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Sonntag, 8. Dezember 2024

Spielbericht SC Victoria Hamburg V - 1. FC Quickborn II

Spitzenthriller
Führung, Unterzahl und Siegtreffer 90.+3: Vicky V wieder im Drama-Modus

Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die vielen Follower auf den bekannten Plattformen, streitet die fünfte Mannschaft des SC Victoria, auf den Plätzen der Kreisklasse 6 um Siege und vermarktungsfähiges Filmmaterial. Der Plot, den der aktuelle Spitzenreiter zum Jahresabschluss 2024 am Sonntagabend gegen den Tabellendritten, 1. FC Quickborn II, produzierte, barg noch einmal wahrhaft cineastisches Drama.
Mit einigen ehemaligen Eulenstädtern an Bord, stellte man sich rasch als das aktivere der beiden Teams heraus, was sich entsprechend früh auszahlen sollte. Einen langen Freistoß Jan Johansens verlängerte Steffen Puzycha mit dem vollen Haarschopf auf Sabaun Nawparwar, der wiederum vor FCQ-Fänger Leon Krause zum 1:0 einspitzelte (8.).
Die Antwort des ambitionierten Tabellendritten folgte wenig später, nur schob Niklas Tietjens das Leder aus der Idealposition genau in die Arme des bereits liegenden Jan Giesecke (13.). Ein Fehlschuss, der sich als doppelt ärgerlich herausstellen sollte, weil drüben Yoofi Auge nach Fehlpass Marcel Werner alle Zeit der Welt bekam, aus 25 Metern kontrolliert zum 2:0 ins lange Eck zu zielen (14.).
Und es hätte noch krasser kommen können. Denn erst klärte Ali Yusufi gerade noch so einen Kopfball vor der Linie (20.), dann bolzte Leon Kroiß die Kugel in Rücklage nach schönem Festmachen durch Puzycha von der Strafraumlinie drüber (25.).
Danach sollte sich der Wind jedoch drastisch drehen. Nach Niklas Tietjens´ zu zögerlichem Strafraumraumintermezzo noch erleichtert durchgepustet (33.), handelte sich die Streamertruppe um den heuer unpässlichen Maximilian Stemmler nur Sekunden später einen Platzverweis, drei Verwarnungen und Levin Cammanns platziertes Strafstoßtor in die linke untere Ecke ein (36.). Was war passiert? Im Laufduell schob Kapitän Auge gegen Levin Cammann die Zehen gen Ball. Den Angreifer damit zu Fall gebracht, war allerdings auch eine Ballberührung dabei. Aus dem Mittelkreis hatte Schiedsrichter Marco Kopp (SC Sternschanze) einen nicht ballorientierten Einsatz wahrgenommen. Der klassische Fall einer Tatsachsenentscheidung.
Vicky nun also zum Umstellen gezwungen, verzichtete fortan in einem auf „Nadelstiche“ ausgelegten 4-3-2-System auf eine klassische Sturmspitze. Offensivmomente, wie Puzychas Heber mit dem Rücken zum Ziel (44.), fanden daher lange keine Nachahmer.
Stattdessen drückten die Gäste ordentlich auf die Taube, generierten viele Offensivstandards, von denen einer schließlich zum vermeintlichen 2:2 führte, doch der knappe Abseitspfiff erlöste die hier zuordnungslosen Hausherren (50.).
Danach verflachte die umkämpfte Partie (insgesamt 15 (!) verteilte Karten), bis die überzähligen Orangenen eine wilde Schlussphase mit dem nachgeholten Ausgleichstreffer einläuteten (82.). Der eingewechselte Julien Kampers vermochte es zwar nicht, eine hohe Hereingabe am zweiten Pfosten zu veredeln, nur bekamen Victorianer anschließend einfach keine Klärung in die Szene. Werner durfte noch einmal flanken und Levin Cammann verwertete aus kurzer Distanz. Fraglich nur, ob Giesecke das Spielgerät tatsächlich erst hinter der Linie zwischen die Griffel bekam. Der Schiri entschied jedenfalls auf Tor für den 1. FC Quickborn, der anschließend durch seinen kantigen Toptorschützen nur knapp an der Führung vorbei, beziehungsweise drüber, schrammte (83.) und auch bei Cammanns Schusschance im Sechzehner (Giesecke packte zu) mehr versprochen bekam (90.).
Die Dinge kamen schlussendlich aber ganz anders, führte Fatos Govoris Ampelkarte nach taktischem Foul (der Eingewechselte stand gerade einmal eine halbe Stunde auf der Koppel) den Gegner nicht nur personell zurück ins Match (85.).
Blau wieder voll in der Verlosung und mit Marc Vorderstraßes abgefälschtem Versuch auch wieder offensiv nennenswert vorstellig (90.+3), ehe der direkt folgende Eckstoß des ansonsten glücklosen Alexander Keck tatsächlich genau in den Fünfer segelte, wo Leon Kroiß das entscheidende Kopfballduell gegen seinen Vornamensvetter Cammann gewann und den Primus damit in der Nachspielzeit in maximale Ekstase köpfte.  
Lange fünf Minuten mussten Keck und Co aber noch um den erkämpften Dreier zittern. Mit dem steten Gewinn der wichtigen Mittelfeldzweikämpfe und einer gar nicht mal so schlechten 48 Meter-Bogenlampe von Keck (90.+6) nahm man am Ende geschickt die nötigen Sekunden von der Uhr. Die Wintermeisterschaft der Kreisklasse 6 war damit mehr als bestätigt. Sieben Zähler Vorsprung auf Verfolger TuRa Harksheide III und deren acht jetzt auf den FCQ auf Rang drei versprechen den vielen tausend Zuschauern in den sozialen Netzwerken eine virtuelle Meisterschafts- und Aufstiegsfeier.

