Besser als Bayern
Torrausch
zum Voigt-Abschied: Germania ballert sich zur Vize-Meisterschaft
Mit 122 Treffern stellte Meister Bayern München 2025/2026 einen neuen
Bundesligarekord auf. Wem das noch nicht genügt, seien die Spiele der Germania
Schnelsen-Liga ans Herz gelegt. Ohnehin bereits 120-mal erfolgreich, ballerte
die Equipe von Trainer Yakup Özdemir TuRa Harksheide II zum Abschluss der
Bezirksliga 01 mit 8:1 aus dem heimischen Riekbornweg.
Da die tabellarische Ausgangslage keine wirkliche Brisanz mitbrachte, lauteten
die Hauptfragen des Abends: Schafft Germanias Luca Drenkhahn die 50 Saisontore?
Bekommt Maximilian Voigt seine Abschiedsbude vor dem Laufbahnende? Und geht das
Familienduell Hagelstein gegen Hagelstein wieder an den Schnelsener?
Frage eins versuchte der Trainersohn (44 Tore) rasch positiv zu bescheiden.
Leon Kripkes lange Einladung verwertete L. Drenkhan prompt zum 1:0 (4.), dem
just das Zweite folgen sollte. Der Abseitspfiff aber störte die Jagd nach der
magischen 50 (6.).
Germania in Spiellaune; TuRa, in der Hinrunde noch der fulminante Aufsteiger,
heuer im grauen Mittelmaß angekommen, kam nicht in die Zweikämpfe. Gute
Bedingungen für hungrige Torjäger, wie Drenkhahn in Minute 27 demonstrierte.
Eine abnehmerlose Arambasic-Flanke bekamen die Norderstedter nicht aus ihrem
Defensivdrittel, sodass der Staffeltorschützenkönig seine Beute auf nunmehr 46
hochschraubte.
Apropos hochschrauben. Lasse Hagelsteins vorzüglichen Lauf über rechts
vollendete Antonio Arambasic diesmal selbst zum 3:0 (31.), ehe das 4:0 aus feiner
Strafraumposition auf das Konto von Matz Broecker ging (34.). Den
5:0-Halbzeitstand markierte daraufhin wieder Arambasic (42.).
Die Partie damit längst vorentschieden, zumal L. Drenkhahn nach der Pause den
Hammer aus 30 Metern herausholte (56.) – das halbe Dutzend war voll!
Doch wie lief eigentlich der Ausstand von Außenstürmer Voigt, der im
verhältnismäßig jungen Alter von 32 Jahren die Schuhe an den Nagel hängen wird
und sich in Zukunft dem Kampfsport widmet? Drei vergebene Chancen (29., 44.
& 60.) führten den heutigen Kapitän jeweils nah an das von allen Germanen
gewünschte Tor, das auf freundliche Einladung der Gäste dann doch endlich
fallen sollte. Im Anschluss an Drenkhahns Lattenkracher hatte TuRa alle Zeit
der Welt, die Lage zu löschen, doch Nick Oscar Duve spielte lieber den heiklen
Rückpass, den der richtig spekulierende Voigt tatsächlich zum gebührenden
Endpunkt seines Fußballerlebens nutzte (64.). Die feierliche Auswechselung samt
Spalier konnte nun endlich steigen (68.).
Nicht in die Höhe gestiegen, sondern im Tiefflug eines Torpedos, hielt der für
Voigt gekommene Julien Weber seine Rübe zum 8:0 (77.) in eine punktgenaue
Flanke von Torjäger L. Drenkhahn, der am Ende bei dennoch sagenhaften 47
Treffern blieb.
Vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn die Germanen in der
Schlussphase noch weiter durchgezogen hätten. Die ersatzgeschwächten Blauen
zeigten in den letzten Momenten der Saison jedenfalls nochmal Moral und nahmen
den Kasten von Domenik Szyska wiederholt ins Visier. Per Abstauber, nachdem
Szyska gegen Niklas Wolter blockierte, gelang Luis Blaha immerhin das kleine
Trostpflaster zum 8:1-Endstand (84.).
Der Rest war am gut besuchten Riekbornweg nur noch eine einzige Saisonabschlussparty,
in der Coach Özdemir sogar noch seinen eigenen Song eingespielt bekam.
Zusätzlicher Grund zur Freude folgte dann etwas überraschend am
Sonntagnachmittag, als der Kummerfelder SV nur 2:2 beim HSV IV spielte und TGS
dadurch aufgrund der besseren Tordifferenz als Vizemeister in die
Saison-Annalen eingeht. Für die Promotion gen Landesliga dürfte dies dennoch zu
wenig sein, liegt man in der Nachrückerliste unter den vier Bezirksliga-Zweiten
hinter dem SC Wentorf auf Rang zwei. Sollten keine allzu wilden überregionalen
Verschiebungen und Rückzüge in höheren Ligen stattfinden, hätte Lasse
Hagelstein auch nächstes Jahr wieder die Chance, seinen Cousin Nick zweimal zu
besiegen…
Tore: 1:0 L. Drenkhahn (4. Kripke),
2:0 L. Drenkhahn (27. Arambasic), 3:0 Arambasic (31. L. Hagelstein), 4:0
Broecker (34. Condric), 5:0 Arambasic (42.), 6:0 L. Drenkhahn (56.), 7:0 Voigt
(64. L.
Drenkhahn), 8:0 Weber (77. L. Drenkhahn), 8:1 Blaha (84. N. Wolter)
Schiedsrichter: Fatih Karkar (FFC 08 Osman Bey Moshee, Note 2)
Zuschauer: 150
Freitag, 22. Mai 2026
Spielbericht TuS Germania Schnelsen - TuRa Harksheide II
Freitag, 15. Mai 2026
Spielbericht TV Haseldorf - FC Union Tornesch II
Schrödingers Abstieg
0:5!
Abenteuer Bezirksliga für den TV Haseldorf mutmaßlich beendet
Eine allerletzte Chance, den Klassenerhalt doch noch irgendwie zu wuppen, hatte
der TV Haseldorf im letzten Saisonheimspiel gegen die Reserve von Union
Tornesch. 0:5, Chance vertan – Abstieg!
