Samstag, 16. Mai 2026

Spielbericht Rot-weiß Kiebitzreihe - TuS Krempe

Handballer macht TuS Krempe zum Meister!?
Brandt-Doppelpack schießt TuS in die Verbandsliga – oder doch nicht?

Die frohe Kunde kam erst ein gutes Stück nach erfolgreich verrichteter 2:0-Auswärtsarbeit: keine Tore in Peissen – TuS Krempe ist aufgestiegen!
Drei Kontrahenten hatten sich in Schleswig-Holsteins Kreisliga West ein packendes Fernduell um Meisterschaft und Aufstiegsrunde geliefert – mit dem besten Ende für die Startnummer Zwei.
Zum Saisonfinale zu Gast in Kiebitzreihe, war die Rechnung alles andere als klar: ein Sieg würde Rang zwei nur dann absichern, wenn der punktgleiche Verfolger (VfL Kellinghusen) zeitgleich gegen die SG Steinburg-Nord nicht mit fünf Toren mehr gewönne, als die Kremper. Spoiler: Florian Barth und Co sollten exakt mit 5:0 gewinnen. Die Gefahr von hinten also gebannt.
Doch viel wichtiger waren eh die eigenen Hausaufgaben. Und diese waren schließlich diffizil genug, gegen eine RWK-Elf, die sich in der eigenen „SwanCity-Arena“ keineswegs in die Rolle des Kulissenschiebers drängen lassen wollte.
Die besseren Chancen hatte allerdings der Favorit, dessen Spielverderber gegen den heranrauschenden Bennet Brandt zunächst eine 41-jährige Vereinsikone zwischen den Pfosten werden sollte. Im Eins-gegen-Eins ist Hannes Schüler mit all seiner höherklassigen Erfahrung eben schwierig zu schlagen (17.).
Dann aber schenkte eine missglückte Spieleröffnung Brandt den zweiten Anlauf, den der halb so alte Angreifer diesmal eiskalt zum umjubelten 0:1 verwertete (28.).
TuS Krempe jetzt in der Poleposition, weil beim Spitzenreiter in Peissen (ein Zähler mehr) gegen die TSV Lägerdorf-Zweite noch keine Tore gefallen waren.
Dafür legten die Blauen fast das zweite nach, köpfte Rowan Strüven nach langem Schleuder-Einwurf Brandts gar nicht mal so ungefährlich gen Heim-Tor (41.). So aber blieb es beim knappen Spielstand, den eine Druckphase des Mittelfeldteams nach der Pause gleich mehrfach auf eine harte Probe stellte.
Nico Timms laufstarke Vorarbeit nutzte Justin Müller zum klasse von Justus Haack parierten Abschluss (56.), ehe Dennis Strauer gerade noch so blockiert werden konnte (68.). Und auch ein hohes Strauer-Ding leistete den Sportfreunden aus Peissen und Kellinghusen keine Schützenhilfe, weil Luca Lohmann die Kugel nicht nach Wunsch erwischte (69.).
Und der wackelnde Aufstiegskandidat? Der ärgerte sich, dass Schüler auch gegen Joker Marvin Baese die nötige Fläche im kurzen Eck machte, um das 0:2 zu vereiteln (75.).
Zeit für Verdruss blieb allerdings nicht, denn dann trat wieder dieser Bennet Brandt auf den Plan – und zack! Der Lupfer überwand den Goalie zum wichtigen 0:2 (80.).
Ein Handballer vom MTV Herzhorn als Aufstiegstorschütze? Platz zwei war damit jedenfalls schon mal abgesichert, wie nach dem Abpfiff klar war. Doch was gibt es denn nun aus Peissen zu vermelden?
Ungeduldiges Warten, bis die Bestätigung der Nullnummer aus dem 280-Seelen-Örtchen reinflatterte! Mit jeweils 70 Zählern schoben sich TuS Krempe und der VfL Kellinghusen doch noch am leer ausgegangenen SVP vorbei. Die Verbandsliga-Rückkehr der Burggraben-Kicker nach drei Jahren Abstinenz! Der VfL darf dagegen in Aufstiegsspielen weiter am eigenen Wunder basteln.
So der Stand von Samstag. Inzwischen steht jedoch ein Protest der Peissener wie ein großer Elefant im Raum. Der TSV Lägerdorf soll einen gesperrten Spieler eingesetzt haben, was dann wohl eine 5:0-Wertung pro SV Peissen nach sich zöge. Meister und Direktaufsteiger wäre dann plötzlich „Die Macht vom Osterdeich“, während Aufstiegsfeier samt Meisterbad des kremper Trainerteams im kalten Burggraben am Fuße der eigenen Sportanlage der Ungewissheit der Aufstiegsspiele weichen müsste. In Kellinghusen wäre der Aufstiegstraum derweil gänzlich geplatzt. Eine Farce deutet sich an! Der Ball liegt nun außerhalb des Spielfeldes beim SHFV, für den dieser Sachverhalt ein Stück weit Déjà-vu-Charakter haben dürfte. In der Aufstiegsrunde zur Landesliga hatte es zwischen dem SV Azadi Lübeck und dem VfR Horst einen Spielabbruch gegeben, sodass erst die Wertung am grünen Tisch über den letzten Promovierten (VfR) entscheiden sollte.

Tore: 0:1 Brandt (28.), 0:2 Brandt (80.)

gelbe Karten: Ruß, Lohmann – Oetke, Baese

Schiedsrichter: Dorian Heitmann (SV Dörpum)

Zuschauer: 90

Zu früh gefreut? Meisterschaft, Aufstieg und Relegation entscheiden sich in der Kreisliga West am grünen Tisch des SHFV.