Tore: 1:0 Nawparwar (8. Puzycha), 2:0 Auge (14.), 2:1 Levin Cammann (36., Strafstoßtor, Auge an Levin Cammann), 2:2 Levin Cammann (82. Werner), 3:2 Kroiß (90.+3, Keck)

gelb-rote Karte: Govori (1. FC Quickborn II, 85., wiederholtes Foulspiel)

rote Karte: Auge (SC Victoria V, 34., Notbremse an Levin Cammann)

Schiedsrichter: Marco Kopp (SC Sternschanze)

Zuschauer: 85


Freitag, 6. September 2024

Spielbericht SC Victoria Hamburg V - SC Alstertal/Langenhorn IV

Streamer bleiben in Schlagdistanz
Zweites 2:1 in Folge: Victoria V hält den Anschluss an die Spitze

In der Vorsaison hauchdünn an der Kreisliga-Promotion gescheitert, arbeitet die Streamertruppe von Victoria 5 im nächsten Anlauf nun langsam ans Obergeschoss der Kreisklasse 6 heran.
Im Freitagabendheimspiel gegen die Viertvertretung des SC Alstertal/Langenhorn, die aus dem HFV-Pokal noch positiv bekannt ist (5:3-Auswärtssieg), hatte man Ball und Widersacher schnell im Griff und die Führung schnell auf dem Fuß von Alexander Keck. Jedoch scheiterte dieser nach Vorarbeit Hans Wüstling über links gleich doppelt am heuer bestens aufgelegten Tomas Bjarnason (5.).
Auch weitere Top-Chancen des teils zu arrogant abschließenden Torjägers a.D. vermochten die Blauen nicht in Front zu bringen (16., 20. & 30.).
Erst von der 10-Yard-Marke aus bescherte der einstige Quickborner seinen Farben das Hochgefühl der Führung, nachdem Leon Kroiß bei einer Einwurfsituation regelwidrig in die Mangel genommen wurde (33.).
Erst zum Ende des lange unter widrigen Lichtbedingungen gespielten ersten Abschnitts traute sich auch der biedere Aufsteiger nach vorne. Nach innen gezogen, verzog Sascha Nicolaisen deutlich (38.), um es per Freistoß, knapp drüber, schon besser zu machen (45.).
Aus dem Spiel heraus, genauer gesagt, durch ein starkes Solo nach eigenem Ballgewinn hinter Mittelinie, leistete Marko Mlinac auf der Gegenseite den idealen Service, der in einer Flanke für den verdoppelnden Kurzdistanzkopfball Maximilian Stemmlers mündete (52.). „Ausgerechnet…“, dürfte sich der geneigte Fan des Mannschaftsgründers mit seinen knapp 2,4 Millionen YouTube-Abonnenten gedacht haben…
Die Gäste aber schlugen keine sieben Minuten später zurück. Im aktiven Doppelpass löste sich Nicolaisen über links, um Tapio Maus in der Mitte zu bedienen. Dass dieser seinen massigen Platz in der Parzelle wiederum im Rabona-Stil ins lange Eck nutzte, dürfte dem Hausherrn indes den einen oder anderen Video-Klick zur Werbeeinnahme mehr bescheren…
Eine halbe Stunde blieb den Nord-Hamburgern um Spielertrainer Jonas Piechura noch, doch die besseren Möglichkeiten gehörten weiter Keck und Co. So zielte der Haupthaarlose von halblinks an den Pfosten (62.), während es die Kollegen nicht besser machten. Vor allem mit dem herausschnellenden linken Fuß trieb Gäste-Fänger Bjarnason den Gegner ein ums andere Mal in den Wahnsinn.
So blieb SCALA, das in der Zwischenzeit Glück hatte, dass Maus trotz zweiter gelber Karte für Taktikfoul Nummer zwei weiter Teil des Spiels bleiben durfte (87.), bis zum Ende in der Verlosung um das Zählbare.
Eine letzte Schusschance für den eingewechselten Jason-Lee Günther endete allerdings mit einem Schüsschen in die Arme des nicht geforderten Tormannes – die Punkte blieben im Stadion Hoheluft!

Tore: 1:0 Keck (33. Strafstoßtor), 2:0 Stemmler (52. Mlinac), 2:1 Maus (59. Nicolaisen)

gelbe Karten: Auge, Ndow, Diaconita – Maus (2x), Magens

Schiedsrichter: Arthur Erik Schreiber (SC Sternschanze, Note 5: zerstörte sich seine souveräne Gesamtleistung mit der folgenlosen „Doppelgelben“ für Maus (83.) und weiteren formalen Nachlässigkeiten.)

Zuschauer: 150