Sonntag, 25. Oktober 2026

Spielbericht TSV Einheit Tessin - Laager SV 03

Laager Konzept geht auf
Wachere erste Hälfte gibt den Ausschlag: LSV siegt sich unten raus

Wie ist die Lage in Laage? Nach dem siebten Spieltag von Mecklenburg-Vorpommerns Landesklasse III abermals verbessert. Ein Wochenende nach dem 4:3-Heimsieg gegen TuS Neukalen hat es im vierten Anlauf nämlich auch endlich auswärts geklappt.
Zu Gast im altehrwürdigen Recknitzstadion zu Tessin, waren die Weichen früh auf eine erfolgreiche Gastspielreise gestellt.
Passend zum Chancenplus und dem etwas aktiveren Eindruck, vollstreckte Niklas Dievenkorn per Schussfinte und Flachschuss linksunten zum 0:1, bei dem die Hintermannschaft des TSV Einheit freilich keine gute Figur abgab. Reichlich ungeschickt war die Restverteidigung in der Entstehung unter einer Flanke von Fabian Knoch hindurchgesprungen (13.).
Und besser sollte es für die Roten auch in der Folge nicht werden, fehlte ihnen erst der Zugriff an der eigenen Grundlinie, ehe im Sechzehner auch der Schuss durch Christopher Bartusch eher Beobachtung als Unterbindung erfuhr. Immerhin der gut aufgelegte Nico Felske stellte sich per Fußabwehr dagegen, um gegen Timon Mauchs Nachschuss aber keine Chance zu haben – 0:2 (22.)!
Erst Ende des verkorksten ersten Abschnitts meldeten sich die Gastgeber einmal an, indem ein hoher Freistoß, von Bjarne Hofmann verlängert, Rinaldo Izdebskis vor der Linie geklärte Schussgelegenheit einleitete (35.).
Eine Doppelchance dank Felske überstanden (48.), hievte sich Einheit kurz nach der Pause etwas überraschend per Anschlusstreffer zurück ins Match. Kapitän Lucas Blohm hatte sich nach einem langen Schlag entschlossen in der Parzelle durchgesetzt und in die lange Ecke eingeschoben (54.).
Die Blumenstädter in der Folge freilich emsiger dabei, doch mehr Abschlüsse, wie einen geblockten Bartusch-Versuch (63.), hatten weiter die gerade einmal 18 Kilometer angereisten Jungs aus Laage, zu deren Vorteil sich ein intensives Kampfspiel auf der Kampfbahn entwickelt hatte. Schiedsrichter Daniel Rühling spielte mit seiner äußerst liberalen Zweikampfauslegung und der sicher nicht auf Augenhöhe ausgelegten Kommunikationsweise schon ein Stück weit mit dem Feuer. Der Preis dafür: Gelb wegen Meckerns für den aufgebrachten Einheit-Coach (71.) und sogar eine Ampel binnen weniger Sekunden für einen Offiziellen der Gastmannschaft (83.)…
Fußball wurde indes auch noch gespielt, indem sich der LSV im Doppelpass zwischen Dievenkorn und Bartusch zu Tim Schneiders wiederum blockierten Kontermöglichkeit kombinierte (81.). Fünf Minuten zuvor hatte Blohm drüben Izdebski aus dem Fußgelenk bedient, ehe der erfahrene Angreifer aus der Bedrängnis drüber zielte (76.).
So blieb es bis zum Abpfiff ein enges Rennen, zumal Felske gegen Schneider abermals die Vorentscheidung verhinderte (88.). Mit Christoph Jahnkes Platzverweis für wiederholtes Foulspiel und der daraus resultierten Unterzahl (90.+1) wurde die Aufgabe jedoch noch diffiziler gegen die Blauen, deren Konzept der Stabilität und Nadelstiche am Ende wunderbar aufging. Der Lohn dafür: der Sprung auf Rang acht und nun erstmal sechs Zähler Puffer auf den roten Tabellenbereich. Der TSV Einheit bleibt um nur einen Punkt besserer Sechster.

