Mit
Leidenschaft zum Derbysieg
St.
Pauli III revanchiert sich für die böse Hinspiel-Pleite
Nur sehr schwierig waren die Gemüter beim SC Hansa nach Spielende zu beruhigen.
Schiri- und Ergebnisfrust saßen tief. Sicherlich verlor man nur das
prestigereiche Feldstraßenderby gegen die Drittvertretung des FC St. Pauli,
sondern dabei auch noch drei Akteure, die Schiedsrichter Martin Ghafury (BU)
mit Doppelgelb beziehungsweise glatt Rot konfrontierte.
Für die Einsicht der verdienten Niederlage war man sich dennoch nicht zu
schade: „Wir haben absolut verdient verloren!“, so die einhellige Meinung der
Hanseaten.
Tatsächlich waren es die nominellen Gäste, die auf heimischem Gelände sofort
mit einem Höchstmaß an Einsatz begannen, den Gegner früh attackierten und somit
zum (zu langsamen) Reagieren verdammten. Und genau das sollte das erste Hurra
für Braun-weiß einbringen, als St. Pauli mit Tempo in den Strafraum eindrang,
sich Jörg Spiller nur noch mit einer Grätsche zu helfen wusste und Martin
Annemüller sicher zum 0:1 verwandelte (18.).
Wer nun dachte, die Gastgeber würden langsam einmal aufwachen und sich als
aktives Mitglied des Spiels sehen, sah sich getäuscht. Denn außer einem guten
Wegner-Kopfball, der das Tor knapp verfehlte, gab es keine großen
Hansa-Momente.
Stattdessen blieb St. Pauli auf der anderen Seite giftig und zielbewusst, wie
Christopher Bode mit seinem Freistoß aus 25 Metern, den Nils Völzke noch gut an
den Pfosten lenken konnte. Doch die schlafende Hansa-Defensive verteilte weiter
freundlich Bonbons an die Gegenspieler, sodass Giuliano Wartenberger nur noch
aus kürzester Distanz einzunetzen brauchte – das 0:2 nach einer halben Stunde!
Was folgte, waren unschöne Szenen, vier gelbe Karten in sieben Minuten und der
Pfiff zur verdienten Halbzeitführung der Kiezkicker.
Zurück aus der warmen Kabine, bemühte sich Hansa nun mehr, was sich gleich bemerkbar
machen sollte, musste Thorbjörn Stäcker bei einem wuchtigen Henkel-Kopfball all
sein Können aufbringen, um das Ei erfolgreich über den Querbalken zu führen.
Ähnliches hätte auch Völzke gerne geschafft, denn nach etwas mehr als einer
Stunde Spielzeit erhöhte Stürmer Alexander Stuber den Vorsprung vom
Strafstoßpunkt auf nun mehr 3:0, wobei sich schon die Frage stellte, wo Manuel
Henkel seine Hände lassen soll, wenn er aus zwei Metern angeschossen wird…
Hansa-Coach Holger Bichel zog noch einmal alle Register, brachte mit Nils
Friedrich einen weiteren Stürmer für Murat Topal, dem kurz darauf Özgür Aslan
mit der Ampelkarte in die Kabine folgte (66.). Dasselbe Unheil ereilte auch
Spiller nach wiederholtem Foulspiel (81.). Direkt zuvor bewahrte Völzke sein
Team mit einer wahren Klassetat gegen Bode und einem sicheren Mitspiel gegen
den eingewechselten Julian Wulf vor einem Debakel. Da fiel es auch nicht groß
ins Gewicht, dass Steven Ohmenzetter nach erfolgreichem Umkurven des
34-Jährigen das leere Tor aus etwas spitzem Winkel knapp verfehlte.
Dann war es endlich geschafft! Im achten Anlauf gelang der Fröhlich-Elf der
erste Sieg gegen den SC Hansa 11! Zu allem Überfluss zog der nicht immer
souveräne Unparteiische nach Spielende auch noch den roten Karton für den
Hansa-Schlussmann, nachdem dieser nach eigener Aussage „außerhalb des
Mittelkreises aus Frust“ eine Flache auf den Boden warf. „Der Schiedsrichter
und seine Assistenten standen dabei mindestens zehn Meter weit entfernt“, so
Völzke weiter.
