Dienstag, 30. September 2025

Spielbericht FC Alsterbrüder III - VfL Hammonia III

Varettos kitschiger Abschiedstango
Doppelpack und Pokal-Derby-Sieg vor der Argentinien-Rückkehr  

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beschloss die dritte Mannschaft des VfL Hammonia ihren wirklich bemerkenswert erfolgreichen September. In der Liga zehn Punkte aus vier Spielen und im Pokal schossen sich die Kicker aus dem Schanzenviertel im Derby gegen die Alsterbrüder-Dritte sauber ins Achtelfinale.
Alles im Lot, beim VfL, wäre da nicht der wehmütige Abschied von „Hammonia-Legende“ Gaston Varetto, den es nach knapp drei Jahren zurück in die Argentinische Heimat zieht. Entsprechend erfolgreich sollte – so der Plan – der letzte Tango des Vereinslieblings bei wenig südamerikanischen Herbst-Bedingungen am Dienstagabend vonstattengehen.
Den ersten Abschluss der Partie verzeichneten jedoch die Gastgeber, bei denen Geraldo Schmidt mit etwa sieben verfehlten Metern belegte, dass er im Zentrum der defensive Viererkette schon richtig aufgehoben ist (7.). Keine Gefahr jedenfalls für Jonas Rügge, der den beim Aufwärmen verletzten Fynn Reuter tadellos vertrat.
Freiflugmeilen sammelte quasi Gegenzug sein Gegenüber, als Dominik Schmuck Hammonias ersten Versuch sehenswert aus dem Winkel fischte (8.) und auch einen tückischen Ndiessome-Freistoß ins Tor-Aus schaufelte (12.).
Ein starker Beginn des FCS-Torwarts, der sich wenig später jedoch unfreiwillig zum Löffel machte. Ohne Gegnerdruck spielten sich die Gäste durchs Zentrum zu Lautaro Gordiola, dessen Hereingabe weit und breit keinen Verbündeten fand, doch weil Schmuck beim Entsorgungsversuch Verteidiger Frederik Knümann anschoss, landete das Leder tatsächlich doch noch im Tor – ein 0:1, wie es in Arnd Zeiglers Rubrik „Kacktor der Woche nicht besser hätte gezeigt werden können (18.)!
In der Folge nutzten die Hammonen das Momentum jedoch nicht aus. Erst in der munteren Schlussphase des ersten Abschnitts näherte man sich beispielsweise durch einen schnittigen Dogu-Rechtsschuss aus 16 Metern wieder an (38.), während auch die Alsterbrüder aussichtsreich aufwarteten. Halbrechts vor zwei-Meter-Koloss Rügge zielte Victor Radtke nicht genau genug: Fußabwehr (39.)!
Aber was machte eigentlich Hauptprotagonist Varetto? Der arbeitete fleißig fürs Team und erlief sich kurz nach der Pause einen langen Krämer-Schlag, um den anschließenden Lupfer zwar über den herausstürzenden Schmuck, aber auch über das Tor zu setzen (47.).
Die zweite Chance folgte jedoch rasch, resultierte ein verkorkster Knümann-Freistoß in Hammonias Konter, den Hüdayi Dogus Bogenlampe unorthodox ins letzte Drittel führte. Mit viel Einsatz verschaffte sich Varetto schließlich die Position, das Runde mit dem Kopf über den Torwart und abschließend mit dem Fuß über die Linie zu bringen (56.). Jubel, Trubel, Herzlichkeit: DAS sind die Geschichten, die den Fußball so liebenswert machen!
Und es wurde noch kitschiger. 71. Minute: Roberto Rodriguez Estevez mit der flachen Ecke, die durchgelassen bei Varetto im Zentrum landete und schon der Doppelpack zum 0:3 geschnürt! Genug also der Taten für den heuer als Kapitän aufgelaufenen 30-Jährigen, dessen Fußballer-Zeit in Deutschland um 21.35 Uhr Ortszeit mit der Auswechslung zu Gunsten von Landsmann Sebastian Pignatelli einen applausträchtigen Rahmen fand (76.).
Gegen den Rahmen zielte unterdessen Kollege Dogu, dessen Alu-Treffer das Gestänge mächtig in Bewegung brachte (57.). Glück in dieser Szene für Tormann Schmuck, der sich wenig später in Aktion verletzte und durch Paul Altenburg ersetzt wurde (61.).
Im Verlaufe der unnötig üppigen Nachspielzeit fing sich der gelernte Feldspieler im Ausflug aus der eigenen Parzelle noch das 0:4, das Oleksandr Bobrovskyi im Duett der Joker clever für Pignatelli in den Rückraum auflegte. Das Urgestein, eigentlich nicht als Torjäger bekannt, machte es mit dem gefühlvollen Heber von rechts butterweich zum 0:4-Endstand (90.+3), den das drüben eingewechselte Eigengewächs Johann Bierendt (82.) und der ebenfalls aus der FCA-Jugend stammende Henry Lyons per Doppelchance (90.+6) nicht für die Blauen aufgehübscht bekamen.
Hammonias Drittvertretung bleibt damit im Lostopf für das Ende Oktober steigende HFV-Pokal-Achtelfinale, was nebenbei auch für den Bruch eines persönlichen Banns bei Julian Höger aus dem Trainerstab sorgte: „Ich verliere hier immer – außer als Senior“, unkte Hammonias Mannschaftsallrounder mahnend trotz der Favoritenrolle vor der Partie. Heute war dem Fußballgott eben nach Fußballromantik in albiceleste…

