Heider SV beweist Geduld
Fortuna
Glückstadt mauert leidenschaftlich – Favorit machts abgeklärt
In der Liga spitze – im Pokal souverän. Der Heider SV ist in der Spur. Vier
Tage nach dem 1:0-Oberliga-Heimsieg gegen Inter Türkspor Kiel – dem vierten im
ebenso vielten Match – konnten auch der Kreispokal Westküste und seine ominösen
Gesetze die Erfolgswelle nicht brechen.
Zu Gast bei Fortuna Glückstadt aus der zwei Klassen tieferen Verbandsliga, war
der Weg zur dritten Titelverteidigung in Folge mit Geduld gepflastert. Mit
taktischer Disziplin und starker Physis im Zweikampf bildete der Außenseiter
nämlich ein amtliches Bollwerk, das erstmalig eine verlängerte Harms-Flanke
einmal aushebelte (19.). Torschütze Thede Reimers stand jedoch bei Hendrik
Fleiges Kopfballverlängerung im Abseits – richtig erkannt vom Gespann um Aaron
Böttcher (VfR Horst)!
Wiederum auf Hereingabe des eifrigen Mathis Harms endlich die erste offizielle
Großchance des HSV, dessen Kopfballtor durch Mika Kieselbach aus zehn Metern
Fortuna-Goalie Christopher Wilken sehenswert im Übergreifen verhinderte (21.).
Dann muss es eben im dritten Anlauf gehen, mag sich Harms gedacht haben, als
der 21-Jährige diesmal aber das Dribbling nach innen wählte und damit alle
Aufmerksamkeit auf sich zog. Jonah Gieseler dadurch alleine vor dem leeren Tor,
das nach passendem Querspiel nun wirklich einfach zu treffen war (25.).
Eine Szene mit Seltenheitswert, verteidigte der Gegner dennoch weiter mit Mann
und Maus, während der Oberligist seine technische Überlegenheit zu selten ins
Eins-gegen-Eins bekam.
Erst kurz vor der Halbzeit, als die Hausherren einmal zu mutig gestaffelt
waren, bot sich endlich der freie Raum zum Konter, den Gieseler just zur Flanke
auf den langen Pfosten nutzte. Und weil Torjäger Kieselbach dort entschlossener
als seine Gegenspieler zu Werke ging, war der komplizierte Mittwochabend dank
der 2:0-Halbzeitführung trotzdem eine erfolgreiche HSV-Angelegenheit (43.).
Nicht anders verhielten sich die Dinge nach dem Seitentausch. Mit dem raschen
0:3 durch Kieselbach am starken Wilken gescheitert (50.), ebbte der
Anfangsdruck der Herren in schwarz wieder etwas ab, bis Reimers auf Kopf-Ablage
Kieselbachs zu viel Platz aus 22 Metern bekam – das 0:3 (69.)!
Viel mehr ließen die bemerkenswert konditionsstarken Glückstädter nicht mehr
zu, während das Team um den eingewechselten Ex-Bundesligaprofi Christopher
Buchtmann die Angelegenheit abgeklärt nach Hause fuhr.
Sechs Minuten vor Ultimo durfte sich der aufopferungsvoll kämpfende Widersacher
erstmalig konkret um seinen Ehrentreffer bemühen, als Colin Puls den tiefen
Service für Erik Witt spielte, der Joker beim Torschuss allerdings noch
entscheidend von Björn Lambach abgedrängt werden konnte (84.).
Mit dem Ergebnis konnten letztlich aber beide Seiten leben. Der Heider SV, weil
sich beim Halbfinaleinzug auch niemand verletzte und Fortuna Glückstadt
aufgrund eines tapferen Auftritts – mit jedoch zwei Wermutstropfen. Zum einen
hatte sich Kapitän Tim Eymers früh im Spiel verletzt (8.), zum anderen verlor
man Tim Luca Peters noch Akteur mit glatt Rot (90.+2). Da meinte es jemand mit
dem Einsatz etwas zu gut…
Für die mittelmäßig in ihre Verbandsliga West gestarteten Fortunen geht es in
Hademarschen nun zurück in den Liga-Alltag; der kopfballstarke Oberliga-Primus
aus Heide empfängt Holstein Kiel II zum Gipfeltreffen.
Tore: 0:1 Gieseler (25. Harms), 0:2 Kieselbach (43. Gieseler),
0:3 Reimers (69. Kieselbach)
gelbe Karten: Puls, Lipinski – Wolf
rote Karte: Peters (Fortuna Glückstadt, 90.+2, grobes Foulspiel)
Schiedsrichter: Aaron Böttcher (VfR Horst)
Zuschauer: 180
Mittwoch, 13. August 2025
Spielbericht ETSV Fortuna Glückstadt - Heider SV
Samstag, 26. Juli 2025
Spielbericht TuS Krempe - TSV Heiligenstedten
Dem
Favoriten gehen die Körner aus
Goalie
Becker wird zum Helden: TuS Krempe haut Verbandsligisten raus!
