Sonntag, 14. Juni 2026

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - TuRa Harksheide II

Flaute zum Saisonabschluss
Schanzenkicker schließen mit moderater Punkteteilung ab

Ein letztes Mal U18-Landesliga für die Schanze-2008er. Ein letztes Mal Spektakel unterm Wasserturm, doch ausgerechnet der letzte Auftritt 2025/2026 lieferte den Schaulustigen am Spielfeldrand das torärmste Match der Serie. Statt der durchschnittlich knapp sieben Treffer waren es heuer nur deren zwei, die sich gleichmäßig im Mittelfeldduell mit TuRa Harksheide verteilten.
Etwas klarer verteilt waren zunächst die Spielanteile, die die sichtlich motiviert gestarteten Hausherren auch prompt in des Gegners Parzelle führten. Nur das Tor wollte bei Simon Esters abgeschnittenem Zentralversuch (3.) und sollte für den davongezogenen Julius Ahrens wegen Abseits (9.) nicht fallen. Dann aber ging es erneut zackig über links, wo Theo Spöhrer unwiderstehlich für Ahrens in die Mitte vorlegte. TuRa mal locker filetiert und Ahrens brauchte nur noch den Puschen reinzuhalten (16.).
Kurz darauf fast das zweite Hurra, als Spöhrer erst seinen Meister in Gäste-Keeper Jonah Fox fand, ehe Ahrens das Leder beim anschließenden Eckstoß nicht sauber erwischte. Da war freilich mehr drin (20.)!
Für die glücklichen Herren in weiß wiederum der Startschuss zum eigenen Handeln, das über eigene Torannäherungen fortan selbstbewussteren Charakter annahm. Per Freistoß kam Matti Kracht dem Ausgleich jedenfalls bedrohlich nahe (28.). Latte rettet, ist eben nicht nur eine Bolzplatzweisheit…
Sekunden danach war das Glück mit einem Strafstoßpfiff gegen Marineblau schließlich aufgebraucht. Lediglich spärlich fielen die Proteste gegen Moritz Engelbrecht geahndetes Handspiel im Sechzehner aus, bevor Finn Klingenberg kurz anlief und linksunten einnetzte (29.). Schanzes Führung passé, doch kurz nach der Pause fast wieder in Front, weil Janes Djaus Heriengabe, von Kleon Lorenz durchgelassen, Anton Kuhlmanns Idealchance vorbereitete, der Kapitän jedoch frei am zweiten Pfosten drüber bolzte (48.).
Ansonsten war es neben Kuhlmanns zu unplatziertem 20 Meter-Versuch (61.) lediglich zweimal Lorenz, der aus jeweils ambitioniertem Winkel verfehlte (68. & 84.).
Die besseren Karten, den Sonntagabenddreier einfahren, hatten im zweiten Abschnitt klar die Jungs vom Exerzierplatz, die sich nicht nur über eine ungenutzte Doppelchance für Mikael Cete und erneut Klingenberg (67.), sondern auch über ein durch Shivnath Aroras Zupacken beendetes Ping-Pong-Spiel im Strafraum (76.) und einen wiederholten Alu-Treffer ärgerten (79.).
Mit der letzten Aktion des Spiels war es dann aber doch noch geschafft, schob der steil geschickte Lennox Herber das Ding tatsächlich passend in die lange Ecke (90.+1). In den Jubel des Tabellenfünften ertönte allerdings der knappe Abseitspfiff. In Realgeschwindigkeit nicht wirklich aufzulösen.
Ebenfalls keine Auflösung steht den beiden Kontrahenten bevor. Je nach Verschiebungen durch Nicht-Meldungen in der Oberliga wird es ein Wiedersehen entweder in der gewohnten Landes- oder sogar der kommenden U19-Oberliga geben. Mit den Rückkehrern Maalik Ebel, Friedrich Bender und Joaquin Herrera Sarria geht der SCS, der obendrein noch zukünftig gemeinsame Kadersache mit der zweiten Mannschaft (Kreisliga) macht, auf jeden Fall mit gehöriger Qualitätsaufwertung in sein letztes Jugendjahr. Nach der zähen Saison, die abhängig vom Ergebnis des FC Alsterbrüder am für Schanze spielfreien Finalspieltag entweder als Siebter oder Achter enden wird, auch ein nötiger Impuls.