Freitag, 15. Mai 2026

Spielbericht TV Haseldorf - FC Union Tornesch II

Schrödingers Abstieg
0:5! Abenteuer Bezirksliga für den TV Haseldorf mutmaßlich beendet

Eine allerletzte Chance, den Klassenerhalt doch noch irgendwie zu wuppen, hatte der TV Haseldorf im letzten Saisonheimspiel gegen die Reserve von Union Tornesch. 0:5, Chance vertan – Abstieg!
Schließlich dachten die Jungs aus dem Torneum gar nicht daran, es am Freitagabend etwas ruhiger angehen zu lassen. Im Gegensatz zum überraschend verlorenen Hinspiel (der erste TVH-Erfolg im 13. Saisonspiel), ließen Jonas Kock und Co diesmal keine Luft an die Angelegenheit. So netzte Jann-Phillip Gollnick nach Zuspiel seines Kapitäns zum 0:1, das Schlussmann Niklas Grote trotz Berührung des Spielgeräts nicht mehr zu verhindern wusste (8.).
Die Gastgeber taten sich dagegen schwierig, dem ballsicheren Tabellenfünften beizukommen. Eine Flanke des frisch vermählten Joris Lüchau bereitete immerhin eine Doppelkopfaktion der Kollegen Fülscher und Bevers vor; Union-Fänger Leonard Scharre packte aber komplikationslos zu (13.).
Nicht so sein Gegenüber, der bei einem Spielzug, den Emir-Han Bayraktaroglu fein einleitete und letztlich durch Marley Gothe abgeschlossen wurde, wieder einmal allein auf weiter Flur blieb (24.).
Es gibt freilich ergötzlichere Plätze, als den zwischen den TVH-Pfosten, musste Grote auch kurz nach der Pause erneut ran, als Marvin Schramm den schönen Diagonalball auf Gothe servierte. Diesmal allerdings blieb der Tormann Sieger (51.) – um wenig später dennoch ein drittes Mal hinter sich greifen zu müssen. Wie die Handballer kreisten die Unioner um den gegnerischen Strafraum, ehe Gothe seine Poleposition zum 0:3 nutzte (56.).
Partie und Abstiegskampf entschieden, doch so ganz kampflos räumten die Roten das Feld nicht. Vor allem über Louis Bevers und dessen linke Seite probierte man sich am Torerfolg, der Bevers zweimal (61. & 78.) und dem fleißigen Michel Lienau einmal in Rücklage (73.) verwehrt blieb.
Ganz anders dagegen die Lage auf der anderen Seite, wo Joker Hannes Junge auf Querpass von Schramm (71.) und als Einspitzler aus kürzester Distanz (83.) auf nunmehr 0:5 stellte. Zu allem Überfluss verletzte sich bei letzterer Szene auch noch  der bemitleidenswerte Grote, sodass Johannes Markmann für vier Minuten zu seinem vierten Bezirksligaeinsatz kam. Das war´s dann auch an Erwähnenswertem aus dem Schloßparkstadion, wo nach einem einjährigen Bezirksliga-Intermezzo in der kommenden Saison wieder Kreisligafußball auf der Agenda steht. Vor den Sonntagsspielen der Konkurrenz sind es für den TV Haseldorf (15.) weiter drei Zähler und nunmehr saftige 24 Tore Rückstand auf den Duvenstedter SV (13.) über dem Strich. Die rechnerische Begleitung der am gleichen Abend sicher abgestiegenen SV Lieth (0:6 gegen die SV Blankenese) in die Kreisliga ist daher nur noch eine Frage der Zeit.
Was dabei allerdings Mut macht: neben Coach Benjamin Kälberloh und Assistent Marvin Biermans haben auch nahezu alle Spieler ihren Verbleib zugesagt. Das noch verbliebene Gastspiel in Egenbüttel kann man also bereits als Vorbereitungsmatch für die kommende Serie betrachten.

Tore: 0:1 Gollnick (8. Kock), 0:2 Gothe (24. Kock), 0:3 Gothe (56. Bayraktaroglu), 0:4 Junge (71. Schramm), 0:5 Junge (83. Gollnick)

gelbe Karten: Oßenbrüggen, Pieper – Gollnick

Schiedsrichter: Dr. Benjamin Stello (SC Egenbüttel)

Zuschauer: 90



Mittwoch, 13. Mai 2026

Spielbericht SV Lieth II - Moorreger SV

Knautschzone Abstiegskampf
KL 01: Lieth IIs Sechs-Punkte-Sieg sorgt weiter für flächendeckendes Zittern