Tore: 0:1 Knümann (18., Eigentor, Gordiola), 0:2 Varetto (56. Dogu), 0:3 Varetto (71. Rodriguez Estevez), 0:4 Pignatelli (90.+3, Bobrovskyi)

gelbe Karten: Nieuwenhuizen, Knümann – Maza, Varetto, Bobrovskyi

Schiedsrichter: Sten Reissner (FC St. Pauli)

Zuschauer: 25

Sonntag, 28. September 2025

Spielbericht FC Teutonia 05 1.A - Walddörfer SV 2.A

„Zweite-Hälften-Krise endgültig beendet“
Wieder kein Leistungsabfall: Walddörfer SV-2008er siegen sich unten heraus

Im Duell der (bisher) Enttäuschten der U18-Oberliga räumte der WSV in gleich mehreren Punkten mit dem vorläufigen Saisonverlauf auf. Denn neben der Ergebniskrise ist laut Mittelfeld-Stratege Arthur Schreiber auch die zuletzt frappierende „Zweite-Hälften-Krise endgültig beendet“. Schon unter der Woche war das Novum von mindestens gleichwerten zweiten 45 Minuten bei siegreichem Ertrag gegen den Harburger TB (3:1) geglückt, um es diesmal über beide Hälften gänzlich souverän zu lösen.
„Wir haben heute über 90 Minuten gezeigt, dass wir wirklich guten Fußball spielen können und sehr, sehr viel spielerisch lösen können – und auch wollen!“, frohlockte Schreiber im Lobgesang, der trotz gewichtiger Überlegenheit und einigen Chancen (wieder so ein Merkmal der Roten) erst spät im ersten Abschnitt ergebnistechnische Untermauerung erfuhr. So zirkelte der Neuzugang vom SC Sternschanze seinen Freistoß zu genau an den Innenpfosten (30.), während ihm der Assist für einen Doberitz-Treffer von der spät erhobenen Abseitsfahne vermiest wurde (38.). Im nächsten Anlauf hatte das Gespann schließlich keine Beanstandungen, als sich Phil Bossen „mit einer Körperfinte“ erst „massig Platz verschaffte“, um beim Pass „ein bisschen Glück“ zu haben, dass „der Innenverteidiger da nicht richtig rankommt“. Dadurch fand das Leder den Weg zu Malte Doberitz, der „das vor dem Tor gut gemacht und das verdiente 0:1 erzielt hat“ (41.), erläuterte Walddörfers Nummer 20, die genau wie Kollege Leo Amtsberg (48.), zu Beginn des zweiten Abschnitts weitere Abschlüsse versuchten (54. & 72.).
Nur einmal – um es vorwegzunehmen – wackelte der komplikationslose Auswärtserfolg, als eine Unachtsamkeit Teutonias Shayan Taheri in Position beförderte, dieser jedoch zu unplatziert in den Eingriffsbereich des Torwarts zielte (58.).
„Uns ist besonders gut gelungen, dass wir wirklich nur sehr, sehr wenige hohe, lange Bälle geschlagen haben. Ja, es waren immer wieder Chip-Bälle hinter die Kette mit dabei, aber wir haben wirklich fast alles flach gelöst. Das war wirklich gut und hat nochmal unsere Qualität gezeigt!“, erfreuten sich die Gäste ansonsten über das Gros der Spielzeit an ihrer Lust am gepflegten Ballsport, die den kurz zuvor eingewechselten Jarno Köster in Form eines tiefen Duve-Anspiels gen Grundlinie schickte. Trotz „viel Ziehen und Zerren“ behielt der Joker „Ruhe und Übersicht“, um auch Goalie John Walter cool nach oben links zu überwinden (74.). Die Partie damit vorzeitig entschieden, zu limitiert waren die Möglichkeiten des Tabellenvorletzten, den Walter mit einem Block gegen Leandro Duve vor weiterem Unheil bewahrte (90.).
Einmal noch musste der Ex-Nienstedtener das Leder aber dennoch aus dem Netz holen: Abwehrrecke Linus Polster versenkte nämlich einen „klaren Elfmeter“, nachdem Perry Redner den emsigen Köster „unschlau abgeräumt“ hatte (90.+3), zum 0:3-Endstand.
Grund zur Freude also beim Aufsteiger, der seine Englische Woche mit zwei Siegen und einer Niederlage beendete. „Das finde ich auch in Ordnung“, resümierte Schreiber, dem der eng getaktete „Rhythmus sehr gut gefällt“. „Dadurch hast du die Möglichkeit, wenn du am Wochenende unglücklich verloren hast, unter der Woche direkt ein Zeichen zu setzen. Das haben wir hinbekommen! Wenn man dann auf die ersten zwei Spiele (jeweils vermeidbare Niederlagen gegen Mitaufsteiger) guckt, ist das umso ärgerlicher, dass wir davon nicht eines zumindest gewonnen haben; dann ständen wir schon mit neun Punkten da, die auf jeden Fall verdient gewesen wären. Aber im Großen und Ganzen gefällt mir die Englische Woche.“. Kein Wunder, sprang man vom „total ungerechtfertigten elften Platz“ auf den „deutlich gerechteren“ Rang sieben.