Für die Equipe um Kapitän Manuel Henkel war es ein alles andere als positiver
Jahresabschluss, wobei diese Niederlage aufgrund der Enge an der Tabellenspitze
kein Weltuntergang ist. Braun-weiß konnte sich indes für die schmerzhafte 1:4-Hinspielniederlage
rächen und sich nun auf eine ruhige Rückrunde freuen. Denn während die
Tabellenspitze bereits ein wenig zu weit weg ist, erscheint auch der Blick nach
unten doch sehr utopisch.
Tore: 0:1 Annemüller (18.,
Foulstrafstoß), 0:2 Wartenberger (30. Bode), 0:3 Stuber (63., Handstrafstoß)
gelb-rote Karten: Aslan (Hansa 11,
66., wiederholtes Foulspiel), Spiller (Hansa 11, 81., wiederholtes Foulspiel)
rote Karte: Völzke (Hansa 11, nach
Spielende, Werfen eines Gegenstands)
Schiedsrichter: Martin Ghafury (HSV
Barmbek-Uhlenhorst, Note 4,5)
Zuschauer: 75
Freitag, 25. November 2011
Spielbericht SC Hansa 11 - FC St. Pauli III
Sonntag, 13. November 2011
Spielbericht SC Sternschanze - Altona 93 II
Schanze
wie im Training
AFCs
Alsterbrüder-Helden wieder auf dem Boden – SCS nähert sich dem Soll
Nach dem sensationellen 7:1 am vergangenen Wochenende gegen den FC Alsterbrüder
wollte Altona 93´ Zweitvertretung auch beim SC Sternschanze fette Beute machen,
doch dabei setzten sie sehr zum Leidwesen des zahlreich mitgereisten Anhanges
auf lahme Pferde. Denn nach einer ausgeglichenen Anfangsphase war es ein
strittiger Handelfmeter, der den Untergang an diesem Sonntagnachmittag
einleitete (17.).
Jerome Baeßler soll bei einem Schuss im Fünfmeterraum die Hände zur Hilfe
genommen haben, was Schiedsrichter Abilio Fernandes Araujo (Panteras Negras)
sofort mit Strafstoß und Rot ahndete. Ulf Wotsch übernahm, doch AFC-Keeper
Pascal Ramm verhinderte mit einer guten Abwehr die letztliche Doppelbestrafung.
In der Folge war der Partie nicht wirklich anzusehen, dass die Gäste mit einem
Mann weniger auf dem Platz standen. Sie kamen sogar zu der einen oder anderen
Möglichkeit, doch das Glück war an diesem Tag einfach mit dem SCS. So besorgte
Sergio Ramos kurz vor der Pause das 1:0 durch einen direkt versenkten Freistoß
aus denkbarer Position (44.).
Mit diesem Rückstand aus der Kabine gekommen, lief beim AFC nun nichts mehr
zusammen. Sternschanze konnte jetzt nach Belieben kombinieren, was die
Kuschel-Elf nach einer Stunde auch zu bestrafen wusste. Wotsch leitete den
Torreigen des zweiten Abschnitts mit eine zielstrebigen Antritt und einem
sicheren Abschluss zum 2:0 ein (60.), ehe Hendrik Mahns per Alleingang (bei dem
Schlussmann Ramm wenig gut aussah, 68.) und wieder Wotsch nach einem herrlich
gespielten Angriff (70.) auf mittlerweile 4:0 erhöhten.
Für die Gastgeber entstand nun ein nettes Trainingsspiel, das sie, begünstigt
durch pazifistisches Abwehrverhalten der Gäste, auch noch höher hätten gewinnen
können. Doch letztlich war es „nur“ ein 6:0-Heimsieg, da noch einmal Wotsch per
Linksschuss (81.) und zum Schluss der eingewechselte Vincent Prechel nach
wunderbarem Zusammenspiel mit dem Dreifachtorschützen (85.) einnetzten.
Ein, in der Höhe verdienter Erfolg für das Schanzenteam, das trotz aller Freude
auf dem Teppich bleibt: „nach dem 1:0 ist der Gegner komplett
zusammengebrochen, wobei der Sieg für uns doch zu niedrig ausfiel; da müssen
wir unsere Angriffe konsequenter ausspielen“, befand SCS-Coach Dierk Kuschel,
der sich nun eine Steigerung des bislang Erreichten erhofft. „Wenn wir nächste
Woche beim Hamburger FC gewinnen, sind wir zumindest am unteren Rand unseres
Soll. Interessant wird es dann gleich danach, wenn wir gegen die
Spitzenmannschaften wie Nikola Tesla oder St. Pauli III ran müssen“, baute der
Übungsleiter sofort eine Brücke zu den kommenden Aufgaben. Eine durchaus
diffizile Aufgabe haben die Jungs des AFC auf eigenem Platz erst einmal, wenn mit
Benfica ein äußerst unbequemer Gegner am Othmarscher Kirchenweg aufschlägt.
