Der
Konjunktiv schießt keine Tore
„Knackpunkt Chancenverwertung“: Schanze scheitert im
Achtelfinale
Chancenverwertung: „das Erzielen von
Toren oder Punkten in Erfolg versprechenden Spielsituationen“, erklärt uns der
Duden den Begriff, dessen offenkundiges Fehlen in der Diktion der SCS-2008er
den Wasserturm-Kickern zu einem gehörigen Anteil den Pokalauftritt vermieste. „Da
liegt der Knackpunkt des Abends“, befand Kapitän Arthur Schreiber, der nach
einmonatiger Spielabstinenz (Krankheit und Schiedsrichtereinsätze) seinen
eigenen Anteil am Tor-Geiz seiner Farben hatte: Aus kürzester Distanz war es
ihm nicht gelungen, den Fläche machenden Jannis Rücker im Tor des
Landesligaspitzenreiters zu überwinden (20.). Und weil auch Marvin Bonsu in
zwei Eins-gegen-eins-Situationen (26. & 35.) ebenso wenig Grund zum Jubeln
produzierte, wie Theo Spöhrer mit seinem Pfostenkracher (28.), konnten die
Gäste nach einer halben Stunden ihrerseits durch Niko Schulz aus „unerwarteter
Position“ per Flatterball, zusätzlich von den „katastrophalen
Lichtverhältnissen“ unterstützt, in Front gehen (30.).
„(…) Dann hätten wir klar in Führung gehen müssen, in der ersten Hälfte und
dann fällt auch dieses Gegentor nicht, weil wir gar nicht so in eine Druckphase
geraten. Und selbst wenn es fällt, führen wir zur Halbzeit halt 3:1 und das ist
total entspannt“, trauerte Schreiber dem Idealstart in einen beidseitig emsig
geführten Pokalfight hinterher.
Doch auch die Jungs vom Deich blieben im Abschluss nicht makellos. Kleine
Gelegenheiten zu Beginn (1., 5. & 8.), sowie ein nicht satt getroffener
Ball im Tempogegenstoß von Delil Aytan (34.) hatten im Ansatz mehr versprochen.
Kurz vor der Pause dann aber wieder Alarm vor dem SCVM-Gehäuse, wo ein
Stellungsfehler Bonsu freie Fahrt zum Pfostenschuss ermöglichte (40.).
Ermöglichen tat kurz nach dem Seitenwechsel „eine Fehlentscheidung“ das 0:2.
Ein wechselseitiges Halten bewertete der erst zehn Minuten vor Kick-Off eingetroffene Schiedsrichter als Foul des SCS,
woraufhin Schreiber beim folgenden Rechtsaußenfreistoß Gegenspieler Georgios
Papasimopoulos am ersten Pfosten verlor und schon war der Rückstand verdoppelt
(42.).
Das Momentum jetzt klar bei der Riecken-Elf, die eine Viertelstunde später
durch „ein ärgerliches Ding, bei dem wir wieder so ein bisschen pennen“ quasi
alles klar machte. Innen- und Außenverteidiger „ohne Kommunikation“ und
„niemand fühlt sich so wirklich wichtig, zum Ball zu gehen“ – außer Angreifer
Albert Jonen, der frei vor dem Ziel gekonnt einnetzte (56.).
Spiel (wohl) verloren – Motivation verloren? Mitnichten! „Eine positive
Erkenntnis ist auf jeden Fall unsere Moral. Ich finde, wir haben über 80
Minuten weitergemacht, egal was da kam. Auch nach dem 0:3 und dem 1:4 haben wir
weitergemacht und nicht aufgehört, Fußball zu spielen. Man hat gesehen, dass
wir die spielerisch deutlich bessere Mannschaft waren!“, erklärte Schreiber
nicht ohne Stolz, um, angesprochen auf Kleon Lorenz und seinen „geilen
Abschluss“ aus der zweiten Reihe zum „zu diesem Zeitpunkt verdient“
verkürzenden 1:3 (65.), einen erneuten Ausflug ins Hätte, Wenn und Aber zu unternehmen: „Wenn wir dann das 3:2 machen;
Kleon seine nächste Eins-gegen-eins-Situation gegen den Torwart nicht ans
Außennetz nagelt, sondern oben links ins Eck oder auch flach in die lange Ecke
(73.), dann kommen wir da auch auf jeden Fall ins Elfmeterschießen!“.
Der Fußballgott hatte aber andere Pläne, die er bei Sharif Elsayed Mohameds
Alu-Treffer zwar noch vertagte (72.), im späteren Verlauf aber durch den tief
geschickten Ryan Horn aber kaltschnäuzig vollenden ließ (75.).