 Daheim gegen den bereits aus der Vorbereitung bekannten Niendorfer TSV winkt am kommenden Wochenende sogar der Anschluss ans obere Tabellendrittel. „Wir haben zwar gegen Niendorf in der Saisonvorbereitung gesehen, dass da große Differenzen zwischen uns in den Teams liegen und wie brutal wir da doch spielerisch besser sind, aber wir dürfen das nicht unterschätzen. Die haben jetzt oft auf den Kopf bekommen; die werden weiterhin weiter gewinnen wollen. Deswegen müssen wir da hochmotiviert reingehen!“, mahnte Schreiber, der beim Test-Vergleich, Anfang September, einen Doppelpack zum 6:1-Erfolg beisteuerte, zur Ernsthaftigkeit gegen das punktlose Schlusslicht.

Tore: 0:1 Doberitz (41. Bossen), 0:2 Köster (74. Duve), 0:3 Polster (90.+3, Strafstoßtor, Redner an Köster)

Schiedsrichter: Kiran Kraake (Hamburger SV)

Zuschauer: 50






Spielbericht SV Blankenese II - SC Nienstedten II

Döbrich kommt, gleicht aus und fliegt
Kurzarbeiter sichert SVB-Reserve einen Punkt im Derby

Keinen Sieger fand am Sonntagmittag das West-Derby der Kreisliga 08. Knappe zehn Minuten Autofahrt liegen nur zwischen der SV Blankenese und dem SC Nienstedten. Das Duell der Zweitvertretungen verlief bei wärmender Herbstsonne ebenso eng wie die geographische Lage. Die lautere Musik spielten zu Beginn die Gäste, für die es besonders interessant wurde, wenn sie ihr Personal auf außen mitnahmen. So geschehen nach einem knappen Dutzend an Spielminuten, als Mats Zur Mühlen aus dem Zentrum Linksläufer Romano de Mas in Szene setzte und der als Model und DJ Aktive stilsicher flach zum 0:1 vollendete (11.).
So sollte es eigentlich auch bei einem Angriff über rechts laufen, doch diesmal bolzte Nienstedtens Rückennummer zehn verheißungsvoll am zweiten Pfosten drüber (17.).
Danach trauten sich auch die erst im Sommer aufgestiegenen Hausherren etwas mehr zu Lasse Grünther scheiterte nach gegnerischem Fauxpas am Innenpfosten (21.), ehe Ole Schiller nach von Grünther verlängerter Duncan-Williams-Flanke sogar ins Tor lupfte. Schiedsrichterassistent Ivan Feric deutete jedoch auf Abseits – das war knapp (42.)!
Auch im zweiten Durchgang präsentierten die Hellblauen weiter etwas mehr Zug zum Tor, das Liga-Leihgabe Kevin Rathjen jedoch per Fußabwehr gegen den durchsetzungsstarken Ben Döbrich behände verteidigte (48.). Dass die Heineinnahme Döbrichs im Rahmen eines Vierfachwechsels allerdings ein durchaus kluger Pausen-Zug von Trainer Michael Wegner war, untermauerte das bereits reichlich bezirksligaerfahrene Eigengewächs Mitte der zweiten Hälfte. Einmal mit zu vielen Freiheiten im Strafraum an den Ball gekommen, drosch der Blondschopf das Leder mit rechts hoch mittig zum Ausgleich in die Maschen (69.).
Führungsfreuden, wieder durch einen Döbrich-Treffer erzeugt, zerstörte kurz darauf die erneut erhobene Abseitsfahne (78.).
Nur Sekunden darauf gab es erstmal fünf Minuten Pause in den eigenen Sechzehnern verordnet, nachdem sich ballfern im Mittelfeld ein wenig gegenseitig herumgeschubst wurde (78.). Beteiligte hieran gab es mehrere, sodass neben de Mas aus Nienstedten und dem Blankeneser Grünther auch Döbrich den gelben Karton gezeigt bekam. Blöd nur, dass ihm dies bereits kurz zuvor widerfahren war (72.). Ergo: gelb-rot für die Rückennummer zehn (84.). Da gab es sicher Kandidaten mit größerer Beteiligung an der Szene…
