Sonntag, 30. März 2025

Spielbericht FC Alsterbrüder II - Eimsbütteler TV IV

2:0-Fluch setzt sich fort
Zum dritten Mal in Serie: FCA-Reserve verspielt den Dreier

Zieht ein Team im Fußball mit 2:0 davon, taugt dies meist als Indiz für einen siegreichen Tag. Nicht so aber, wenn sich die zweite Mannschaft des FC Alsterbrüder anschickt, einen doppelten Torerfolg als Dreier über die Ziellinie zu bringen. Denn bereits zum dritten Mal in Serie verspielte das junge Team, das im Wesentlichen aus Eigengewächsen besteht, einen solchen Vorsprung, um am Ende exakt 2:2 zu spielen.
Dabei hätte ein Erfolg am Sonntagvormittag nicht nur Rang sieben in der Kreisliga 6 gefestigt, sondern auch die Machtverhältnisse in der Nachbarschaft gegenüber dem Eimsbütteler TV (Hinspiel 1:1) klargemacht.
Derby-Lorbeeren verdiente sich in der gähnend langweiligen Anfangsphase aber zunächst niemand. Der FCA mit brotlosem Ballbesitz – der ETV mit einzigen echten Torchance der ersten 42(!) Minuten. Dara Tehrani knallte das Ei mitten ins erlebnistechnische Brachland hinein, ins Aluminium (14.).
Ein Kick zum Abgewöhnen, doch kurz bevor das Spiel den Preis für die mieseste Performance, knapp vor dem nasskalten Regenwetter, gewann, startete Tom Liefländer endlich einmal über links den Turbo, umspielte Schlussmann Manuel Burmester und schon war Simeon Mastoridis ideal zum 1:0 aus kürzester Distanz freigespielt (42.).
Nach mehr Grund zum Pausenjubel schenkte sich der FCA wenig später. Behutsam von hinten aufgebaut, überbrückte man zügig das Mittelfeld, von wo aus Theodor Kunkel eröffnend zu Liefländer rausspielte. Wieder war der pfeilschnelle Schlacks nicht zu halten, nur machte er es diesmal aus spitzem Winkel selbst – 2:0 (45.)!
„Erspart geblieben“ wäre den Gastgebern dieses bittersüße Omen fast zwischendurch. Silas Knaak wähnte sich als Verwertender seines eigenen Abstaubers bereits im Torschützen-Himmel – bis die Abseitsfahne von Schiedsrichterassistent Nico Kasten (Germania Schnelsen) hochschnellte (44.).
Nach rund einer Stunde war es dann der Mann in der Mitte, der den Roten zwar berechtigterweise einen Strafstoß zusprach, doch eigentlich wäre Torwart Joshua Leitmont für sein nicht ballorientiertes Halten als letzte Instanz nach eigenem Ballverlust auch ein Fall für die „Arschkarte“ gewesen…
Zur Besänftigung der Jungs von der Bundesstraße war immerhin der fällige Strafstoß drin – Jakob Schneider verlud den weiter mitwirkenden Goalie zum Anschlusstreffer (63.).
Bloß nicht wieder ein 2:0 verdaddeln, dürften die Platzherren daraufhin gedacht haben – und tatsächlich fing man sich nur sieben Minuten später ein Gurkentor zum 2:2. Tehrani schlug die Ecke, die Linksverteidiger Mika Gesewsky letztlich über die eigene Linie bugsierte (70.).
Das Momentum jetzt klar beim ETV, der nach gewaltigem Einwurf von rechts durch Yosef El Safty zur Kopfballchance kam (79.), doch auch der FCA meldete sich in einer etwas intensiveren Schlussphase noch einmal mit Paul Groenewalds Alu-Kracher aus der zweiten Reihe zu Wort (85.).
Das letzte (erfolglose) Anrennen gestalteten in der Nachspielzeit die „ETV-Raubtiere“, doch am Ende blieb es bei der ungeliebten Punkteteilung. Keine Bewegung also im tabellarischen Zentralmassiv der KL 6 (Siebter und Achter).

Tore: 1:0 Mastoridis (42. Liefländer), 2:0 Liefländer (45. Kunkel), 2:1 Schneider (63., Strafstoßtor), 2:2 Gesewsky (70., Eigentor, Tehrani)

Schiedsrichter: Florian Karbjinsky (TuS Germania Schnelsen)

Zuschauer: 20





Samstag, 29. März 2025

Spielbericht Rot-weiß Kiebitzreihe - Bargfelder SV

Schwäne ziehen vorbei
3:0 gegen den Tabellennachbarn: RWK klettert auf Rang acht der KL Süd

Acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone: Rot-weiß Kiebitzreihe kann bereits nach 19 selbst gespielten Partien wohl für ein weiteres Kreisliga-Jahr planen.
Zu verdanken ist dies vor allem der Heimstärke, der sich mit dem Bargfelder SV der nunmehr vierte Gegner in Serie beugen musste.
Nach zäher Anfangsphase, in der sogar die Gäste den verheißungsvollsten Moment generierten, als RWK-Fänger Hannes Schüler die Kugel im Herauslaufen direkt zum etwas überhastet verziehenden Maurice Witte klärte (24.), leitete Finn Kühne die rot-weiße Sause wunderbar per Heber von halbrechts sehenswert ein (28.).
Dass der für den angeschlagenen Finn Lohmann zum zweiten Abschnitt gebrachte Moritz Manthe den Vorsprung zehn Minuten nach der Pause nicht verdoppelte, durfte sich Gäste-Schlussmann Lukas Riege auf die Fahne schreiben. Rasch schnellte der Fuß beim freien Rechtsschuss abwehrend voraus (55.).
Entscheidende Szenen spielten sich dann Mitte des zweiten Durchgangs ab, als sich Levent Meydaner eher zufällig die große Ausgleichschance aus 15 Metern bot, der Gleichstand aber an wenigen Zentimetern scheiterte (69.) – drüben dagegen im Konter alles glatt ging. Zielsicher ins ferne Eck vollendete (70.).
Der BSV war geschlagen und schaffte sich in Person von Liam Piworus auch noch einen gefährlichen Nebenschauplatz. Von einem ordinär auftretenden Zuschauer mit ordentlich Brennstoff im Helm angepöbelt, erwiderte der im Zweikampf liegengebliebene Bargfelder nicht unbedingt höflicher. Das Schiri-Team um Thorsten Möller (VfL Kellinghusen) löschte die Situation in bemerkenswerter Gelassenheit, während der Zuschauer mittleren Alters einen Platz außerhalb der „SwanCity-Arena“ zugewiesen bekam…
Kühnes Doppelpack zum 3:0 bekam der verwiesene Zaungast damit auch optisch nicht mehr mit. Schade eigentlich, traf der 20-Jährige die Kugel erneut höchst sauber zum Abschluss, nachdem ihn Björn Pagenkopf ins erfolgreiche Duell mit dem herausstürzenden Schlussmann geschickt hatte (79.).
Spiel endgültig entschieden und die Zeit reichte sogar zum kollektiven Jubelfoto mit dem Trikot des neulich im Training verunfallten Eldie Nzembele.
Dass L. Lohmann das mögliche 4:0 durch ein ärgerliches Luftloch versiebte, blieb am Ende eines Festtages in der knapp 2200-Einwohner-Gemeinde zu verschmerzen (80.).
3:0-Sieg der Liga-Mannschaft, zuvor schon das 5:1 der Reserve gegen Borussia Osterstedt, die feierliche Ehrungszeremonie für RWK-Jugendspieler (Matti Spring) und Jugendspielerin (Ida Spring) des Jahres 2024, sowie die feierliche Eröffnung der neu verpachteten Vereinsgastronomie „Kloppi´s“ mit 50 Litern Freibier verschafften dem Club mit dem hohen Indentifikationsfaktor einen feucht- fröhlichen Samstag inklusive dritter, vierter und fünfter Halbzeit…

Tore: 1:0 Kühne (28. Sietz), 2:0 L. Lohmann (70.), 3:0 Kühne (79. Pagenkopf)

gelbe Karten: Pagenkopf, Cramer, Sietz, Ruß – Thies, Witte

Schiedsrichter: Thorsten Möller (VfL Kellinghusen)

Zuschauer: 80






Samstag, 22. März 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.B - Glashütter SV 1.B

„untypisches Glashütte-Spiel“
Nach sechs Jahren: SCS-2008er brechen ihren GSV-Fluch!

Knapp sechs Jahre lang hatten Duelle zwischen dem SC Sternschanze und dem Glashütter SV im Jahrgang 2008 den Charakter des Dinner for One. „Immer schwierige Spiele“, die der SCS „ärgerlich verloren oder ärgerlich unentschieden gespielt“ hatte, pflasterten für die Schanzer den Weg über die letzten sechs Begegnungen, aus denen nur ein kümmerliches Pünktchen mitzunehmen war.
„Vor dem Spiel hätten wir nicht gedacht, dass wir hier mit einem 4:0-Sieg rausgehen“, machte Arthur Schreiber auch gar keinen Hehl aus der eigenen Überraschung über einen „in der Höhe absolut verdienten“ Dreier im Sechs-Punkte-Spiel um U17-Landesliga-Platz vier.
An Motivation hatte es dabei von Beginn an nicht gemangelt: „Wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir hier gewinnen und das Spiel machen wollen.“.
Die erste gute Gelegenheit ergab sich jedoch für die Gäste, als sich Enno Gloßner erfolgreich Angreifer Leo Rothaug widersetzte (9.). Auch sein Gegenüber bewies sein Können – allerdings auf Kosten eines Brummschädels, der auf das Konto eines zu unplatzierten Ahmadi-Versuchs ging (13.).
Wenig später half auch kein Köpfchen mehr, als Baran Sütcü nach links zu Theo Spöhrer eröffnete, dieser die Übersicht behielt und so Marvin Bonsus Führungstreffer ins lange Eck quer auflegte (20.).
Alles paletti, im Schanzen-Land, zumal Bonsu etwas überhastet (25.) und Kleon Lorenz an den Pfosten (33.) die mögliche Verdopplung auf den Schlappen fiel.
Kein Grund aber für Misstöne im oft stimmungsfragilen Schanzen-Gros: „Ich finde, uns ist heute besonders gut gelungen, dass wir auf dem Platz positiv miteinander gesprochen haben und jeder wirklich hundert Prozent gegeben hat. Es war eine gute Stimmung und es gab kaum negative Kritik. Und wenn es welche gab, war sie berechtigt und in einer Tonlage, mit der man sich unterhalten kann“, zerschoss man sich diesmal nicht einen gelungenen Spieleinstieg, dem heute vereinzelte Halbchancen des Gegners nichts anhaben konnten.
Im Gegenteil, legte Marineblau in Minute 50 vom Strafstoßpunkt aus nach. Bonsu verlud den Torwart, nachdem Kerim Arslan Spöhrer im Strafraum die Beine weggezogen hatte.
Aber was war bloß mit den Gästen los? „Glashütte hatte heute nicht so wirklich den Drang, unbedingt gewinnen zu wollen. Die sind hierher gefahren mit so einem vielleicht gewinnen wir mal, so ein Larifari-Ding“, wunderte sich auch Schreiber über ein „untypisches Glashütte-Spiel“.
Schanze dagegen besann sich auf die eigenen Stärken: „Wir haben viel kurz aufgebaut, viel im Kleinklein gelöst, auch das Pressing überspielt. Wir haben uns halt überhaupt nicht unter Druck setzen lassen – und das hat sehr gut funktioniert!“, frohlockte der Mittelfeldspieler, der am vorentscheidenden 3:0 persönliche Beteiligung erfuhr. Erst erschwindelte („Kontakt dankend angenommen“) er sich einen rasch zu Spöhrer ausgeführten Offensivfreistoß, ehe der Adressat im Sechzehner für den besser postierten Lorenz querlegte (80+1). Proteste des GSV, dass die vom Schiedsrichter gebilligte Schnellausführung des Standards zu Lasten des Abwehrmauerbaus unzulässig gewesen sei, räumte Leistungsschiedsrichter Schreiber noch auf dem Platz per Regelvortrag für Tormann Dawit Christoph aus der Welt. „Ich habe ihm erklärt, dass das überhaupt nicht seine Aufgabe ist; dann war er ein bisschen wütend auf mich – das habe ich nicht so ganz verstanden.“…
Klar verständlich dagegen die Sprache des Ergebnisses, die Lorenz´ vollendeter Doppelschlag auf Zuspiel Shahab Ahmadis noch expliziter Gestaltete (80.+3). Dem umspielten Christoph und den anderen Schwänen, zu denen auch der einst beim SCS nie wirklich glücklich gewordene Ariyan Shafaei Shamsabadiyan gehört, blieben nach der historischen Pleite nur noch frustrierte Misstöne.
Apropos „nur noch“: Vom letzten Erfolg des SC Sternschanze über dieNorderstedter am 30.04.2019 (5:2 nach Verlängerung im Pokal der alten E-Jugend) ist von allen damals 20 eingesetzten Akteuren im Spiel nur noch der heutige Vorlagen-Hattrick-Mann Spöhrer im gleichen Trikot unterwegs.
Viel wichtiger für die Wasserturm-Kicker ist jedoch das Hier und Jetzt, das trotz mangelnder Konstanz mit Rang vier ein ordentliches Zwischenergebnis aufweist. „Wir werden diese Saison auf jeden Fall letztendlich als Tabellenvierter abschließen“, versprechen vier Zähler vor dem GSV eine gute Absicherung nach hinten. In Richtung Aufstiegsplatz drei, wo derzeit ein eher ungeliebter Staffelkonkurrent steht, gilt bei acht Punkten Rückstand nur noch das Prinzip Hoffnung: „Vielleicht schaffen wir ja noch, Berne einzuholen. Das wäre natürlich wunderbar!“.

