Stimmung
endgültig gekippt
1:4!
VfL Pinneberg stößt SV Lieth in den Tabellenkeller
Von wegen goldener Oktober. Vier Spiele, nur ein Punkt – Abstiegsplatz! Kein
Wunder, dass Präsident Bo Hansen die kriselnde Elf vom Butterberg nach dem
neuerlichen Trauerspiel erstmal zur Sitzung ins Separee des Clubheims zitierte.
Die Stimmung auf dem Tiefpunkt, der Trainer ratlos: Die einst gefürchteten „Liether
Löwen“ taumeln 2024/2025 führungslos in Richtung Bedeutungslosigkeit. An diesem
Freitagabend war es vor allem, die weitgehend leblose Art und Weise, die für
Entsetzen auf und um den Klaus-Waskow-Platz sorgte.
Dabei hatten die Hausherren im Heimspiel gegen den VfL Pinneberg sogar einmal
kurz das Momentum auf ihrer Seite, als ein Kontertor den optischen Eindruck ein
Stück weit auf den Kopf gestellt hatte. Aus einem Angriff der nach vorne
verteidigenden Pinneberger heraus gelang Christian Kuhlmann nämlich der perfekte
lange Ball, den Angreifer Max Schulz schön verarbeitete und mit links über den
hoch postierten Torwart zum 1:0 ins Netz lupfte (17.).
Die Jungs von Trainer Rudolf Hock-Kutscher ganz im Stile einer typischen
Auswärtsmannschaft, nur ließ sich der tatsächliche Gast davon aber wenig
beeindrucken.
Devin da Ronch probierte es aus der Drehung (21.), Tyler Brose etwas zu
unplatziert aus 20 Metern (31.); die nicht untalentierten, aber bislang etwas
unbeständigen Pinneberger glaubten an sich und ihre Spielidee.
Die Belohnung dafür: das 1:1 gegen eine SVL, die nach einer abgeköpften
Brose-Ecke das Herausrücken verweigerte, sodass der Ball im zweiten ungestörten
Anlauf genau beim eingestarteten Niklas Bargob im Fünfmeterraum landete. Der
Torerfolg blieb da reine Formsache (36.).
Kurz nach der Pause war es wieder ein hoher Ball, der die Roten vor unlösbare
Defensivprobleme stellte. Diesmal riss Aufbauspieler Ben Schuler per Flugball
ein beträchtliches Loch in die gegnerische Abwehrkette, wo sich da Ronch auch
mit etwas Glück gegen den Schlussmann Luca Von Der Heide zum 1:2 durchsetzen
konnte (51.)
Die Heim-Elf blieb dagegen ohne echte Idee im Spiel nach vorne, das Angreifer
Ali Duman in seiner Verzweiflung schon von hinten heraus zu navigieren
versuchte. Ein Freistoß, den Philipp über das Tor setzte (53.) sollte (zu)
lange die beste Chance im zweiten Abschnitt bleiben.
Zum Kontrast dazu setzte es drüben Gegentreffer Nummer drei, bei dem sich zwei
Liether in Klärungsabsicht einer Flanke ins Gehege kamen, Brose dank der
schwachen Kopfballabwehr für Bargob auflegte und dieser den üppigen Platz auf
halblinks zum perfekt passenden Rechtsschuss nach linksunten nutzte (59.). So
einfach kann es gehen!
Und weitere Gäste-Treffer wären möglich gewesen. Schuler mit Gefühl an den
Querbalken (63.), Brose per Freistoß-Aufsetzer daneben (66.) und Bargob mit
links gegen Von Der Heide (70.) verpassten das 1:4, das geradezu logischerweise
doch noch über Umwege fallen sollte. Nach Broses Freistoß war Schuler zwar an
Torwart und Luca Albers´ rettendem Kopf gescheitert, doch Von Der Heides
Kollision mit dem nachsetzenden Hirota Kakiguchi veranlasste Schiedsrichter
Marc-Calvin Prey (Moorreger SV) zum Strafstoßpfiff, über den sich der Goalie
derart aufregte, dass er für das wütende Prellen des Balles noch einmal den
gelben Karton kassierte – Platzverweis (78.)!
Den gepfiffenen Strafstoß verwandelte Brose vier Minuten später gegen
Ersatzfänger Patrick Klösel abgeklärt unten rechts (82.). Den anschließend
provokativen Torjubel vor einem Heim-Anhänger, mit dem es zuvor bereits einige
Dialoge gab, darf man dagegen getrost der Kategorie „spätpubertär“ zuordnen…
Ergebniskosmetik blieb daraufhin sowohl Julien Duffke (Philipp Niedermeier
tauchte behände ab), als auch Max Schulz bei der folgenden Ecke verweigert
(83.), wobei auch der VfL noch weiter hätte am Ergebnis schrauben können.