Auch ohne den kurzarbeitenden Aktivposten blieb die Wegner-Elf in der Endphase das bessere Team, um zu fortgeschrittener Nachspielzeit noch den Lucky-Punch auf den Füßen haben, versuchte sich der ebenfalls eingewechselte Niclas Nielsen aus anspruchsvollem Winkel, um dabei an der blockierenden Hand von Goalie Rathje zu scheitern (90.+7).
Ein Punkt, der den Neuling weiter mit drei Zählern Vorsprung über dem Strich hausen lässt, während sich die SCN-Zweite nahtlos in die Remis-Riege in der oberen Tabellenhälfte einfügte. Ein Sieg heute und man wäre bis auf Rang vier vorgestoßen…

Tore: 0:1 de Mas (11. Zur Mühlen), 1:1 Döbrich (68. Karimzadah)

gelbe Karten: Grünther, Korneev, Karimzadah, Schmidt – de Mas

gelb-rote Karte: Döbrich (SV Blankenese II, 84.)

Schiedsrichter: Arne Prior (SV Tonndorf-Lohe)

Zuschauer: 35

besonderes Vorkommnis: Anwendung des STOPP-Konzepts (78.).






Spielbericht FTSV Komet Blankenese 1.Ü40 - HEBC 1.Ü40

Die Null muss stehen…
Novum seit November 2024: HEBC-Senioren ohne Gegentreffer

Drei Niederlagen und ein kampfloses Pokal-Aus gegen den SC Victoria: die Saison 2025/2026 gestaltete sich für die Senioren des HEBC bis dahin freilich in Gestalt einer Erfolgsgeschichte. Entsprechend wohlwollend registrierten die Eimsbütteler den nun endlich eingefahrenen ersten Zähler der Serie.
Im herbstlichen Sonnenschein von Blankenese verdiente man sich den Punkt mit jeder Menge Kompaktheit und einer (meistens) besonnenen Attitüde gegen einen zunächst ordentlich Druck machenden Gastgeber, deren beste Gelegenheit Jascha Kelters nach Hereingabe Mihai Ghitas am Innenpfosten versiegen sah (8.).
Ansonsten bekam der Tabellenletzte den Laden ganz gut dicht, um mit zunehmender Spieldauer selber etwas mutiger nach vorne zu werden. Nach selbst herausgeholtem Ünlü-Freistoß köpfte Dennis Schümann nicht schlecht, aber auch nicht perfekt, in Richtung Komet-Gehäuse (24.).
Mit getauschten Seiten sollte sich das optische Bild nicht groß ändern. Vorsichtiges Abwarten prägte die lange zäh anzuschauende Partie.
Erst in der Schlussphase kanalisierten die Hausherren ihre Unzufriedenheit über den sparsamen Auftritt im Spielerischen zu einer echten Drangphase. Den Anfang machte Baton Morina, der nach Flanke von rechts mit links drüber zielte (68.), ehe die Kollegen Werthmann und Guhl die Pille im Strafraumchaos nicht entscheidend aufs Tor bekamen (70.). Das torlose Remis war damit manifestiert, sodass den Herren in Braun kein Sprung in die obere Tabellenhälfte gelang, während der HEBC mit dem heute coachenden Marcus Klaube (Trainer Francisco Ramos genoss unterdessen die Sonne Griechenlands) erstmalig seit dem 24.11.2024 ein Liga-Spiel ohne Gegentor erlebte. Gegner damals an gleicher Stelle: Komet Blankenese, das durch ein Tor durch Michael Glaser (18.) mit 1:0 besiegt werden konnte.