Tore: 1:0 Ahrens (16. Spöhrer), 1:1 Klingenberg (29., Strafstoßtor, Handspiel Engelbrecht)

gelbe Karten: Steinfeld, Hamed Mohammed – keine

Schiedsrichter: Timo Steffens (VfL Hammonia, ersatzweise)

Zuschauer: 40

besonderes Vorkommnis: Da der angesetzte Ezatollah Valizadeh (SC Victoria) mit einer Fußverletzung einsatzunfähig am Spielort erschien, sprang Timo Steffens (VfL Hammonia) kurzfristig als neutraler Schiedsrichter ein.




Samstag, 13. Juni 2026

Spielbericht SV Blankenese 2.A - VfL Pinneberg 2.A

Spiel ohne Mittelfeld
Wilder U18-Kreisliga-Ritt: SV Blankenese ballert sich zum Vize

Mathematisch war die Ausgangslage klar: Heimsieg SV Blankenese und die Vize-Meisterschaft der U18-Kreisliga 02 gehört den Himmelblauen! Eine Mission, die sie im Duell der Bezirksliga-Reserven gegen das Mittelfeldteam des VfL Pinneberg gänzlich ungefährdet abwickelte.
In Abwesenheit von 39-Tore-Stürmer Leopold Schramm ballerte sich besonders Finn Schupp mit sechs Treffern in den Vordergrund. Und das bereits nach wenigen Minuten, in denen er zuerst eine schön gezogene Schmidt-Flanke einköpfte (4.), um beim 2:0 nach der doppelten Spielzeit einen tiefen Sweers-Ball flach vor dem Torwart zu veredeln.
Vorne mit weiteren Möglichkeiten, allerdings hinten gewohnt anfällig, waren 17 Minuten ohne Tor schon ein bemerkenswertes Ding, bis Kapitän Finley Klier den schönen Diagonalball auf Torschütze Jan Ole Visser zum 3:0 setzte (25.), ehe wieder Schupp dank schwacher Abseitsfalle des Gegners und Vissers Querlegen auf 4:0 stellen durfte (31.).
Beim nächsten Treffer wurde es schließlich kurios. Erst bekam der Blankeneser Jacob Sweers die Kugel ordentlich ins Gesicht, doch Visser erkannte, dass Schupp wieder gestartet war – 5:0! Einige Momente umringt vom pinneberger Diskutierclub, nahm Schiedsrichter Jan Seibel das Tor doch noch kurzerhand zurück und entschied auf Schiedsrichterball in der Hälfte der SVB. Er habe während der Szene nicht aufs Geschehen geschaut. Szenen gibt´s…
Der fünfte Streich für Hellblau damit allerdings nur auf Wiedervorlage, wie Klier nach weitergeleiteter Ecke des eingewechselten Tom Schultz demonstrierte (42.).
Mit dem Halbzeitpfiff derweil etwas Ergebniskosmetik des VfL per Standard (45.+1). Mit der Hacke lenkte Spielführer Mohammad Khalid, der als einziger seines inkompakten Teams den Job im Mittelfeld tatsächlich räumlich ausfüllte, einen Fakri-Freistoß ins Gehäuse vom erst 15-jährigen Leonard Hahme, dessen Null trotz schöner Flugeinlage gegen Fakri etwas zuvor (37.) damit dahin war.
Genauso gestaltete sich das Treiben auch mit gewechselten Seiten. Ein Spiel fast ohne Mittelfeld prägte insbesondere das temporeiche Sturmduo Visser/Schupp, das nur bei Schultz´ brachialem Distanztor (50.) und dem ansatzlosen 9:2 vom ebenfalls agilen Sweers (66.) keinen seiner vier Füße im Spiel hatte.
Ansonsten legte Visser dreimal auf und versenkte einen durchgerutschten Freistoß (69.), sowie eine schlecht geklärte Schusschance (90.) selber, während Schupp noch dreifach netzte und sich dabei sogar über eine Vorlage seines Schlussmannes freuen durfte. Beim 12:3 war es nämlich Hahmes langer Ball, der den 18-Jährigen tief geschickt hatte. Gäste-Fänger Julius Heckmann verschätzte sich und schon hatte Schupp abermals freie Bahn (85.).
Ein kleines Gegengewicht hatten die Jungs von der Fahltsweide zu ihrem Trost jedoch auch noch zu bieten, murmelte Khalid das Leder irgendwie im Nachsetzen an Hahme vorbei (57.), wohingegen das zwischenzeitliche 10:3 (79.) wirklich gut am Sechzehner herausgespielt war. Auf Zuspiel von Nico Blankenburg vollendete Fakri zentral mit rechts für den Tabellensechsten, dessen Torverhältnis von 54:96 aus 19 Partien alles über Stärken und Schwächen aussagt.
Ebenso auf der Gegenseite, wo ein 126:44 zu 44 Punkten und der sicheren Vizemeisterschaft hinter dem längst enteilten Niendorfer TSV führte. Aufgrund einiger Zurückziehungen in höheren Klassen geht diese auch mit dem Aufstiegsrecht in die U19-Bezirksliga einher.
Wie genau sich die Ligen- und Staffeleinteilung für 2026/2027 darstellen wird, hängt letztlich von der Gesamtzahl aller gemeldeten Teams ab. Traditionell folgen zur U19 einige Mannschaft dem Beispiel des SC Vier- und Marschlande (aktuell U18-Oberliga) und verzichten zu Gunsten einer frühen Integration in den Herrenbereich auf die letzte Jugendserie.
So oder so: ein letzter Junioren-Kreisliga-Kick-Off steht den Kontrahenten übernächstes Wochenende noch einmal bevor. Tore garantiert!   

