bedeutete. Denn kaum hatte man hinten wieder Glück, dass Zink nach schöner Bewegung mit links etwas das Zielwasser fehlte (26.), machte es Einzelkönner Paul Smit stilecht mit viel Platz aus 40 Metern (39.)!
Und als wäre das noch nicht genug des Qualitätsnachweises, spazierte der sechsmalige Oberliga-Kicker einfach mal selber über links zum eingeschobenen 1:3-Halbzeitstand (39.).
Die Wedeler schlugen sich dagegen unter Wert, war neben einem Abseitstor (36.) auch ein nur per Posern-Grätsche gestoppter Böttcher-Lauf bis zur Grundlinie (43.) zu betrauern.
Viel Zeit dafür blieb allerdings nicht, weil Gut Heil weiter auf die Tube drückte und die Cosmonauten jeweils nach Eckstößen in ärgste Bedrängnis brachte (55. & 56.).
Etwas überraschend kam daher Böttchers zielgenauer 2:3-Anschlusstreffer von halblinks (58.), der die Spielstatik jedoch nicht nachhaltig zu ändern vermochte.
Tonangebend blieben nämlich die Jungs von der Hamburger Straße, die sich knappe 20 Minuten vor dem Ende, mit Smits kurzem Einwurf als Einleitung, durch Jakob Schmidt und dessen 2:4 entsprechend belohnten (69.).
Als Zugabe, die der eingewechselte Yannick Müthel zuvor noch knapp mit rechts verpasste (84.), schenkte der TSV seinen Anhängern 14 Tage vor Heiligabend noch das fünfte Hurra, das vor allem Rene Gills Willenskraft über rechts zu verdanken war. Smit brauchte seinen Hattrick nur noch ins leere Tor zu vollenden (86.).
Apropos: Auch Böttcher gerierte sich auf der anderen Seite noch einmal als trocken aus 20 Metern abziehender Dreifachtorschütze (87.), doch letztlich konnte der 24-Jährige damit nicht verhindern, dass seine nach der Pause fast komplett abgetauchte Elf mit einem Negativerlebnis in die Winterpause geht. Platz acht passt für den defensiv anfälligen Aufsteiger, der als sportlich in die Kreisliga aufgestiegenes Reserveteam die aufgelöste Ligamannschaft beerbte, durchaus ins Leistungsbild. In Heist ist derweil der Anschluss an den Rivalen aus Moorrege auf dem rettenden Rang 13 in gleicher Punkthöhe wiederhergestellt. Noch ein paar Smit-Hattricks und

Tore: 1:0 Böttcher (12. Hadler), 1:1 L. Kruse (21. Günsch), 1:2 Smit (30.), 1:3 Smit (39.), 2:3 Böttcher (58. Schmuck), 2:4 J. Schmidt (69. Krüger), 2:5 Smit (86. Gill), 3:5 Böttcher (87. Hadler)

gelbe Karten: Kröger, Hadler, Zink, Gleitsmann – Gill

Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV)

Zuschauer: 45

Mal wieder entscheidender Faktor für den TSV Heist: Torjäger Paul Smit

Samstag, 6. Dezember 2025

Spielbericht SV Eidelstedt II - VfL Hammonia II

Rote Laterne über den Winter abgegeben
3:0 mit jugendlichem Support: SV Eidelstedt II verlässt das Tabellenende  