Tore: Fehlanzeige

gelbe Karten: Ghita – keine

Schiedsrichter: Uwe Meyer (SC Cosmos Wedel)

Zuschauer: 15





Sonntag, 21. September 2025

Spielbericht FC Alsterbrüder IV - VfL Hammonia IV

Rote Laterne bleibt hängen
2:2 im Nachbarschaftsduell: Erster Punkt für Schlussduo FCA/Hammonia

Keinen Punkt holten die Viertvertretungen von Alsterbrüder und Hammonia in ihren bisherigen vier Partien der Kreisklasse 11. Das 2:2 am Ende des Kreisklasse 11-Kicks am Sonntagabend brachte also beide nicht so richtig weiter.
Geschichten hatte das Match jedoch genügende auf Lage. Da wäre zum Beispiel die Posse um Schiedsrichter Ezatollah Valizadeh (SC Victoria), der zum geplanten Kick-Off um 17.30 Uhr nicht zugegen war, weil dieser zeitgleich noch (unter falschem Namen) ein A-Jugendspiel im nahegelegten Sternschanzen-Park leitete. Mit 20 Minuten Verspätung war der Pfeifenmann schließlich zu Fuß angekommen, um den Ersatzmann aus den Reihen des FCA im Schichtwechsel abzulösen. Übrigens ein Verstoß gegen die Durchführungsbestimmungen: der Schiedsrichter, der das Spiel anpfeift (auch ein Einspringer, auf den sich die Parteien zuvor einigten), muss es auch über die Bühne bringen und beenden.
Kaum hatte der Mann in Alsterbrüder-Gelb (= Leibchen) seine Tätigkeit aufgenommen, flutschte den Gastgebern ein Freistoß von Spielertrainer und Kapitän Lesu Zander zum 0:1 ins Netz (22.). Besonders daran: erstmals seit Mannschaftsgründung im vergangenen Sommer ging die neue VfL-Vierte in einem Punktspiel in Führung.
Und es kam noch besser, für das gemischtgeschlechtliche Team, bei dem auch heute wieder drei Freuen am Start waren, vollendete wieder Zander von halbrechts in die lange Ecke, nachdem ihn Victoria zu Klampen vorne passend bedient hatte (37.).
Von den Alsterbrüdern, die tatsächlich etwas mehr Ballbesitz und die eine oder andere Ecke generierten, kam dagegen kaum etwas Konkretes, bis Frederic Cousin Schlussmann Jonas Rügge zum Reflex zwang, dessen Abstauber Josef Sütterlin aus sieben Metern zum Abschluss hinein piekte (44.).
Fast blöd, dass kurz darauf erstmal Halbzeitpause war und der Auftrieb des Treffers offenbar im hintersten Winkel der Kabine liegen blieb. Die Zweikampfintensität hatte zwar inzwischen zugenommen, doch spielerisch lief beidseitig wenig zusammen.
Erst tief in Hälfte zwei umspielte Hammonias Daniel Bernecker den weit herausgeeilten Lars Unger, doch Spielertrainer Nikita Cardaun rettete für seinen geschlagenen Fänger vor der Linie (73.).
Endlich einmal Schwung in der Bude, kam drüben der eingewechselte Henri Wormuth durch die bislang flüssigste Kombination der Partie zum Abschluss ans Außennetz (75.). Weiter ging das nun muntere Treiben mit Tristan Bauer, dessen Versuch Unger mit leichten Komplikationen zur Ecke ablenkte (82.). Nicht so sein Gegenüber, den Wormuth zum vermeintlichen 2:2 überwinden konnte, doch der Abseitspfiff setzte dem Jubel ein abruptes Ende (84.).
Mit leeren Händen sollten die Gelb-blauen aber letztlich nicht zurückbleiben, bekam Hammonia weder Zugriff auf Flankengeber Nicola Pejica, noch auf den im Sechzehner weiterleitenden Yaniv Golan. Cousin sagte Danke und schloss zum längst verdienten Ausgleich ab (86.).
In den allerletzten Minuten drückten Cousin und Co gar noch auf den Siegtreffer, den ein Block gegen Yigitcan Tokay allerdings verhinderte (89.).
Ein Punkt für beide war es somit geblieben. Der Vorletzte und der Letzte blieben ihren Plätzen damit treu.