Während Niedermeier und seine Vorderleute als Tabellensechster in Schlagdistanz
zu Rang zwei bleiben, ist die SV Lieth nun sogar auf Abstiegsplatz 14
abgerutscht. Der Umbruch im Sommer, mitsamt neuem Trainer, droht inzwischen im
Sturz gen Kreisliga zu enden. Den Worten aus der Krisensitzung müssen kommende
Woche in Quickborn endlich wieder Taten folgen.
Tore: 1:0 Max Schulz (17.
Kuhlmann), 1:1 Bargob (36. Brose), 1:2 da Ronch (51. Schuler), 1:3 Bargob (59.
Brose), 1:4 Brose (82., Strafstoßtor, Von Der Heide an Kakiguchi)
gelb-rote Karte: Von Der Heide (SV
Lieth, 78., Foulspiel + Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Marc-Calvin Prey
(Moorreger SV)
Zuschauer: 50
Freitag, 24. Oktober 2025
Spielbericht SV Lieth - VfL Pinneberg
Donnerstag, 17. April 2025
Spielbericht FC Elmshorn - VfL Pinneberg
FC
Elmshorn meldet sich zurück
Schlussspurt
um Platz drei eingeleitet: FCE beendet Abwärtstrend
Die Bilanz von nur einem Sieg aus acht Bezirksligapartien 2025 ließ den FC Elmshorn
im Aufstiegsrennen der Weststaffel zwar längst abreißen, doch nun meldete sich
die Elf von Spielertrainer Seyhmus Atug im Schlussspurt der Saison noch einmal
zurück.
Hoch verdient behielt man mit einem 3:1 gegen den unten bereits geretteten VfL
Pinneberg erstmals seit Anfang November wieder drei Punkte am heimischen
Ramskamp.
Kaum zu glauben, bei diesem Zahlenwerk, dass der FCE damit tatsächlich ein ganz
heißes Eisen auf Rang drei – und vor allem auf eine Platzierung vor der
rivalisierten SV Lieth bleibt. Dass dieser Umstand den Gründonnerstag
überdauern sollte, deutete sich bei hoher Luftfeuchtigkeit früh an. Die Kugel
lief, den Platzverhältnissen entsprechend, teils ganz gefällig, nur fehlte zur
Abrundung der ernsthafte Zug zum Tor.
Symptomatisch dafür blieb Sergen Sevinc auf S. Atug-Steckpass aussichtsreich an
VfL-Schlussmann Alexej Schmidt hängen. Da war mehr drin (12.)!
Obed Gyapon war es schließlich, der Torlosigkeit per Abstauber schließlich den
Garaus machte. Sehr ärgerlich für Schmidt, der den direkt vorangegangenen
Aydin-Versuch nicht weit genug blockiert bekam (37.).
Der VfL beschränkte sich dagegen auf Nadelstiche, die kurz vor der Pause
tatsächlich einmal voll ins Schwarze trafen, weil die Gastgeber eine Flanke von
rechts in mehreren Anläufen nicht geklärt bekamen und Asan Saliev mit rechts
zum 1:1-Halbzeitstand abzog (43.).
Im zweiten Abschnitt plätscherte das Geschehen dann weitgehend vor sich hin.
Ein Spiel, in dem keiner dem Gegenüber so richtig etwas Böses wollte, bekam
jedoch immerhin noch seinen verdienten Sieger.
Erst netzte der schön zentral freigespielte Ümit Karakaya zur erneuten Führung
(53.), dann verwertete Chef Atug persönlich eine Faustabwehr des gegnerischen
Fängers zum, den Kräfteverhältnissen entsprechenden, 3:1-Endstand (72.) in
einer Partie, die trotz ihres fairen Charakters und der problemlosen
Spielleitung von Schiedsrichter Sören Harder (SC Cosmos Wedel) noch den roten
Karton erlebte. Gäste-Co-Trainer Nils Bethge echauffierte sich doch etwas zu lautstark
von draußen über eine riskante Grätsche von FCE-Torsteher Alan Kado gegen
Niklas Bargob und vor allem das Ausbleiben eines strengen Pfiffs. Der Schiri
aber blieb naturgemäß bei seiner Einschätzung „Ball gespielt“.
Kado darf den Ball damit auch am kommenden Ostermontag wieder spielen, wenn der
SC Egenbüttel in die Krückaustadt reist. Die Pinneberger können sich dagegen hachholspielfrei
das ganze Osterwochenende über mit der Eiersuche Zeit lassen.
Tore: 1:0 Gyapon (37.
Aydin), 1:1 Saliev (43.), 2:1 Karakaya (53.), 3:1 S. Atug (72. Ölcüm)
rote Karte: Bethge (Co-Trainer VfL
Pinneberg, 90., Reklamation)
Schiedsrichter: Sören Harder (SC
Cosmos Wedel, Note 2)
Zuschauer: 45

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