Diverse Konkurrenten aus dem Kreisliga 01-Abstiegskampf gaben sich als Zuschauer am Butterberg die Klinke in die Hand. Die Delegationen aus Heist und Tornesch, zum Beispiel, dürften Klein Nordende am Mittwochabend allerdings mit ähnlich viel Enttäuschung wie der heuer unterlegenen Moorreger SV verlassen haben. Mit einem 3:0 hievte sich die Reserve der SV Lieth nämlich einstweilen aus dem damit abermals näher zusammengerückten Keller.
Erheblichen Anteil daran hatte sicher der geniale Start der Rot-schwarzen, die Florian Ballner nach nicht einmal zwei Minuten auf Kurs gesteuert hatte. Bei einer Hereingabe von links war es schon genug, einfach den Fuß hineinzuhalten, weil die Gäste hier irgendwie kein ernsthaftes Interesse am Spielgerät entwickelten.
Ein denkbar blöder Beginn für den MSV, der gegen die umschaltaffinen Liether nun eigene Lösungen finden musste.
Das aktivere Team waren aber die Hausherren, bei denen Finn Struve per Kopf (12.) und abgefälscht mit links (27.) ebenso etwas Gefahr versprühte, wie die Kollegen Ballner (traf den Kopfstoß nicht richtig, 28.) und Brant, dessen versuch ins Torwart-Eck sich der tadellose Daniel Rosenzweig angelte (32.).
Die Himmelsbargler taten sich dagegen lange schwierig, konkret nach vorne zu kommen. Dominik Körner jagte das Ei in den Liether Wald (18.) – Henning Jensen sah sich von einem Ahlers-Block gestört (23.). Erst auf den letzten Metern vor der Pause gelang der oft zu ungenauen und statischen Auswärtsmannschaft eine Art Druckphase – ohne Happyend.
Stattdessen fing man sich nach der Pause fast den zweiten Gegentreffer, als Finn Cornils zwar den agilen und gefürchteten Michel Cords aus den Schuhen rumste, die Szene aber mit Kilian Weers´ beherztem Solo weiterging. Beim Abschluss fehlte dem Außenverteidiger dann jedoch etwas die Kraft. Es war ja auch schon spät am Abend…
MSV-Coach Hakan Harmanci reagierte daraufhin mit jeweils zwei Doppelwechseln (55. & 70.), bei denen unter anderem der angeschlagene Toptorjäger Maximilian Seubert für die die große Aufholjagd hineinkam. Die beste Gelegenheit bot sich jedoch Zentrumsspieler Sam Holz, der es aus der zweiten Reihe mit rechts probierte (vorbei, 57.).
Ansonsten regierte beim MSV eine Mischung aus schweren Beinen, Kunstrasenphobie und einem schlicht gebrauchten Tag, den die berechtigte Ampelkarte für Cornils nach einem Handspiel (78.) noch zusätzlich erschwerte.
Ordentlich Platz jetzt natürlich für die quirligen Platzherren, den der steil geschickte Cords (knapp vorbei) vorerst nicht zur Entscheidung nutzte (81.).
Dann aber tauchte der Flügelflitzer gemeinsam mit Struve vor der Kiste auf, sodass der Querpass zur unwiderstehlichen Einladung für das vorentscheidende 2:0 avancierte (82.). Letzte Restzweifel wischte Taktgeber Struve noch einmal selber vom Tisch, als Lukas Brant in einer ähnlichen Umschaltszene rüber spielte (89.). Vergessen waren da die Tatsachen, dass der MSV Struve, wie geplant, ganz ordentlich aus der Partie nahm und dass sein Freistoß aus Minute 68 am Pfosten zerschellt war.
Mit nun drei Zählern Vorsprung auf die Moorreger (14.) und zweien auf die Konkurrenten aus Tornesch (13.) und Tangstedt (12.) haben sich die Karten für Struve und Co im Abstiegskampf nun weiter verbessert. Ob der starke Schlussspurt von zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen langen wird, dürfte sich vermutlich erst am (selber spielfreien) letzten Spieltag herausstellen – es sei denn, am kommenden Wochenende gelänge es, Zählbares gegen den designierten Meister vom Wedeler TSV auf heimischer Anlage zu behalten. Aber Vorsicht! Alle Mitkonkurrenten haben eben noch eine Partie mehr in der Hinterhand. Ebenso der Moorreger SV, auf den nun das Heimspiel gegen die Zweite des Heidgrabener SV wartet, ehe es zum Schlussakkord einen womöglichen Showdown bei Union Tornesch III gibt.  

SV Lieth II: Diedrigkeit – Zeybekoglu (85. Stuck), Ahlers (76. M. Homburg), F. Rudek, Weers (76. Hajdari) – Brant, H. Homburg, Struve, Cords – Viera Gerkens (58. von Lueder), Ballner (76. Baloosh), Trainer: Thorben Pingel

Moorreger SV: Rosenzweig – Below, Cornils, Giesbrecht (55. Kaufmann), Getmann (70. Simsek) – Schepelew, Holz – Franke, Jensen, Körner (55. Seubert) – Prange (70. C. Harmanci), Trainer: Hakan Harmanci

Tore: 1:0 Ballner (2.), 2:0 Cords (82. Struve), 3:0 Struve (89. Brant)

gelbe Karten: Viera Gerkens – Seubert

gelb-rote Karte: Cornils (78., Foulspiel + Handspiel)

Schiedsrichter: Kai Finn Rademacher (SV Halstenbek-Rellingen)

Zuschauer: 80




Sonntag, 10. Mai 2026

Spielbericht SV Lieth II - TuS Appen

Struve wie in Heidgraben
Freistoßtor zum beidseitig unnützen Remis im Kellerduell

Trist und leblos kassierte TuS Appen am Dienstagabend mit dem 0:3 in Heist die nunmehr neunte Schlappe in 2026 (plus Punktabzug wegen eines Nichtantritts). Abstiegsplatz, drei Zähler Rückstand aufs rettende Ufer und nun ging es auch noch zur aufstrebenden Reserve der SV Lieth. Schlechte Vorzeichen für einen dann doch ordentlich Auftritt, dessen Happyend letztlich wiederum nur an einem Standard scheiterte.
Das lebhaftere Team waren die Almtwegler im Duell Vierzehnter gegen Fünfzehnter insbesondere zu Beginn gewesen. Vor allem der junge Henry Heidmann beschäftigte die gegnerische Defensive mit erfrischenden Laufwegen und zwei ersten Gelegenheiten (5. & 14.), ehe das wichtige 0:1 ein ganzes Stück später fallen sollte. Sven Kremer war es, dem die Kugel halbrechts auf den Schussbereiten linken Puschen fiel, sodass der Einschlag ins lange Eck kaum noch gekannte Glücksgefühle in Blau-rot entfachte (35.).
Es roch nach Zählbarem, für die Gäste, zumal die Liether ihre offensiv-PS zu selten in den Rücken der TuS-Abwehr um Chefzweikämpfer Lukas Kremer bekamen.
Und schaffte es Michel Cords doch einmal in die Tiefe, fehlte entweder ein Stück (25.) oder fächerte sich Enrico Carl routiniert auf (39.).
Auch gegen einen Viera-Kopfball (67.) und Finn Struves Freistoß (74.) war auf das Torwart-Fossil (40) ebenso Verlass, wie gegen Lukas Brants Linksgeschoss (82.).
Schwierig blieb dabei jedoch die zu geringe Entlastung, die Carl und Co schließlich doch noch teuer zu stehen kam. Eines von vielen Fouls führte wieder Struve in vorzügliche Position für den ruhenden Ball, mit dem er Carl diesmal auf dem falschen Fuß erwischte – das 1:1 durch den Zentrumsspieler, der schon beim 2:1 in Heidgraben auf diese Weise traf (82.)!
Unter den Augen von Hakan Harmanci, der mit seinem Moorreger SV (13.) am Mittwoch zur nächsten Kellerparty am Butterberg aufschlagen wird, boten sich die Kontrahenten einen bis zum Ablauf der sechsminütigen Extrazeit einen engagierten Fight, dessen Endresultat von 1:1 vielleicht eher der SVL weiterhilft. „Ein Punkt ist besser als kein Punkt“, fütterte Lieths Kilian Weers dazu das Phrasenschwein. Ein Erfolg gegen den MSV und seine Farben wären im etwas spielplanverzerrten Tabellenbild (erstmal) wieder raus aus dem Untergeschoss.
TuS Appen kann dagegen erst am Sonntag nachziehen, wenn es zum ebenfalls abstiegsgefährdeten Tangstedter SV geht. Der erste Abschnitt heute dürfte da auf jeden Fall als kleiner Mutmacher taugen.

