Spitzenthriller
Führung,
Unterzahl und Siegtreffer 90.+3: Vicky V wieder im Drama-Modus
Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die vielen Follower auf den
bekannten Plattformen, streitet die fünfte Mannschaft des SC Victoria, auf den
Plätzen der Kreisklasse 6 um Siege und vermarktungsfähiges Filmmaterial. Der
Plot, den der aktuelle Spitzenreiter zum Jahresabschluss 2024 am Sonntagabend gegen
den Tabellendritten, 1. FC Quickborn II, produzierte, barg noch einmal wahrhaft
cineastisches Drama.
Mit einigen ehemaligen Eulenstädtern an Bord, stellte man sich rasch als das
aktivere der beiden Teams heraus, was sich entsprechend früh auszahlen sollte.
Einen langen Freistoß Jan Johansens verlängerte Steffen Puzycha mit dem vollen
Haarschopf auf Sabaun Nawparwar, der wiederum vor FCQ-Fänger Leon Krause zum
1:0 einspitzelte (8.).
Die Antwort des ambitionierten Tabellendritten folgte wenig später, nur schob
Niklas Tietjens das Leder aus der Idealposition genau in die Arme des bereits
liegenden Jan Giesecke (13.). Ein Fehlschuss, der sich als doppelt ärgerlich
herausstellen sollte, weil drüben Yoofi Auge nach Fehlpass Marcel Werner alle
Zeit der Welt bekam, aus 25 Metern kontrolliert zum 2:0 ins lange Eck zu zielen
(14.).
Und es hätte noch krasser kommen können. Denn erst klärte Ali Yusufi gerade
noch so einen Kopfball vor der Linie (20.), dann bolzte Leon Kroiß die Kugel in
Rücklage nach schönem Festmachen durch Puzycha von der Strafraumlinie drüber
(25.).
Danach sollte sich der Wind jedoch drastisch drehen. Nach Niklas Tietjens´ zu
zögerlichem Strafraumraumintermezzo noch erleichtert durchgepustet (33.),
handelte sich die Streamertruppe um den heuer unpässlichen Maximilian Stemmler nur
Sekunden später einen Platzverweis, drei Verwarnungen und Levin Cammanns
platziertes Strafstoßtor in die linke untere Ecke ein (36.). Was war passiert?
Im Laufduell schob Kapitän Auge gegen Levin Cammann die Zehen gen Ball. Den
Angreifer damit zu Fall gebracht, war allerdings auch eine Ballberührung dabei.
Aus dem Mittelkreis hatte Schiedsrichter Marco Kopp (SC Sternschanze) einen
nicht ballorientierten Einsatz wahrgenommen. Der klassische Fall einer
Tatsachsenentscheidung.
Vicky nun also zum Umstellen gezwungen, verzichtete fortan in einem auf
„Nadelstiche“ ausgelegten 4-3-2-System auf eine klassische Sturmspitze.
Offensivmomente, wie Puzychas Heber mit dem Rücken zum Ziel (44.), fanden daher
lange keine Nachahmer.
Stattdessen drückten die Gäste ordentlich auf die Taube, generierten viele
Offensivstandards, von denen einer schließlich zum vermeintlichen 2:2 führte,
doch der knappe Abseitspfiff erlöste die hier zuordnungslosen Hausherren (50.).
Danach verflachte die umkämpfte Partie (insgesamt 15 (!) verteilte Karten), bis
die überzähligen Orangenen eine wilde Schlussphase mit dem nachgeholten
Ausgleichstreffer einläuteten (82.). Der eingewechselte Julien Kampers
vermochte es zwar nicht, eine hohe Hereingabe am zweiten Pfosten zu veredeln,
nur bekamen Victorianer anschließend einfach keine Klärung in die Szene. Werner
durfte noch einmal flanken und Levin Cammann verwertete aus kurzer Distanz.
Fraglich nur, ob Giesecke das Spielgerät tatsächlich erst hinter der Linie
zwischen die Griffel bekam. Der Schiri entschied jedenfalls auf Tor für den 1.
FC Quickborn, der anschließend durch seinen kantigen Toptorschützen nur knapp
an der Führung vorbei, beziehungsweise drüber, schrammte (83.) und auch bei
Cammanns Schusschance im Sechzehner (Giesecke packte zu) mehr versprochen bekam
(90.).
Die Dinge kamen schlussendlich aber ganz anders, führte Fatos Govoris
Ampelkarte nach taktischem Foul (der Eingewechselte stand gerade einmal eine
halbe Stunde auf der Koppel) den Gegner nicht nur personell zurück ins Match
(85.).
Blau wieder voll in der Verlosung und mit Marc Vorderstraßes abgefälschtem
Versuch auch wieder offensiv nennenswert vorstellig (90.+3), ehe der direkt
folgende Eckstoß des ansonsten glücklosen Alexander Keck tatsächlich genau in
den Fünfer segelte, wo Leon Kroiß das entscheidende Kopfballduell gegen seinen
Vornamensvetter Cammann gewann und den Primus damit in der Nachspielzeit in
maximale Ekstase köpfte.