TSV Einheit Tessin: Felske – Blohm, Lehmann, C. Jahnke, A. Jahnke – Frank, Lück, Diesing – Hofmann (88. Karl Kayser), Izdebski (82. Dethloff), Rosenfeld (46. Bethke), Trainer: Nino Repp

Laager SV 03: Stern – Ruynat, Hinz, Müller, Wiegold – Dievenkorn, F. Knoch, Heinrich, Mauch – Bartusch (87. Krause), Schneider, Trainer: Andreas Knoch

Tore: 0:1 Dievenkorn (13. F. Knoch), 0:2 Mauch (22. Bartusch), 1:2 Blohm (54.)

gelb-rote Karten: C. Jahnke (90.+2, wiederholtes Foulspiel) – Offizieller Laager SV (83., wiederholtes Meckern)

Schiedsrichter: Daniel Rühling

Zuschauer: 85



Samstag, 24. Oktober 2026

Spielbericht FSV Blau-weiß Greifswald - FSV 90 Altentreptow

Befreiungsschlag verballert
Nicht effizient genug: BW Greifswald nur Remis gegen FSV Altentreptow

Die Sterne standen gut, doch am Ende des Fußballsamstags am St. Georgsfeld verpasste die dort heimische Elf von Blau-weiß Greifswald den Dreier, um sich einstweilen vom Gefahrenbereich der Landesklasse II Mecklenburg-Vorpommern abzusetzen. Wie die Hansestädter ihre scheinbar sichere 3:1-Führung noch aus der Hand geben konnten, stellte sie am Ende selber vor ein Rätsel.
Im ersten Abschnitt lief es nämlich voll nach Plan. Im Rücken der stets hoch gestaffelten Viererkette auf Marten Schliemanns Können im Eins-gegen-Eins angewiesen (2.), kreierten die Platzherren vorne zahlreiche Gelegenheiten, von denen die technisch Flüssigste das nicht unverdiente 1:0 markierte. Einen famosen Diagonalball von Rechtsverteidiger Jason Melms legte sich Mohammed Chahbounia ideal für den sofortigen Linksschuss in den Laufweg (14.).
Ein wenig überraschend hatte sich der Vorsprung jedoch kurz darauf wieder erledigt, als ein Heber über die Blau-weiß-Defensive Keanu Krämer tief ins Duell mit Schliemann schickte. Den Goalie per Querpass aus der Szene genommen, war Max Wadehn nur noch ein sicheres Einschieben ins leere Gehäuse vom 1:1 entfernt (17.). Abseitsproteste waren derweil überflüssig, hatte das Team um Schiedsrichter Jannes-Leonard Bathke (SV Kandelin) eine passive Abseitsstellung in der Entstehung berechtigterweise ungeandet gelassen. Gut so!
Eine Zuschreibung, die auch auf die Beharrlichkeit von Blau-weiß zutraf, als sie in einem munteren Hin-und-her wieder selber am Zug waren und Chahbounia einen abgewehrten Jakosits-Versuch im Strafraumzentrum irgendwie im zweiten Anlauf zur erneuten Führung über die Linie wühlte und seinen Farben damit ordentlich Rückenwind verschaffte (31.). Die verbliebene Viertelstunde vor der Pause ging es schließlich nur noch in eine Richtung, sodass Kevin Mahnkes 3:1 auf Ablage Chahbounias nur allzu folgerichtig daherkam (45.). Für rückwärtsbewegungsschwachen Jungs aus dem knapp 5.000 Einwohner-Ort aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte der Halbzeitpfiff da eine fast erlösende Wirkung.
Besserung brachte aber auch der Wiederbeginn erstmal keine, für den FSV Altentreptow, der Glück hatte, dass Friedrich Tiede im geschmeidigen Doppelpass mit Leon Opolka aus schwieriger Position nur die Latte erwischte und auch Konrad Cassels anschließende Schusschance an einem fehlenden Hauch Genauigkeit scheiterte (48.).
Fast aus dem Nichts tauchte da Veteran Robin Holtz vor dem Greifswalder Kasten auf, um aus der Poleposition jedoch an Schliemann zu scheitern (52.). Auch ein zweiter Versuch im Nachsetzen schlug fehl, doch als Weckruf taugte diese Szene allemal, vollstreckte Krämer kurz darauf tatsächlich zum 3:2-Anschlusstreffer, nachdem sich Justus Liebich willensstark in der Zentrale durchtankte und Schliemann erstinstanzlich blockiert hatte (56.).
Die Partie nun wieder offen, was Mahnke aus dem Rückraum wieder hätte relativieren können, wäre Gäste-Fänger Paul Schallge nicht behände gegen das Geschoss abgetaucht (58.). Stattdessen flog den Platzherren wieder ein Ballverlust in der neutralen Zone um die Ohren, weil der kantige Holtz im Konter die Übersicht für den besser postierten Lucas Dobbertin behielt und der gerade eben Eingewechselte eiskalt zum 3:3 einschob (72.).
Ein Holtz-Freistoß gen Torwart-Eck bot daraufhin sogar noch die von Schliemann vereitelte Chance auf das mögliche 3:4 (72.). Verdient wäre dies über die volle Spiellänge sicherlich nicht gewesen.
Näher dran waren da über die 90 Minuten die Jungs in den weißen Trikots, deren Alu-Konto der fleißige Opolka weiter auffüllte (78.), wohingegen Mahnke seinen Rechtsschuss durch Schallges Parade über den Kasten segeln sah (83.).
So blieben am Ende beide Seiten enttäuscht zurück. Drei Zähler sind es dadurch nur, die die punktgleichen Fußballsportvereine von der Abstiegszone trennen.