Tore: 1:0 Schupp (4. Schmidt), 2:0 Schupp (8. Visser), 3:0 Visser (25. Klier), 4:0 Schupp (31. Visser), 5:0 Klier (42. Visser), 5:1 Khalid (45.+2, Fakri), 6:1 Schultz (50. Sweers), 7:1 Schupp (56. Visser), 7:2 Khalid (57.), 8:2 Schultz (61. Visser), 9:2 Sweers (66. Schultz), 10:2 Visser (69., direkter Freistoß), 10:3 Fakri (79. Blankenburg), 11:3 Schupp (84. Visser), 12:3 Schupp (85. Hahme), 13:3 Visser (90.)

Schiedsrichter: Jan Seibel

Zuschauer: 30











Samstag, 6. Juni 2026

Spielbericht SG Aufbau Boizenburg - VfB Goldenstädt

Aufgestiegen und keiner merkt´s
Schlussphasen-Drama: Landesliga-Rückkehr nach vier Jahren im direkten Duell

So richtig klar war es ihnen offenbar selber nicht, doch wer rechnen kann und die Liste der Aufstiegsverzichtler in der Landesklasse IV Mecklenburg-Vorpommern kennt, kam um eine Erkenntnis nicht hinweg: die SG Aufbau Boizenburg ist aufgestiegen!
Angepriesen als Duell des Zweiten (47 Punkte) gegen den Dritten (46) erfuhr das Heimspiel gegen den VfB Goldenstädt schon im Vorfeld eine weitere Aufwertung, verlor Spitzenreiter Blau Weiß Polz (49) seinen Spitzenplatz aufgrund eines Sechs-Punkte-Abzugs wegen nicht erfülltem Schiri-Solls.
Zudem hatten alle rechnerisch möglichen Aufsteiger bis auf die heutigen Kontrahenten ohnehin bereits ihren Verzicht auf die Landesliga-Promotion beim Verband eingereicht. Ein schräges Szenario, das irgendwie kaum jemand in Gänze vor Augen zu haben schien. Viel wichtiger war ja eh das eigene Abschneiden auf der grünen Wiese des während der Halbzeitpause feierlich in Günter Ferber Arena (Ex-Vereinspräsident und seit 66 Jahren im Club) umbenannten Stadions am Fliesenwerk. Dort dauerte es keine 45 Sekunden, ehe die Hausherren bereits drei Torschüsse zu verzeichnen hatten. Gleich dreimal scheiterte Hendrik Krause frei an VfB-Tormann Christian Held, der seinem Nachnamen freilich alle Ehre machte.
Sein Gegenüber brauchte dagegen erstmal nicht einzugreifen. Jan-Christoph Israels Kopfball nach hohem Sabas-Freistoß hob sich nämlich nicht nur über Felix Lamer, sondern auch über dessen Gehäuse (27.).
Viel Intensität – wenig Torchancen. Durchaus folgerichtig steuerte das Match auf einen torlosen Halbzeitstand zu, bis Israel einen steilen Ball, die Linie runter, komplett unterschätzte und Gegenspieler Joel Taege das Leder noch an der Grundlinie erlief. Ab in den Rückraum damit, denn dort stand Noa Rogosch schon zum platzierten Abschluss ins linke untere Eck bereit (41.).
Ein Treffer, der einiges an Aufbaus Anspannung abfallen ließ. Deutlich befreiter hatte der überlegene Auftritt fortan gewirkt. Einziges Problem dabei: das fehlende 2:0.