Tore: 1:0 Bonsu (19. Spöhrer), 2:0 Bonsu (53., Strafstoßtor, 21 an Spöhrer), 3:0 Lorenz (80.+1, Spöhrer), 4:0 Lorenz (80.+3 Ahmadi)

gelbe Karten: Spöhrer, Sütcü – Daljipi, Ammar

Schiedsrichter: Malcolm Ruhnau (SV Groß Borstel)

Zuschauer: 30






Sonntag, 16. März 2025

Spielbericht HEBC 1.Ü40 - Hamburger SV 1.Ü40

Mit Großkopfs Ansprache (?)
Wichtiger Sprung im Abstiegskampf: HEBC-Senioren schlagen den HSV

Die einzige Konstante im Saisonverlauf der HEBC-Senioren ist und bleibt die Inkonstanz. Der einzige Vorteil daran: Auf Niederlagen wie das 2:3 im Keller-Kick bei Nikola Tesla folgt meist ein (kleines) Erfolgserlebnis. Diesmal im Duell mit dem Aufsteiger HSV, gegen den man nicht auf eine große Portion Glück und spektakuläres Torwarthandwerk verzichtete.
Zunächst war die lila-weiße Welt perfekt, als Torjäger Metin Ünlü das Bällchen mit viel Gefühl aus zentraler Position rechtsoben hineinzirkelte (13.).
Zuvor hatte bereits der bewegliche Felipe Villalón Waldburg-Zeil, frei vor der Hütte, die verpasste Führung auf dem Schlappen (10.).
Der HSV regierte mit einer vergeigten Großchance (19.) und einer Halbzeit-Schlussoffensive, die Darko Simic gleich zweimal zum Abschluss beförderte. Erst bolzte der einstige TuS Holstein-Akteur eine Borges-Flanke am zweiten Pfosten in Rücklage drüber (35.), dann zielte er im Fallen genau auf den zupackenden Sven Klein (35.+2).
Dem Goalie sollten auch nach dem Seitenwechsel einige Bälle um die Ohren fliegen. Zunächst aber gab es für Klein und Co wieder Grund zum Jubeln, als Villalón Waldburg-Zeil auf Zuspiel Murat Yildiz von halblinks zum 2:0 in die lange Ecke vollendete (43.).
Von da an arbeitete der Tabellensechste mit Hochdruck am Anschlusstreffer, den Klein fliegend gegen einen Jöhnk-Kopfball (45.) und einen platzierten Freistoß durch René D´linge (58.) verhinderte – oder eher vertagte. Denn von der Strafraumgrenze aus wuchtete Stefan Schulz das Leder satt in den Knick (70.).
Fünf quälende Minuten Nachspielzeit setzte Schiedsrichter Detlef Kowitz (TSV Holm) zum Leidwesen der schwimmenden Gastgeber an. Nicht das erste würde die Reinmüller-Elf Punkte auf den letzten Metern liegen lassen. Zu allem Überfluss verlängerte sich die Extra-Zeit auch noch um zwei weitere Zeigerumdrehungen, in denen Sven Borges noch einmal abzog (Klein fing die Kugel, 90.+6) und einen allerletzten Freistoß ins Strafraumgetümmel brachte. Klein aber griff auch dieses Ding ab (70.+7) und geschafft war der große Schritt aus den Abstiegsplätzen der Senioren-Oberliga 01.
„Campeónes, Campeónes…“ schallte es also mal wieder lautstark durch die HEBC-Kabine und via Trainer und Instagram-Influencer Francisco Ramos (@francifival) in den Socialmedia-Äther. Einen Anteil daran mag man vielleicht auch der besonderen Ansprache von Jörn Großkopf vor dem Spiel zuschreiben können. Eindringlich betonte der (inzwischen Ex-)HEBCer vom alten Mannschaftsstamm und profierfahrene Trainer die Wichtigkeit eines Sieges für den unbedingt zu schaffenden Klassenerhalt.
Möglicherweise waren es aber auch einfach nur die eingangs genannten Faktoren und eine Mischung aus laufstarken Spielern wie Villalón Waldburg-Zeil und Stabilisatoren wie Michael Glaser, die an diesem Sonntagmorgen den Unterschied machten…