Aber wie wir unlängst gelernt haben, lebt die Kreisliga 2 nicht von
mathematischen Gesetzen…
Tore: 1:0 Ramos (44,
direkter Freistoß), 2:0 Wotsch (60.), 3:0 Mahns (68.), 4:0 Wotsch (70. Mahns),
5:0 Wotsch (81. Mahns), 6:0 Prechel (85. Wotsch)
rote Karte: Baeßler (Altona 93 II,
17., Handspiel auf der Torlinie)
Schiedsrichter: Abilio Fernandes
Araujo (Panteras Negras)
Zuschauer: 82
besonderes Vorkommnis: Wotsch
scheitert mit Handstrafstoß an Ramm (17.).
Spielbericht HEBC - Eintracht Lokstedt
Zeichen gesetzt – HEBC
lebt noch!
Fulminantes
5:0 gegen überforderte Lokstedter
Der zuletzt wenig überzeugende Landesliga-Absteiger HEBC hat sich mit einem
5:0-Derbysieg gegen Neuling Eintracht Lokstedt zurückgemeldet. Lila-weiß
übernahm auf eigenem Terrain sofort das Kommando und zeigte mit Stefan Hermes´
Rechtsschuss, der nur um Haaresbreite vorbeisegelte (2.), früh, dass es gewillt
war, den (Mittelfeld-) Bock umzustoßen, der goldene Schuss ließ jedoch ganze 27
Minuten auf sich warten, lochte Hermes nach Müller-Vorarbeit zum verdienten
1:0-Halbzeitstand ein.
Für den zweiten Abschnitt schien sich die Alarcón-Elf einiges vorgenommen zu
haben, denn nun begann sie einen 45-minütigen Sturmlauf, der sofort einen
Doppelschlag durch erneut Hermes und Marco Concilio sorgte (47. & 48.).
Während die Eintracht bis auf einen Indulto-Lattenfreistoß komplett abgemeldet
war, spielten die Reinmüllerkicker wie entfesselt und veranstalteten in einem
einseitigen Match durch zwei weitere simple Treffer in der Schlussphase
(Ismajli, 76. & Martini, 89.) ein wahres Schützenfest zu früher Stunde.
Da fiel auch die Ampelkarte für Cem Müller nach etwas mehr als einer Stunde
nicht ins Gewicht. Viel mehr hatte man den Eindruck, die orangenen Gäste wären
mit einem Mann weniger auf dem Platz.
„Das war extrem wichtig für uns! Wir sind mit unserem Mittelfeldplatz nicht
zufrieden und haben heute ein klares Zeichen gesetzt – HEBC lebt noch! Jetzt
müssen wir das Beste aus unserer Situation machen, weiter dran bleiben und von
Spiel zu Spiel denken“, ist sich HEBC-Kapitän Dejan Prostran der aktuellen
Tabellenlage bewusst. Denn auch er weiß: Die Trauben hängen im Aufstiegskampf
weit oben!
Tore: 1:0 Hermes (27. Müller), 2:0 Hermes (47.), 3:0 Concilio
(48.), 4:0 Ismajli (76.), 5:0 Martini (89.)
gelb-rote Karte: Müller (HEBC, 63., Unsportlichkeit + Foulspiel)
Schiedsrichter: Bubacar Djalo (FC Elazig Spor)
Zuschauer: 69
Autoren:
Dirk Becker & Björn Meyer
Samstag, 12. November 2011
Spielbericht Vatan Gücü - Fatihspor
Serie
gerissen!
Vatan
Gücü ringt Spitzenteam Fatihspor nieder!
Die Fahnen hingen noch auf Halbmast, an der Slomanstraße. Nicht nur, dass die
türkische Nationalelf auf eigenem Geläuf den Kürzeren gegen Kroatien zog und
die Qualifikation zur EM 2012 nun einem Absurdum gleicht; es gibt noch einen
weitaus verheerenderen Brandherd in der Türkei. Ein wiederholtes Erdbeben im Osten
des Landes forderte bis dato 37 Menschenleben. Grund genug für eine innige
Schweigeminute vor dem Anpfiff des Spitzenspiels der Kreisliga 4.
