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Dienstag, 4. März 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.B - SC Vier- und Marschlande 1.B

Der Konjunktiv schießt keine Tore
„Knackpunkt Chancenverwertung“: Schanze scheitert im Achtelfinale

Chancenverwertung:das Erzielen von Toren oder Punkten in Erfolg versprechenden Spielsituationen“, erklärt uns der Duden den Begriff, dessen offenkundiges Fehlen in der Diktion der SCS-2008er den Wasserturm-Kickern zu einem gehörigen Anteil den Pokalauftritt vermieste. „Da liegt der Knackpunkt des Abends“, befand Kapitän Arthur Schreiber, der nach einmonatiger Spielabstinenz (Krankheit und Schiedsrichtereinsätze) seinen eigenen Anteil am Tor-Geiz seiner Farben hatte: Aus kürzester Distanz war es ihm nicht gelungen, den Fläche machenden Jannis Rücker im Tor des Landesligaspitzenreiters zu überwinden (20.). Und weil auch Marvin Bonsu in zwei Eins-gegen-eins-Situationen (26. & 35.) ebenso wenig Grund zum Jubeln produzierte, wie Theo Spöhrer mit seinem Pfostenkracher (28.), konnten die Gäste nach einer halben Stunden ihrerseits durch Niko Schulz aus „unerwarteter Position“ per Flatterball, zusätzlich von den „katastrophalen Lichtverhältnissen“ unterstützt, in Front gehen (30.).
„(…) Dann hätten wir klar in Führung gehen müssen, in der ersten Hälfte und dann fällt auch dieses Gegentor nicht, weil wir gar nicht so in eine Druckphase geraten. Und selbst wenn es fällt, führen wir zur Halbzeit halt 3:1 und das ist total entspannt“, trauerte Schreiber dem Idealstart in einen beidseitig emsig geführten Pokalfight hinterher.
Doch auch die Jungs vom Deich blieben im Abschluss nicht makellos. Kleine Gelegenheiten zu Beginn (1., 5. & 8.), sowie ein nicht satt getroffener Ball im Tempogegenstoß von Delil Aytan (34.) hatten im Ansatz mehr versprochen.
Kurz vor der Pause dann aber wieder Alarm vor dem SCVM-Gehäuse, wo ein Stellungsfehler Bonsu freie Fahrt zum Pfostenschuss ermöglichte (40.).
Ermöglichen tat kurz nach dem Seitenwechsel „eine Fehlentscheidung“ das 0:2. Ein wechselseitiges Halten bewertete der erst zehn Minuten vor Kick-Off eingetroffene Schiedsrichter als Foul des SCS, woraufhin Schreiber beim folgenden Rechtsaußenfreistoß Gegenspieler Georgios Papasimopoulos am ersten Pfosten verlor und schon war der Rückstand verdoppelt (42.).
Das Momentum jetzt klar bei der Riecken-Elf, die eine Viertelstunde später durch „ein ärgerliches Ding, bei dem wir wieder so ein bisschen pennen“ quasi alles klar machte. Innen- und Außenverteidiger „ohne Kommunikation“ und „niemand fühlt sich so wirklich wichtig, zum Ball zu gehen“ – außer Angreifer Albert Jonen, der frei vor dem Ziel gekonnt einnetzte (56.).
Spiel (wohl) verloren – Motivation verloren? Mitnichten! „Eine positive Erkenntnis ist auf jeden Fall unsere Moral. Ich finde, wir haben über 80 Minuten weitergemacht, egal was da kam. Auch nach dem 0:3 und dem 1:4 haben wir weitergemacht und nicht aufgehört, Fußball zu spielen. Man hat gesehen, dass wir die spielerisch deutlich bessere Mannschaft waren!“, erklärte Schreiber nicht ohne Stolz, um, angesprochen auf Kleon Lorenz und seinen „geilen Abschluss“ aus der zweiten Reihe zum „zu diesem Zeitpunkt verdient“ verkürzenden 1:3 (65.), einen erneuten Ausflug ins Hätte, Wenn und Aber zu unternehmen: „Wenn wir dann das 3:2 machen; Kleon seine nächste Eins-gegen-eins-Situation gegen den Torwart nicht ans Außennetz nagelt, sondern oben links ins Eck oder auch flach in die lange Ecke (73.), dann kommen wir da auch auf jeden Fall ins Elfmeterschießen!“.
Der Fußballgott hatte aber andere Pläne, die er bei Sharif Elsayed Mohameds Alu-Treffer zwar noch vertagte (72.), im späteren Verlauf aber durch den tief geschickten Ryan Horn aber kaltschnäuzig vollenden ließ (75.).
„inhaltlich gescheitert sind wir an unserer Chancenverwertung“, blieb letztlich das Fazit unter ein Match mit einer dennoch positiven Erkenntnis: „Ich glaube, dass man nach so einem Spiel gesehen hat, wie gut wir eigentlich sind und wir das einfach zu selten auf den Platz bekommen. Das ist das Problem. Man hat das heute von Anfang an gemerkt, dass die Intensität gestimmt hat.“. Letzteres traf heuer freilich auch auf die feiernden Sieger, für die es im Viertelfinale gegen den in der Oberliga beheimateten SC Victoria (überraschendes 9:8 im Elfmeterschießen gegen den USC Paloma aus der DFB-Nachwuchsliga) geht, zu. Zehn weitere Verwarnungen folgten auf Schreibers Einstiegskarte („Stempeln“, 9.). „Zu viele Karten, für so ein Spiel“…
Nicht weniger intensiv wird sich das erneute Duell, diesmal in der Liga, kommenden Monat, gestalten: „. Ich freue mich auf das Wiedersehen. Es wird ein interessantes Spiel, denn natürlich geht SCVM im Rückspiel mit zwei Siegen aus zwei Spielen dann als klarer Favorit hinein. Dazu auch Tabellenerster in der Liga. Aber ich glaube, dass wir sie auf jeden Fall schlagen können, denn wir spielen den besseren Fußball. Und wenn wir unsere Chancen zum Anfang des Spiels genutzt hätten, dann wären wir auch eine Runde weiter im Pokal gekommen“. – wären…

Tore: 0:1 Schulz (30.), 0:2 Papasimopoulos (42.), 0:3 Jonen (56.), 1:3 Lorenz (66.), 1:4 Horn (75.)

gelbe Karten: Schreiber, Mohammed, Bonsu, Lorenz, Materne – Schwieger, Hänsch, Weise, Elsayed Mohamed, Krimmel, Rücker

Schiedsrichter: Finn Louis Oberdörfer (Hamburger SV)

Zuschauer: 70