Tore: 0:1 Zander (22., direkter Freistoß), 0:2 Zander (37. zu Klampen), 1:2 Sütterlin (44. Cousin), 2:2 Cousin (86. Golan)

Schiedsrichter: Ezatollah Valizadeh (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 20

besonderes Vorkommnis: Da Schiedsrichter Ezatollah Valizadeh erst verspätet am Spielort erschien, leitete die ersten 20 Spielminuten ein Vertreter des FC Alsterbrüder.





Samstag, 20. September 2025

Spielbericht Eintracht Lokstedt III - SV Rugenbergen III

Auswärts-Prügel für den Primus
2:6 in Lokstedt: SV Rugenbergen III geht erstmalig unter

Den Tabellenführer nicht gestürzt, aber ihm die erste Niederlage zugefügt. Leicht Überraschendes spielte sich am Samstagmittag im Sportpark zu Lokstedt ab, wo der hiesige LFC das Duell der Drittvertretungen gegen den SV Rugenbergen, immerhin verlustpunktfreier Spitzenreiter der Kreisklasse 09, klar für sich zu entscheiden wusste.
Etwas verhalten hatte die ganze Angelegenheit in der Septemberhitze zwar begonnen, doch dafür hatte sie es ab etwa einem Viertel der Spielzeit ordentlich in sich. Levion Krackhardt verzog nach eigenem Ballgewinn im Pressing hauchdünn (22.), ehe auch Jonah Schroeder eine von vielen SVR-Schludrigkeiten nicht zu nutzen wusste: Pfosten (24.)!
Nach etwas mehr als einer halben Stunde schließlich die im wahrsten Sinne des Wortes nachträgliche Bestrafung vom Punkt, scheiterte Kapitän Roman Bühring Hernandez zwar zunächst an Schlussmann Torge Tegelhütter, doch im Nachschuss war Benjamin Johnkes unglücklich stehengelassenes Bein gegen Tristan Trzeciok doch noch gesühnt (32.).
Frust bei T. Tegelhütter, dem ähnliches gleich nochmal wiederfuhr. Diesmal hob Johnke das Abseits für Justo Alfaro Castro auf. Der Goalie rettete, nur war mit Mateo Cabezas wieder ein aufmerksamer Lokstedter zum Abstauber bereit (43.).
Eine Eigenschaft, die Finn Drews und dessen parierten Rückraum-Versuch auf der anderen Seite fehlte (45.)…
Stattdessen besiegelten Joshua Zinnaus Körpereinsatz gegen Cabezas und Trzecioks cooles Verladen des Tormanns den in der Höhe auch verdienten 3:0-Halbzeitstand (45.+4).
Was für ein katastrophaler Samstagmittag, dem Alessandro Cala jedoch wieder etwas Perspektive schenkte, als sein wunderbar getretener Freistoß direkt auf 3:1 verkürzte (48.).
In dieser Phase allerdings nur ein Strohfeuer, wie nicht nur das locker über Trzeciok und Krackhardt herausgespielte 4:1 durch Cabezas belegte (53.).
Weil der LFC in der Folge einige gute Gelegenheiten liegen ließ, konnte der eingewechselte Laurin Kolbe dann aber plötzlich wieder in Schlagdistanz befördern. Allein im Rücken der zu hohen Abwehr schob der Sturmtank sicher zum 4:2 ein (68.). Wäre ihm dies doch bloß noch einmal gelungen (70.)…
Doch auch die Kollegen stellten sich vor der Kiste deutlich zu hektisch an (76.) oder scheiterten wie Finn Drews per ruhendem Ball an Paul Ehrenreich (85.) am Anschlusstreffer.
Den Lokstedtern blieb damit die Pforte zur Vorentscheidung weit geöffnet. Bühring Hernandez vermochte gegen den übergreifenden T. Tegelhütter noch nicht durchzugehen (88.), Cabezas wenig später schließlich doch, schob der Dreierpacker einen M. Meyer-Querpass aus der Nahdistanz zum 5:2 ein (90.).
Gegen den nun kapitulierenden Primus stellte Alfaro Castro in der Nachspielzeit sogar noch auf ein saftiges 6:2 (90.+2).
Ein Stück von der Körperlichkeit einer Rudelbildung am Ende des Spiels (90.+4) und die dennoch weiter ganz oben thronenden Bönningstedter hätten sich kein halbes Dutzend beim neuen Tabellendritten abgeholt.