Tore: 1:0 Chahbounia (14. Melms), 1:1 Wadehn (17. Krämer), 2:1 Chahbounia (31. Jakosits), 3:1 Mahnke (45. Chahbounia), 3:2 Krämer (56. Liebich), 3:3 Dobbertin (72. Holtz)

gelbe Karten: Mahnke, Krohn – Rech

Schiedsrichter: Jannes-Leonard Bathke (SV Kandelin)

Zuschauer: 40








Freitag, 23. Oktober 2026

Spielbericht Doberaner FC - VfL Bergen 94

Entfesselt aus der Pause
Doberaner FC zerlegt VfL Bergen im Kellerduell

So umjubelt der Doberaner FC am letzten Spieltag der Vorsaison mit einem 6:0 gegen Absteiger Einheit Grevesmühlen die Wiederkehr in die 2024 wegen zweier Tore verlorene Verbandsliga feierte, so zäh quälte man sich die ersten sieben Spieltage durch Mecklenburg-Vorpommerns Eliteklasse. Gar nicht hoch genau einzuschätzen ist daher die Erleichterung, die sich der Aufsteiger mit einer furiosen zweiten Hälfte im Kellerduell mit dem VfL Bergen 94 herausschoss. Wie entfesselt schraubte der Vorletzte die Jungs in schwarz nach der Pause auseinander.
Bis dahin war es allerdings ein gegenseitiges Belauern. Keiner wollte den folgenschweren Fehler auf rutschigem Kunstgrund machen, sodass kaum Torgefahr entstand. Einmal bekam VfL-Spielmacher Moritz Harder die Kugel zu Lennard Thurow durchgesteckt, doch dass dieser das Runde aus günstiger Position nicht richtig mit dem rechten Puschen erwischte, sagte einiges über die Spielqualität aus (14.).
Strafraum-Knistern erzeugten sonst nur einige Ecken und hohe Freistöße, bei denen die Hausherren zunächst erfolglos auf ihre Lufthoheit bauten (22., 27. & 39.).
Kurz vor dem Pausenpfiff drohte aber trotzdem nochmal Ungemach, als Paul Laatsch seinem Abschluss allerdings nicht den entscheidenden Dreh verpassen konnte (42.).
Hätte das Ding doch bloß gesessen; dann wäre dem VfL wohl das erspart geblieben, was sich direkt mit dem Wiederbeginn zutrug. Lediglich 63 Sekunden waren die Beteiligten wieder auf dem Grün, da zog Eric Ahlgrim einfach von halbrechts zum umjubelten 1:0 ab (47.).
Die Körpersprache der Roten plötzlich wie ausgewechselt! Mit Zuversicht schickte Thorben Medau seinen Kollegen Lukas Prange für die Flanke gen Tiefe. Und auch Robert Hartmann traute sich aus schwierigem Winkel den Versuch zu. Kein Tor, aber eine klare Selbstbewusstseinsbekundung (56.).