„inhaltlich gescheitert sind wir an unserer Chancenverwertung“, blieb letztlich
das Fazit unter ein Match mit einer dennoch positiven Erkenntnis: „Ich glaube,
dass man nach so einem Spiel gesehen hat, wie gut wir eigentlich sind und wir
das einfach zu selten auf den Platz bekommen. Das ist das Problem. Man hat das
heute von Anfang an gemerkt, dass die Intensität gestimmt hat.“. Letzteres traf
heuer freilich auch auf die feiernden Sieger, für die es im Viertelfinale gegen
den in der Oberliga beheimateten SC Victoria (überraschendes 9:8 im
Elfmeterschießen gegen den USC Paloma aus der DFB-Nachwuchsliga) geht, zu. Zehn weitere Verwarnungen
folgten auf Schreibers Einstiegskarte („Stempeln“, 9.). „Zu viele Karten, für
so ein Spiel“…
Nicht weniger intensiv wird sich das erneute Duell, diesmal in der Liga, kommenden
Monat, gestalten: „. Ich freue mich auf das Wiedersehen. Es wird ein interessantes
Spiel, denn natürlich geht SCVM im Rückspiel mit zwei Siegen aus zwei Spielen
dann als klarer Favorit hinein. Dazu auch Tabellenerster in der Liga. Aber ich
glaube, dass wir sie auf jeden Fall schlagen können, denn wir spielen den
besseren Fußball. Und wenn wir unsere Chancen zum Anfang des Spiels genutzt
hätten, dann wären wir auch eine Runde weiter im Pokal gekommen“. – wären…
Tore: 0:1 Schulz (30.),
0:2 Papasimopoulos (42.), 0:3 Jonen (56.), 1:3 Lorenz (66.), 1:4 Horn (75.)
gelbe Karten: Schreiber, Mohammed,
Bonsu, Lorenz, Materne – Schwieger, Hänsch, Weise, Elsayed Mohamed, Krimmel,
Rücker
Schiedsrichter: Finn Louis
Oberdörfer (Hamburger SV)
Zuschauer: 70
Dienstag, 4. März 2025
Spielbericht SC Sternschanze 1.B - SC Vier- und Marschlande 1.B
Sonntag, 15. Dezember 2024
Spielbericht SC Sternschanze 3.B - SC Victoria Hamburg 1.B
Entspannte
Einbahnstraße
Vicky-2008er
machen unspektakulär das Achtelfinale klar
0:8 und doch konnten beide Parteien am Sonntagabend zufrieden in die
Winterpause gehen. Drei Klassen Unterschied brachte das Viertrunden-U17-Pokalduell
der Zweiten des SC Sternschanze (Kreisliga) und der Oberliga-Elf des SC
Victoria auf dem Papier zu Tage.
Ein Fakt, der auch in Sachen Ballbesitz auf dem nasskalten Spielfeld zu
erkennen war. Vicky, da clevererweise in schwarzen Trikots angereist, in
Leibchen, übte mit überwältigendem Ballbesitz erheblichen Druck aus, dem sich
der SCS mit viel Leidenschaft entgegenstellte.
Und brachte der Favorit das Bällchen einmal Richtung Schanzen-Tor, packte
Goalie Piet Grützner fachgerecht zu (5. & 12.).
Auf der anderen Seite geschah unterdessen gar Überraschendes, als sich Carl
Stubenvoll aus der Mitte eine gute Schusschance bot. Der Versuch zischte
vorbei, doch der Oberligist war gewarnt, die Zügel nicht allzu sehr schleifen
zu lassen (10.).
Nach etwas mehr als einer torlosen Viertelstunde killte Victoria schließlich
die Pokalromantik. Nicht aus dem gebundenen Spiel heraus, sondern mit einer kurzen
Eckenvariante auf das ballnahe Strafraumeck, von wo Ben Reinholz erfolgreich
wie vermeidbar zum 0:1 abzog (16.).
Ebenso sicher saß ein Freistoß, den Reinholz nach einem Auffahrunfall von
Jefferson Hernandez Zamora diesmal von der anderen Seite hineinschweißte (25.).
Ein Tor der Marke „krummes Ding“ durch Josh Tietje markierte schließlich den
immer noch moderaten Halbzeitstand von 0:3 (35.).
Nach der Pause derselbe Ritt durch die Einbahnstraße, die für Noah Schmideder
fast zu persönlichen Schlucht wurde. Handspiel auf der Torlinie vom
zweikampfstarken Innenverteidiger, der das Glück hatte, nicht den fälligen
roten Karton zu sehen…
Mehr Schanzen-Glück gab es in dieser Szene jedoch nicht: Grützner ahnte die
Ecke, doch Lamine Cisses Strafstoß schlug zum 0:4 im SCS-Tor ein (51.).