30 Minuten später hatte man das Gefühl, die Akteure auf dem roten Rasen hätten
aus dieser Minute gleich eine komplette halbe Stunde gemacht. Ein wenig
gefährlicher Linksschuss von Fatihspors Taylan Kocatürk (17.) bildete den
Höhepunkt der Anfangsphase, bis ein Pfiff die stoische Ruhe an der Veddel
durchbrach – Strafstoß für Vatan Gücü (33.)! Davut Yilkin wusste sich im
Strafraumduell gegen den beweglichen Ufuk Ayvaz nicht anders zu helfen, als den
Angreifer auf den Hosenboden zu drücken. Ein Fall für Abwehrrecke Hamit
Erdogrul, der selbstsicher anlief - und
verschoss! Die Kugel zischte am Kasten vorbei, sodass Fatihspors Schlussmann
und Trainer in Personalunion, Bülent Solak, erstmal kräftig durchatmete.
Endlich nahm das Spiel ein wenig Fahrt auf und das Führen von Zweikämpfen wurde
prägender Bestandteil dieses Duells, was Schiedsrichter Matiejar Shelamzar Nejad
in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts erneut zum Anlass sah, auf den Punkt
zu zeigen. Ein Schieben im Gäste-Strafraum soll es gewesen sein, was den
Spielleiter dazu veranlasste. Nun also Vatans zweiter Versuch, dem sich nun
Stürmer Tufan Tintin annahm und eiskalt versenkte – das 1:0 durch den
24-Jährigen (45.+2)!
Im zweiten Durchgang konnten die gut 60 Zuschauer dann auch endlich
spielerische Momente mit Chancen auf beiden Seiten erleben. Während Hüseyin
Sicim und erneut Ayvaz knapp am 2:0 scheiterten, rettete Vatan-Keeper Ozan
Yildirim auf der anderen Seite klasse u.a. gegen einen Sahin-Freistoß die Null,
um direkt im Gegenzug Mitspieler Tintin per Monsterabschlag alleine auf die
Reise zu schicken, doch mehr als ein kümmerliches Trudelbällchen kam nicht
heraus.
Ästhetisch besser, aber ebenso erfolgreich,
versuchte sich 80 Meter weiter in die andere Richtung Pascal Dassler mit
einem Fallrückzieher, der das Gehäuse nur um Zentimeter verfehlte.
Fatihspor erhöhte jetzt den Druck, während sich Vatan Gücü durch eine komplett
unnötige Ampelkarte für Tahsin Basar (66.) indes selbst schwächte. Umso mehr
waren die Gäste zum ungeliebten Offensivdenken gezwungen. Doch plötzlich ein
Ballverlust vor dem eigenen Strafraum und Osman Yigit fetzte das Runde aus 20
Metern ins Eckige – ein böser Schock für Trainer-Torwart Solak und seine Mannen
(77.)!
Ein Schock, den sie genau wie Vatan-Tormann Yildirim zu überwinden versuchten,
doch ein Yilkin-Freistoß, den der Schlussmann schön zur Ecke klärt, kurz vor
dem Ende, war letztlich zu wenig.
Die Traumserie von 15 Spielen ohne Niederlage ist also gerissen, was den Gegner
ins Stimmungshoch brachte: „Wir wussten, dass Fatihspor eine reine
Kontermannschaft ist, die nur auf Lücken wartet. Daher war heute Geduld
angesagt. Und das hat die Mannschaft gut umgesetzt, kannte Vatan-Vorstand
Karahan Yildirim die Quintessenz des Spiels. Eine ähnliche Disziplin ist auch
im kommenden Auswärtsspitzenspiel bei der Reserve von TuS Hamburg angesagt,
während Fatihspor an der Wendenstraße gegen SV Altengamme II eine neue
Erfolgsserie starten will.
Tore: 1:0 Tintin (45.+2, Foulstrafstoß),
2:0 Yigit (77.)
gelb-rote Karte: Basar (Vatan Gücü,
66., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Matiejar Shelamzar
Nejad (SpVgg Billstedt-Horn), Note 2)
Zuschauer: 60
besonderes Vorkommnis: Erdogrul
(Vatan Gücü, schießt Foulstrafstoß neben das Tor, 33.)
Freitag, 11. November 2011
Spielbericht GW Eimsbüttel - SC Sperber Hamburg II
Sonntag, 6. November 2011
Spielbericht SC Victoria Hamburg II - SC Alstertal / Langenhorn II
Irres
Spitzenspiel: Vicky II gibt 3:1 aus der Hand!