Tore: 0:1 S. Kremer (35.), 1:1 Struve (82., direkter Freistoß)

gelbe Karten: Ballner, Ahlers, Weers – S. Kremer, Pinnow, Von der Reith, Deletz

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 40








Samstag, 9. Mai 2026

Spielbericht SV Wasbek - FC Burg

Das Warmschießen hat begonnen
Kantersieg! SV Wasbek festigt Platz vier und freut sich aufs Pokalendspiel

Der große Höhepunkt steht für den SV Wasbek mit dem Kreispokalfinale gegen den PSV Neumünster noch aus. Der Formaufbau dafür läuft indes bereits auf Hochtouren. Mit 8:2 schraubten die Jungs vom Bahndamm am Samstagnachmittag den FC Burg in der Verbandsliga West ordentlich auseinander.
Anfangs noch etwas schläfrig und durch Paul Butzek auf Querlage Phil Bargmanns mit 0:1 im Hintertreffen (12.), fanden die Wasbeker allmählich zu ihrem temporeichen Direktspiel, das – ausgelöst durch Jan-Henrik Grümmers Langholz und Youri van der Mehdens Standfestigkeit – das freie 1:1 von Rune Kulig herbeiführte (28.). Nicht das letzte Mal, dass der 19-Jährige als Torschütze in Erscheinung treten sollte…
Vorher aber schnürte der jeweils fein in Szene gesetzte Hakon Schnoor den Doppelpack (37. & 44.) zum 3:1-Pausenstand. Vor allem beim selbst eingeleiteten dritten SVW-Treffer demonstrierte der „19er“ dabei seinen Sinn für den richtigen Weg und den eiskalten Abschluss.
Gesucht hatten Schnoor und Co diesen dann aber erstmal nicht. Stattdessen trauten sich die Gäste aus Dithmarschen wieder mehr voran, sodass Can Büyükdere einmal für einen abtauchenden Jonte Peters zwischen den SVW-Pfosten sorgte (52.).
Per Standard war das Match aber wieder voll in die eigenen Bahnen gelenkt, als Grümmer im Sturzflug passend in einen Ceyhan-Freistoß segelte (60.).
Dem über rechts initiierten 5:1 nahm sich 20 Minuten vor dem Ende indes wiederum Dreierpacker Schnoor flach mit rechts an.
Auch die kleine Ergebniskosmetik, die Melvin Tönsings steiler Ball auf den gestarteten Bargmann auslöste, ehe der Angespielte für P. Butzeks 5:2 auflegte (71.), konnte die wasbeker Tor-Parade nicht einbremsen.
Einmal noch bei Bjarne Kreys pariertem Freistoß das Torwart-Können von Peters bemüht (73.), chipte drüben R. Kulig das via Y. von der Mehdens Hacke erhaltene Leder zum halben Dutzend ins Netz (78.).  
Umjubelt legte der eingewechselte Steve Tougang Nievchev noch das 7:2 nach (82.), während der Schlusspunkt für R. Kuligs dritten Streich reserviert war (89.). Kurios: direkt danach pfiff Schiedsrichter Jonas Leon Tetzner (SV Friedrichsberg-Busdorf) die Begegnung um 90 Sekunden zu früh ab. Böse war dem jungen Schiri deshalb aber niemand. Die seit Ende März sieglosen, allerdings längst geretteten,  Grünen waren damit vorzeitig erlöst und der SV Wasbek bleibt vor dem Saisonfinale gegenüber Alemannia Wilster mit zwei Zählern in der Vorhand um Rang vier.