Zweites Adventswochenende und schon am Samstag entzündete die zweite Mannschaft des SV Eidelstedt ein neues Licht im Keller der Kreisliga 07, schickte man die Elf vom VfL Hammonia II überraschend deutlich mit 3:0 zurück gen Schanzenviertel.
Zugegeben; für die nur wenigen Schaulustigen bot sich bei Nasskälte ein Duell an der Grenze des Zumutbaren. Im Wesentlichen verstanden beide Teams den Fußball als Rückschlagspiel mit sekündlich wechselndem Ballbesitz und stets überraschenden Handlungen im Umgang mit dem Runden. Auch die übertrieben liberale Zweikampfbewertung des 19-jährigen Joris Mülder (SC Eilbek) verhalf dem Kick nicht zu gesteigertem Spielfluss.
Punktuell wohltuende Ausnahmen stellten da Aktionen mit der Beteiligung des Eidelstedters Ferdi Koc dar. Und kaum erspähte der einst in der Landesliga für den SVE kickende Mann aus dem Zentrum seinen Kollegen Dennis Jaap aus der Tiefe des Raumes, war dieser per Zuspiel in den Lauf im Rücken der Hammonia-Abwehr angekommen. Goalie Henrik Priestersbach noch cool umkurvt, war der flache Abschluss zum 1:0 nun wahrlich keine Hürde mehr (25.).
Vorne im richtigen Moment eiskalt – hinten mit dem allzeit sicheren Justin Kapusta zwischen den Pfosten: heute sollte es der große Tag für die personell auch etwas U19-oberligaverstärkten Gastgeber werden.
Bei Jonah Müllers Versuch von halblinks noch mit etwas Glück, dass der Ball rechts vorbei zischte (75.), schaffte Koc als humorloser Distanzschütze ins linke untere Eck (77.) beruhigende Fakten für den SVE, der Hammonias löchrige Rückwärtsbewegung sogar noch mit dem dritten Hurra des Tages bestrafte (87.). Diesmal konnten die Herren Sama, Hosseini und Jaap den Torschützen untereinander ausmachen, sodass letzterer einsam in der Mitte den 3:0-Endstand besiegelte.
Erst in der Nachspielzeit geriet dieser einmal kurz ins Wanken, als ein schwacher Madougou-Rückpass den VfLer Xhulio Bejkollari die allerdings etwas hektisch vergeigte Schussmöglichkeit schenkte (90.+2).
Durch die 0:3-Niederlage des BSV 19 bei Schanze II reichte Blau-gelb die rote Laterne im letzten Auftritt des Jahres nach Bahrenfeld weiter. Hammonias Vorsprung auf die Abstiegsplätze, vor allem aus dem ertragreichen Oktober (acht Zähler in vier Punktspielen), schmilzt dagegen weiter. Nur vier Punkte sammelte man bis dato mehr als der bislang ausschließlich daheim punktende SVE.

Tore: 1:0 Jaap (25. Koc), 2:0 Koc (77.), 3:0 Jaap (87. Hosseini)

gelbe Karten: Steen, Kuka, Boyali – keine

Schiedsrichter: Joris Mülder (SC Eilbek, Note 4)

