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Samstag, 16. Mai 2026

Spielbericht Rot-weiß Kiebitzreihe - TuS Krempe

Handballer macht TuS Krempe zum Meister!?
Brandt-Doppelpack schießt TuS in die Verbandsliga – oder doch nicht?

Die frohe Kunde kam erst ein gutes Stück nach erfolgreich verrichteter 2:0-Auswärtsarbeit: keine Tore in Peissen – TuS Krempe ist aufgestiegen!
Drei Kontrahenten hatten sich in Schleswig-Holsteins Kreisliga West ein packendes Fernduell um Meisterschaft und Aufstiegsrunde geliefert – mit dem besten Ende für die Startnummer Zwei.
Zum Saisonfinale zu Gast in Kiebitzreihe, war die Rechnung alles andere als klar: ein Sieg würde Rang zwei nur dann absichern, wenn der punktgleiche Verfolger (VfL Kellinghusen) zeitgleich gegen die SG Steinburg-Nord nicht mit fünf Toren mehr gewönne, als die Kremper. Spoiler: Florian Barth und Co sollten exakt mit 5:0 gewinnen. Die Gefahr von hinten also gebannt.
Doch viel wichtiger waren eh die eigenen Hausaufgaben. Und diese waren schließlich diffizil genug, gegen eine RWK-Elf, die sich in der eigenen „SwanCity-Arena“ keineswegs in die Rolle des Kulissenschiebers drängen lassen wollte.
Die besseren Chancen hatte allerdings der Favorit, dessen Spielverderber gegen den heranrauschenden Bennet Brandt zunächst eine 41-jährige Vereinsikone zwischen den Pfosten werden sollte. Im Eins-gegen-Eins ist Hannes Schüler mit all seiner höherklassigen Erfahrung eben schwierig zu schlagen (17.).
Dann aber schenkte eine missglückte Spieleröffnung Brandt den zweiten Anlauf, den der halb so alte Angreifer diesmal eiskalt zum umjubelten 0:1 verwertete (28.).
TuS Krempe jetzt in der Poleposition, weil beim Spitzenreiter in Peissen (ein Zähler mehr) gegen die TSV Lägerdorf-Zweite noch keine Tore gefallen waren.
Dafür legten die Blauen fast das zweite nach, köpfte Rowan Strüven nach langem Schleuder-Einwurf Brandts gar nicht mal so ungefährlich gen Heim-Tor (41.). So aber blieb es beim knappen Spielstand, den eine Druckphase des Mittelfeldteams nach der Pause gleich mehrfach auf eine harte Probe stellte.
Nico Timms laufstarke Vorarbeit nutzte Justin Müller zum klasse von Justus Haack parierten Abschluss (56.), ehe Dennis Strauer gerade noch so blockiert werden konnte (68.). Und auch ein hohes Strauer-Ding leistete den Sportfreunden aus Peissen und Kellinghusen keine Schützenhilfe, weil Luca Lohmann die Kugel nicht nach Wunsch erwischte (69.).
Und der wackelnde Aufstiegskandidat? Der ärgerte sich, dass Schüler auch gegen Joker Marvin Baese die nötige Fläche im kurzen Eck machte, um das 0:2 zu vereiteln (75.).
Zeit für Verdruss blieb allerdings nicht, denn dann trat wieder dieser Bennet Brandt auf den Plan – und zack! Der Lupfer überwand den Goalie zum wichtigen 0:2 (80.).
Ein Handballer vom MTV Herzhorn als Aufstiegstorschütze? Platz zwei war damit jedenfalls schon mal abgesichert, wie nach dem Abpfiff klar war. Doch was gibt es denn nun aus Peissen zu vermelden?
Ungeduldiges Warten, bis die Bestätigung der Nullnummer aus dem 280-Seelen-Örtchen reinflatterte! Mit jeweils 70 Zählern schoben sich TuS Krempe und der VfL Kellinghusen doch noch am leer ausgegangenen SVP vorbei. Die Verbandsliga-Rückkehr der Burggraben-Kicker nach drei Jahren Abstinenz! Der VfL darf dagegen in Aufstiegsspielen weiter am eigenen Wunder basteln.
So der Stand von Samstag. Inzwischen steht jedoch ein Protest der Peissener wie ein großer Elefant im Raum. Der TSV Lägerdorf soll einen gesperrten Spieler eingesetzt haben, was dann wohl eine 5:0-Wertung pro SV Peissen nach sich zöge. Meister und Direktaufsteiger wäre dann plötzlich „Die Macht vom Osterdeich“, während Aufstiegsfeier samt Meisterbad des kremper Trainerteams im kalten Burggraben am Fuße der eigenen Sportanlage der Ungewissheit der Aufstiegsspiele weichen müssten. In Kellinghusen wäre der Aufstiegstraum derweil gänzlich geplatzt. Eine Farce deutet sich an! Der Ball liegt nun außerhalb des Spielfeldes beim SHFV, für den dieser Sachverhalt ein Stück weit Déjà-vu-Charakter haben dürfte. In der Aufstiegsrunde zur Landesliga der Vorsaison hatte es zwischen dem SV Azadi Lübeck und dem VfR Horst einen Spielabbruch gegeben, sodass erst die Wertung am grünen Tisch über den letzten Promovierten (VfR) entscheiden sollte.

Tore: 0:1 Brandt (28.), 0:2 Brandt (80.)

gelbe Karten: Ruß, Lohmann – Oetke, Baese

Schiedsrichter: Dorian Heitmann (SV Dörpum)

Zuschauer: 90

Zu früh gefreut? Meisterschaft, Aufstieg und Relegation entscheiden sich in der Kreisliga West am grünen Tisch des SHFV.