Schließlich dachten die Jungs aus dem Torneum gar nicht daran, es am
Freitagabend etwas ruhiger angehen zu lassen. Im Gegensatz zum überraschend
verlorenen Hinspiel (der erste TVH-Erfolg im 13. Saisonspiel), ließen Jonas
Kock und Co diesmal keine Luft an die Angelegenheit. So netzte Jann-Phillip
Gollnick nach Zuspiel seines Kapitäns zum 0:1, das Schlussmann Niklas Grote
trotz Berührung des Spielgeräts nicht mehr zu verhindern wusste (8.).
Die Gastgeber taten sich dagegen schwierig, dem ballsicheren Tabellenfünften
beizukommen. Eine Flanke des frisch vermählten Joris Lüchau bereitete immerhin
eine Doppelkopfaktion der Kollegen Fülscher und Bevers vor; Union-Fänger
Leonard Scharre packte aber komplikationslos zu (13.).
Nicht so sein Gegenüber, der bei einem Spielzug, den Emir-Han Bayraktaroglu
fein einleitete und letztlich durch Marley Gothe abgeschlossen wurde, wieder
einmal allein auf weiter Flur blieb (24.).
Es gibt freilich ergötzlichere Plätze, als den zwischen den TVH-Pfosten, musste
Grote auch kurz nach der Pause erneut ran, als Marvin Schramm den schönen
Diagonalball auf Gothe servierte. Diesmal allerdings blieb der Tormann Sieger
(51.) – um wenig später dennoch ein drittes Mal hinter sich greifen zu müssen.
Wie die Handballer kreisten die Unioner um den gegnerischen Strafraum, ehe
Gothe seine Poleposition zum 0:3 nutzte (56.).
Partie und Abstiegskampf entschieden, doch so ganz kampflos räumten die Roten
das Feld nicht. Vor allem über Louis Bevers und dessen linke Seite probierte
man sich am Torerfolg, der Bevers zweimal (61. & 78.) und dem fleißigen
Michel Lienau einmal in Rücklage (73.) verwehrt blieb.
Ganz anders dagegen die Lage auf der anderen Seite, wo Joker Hannes Junge auf
Querpass von Schramm (71.) und als Einspitzler aus kürzester Distanz (83.) auf
nunmehr 0:5 stellte. Zu allem Überfluss verletzte sich bei letzterer Szene auch
noch der bemitleidenswerte Grote, sodass
Johannes Markmann für vier Minuten zu seinem vierten Bezirksligaeinsatz kam.
Das war´s dann auch an Erwähnenswertem aus dem Schloßparkstadion, wo nach einem
einjährigen Bezirksliga-Intermezzo in der kommenden Saison wieder
Kreisligafußball auf der Agenda steht. Vor den Sonntagsspielen der Konkurrenz
sind es für den TV Haseldorf (15.) weiter drei Zähler und nunmehr saftige 24
Tore Rückstand auf den Duvenstedter SV (13.) über dem Strich. Die rechnerische
Begleitung der am gleichen Abend sicher abgestiegenen SV Lieth (0:6 gegen die
SV Blankenese) in die Kreisliga ist daher nur noch eine Frage der Zeit.
Was dabei allerdings Mut macht: neben Coach Benjamin Kälberloh und Assistent
Marvin Biermans haben auch nahezu alle Spieler ihren Verbleib zugesagt. Das
noch verbliebene Gastspiel in Egenbüttel kann man also bereits als
Vorbereitungsmatch für die kommende Serie betrachten.
Tore: 0:1 Gollnick (8. Kock), 0:2 Gothe (24. Kock), 0:3 Gothe
(56. Bayraktaroglu), 0:4 Junge (71. Schramm), 0:5 Junge (83. Gollnick)
gelbe Karten: Oßenbrüggen, Pieper – Gollnick
Schiedsrichter: Dr. Benjamin Stello (SC Egenbüttel)
Zuschauer: 90
Freitag, 8. Mai 2026
Spielbericht TV Haseldorf - TuRa Harksheide II
„Tritt in die Eier“
TV
Haseldorf verliert erkämpften Punktgewinn der Nachspielzeit
Bravourös zurückgekämpft, doch in der Nachspielzeit setzte es für den
abstiegsbedrohten TV Haseldorf doch noch den „Tritt in die Eier“, wie es Pieter
Oßenbrüggen in seiner Enttäuschung ausdrückte. Ein Spielverlauf mit
Tränenpotential hatte dem Aufsteiger am Freitagabend einen Punkt, der laut
Coach Benjamin Kälberloh „Gold wert gewesen“ wäre, nämlich spät entrissen.
Zunächst waren die Roten im drittletzten Saisonspiel freilich weit weg von
Zählbarem, fehlte gegen die eher rückrundenschwache Reserve TuRa Harksheides
der nötige Zugriff. Zu einfach ließ man sie vorne gewähren, was sich nach einer
knappen Viertelstunde erstmals rächen sollte. Simpel spielte sich TuRa gen
Grundlinie, von wo Daniel Meier mustergültig zum seelenruhigen Abdruck von der
Sechzehnerlinie kam (14.).
Auch als Vorbereiter glänzte der Torjäger wenig später, als er zentral zu
Alexander Krüger durchsteckte und dieser das Ei durch die Hosenträger von
Goalie Niklas Grote spitzelte – das 0:2 (20.)!
Der Abend schon jetzt gelaufen, für den TVH? Mit Wohlwollen lässt sich Phil
Mohrdiecks Gewaltschuss ins Nichts als Lebenszeichen verkaufen (29.), ehe es
per Flügelspiel plötzlich funktionierte. Sowohl Malte Olde als Flankengeber von
rechts, als auch Louis Bevers in der Rolle des bisher verkannten
Kopfballungeheuers, fanden doch reichlich Platz zum verkürzenden Werk vor
(35.).
Und tatsächlich war bei Joris Lüchaus PENG an den Außenpfosten trotz
Spitzwinkligkeit gar der Pausenausgleich drin gewesen (39.).
Apropos haseldorfer Möglichkeiten. Bevers wäre nach der
Bezirksliga-Tor-Prämiere fast der Doppelpack gelungen, hätte sich TuRa-Fänger
Jonah Basner nicht den Versuch von halblinks geangelt (48.) und wäre der
Schlenzer aus der schönen Bewegung nicht rechts vorbeigesegelt (63.).