Tore: 1:0 Bühring Hernandez (31., Strafstoßnachschuss), 2:0 Cabezas (43. Alfaro Castro), 3:0 Trzeciok (45.+4, Strafstoßtor, Zinnau an Cabezas), 3:1 Cala (48., direkter Freistoß), 4:1 Cabezas (53. Krackhardt), 4:2 Kolbe (68. Johnke), 5:2 Cabezas (90. M. Meyer), 6:2 Alfaro Castro (90.+2)

Schiedsrichter: Carl Meyer (Eimsbütteler TV, Note 2,5)

Zuschauer: 15









Sonntag, 14. September 2025

Spielbericht Moorreger SV - SC Cosmos Wedel

Ab-/Aufsteiger startet Mini-Serie
Zweiter Sieg in Folge: Cosmos Wedel korrigiert den Fehlstart

Nicht außergalaktisch gut, aber mit aufsteigender Tendenz korrigierte Cosmos Wedel in Runde fünf den verpatzten Saisonstart in die Kreisliga-Saison nach Liga-Mannschaftsauflösung und Aufstieg der nun als erstes Team firmierenden Zweiten. Zuletzt daheim gegen die Reserve des SSV Rantzau 3:2 siegreich, klappte es am Sonntagnachmittag auch in Moorrege mit einem Dreier.
Passend zum eher niveauarmen Match, führte eine schwach vom MSV gelöste Pressingsituation zum 0:1 durch Thore Müller-Wiegand (15.).
Der Auftakt für eine hoch aktive Phase der Gäste, deren Lohn zunächst aber ausblieb. So verweigerte Claas Böttcher den Abschluss in eine der beiden angebotenen Ecken (19.), ehe es auch auf Abstoß-Einladung des Gegners nicht besser lief (25.).
Abhilfe schaffte da erneutes Chaos im MSV-Strafraum, das diesmal Kapitän Dominik Zink auf Vorarbeit Böttcher folgerichtig mit der Verdopplung bestrafte (45.).
Kurz zuvor hatte sich auf der anderen Seite Maximilian Seubert zweimal bei Standards angeschickt, auf pari pari zu stellen. Sein überraschend freier Kopfball flog vorbei (39.) – einen Abschluss im Sechzehner blockierte Till Nuppenau mit dem Fuß (42.).
Ebenso durch einen ruhenden Ball (Jayson Bielfeldts listigen Freistoß) erhielt auch Verteidiger Finn Cornils die Chance mit dem Oberstübchen. Die Kugel bekam der Spielführer jedoch nicht ideal gen Cosmos-Quader gelenkt (47.).
Das war´ aber auch schon wieder mit der Heim-Gefahr. Erst eine gute Viertelstunde vor dem Ende war es wieder Seubert, der aus zentraler Position ideal zum drüber gebolzten Versuch kam (74.). Der Anschlusstreffer hätte der ansonsten farblosen Partie sicher neues Leben eingehaucht. So blieb es allerdings beim Status Quo, den der Wedeler Malte Schönstedt aus ambitioniertem Winkel fast noch auf 0:3 erhöht hätte, wäre da nicht ein rettender Kopf vor der Linie aufgetaucht (81.).
Tabellarisch setzten sich die Cosmonauten damit im engen Mittelfeld der Kreisliga 01 damit erstmal vor den MSV auf Rang sieben. Der neue Neunte hat bereits am kommenden Wochenende die Chance, die erste Heimniederlage gegen TuS Borstel einen wichtigen Sieg zum Abstand auf die gefährliche Zone geradezubiegen.