Gelegenheiten, dieses zu erzielen, boten sich Taege und Co zweifellos genügende. Der früh für den oberschenkelgezerrten Krause gekommene Joker (19.) selbst, vergab aus großzügiger Strafraumposition per Kopf (47.), während Frido Albrecht einen Überzahlangriff von halblinks nicht ins Ziel brachte (72.). Ein Krampf störte bei freier Schussbahn…
Weitere Topchancen, von denen erneut Taege die klarste im schrägen Lauf auf den Kasten ausließ (84.), versprachen den Boizenburgern mehr als durch sie letztlich einfuhren, sodass die Gäste mit dem arg an Bayer Leverkusen erinnernden Wappen tatsächlich weiter in der Partie blieben.
Und kaum war das Maß an Torgefahr über dem einer Halbchance hinausgegangen, segelte Marco Barths Freistoß mit links, über die Mauer hinweg, ins rechte obere Eck – 1:1 (87.)!
Dahin war Einheits vorzeitiger Aufstieg und die Goldenstädter wieder bis auf einen Zähler dran – bis drüben wieder Rogosch die Dinge an sich nahm und nur Augenblicke nach dem Wiederanstoß von halblinks die kurze Ecke zur erneuten Führung traf (89.). Ekstase bei allen, die es mit den Platzherren hielten! Der gesamte Kader im Freudentaumel auf dem Rasen. Ob befugt oder nicht, interessierte im Nachgang nur den Schiedsrichter…
Der Kontrahent dagegen abermals gefordert, warf für die fünf angezeigten Extraminuten nochmal alles nach vorne. Ein Umstand, den die chancenverschwenderischen Boizenburger unterdessen vorne nicht für sich genutzt bekamen. So hätte Israel vom Gegentor-Stümper zum großen Retter werden können, wenn sein guter Versuch aus der Drehung nicht aufs Tor-Dach gesegelt wäre (90.+4).
Ein letzter, langer Panahi-Einwurf – abgeköpft und mit Javid Jafaris gewonnenem Defensivzweikampf war es dann geschafft! Meister der Landesklasse IV 2025/2026: die SG Aufbau Boizenburg!
Ob der dafür eher zurückhaltende Jubel auf mecklenburgische Zurückhaltung oder die Unkenntnis über das vollbrachte Aufstiegswerk zurückzuführen ist? Am Sonntag war durch die 2:4-Schlappe der SG Carlow in Schönberg dann auch die Meisterschaft in trockenen Tüchern. Bevor es gemeinsam mit dem FC Seenland Warin und dem SV Pastow II, sowie dem noch zu ermittelnden Meister der Staffel II, in die siebthöchste Spielklasse geht, steht noch das Schaulaufen am Finalspieltag bei der SG Groß Stieten an.

Tore: 1:0 Rogosch (41. Taege), 1:1 Barth (87., direkter Freistoß), 2:1 Rogosch (89.)

Schiedsrichter: Michael Bernowitz (Rodenwalder SV)

Zuschauer: 351






Sonntag, 31. Mai 2026

Spielbericht FSV Kritzmow - FSV Bentwisch II

Das unlösbare Bentwisch-Rätsel
FSV-Reserve siegt sich in Kritzmow aus dem Landesliga-Keller