Zuschauer: 15




Freitag, 5. Dezember 2025

Spielbericht TV Haseldorf - SV Lieth

Nur den Krampus freut´s
Niveauarme Punkteteilung im Bezirksliga-Tabellenkeller

Fünfter Dezember: Krampustag in Österreich und auch die Bezirksliga 01 in Hamburg wusste die Schaulustigen im Schloßparkstadion ordentlich abzustrafen.
Von Beginn an nämlich setzte sich das Spielniveau kaum vom niedrigen Tabellenstand der Kontrahenten ab.
Bereits ein ganzes Spielviertel hatten die dennoch zahlreich herbeigepilgerten Zuschauer überstanden, als TVH-Kapitän Lukas Nickels mit seiner Konterchance ans Außennetz einen ersten zaghaften Offensivakzent setzte (23.).
Der Gegenangriff fortan das Lieblingswerkzeug der Hausherren, die einen Ballverlust des Gegners im Mittelfeld zum Anlass für das schnelle Umschalten nahmen. Zwar war es Moritz Schulz in erster Instanz noch gelungen, das tiefe Zuspiel abzugrätschen, doch im zweiten Anlauf erreichte Marten Fülschers Ball den Kollegen Linus Lastella, der mit Dynamik über links flach zum wichtigen 1:0 vollendete (24.).
Das Selbstvertrauen des durch zuletzt zwei Siege Ex-Tabellenletzten damit natürlich weiter angekurbelt. Einzig das zweite Tor fehlte zur nachhaltigen Tabellenkosmetik. Genug Möglichkeiten dafür ergaben sich durchaus. So zögerte Heiko Jedamski nach Flugball Pieter Oßenbrüggens zu lange mit dem noch von Luca Albers geblockten Rechtsschuss (30.) und verfehlte Fülschers Direktabnahme als Aufsetzer den SVL-Kasten (42.).
Mit Beginn des zweiten Abschnitts nahm das Niveau der Partie gar noch weiter ab. Vor allem die Liether, deren Verunsicherung auch der vor zwei Spieltagen verpflichtete Guido Krenzk an der Seitenlinie bisher nicht aufzulösen vermochte, enttäuschten einmal mehr auf ganzer Linie. Symbolhaft für den Zustand der Klein Nordender, setzte Anton Götting seine unbedrängte Flanke von rechts geradewegs ins Tor-Aus (60.)…
Ein wenig aus dem Nichts kam da das Ausgleichstor, das ausgerechnet Torjäger Ali Duman mit einem kurzen Freistoß vor der eigenen Grundlinie einleitete, ehe Albers den perfekten tiefen Weg mit der nicht weniger starken Wandspieler-Einlage auf Philipp Matthiessen krönte und der Spielführer wiederum mit drei Kontakten aus zentraler Position passgenau für erleichterten Jubel bei den heuer ganz in schwarz aufgelaufenen Gäste sorgte (72.).
Doch anstatt Matthiessen und Co das Momentum für sich mitnahmen, luden sie den Gegner mit teils haarsträubenden Fehlpässen und einem ungeordenen Hühnerhaufen vor dem eigenen Kasten immer wieder zur Offensive ein. Michel Lienau, von Albers bei einer Nickels-Flanke am zweiten Pfosten vergessen, mit dem Kopf (75.) und Jedamski aus 21 Metern (77.) brachten den Gleichstand ordentlich ins Wanken, ehe Ben Wrages Ampelkarte (wiederholtes Foul) noch mehr Platz in der Gäste-Hälfte gestattete (79.).
Zu nutzen vermochten die Haseldorfer diesen allerdings wiederholt nicht, als wieder Lienau flach mit links abzog und Nickels bei der Verwertung von Luca Von Der Heides Block der Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten zum Opfer fiel (84.).
Und die SV Lieth? Die erlebte ihren größten Strafraum-Aufreger durch den eingewechselten Finn Struve. Zu zögerlich mit der Kugel am Fuß, ging die Pille gegen Oßenbrüggen verloren, bevor überhaupt irgendetwas mit ihr geschah (85.).
Die Punkteteilung (erster Punkt unter Krenzk), die niemandem weiterhilft, außer der Konkurrenz, also eine Schmeichelhafte für die Jungs vom Butterberg.
Der Krampus ist zufrieden…

Tore: 1:0 Lastella (24. Fülscher), 1:1 Matthiessen (72. Albers)

gelb-rote Karte: Wrage (SV Lieth, 79., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Latif Tan

Zuschauer: 75

Szene aus dem Hinspiel

Sonntag, 30. November 2025

Spielbericht FC Alsterbrüder IV - SC Teutonia 10 II

Ein Standard-Tor für die Mini-Serie
Erstmals zwei Siege in Folge: Teutonia 10 II setzt sich von ganz unten ab