Lange fünf Minuten mussten Keck und Co aber noch um den erkämpften Dreier
zittern. Mit dem steten Gewinn der wichtigen Mittelfeldzweikämpfe und einer gar
nicht mal so schlechten 48 Meter-Bogenlampe von Keck (90.+6) nahm man am Ende
geschickt die nötigen Sekunden von der Uhr. Die Wintermeisterschaft der
Kreisklasse 6 war damit mehr als bestätigt. Sieben Zähler Vorsprung auf
Verfolger TuRa Harksheide III und deren acht jetzt auf den FCQ auf Rang drei versprechen
den vielen tausend Zuschauern in den sozialen Netzwerken eine virtuelle
Meisterschafts- und Aufstiegsfeier.
Tore: 1:0 Nawparwar (8.
Puzycha), 2:0 Auge (14.), 2:1 Levin Cammann (36., Strafstoßtor, Auge an Levin
Cammann), 2:2 Levin Cammann (82. Werner), 3:2 Kroiß (90.+3, Keck)
gelb-rote Karte: Govori (1. FC
Quickborn II, 85., wiederholtes Foulspiel)
rote Karte: Auge (SC Victoria V,
34., Notbremse an Levin Cammann)
Schiedsrichter: Marco Kopp (SC
Sternschanze)
Zuschauer: 85
Sonntag, 8. Dezember 2024
Spielbericht SC Victoria Hamburg V - 1. FC Quickborn II
Freitag, 6. September 2024
Spielbericht SC Victoria Hamburg V - SC Alstertal/Langenhorn IV
Streamer
bleiben in Schlagdistanz
Zweites
2:1 in Folge: Victoria V hält den Anschluss an die Spitze
In der Vorsaison hauchdünn an der Kreisliga-Promotion gescheitert, arbeitet die
Streamertruppe von Victoria 5 im nächsten Anlauf nun langsam ans Obergeschoss
der Kreisklasse 6 heran.
Im Freitagabendheimspiel gegen die Viertvertretung des SC Alstertal/Langenhorn,
die aus dem HFV-Pokal noch positiv bekannt ist (5:3-Auswärtssieg), hatte man
Ball und Widersacher schnell im Griff und die Führung schnell auf dem Fuß von Alexander
Keck. Jedoch scheiterte dieser nach Vorarbeit Hans Wüstling über links gleich
doppelt am heuer bestens aufgelegten Tomas Bjarnason (5.).
Auch weitere Top-Chancen des teils zu arrogant abschließenden Torjägers a.D.
vermochten die Blauen nicht in Front zu bringen (16., 20. & 30.).
Erst von der 10-Yard-Marke aus bescherte der einstige Quickborner seinen Farben
das Hochgefühl der Führung, nachdem Leon Kroiß bei einer Einwurfsituation
regelwidrig in die Mangel genommen wurde (33.).
Erst zum Ende des lange unter widrigen Lichtbedingungen gespielten ersten
Abschnitts traute sich auch der biedere Aufsteiger nach vorne. Nach innen
gezogen, verzog Sascha Nicolaisen deutlich (38.), um es per Freistoß, knapp
drüber, schon besser zu machen (45.).
Aus dem Spiel heraus, genauer gesagt, durch ein starkes Solo nach eigenem
Ballgewinn hinter Mittelinie, leistete Marko Mlinac auf der Gegenseite den
idealen Service, der in einer Flanke für den verdoppelnden Kurzdistanzkopfball
Maximilian Stemmlers mündete (52.). „Ausgerechnet…“, dürfte sich der geneigte
Fan des Mannschaftsgründers mit seinen knapp 2,4 Millionen YouTube-Abonnenten
gedacht haben…
Die Gäste aber schlugen keine sieben Minuten später zurück. Im aktiven
Doppelpass löste sich Nicolaisen über links, um Tapio Maus in der Mitte zu
bedienen. Dass dieser seinen massigen Platz in der Parzelle wiederum im
Rabona-Stil ins lange Eck nutzte, dürfte dem Hausherrn indes den einen oder
anderen Video-Klick zur Werbeeinnahme mehr bescheren…
Eine halbe Stunde blieb den Nord-Hamburgern um Spielertrainer Jonas Piechura
noch, doch die besseren Möglichkeiten gehörten weiter Keck und Co. So zielte
der Haupthaarlose von halblinks an den Pfosten (62.), während es die Kollegen
nicht besser machten. Vor allem mit dem herausschnellenden linken Fuß trieb
Gäste-Fänger Bjarnason den Gegner ein ums andere Mal in den Wahnsinn.
So blieb SCALA, das in der Zwischenzeit Glück hatte, dass Maus trotz zweiter
gelber Karte für Taktikfoul Nummer zwei weiter Teil des Spiels bleiben durfte
(87.), bis zum Ende in der Verlosung um das Zählbare.
Eine letzte Schusschance für den eingewechselten Jason-Lee Günther endete
allerdings mit einem Schüsschen in die Arme des nicht geforderten Tormannes –
die Punkte blieben im Stadion Hoheluft!
Tore: 1:0 Keck (33.
Strafstoßtor), 2:0 Stemmler (52. Mlinac), 2:1 Maus (59. Nicolaisen)
gelbe Karten: Auge, Ndow, Diaconita –
Maus (2x), Magens
Schiedsrichter: Arthur Erik
Schreiber (SC Sternschanze, Note 5: zerstörte sich seine souveräne
Gesamtleistung mit der folgenlosen „Doppelgelben“ für Maus (83.) und weiteren
formalen Nachlässigkeiten.)
Zuschauer: 150