Die Königschance ergab sich jedoch auf Hereingabe Bevers´ für Hendrik Pieper,
der den Ball vielleicht besser mit dem Kopf genommen hätte nehmen sollen. So
aber packte Basner wieder sicher zu (79.).
Der Dank der Vorderleute: das 1:3-Kontertor, bei dem Nick Hagelstein nach
haseldorfer Ballverlust auf rechts davonstiefelte, nicht taktisch gelegt wurde
und eiskalt vor Grote vollendete (81.).
Game over? Mitnichten, war der TVH ja schließlich durch Milos Aleksic´ dumme
Ampelkarte (70.) ein Mann mehr und fünf Minuten vor dem Ende wieder auf 2:3
dran. Diesmal zog Lüchau erfolgreich aus dem Rückraum ab (85.) und heizte die Aufholjagd
damit weiter an. Berechtigte Schützenhilfe folgte kurz darauf durch den
Schiedsrichter, der Saba Nasrachvilis unstrittiges Handspiel mit dem fälligen Strafstoß
sanktionierte. Marten Fülscher übernahm die Verantwortung und verwandelte flach
zum 3:3 (88.). Da hatten sie endlich ihr Strafstoßtor, das bereits früh im Spiel
beim klar hörbaren Zweikampf J. Wolter/J. Lüchau vom Schiri verweigert wurde…
Berechtigt dagegen ein folgenschwerer Freistoßpfiff gegen die Haseldorfer am
eigenen Strafraum. Hagelsteins tückischen Standard blockierte Grote ebenso wie
das schnelle Nachsetzen, doch im dritten Anlauf stach Joker Malte Carolus den
Dolch ganz tief ins Herz des andächtig staunenden Neulings (90.+2), der jetzt
nochmal alles nach vorne warf.
TuRa mit entsprechendem Raum zum Kontern, den Miguel Herzog aber zu unplatziert
vor dem Tor verschwendete (90.+3.). Der Gegner damit weiter am leben – jedoch nur,
bis Niklas Wolter der Flankenwechsel zum freien Luis Blaha gelang und letzterer
die Co-Produktion der Eingewechselten mit dem 3:5 vollendete (90.+5).
TuRa bleibt damit im Rennen um die Einstelligkeit, während die enttäuschten
Kicker aus dem Schloßparkstadion keinen Schritt aus dem Untergeschoss der Bezirksliga
01 machen konnten. Der Klassenerhalt wird also nicht in die eigenen Hände
wandern. Unabhängig davon, was die beiden verbliebenen Partien gegen Union
Tornesch II und den SC Egenbüttel noch bringen.
TV Haseldorf: Grote – Franke (73. Krieg), Oßenbrüggen, Pieper,
Dalecki – Jedamski (90. Kaland), Mohrdieck, J. Lüchau, Bevers – Rose (35.
Nickels), Olde (46. Fülscher), Trainer: Benjamin Kälberloh
Tore: 0:1 Meier (14. Lammek), 0:2 Krüger (20. Meier), 1:2
Bevers (35. Olde), 1:3 Hagelstein (81.), 2:3 J. Lüchau (85. Krieg), 3:3
Fülscher (88., Strafstoßtor, Handspiel Nasrachvili), 3:4 Carolus (90.+2,
Hagelstein), 3:5 Blaha (90.+5, N. Wolter)
gelbe Karten: J. Lüchau, Dalecki, Pieper – keine
gelb-rote Karte: Aleksic (TuRa Harksheide II, 70., Meckern + Foulspiel)
Schiedsrichter: Kazim Yavuz (FC Bingöl 12)
Zuschauer: 55
Sonntag, 26. April 2026
Spielbericht TV Haseldorf - SV Blankenese
Oldes „Kacktor“ reicht nicht aus
Strafraumchaos
nicht genutzt: TV Haseldorf verpasst wichtigen Zähler
„Aus dem Stadion geschossen, haben wir die“, witzelte Fußballabteilungsleiter
Marc Zippel nach dem 2:1-Zittersieg seiner SV Blankenese beim schwer
abstiegsbedrohten TV Haseldorf. Ein Erfolg, der seine Himmelblauen im eher
bedeutungsarmen Rennen um Platz fünf der Bezirksliga 01 hält.
Deutlich brisanter dagegen die Lage des TVH, der sich für einen ordentlichen
Auftritt nach verhaltener Anfangsphase mal wieder nichts kaufen konnte.
Mit dem besten Fußballwetter in der Marsch vermochte die Partie nicht wirklich zu
konkurrieren. Wer also die Startsequenzen bei der vielleicht besten Currywurst
im HFV und günstigem Kaltgetränk verpasste, sollte sich heuer freilich nicht
grämen. Erst, als Louis Jahn lang von hinten auf Jan Ole Holst eröffnete,
dieser halbrechts die Latte traf und Finn Karstedt die Rübe erfolgreich in den
Abpraller hielt, war der Ereignislosigkeit mit dem 0:1 der Garaus gemacht
(18.).
Nur die Abseitsfahne des Assistenten rettete den amtierenden Kreisliga
1-Meister daraufhin vor Pedro Dos Santos Cogos 0:2 (29.). Da wäre es für heute
fast schon vorbei gewesen.
So aber blieb der Neuling im Spiel, das Linus Lastella nach Flugball Marten
Fülschers fast ausgeglichen hätte. Bei seiner Bewegung nach innen, inklusive
Rechtsschuss, fehlte jedenfalls nicht viel (35.).
Wie die Jungfrau zum Kinde, sollten die Roten dennoch zum Ausgleich kommen. Und
wieder war der Blankeneser Jahn beteiligt. Diesmal schoss der Innenverteidiger
Gegenspieler Malte Olde nahe des eigenen Gefahrenbereichs an den Kopf, sodass
die Pille tatsächlich den Weg ins SVB-Gehäuse fand (58.). Ein Fall für Arnd
Zeiglers „Kacktor der Woche“!