Tore: 1:0 Ünlü (13. Rückert), 2:0 Villalón Waldburg-Zeil (43.), 2:1 Schulz (70.)

gelbe Karten: Almeida, Yildiz, Mundt, Ünlü – keine

Schiedsrichter: Detlef Kowitz (TSV Holm, Note 2,5: führte gewohnt solide und kommunikativ durch das Match, HEBC bei Jöhnks Strafraumgrätsche einen Strafstoß zu verweigern, war vertretbar, da der HSVer vor dem Gegnerkontakt leicht den Ball spielte (33.).)

Zuschauer: 30






Samstag, 15. März 2025

Spielbericht SV Schleswig 06 - SC Weiche Flensburg III

Im Rausch aus dem Keller
6:0! Schleswig 06 zerlegt Weiche III und ist erstmal unten raus

Dickes Ausrufezeichen am Schützenredder! Schleswig 06 hat sich mit einem halben Dutzend gegen Konkurrent Weiche Flensburg III wie im Rausch aus dem Keller der Verbandsliga Nord geschossen.
Auf dem kunstbegrünten B-Platz des Dr.-Karl-Alslev-Platzes hatte man bereits in der noch etwas abwartenden Anfangsphase die konkreteren Szenen auf der Habenseite. So produzierten Simon Wachromejews 30-Meter-Versuch gegen den in die Sonne schauenden Goalie (10.) und Niklas Knutzen per Kopf aus der Nahdistanz (14.) die ersten prickelnden Momente des Kellergipfels, der nach einer halben Stunde erstmalig jubelnde Gastgeber hervorbrachte. Mit Ansage schickte Wachromejew Außenverteidiger Tobias Clasen in die Tiefe, damit dieser den einlaufenden Mattis Pieper in der Mitte mustergültig zum ebenso passenden Abschluss bedienen konnte – ein toll herausgespieltes Führungstor (30.)!
Weiche bemühte sich zwar um eine Reaktion, fand aber zu selten die zündende Idee, wie eine Kopfballverlängerung von Rico Kusmaul auf den mitstürmenden Nick Graßhoff, dessen Torschuss aus dem Lauf backbord vorbei zischte (33.).
Die größere Torgefahr strahlten auch in der Folge die Gastgeber aus, nur mussten sie sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig aus ihren Möglichkeiten gemacht zu haben. Eine Problematik, die heuer aber nicht ins Gewicht fallen sollte, half der Gegner nach dem Seitenwechsel ungeschickt mit. Von hinten rannte Lennart Treede den raffiniert von Knutzen eingesetzten Clasen über den Haufen – Strafstoß für Schwarz-weiß, den Wachromejew trotz des in die richtige (linke) Ecke abtauchenden Jwan Abbas zum 2:0 versenkte (57.).
Spätestens als Knutzen ein wildes PingPong-Spiel im Fallen zum umjubelten 3:0 beendete (60.), war der Festtag in der Winkerstadt in vollem Gange.
Weiche-Coach Benjamin Rosenberg bemühte derweil noch einmal den Wechselimpuls von außen; rüstete auf zwei Spitzen auf (67.), doch direkt im Anschluss folgte die Rolle zurück, denn 06 schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Diesmal landete der Ball auf einem abfälschenden Umweg bei Paul Kruck, dessen Laufweg sich halblinks in der Parzelle lohnen sollte: Direktschuss in die lange Ecke (70.)!
Der Tabellenvorletzte nun wieder mit defensiverer Ausrichtung, nur brachte dies keineswegs mehr Ordnung ins Spiel der gebrochenen Jungs in der Heart of Midlothian-Optik. Ein einfacher Ballverlust im Zentrum beschwor das 5:0 durch den fleißigen Davin Thomsen herauf (79.), ehe die Schleswiger beim 6:0 sogar ohne Zweikampfkraft auskamen. Ein Fehlpass kündigte an, was Jesper Lausens Übersicht und erneut Krucks Torriecher vor der Kiste besiegelten (83.).
Schleswig 06 nun also vier Zähler vor dem Abstiegsrundenplatz 13, während das neuliche 3:2 im vorigen Sechs-Punkte-Spiel gegen Blau-weiß Löwenstedt in Flensburg wohl doch nicht die erhoffte Weichenstellung gen Aufholjagt bedeutete. Fünf Zähler Rückstand auf die Abstiegsrunde und nun kommt auch noch der Tabellenführer aus Heide.