Wie ein Eichhörnchen kurz vor dem Winterschlaf sammelt auch die Zweitvertretung von Teutonia 10 noch einmal fleißig Nahrung (in Form von Punkten), veredelte man den 2:1-Erfolg der Vorwoche gegen Hammonia IV mit einem knappen 1:0 bei der Vierten des FC Alsterbrüder.
Der Weg zur ersten Mini-Siegesserie der Saison gestaltete sich am Sonntagabend allerdings relativ zäh. Wenn etwas nach vorne ging, dann über Tugberk Kurtbogan und dessen Außenbahn. So kam der einstige Jugendspieler des Lokalrivalen „05“ aus immer spitzer werdender Position immerhin einmal zum Abschluss (am langen Eck vorbei, 39.), ehe es in Minute 57 Kurtbogans schöne Vorarbeit über rechts war, die FCA-Schlussmann Malte Wegener vor Inan Palavar zum Eingreifen zwang.
Nach Ecke durch Erik Grdjalija erlebte Palavar etwas später schließlich doch sein Stürmer-Hochgefühl, als der 9er passend am nahen Pfosten einlief und zum 0:1 einlochte (68.).
Ärgerlich für die Gastgeber, die zuvor selber durch Fynn Trautvetter das etwas zu hektisch vergebene Führungstor auf dem Fuß hatten (60.) und es kurz nach dem Gegentreffer in Person Yaniv Golans (sicheres Fanggut für Nils Wittenberg) erneut versuchten (69).
Viel mehr ließen die ordentlich organisierten Altonaer in diesem eher tempoarmen Spiel nicht mehr zu. Golan probierte es in der Schlussphase noch einmal frech aus 40 Metern, setzte sein Langstreckengeschoss aber eben nicht über den stets offensiv postierten Wittenberg, sondern auch über dessen Gehäuse (89.).
Ergo brachten die Teutonen den Dreier ohne echte Komplikationen über die Runden, was im Klassement der Kreisklasse 11 für eine klare Distanzierung zum heuer geschlagenen Tabellennachbarn sorgte. Acht Zähler trennen den Zehnten und den Elften voneinander. Sollten Siegtorschütze Palavar und Co am nun folgenden Sonntag auch das Derby gegen Union 03 II gewinnen, überwinterte man sogar mit 15 Zählern auf einem einstelligen Rang (9).

FC Alsterbrüder IV: Wegener – Sütterlin, Zierk, Störtkuhl, Ebersberger – Finke, Manneh, Pejica, Hettfleisch – Golan, Trautvetter, eingewechselt: T. Schulze, Grothe, Witteczek, Spielertrainer: Malte Wegener

SC Teutonia 10 II: Wittenberg – Turp, Kesan, Klee, Pertierra Porrua – Daban, Grdjalija – Oftadeh-Esfahani, Piatek, Kurtbogan – Palavar, eingewechselt: Lambrecht, Nitsch, Bröck, Khan, Jung, Trainer: Tim Schiroky

Tore: 0:1 Palavar (68. Grdjalija)

Schiedsrichter: Dennis Klietsch (Hamburger SV, Note 2,5)

Zuschauer: 9



Spielbericht Eimsbütteler TV 2.A - Walddörfer SV 2.A

Neuer Captain macht's auf die listige Tour
„Überragende Diszipliniertheit“ und cleverer Schreiber: WSV siegt und zieht am ETV vorbei