Ein Abstauber und einmal Slapstick – Zeit für etwas Geplantes. So durchgeführt
in Minute 68. Die Gäste mit Ballbesitz in des Gegners Hälfte, der Bennet Zippel
zur schönen Weiterleitung zum frei flach vollendenden Laurenz Schnoor
inspirierte.
Im Rahmen einer Vorteilssituation drohte dem TVH gleich das nächste Ungemach,
das Goalie Niklas Grote aber gegen den eingewechselten Jaden Westphal stark
vereitelte (74.).
Fortan agierte hier aber nur noch das Heimteam, dessen Einstellung auf jeden
Fall passte. Nicht so allerdings ein hohes Ding von Lukas Nickels, das sich aus
der Ferne auf den Querbalken setzte (82.). Und auch Tim Krieg fehlte beim
zentralen Abdruck (83.) ein Stück zum Ausgleichsglück, das wiederum Nickels bei
seiner Doppelchance ebenfalls nicht vergönnt war. Tormann Marcel Köhler gab
jeweils den Spielverderber (84.).
Nun hing also allen an einem letzten Standard – einem Freistoß durch Fülscher,
den die West-Hamburger jedoch mit reichlich Dusel irgendwie gelöscht bekamen
(90.+7). Ein letztlich folgenloses Strafraumchaos.
Gar nicht folgenlos für die Tabelle kommt dagegen das Ergebnis daher,
vergeigten die Haseldorfer somit die Chance, an der ebenfalls erfolglosen
Konkurrenz vorbeizuziehen. Zwei Zähler Rückstand beim schlechteren
Torverhältnis gilt es jetzt noch in den vier verbliebenen Auftritten
aufzuholen. Nicht unmöglich, gegen lauter Teams aus dem Mittelfeld, aber
trotzdem weiter eine Herkulesaufgabe.
Tore: 0:1 Karstedt (18. Holst), 1:1 M. Olde (58.), 1:2 Schnoor
(68. B. Zippel)
Schiedsrichter: Kai Kleen (SV Eidelstedt, Note 2)
Zuschauer: 55
Sonntag, 19. April 2026
Spielbericht VfL Pinneberg - SV Lieth
Zündstoff für den Keller
Sie
können es doch noch! Auswärtssieg lässt SV Lieth wieder hoffen
Durch 16 (sportlich) sieglose Partien mit dem Rücken zur Wand, reiste die SV
Lieth am Sonntagnachmittag als Schlusslicht zum zuletzt heimstarken VfL
Pinneberg in dessen Asyl beim SC Pinneberg.
Fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer der Bezirksliga 01 und die
Konkurrenz aus Duvenstedt und Niendorf hat jeweils gepunktet. Ein schwieriges Setting, das sich für den
Tabellenletzten auch noch im Spiel selber weiter verschlimmerte, steuerte
Torjäger Niklas Bargob das Leder nach Vorarbeit Tjark Holzapfels in der Mitte
zum bereits 22. Mal ins Netz – der Rückstand nach gerade einmal sechs Minuten!
Aber die Mannschaft zeigte Moral, blieb, angetrieben durch den omnipräsenten
Meraja Magens, aktiv. So prüfte Joel Tündermann nach Magens-Zuspiel den
sicheren Philipp Niedermeier zwischen den VfL-Pfosten (9.).
Den Beweis, dass sie es tatsächlich können, lieferten die Herren in schwarz
dann per Matthiessen-Ecke, die über einen Umweg bei Christian Kuhlmann landete,
sodass der 22-Jährige mit vollem Huf das 1:1 abfeuerte (19.).
Trotz Chancenvorteil im weiteren Halbzeitverlauf der vorzeitige Pausenstand.
Mit dem Wiederbeginn legte nun auch das Heimteam einen Gang zu; kam beispielsweise
durch Yannick Rentzows knapp verzogenen Versuch von halbrechts gefährlich vor
das SVL-Gehäuse (61.).
DIE Chance des dritten Spielviertels ereignete sich jedoch auf der anderen
Seite, als Felix Schröder seinen spektakulären Seitfallzieher ans Quergebälk
donnerte (68.).
Der Treffer der Marke „Tor des Monats“ sollte dafür seinem Kollegen Philipp
Matthiessen gelingen, als dem Ur-Liether eine Bogenlampe auf den schussbereiten
Schlappen fiel und der Einschuss rechtsoben puren Auswärtsjubel auslöste (76.).
„Männer, das sind jetzt Charakterminuten!“, schallte es in der Schlussphase von
der liether Bank, denn der VfL wollte sich seine kleine Serie von zwei
Heimsiegen keineswegs kampflos zerstören lassen. Bis auf einen aussichtsreichen
Johannsen-Kopfball (drüber, 83.), bekam die heuer ge- und entschlossene
Krenzk-Elf allerdings alles wegverteidigt.
Das Ende des Zitterns führte schließlich ein Moment des Umschaltens herbei. Die
aufgerückten Pinneberger knackte Julien Duffke mit steilem Anspiel auf
Matthiessen, der seine wohl stärkste Saisonleistung mit der 1:3-Entscheidung im
freien Lauf auf den Kasten des chancenlos geschlagenen Niedermeier krönte
(90.). Da darf die Eckfahne gerne mal zur Partyzone werden!
Endgültige Gewissheit, dass die Sieger des wilden Hinspiels (4:1 VfL) hier
nichts mehr umbiegen würden, hatten sie in der ausgiebigen Nachspielzeit mit
Malick Djimbas Gelb-rot selbst zu verantworten (90-+6). Der erfahrene Togoer
war nach seiner Einwechslung (67.) für den später per Krankenwagen
abtransportierten Bargob (versuchte es nach Zusammenstoß mit Gäste-Fänger Lukas
Rensch (52.) noch eine Weile) nur eine halbe Stunde auf dem Feld gestanden. Ob
man da als Gegner begeistert applaudieren muss – dagegen fraglich…
Als berechtigt gingen dafür die Ovationen für die verdienten wie imminent
wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf durch. Die Nicht-Abstiegsplätze erspäht
man in Klein Nordende nun auch wieder ohne Feldstecher. Und je nach dem, ob der
Spielausschluss des HFV das abgebrochene Kellerduell gegen HSV IV (Spielstand 2:3)
neu ansetzt, wäre mit einem Dreier im möglichen Wiederholungsspiel sogar der
Sprung aus den bösen Kreisligarängen aus eigener Kraft möglich. Die letzten
fünf Spieltage (oder auch sechs) versprechen jedenfalls noch die volle
Emotionspalette.