Tore: 1:0 Pieper (30. Clasen), 2:0 Wachromejew (57., Strafstoßtor, Treede an Clasen), 3:0 Knutzen (60. Thomsen), 4:0 Kruck (70. Lausen), 5:0 Thomsen (79. J. Petersen), 6:0 Kruck (83. Lausen)

gelbe Karten: keine – A. Kusmaul

Schiedsrichter: Ketrik Freund (TSV Klausdorf)

Zuschauer: 57








Sonntag, 9. März 2025

Spielbericht Gencler Birligi Elmshorn - SC Pinneberg

Erfolgreich an der Uhr gedreht
Nicht schön – aber siegreich: Gencler bliebt punktet im Aufstiegsrennen

Heiße Grandschlacht an der KGSE! Nicht nur das herrliche Frühlingswetter brachte die Anwesenden auf dem Schulsportplatz der Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn auf Temperatur; auch das Duell, das die Kreisklasse 1 Gencler Birligi und dem SC Pinneberg bereit hielt, heizte den Beteiligten ordentlich ein.
Spielerisch auf dem Hartplatz (das Krückaustadion schlummert noch den regenerativen Winterschlaf) nur selten hochklassig, entwickelte sich immerhin in Sachen Einsatz ein unterhaltsames Match, das nur eine gute Viertelstunde torlos blieb. Passenderweise war es ein Standard, nämlich Felix Krasniqis Eckball, der auf dem zweiten Bildungsweg zu Labinot Ahmetis Abschluss in die linke untere Ecke führte – 1:0 für den Aufstiegsanwärter (16.)!
Der SCP in der Folge bemüht, aber ohne klare Linie im Angriffsspiel, behalf sich dann aber seinerseits einer Art Abstauber, als ein flacher Luthardt-Distanzschuss nur prallen gelassen wurde und Tim Gross von allen am schnellsten zum Ausgleichstor schaltete (29.).
Ein ärgerliches Gegentor für die Gastgeber, denen im Falle eines Heimsiegs die Festigung von Rang zwei vor dem wieder einmal spielausfallgeplagten Jäger aus Sparrieshoop auf erstmal sechs Punkte winkte.
Für weiteren Groll sorgten auch die beiden noch folgenden Szenen vor der Pause, als zuerst ein notbremsenverdächtiger Armeinsatz des Pinnebergers Fabian Reineke folgenlos blieb (39.), während Wassem Eklim die sicher geglaubte Führung nach herrlichem Konter über Nidal Topals linke Seite in Rücklage verbolzte (45.).
Fast noch dicker kam es kurz nach der Pause, als ein rasch gespielter Freistoß von Dustin Benndorf plötzlich Daniel Schneidewind in Poleposition brachte, nur machte sich der Gencler-Fänger breit genug zur Abwehr (51.).
Ein langer Schlag aus dem eigenen Defensivzentrum führte Gencler schließlich zurück auf die Siegerstraße, die W. Eklim mit Tempo hochlief, um beim Lupfer über den weit herausstürzenden Safouhal Gabsi alles richtig zu machen (53.).
Die Hausherren nun wieder in der Vorhand und sichtlich bemüht, das Spieltempo möglichst gering zu halten. Schade eigentlich, denn wenn sie einmal vorne auftauchten, wurde es gleich prickelnd, wie bei Majed Eklims Torschussflanke, die Gabsi nur mit Mühe über sein Gehäuse zu lenken wusste (59.).
Ansonsten entwickelte sich ein zunehmend hartes Match mit reichlich Diskussionen und Provokationen auf dem Platz.
An Schiedsrichter Reiner Röschke (Holsatia Elmshorn) prallte fast alles davon ab. Letztlich fünf Verwarnungen bewegten sich gar unter dem Staffeldurchschnitt.
Unterdurchschnittlich blieb derweil bis zum Schluss das spielerische Niveau auf dem roten Rasen. Die Gäste ohne Konzept, während Gencler giftig verteidigte und durch Ahmeti sogar noch das 3:1 auf dem linken Fuß hatte. Der Schütze des 1:0 verfehlte diesmal aber aussichtsreich das anvisierte rechte untere Eck (90.+1).
Auch ohne Ahmetis Doppelpack blieb der Dreier in Elmshorn-Hainholz, sodass Gencler nach Punkten nun mit Primus Cosmos Wedel (38) auf einer Stufe steht (bei drei Partien weniger). Der Verfolger aus Sparrieshoop (32) spielte sogar noch viermal weniger als Gencler und auch der TSV Holm (32 aus, wie die Elmshorner, 17 Begegnungen) darf sich noch etwas im Rennen um die Kreisliga ausrechnen.

Tore: 1:0 Ahmeti (16. Krasniqi), 1:1 Gross (29. Luthardt), 2:1 W. Eklim (53.)

Schiedsrichter: Reiner Röschke (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 45