Samstag, 26. Juli 2025

Spielbericht TuS Krempe - TSV Heiligenstedten

Dem Favoriten gehen die Körner aus
Goalie Becker wird zum Helden: TuS Krempe haut Verbandsligisten raus!

Vielerorts im Bundesgebiet rastet der Spielbetrieb noch seine Sommer-Siesta; in Schleswig-Holsteins Kreispokal geht jedoch schon jetzt die Post ab! So auch im Kreispokal Westküste, der im Achtelfinale wieder etwas für das Phrasenschwein („ … Pokal … Gesetze …“) tat.
Kreisligist TuS Krempe bemühte sich zur klassischen Bundesligaanstoßzeit mit einer tief gestaffelten Fünferkette, keinen offensiven Raum für den Ballbesitz des Favoriten aus der eine Etage höheren Verbandsliga zu lassen, der TSV Heiligenstedten dagegen versuchte seine mehr vorhandenen Spielanteile vornehmlich über rechts ins vordere Drittel zu bringen. – ohne großen Effekt, bis ein Zweikampf Richtung Grundlinie zum Entsetzen der disziplinierten Hausherren in Marlon Boltens Strafstoßtor zum 0:1 mündete (22.). Ansonsten hatte der junge Schiedsrichter viel Körperlichkeit zugelassen, die auch TuS-Angreifer Niklas Bangert im Anschluss an seinen Versuch nach cleverem Piening-Steckpass zu spüren bekam (28.). Kein Strafstoß aber für den zunehmend mutigeren Außenseiter: vertretbar.
Absolut nicht vertretbar dagegen der Auftritt des Gegners, in Hälfte zwei. Nach vorne ohne Dampf und defensiv erschreckend passiv, lud man den Kreisligisten zum couragierten Drücken auf den inzwischen verdienten Ausgleich ein. In dankbarer Torwarthöhe konnte neu-Schlussmann Marian Rister (wechselte von der SV Lieth aus Hamburgs Bezirksliga an den Juliankadamm) diesen erstmal aufschieben (56.), ehe es wenig später geschehen war. Mit Einsatz und Kreativität initiierten die quirligen Thoma-Zwillinge, Fabian und Tobias, den schnellen Konter, den Kapitän Moritz Piening letztlich auf Zuspiel Bangert aus gut 20 Metern ins Ziel führte (60.). Keine Chance für Rister, die rechtsoben eingeschweißte Kugel noch zu kriegen!
Eine Reaktion des Verbandsligisten? Fehlanzeige! Das harte Training zuletzt und das Testspiel am Vorabend (!) gegen den SV Hemmingstedt (1:0) waren doch tief in die Muskeln gekrochen. Stattdessen taumelte man nicht nur bei Malte Oetkes Alu-Treffer, den sich Rister final auf der Linie angelte (65.), gen Rückstand. Der eingewechselte Levin Manns nach Vorteil aus der zweiten Reihe (73.), T. Thoma, gerade noch von Ben Matthiesen abgegrätscht (74.) und erneut Manns mit der abgefälschten Innenseite (83.), hätten das Ergebnispendel längst für die Blauen ausschlagen lassen können.
Entsprechend gut machte Göttin Justitia ihren Job, als einer der wenigen Gegenangriffe des TSV nicht das 1:2 in der Schlussminute herbeiführte. Taher Alous Ablage in den Rückraum schob Bolten von der Strafraumgrenze aus hauchdünn rechts vorbei. Das Elfmeterschießen ums Viertelfinale war besiegelt!
Und auch dieses sollte für die Pohlmann-Elf prompt unter einem schlechten Stern stehen, scheiterte Fabian Koopmann schwach am richtig spekulierenden Tobias Becker. Besser machten es die drei folgenden Schützen, ehe Alou das Tor verfehlte. – Doppelter Vorteil TuS Krempe, den Rister gegen T. Thoma wieder relativierte. Nachdem Maximilian Ris ausglich und auch Manus nun endlich (zum 3:2) netzte, musste der im Spiel noch rechtsunten sichere Bolten treffen. Becker aber legte sich früh auf die erneut anvisierte Ecke fest und parierte. – TuS Krempe im Viertelfinale! Gegner dort: der TSV Büsum, der sich am Folgetag mit 2:1 im Duell der West-Verbandsligisten beim TSV Friedrichskoog durchgesetzt hatte. Die Ligazugehörigkeit dürfte sicherlich als gutes Omen für abermalig feucht-fröhliche Weiterkommensfeierlichkeiten am Buggraben taugen…

Tore: 0:1 Bolten (22., Foulstrafstoß), 1:1 Piening (60. Bangert), Elfmeterschießen: Becker hält gegen Koopmann, 1:0 M. Oetke, 1:1 Müller, 2:1 Nielsen, Alou neben das Tor, Rister hält gegen T. Thoma, 2:2 Ris, 3:2 Manns, Becker hält gegen Bolten

gelbe Karten: keine – Matthiesen

Schiedsrichter: Jan-Hinrich Veit (Note 4: ließ auf beiden Seiten ein übertriebenes Maß an Fuß- und Oberkörpervergehen zu, Bolten (taktisches Foul, 78.) und Godoy Cubas (bewusste Spielverzögerung, 87.) wären zwingend zu verwarnen gewesen.)

Zuschauer: 80