„Diszipliniertheit“. Nicht für jeden einfach auszusprechen, für die U18-Oberligatruppe des Walddörfer SV aber einer der beiden Kernpunkte zum unterm Strich ungefährdeten, wie „souveränen und total verdienten“ Auswärtssieg beim Eimsbütteler TV. „Wir waren total diszipliniert in unserem Defensivverhalten und haben einfach super verschoben, sind genau zu den richtigen Zeitpunkten hochgegangen und ETV sehr, sehr wenig Räume gelassen“, stimmte Arthur Schreiber den Lobgesang vor allem über die vortrefflich umgesetzte Kompaktheit im 5-4-1-System gegen den Ball an. „unsere Diszipliniertheit hat einfach überragend funktioniert. Also einfach, dass wir uns nicht haben locken lassen. Vor allem die Innenverteidiger. Und auch nach den Wechseln überhaupt keinen Leistungsabfall gehabt. Wir haben uns auf unser Spiel konzentriert, haben uns nicht auf irgendwelche Nickligkeiten eingelassen, haben den Schiri in Ruhe gelassen und waren vorne auch effizient.“:
Dem neutralen Beobachter hatte sich in der Tat ein Treiben der Marke Taktik-Porno geboten. Schreiber (39.) und der ETVer Mikail Savk (32.) erreichten mit Abschlüssen von außerhalb der Parzelle zumindest annähernd das Tor, ehe es bei einem Hellwig-Rechtsschuss, im Anschluss an eine Ecke von links, schon kleines bisschen aufregender wurde (44.).
Dann avancierte der neu bestimmte Kapitän höchst selbst zum zweiten Kernpunkt der WSV-Herrlichkeit, als Schreiber den Abschlagweg des gegnerischen Torwarts taktisch per Schubser kreuzte und dafür selber „einen Schlag auf den Rücken“ kassierte und diesen „dankend angenommen“ hatte. „Ein Strafstoß, den man so nicht geben muss“, gestand der „Gefoulte“, nicht ohne sich diebisch über Phil Bossens „schön unten links platzierten“ Treffer vom Punkt zum 0:1-Halbzeitstand zu freuen (45.+1).
Wieder nicht ganz frei von Diskussionen erhöhte die omnipräsente „falsche Neun“ kurz nach der Pause auf 0:2, als Schreiber „auch mit etwas Ziehen“ den Ball gegen den kantigen Yankuba Sanneh gewann und dadurch frei vor der Kiste den „guten Abschluss“ ins lange Eck setzen konnte (52.). „(…) das hat er im Mittelfeld auch laufen lassen. Und warum sollte er es dann pfeifen?!“, verteidigte der zum zweiten Durchgang nun auch optisch mit einer (aus der zweiten Mannschaft geliehenen) Kapitänsbinde ausgestattete Sommerneuzugang vom SC Sternschanze sein vorgehen.
„Wir hatten vielleicht noch zwei, drei vier gute Strafraumaktionen, die man auch hätte noch besser verwerten können“, wäre zum Beispiel bei einer von Schreiber per Steckpass eingeleiteten Köster-Chance gegen den rettenden Vadim Saks gar noch ein dritter WSV-Treffer möglich gewesen (68.).
Die Gastgeber blieben dagegen weitgehend ohne Ideen, das Walddörfer-Dickicht gefährlich zu überwinden. Einzig, wenn der eingewechselte Tunay Demirci seine wendigen Füße im Spiel hatte, versprühten die Roten so etwas wie Torgefahr. Exemplarisch dafür, wie gut die Gäste in den entscheidenden Momenten aber immer wieder hinter den Ball kamen, klärte Philipp Hentschke einen Saifatchine-Abschluss gerade noch im richtigen Moment vor dem weißen Streifen (65.).
Ansonsten spielten die „auf dem Platz total positiven“ Allhorn-Kicker die Angelegenheit komplikationslos nachhause, sodass sie nun als Tabellensechster den punktgleichen Vierten aus Norderstedt empfangen. „Nach diesem Sieg auch auf jeden Fall ein machbarer Gegner“, findet der Spielführer, der bis dahin hoffentlich eine eigene Alternative zur mannschaftseigenen Schwarz-rot-gold-Binde am Oberarm zur Verfügung hat: „Wir haben genug Qualität, um die zu schlagen. Das ist auf jeden Fall klar und das sollte auch unsere Herangehensweise sein.“.

Walddörfer SV: Röndigs – Addei, Duve, Bossen, Hentschke, Hellwig – Nowak, Henne, Schönberg, Köster – Schreiber, eingewechselt: Sander, Doberitz, Serge, Cabanillas Giglok, Trainer: Janis Dulige & Felix Hagen

Tore: 0:1 Bossen (45.+1, Strafstoßtor, Saks an Schreiber), 0:2 Schreiber (52.)

Schiedsrichter: Vin-Mika Albrecht

Zuschauer: 50

Überragende Figur des Nachmittags: Arthur Schreiber. 