Vielerorts im Bundesgebiet rastet der Spielbetrieb noch seine Sommer-Siesta; in
Schleswig-Holsteins Kreispokal geht jedoch schon jetzt die Post ab! So auch im
Kreispokal Westküste, der im Achtelfinale wieder etwas für das Phrasenschwein („
… Pokal … Gesetze …“) tat.
Kreisligist TuS Krempe bemühte sich zur klassischen Bundesligaanstoßzeit mit
einer tief gestaffelten Fünferkette, keinen offensiven Raum für den Ballbesitz
des Favoriten aus der eine Etage höheren Verbandsliga zu lassen, der TSV
Heiligenstedten dagegen versuchte seine mehr vorhandenen Spielanteile
vornehmlich über rechts ins vordere Drittel zu bringen. – ohne großen Effekt,
bis ein Zweikampf Richtung Grundlinie zum Entsetzen der disziplinierten
Hausherren in Marlon Boltens Strafstoßtor zum 0:1 mündete (22.). Ansonsten
hatte der junge Schiedsrichter viel Körperlichkeit zugelassen, die auch
TuS-Angreifer Niklas Bangert im Anschluss an seinen Versuch nach cleverem
Piening-Steckpass zu spüren bekam (28.). Kein Strafstoß aber für den zunehmend mutigeren
Außenseiter: vertretbar.
Absolut nicht vertretbar dagegen der Auftritt des Gegners, in Hälfte zwei. Nach
vorne ohne Dampf und defensiv erschreckend passiv, lud man den Kreisligisten
zum couragierten Drücken auf den inzwischen verdienten Ausgleich ein. In
dankbarer Torwarthöhe konnte neu-Schlussmann Marian Rister (wechselte von der
SV Lieth aus Hamburgs Bezirksliga an den Juliankadamm) diesen erstmal
aufschieben (56.), ehe es wenig später geschehen war. Mit Einsatz und
Kreativität initiierten die quirligen Thoma-Zwillinge, Fabian und Tobias, den
schnellen Konter, den Kapitän Moritz Piening letztlich auf Zuspiel Bangert aus
gut 20 Metern ins Ziel führte (60.). Keine Chance für Rister, die rechtsoben
eingeschweißte Kugel noch zu kriegen!
Eine Reaktion des Verbandsligisten? Fehlanzeige! Das harte Training zuletzt und
das Testspiel am Vorabend (!) gegen den SV Hemmingstedt (1:0) waren doch tief
in die Muskeln gekrochen. Stattdessen taumelte man nicht nur bei Malte Oetkes
Alu-Treffer, den sich Rister final auf der Linie angelte (65.), gen Rückstand. Der
eingewechselte Levin Manns nach Vorteil aus der zweiten Reihe (73.), T. Thoma,
gerade noch von Ben Matthiesen abgegrätscht (74.) und erneut Manns mit der
abgefälschten Innenseite (83.), hätten das Ergebnispendel längst für die Blauen
ausschlagen lassen können.
Entsprechend gut machte Göttin Justitia ihren Job, als einer der wenigen Gegenangriffe
des TSV nicht das 1:2 in der Schlussminute herbeiführte. Taher Alous Ablage in
den Rückraum schob Bolten von der Strafraumgrenze aus hauchdünn rechts vorbei.
Das Elfmeterschießen ums Viertelfinale war besiegelt!
Und auch dieses sollte für die Pohlmann-Elf prompt unter einem schlechten Stern
stehen, scheiterte Fabian Koopmann schwach am richtig spekulierenden Tobias
Becker. Besser machten es die drei folgenden Schützen, ehe Alou das Tor
verfehlte. – Doppelter Vorteil TuS Krempe, den Rister gegen T. Thoma wieder relativierte.
Nachdem Maximilian Ris ausglich und auch Manus nun endlich (zum 3:2) netzte,
musste der im Spiel noch rechtsunten sichere Bolten treffen. Becker aber legte
sich früh auf die erneut anvisierte Ecke fest und parierte. – TuS Krempe im
Viertelfinale! Gegner dort: der TSV Büsum, der sich am Folgetag mit 2:1 im
Duell der West-Verbandsligisten beim TSV Friedrichskoog durchgesetzt hatte. Die
Ligazugehörigkeit dürfte sicherlich als gutes Omen für abermalig
feucht-fröhliche Weiterkommensfeierlichkeiten am Buggraben taugen…
Tore: 0:1 Bolten (22.,
Foulstrafstoß), 1:1 Piening (60. Bangert), Elfmeterschießen:
Becker hält gegen Koopmann, 1:0 M. Oetke, 1:1 Müller, 2:1 Nielsen, Alou neben
das Tor, Rister hält gegen T. Thoma, 2:2 Ris, 3:2 Manns, Becker hält gegen
Bolten
gelbe Karten: keine – Matthiesen
Schiedsrichter: Jan-Hinrich Veit
(Note 4: ließ auf beiden Seiten ein übertriebenes Maß an Fuß- und
Oberkörpervergehen zu, Bolten (taktisches Foul, 78.) und Godoy Cubas (bewusste
Spielverzögerung, 87.) wären zwingend zu verwarnen gewesen.)
Zuschauer: 80



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