Holsteins Rache über links
3:1
bei der SV Lieth: Quickborner halten Umwertungshinspielsieger im Keller
„Jaaaa, Kreisliga!“, jubelte TuS Holsteins Kapitän Tim Homfeldt nach dem Spiel
wenig vorbildlich in Richtung des Gegners, doch was als Provokation gemeint
war, erhielt im vorangegangenen Freitagabendmatch der Bezirksliga 01
tatsächlich weiteres Futter. Die SV Lieth trudelt eine Woche nach dem wichtigen
Dreier beim VfL Pinneberg (3:1) wieder zurück gen Abgrund.
Mit der Chance, die Abstiegsplätze zumindest über Nacht verlassen zu können,
aber auf dem Feld mit nur geringen Spielanteilen, gestaltete sich das Geschehen
wieder einmal früh zu Ungunsten der SVL, die den Quickbornern im Aufbau weder
Druck, noch Raumverdichtung antat und daher geradezu folgerichtig in Rückstand
geriet. Vollstreckung fand das 0:1 durch Finn Striplings linken Liniensprint
und Tom Meyers ideales Einlaufen zwischen Innen- und Linksverteidiger,
inklusive erfolgreichem Grätschschuss aus fünf Metern (11.).
Zwar antwortete der Abstiegskandidat mit einer guten Kopfballchance für Felix
Schröder, als dieser einen kopfverlängerten Tündermann-Einwurf aus der
Nahdistanz nicht statistikrelevant verwerten konnte (18.), doch ein
lückenhaftes Pressing warf Schröder und Co noch eine weitere Meile zurück.
Rasch überbrückte TuS Holstein von hinten heraus über Mika Lorenz´ tiefen Ball
das Mittelfeld, woraufhin Sohrab Safi den orientierungslosen Luca Albers im
langen Bogen überlief. Gegen Safis Versuch aus spitzem Winkel wehrte
SVL-Schlussmann Patrick Klösel auch noch zu kurz in die Mitte ab und schon
staubte Artin Shahrampour zur Verdopplung ab (23.).
Immerhin konnten in der Folge einige Halbchancen des Gegners als überstanden
vermeldet werden, ehe Philipp Matthiessen den Ball in der Bewegung nach innen
auf den Torwart brachte (24.) und Meraja
Magens das Tor aus einer geahndeten Abseitsposition heraus traf (25.).
Eine nachhaltige Veränderung der Spielstatik verursachte allerdings mit Jamal
Faisy ein Dunkelblauer, indem er Matthiessen ungestüm stempelte. Was
Schiedsrichter Rasim Islamoglu (Inter Hamburg) mit etwas Verzögerung
realisierte, hatten die Liether da natürlich schon sofort gewusst: das MUSS die
Ampelkarte für den früh vorbelasteten (14.) 19-Jährigen sein (36.)!
Mit einem Mann mehr auf der Koppel klappte es quasi mit dem Halbzeitpfiff auch
mit dem Anschlusstreffer, als Moritz Schulz rasch auf den weiterleitenden Matthiessen
einwarf und Magens Gegenspieler Hendrik Stättner zum Strafraumtänzchen bat
(45.+2). Ballführung, Geschwindigkeit und die Schusstechnik in die lange Ecke
belegten, warum die monatelange Verletzungsabstinenz des jungen Einzelkönners
ein entscheidender Faktor dieser verkorksten Saison ist.
Auch seine Kollegen machten sich mit verbesserter Körpersprache ans Ausgleichswerk,
das insbesondere durch Striplings Lapsus im eigenen Sechzehner durchaus in der
Luft lag. Nur tauchte Gäste-Fänger Nick Hoffmann behände gegen Matteo
Schuchhardts Abschluss aus elf Metern ab (48.).