Spielbericht Holsatia im EMTV II - Hetlinger MTV II

Verschenkte Punkte
HMTV-Reserve patzt – doch auch der Gegner ist enttäuscht

Abpfiff an der Wilhelmshöhe und was sich an Frust bei der Elf des Hetlinger MTV an diesem Sonntagvormittag aufstaute, musste sich Schiedsrichter Erol Sayan (SSV Rantzau) für seine nicht angesetzte Nachspielzeit anhören. Inhaltlich sicherlich nicht abwegig, aber den Punktverlust im Aufstiegsrennen der Kreisliga 1 hatten die Kicker vom Deich freilich selbst zu verantworten. Behäbig, fahrig und mannschaftlich unkompakt enttäuschte man bei Aufsteiger Holsatia Elmshorn II auf vielen Ebenen.
Einen ersten Hinweis auf ein kritisches Auswärtsspiel im kurzfristig spieltauglich herausgeputzten Stadion Wilhelmshöhe (die Footballer der Fighting Pirates beanspruchten den Kunstrasenplatz nebenan zwecks Trainingslagers für sich) gab ein überflüssiges Torwartdribbling des jungen Luca Von Der Heide, das gegen den fleißigen Niklas Viera Gerkens als Ball-Klau und Leon Haselbach als verfehlenden Distanzschützen fast in die Hose gegangen wäre (5.).
Zwar einmal per Fern-Freistoß ans Aluminium vorstellig geworden (8.), gerieten die vornehmlich über links unternommenen Offensivbemühungen der Gäste stets zu unentschlossen, während sich mit zunehmender Dauer auch Holsatia mehr zutraute.
Insbesondere eine Druckphase um die 30. Minute hatte da ins sich, als Von Der Heide eine Kühl-Flanke von der Grundlinie nicht so richtig entschärft bekam, Haselbach daraufhin den Querbalken erwischte und der Nachschuss noch von einem abfälschenden Haarschopf abgelenkt werden konnte. Weiter ging´s mit Ugur Erceks Ecke, die ungeklärt wieder auf Haselbachs Schlappen landete, doch diesmal packte der erst 19-jährige Goalie (ein Landesliga-Spiel für die erste Mannschaft) sicher zu (31.).
Gut für die Himmelblauen, dass sie ihren Laden im Folgenden wieder besser dicht bekamen. – bis Holsatia kurz nach der Pause vehement vorne anlief, so den Fehlpass provozierte und Haselbach diesmal auf Zuspiel Diar Bashotaj in die etwas weit aufgemachte lange Ecke vollendete (48.).
Jetzt hatte die HMTV-Reserve den Salat, den Haselbach mit der Hacke fast verdoppelt hätte, doch Von Der Heide glich sein unglückliches Gegentor per Reflex glänzend wieder aus (51.).
Seinen Vorderleuten fiel dagegen kaum etwas ein. Ob der aktuell laufende Ramadan eine Rolle für den blutleeren auftritt der überwiegend türkisch geprägten Elf spielte? Spekulation. Absolut richtig spekulierten auf jeden Fall die Hetlinger Fatih Arslan mit einer Flanke aus dem rechten Halbfeld und der einfach mal startende und vor Aushilfsschlussmann Dennis Hägemann einköpfende Nico da Ros. Gleichstand an der Kaltenweide – ob verdient oder nicht, war da zweitrangig (70.).
Und tatsächlich kam nun etwas mehr Feuer ins Match, das außer emsigen Zweikämpfen und einem Außennetz-Versuch durch Holsatias Kühl (75.) aber nichts Bewegendes mehr zu bieten hatte. Der pünktliche Abpfiff kam somit zumindest den nur mäßig unterhaltenen Zuschauern entgegen.
Neuling Holsatia II angelte sich nach zuletzt zwei Niederlagen immerhin mal wieder einen Punkt, während „Hetlingen 2.0“ eine Woche nach dem überraschenden 3:4 gegen die Drittvertretung aus Heidgraben erneut wichtige Punkte um den Anschluss an die Spitzengruppe verpasste. Trotz einiger Nachholspiele  - auch gegen direkte Konkurrenz – stehen die Zeichen auf Kreisklasseverbleib. Die Stimmung untereinander sprach nach dem endgültig verpatzten Start ins Jahr 2025 eindeutig dafür…

Tore: 1:0 Haselbach (48. Bashotaj), 1:1 da Ros (70. Arslan)

Schiedsrichter: Erol Sayan (SSV Rantzau, Note 3,5)

Zuschauer: 45




Samstag, 8. März 2025

Spielbericht TSV Bordesholm - SV Todesfelde II - U23

K.O. in vorletzter Minute
Bittere Heim-Pleite: TSV Bordesholm taumelt dem Abstieg entgegen

91 Minuten lang hielt man den Laden dicht, kreierte gar selbst gute Torchancen, ehe sie dann (mal wieder) das Unglück eines Abstiegskandidaten überkam.
Der TSV Bordesholm kommt in der Landesliga Holstein einfach nicht mehr auf die Beine.
Ein Freistoß in den Sechzehner, Johannes Willebrand mit der Ablage und schon hatte der eingewechselte Maximilian Decesare freie Schussbahn zum späten K.O. des konsternierten Schlusslichts (90.+1). Da halfen auch alle (nachvollziehbaren) Reklamationen, dass der Pfiff zum folgenreichen Standard in die Kategorie „Fehlwahrnehmung“ gehört: So war doch eher der Todesfelder auf den Bordesholmer aufgelaufen und nicht andersherum. Schiedsrichter Jorrit Jessen (TSV Wankendorf) hatte es anders gesehen und das Unheil nahm seinen Lauf…
Bis dahin deutete nicht wirklich viel darauf hin, dass die U23 des SV Todesfelde hier mit drei glücklichen Zählern zu ihrem Anschluss an Platz vier beitragen würde.
Inspirationslos schaute der Tabellenachte zu, wie der TSV über defensive Stabilität und griffiges Zweikampfverhalten allmählich Mut zum Weg nach vorne entwickelte. Der leicht abseits gestartete Santino Laubinger versuchte es aus spitzem Winkel (Ecke, 22.), Malte Lucht nach Ballgewinn aus 25 Metern (links daneben, 35.).
So richtig zwingend wurde es dann aber erst im zweiten Abschnitt, den eine schöne Vorteilssituation für Malik Badal eröffnete. Über rechts bot sich plötzlich viel Platz zu Lauf und Abschluss, der aus der Bewegung aber zu hoch geriet (46.).
Schrille Aussetzer der fahrigen Gäste luden die Roten zu weiteren Torchancen ein, doch immerhin Schlussmann Jan Malte Skubowius bewies beispielsweise mit seinem Abtauchen gegen Laubingers freien Versuch im Strafraum den nötigen Fokus (57.).
Nach langem Leerlauf und einer erneuten Gegentor-Aufforderung, die diesmal Sabri Nasri zentral aus 18 Metern ungenutzt ließ (84.), sah es so aus, als würde die SVT-Oberliga-Reserve mit einem blauen 0:0-Auge davonkommen – bis der Schiri in Nachspielminute eins auf Foul der Linden-Kicker entschied…
Der TSV Bordesholm damit im vierten Ligaspiel in Serie ohne eigenes Tor unterlegen. Der Zwei-Punkte-Abzug wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls tat da sein Übriges, um den Rückstand auf den Relegationsplatz bei kritischen fünf Punkten zu behalten.
Ismet Nac, der im Vorfeld der Partie als neuer Trainer für die kommende Saison vorgestellt wurde, muss sich in seinen Planungen wohl schon jetzt ernsthaft mit der siebtklassigen Verbandsliga beschäftigen…