Der Rest ist schnell erklärt: Dobromil Czarnecki versenkte zweimal aus der
zweiten Reihe (59. & 69.), ein Bensoussan-Treffer am langen Pfosten
bedeutete durch seine Entstehungskombination über Cisse und Reinholz den
sportlichen Höhepunkt (73.) und Victor Ende markierte per Rechtsschuss in den
Winkel ebensolches zum 0:8 (80.).
Schanze, das Anfang der zweiten Hälfte bei Nana Asare Kumis Abschluss nur
hauchdünn den Ehrentreffer verpasste (45.), zog sich damit gut aus der Affäre,
während der SC Victoria, bei dem gleich drei Mann aus der Vorwoche rotgesperrt
fehlten, neben dem ungefährdeten Pokalweiterkommen diesmal auch das entspannte
Gefühl eines nicht eskalierten Duells mitnahm. Gegner im Achtelfinale wird dann
die Regionalliga-Elf des USC Paloma sein.
Tore: 0:1 Reinholz (16.),
0:2 Reinholz (25., direkter Freistoß), 0:3 Tietje (35.), 0:4 Cisse (51.,
Strafstoßtor, Handspiel Schmideder), 0:5 Czarnecki (59.), 0:6 Czarnecki (69.),
0:7 Bensoussan (73. Reinholz), 0:8 Ende (80.)
Schiedsrichter: Volkan Özkan (SV
Groß Borstel)
Zuschauer: 30
Samstag, 14. Dezember 2024
Spielbericht SC Sternschanze 1.B - SV Rugenbergen 1.B
„In
zwei Jahren Bundesliga“ – Lorenz ballert SCS weiter!
Den
Oberligisten eliminiert: Dreierpack hievt Schanze-2008er ins Achtelfinale
„Natürlich ist es eine Überraschung, wenn man als Landesligist den Oberligisten
schlägt“, stellte Theo Spöhrer, der soeben mit seiner Schanze-B1 den SV
Rugenbergen aus dem Pokal eliminierte, das auf dem Papier Stehende fest. Doch
inhaltliche Gründe dafür gab es ebenso zahlreich: „Auf jeden Fall war der
Teamzusammenhalt bei uns besser. Wir haben wirklich jeder für jeden gekämpft.
Das hat bei denen gefehlt“, fielen Einsatz und Moral unter
SCS-Regen-Flutlichtkulisse ebenso ins Gewicht wie „Phasen, in denen wir besser
waren“. Und: „Wir haben unsere Chancen besser genutzt“. Ein Prädikat, das vor
allem in Richtung von Kleon Lorenz ging. „Ein super Spiel von Kleon – da kann
man nicht meckern“, ordnete Spöhrer den Auftritt des an guten Tagen Unterschiedsspielers
und an schlechten Totalausfalls ein. Vor allem, weil „er diesmal seine Schüsse
genutzt und nicht zehn Meter übers Tor gehauen hat“.
Erstmalig demonstriert in Minute zehn. „Ein schönes Tor mit ein bisschen Hilfe
vom Gegner“. So fälschte ein Roter den Versuch im nach innen ziehen exakt so
ab, dass die Kugel im hohen Bogen über den Goalie zum frühen Vorsprung
hineinplumpste.
Wichtig für den SCS, der zu Beginn alle Hände voll zu tun hatte, sich aus dem
Druck des Oberligazweiten zu lösen.
Verlass war dabei auch auf Schlussmann Enno Gloßner, der beispielsweise einen
Heilmann-Versuch aus der zweiten Reihe zur Seite parierte (15.).
Chancenlos der Fänger dagegen kurz darauf, als Arthur Schreiber, der nach
reduzierter Trainingsbeteiligung und zuletzt zeitgleichen
Schiedsrichtereinsätzen an Spieltagen eine Anlaufphase benötigte, die Kugel im
Aufbau herschenkte und Nico Scherwat letztlich „Danke“ sagte – 1:1 (16.)!
Schanze aber blieb im Film und verzückte gar durch spielerische Linie. In
Fötus-Stellung holte Schreiber einen Defensivfreistoß raus, woraufhin
Marineblau die Kugel herrlich zirkulieren ließ. Schreibers Verlagerung nach links
erwies sich hierbei ebenso als sinnvoll, wie das Angriffsfinale, das Lorenz auf
Ablage des starken Felix Lenzen „schön reingehauen“ hatte. Ein fieser Aufsetzer
stellte den baumlangen Morten Dieckmann, der den unpässlichen Frederic Poll zwischen
den SVR-Pfosten vertrat, jedenfalls vor eine für ihn unlösbare Aufgabe (26.).