Spielbericht HEBC 1.Ü40 - FTSV Altenwerder/FC Süderelbe 1.Ü40

Dem Spielverlauf nicht „die richtige Richtung geleitet“
1:2 in Unterzahl: HEBC-Senioren ziehen im Kampfspiel den Kürzeren

Kein Befreiungsschlag vom Untergeschoss der Ü40-Oberliga für die Ü40 des HEBC, blieb daheim gegen die Spielgemeinschaft FTSV Altenwerder/FC Süderelbe nur die Rolle des zerknirschten Gratulanten.
Ein Szenario, das seinen Anfang in der 16. Minute erlebte, als Damian Voigt von rechts die Ecke schlug und Nerijus Stonys die volle Breite seines Rückens zum 0:1 nutzte. Ärgerlich.
Mögliche Korrektur dessen bot sich bei einem vom Gegner verlängerten Aksoy-Freistoß an, nur bekam Frank Jäger den Standard aus der Nahdistanz nicht entscheidend verarbeitet. „Wir hätten klarer nach vorne spielen müssen und ich persönlich hätte einfach das 1:1 machen müssen. Das hätte den Spielverlauf in die richtige Richtung für uns leiten können“, trauerte der Alterspräsident seinem Hundertprozenter nach.
Stattdessen bespielte der Aufsteiger aus dem Süden der Hansestadt den angebotenen Raum über Stefan Janietz und Eugen Götz für den passenden halblinken Abschluss durch Voigt zum 0:2-Halbzeitstand (33.).
Mit neuer Motivation aus der Pause gekommen, nahm Weiß die Aufholjagt jedoch unverdrossen in Angriff, sodass Patrick Rückert ein Lebenszeichen in Form eines Versuchs auf den sicher zupackenden Eugen Rusch sendete (38.). Ein Vorbote für den nicht unverdienten Anschlusstreffer, den Sven Jantzen nach Jäger-Ecke und Ünlü-Ablage mittig im Sechzehner besorgte (42.).
Ansonsten blieb es aber beim unruhigen Kampfspiel, auf das der Schiedsrichter zu spät mit der nötigen Konsequenz reagierte. Entsprechend groß fiel der Groll bei Jäger aus, als Mittelfeld-Abräumer Alpaslan Yildirim freilich in der Summe verdient mit Gelb-rot von der Koppel musste (61.), Gäste-Akteur Rene Kluth für eine ähnliche Ansammlung von Missetaten nur mit einer Verwarnung davonkam: „Der Schiedsrichter hat heute grundsätzlich keine schwerwiegenden Fehler gemacht. Nur, es ist immer ein bisschen schwierig, wenn auf der einen Seite schnell gelbe Karten verteilt werden und auf der anderen Seite die gelben Karten nicht gezogen werden. Auch, wenn es kleine Fouls sind, aber die Masse das dann ausmacht. Und das beeinflusst das Spiel schon.“.
Positiven Einfluss für die Eimsbütteler hatte dagegen die nachlässige Chancenverwertung des Vorjahrespokalfinalisten, der insbesondere durch Götz, frei vor der heuer durch Christian Reichel gehüteten Kiste, den Deckel nicht drauf machte (68.).
Sechs lange Nachspielminuten drückten die Hausherren noch einmal auf den späten Punktgewinn, den der von Ünlü eingesetzte Florian John sogar aussichtsreich auf dem linken Schlappen hatte. Knapp passierte das Kunstleder die Grundlinie auf der falschen Seite des langen Pfostens, sodass der prosperierende Trend von zuletzt zehn Zählern aus fünf Spielen wieder etwas an Dynamik verlor. „Egal, wer morgens auf dem Platz steht – ob Spieler ausfallen oder nicht: Wenn wir als geschlossene Einheit fungieren, können wir uns gegen jeden Gegner behaupten“, nahm Jäger trotzdem „wie immer dasselbe Positive“ aus dem Match mit abermals dünner Personaldecke mit. Schaden dürfte diese Marschrute auch beim nächsten Kick-Off nicht, wenn auswärts bei Vize-Spitzenreiter Croatia ein „schweres Spiel“ auf einem „sehr kleinen Platz, wo man sofort immer unter Druck steht, sobald der Ball verloren geht“, ansteht. Doch: „Grundsätzlich fängt jedes Spiel bei null an und hört irgendwann auf. Und bis dahin muss man das reinwerfen, was man hat. Mir ist nie Bange, wenn wir gegen Vicky (Dauer-Dominator und wieder aktueller Primus) spielen. Deswegen: spielen und gucken, was rauskommt.“.