Tore: 0:1 Decesare (90.+1, Willebrand)

Schiedsrichter: Jorrit Jessen (TSV Wankendorf)

Zuschauer: 60











Freitag, 7. März 2025

Spielbericht TuS Appen - TV Haseldorf

„Appelplücker“ drehen rechtzeitig auf
Kompliziertes Match in Appen: TV Haseldorf springt trotzdem auf den Thron  

Das hat schon etwas von Meister-Dusel: Trotz kompliziertem Auftritt und langem Rückstand bog die Elf des TV Haseldorf das gut besuchte Flutlichtspiel in Appen spät in einen Auswärtssieg um. Der Lohn: die (vorübergehende) Tabellenführung.
Bevor die „Appelplücker“ jedoch ihren Sprung auf den Olymp der Kreisliga 1 realisierten, quälten sie sich mit Geduld durch den frühlingshaften Freitagabend. Spielanteile Ja, herausgespielte Torchancen Nein.
Joris Lüchau verfehlte zweimal aus der zweiten Reihe um gefühlt seine Schussdistanz, während Marten Fülscher das Leder nach Freistoß von links immerhin ins Abwehrspektrum von TuS-Fänger Jannik Brendel bekam (23.).
Auf der anderen Seite wurde es dann prompt teuer für den TVH, als Roko Perkovic einen unbedarft im Zweikampf verursachten Standard abnehmergerecht für Niklas Hippe ins Fünfer-Getümmel servierte – 1:0 (33.)!
So richtig Druck entfaltete das Top-Team auch in der Folge nicht. (Halb-)hohe Bälle gerieten oft zu unpräzise und/oder konnten vom Gegner entschärft werden.
Fast symptomatisch dafür „vergab“ die gefährlichste Gäste-Chance ein Appener. Fülschers Hereingabe lenkte Dennis Koopmann beim Abwehrversuch an den eigenen Pfosten (38.).
Besserung brachte dann auch der zweite Durchgang zunächst keine. J. Lüchaus Strafraumabschluss geriet zum Schüsschen (50.), während die Gastgeber immer mal wieder konstruktive Entlastung schafften. So hätte Perkovic im Rahmen einer Vorteilssituation sicher mehr ausrichten könnten, als die Kugel am langen Pfosten überhastet drüber zu bolzen (65.). Auch Deniz Cebbars durchsetzungsstarke Einzelaktion mittendurch schaffte es im Straucheln nur zum Versuch neben das Gehäuse (80.).
Bevor nun aber designierte Tabellenführer, von einem kleinen TuS-Anhänger vor dem Spiel als „TV Haselnuss“ betitelt, ins Straucheln kam, profitierte er von einem raschen Einwurf, der tatsächlich das doch erheblich schmeichelhafte 1:1 einleitete. Am Ende steckte Lars Rose im Duett der Joker zum cool einschiebenden Linus Lastella durch (82.).
Die Schloßpark-Kicker jetzt plötzlich wie ausgewechselt. Vor allem, weil nun die Stunde des Louis Bevers schlug. Zuvor auf links kaum in Aktion gebracht, versetzte der teils beim HSV Ausgebildete den vermutlich nussallergischen Matteo Cuius, um perfekt für Rose querzulegen, doch Brendels Fußabwehr schaffte erstmal ein nur kurzes Durchatmen (84.). Denn nachdem J. Lüchau bei der folgenden Ecke gefährlich köpfte (links vorbei), war es nach ähnlichem Muster schließlich gelungen. Auf Zuspiel N. Lüchau wurde Cuius wieder von Bevers stehengelassen (außen angetäuscht, innen vorbeigegangen), Rose am fernen Eck bedient und nun saß auch der Torversuch zur Gäste-Führung (86.)!
Alles sprach jetzt für den Führenden in der Blitz-Tabelle, doch eine langgezogene Cebbar-Ecke, die Ayhan Liedtke knapp verpasste (90.), gab es noch zu überstehen, ehe ein Ball von der Fahne auf der anderen Seite die Entscheidung brachte (90.+4). Bevers mit dem zuvor selbst herausgeholten Ball, einsamer Kopfball J. Lüchau und das Thema war durch – 1:3!
Am Sonntag dann allerding noch der kleine Wermutstropfen: Durch das 5:1 in Moorrege schoss sich die Elf des SC Egenbüttel II wieder vorerst um einen Zähler zurück an die Tabellenspitze. Ausstehende Nachholspiele und die ungerade Teamanzahl verzerren das Bild der Kreisliga 1 jedoch auch ein wenig.

Tore: 1:0 Hippe (33. Perkovic), 1:1 Lastella (82.), 1:2 Rose (86. Bevers), 1:3 J. Lüchau (90.+4, Bevers)

gelbe Karten: keine – Pieper

Schiedsrichterin: Vanessa Thormählen (SV Lieth, Note 5)

Zuschauer: 80

Dienstag, 4. März 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.B - SC Vier- und Marschlande 1.B

Der Konjunktiv schießt keine Tore
„Knackpunkt Chancenverwertung“: Schanze scheitert im Achtelfinale