Weitaus weniger effizient agierten da die bemühten, auf dem wenig geräumigen
Geläuf aber um ihre Stärke des schnellen Offensivpersonals beraubten Gäste.
Scherwat sah seinen Ball noch vor dem Strich geklärt (30.), Heilmanns
Direktabnahme zischte vorbei (36.) und wieder ETV-Rückkehrer Scherwat
scheiterte aus der Bewegung an Gloßner (38.), um kurz vor der Pause mit links
drüber zu löffeln (40.).
Nicht erfolgreicher verlebten die zunehmend hektischer werdenden Bönningstedter
den zweiten Abschnitt, der nach Johann Lamollers Mecker-Tirade gegen den
Unparteiischen für fünf Minuten in Unterzahl zu bestreiten war (52.). Mit
Lamoller traf es freilich keinen Unbekannten, hatte der Kapitän in der Vorwoche
eine Schlägerei nach Spielende angezettelt. Glückwunsch zu diesem vorbildlichen
Führungsspieler!
Zu allem Überfluss fing sich der Klassenhöhere nach einer knappen Stunde gar
das dritte Ei. Auf einem hohen Schreiber-Freistoß sammelte sich zwar bereits
eine Regenpfütze, doch trotzdem würgte abermals Lorenz die Kugel gegen den
unsicheren Dieckmann in drei Anläufen über die Linie (59.). „Ich hatte ein
bisschen Angst, dass der doch nochmal von der Linie gekratzt wird“, beschrieb
Kollege Spöhrer seinen persönlichen Nervenkitzel beim 3:1, bei dem er „schon
dreimal das Gefühl hatte, dass der Ball drinnen war“.
Lorenz unterdessen war mit Treffer Nummer drei bereits vorzeitig zum Mann des
Tages aufgestiegen. „Wirklich ein super Spiel von ihm! Schöne Tore, wichtige
Tore. Wenn er immer so viele Tore macht, dann spielen wir in zwei Jahren
Bundesliga“, bewertete Spöhrer den Auftritt seines später leicht
zeitstrafengefährdet substituierten Torjägers.
Die verbliebenen Schanzer wehrten sich in der Folge gegen die rot-schwarze
Schlussoffensive, die vor allem über Standards lief. Zwei davon wischte Gloßner
gekonnt aus der Luft (75. & 76.), während es gegen den am langen Pfosten
blanken Jacob Jahns zur Rettungstat am Boden kam (Azimullah Mohammadi löschte
die Szene schließlich per Grätsche, 77.).
Mehr passierte dann nicht mehr, im Flutlichtsprühregen, sodass der
Achtelfinaleinzug des Landesligisten perfekt war. Anfang März warten dort nun
vertraute Gesichter aus Hamburg-Ost: Ligakonkurrent (und Spitzenreiter) SC
Vier- und Marschlande gibt sich zur Runde der letzten 16 die Ehre am
Wasserturm. „Ich mag es jetzt nicht so sehr, gegen die zu spielen, aber diesmal
spielen wir ja zum Glück auf unserem Platz“, ging der Kelch des „grauenhaft
kleinen Platzes“ am Zollenspieker immerhin am SCS vorbei. „Ich glaube, es gäbe
schlimmere Lose; vielleicht aber auch leichtere“, bleibt die Gefühlswelt vor
einem „nicht deutlich leichteren Spiel, als das, was wir jetzt hinter uns
haben“, ambivalent.
Zufriedenheit herrscht dagegen mit der „guten Entwicklung, was spielerische
Sachen angeht“. „Auch der Zusammenhalt ist besser geworden. Von der
Tabellensituation könnten wir jetzt natürlich noch besser dastehen. Letzte
Saison war okay am Ende, aber dieses Jahr könnten wir noch ein bisschen besser
dastehen“, geht der Blick des Landesliga-Fünften nicht ganz zu Unrecht gen
Aufstiegskampf.
Tore: 1:0 Lorenz (10.),
1:1 Scherwat (16.), 2:1 Lorenz (25. Lenzen), 3:1 Lorenz (59. Schreiber)
gelbe Karten: Schreiber, Hameed
Mohammed, Lorenz – Lamoller, Rabeary
Zeitstrafe: Lamoller (SVR, 52.,
unsportliches Verhalten)
Schiedsrichter: Ali Cüneyt Kurnaz
(Eimsbütteler TV)
Zuschauer: 50