Tore: 0:1 Stonys (16. Voigt), 0:2 Voigt (33. Götz), 1:2 Jantzen (42. Ünlü)

gelb-rote Karte: Yildirim (HEBC, 61., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Jean Pierre Bley (TuRa Harksheide)

Zuschauer: 15











Samstag, 29. November 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - SV Lurup 1.A

Die Mentalität siegt
Kellerkind SV Lurup macht enttäuschenden Schanze-2008ern den Garaus

Als Rudi Völler, damals Teamchef der Deutschen National-Elf, anno 2003 dem TV-Journalisten Waldemar Hartmann nach dem mageren 1:1 auf Island live vor Millionenpublikum die Meinung geigte, stand die Geburt Jungs aus Schanzes U18-Landesligateam noch weit in den Sternen. Doch trotz der Lehre aus dem ikonischen Weißbier-Interview, mit dem Wörtchen „Tiefpunkt“ eher vorsichtig zu sein und nicht „alles in den Dreck zu ziehen“, bleibt dem neutralen Beobachter nach dem desaströsen 2:4 gegen das Kellerkind aus Lurup irgendwie keine andere Option.
Wer sich dem Dargebotenen dennoch positiv nähern will, könnte sich zumindest an Kleon Lorenz´ Führungstor zum 1:0 hochziehen, nagelte der Offensivmann einen Freistoß in Strafraumnähe passgenau unter das Quergebälk (10.), um nach einer halben Stunde mit dem Gegner als Bande das zweite SCS-Hurra für den in der Mitte richtig spekulierenden Janes Djau vorzubereiten. Freude bei Ex-Luruper Djau über sein Tor, das Milo Götzes zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer im Nachsetzen bei einem von Shivnath Arora parierten Roshanzada-Versuchs (15.) wieder egalisierte.
Von den Spielanteilen her ein nicht unverdientes Zwischenergebnis, doch mit erschreckenden Ungenauigkeiten im Passspiel und einigen falschen Entscheidungen mit der Kugel am Fuß brachten sich die Wasserturmkicker jedoch um mehr Szenen, wie eine geradlinig über links vorbereitete Djau-Schusschance aus der 40. Minute.
Stattdessen ging gegen robust engagierte West-Hamburger zunehmend der Zugriff verloren, sodass bereits zu Halbzeit das 2:2 in der Luft lag. Weil Alparslan Kaya beispielsweise aber nur den Pfosten traf (41.), blieb es beim Pausen-Vorsprung für Marineblau.
Um diesen war´s dann aber rasch nach dem Seitenwechsel geschehen, als ein Einwurf auf links zu viel des Überraschungseffekts lieferte und Ali Roshanzada sein Duell mit Till Steinfeld trotz der zunächst schlechteren Position mit Treffer für sich entscheiden konnte (47.).
Schanze jetzt wieder voll gefordert, aber oft zu statisch oder ohne den Blick für die einfache Lösung über den ballnahen Mitspieler.
So war es der Tabellenvorletzte, der den langen Leerlauf mit einem verfehlten Abschluss durch Yonatan Kesete zu beenden wusste (74.) und damit nur andeutete, was drei Minuten später geschehen sollte. Lang und länger segelte ein Freistoß von links diagonal rüber zu Las Djalo, der kaum beachtet tatsächlich das umjubelte 2:3 besorgte (77.).
Jeder gewonnene Zweikampf, jede gute Aktion setzte an diesem Samstagnachmittag positive Energie bei den seit über zwei Monaten sieglosen Lurupern frei, während die Schanzer weiter mit dem Kopf gegen die Wand liefen. Passend setzte es kurz darauf den Bilderbuch-Konter zum 2:4-Endstand, den Roshanzada auf Hereingabe des herausragenden Götze in der Mitte klar machte (80.).
Erst in der Nachspielzeit versprühte die spürbar frustrierte Heim-Elf durch Halbchancen immerhin einen Hauch von Torgefahr, doch heute siegte das Team mit der besseren Mentalität. Der Lohn des SV Lurup dafür: der Sprung über den Abstiegsstrich auf Rang neun, wo man sich nun als Tabellennachbar des SCS (8.) wiederfindet.