Schon beim nächsten Mal klappte es dann wieder. Diesmal brachte Hartmann die Kugel selber in die Mitte, wo Medau das Ding über einen Umweg auf den einschussbereiten Schlappen bekam (61.).
Auf eine Reaktion der Gäste wartete man indes vergebens. Stattdessen hatten sie auch noch Dusel, dass Medau mit dem Vollspann knapp verfehlte (62.) und Laurenz Kampf nach feinem Hartmann-Anspiel minimal zu hoch lupfte (67.). Das kurz darauffolgende 3:0 daher nur die logische Folge des Bad Doberaner Sturmlaufs, murmelte Innenverteidiger Nino Dowe eine Westendorf-Ecke hellwach über die Linie (69.). Nicht das erste Mal heute, dass der 27-Jährige die Vorherrschaft im Bergener Sechzehner erlangte…
Ebenfalls kaum zu halten: Joker Kampf, der der eine Eingabe – diesmal von links - kurzerhand zum 4:0 einnetzte (76.). Da passte eine vergebene Doppel-Pfosten-Chance für Aktivposten Hartmann und Prange fast gar nicht so richtig ins Bild (80.).
Mittenhinein ins Scheibenschießen, in dem sich Hartmann gleich ein weiteres Mal versuchte (87), erarbeitete sich die Elf von der Insel Rügen noch ein kleines Trostpflaster, das Philip Pahl trotz Überzahl des DFC im Strafraum von der Grundlinie für den einköpfenden Harder servierte (88.).
Vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim Spitzenreiter in Neubrandenburg hievte sich der Neuling mit dem zweiten Saisonsieg erstmal ordentlich aus dem Keller, der nun wiederum vom VfL Bergen als neues Vize-Schlusslicht bewohnt wird. Aktuell fünf sieglose Partien lassen gegen den FSV Bentwisch keine besonders positiven Prognosen zu…

Doberaner FC: Dridi – Hering (81. Düsing), Baor, Dowe, Westendorf (88. Scherff) – Damrau, Eulner (50. Kampf), Medau, Hartmann (81.) – Prange, Ahlgrim (88. Permin), Trainer: Max Prust

VfL Bergen 94: Dams – Bergmann, Drzymotta, Pahl, Vüllmow – Ogniwek, Harder, Vergils, Laatsch (72. Tebus) – Klöckner, Thurow (76. Thesenvitz), Trainer: Martin Handschug


Tore: 1:0 Ahlgrim (47. Medau), 2:0 Medau (61.), 3:0 Dowe (69. Westendorf), 4:0 Kampf (76.), 4:1 Harder (88. Pahl)

gelbe Karten: Ahlgrim – Vüllmow, Ogniwek

Schiedsrichter: Hannes Hermann (Note 2)

Zuschauer: 190


Mittwoch, 21. Oktober 2026

Spielbericht USC Paloma 1.C - VfL Wolfsburg 1.C

Die Wolfsburger Bank gewinnt
Zwei Joker stechen: mühsamer Auswärtssieg beim Abstiegskandidaten