Tore: 1:0 Bargob (6. Holzapfel), 1:1 Kuhlmann (19. Schröder), 1:2
Matthiessen (76.), 1:3 Matthiessen (90. Duffke)
gelbe Karten: Rollwagen – M. Schulz, Magens, Papazoglu
gelb-rote Karte: Djimba (VfL Pinneberg, 90.+6, wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Furkan Yavuz (SC Teutonia 10)
Zuschauer: 102
Spielbericht Niendorfer TSV II - FC Elmshorn
Primus verzockt seinen Thron
Remis
nach 3:0-Führung: FC Elmshorn fällt vom Sockel
Alles voll im Griff und doch Federn gelassen. Der FC Elmshorn hat sich in Runde
26 der Bezirksliga 01 mit einem Remis beim Kellerkind aus Niendorf ordentlich
blamiert und damit oben wie unten für Bewegung gesorgt.
Eine etwas seltsame Aura hatte dieser Sonntagvormittagskick am Bondenwald von
Beginn an. Schnell hatten sich toxische Bekanntschaften zwischen dem
diskussionsfreudigen Schiedsrichter und dessen Gleichgesinnten aus den Reihen
des FCE gebildet, bevor betreffende Mittelfeldstrategen das Geschehen gekonnt
auf sportliche Weise auf sich zogen. So war Ex-Oberliga-Kicker Alessandro
Schirosi just am 0:1 beteiligt, das Sergen Sevinc im passenden Durchlaufen
mittig erzielte (16.).
Torbeteiligung Nummer zwei entfiel bei Ümit Karakayas Abschluss nur durch
gegnerisches Zutun (17.), ehe es andersherum mit dem 0:2 klappte. Eine
Karakaya-Ecke war Schirosi quasi als dritter Ball vor den einschussbereiten
Schlappen geplumpst; das darf man sich natürlich nicht entgehen lassen (18.)!
Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auch fortan auf das Tor der
Niendorfer, deren Niederlage im Abstiegskampf heute eine Frage der Höhe zu
werden schien. Der Primus sollte es allerdings nur noch vom Punkt schaffen,
Goalie Christopher Schade zu überwinden, nachdem der Schlussmann Sevinc zwar
als letzter Mann, aber im weitesten Sinne ballorientiert zu Fall gebracht hatte
(35.). Schirosis aufreizender Gruß an Herrn Panenka in die ehemalige
Tschechoslowakei bedeutete gleichzeitig den 0:3-Pausenstand, an dem die
Gastgeber kurz vor dem Kabinengang einmal kräftig rüttelten. Weil Tormann Alan
Kado an einem langen Malik-Schlag vorbei sprang, ergab sich Nico Grünwaldt die
fette Chance, die der „10er“ jedoch zu hektisch vor der leeren Kiste vergeigte
(44.).
Eine Gegentor-Androhung, die der FCE offenbar nicht sonderlich ernst nahm. Im
Spiel nach vorne ohne die in der Kabine gebliebenen Schirosi und Sevinc
statisch, ideenlos – defensiv halbherzig; so schenkte die Elf in Weinrot das
Match völlig unnötig her, während die NTSV-Reserve durch Dennis Brettschneiders
Strafstoßtor rasch Wasser auf die Mühlen bekam (47.).
Zwei Halbchancen für Seymen Tokay (53.) und Sercan Er (65.) vermochten nicht zu
kaschieren, dass es die abstiegsbedrohten Gastgeber waren, die nun klar mehr
zum Geschehen beitrugen. Eine Spielhaltung, deren Belohnung in der Schlussphase
folgerichtig eintrat. Raphael Boschkes Vorarbeit über links veredelte der bis
dato glücklose Lukas Lackner zum 2:3-Anschlusstreffer (75.), um nach Eckstoß
Minseo Chos tatsächlich den Gleichstand herauszuschießen (83.).
Ein tolles Ergebnis, das Lackner und Co von nun an leidenschaftlich
verteidigten, während der Tabellenführer mit Drittligavisionen auch mit dem
spät eingewechselten Dennis Altergott an vorderster Torjäger-Front kein Rezept
mehr fand, die hergeschenkten zwei Punkte wieder einzusacken.
Immerhin den Kummerfelder SV freute es, ließ die Kneuker-Elf wenig später
daheim nichts anbrennen, sodass der 4:1-Erfolg gegen TuRa Harksheide II aufgrund
der besseren Tordifferenz die Inthronisation des KSV zur Folge hatte. Für die
heuer gefühlt geschlagenen Krückaustädter aber kein Beinbruch. Eine weniger
gespielte Partie und vor allem das jetzt folgende Spitzenspiel am nächsten
Freitag versprechen weiter beste Karten auf dem in die Landesliga.
Und die Niendorfer? Die landeten im engen Abstiegskampf einen wichtigen Bonuspunkt,
der neben der Verbesserung auf Rang zwölf (zwei Zähler vor Abstiegsplatz 14)
vor allem mentalen Rückenwind für die kommenden drei Gastspielreisen bewirkt.
Tore: 0:1 Sevinc (16. Schirosi), 0:2 Schirosi (18. Karakaya),
0:3 Schirosi (35., Strafstoßtor, Schade an Sevinc), 1:3 Brettschneider (47.,
Strafstoßtor), 2:3 Lackner (77. Boschke), 3:3 Lackner (83. Cho)
gelbe Karten: Schade, Molder, Nast, Boschke – Schirosi, Acar
Schiedsrichter: Ivan Feric (SV Tonndorf-Lohe)
Zuschauer: 50
Freitag, 10. April 2026
Spielbericht SV Lieth - Hamburger SV IV
Blaulicht statt Befreiungsschlag
Keller-Krimi
am Butterberg wegen Verletzung abgebrochen
Betroffenes Bangen, betretene Stille und mittenhinein der Abpfiff. Der 25.
Spieltag der Bezirksliga 01 endete für Jan Schiebuhr, Mittelfeldspieler der SV
Lieth, per Blaulicht im Spital.