Tore: 0:1 P. Butzek (12. Bargmann), 1:1 R. Kulig (28. Y. von der Mehden), 2:1 Schnoor (37. V. von der Mehden), 3:1 Schnoor (44. R. Kulig), 4:1 Grümmer (60. Ceyhan), 5:1 Schnoor (70. R: Kulig), 5:2 P. Butzek (71. Bargmann), 6:2 R. Kulig (78. Y. von der Mehden), 7:2 Tougang Nievchev (82. L. Kulig), 8:2 R. Kulig (89. Y. von der Mehden)

gelbe Karten: Grümmer, R. Kulig – P. Butzek, Henning

Schiedsrichter: Jonas Leon Tetzner (SV Friedrichsberg-Busdorf, Note 2,5)

Zuschauer: 67





Freitag, 8. Mai 2026

Spielbericht TV Haseldorf - TuRa Harksheide II

„Tritt in die Eier“
TV Haseldorf verliert erkämpften Punktgewinn der Nachspielzeit

Bravourös zurückgekämpft, doch in der Nachspielzeit setzte es für den abstiegsbedrohten TV Haseldorf doch noch den „Tritt in die Eier“, wie es Pieter Oßenbrüggen in seiner Enttäuschung ausdrückte. Ein Spielverlauf mit Tränenpotential hatte dem Aufsteiger am Freitagabend einen Punkt, der laut Coach Benjamin Kälberloh „Gold wert gewesen“ wäre, nämlich spät entrissen.
Zunächst waren die Roten im drittletzten Saisonspiel freilich weit weg von Zählbarem, fehlte gegen die eher rückrundenschwache Reserve TuRa Harksheides der nötige Zugriff. Zu einfach ließ man sie vorne gewähren, was sich nach einer knappen Viertelstunde erstmals rächen sollte. Simpel spielte sich TuRa gen Grundlinie, von wo Daniel Meier mustergültig zum seelenruhigen Abdruck von der Sechzehnerlinie kam (14.).
Auch als Vorbereiter glänzte der Torjäger wenig später, als er zentral zu Alexander Krüger durchsteckte und dieser das Ei durch die Hosenträger von Goalie Niklas Grote spitzelte – das 0:2 (20.)!
Der Abend schon jetzt gelaufen, für den TVH? Mit Wohlwollen lässt sich Phil Mohrdiecks Gewaltschuss ins Nichts als Lebenszeichen verkaufen (29.), ehe es per Flügelspiel plötzlich funktionierte. Sowohl Malte Olde als Flankengeber von rechts, als auch Louis Bevers in der Rolle des bisher verkannten Kopfballungeheuers, fanden doch reichlich Platz zum verkürzenden Werk vor (35.).
Und tatsächlich war bei Joris Lüchaus PENG an den Außenpfosten trotz Spitzwinkligkeit gar der Pausenausgleich drin gewesen (39.).
Apropos haseldorfer Möglichkeiten. Bevers wäre nach der Bezirksliga-Tor-Prämiere fast der Doppelpack gelungen, hätte sich TuRa-Fänger Jonah Basner nicht den Versuch von halblinks geangelt (48.) und wäre der Schlenzer aus der schönen Bewegung nicht rechts vorbeigesegelt (63.).
Die Königschance ergab sich jedoch auf Hereingabe Bevers´ für Hendrik Pieper, der den Ball vielleicht besser mit dem Kopf genommen hätte nehmen sollen. So aber packte Basner wieder sicher zu (79.).
Der Dank der Vorderleute: das 1:3-Kontertor, bei dem Nick Hagelstein nach haseldorfer Ballverlust auf rechts davonstiefelte, nicht taktisch gelegt wurde und eiskalt vor Grote vollendete (81.).
Game over? Mitnichten, war der TVH ja schließlich durch Milos Aleksic´ dumme Ampelkarte (70.) ein Mann mehr und fünf Minuten vor dem Ende wieder auf 2:3 dran. Diesmal zog Lüchau erfolgreich aus dem Rückraum ab (85.) und heizte die Aufholjagd damit weiter an. Berechtigte Schützenhilfe folgte kurz darauf durch den Schiedsrichter, der Saba Nasrachvilis unstrittiges Handspiel mit dem fälligen Strafstoß sanktionierte. Marten Fülscher übernahm die Verantwortung und verwandelte flach zum 3:3 (88.). Da hatten sie endlich ihr Strafstoßtor, das bereits früh im Spiel beim klar hörbaren Zweikampf J. Wolter/J. Lüchau vom Schiri verweigert wurde…
Berechtigt dagegen ein folgenschwerer Freistoßpfiff gegen die Haseldorfer am eigenen Strafraum. Hagelsteins tückischen Standard blockierte Grote ebenso wie das schnelle Nachsetzen, doch im dritten Anlauf stach Joker Malte Carolus den Dolch ganz tief ins Herz des andächtig staunenden Neulings (90.+2), der jetzt nochmal alles nach vorne warf.
TuRa mit entsprechendem Raum zum Kontern, den Miguel Herzog aber zu unplatziert vor dem Tor verschwendete (90.+3.). Der Gegner damit weiter am leben – jedoch nur, bis Niklas Wolter der Flankenwechsel zum freien Luis Blaha gelang und letzterer die Co-Produktion der Eingewechselten mit dem 3:5 vollendete (90.+5).
TuRa bleibt damit im Rennen um die Einstelligkeit, während die enttäuschten Kicker aus dem Schloßparkstadion keinen Schritt aus dem Untergeschoss der Bezirksliga 01 machen konnten. Der Klassenerhalt wird also nicht in die eigenen Hände wandern. Unabhängig davon, was die beiden verbliebenen Partien gegen Union Tornesch II und den SC Egenbüttel noch bringen.

TV Haseldorf: Grote – Franke (73. Krieg), Oßenbrüggen, Pieper, Dalecki – Jedamski (90. Kaland), Mohrdieck, J. Lüchau, Bevers – Rose (35. Nickels), Olde (46. Fülscher), Trainer: Benjamin Kälberloh

Tore: 0:1 Meier (14. Lammek), 0:2 Krüger (20. Meier), 1:2 Bevers (35. Olde), 1:3 Hagelstein (81.), 2:3 J. Lüchau (85. Krieg), 3:3 Fülscher (88., Strafstoßtor, Handspiel Nasrachvili), 3:4 Carolus (90.+2, Hagelstein), 3:5 Blaha (90.+5, N. Wolter)

gelbe Karten: J. Lüchau, Dalecki, Pieper – keine

gelb-rote Karte: Aleksic (TuRa Harksheide II, 70., Meckern + Foulspiel)