Tore: 1:0 Lorenz (10., direkter Freistoß), 1:1 Götze (15. Roshanzada), 2:1 Djau (30. Lorenz), 2:2 Roshanzada (47.), 2:3 Djalo (77.), 2:4 Roshanzada (80. Götze)

Schiedsrichter: Dr. Ahmed Sharaf (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 22


Spielbericht SC Sternschanze 1.Ü40 - Hamburger SV 1.Ü40

Unbestrafte Passivität
Spiel nach Führungstor eingestellt: Schanze trotzdem mit wichtigem Dreier

Gegen das Spitzenduo Croatia (0:5) und SC Victoria (0:7) zuletzt unter die Räder geraten, hievte die 1.Ü40 des SC Sternschanze mit einem wichtigen 1:0-Heimsieg gegen Schlusslicht HSV wieder ein ordentliches Stück aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich der Oberliga 02.
Das goldene Tor des Tages hatten sich die Schanzenkicker zumindest zum Zeitpunkt seiner Erzielung durchaus verdient. Ein Standard-Tor war es nämlich, das den flüssigeren Spielvortrag mit dem 1:0 belohnte, als Johannes Jäkel den Kopfball-Abstauber im Stile eines Torpedos aus einem Meter versenkte (13.). Etwas zu genau hatte Edeltechniker Daniel Salvador Henning nämlich seinen vorangegangenen Freistoß gegen das Aluminium gesetzt.
Danach schaltete der SCS seine Bemühungen jedoch auf ein kaum wahrnehmbares Level zurück, sodass der HSV mit seinen durchschnittlich deutlich älteren Akteuren zum klar aktiveren Team mutierte.
Problem dabei nur: die krankende Offensive, die nicht umsonst als die Schwächste der Liga daherkommt. Jihad El Tahans Versuch parierte Valerian Pagel, der den Fingerverletzten Christian Kossel im SCS-Tor vertrat (19.) und Mike Lohse verfehlte knapp mit rechts aus zentraler Stellung (20.).
Verheißungsvoll gestaltete sich daher der Schanzen-Start in Durchgang zwei, welcher erneut Jäkel in spitzwinklige Position zum abgewehrten Schuss spülte (37.).
Ein Ereignis ohne echte Nachahmer, spielte sich das Geschehen unter der Leitung des erst 14-jährigen Schiedsrichters in dessen erster Spielleitung eher kampfbetont bis nicklig im mittleren Spielfelddrittel ab.
Zwei gute Ausgleichschancen sollten sich dem Vorjahres-Siebten dennoch bieten. Zum einen verfehlte Lohse, als er den Fuß in einen Freistoß Arthur Langs hielt (40.), zum anderen vermochte es auch Kollege Thomas Wesselow mit seinem Flugkopfball nicht, für ausgeglichene Fakten zu sorgen (51.).
Und weil die folgenden 19 Minuten plus siebenminütiger Extrazeit keine gesteigerte HSV-gefahr mehr hervorbrachten, beförderte Jäkels Haupt seine Farben auf einen gar nicht so verkehrt klingenden achten Platz. Doch Obacht: nur drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone schreien förmlich nach drei weiteren im letzten Auftritt 2025 bei Blau-weiß 96 Schenefeld am nun folgenden Sonntag.
Für die weiter sieglos ganz hinten eingereihten Rothosen geht es im Norderstedt-Derby gegen TuRa Harksheide fast schon nur noch um lokale Reviermarkierung als um ernsthafte Klassenerhaltsperspektiven.

Tore: 1:0 Jäkel (13. Salvador Henning)

gelbe Karten: Montero – keine

Schiedsrichter: Laith Ilyas Gharib (VfL Hammonia)

Zuschauer: 20