Ein beherzter Auftritt gegen den Profinachwuchs und doch steht die C-Regionalliga-Elf des USC Paloma wieder einmal mit leeren Händen da. 1:3 hieß der Endstand im Herbstferien-Kick zu ungewohnter Anstoßzeit am Mittwoch-Mittag. Eine wahrlich vermeidbare dritte Heimniederlage, deren Vorbote schon in Minute neun erste Zweifel am gerechten Fußballgott aufkommen ließ. Ihren couragierten Beginn, jedoch ohne klare Abschlüsse, machten sich die Tauben nämlich per Ballverlust im Aufbau selber kaputt, sodass Ball-Klau Melvin Schrage seinen Kollegen Nick Hoffmann als Wandspieler für Alan Vojnikovic´ freies 0:1 einsetzen konnte (9.).
Entmutigen ließ sich der Tabellenzwölfte davon keineswegs. Frühes Stören und hoher Laufaufwand blieben auch mit dem Rückstand fest im Repertoire, dem allerdings weiterhin keine zwingenden Torraumszenen angehörten. Ein Fejzulai-Versuch aus schwierigem Winkel landete gar drüben im Seiten-Aus (13.). Eine Szene mit Symbolcharakter.
Dann aber war es so weit, als den gerne mal etwas ungenauen Wolfsburgern ein schwach ausgeführter Offensivfreistoß in Höchstgeschwindigkeit über links um die Ohren flog und der eingelaufene Jesco Vick flach aus Zentralposition den längst verdienten Ausgleich setzte (26.).
Abgesehen von einer fast-Dublette des 0:1 (diesmal konnte der sonst blasse Aria Fadai Estalkhzir rechtzeitig blockiert werden, 30.), arbeiteten die Tauben bis zum Pausenpfiff an der kompletten Wende, der der auffällige Mohamad Assad im Durchtanken über Backbord an dichtesten kam. Zumindest musste VfL-Goalie Adin Herceglija hier die kurze Ecke behände dicht kriegen (31.).
Nach dem Seitenwechsel kippte die Couleur des Spiels mehr in Richtung grün. Paloma nun nicht mehr mit den verheißungsvollen Vorstößen, während die Jungs aus der Autostadt durch Max Neumann den Querbalken streiften (41.).
Zudem brachte auch das Personal von der Bank frischen Wind hinein. Vor allem Mahir Salucus Hereinnahme stellte sich bereits nach wenigen Minuten als rentables Investment heraus. Schließlich war es ein guter Freistoß des 17ers, den Paloma-Torsteher Francesco Calfa mit künstlich hohen Haltungsnoten zur Ecke parierte, ehe der fällige Standard jenes ungeklärte Strafraumgemenge hervorbrachte, aus dem Salucu trocken ins lange Eck zielte (52.).
Und noch eine Torbeteiligung des Deutsch-Türken lag in der Luft, als ihn Vojnikovic perfekt empor schickte, der Querpass auf mit-Joker Andy Tonleu geradezu in der Luft lag, Salucu stattdessen lieber den eigenen Versuch wählte und am Außennetz scheiterte (64.)…
Besser machte es kurz darauf Walid Santos Kiwan, der keine zehn Minuten auf dem Feld benötigte, um Gegenspieler Mohamed Yusuf dynamisch abzuschütteln und aus ähnlich spitzwinkligem Gefilde die 1:3-Vorentscheidung herbeizuschießen (67.).
Alles prima, alles nochmal gut gegangen – nur nicht für den bereits verwarnten Santos Kiwan, der zur Schlussminute erst im Mittelfeld den Ball verdaddelte, um seinen Gegner im weiteren Szenenverlauf rüde zu fällen. Der zweitklassige Vorteil: ungenutzt, ehe die nach wie vor vollzähligen Wölfe gar zur Konterchance für genau den Sünder kamen. Schiri Patrice Pluche (Kaltenkircher TS) unterbrach sofort und schickte den Torschützen mit der Ampelkarte in den Reisebus zurück gen Autostadt (70.). Regeltechnisch freilich vertretbar – im Realbetrieb eher nicht zu empfehlen. In Zukunft sollte Gelb-rot doch lieber gleich gezückt werden…
Ohne den dann gesperrten Santos Kiwan geht es für den neuen Tabellenzweiten am kommenden Sonntag gegen das nächste Kellerkind, den mit Paloma punktgleichen VfB Lübeck. Die Tauben schwärmen dagegen zu Werder Bremen aus.