Ein 3:1 gegen Schlusslicht FSV Testorf Upahl auf heimischem Gelände durchbrach für die FSV Bentwisch-Zweite neulich den Negativtrend der letzten Wochen, ehe es erstmalig in 2026 auch auswärts endlich wieder einmal klappte.
Ebenfalls mit 3:1 war es der Elf in schwarz nämlich gelungen, dem höher gewetteten FSV Kritzmow, ein Schnippchen zu schlagen.
Mit tief gestellter Ordnung, galligen Zweikämpfen und gelungenen Umschaltmomenten stellten die Gäste den Tabellendritten der Landesliga West Mecklenburg-Vorpommern von Beginn an vor ein gewaltiges Rätsel, das nach einem Dutzend an Spielminuten einen noch höheren Schwierigkeitsgrad erhielt. Dave Görings langer Spieleröffnung wollte sich weder Innenverteidigung noch Torwart annehmen, sodass Tom Bruhs freie Fahrt zum 0:1 in die kurze Ecke erhielt.
Nur mit Mühe wusste Heim-Goalie Ronny Peters wenig später einen Johl-Freistoß über die Latte zu lenken (17.). Das 0:2 hier durchaus möglich. Stattdessen aber wäre den Bentwischern drüben fast ein Sekundenschlaf beim fix ausgeführten Freistoß zum Verhängnis geworden. Auf die Qualitäten des sicheren Tom Hudec im Eins-gegen-Eins mit 15-Tore-Mann Jay Galow war jedoch Verlass (28.).
In der Folge gehörte die Show allerdings erstmal seinen Vorderleuten, die sich über Ilyss Kofis Weiterleitung empor zu Tom Freiherr von Schades Schusschance spielten; Abwehr durch Peters – Abstauber Bruhs und der Vorsprung war verdoppelt (30.).
Der Platzsprecher nahm´s mit stoischer Gelassenheit, während seine Farben auf dem Platz ohne Capitano Moritz Grambow-Knuth (Gelbsperre) überhaupt nicht in die relevanten Zweikämpfe kamen. Obendrauf segelte Kurt Hawichs Freistoß, von der Mittellinie aus, an Freund und Feind vorbei, direkt zum 0:3-Pausenstand ins Netz (36.).
Wie schon in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel, zeigten die Kritzmower dann etwas mehr Esprit, doch so richtig knisternd wurde es trotz klar verteilter Spielanteile auf der Gegenseite, wo Philipp Steiner im Doppelpass der Joker mit Martik Arutiunian frei vor dem Gehäuse vorbei schob (75.). Im direkten Gegenzug dann endlich Gefahr der Hausherren, die Hudec wieder gegen Galow stark zu entschärfen wusste (76.).
Erst in der Nachspielzeit, in der Nico Arendt bei einer Mohs-Ecke deutlich zu viel Raum am ersten Pfosten erhielt, war das verkürzende 1:3 per Kopf gelungen (90.+1).
Zu spät? Vielleicht noch nicht, denn auf Steckpass von Paul Mohs zog Galow plötzlich am Torsteher vorbei. Das Tor leer – nein, doch nicht! Göring rauschte gerade noch heran und klärte die Angelegenheit mit der finalen Rettungsgrätsche (90.+2). Die spektakuläre Wende einer hart umkämpften Partie (vielleicht hätte sich der Schiedsrichter das Leben mit einem Blitz-Gelb für das Einsteigen des Freiherrn von Schade (1.) als frühes Signal etwas einfacher gemacht) war damit also abgeblasen und die Bentwischer zwei Spielrunden vor Ultimo vier Zähler vor dem kritischen Platz 13, aktuell von Einheit Grevesmühlen belegt. Es sieht nach Klassenerhalt aus!
Knapp außerhalb von Rostocks Südstadt ist mit der Niederlage heute die rechnerische Restchance auf den Meistertitel zu Grabe getragen. Acht Zähler mehr als die Blau-weißen bedeuten, dass der Doberaner SC (52 Punkte) nun nur noch Anker Wismar II (50) im Nacken hat. Sein Aufstiegsrecht wahrnehmen möchte der DSC derweil einzig im Falle der errungenen Meisterschaft.

Tore: 0:1 Bruhs (12. Göring), 0:2 Bruhs (30. Freiherr von Schade), 0:3 Hawich (36., direkter Freistoß), 1:3 Arendt (90.+1, Mohs)

gelbe Karten: Galow, Kozak, Mohs, Schiller, Wolski – Bruhs, Koli, Flörke, Freiherr von Schade, Göring, Götter

Schiedsrichter: Christopher Gehrke (PSV Ribnitz-Damgarten)

Zuschauer: 116


























Dienstag, 26. Mai 2026

Spielbericht SSC Hagen Ahrensburg II - VfL Kellinghusen

Hagen harmlos – Kelle macht die Verbandsliga klar!
Heimkulisse in Ahrensburg: VfL Kellinghusen gewinnt und geht hoch