Schiedsrichter: Kazim Yavuz (FC Bingöl 12)

Zuschauer: 55




Dienstag, 5. Mai 2026

Spielbericht TSV Gut Heil Heist - TuS Appen

Hirsche klettern aus dem Keller
3:0! TSV Heist landet wichtigen Nachholdreier – TuS Appen stürzt weiter ab

Seit dem krachenden 6:2-Derbysieg in Moorrege hatte die Rettungsmission des TSV Gut Heil Heist zuletzt etwas Sand ins Getriebe bekommen. Mit dem wichtigen 3:0 auf eigener Koppel gegen den Direktkonkurrenten aus Appen sieht die Welt an der Hamburger Straße aber schon wieder viel besser aus.
Aufhellung erfuhr das heistmer Gemüt im dienstäglichen Nachtragsmatch quasi direkt nach dessen Anstoß, als Paul Smit sich die Kugel am linken Strafraum-Eck seelenruhig auf rechts legte und sie trocken ins kurze Eck nagelte (2.).
Ein Szenario, das ihm aus zentraler Position wenig später nicht vergönnt war, als Marcel Münster in den lückenhaften Abwehrreihen der Gäste passend ablegen konnte. Smits Versuch rotierte aber hauchdünn am linken Pfosten vorbei (5.).
Deutlich gemächlicher ging es fortan zu. Der TSV machte es sich hier und da mit etwas unglücklichen Entscheidungen am Ball selber schwierig, die Feldüberlegenheit weiter ins Ergebnis einfließen zu lassen, während die Jungs vom Almtweg mit ihrer Suche nach Stabilität und Angriffsstruktur voll ausgelastet waren. Entsprechend dauerte es bis Minute 45, ehe Philip Pinnow einmal ein offensives Lebenszeichen aus dem Rückraum gelang. Kann man so zumindest einmal versuchen…
Als hätten die Hausherren dies als Warnschuss verstanden, legten sie noch vor dem Pausenpfiff das 2:0 nach, bei dem Münster als einziger Interessent in einen hohen Krüger-Freistoß startete – so einfach kann das gehen!
…traf auch auf die Szene zum 3:0 zu, als es mit Tempo und Beinfreiheit über links ging und Jakob Schmidt seinen Namensvetter Max zentral im Fünfer erspähte (48.). Ein Kantersieg deutete sich an, zumal Smit in der Bewegung nach innen gar das vierte Gut Heil-Hurra auf dem knapp verziehenden Fuß hatte (50.).
Doch wieder verlor die Partie etwas an Unterhaltsamkeit. Deniz Cebbars Lupfer, den TSV-Goalie Benjamin Schimmel unschädlich patschte, nachdem ihn Lukas Kremer per Diagonalball angespielt hatte (61.), gehörte somit genauso zu den verbliebenen Höhepunkten wie Tom Kruses Scheitern an der Querlatte auf der anderen Seite (79.).
Auch der letzte Moment von Bedeutung sollte noch einmal dem neuen Tabellenelften gehören, hatte Torwart-Oldie Enrico Carl alle Mühe einen leicht abgefälschten Smit-Freistoß abzuwehren, ehe Max Ossenbrüggen den freien Nachschuss in der Hektik der Aktion nicht erwischte (85.).
3:0 also am Ende, wo sich TuS Appen nach dem nunmehr siebten Match in Serie ohne Sieg langsam wiederfindet. Als Vorletzter der Kreisliga 1 (drei Zähler Rückstand auf den 13., Moorreger SV) liegt der Ligaverbleib jetzt nicht mehr in eigenen Händen. Nächster Gegner im direkten Kellerduell ist am kommenden Sonntag die Reserve der SV Lieth (14.).
Der TSV Heist könnte dagegen bereits am Freitag im Derby gegen Schlusslicht TSV Holm mit satten vier Punkten von den Kreisklasseplätzen davonziehen.  

Tore: 1:0 Smit (2.), 2:0 M. Münster (45.+1, Krüger), 3:0 M. Schmidt (48. J. Schmidt)

gelbe Karten: M. Münster, Smit – Stolzenburg, Pinnow, Schawaller

Schiedsrichter: Ridha Gabsi (TBS Pinneberg)

Zuschauer: 60







Sonntag, 3. Mai 2026

Spielbericht TSV Gut Heil Heist - SV Lieth II

Magens serviert die Rettungsweste
Auswärtssieg im Keller-Duell: SV Lieth II schiebt sich weiter ans Ufer