Auch sonst war in der Folge immer irgendeiner der jetzt klar tiefer
gestaffelten Eulenstädter im Weg, sodass die Zeit so langsam gegen die „Liether
Löwen“ spielte. Vorne fehlte also die Durchschlagskraft, während der
Widersacher aus dem oberen Tabellendrittel auf der anderen Platzhälfte alles
klar machte. Abermals über links schüttelte diesmal der eingewechselte Mikel
Mucaku Kontrahent Julien Duffke ab, um erst zu bedauern, dass die eher zufällig
bei Pedro Pohl gelandete Hereingabe nicht zur Toreinleitung avancierte, weil sich
Klösel im Direktduell schön groß machte. Nils Witts schwache Klärung ins
Zentrum nutzte Jawad Faizy aber kurzerhand zum fiesen 1:3-Distanzaufsetzer
(83.).
Einmal noch hauchte eine Chance per Freistoß der Heim-Elf ein Momentchen der
Hoffnung ein, nur sicherte N. Hoffmann Witts Kopfball und damit auch den
Auswärtssieg (85.).
Für den Eingriff in den Aufstiegskampf reicht es dennoch längst nicht mehr. Mit
„schuld“ daran ist ausgerechnet die schon vorher nicht sonderlich geschätzte SV
Lieth, der man durch die Selbsteinwechslung von Coach Ibrahim Yener (zu diesem
Zeitpunkt rotgesperrt) trotz sportlichem 5:2 einen 3:0-Auswärtssieg via
Umwertung schenkte.
Nicht einmal vier Kilometer weiter stieg daher fast zeitgleich das Spitzenspiel
zwischen dem FC Elmshorn und dem Kummerfelder SV. Der FCE gewann übrigens mit 3:1
und steht als Meister und künftiger Landesligist fest.
Die Verhinderung eines Zweiklassenunterschieds zwischen den Rivalen in Elmshorn
und Umland haben die Jungs aus dem Liether Wald dagegen langsam nicht (mehr) in
eigener Hand. Ein Kellerduell gegen HSV IV steht zwar noch aus, doch der vorletzte
Platz und zwei Punkte Rückstand auf die Rothosen (erster nicht-Abstiegsplatz)
und die Aussicht, nun zu den torhungrigen Germanen nach Schnelsen zu müssen,
hängen – wie die schlechte Trainingsbeteiligung – als Damoklesschwert über dem
Butterberg.
Tore: 0:1 Meyer (11. Stripling), 0:2 Shahrampour (23. Safi),
1:2 Magens (45.+2, Matthiessen), 1:3 Jawad Faizy (83. Pohl)
gelbe Karten: Magens, Duffke, Behrens, Witt – Stripling, Lorenz, Appiah,
Homfeldt
gelb-rote Karte: Jamal Faizy (TuS Holstein, 36., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Rasim Islamoglu (Inter Hamburg)
Zuschauer. 50
Freitag, 24. April 2026
Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn
Freitag, 4. August 2023
Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn
Star-Ensemble
lässt erste Federn
Lüneburg-Doppelpack
zu wenig gegen zähes TuS Holstein
Erster kleiner Dämpfer für den Liga-Favoriten! Elmshorn-Derbysieger am ersten
Spieltag, im Pokal die ambitionierte Landesligatruppe von TBS Pinneberg
rausgehauen – doch nun musste sich die prominent besetzte SV Lieth zu Hause mit
einem Zähler gegen TuS Holstein Quickborn begnügen. „Die Bastion Butterberg
wurde wieder nicht eingenommen!“, brüllte Stadionsprecher Bo Hansen nach
Spielende fast schon etwas trotzig ins Mikrofon, das ihm der eine oder andere
Gäste-Anhänger („So ein Idiot!“) im Rahmen der Bezirksliga West-Partie im Liether Wald sicher
gerne entrissen hätte. Sportliche Genugtuung für das teilweise Fremdscham
auslösende Gebaren des zweiten SVL-Vorsitzenden, den fernsehkundige Menschen u.a.
aus der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ kennen, hatten die Elf Quickborner auf der
grünen Kunstwiese zur Beschwichtigung des Holstein-Gemüts zweifellos entfacht.
Nicht unbedingt mit schönem Fußball, jedoch mit emsiger Zweikampfführung und dichter
Staffelung - und sicherlich etwas Dusel!