Tore: 0:1 Vojnikovic (9. Hoffmann), 1:1 Vick (26. Fejzulai), 1:2 Sulucu (52.), 1:3 Santos Kiwan (67.)

gelb-rote Karte: Santos Kiwan (70.+1, wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Patrice Pluche (Kaltenkircher TS)

Zuschauer: 100























Sonntag, 18. Oktober 2026

Spielbericht SV Deutz 05 - 1. FC Spich

Die Trends fortgesetzt
Doppelschlag um die Halbzeitwende 1. FC Spich schließt zum Gegner auf

Neuer Zündstoff für den Abstiegskampf der Landesliga Mittelrhein Staffel 1. Durch ein 3:0 im Stile einer abgezockten Auswärtsmannschaft hat der 1. FC Spich nach schon zuletzt zwei Punktgewinnen erneut etwas Luft zwischen sich und die Abstiegszone gepumpt. Schönheitspreise – das war bereits vor dem Auftritt beim Tabellenelften in Köln-Deutz klar – würde es heuer sicher nicht zu gewinnen geben. So neutralisierten sich die Kontrahenten zu einer lange nahezu inhaltslosen ersten Hälfte – bis der Deutzer Louis Müller Gäste-Schlussmann Dennis Pastoors einmal zur Faustabwehr zwang (39.) und sich Bilal Barouag quasi im Gegenzug am Innenverteidiger vorbeischlängelte und Maurice Nguyen sicheres Fanggut servierte (40.).
Eine erstblicks unverfängliche Situation brachte Barouag dann aber kurz darauf in Idealposition, als Kollege Ensar Sogojeva einen eigentlich zu weit gespielten Ball fast von der Grundlinie per Flanke wiederbelebte, Barouag die Latte anköpfte, den Abpraller aber schließlich über die Latte drückte (44.). Alles andächtig bestaunt von passiven 05ern, die mit Severin Krayers Heber aufs Dach immerhin den Ansatz einer Reaktion zeigten (45.+1).
Direkt mit dem Wiederbeginn jedoch der nächste Einschlag im Heim-Gehäuse, weil man der Körperlichkeit gegen Giannluca Romano Caballero reichlich ablehnend gegenüberstand und Ledion Nicaj den fälligen Linksschuss auch noch gegen Nguyens Laufrichtung zum 0:2 abfälschte (46.). So sieht also Romano Caballeros Dankbarkeit für seine einst ersten Schritte im Vereinsfußball im Trikot des Messe-Clubs aus…
Der „Ex“ dagegen über 200 Minuten lang ohne Torerfolg und wirklich viel lief hier nicht zusammen. Da galt schon Müllers Abseitstor als kleiner Mutmacher (53.).
Mit dem Mut der Gelben war´s dann aber, als Sogojeva seine selbst per abgewehrter Schusschance rausgeholte Ecke hoch durch den Sechzehner schlug, Nguyen drunter durchtauchte und Kapitän Fabian Welt einsam am fernen Pfosten zur Vorentscheidung eingrätschen konnte (60.).
Elyas Oulahyanes abschlussverweigerte top-Chance vor dem Tor (62.) unterstrich daraufhin noch ein letztes Aufbäumen, das mit Gelb-rot für Enrico Interrante (taktisches Foul, 63.) endgültig ausgelöscht war.
Einfaches Spiel nun für die Troisdorfer, denen Barouag auf Freistoß Yanic Mauer fast noch das vierte Hurra geschenkt hätte – wäre da nicht wieder dieser böse Querbalken im Weg gewesen (64.)…
Ansonsten trudelte der Kick trotz etwas nachlässiger Gastmannschaft und einer kopflos anlaufenden Diekamp-Equipe ereignislos dem Abpfiff entgegen.
Durch die entgegengesetzten Formkurven grüßen sich die Duellanten nun als Tabellennachbarn: Aufsteiger Deutz 05 als Zehnter; direkt dahinter der Vorjahreszwölfte.

Tore: 0:1 Barouag (44. Sogojeva), 0:2 Romano Caballero (46.), 0:3 Welt (60. Sogojeva)

gelbe Karten: Ben Haddou, Nicaj, Jalowietzki, Müller, Karagöz – Romano Caballero, V. Pavliuk, Y, Pavliuk

gelb-rote Karte: Interrante (SV Deutz 05, 63., Unsportlichkeit + Foulspiel)

Schiedsrichter: Dr. Lukas Heineck (SF/BG Marburg, Note 2)