Eigentlich sollte es im Abstiegskracher seiner Farben (Platz 15, 16 Punkte)
gegen die Vierte des HSV (12., 20 Zähler) den großen Befreiungsschlag geben.
Ein hehres Ziel, wie schon die Anfangsminuten belegten. Vor allem, weil sich
die Liether früh selbst ins Hintertreffen brachten. Unter Pressingdruck spielte
Tormann Patrick Klösel den Ball zwischen zwei halbgaren Anspielstationen durch,
direkt in die Füße des ebenso prompt von links hoch abziehenden Massimo Graci
und der 0:1-Fehlstart ins vorgezogene „Endspiel“ um den Klassenerhalt war
perfekt (9.).
Die Gäste daraufhin das bessere Team, doch zwingende Momente, wie Finn
Carlssons zentraler Abdruck (drüber, 12.) gab es erst in Richtung
Halbzeitschlussphase zu vermelden, als Carlssons Kopfball Klösel zur
Glanzparade zwang (36.) und der Goalie seinen Lapsus zum Gegentor spätestens im
starken Eins-gegen-Eins mit dem durchgestarteten Noah Brämer wettmachte (39.).
Und kaum brüllte Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen seine Lobpreisung des
Torstehers ins Mikrofon, machte der „Titan“ gegen Piet Bussink-Becking
geschwind die kurze Ecke zu.
Die SVL, deren einzig valides Lebenszeichen aus Meraja Magens´ Rückraumschuss
mit frechem Schnitt (32.) bestand, blieb damit top im Match, das nun wiederum
der HSV mit einer völlig missratenen Rückgabe auf Gleichstand polte. Tim
Hör´le, der nebenbei hauchdünn an gelb-rot für wiederholtes Foulspiel vorbei
schrammte (45.+1), servierte per Zuspiel in die Strafraum-Mitte Felix Schröders
Ausgleichstor im Dazwischenspritzen (43.). Die Idee, den Verteidiger für die
Rückrunde ganz nach vorne zu beordern, hat sich mit jetzt drei Saisontoren
jedenfalls schon mal bezahlt gemacht.
Die Freude darüber sollte allerdings nach dem Seitenwechsel verflogen sein,
schafften es die Breitensportler des Ex-Bundesliga.Dinos, das Tempo von
Linksaußen Brämer immer besser auf die Schiene zu bringen. Bei Gracis Verfehlen
war dies aus SVL-Sicht noch gutgegangen (52.), doch dann schickte Marvin Nietgen
den „23er“ im Drei-Stationen-Konter auf den unaufhaltsamen Weg zum 1:2 in die
lange Ecke (56.).
Das Umschalten also eine Stärke des HSV – hat sich nur irgendwie nicht bis zu
den Hausherren herumsgesprochen. Florian Gebauers langer Schlag aus der
Innenverteidigung, Lennart Plötzkys Kopfballverlängerung und schon war Nietgen
frei durch für den Rechtsschuss, den Klösel nicht mehr entscheidend blockieren
konnte (62.). Der mitgereiste Anhang in voller Freude, zumal Brämer zwanzig
Minuten vor dem Ende mit links alles hätte klarmachen können, wäre der Kasten
nur ein wenig breiter gewesen (70.).
So aber blieb die SV Lieth noch am Leben, ehe ihr Herzschlag dank des 2:3-Anschlusstreffers
wieder so richtig in Schwung kam. Einen Flugball des nach ewiger
Verletzungspause sofort weiterhelfenden Magens hatte Finn Struve formvollendet
mit der Hacke zu Tom Busse weitergeleitet. Der Treffer war da nur noch
Formsache (74.).
War hier also doch noch etwas drin? Ein Behrens-Kopfball, den HSV-Fänger Ather Aldakhe
schön aus dem kurzen Eck fischte (83.), fand trotz aller Bemühungen jedoch
keine torgefährlichen Nachahmer.
240 Sekunden Nachspielzeit blieben letztlich noch als letzter Rettungsring, bis
bei exakt 138 von ihnen Plötzkys Lufteinsatz in den Rücken von Schiebuhr mit
dem unsanften Aufprall des Liethers endete und die folgende Versorgung des
hauptberuflichen Gemeinschaftsschullehrers, unterstützt durch eine anwesende
Rettungsassistentin aus dem Publikum, eine unabsehbare Länge einnahm.
Schiedsrichter Hasan Biyikli (VfL Hammonia) brach die Partie schließlich nach
Unterredung mit den beiden Spielführern ab. Eine Neuansetzung scheint aufgrund
der Einstimmigkeit der Entscheidung am wahrscheinlichsten.
Aus dem Umfeld des Verletzten folgte unterdessen bereits im Laufe des
Wochenendes Entwarnung. Eine amtliche Gehirnerschütterung und eine Gesichtsoptik
aus dem Schwergewichtsboxen können getrost als glimpflicher Ausgang des
Kopf-Aufpralls gewertet werden. Alles andere muss nun eben der Hamburger Fußballverband
entscheiden.
Tore: 0:1 Graci (9.), 1:1 Schröder (43.), 1:2 Brämer (56. Nietgen),
1:3 Nietgen (62. L. Plötzky), 2:3 Busse (74. Struve)
gelbe Karten: Behrens – Hörle, L. Plötzky
Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia)
Zuschauer: 75
besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen eines
Krankenwageneinsatzes (90.+3).
Freude über wertlose Tore? Der HFV muss nun über eine mögliche Neuansetzung entscheiden.
Montag, 6. April 2026
Spielbericht FC Elmshorn - TV Haseldorf
Zweistellig an die Spitze
11:0!
FC Elmshorn kommt Etappenziel zum Profibereich näher
„FC Elmshorn will in den Profifußball“ titelte die Elmshorner Nachrichten
vergangenen Mittwoch. Und während noch darüber diskutiert wird, ob es sich hier
um einen Aprilscherz, passend zum 01.04., durchgeknallten Größenwahn oder ein
solides Projekt handelt, setzte die (noch) siebklassige Mannschaft am
Ostermontag ein zweistelliges Ausrufezeichen.
Den personell einmal mehr angeschlagenen Abstiegskandidaten aus Haseldorf zu
Gast, gestaltete der zukünftige Drittligist (nach eigener Vision für etwa 2032
anvisiert) die Partie nach Belieben.