Mehr Auswärts- als Heimfans umsäumten am Dienstagabend den Kunstrasen des SSC Hagen Ahrensburg, wo erwartungsgemäß die Mehrheit der Anwesenden in totale Verbandsliga-Ekstase verfielt. Jubel, Pyro, Kaltgetränke; der VfL Kellinghusen hat die Relegation gepackt!
Nach dem überzeugenden 3:0-Hinspielerfolg sicherlich kein Hexenwerk, doch Gegner Hagen II präsentierte sich auf der besser vertrauten Kunstwiese in allen Belangen stark verbessert. Marvin Möller unterstrich dies mit einem kleinen Solo und dem ersten Ausrufezeichen an den Querbalken (5.).
Klar, ein frühes Tor und schon wären es nur noch deren zwei, um zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Gefährlich war der Gast nämlich nicht wirklich. Eine verstolperte Strafraumchance (11.) und ein Schüsschen durch Philipp Ratjen, in die Arme des Torwarts (37.), taugten jetzt nun wirklich nicht zu großen Respektverschaffern. Das Problem der Ahrensburger: sie schlugen selber kein Kapital aus ihrer dicksten Gelegenheit, die ihnen der VfL mit einem völlig missratenen Rückpass freundlich serviert hatte. An Tormann Emilio Valiani war Jonas Wilde bereits vorbeigezogen, doch Ernesto bewies per Monster-Rettungsgrätsche, dass der Familienzusammenhalt der Valianis auch auf dem Fußballplatz funktioniert (23.).
Nach einer Stunde schließlich der K.O. des Kreisliga Süd-Vizemeisters, als Kapitän Florian Barth Finn Timmermann empor schickte und Marten Maßmann den VfLer im Sechzehner legte. Wohlwissend, dass dies der Schuss zur Verbandsliga sein könnte, zeigte Thore Jacobs keine Nerven vom Punkt. Da konnte sich Bennet Goldau auch noch so sehr im richtigen Eck strecken (60.).
Die Frage nach dem ersten von vier Aufsteigern unter den acht Kreisliga-Zweiten, aufgeteilt auf vier Paarungen, damit vorfristig entschieden. Auch, wenn die Hausherren bis zum Abpfiff Einstellung und Offensivengagement bewiesen. Nach 99 Toren in der Liga wollte sich der Korken in der Relegation jedoch trotz der einen anderen Chance im Folgenden einfach nicht lösen.
Knallende Korken dagegen beim Verein für Leibesübungen aus dem Kreis Steinburg. Die Rückkehr in Schleswig-Holsteins siebthöchste Spielklasse, vier Jahre nach dem desaströsen Sturz (vier Zähler am Saisonende) in die Kreisliga, forderte nach geschaffter Promotion doch so manches geköpftes Erfrischungsliquid.

Tore: 0:1 T. Jacobs (60., Strafstoßtor, Maßmann an Timmermann)

gelb-rote Karte: Wulf (SSC Hagen Ahrensburg II, 90.+2, wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichterin: Joelina Wendtorff

Zuschauer: 250






Montag, 25. Mai 2026

Spielbericht Heider SV 1.A - SG Ostroher SC/TSV Büsum 1.A

Steincke hält den Cup-Sieg fest
Favoritenerfolg gegen den Ex: Heider SV ist A-Jugend-Westküstenpokalsieger