Da sind sie wieder! Wochenlang musste die Reserve der SV Lieth erdulden, wie die Konkurrenz im Rotlichtbezirk der Kreisliga 01 auch durch die vielen Nachtragsspiele auf Naturrasen nicht nur heranrückte, sondern sogar vorbeizog.
Mit dem nun zweiten Erfolg in Reihe schloss der Tabellenvorletzte nun aber wieder voll gen Klassenerhaltszone auf.
Im Kellerduell beim TSV Heist war dabei vor allem auf die hauseigene Bezirksligaexpertise Verlass. Die nicht in der Bezirksliga festgespielten Finn Struve, Michel Cords und Kilian Weers freuten sich heuer mit dem oben gelbgesperrten Meraja Magens auch noch über den Unterschiedsspieler des Ligateams. Welche Blüten die teils diffusen Regelungen des Hamburger Fußballverbands so treiben…
Denn während sich Magens´ Stammkollegen 1:8-Dresche in Schnelsen abholten, fügte sich der 20-fache Oberligakicker nach einer Anlaufphase im rauen Kreisligaumfeld als Doppelpasspartner für Florian Ballners Linksschuss ein (28.). Gut gemacht, aber da fehlte noch etwas.
Besser lief es wenig später, als Magens im Umschalten diesmal den aus der Bezirksliga vertrauten Michel Cords bediente und sich dieser vom latent störenden Adriaan Banas nicht in seinem Werk zur flachen 0:1-Pausenführung irritieren ließ (35.).
Wiederum per rascher Spielrichtungsänderung schlug das Duo kurz nach der Pause gleich nochmal zu. Wieder war es am Ende Cords, der halblinks ins ferne Eck vollendete, nachdem ihn Magens entsprechend angespielt hatte (51.).
Und als Abwehrmonument Kilian Weers sogar einen Ausflug als Flügelstürmer nur von TSV-Fänger Benjamin Schimmel beendet erlebte (54.), schien der Sonntagnachmittag noch ein richtig Lustiger, für die Gäste zu werden.
Doch auch die Heistmer haben ja ihren Individualisten, der sich in der Gestalt des Paul Smit eine Schusschance selbst gegen drei Mann erarbeitete (55.) und die nächste mit dem Freistoß, um die Mauer herum, an der Pfosten setzte (59.).
Bevor Smit und Co den Bock hier umzustoßen vermochten, war drüben plötzlich wieder dieser Magens auf Tour. Diesmal von Semih Zeybekoglu die Linie raufgeschickt, fand sich nun mit Ballner ein neuer Abnehmer des gepflegten Querpasses zum 0:3 (65.).
Das Thema schien durch, zumal Magens selber im Eins-gegen-Eins mit Schimmel das mögliche 0:4 auf dem Fuß hatte (71.). Doch eine etwas überraschende Strafstoßentscheidung wegen eines angeblichen Haltens im SVL-Sechzehner fütterte wieder leise Hoffnungen der Gastgeber, die Smit sicher rechtsunten mit 1:3 heranbrachte (81.).
Ebenso nur wenige später, nachdem Finn Rudek Kapitän Jakob Schmidt einen Fußkontakt versetzte und die Kommunikation zwischen Schiedsrichter Hasan Olgun (TBS Pinneberg) und seinem Assistenten Carsten Petersen einen gewissen Loriot-Charakter versprühte. Strafstoß – Abseits – dann halt doch Strafstoß – Smit auf die gewohnte Weise – nur noch 2:3 (85.)!
Eine typisch umkämpfte Schlussphase mit sechs Minuten Nachspielzeit blieb daraufhin allerdings ohne weitere Offensivfeuer, sodass die Flamme der SV Lieth im Tabellenkeller wieder ordentlich lodert. Nur noch einen Zähler gilt es auf den heuer geschlagenen Widersacher auf dem rettenden 13. Platz aufzuholen. Mit zwei Duellen gegen die Mitkonkurrenten aus Appen und Moorrege stehen die Sterne plötzlich wieder ganz ordentlich für den Ligaverbleib. Gilt nach wie vor aber auch genauso eins zu eins für den TSV Gut Heil der bereits am kommenden Dienstag TuS Appen zum Nachholkracher empfängt!

Tore: 0:1 Cords (35. Magens), 0:2 Cords (51. Magens), 0:3 Ballner (65. Magens), 1:3 Smit (81., Strafstoßtor), 2:3 Smit (85., Strafstoßtor, F. Rudek an J. Schmidt)

Schiedsrichter: Hasan Olgun (TBS Pinneberg)

Zuschauer: 62





Sonntag, 26. April 2026

Spielbericht TV Haseldorf - SV Blankenese

Oldes „Kacktor“ reicht nicht aus
Strafraumchaos nicht genutzt: TV Haseldorf verpasst wichtigen Zähler

„Aus dem Stadion geschossen, haben wir die“, witzelte Fußballabteilungsleiter Marc Zippel nach dem 2:1-Zittersieg seiner SV Blankenese beim schwer abstiegsbedrohten TV Haseldorf. Ein Erfolg, der seine Himmelblauen im eher bedeutungsarmen Rennen um Platz fünf der Bezirksliga 01 hält.
Deutlich brisanter dagegen die Lage des TVH, der sich für einen ordentlichen Auftritt nach verhaltener Anfangsphase mal wieder nichts kaufen konnte.
Mit dem besten Fußballwetter in der Marsch vermochte die Partie nicht wirklich zu konkurrieren. Wer also die Startsequenzen bei der vielleicht besten Currywurst im HFV und günstigem Kaltgetränk verpasste, sollte sich heuer freilich nicht grämen. Erst, als Louis Jahn lang von hinten auf Jan Ole Holst eröffnete, dieser halbrechts die Latte traf und Finn Karstedt die Rübe erfolgreich in den Abpraller hielt, war der Ereignislosigkeit mit dem 0:1 der Garaus gemacht (18.).
Nur die Abseitsfahne des Assistenten rettete den amtierenden Kreisliga 1-Meister daraufhin vor Pedro Dos Santos Cogos 0:2 (29.). Da wäre es für heute fast schon vorbei gewesen.
So aber blieb der Neuling im Spiel, das Linus Lastella nach Flugball Marten Fülschers fast ausgeglichen hätte. Bei seiner Bewegung nach innen, inklusive Rechtsschuss, fehlte jedenfalls nicht viel (35.).
Wie die Jungfrau zum Kinde, sollten die Roten dennoch zum Ausgleich kommen. Und wieder war der Blankeneser Jahn beteiligt. Diesmal schoss der Innenverteidiger Gegenspieler Malte Olde nahe des eigenen Gefahrenbereichs an den Kopf, sodass die Pille tatsächlich den Weg ins SVB-Gehäuse fand (58.). Ein Fall für Arnd Zeiglers „Kacktor der Woche“!
Ein Abstauber und einmal Slapstick – Zeit für etwas Geplantes. So durchgeführt in Minute 68. Die Gäste mit Ballbesitz in des Gegners Hälfte, der Bennet Zippel zur schönen Weiterleitung zum frei flach vollendenden Laurenz Schnoor inspirierte.
Im Rahmen einer Vorteilssituation drohte dem TVH gleich das nächste Ungemach, das Goalie Niklas Grote aber gegen den eingewechselten Jaden Westphal stark vereitelte (74.).
Fortan agierte hier aber nur noch das Heimteam, dessen Einstellung auf jeden Fall passte. Nicht so allerdings ein hohes Ding von Lukas Nickels, das sich aus der Ferne auf den Querbalken setzte (82.). Und auch Tim Krieg fehlte beim zentralen Abdruck (83.) ein Stück zum Ausgleichsglück, das wiederum Nickels bei seiner Doppelchance ebenfalls nicht vergönnt war. Tormann Marcel Köhler gab jeweils den Spielverderber (84.).
Nun hing also allen an einem letzten Standard – einem Freistoß durch Fülscher, den die West-Hamburger jedoch mit reichlich Dusel irgendwie gelöscht bekamen (90.+7). Ein letztlich folgenloses Strafraumchaos.
Gar nicht folgenlos für die Tabelle kommt dagegen das Ergebnis daher, vergeigten die Haseldorfer somit die Chance, an der ebenfalls erfolglosen Konkurrenz vorbeizuziehen. Zwei Zähler Rückstand beim schlechteren Torverhältnis gilt es jetzt noch in den vier verbliebenen Auftritten aufzuholen. Nicht unmöglich, gegen lauter Teams aus dem Mittelfeld, aber trotzdem weiter eine Herkulesaufgabe.