Kein Wunder also, dass Torjäger Dennis Altergott ein durchgerutschtes
Sukhanov-Zuspiel in die Tiefe mühelos vor der Kiste zur 1:0-Führung verwertete
(13.).
Die Verdopplung setzte es nach einem Aygün-Freistoß, den Gäste-Fänger Johannes
Markmann zwar erst parierte, doch mit Mert Acar stand ein aufmerksamer
Abstauber sofort bereit (23.), ehe wieder Altergott nach Flugball Acars auf 3:0
stellte (28.).
Zwei Großchancen durch Mustafa Gök (32.) und Aygün (34.) etwas fahrlässig
ausgelassen, ging es nach Sevinc-Diagonalball mit Seymen Tokays 4:0 weiter
(39.). Und auch Kapitän Aygün belohnte mit seinem Freistoßtor von rechts für
seinen heuer 45-minütigen Einsatz (44.).
Auch im zweiten Abschnitt ging es, abgesehen von kleineren Schusschancen für
die Haseldorfer, beispielsweise von Louis Bevers (63.), nur in eine Richtung.
Besondere Freude bescherte dies dem umtriebigen Altergott, der lediglich ein
Dutzend an Spielminuten zum lupenreinen Hattrick benötigte (62., 65. &
74.).
Da wollte sich auch sein Trainer nicht lumpen lassen, krönte Seyhmus Atug seine
Selbsteinwechslung mit dem 9:0 nach Rewakian-Ecke (81.) und dem 10:0, das ihm
Altergott vor der Kiste aufgelegt hatte (84.).
Ein Ei legte der neue Primus dem auseinanderbröselnden Gegner aber noch ins
Nest. Mustafa Saidy Khans Flanke köpfte Bedran Atug am zweiten Pfosten zum
11:0-Endstand ein (90.).
Zwei Zähler Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Kummerfeld bei noch einer
Partie mehr zu gehen riechen nun schon extrem nach dem erstmal anvisierten
Landesligafußball in der Krückaustadt, während man Haseldorf angesichts des nicht
einfachen Restprogramms und einem Punkt Rückstand auf das rettende Ufer sieben
anspruchsvolle rest-Spieltage vor der Nase hat.
TV Haseldorf: Markmann – Franke, Wichmann, Pieper, Biermans –
Kaland, Mohrdieck, J. Lüchau (78. C. Dalecki), Laudahn – Jedamski, Bevers,
Trainer: Benjamin Kälberloh
FC Elmshorn: Kado – Sukhanov, B. Atug, Er, Saidy Khan – Gök (70. S.
Atug), Acar (46. Rewakian), Aygün (46. Aydin) – Sevinc (46. Eklim), Altergott,
Tokay, Spielertrainer: Seyhmus Atug
Tore: 1:0 Altergott (13. Sukhanov),
2:0 Acar (23. Aygün), 3:0 Altergott (28. Acar), 4:0 Tokay (39. Sevinc), 5:0 Aygün (44., direkter
Freistoß), 6:0 Altergott (62.), 7:0 Altergott (65.), 8:0 Altergott (74.), 9:0
S. Atug (81. Rewakian), 10:0 S. Atug (84. Altergott), 11:0 B. Atug (90. Saidy
Khan)
Schiedsrichter: Fatih Karkar (FFC 08 Osman Bey Moshee)
Zuschauer: 50
Donnerstag, 2. April 2026
Spielbericht SV Blau-weiß 96 Schenefeld - TV Haseldorf
Vorteil: Kadertiefe
Torhungrige
Joker richten es für Blau-weiß 96
70 Minuten lang sah es so aus, als könnte der TV Haseldorf der große
Gründonnerstagsgewinner im Untergeschoss der Bezirksliga 01 sein, doch spät
schlug in Schenefeld die bittere Erkenntnis zu: der Klassenerhalt bleibt ein
Mammutprojet.
Ohne den gelbgesperrten Lars Rose, der dafür im gut besuchten Gästeblock alles
gab, legte der Aufsteiger gleich willig und griffig los. Völlig untypisch für
einen Abstiegskandidaten, zahlte sich dies auch sofort aus, verwertete Marten
Fülscher eine Mohrdieck-Flanke in der Mitte zum 0:1-Stimmungshoch aller, die in
der Folge mit dem Auswärtsteam um den Erhalt der Führung bangten (7.).
Blau-weiß startete nämlich seine Ballbesitzdominanz, die das Spielgeschehen
nachhaltig in die Hälfte der Haseldorfer verlagerte. Eingreifen brauchte
Gäste-Fänger Niklas Grote jedoch erstmal nur mit einer behänden Fußabwehr gegen
den scharf von Lewe Tiede bedienten Lenard Peters (8.).
Allzu lange sollte sich dies aber nicht ausgehen. So schickte Youss Jaiteh
seinen Kollegen Rene Müller wohl temperiert in die Tiefe, wo der 29-Jährige auf
dem Weg zum Ausgleich keine halben Sachen machte (19.). Nicht ganz so Oscar
Rehder, dem sich Grote mit voller Breite entgegenstellte (22.).
Doch auch die Gäste warteten in Nadelstichen gefährlich auf. Nach Phil
Mohrdiecks starkem Ballgewinn ergab sich Michel Lienau nämlich die fette Chance,
gegen deren Verwertung sich Fynn Ritter im Abtauchen erfolgreich stemmte (21.).
Kein Grund für den fleißig ackernden Blondschopf, es nochmal zu versuchen. Dem
letzten Mann aus der 96-Viererkette die Kugel geklaut, versenkte Lienau diesmal
eiskalt vor Ritter zum 1:2-Halbzeitstand (41.), den Fülscher von halbrechts
durchaus noch hätte ausbauen können (45.+1).
Ernsthafte Gefährdung erfuhr diese Einblendung auf der großzügigen Anzeigetafel
im Stadion Achter de Weiden lange Zeit nicht. Auf der regelmäßig vollends
bespielten Skala zwischen Welt- und Kreisklasse drohte den Hausherren nach der
3:5-Schlappe in Niendorf aus der Vorwoche gleich das nächste Negativextrem.