Tore: 0:1 Müller-Wiegand (15.), 0:2 Zink (45. Böttcher)

gelbe Karten: Almaz, Franke – Kirste

Schiedsrichter: Arthur Erik Schreiber (SC Sternschanze, Note 2,5)

Zuschauer: 45

















Samstag, 13. September 2025

Spielbericht VfR Horst - TSV Pansdorf

Mit Standards gegen Abstiegssorgen
TSV Pansdorf mit ruhenden Bällen geknackt: VfR Horst erstmal unten raus

Ein Aufsteiger ohne Abstiegssorgen mit acht Buchstaben: VfR Horst! Zumindest verspricht das Zwischenergebnis nach acht Spieltagen Landesliga Holstein beste Karten für eine gelungene Serie in
Im richtungsweisenden Duell mit dem TSV Pansdorf bewies der VfR, dass er den Anforderungen der sechsthöchsten Spielklasse freilich gerecht wird. Mit viel Physis und einem starken Torwart (7.) legte man hinten das Fundament, um gleich mit der ersten echten Annäherung selbst ins Schwarze zu treffen. Zwar ärgerte sich Dominik Bubat, bei der schnellen Freistoßausführung vom Schiri ausgebremst worden zu sein, doch schnell verflog der Verdruss, weil der stattdessen gestartete Aufbau über Schlussmann Norman Baese tatsächlich das Führungstor einleiten sollte. Am Ende flankte Patrick Meyer ebenso unbedrängt, wie Lennart Dora in der Mitte einnickte – 1:0 (14.)!
Nicht viel weniger Raum gestatteten die Gäste Tim Jeske, der sich kurz darauf aus der Distanz an der Verdopplung versuchte. Nur der Querbalken stand dem Vorhaben effektiv im Wege (17.).
Hätten die Elf Pansdorfer auf dem Platz doch bloß so engagiert verteidigt wie ihr Co-Trainer an der Seitenlinie! Zur Verhinderung eines raschen VfR-Einwurfes hatte Enad Salih die Kugel kurzerhand zur Seite geschmissen: berechtigtes Pflicht-Rot für einen Funktionär mit sogenannter Vorbildfunktion (20.)!
Auch die Herren AUF der Wiese verfolgten eine zuweilen hitzige Herangehensweise, die ihnen sportlich nicht so wirklich weiterhalf. Vor allem deswegen, weil es die Horster verstanden, aus ihren Standards das Maximum rauszuholen. So erhöhte Jeske nach Ecke von links auf 2:0 (33.), während das 3:0 durch Bubats Freistoß von der anderen Seite vorbereitet wurde (41.). Ein teuer bezahltes drittes Tor, kassierte Tim Moritz bei der Verwertung eines Jeske-Latten-Fallrückziehers einen Gesichtstreffer, der ihn zur Aufgabe des Spiels zwang.
Doch auch ohne den Defensiv-Routinier hielten die Weißen ihren Laden nahezu ungefährdet dicht. Die beste Chance des auf ganzer Linie enttäuschenden Vorjahreselften im zweiten Abschnitt ergab sich kurz nach dem Seitenwechsel für Joel Denker, dem der Winkel am Ende des flüssigsten Gäste-Angriffs der Partie jedoch etwas zu spitz geriet (48.).
Den Rest der Begegnung konnte der neutrale Beobachter in der Vorabendsonne getrost mit Bier und Currywurst ausklingen lassen, ohne dabei noch allzu sehr auf das zerfahrene Spielgeschehen achten zu müssen.
Abgefälscht verpasste der nach innen ziehende Paris Bruhn kurz vor Schluss das 4:0, das am Ende wohl auch etwas happig gewesen wäre (87.).
Sechs Zähler Vorsprung hat der Neuling nun jeweils auf Relegations- und Abstiegszone. Ein guter Grundstein nach einem guten Viertel der Saison. Der heuer erstmals ohne eigenen Treffer gebliebene TSV Pansdorf hat dagegen bereits am kommenden Mittwoch die Chance, sich im direkten Duell mit dem SV Eichede II (13. gegen 14.) wieder vom Abstiegsrelegationsplatz zu lösen.   

Tore: 1:0 Dora (14. Meyer), 2:0 Jeske (33.), 3:0 Moritz (41. Jeske)

gelbe Karten: Stegers, Jeske, Handzel – M. Manthe, Zubke, P. Manthe, Villbrandt, Grimm, Schulz, Block (Trainer)

rote Karte: Salih (Co-Trainer, TSV Pansdorf, 20., Spielverzögerung)

Schiedsrichter: Tim Hohmann (VfL Vorwerk)

Zuschauer: 100