Trotz
zweiter Niederlage in Serie: „Kein Knick in der Mannschaft“
Nein, so wirklich trauen wollte man seinen Augen auf beiden Seiten nicht. Nicht
nur, dass der Spitzenreiter der Kreisliga 5 nun das zweite Spiel in Serie als
Verlierer vom Platz ging, man verspielte auch noch einen sicheren 3:1-Vorsprung
auf eigenem Gelände!
Dabei lief für die Gastgeber zunächst alles wie am Schnürchen. Trotz guter
Kontergelegenheit für Louis Jandali (13.) hatte der SCV den Laden im Griff, was
ihnen selbst nicht nur zwei gute Gelegenheiten in Person von Gabor Karaschewski
einbrachte (3. & 15.), sondern auch das 1:0 durch Philipp Wolpers nach
einer herrlichen Kombination (18.).
Der Ligaprimus führte und eine ernsthafte Antwort hatten die Gäste auch nicht
parat. Da nahm Kapitän Andre Muhs einfach das Heft in die Hand, marschierte mit
der Kugel durch den SCV-Strafraum und überwand den nicht immer souveränen
Dennis Wolf zum Ausgleichstreffer, der 18 hoch spannende Minuten einleitete
(27.). Denn keine zwei Minuten später ein Pfiff – Strafstoß für Blau-gelb,
nachdem sich Andreas Kammradt im eigenen Strafraum einfach zu ungeschickt
angestellt hatte. Karaschewski mit dem fälligen Strafstoß und schon war die
Führung wieder da (29.). Jubel, Trubel, Heiterkeit bei den Gastgebern. Und es
sollte noch schöner kommen: Keine 60 Sekunden vergingen danach und das dritte
Hurra stellte sich ein. Wolpers tankte sich auf der linken Seite wunderbar
durch und zimmerte das Spielgerät unhaltbar rechts oben in den Winkel – ein Sahnebonbon!
Die Gäste ließen sich davon aber nicht groß irritieren. Immerhin stellen die
Nord-Hamburger die zweitbeste Offensive der Liga; da ist immer etwas möglich!
So gesehen in der 38. Minute: Eckball Simon Vagts, Kopfballtor Daniel Krohn –
so einfach kann das Toreschießen sein, wenn der Gegner wieder nur zuschaut!
SCALA war nun wieder dran, während bei den Gastgebern die Nerven flatterten.
Plötzlich ein Ballverlust an der Strafraumgrenze und Krohn mit der Übersicht
für Jandali, der mit dem 3:3-Ausgleichstreffer eine weitere Episode dieser
Thriller-Reihe schrieb (42.).
Unverändert kamen beide Teams aus der wohlverdienten Pause zurück, doch was war
das? Fast eine Viertelstunde verging ohne einen ernsthaften Torschuss! Als die
enttäuschten Massen schon den Ausgang suchten, suchte man bei den Gästen
natürlich Top-Stürmer Daniel Krohn im Victoria-Strafraum und wie das so ist:
eine Drehung, ein Tor – das passiert, wenn man den 23-Jährigen aus der
Werder-Talentschmiede einfach gewähren lässt (59.).
Das 3:4 für die Jungs vom Flughafen, und nun hatte Vicky den Salat! Einen mit
viel Essig nämlich, denn plötzlich kam auch noch ein unglaubliches Schusspech
der Hoedoafia-Elf dazu. Erst fischte Gäste-Keeper Christian Röhrs, der
eigentlich im Mittelfeld zuhause ist, einen Freistoß des eingewechselten
Benedikt Neumann-Schirmbeck unvorstellbar aus dem Winkel (O-Ton des Schützen: „Ich
weiß nicht, was der Torwart da gemacht hat – unglaublich!“), dann schädelte der
sonst so treffsichere Angreifer das Ei an den Innenpfosten. Und als
Sahnehäubchen köpfte er obendrauf aus fünf Metern genau den arglosen Torsteher
an.
Die Chancen waren da, doch das Ausgleichstor wollte einfach nicht fallen! Auch
nicht bei Karaschewskis Bombe aus zentraler Position, bei der Röhrs wie ein Panther
zu Boden ging und zur Ecke rettete. Und so kam es, wie es kommen musste: Die
Gastgeber warfen alles nach vorne, die Defensive war entblößt und da ließen
sich die eingewechselten Kevin Kramp und Patrick Meyer nicht lumpen – 3:5 durch
Letztgenannten gegen eine Abwehr mit Auflösungserscheinungen.