Tore: 0:1 Karstedt (18. Holst), 1:1 M. Olde (58.), 1:2 Schnoor (68. B. Zippel)

Schiedsrichter: Kai Kleen (SV Eidelstedt, Note 2)

Zuschauer: 55


Samstag, 25. April 2026

Spielbericht TuS Nortorf - SV Blau-weiß Wesselburen

TuS Nortorf unbeirrt
Nächster Schritt gen Landesliga – Blau-weiß vor entscheidenden Wochen

Grün-weiß Todenbüttel, Osterrönfelder TSV, Merkur Hademarschen und Veneta Audorf – vor allem vier direkte Duelle zur Rettung der Verbandsligazugehörigkeit hat die tief im Tabellenkeller gefangene Elf des SV Blau-weiß Wesselburen noch als Strohhalm im Köcher. TuS Nortorf, seines Zeichens unangefochtener Primus auf dem Weg in die Landesliga, war zum 27. Spieltag der Weststaffel die falsche Adresse für Zählbares.
Obwohl man hinten erstmal nicht viel zulief, setzte es dennoch bereits nach einer halben Stunde den zu erwartenden 0:2-Rückstand.
Erst nutzte nämlich Alexander Gerst den mangelnden Zugriff im Sechzehner zur frühen TuS-Führung (10.); dann legte der fleißige Malte Lucht auf Mika Jöhncks durchgesteckten Ball die Verdopplung nach (30.).
Gänzlich chancenlos blieben die Dithmarscher allerdings keineswegs. So ließ Schiedsrichterassistent Louis Pfeil (FC Dornbreite Lübeck) seinen Wimpel unten, als der steil geschickte Melvin Friedrichsen auf rechts plötzlich freie Bahn hatte, TuS-Fänger Florian Gerloff aber die nötige Fläche zur Fußabwehr machte (19.). Und auch eine Kopfballchance für den baumlangen Mats Block schickte sich an, den Spitzenreiter zu ärgern (35.).
Nachdem die Hausherren in den Minuten vor der Pause wiederum mehrfach das beruhigende 3:0 verpasst hatten, durfte sich Blau-weiß von der Strafstoßmarke aus zurück ins Spiel schießen, verkürzte Nico Schulz sicher auf 2:1, nachdem der Strafraumzweikampf Schmidt/S. Block einen durchaus zeigenswerten Spielzug der Gäste unsanft gestoppt hatte (60.).
Bevor der Außenseiter, der sich bereits beim nachgeholten Hinspiel (1:2) vor zehn Tagen wacker schlug, zur großen Aufholjagd gegen die fünfte Niederlage in Folge blies, stellten die Mittelholsteiner die zwei-Tore-Führung just wieder her, als Schlussmann Torben Rose eine Jöhnck-Ecke im Herauskommen nicht sichern konnte und Jarmo Schmidt den freien Ball gedankenschnell aus der Bewegung zum 3:1 versenkte (72.).
Immerhin gab sich der Vorjahreszehnte in der Folge nicht auf, probierte es durch einen Schuldt-Freistoß (75.) und M. Blocks schwierig zu nehmenden Rechtsschuss (81.) – erfolglos. Weil auf der anderen Seite aber auch Lucht an Rose scheiterte (78.) und Top-Torjäger Lasse Böttcher (23 Treffer) bei abermaliger Jöhnck-Ecke nur den Pfosten traf (79.), blieb es beim 3:1, durch das TuS Nortorf den Aufstiegssekt nun schon in den Kühlschrank stellte. Zwölf Zähler auf die SG Geest 05 und 15 auf den TSV Heiligenstedten (eine Partie weniger) schreien fünf Runden vor Saisonende förmlich nach der Promotion.
Kommenden Mittwoch gilt die volle Konzentration allerdings erstmal dem Halbfinale auswärts im Kreispokal Holstein. Gegner ist der Staffelkonkurrent aus Wasbek.
Für Blau-weiß starten unterdessen am Donnerstag die Wochen der Entscheidung mit vier Heimspielen. Nun also gilt es für die Meuter-Equipe!

Tore: 1:0 Gerst (10.), 2:0 Lucht (30. Jöhnck), 2:1 Schulz (60., Strafstoßtor, Schmidt an S. Block), 3:1 Schmidt (72. Jöhnck)

gelbe Karten: keine – Friedrichsen, Schulz

Schiedsrichter: Lovis Nesemann (SuF Herrnburg, Note 2,5)

Zuschauer: 75