Chancen für das in Rot gekleidete Star-Ensemble um die Lüneburg-Brüder ergaben
sich nämlich in ausreichender Fülle. Und nicht nur das, versenkte Jan Lüneburg
nach langem Zuspiel Tim Henningsens richtig spekulierend, dass der sonst
überragende Fatih Sahin die Kugel als Innenverteidiger falsch einschätzte, zum
umjubelten 1:0 (14.).
Sahin war es dann höchstpersönlich, der seinen Lapsus auf der anderen Seite
wieder vergessen machte, schweißte er eine von Marian Rister nicht perfekt
gefaustete Faizy-Ecke aus spitzem Winkel ausgleichend in die Maschen (23.).
An der Liether Überlegenheit hatte dies jedoch freilich nichts geändert. Gerade
noch rechtzeitig gelang es Florian Walter, ein saftiges Henningsen-Geschoss
hinter die Grundlinie zu klären (25.), während Philipp Matthiessen nach überragender
Eröffnung von Abwehr-Methusalem Patrick „Schotte“ Scheidt (39) nur die Vertikalstange erwischte, ehe J. Lüneburg den Nachschuss etwas überhastet ins
Nirvana schickte (41.).
Schlimmer noch erging es Matthiessen, als dieser freistehend Maximilian
Konetznys Hereingabe drüber steuerte (44.). „Alter, war das knapp“,
kommentierte ein User die Szene im fussball.de-Liveticker nicht zu Unrecht.
Die Quittung dafür setzte es Mitte der
zweiten (ebenfalls von den Gastgebern bestimmten) Hälfte, als Rister in hohen
Lüften mit den Fäusten gegen Torben Handke zur Stelle war, nur platzierte er das
Runde damit genau bei Kapitän Robin Strunz, dessen Heber aus der dritten Reihe
tatsächlich den überraschenden Führungstreffer der ansonsten bieder
auftretenden Jungs aus dem Holstenstadion bedeutete (68.). Da halfen auch die
unangebrachten Stürmerfoulproteste, in deren Rahmen sich J. Lüneburg ein „Ticket“
wegen Meckerns einfing, nichts…
Wütend spielte Rot, zu dem sich im zweiten Abschnitt mit Nil von Appen der
nächste aus höheren Gefilden Bekannte gesellte, nun gegen die drohende Schlappe
an. Von Appens Eckstoß und J. Lüneburgs Kopfball mischten die Karten für die
Schlussphase in der Tat noch einmal neu (72.). Der dritte (von vier) Treffer(n)
übrigens schon, den von Appen in dieser Bezirksligasaison von der Fahne vorbereitete…
Aber was wurde jetzt aus der Jagd nach dem Heimsieg? Nicht viel, kloppte die
leidenschaftliche Yilmaz-Equipe alles Gefährliche aus dem Sechzehner, um auch
noch selbst zweimal durch Niklas Wolters Lupfer (75.) und einen Strunz-Versuch (83.)
aufzuwarten.
Hinten hatte derweil Schlussmann Merlic Suhn alles im Griff. Gegen J. Lüneburg
gelang ihm ein Monster-Reflex, den die hochschnellende Fahne des erfahrenen
Rainer Sierk (Sportfreunde Uetersen) schnell für obsolet erklärte (89.).
Kurz brandete Jubel bei Suhn und Co schließlich Jubel auf, nachdem Andreas Voß (VfL
Pinneberg) die Partie abpfiff und der Vier-Punkte-Saisonstart hüben wie drüben
in Stein gemeißelt war.
Tore: 1:0 J. Lüneburg (14.
Henningsen), 1:1 Sahin (23. Faizy), 1:2 Strunz (68. Handke), 2:2 J. Lüneburg
(72. von Appen)
gelbe Karten: J. Lüneburg, F.
Lüneburg – Handke, Faizy, Strunz, Veseli, Yilmaz (Trainer)
Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL
Pinneberg)
Zuschauer: 150
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| Achtung, von Appen-Freistoß im Anmarsch! |

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