SCALA-Trainer Stephan Basmer traute dem Braten trotzdem noch nicht: „Bleibt
konzentriert, das Ding ist noch nicht Unsers!“, rief er seinen Mannen von außen
zu. Die Vicky-Reserve suchte noch einmal nach Lücken, doch es gab keine mehr.
Da versuchte sich Wolpers in der Nachspielzeit halt von der Grundlinie aus –
mit Erfolg!
Nur noch 4:5 – vielleicht geht da ja doch noch etwas!
Eine Hoffnung, die jedoch kurz darauf in Schutt und Asche lag, denn dann war
Schluss am Lokstedter Steindamm! Die Zweitvertretung des SC
Alstertal/Langenhorn holte einen echten Überraschungssieg, an den man
zwischenzeitlich selbst nicht zu glauben wagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass
nach dem 1:3 noch etwas möglich ist, aber die Mannschaft hat eine tolle
Einstellung und gibt sich nie auf. Dazu haben wir mit Daniel Krohn oder Louis
Jandali großartige Einzelspieler die auch in Eins-gegen-zwei-Situationen immer
für eine Überraschung gut sind“, wusste der Coach, wer an diesem Tag besonders
zu loben war. An das Thema „Aufstieg“ möchte man indes (noch) nicht denken: „Man
muss bedenken, dass wir immer noch ein Aufsteiger sind. Wir konnten zwar die
Euphorie mit in die Saison retten und haben einen Lauf. Aber unser primäres
Ziel ist es, nicht abzusteigen, was wir, denke ich, eigentlich jetzt schon
erreicht haben. Wir warten jetzt erstmal ab und wenn wir vier, fünf Spieltage
vor Schluss mit oben stehen, kann man sich durchaus andere Ziele setzen“, so
Basmer.
Beim SC Victoria war dagegen tristes Auslaufen angesagt. Die Spieler
diskutierten untereinander und auch der Trainer wirkte noch ein wenig Ratlos ob
dieser Heimschlappe: „Ich hätte echt nicht gedacht, dass wir dieses 3:1 auf
eigenem Platz noch aus der Hand geben, aber es waren bei uns viele einfache Sachen,
die nicht gestimmt haben, wie die Standardsituation zum 3:2. Da wurden die
Jungs zittrig, der Gegner hat wieder an sich geglaubt und plötzlich bekam das
hier eine Eigendynamik“, erklärte Gody Hoedoafia. Eine Krise unterstellt er
seinem Team derweil nicht: „Das ist kein Knick in der Mannschaft. Wir werden
schnell wieder anfangen, zu punkten!“, so der Coach, der auch kein Saisonziel
bedroht sieht, da man weiterhin „nicht so vermessen“ sei, jetzt schon vom
Aufstieg zu reden: „Ich weiß nicht, was in fünf Monaten sein wird.“. Zunächst
steht kommende Woche das Duell auf selben Gelände gegen den VfL Hammonia an,
der nach den jüngsten Erfolgen im Aufwind befindet.
SCALA II will dagegen beim Aufeinandertreffen mit KS Polonia nach Möglichkeit
zwei Serien ausbauen: Es soll der fünfte Sieg in Folge her und wenn man den
Durchschnitt von sieben erzielten Treffern pro Spiel halten könnte, wäre das
doch sicher auch ganz nett…
SC Victoria Hamburg II:
Wolf – Sari, Wegener (62. Kemler), Poels, Schacht (75. Schwoch) – Gkanatsas,
Holz – Aytac (62. Neumann-Schirmbeck), Hoffmann, Wolpers – Karaschewski,
Trainer: Gody Hoedoafia
SC Alstertal/Langenhorn II: Röhrs –
Weise, Schiel, Kammradt, Holler (78. Kramp) – Vagts, Holtmann, Muhs, Dudek –
Jandali (89. Dreyer), Krohn (85. Meyer), Trainer: Stephan Basmer
Tore: 1:0 Wolpers (18. Karaschewski),
1:1 Muhs (27.), 2:1 Karaschewski (29., Foulstrafstoß), 3:1 Wolpers (30. Holz),
3:2 Krohn (38. Vagts), 3:3 Jandali (42. Krohn), 3:4 Krohn (59.), 3:5 Meyer (87.
Kramp), 4:5 Wolpers (90.+3)
gelbe Karten: Poels, Aytac – Krohn,
Jandali
Schiedsrichter: Tim Stanossek (HSV Barmbek-Uhlenhorst)
Zuschauer: 30