Zuschauer: 222









Spielbericht Ideal CF Casa de España II - SC West Köln 1900/11

Auf die effiziente Tour
Kontertaktik wirkt: Casa España II bleibt Spitzenreiter

Juni 2026: Casa España II hat den Aufstieg im allerletzten Saisonspiel als Tabellenführer der Kölner Kreisliga B 1 in eigener Hand. 90 Minuten plus eine üppige Nachspielzeit später bedeutete das 1:2 gegen Direktkonkurrent Rot-weiß Zollstock die Absage aller Aufstiegsfeierlichkeiten am Zülpicher Wall. 78 Punkte und ein überragendes Torverhältnis von 132:36 waren am Ende zu wenig im 30 Runden andauernden Kopf-an-Kopf-Rennen gegen die 81 Zähler des aktuellen Neunten der Kreisliga A Köln.
Casas Tränen sind inzwischen getrocknet, denn auch die neue Serie verspricht der Elf vom Universitätsgelände die Promotion aus der Neuntklassigkeit. Durch den überraschenden Punktverlust Vorwärts Spohos (nur 3:3 bei Kellerkind FC Bosna) vom Donnerstag sogar als Spitzenreiter in den achten Spieltag gegangen, geriet das Match gegen den SC West Köln zur durchaus taktischen Veranstaltung, in der die Hausherren zunächst weitgehend auf eigenen Ballbesitz verzichteten und dem Gegner durch Nadelstiche zusetzten. So saß nach einer guten Viertelstunde prompt der erste echte Vorstoß, als der SC West weder Luca Kroepmans bei der Vorarbeit über links, noch Daniel Adam beim Abschluss vom Fünfer-Eck in nennenswerte Bedrängnis nahmen (16.).
Ein Plot, der wenig später auch über rechts zustande kam, ging es diesmal über Paul Feifel und den durchsteckenden Ole Gruner vor das Tor, wo wiederum Adam als Raumdeuter und Vollstrecker mit rechts auf 2:0 stellte (24.).
Abwechslungsreich ging es in der Folge zu, weil die Gäste aus dem Tabellenmittelfeld weiter munter mitspielten – ohne vorne aber den entscheiden Dreh zu kreieren. Erst nach etwas mehr als einer Stunde führte ein durch Erkam Taner initiierte Vorstoß zum verdienten Anschlusstreffer, der dem eher zufällig an die Pille gekommene Thierry Toulon aus zentraler Schussposition gelang (63.). Der letztjährige A-Ligist, dessen Abstieg erst durch ein medial vielbeachtetes Wiederholungsspiel zwischen dem FC Pesch II und Olympia Köln (4:2) am 19.07. (!) entschied, jetzt voll am Drücker und per Standard mit der dicken Ausgleichs-Doppelchance, doch Casa-Schlussmann Luca Fiori fischte erst einen Turan-Freistoß aus dem unteren Eck, um Augenblicke später auch Batuhan Turans Abdruck aus 20 Metern im Nachsetzen zu entschärfen (66.). Ebenso blieb auch Toulons Königschance ungenutzt, weil sich Verteidiger Dennis Pieczka in den Versuch warf und Fiori daraufhin abermals sicher zupackte (74.).
Umso wichtiger für den Primus, dass drüben keine halben Sachen gemacht wurden, als Kapitän Duncan Dykewicz die hohe Ecke hineinbrachte und Feifel im Kopfballduell mit Anton Blüm die Lufthoheit zum 3:1 behielt (79.).
Die allzeit bemerkenswert fair geführte, weil von Kult-Schiedsrichterin Marina Heyse mit klaren Ansagen geleitete, Partie damit vorentschieden. Zu verschmerzen war da für die Weiß-roten, dass Adam auf Traumpass von Dykewicz den Kürzeren gegen West-Fänger Renatto Paredes Fernandez zog (85.).
Casa España bleibt damit ganz oben und daheim weiter ohne Punktverlust, während die Jungs in Blau bereits übermorgen als Neunter den zwei Klassen höheren Bezirksligisten CFB Ford Niehl zum Kreispokalduell empfangen.

Tore: 1:0 Adam (16. Kroepmans), 2:0 Adam (24. Gruner), 2:1 Toulon (69.), 3:1 Feifel (79. Dykewicz)

gelbe Karten: Feifel, Adam – keine

Schiedsrichterin: Marina Heyse (Note 2)

Zuschauer: 30