Heuer aber zogen die Jungs in weiß den Kopf auch dank einer herausragenden Bank
spät aus der Schlinge. Mit einem Treffer der Marke „Eier-Tor“ würdigte der
soeben eingewechselte David Heffele nicht nur die anstehenden Ostertage,
sondern läutete damit auch die Wende im zu diesem Zeitpunkt irgendwie toten
Spiel ein (71.). Denn nachdem der mit ihm gekommene Jasin Emini beim ersten
versuch noch am Außennetz scheiterte (77.), machte es die Rückennummer 33 auf
Diagonalball Maik Wegners eiskalt zum 3:2 (79.).
Die Haseldorfer, die im Gegensatz dazu freilich nicht über solche Einwechselkaliber
verfügen, waren gebrochen und Blau-weiß auf dem Weg, das Resultat weiter
hochzuschrauben. In zwei Szenen daran gescheitert (84. & 90.), holte mit
Marco Müller der dritte Joker das Verpasste im Konter nach (90.+3).
Der TVH nun weiter mit einem Zähler unter dem Strich, während Coach Mathias Timm
und seine Edel-Bankwärmer bei einem ganzen Dutzend an Punkten Vorsprung auf die
Kreisliga-Plätze sieben sorgenfreien Restspieltagen entgegensehen können.
Tore: 0:1 Fülscher (7. Mohrdieck), 1:1 R. Müller (19. Jaiteh),
1:2 Lienau (41.), 2:2 Heffele (71.), 3:2 Emini (79. Wegner), 4:2 M. Müller (90.+3,
Kocak)
gelbe Karten: keine – J. Lüchau
Schiedsrichterin: Vanessa Thormählen (FC Union Tornesch, Note 2,5)
Zuschauer: 80
Sonntag, 29. März 2026
Spielbericht VfL Pinneberg - TV Haseldorf
Holzapfel senkt den Blutdruck
Erster
Sieg in 2026! VfL Pinneberg weist den TV Haseldorf in die Schranken
Insbesondere mit wichtigen Heimsiegen boxte sich Aufsteiger TV Haseldorf
zuletzt amtlich aus der Abstiegszone. Bezirksliga 01-Spieltag Nummer 24 schob
den Neuling aus der Marsch jedoch wieder zurück unter den Strich.
Die Punktgewinne der Konkurrenz vom HSV IV (1:1 gegen den Duvenstedter SV) und
aus Niendorf (5:3 gegen Blau-weiß 96) wusste man am Sonntagnachmittag in
Pinneberg nämlich nicht mit Zählbarem zu kontern.
Dabei war man heuer mit gar nicht mal so schlechtem Kader zum in 2026 noch sieglosen
VfL gereist.
Um den rot-gelben Optimismus war es heuer allerdings schnell geschehen, als der
Pinneberger Tyler Brose Noah Lüchau robust im Strafraum abkochte und sicher zum
frühen 1:0 einnetzte (9.).
Wasser auf die Mühlen des überlegenen Mittelfeldteams, das TVH-Goalie Niklas
Grote in der Folge gehörig auf Trab hielt (12. & 21.), ehe 21-Tore-Mann
Niklas Bargob den Kasten bei einem der vielen tiefen VfL-Läufen verfehlte (25.).
So auch kurz darauf in abgefälschter Manier (27.). Beim fälligen Eckstoß zum Kopfball
gekommen (Block von Grote), führte ein ungeschickter Strafraumzweikampf zu Bargobs
Königschance vom Punkt. Doch kläglich scheiterte der Kapitän am starken
Gäste-Fänger.
Für Bargob und Co ein kleiner Knackpunkt, schwammen sich nun auch die Appelplücker
vorsichtig frei.
Louis Bevers flankte hinter das Tor (41.) – Phil Mohrdieck erwischte seinen
Kopfball nicht optimal (41.). Man musste es schon gut meinen, mit den
Schloßpark-Kickern, um den bemühten, aber arg limitierten Auftritt des Neulings
positiv zu bewerten.
Die beste Gelegenheit des Abstiegskandidaten „vergab“ mit Berat Alija
tatsächlich ein Pinneberger, als dieser Tormann Philipp Niedermeier mit einem
Rückpass überrumpelte, die Scharte per finaler Rettungsgrätsche allerdings selbst
wieder auswetzte (53.).
Wohltuende Blutdrucksenkung verschaffte da drüben Tjark Holzapfels frei
vollendetes 2:0 (56.), mit dem die Hausherren im Exil an der Raa (Heimat des SC
Pinneberg) das Geschehen wieder spürbar an sich rissen.
Weil Brose etwas peinlich drüber zielte (68.) und auch eine erneute Doppelchance
nach Ecke ungenutzt blieb (78.), flammte beim Kellerkind noch ein wenig
Hoffnung auf den Anschlusstreffer auf. Doch weil die eingewechselten Timo
Kaland (80.) und Joris Lüchau (86.) ihre Kopfstöße nicht perfekt setzen konnten
und Niedermeier Florian Möhles Freistoß abtauchend zur Ecke parierte (82.), blieb
es beim ersten gegentorlosen Erfolg des neuen Tabellensechsten seit dem kampflosen
3:0 gegen HSV IV im Dezember 2025.
Der TV Haseldorf kann von diesen Tabellenregionen nur träumen, geht es nun als 14.
ins Osterwochenende, das mit den Gastspielreisen nach Schenefeld und Elmshorn
zwei ungeliebte Auswärtspartien beinhaltet.
TV Haseldorf: Grote – N. Lüchau, Oßenbrüggen (72. Kaland),
Pieper, Franke – Nickels (66. Jedamski), Möhle (46. J. Lüchau), Mohrdieck,
Bevers – Rose, Lienau (66. Fülscher), Trainer: Marvin Biermans (i.V.)
Tore: 1:0 Brose (9. Holzapfel), 2:0 Holzapfel (56. Bargob)
gelbe Karten: Bargob, Schulze – Rose, Pieper
Schiedsrichter: Thorsten Kaisen (SC Poppenbüttel, Note 2)
Zuschauer: 50
besonderes Vorkommnis: Bargob scheitert mit Foulstrafstoß an Grote
(28.).


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