Chancenverwertung:das Erzielen von Toren oder Punkten in Erfolg versprechenden Spielsituationen“, erklärt uns der Duden den Begriff, dessen offenkundiges Fehlen in der Diktion der SCS-2008er den Wasserturm-Kickern zu einem gehörigen Anteil den Pokalauftritt vermieste. „Da liegt der Knackpunkt des Abends“, befand Kapitän Arthur Schreiber, der nach einmonatiger Spielabstinenz (Krankheit und Schiedsrichtereinsätze) seinen eigenen Anteil am Tor-Geiz seiner Farben hatte: Aus kürzester Distanz war es ihm nicht gelungen, den Fläche machenden Jannis Rücker im Tor des Landesligaspitzenreiters zu überwinden (20.). Und weil auch Marvin Bonsu in zwei Eins-gegen-eins-Situationen (26. & 35.) ebenso wenig Grund zum Jubeln produzierte, wie Theo Spöhrer mit seinem Pfostenkracher (28.), konnten die Gäste nach einer halben Stunden ihrerseits durch Niko Schulz aus „unerwarteter Position“ per Flatterball, zusätzlich von den „katastrophalen Lichtverhältnissen“ unterstützt, in Front gehen (30.).
„(…) Dann hätten wir klar in Führung gehen müssen, in der ersten Hälfte und dann fällt auch dieses Gegentor nicht, weil wir gar nicht so in eine Druckphase geraten. Und selbst wenn es fällt, führen wir zur Halbzeit halt 3:1 und das ist total entspannt“, trauerte Schreiber dem Idealstart in einen beidseitig emsig geführten Pokalfight hinterher.
Doch auch die Jungs vom Deich blieben im Abschluss nicht makellos. Kleine Gelegenheiten zu Beginn (1., 5. & 8.), sowie ein nicht satt getroffener Ball im Tempogegenstoß von Delil Aytan (34.) hatten im Ansatz mehr versprochen.
Kurz vor der Pause dann aber wieder Alarm vor dem SCVM-Gehäuse, wo ein Stellungsfehler Bonsu freie Fahrt zum Pfostenschuss ermöglichte (40.).
Ermöglichen tat kurz nach dem Seitenwechsel „eine Fehlentscheidung“ das 0:2. Ein wechselseitiges Halten bewertete der erst zehn Minuten vor Kick-Off eingetroffene Schiedsrichter als Foul des SCS, woraufhin Schreiber beim folgenden Rechtsaußenfreistoß Gegenspieler Georgios Papasimopoulos am ersten Pfosten verlor und schon war der Rückstand verdoppelt (42.).
Das Momentum jetzt klar bei der Riecken-Elf, die eine Viertelstunde später durch „ein ärgerliches Ding, bei dem wir wieder so ein bisschen pennen“ quasi alles klar machte. Innen- und Außenverteidiger „ohne Kommunikation“ und „niemand fühlt sich so wirklich wichtig, zum Ball zu gehen“ – außer Angreifer Albert Jonen, der frei vor dem Ziel gekonnt einnetzte (56.).
Spiel (wohl) verloren – Motivation verloren? Mitnichten! „Eine positive Erkenntnis ist auf jeden Fall unsere Moral. Ich finde, wir haben über 80 Minuten weitergemacht, egal was da kam. Auch nach dem 0:3 und dem 1:4 haben wir weitergemacht und nicht aufgehört, Fußball zu spielen. Man hat gesehen, dass wir die spielerisch deutlich bessere Mannschaft waren!“, erklärte Schreiber nicht ohne Stolz, um, angesprochen auf Kleon Lorenz und seinen „geilen Abschluss“ aus der zweiten Reihe zum „zu diesem Zeitpunkt verdient“ verkürzenden 1:3 (65.), einen erneuten Ausflug ins Hätte, Wenn und Aber zu unternehmen: „Wenn wir dann das 3:2 machen; Kleon seine nächste Eins-gegen-eins-Situation gegen den Torwart nicht ans Außennetz nagelt, sondern oben links ins Eck oder auch flach in die lange Ecke (73.), dann kommen wir da auch auf jeden Fall ins Elfmeterschießen!“.
Der Fußballgott hatte aber andere Pläne, die er bei Sharif Elsayed Mohameds Alu-Treffer zwar noch vertagte (72.), im späteren Verlauf aber durch den tief geschickten Ryan Horn aber kaltschnäuzig vollenden ließ (75.).
„inhaltlich gescheitert sind wir an unserer Chancenverwertung“, blieb letztlich das Fazit unter ein Match mit einer dennoch positiven Erkenntnis: „Ich glaube, dass man nach so einem Spiel gesehen hat, wie gut wir eigentlich sind und wir das einfach zu selten auf den Platz bekommen. Das ist das Problem. Man hat das heute von Anfang an gemerkt, dass die Intensität gestimmt hat.“. Letzteres traf heuer freilich auch auf die feiernden Sieger, für die es im Viertelfinale gegen den in der Oberliga beheimateten SC Victoria (überraschendes 9:8 im Elfmeterschießen gegen den USC Paloma aus der DFB-Nachwuchsliga) geht, zu. Zehn weitere Verwarnungen folgten auf Schreibers Einstiegskarte („Stempeln“, 9.). „Zu viele Karten, für so ein Spiel“…
Nicht weniger intensiv wird sich das erneute Duell, diesmal in der Liga, kommenden Monat, gestalten: „. Ich freue mich auf das Wiedersehen. Es wird ein interessantes Spiel, denn natürlich geht SCVM im Rückspiel mit zwei Siegen aus zwei Spielen dann als klarer Favorit hinein. Dazu auch Tabellenerster in der Liga. Aber ich glaube, dass wir sie auf jeden Fall schlagen können, denn wir spielen den besseren Fußball. Und wenn wir unsere Chancen zum Anfang des Spiels genutzt hätten, dann wären wir auch eine Runde weiter im Pokal gekommen“. – wären…

Tore: 0:1 Schulz (30.), 0:2 Papasimopoulos (42.), 0:3 Jonen (56.), 1:3 Lorenz (66.), 1:4 Horn (75.)

gelbe Karten: Schreiber, Mohammed, Bonsu, Lorenz, Materne – Schwieger, Hänsch, Weise, Elsayed Mohamed, Krimmel, Rücker

Schiedsrichter: Finn Louis Oberdörfer (Hamburger SV)

Zuschauer: 70