Der Pokal und seine eigenen Gesetze… Kaum etwas lädt im Fußball so sehr zum Phrasendreschen ein, wie Wettbewerbe im K.O.-Modus. Und tatsächlich war im A-Jugendfinale des Kreispokals Westküste durchaus eine Überraschung drin. Die Spielgemeinschaft Ostroher SC/TSV Büsum aus der Kreisliga, wo sie als Neunter von elf Aktiven nun wahrlich keine Bäume ausreißt, hatte am Pfingstmontag jedenfalls alle Chancen, den Landesligisten vom Heider SV zu bezwingen.
Auf dem neutralen Platz des TSV Brokstedt im Kreis Steinburg, der für die benachbarten Kontrahenten aus Dithmarscher eine Stunde Autofahrt entfernt liegt (Beschwerden beim Kreisverband Westküste und eine Unterschriftenaktion pro Verlegung in die eigene Gegend hatten im Vorfeld keinen Erfolg), musste der Außenseiter aber zunächst alle Kräfte in die Defensive investieren. Mit viel Ballsicherheit gab der Favorit klar den Ton an, ohne aber so richtig zwingend vors Tor zu kommen. Hier ein Kontakt zu viel – da eine kleine Ungenauogkeit: und immer wieder störte ein Blauer den Weg zur Führung.
Gefahr versprühte der HSV daher hauptsächlich durch Fernschüsse, von denen Hannes Paulsen den zunächst besten vom linken Strafraum-Eck aus knapp daneben setzte (20.).
Mit Nadelstichen bemühte sich dagegen der Klassenniedrigere um Entlastung, die Tjark Schröder sogar in ideale Schussposition brachte, nur hebelte der Mann aus dem Zentrum in Rücklage drüber (10.).
Auch so konnte sich der Zwischenstand jedoch sehen lassen. Torlos als Underdog in die Pause – passt so! Nur sollte es dazu nicht kommen, weil man einmal bei einer rasch gespielten Horch-Ecke pennte, Abolfazl Rajabi entsprechend in den Sechzehner eindringen konnte und Hannes Sattler den daraufhin eher zufällig erhaltenen Ball kompromisslos von halbrechts zum 1:0 einschweißte (43.).
Für die Spielgemeinschaft aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, ganz im Gegenteil! Kaum war der Heider SV in Front gegangen, rutschte drüben Henry Reimers´ Flanke durch zu Vornamensvetter Schulz, der jedoch völlig frei drüber bolzte (44.).
Ein Vorbote für das, was dieses Endspiel nach dem Seitenwechsel zuhauf erleben sollte. Denn während die Verdopplung des Landesligisten nur bei einer Standard-Doppelchance für Hannes Paulsen in der Luft lag (53.), setzten die Ostroher/Büsumer den gegnerischen Tormann, der bis Sommer 2024 noch ein Teamkollege war, gehörig unter Feuer. So rettete Daniel Steincke mit Mühe vor Hannes Tagge, nachdem Maurice Avemaries Flanke tückisch auf dem unebenen Geläuf aufhoppelte (51.), ehe sich der Goalie gegen Schulz im Stile eines Handballtorwarts groß machte (64.).
Wiederum Schulz vergab eine schöne Schusschance, die aus dem schnörkellosen Umschalten über rechts entstanden war (67.).
Den dicksten Fisch hatte allerdings Kollege Simon Walter im abermaligen Konter auf dem Fuß, als der Joker frei vor Steincke hauchdünn rechtsunten daneben zielte (80.).
Doch auch der immer noch glücklich führende Gegner ärgerte sich über einen bitteren Fehlschuss, als Steincke das Spiel nach abgefangenem Ball per Weitabwurf auf Anel Adrovic schnell machte und der Adressat Stürmer Rojhat Zimmermann in die Poleposition zum nahezu sicheren 2:0 schickte. Nahezu, denn der 18-Jährige schob das Leder frei vor dem Tor um Haaresbreite vorbei (85.).
Die Entscheidung also vertagt, sodass Schlussmann Steincke bis zum Abpfiff im Zentrum des Geschehens blieb. Vor allem gegen den von Schulz quer eingesetzten Niklas Wilke galt es nochmal abzuwehren und zuzupacken (90.). Die Kollegen wussten daher, bei wem sie sich für den heutigen Finalsieg zu bedanken hatten!
Die eher schmucklose Siegerehrung nahmen die Weiß-schwarzen derweil mit der Gelassenheit eines Dauersiegers hin. Kein Wunder, gab es seit TuRa Meldorf 2019 (der HSV brauchte als A-Regionalligist damals nicht im Kreispokal antreten) keinen anderen Titelträger als die Dithmarscher Jungs. Am Tag der letzten Kreispokalniederlage (1:2 im Halbfinale gegen die SG Brunsbüttel/Ostrohe) im September 2016 besuchten die heutigen Akteure noch die Grundschule. Eine beeindruckende Dominanz des dithmarscher Branchenprimus!

Heider SV 1.A: Steincke – Mätzke, Sattler, Patzer, Krajewski – Horch, Paulsen, Schilly, Rajabi – Adrovic, Zimmermann, eingewechselt: Mohammadi, Berriat, Görgülü, Trainer: Tim Ruland

SG Ostroher SC/TSV Büsum 1.A: Yaman – Hagelstein, Bies, Wilke, Avemarie – Tagge, Schulz, Herrmann, Schröder, Mikayelyan – Reimers, eingewechselt: Walter, Trainer: Frederic Popp


Tore: 1:0 Sattler (43. Rajabi)

gelbe Karten: Sattler, Mätzke – Schulz

Schiedsrichter: Jan-Hinrich Veit (Note 3)

Zuschauer: 65