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Samstag, 29. November 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - SV Lurup 1.A

Die Mentalität siegt
Kellerkind SV Lurup macht enttäuschenden Schanze-2008ern den Garaus

Als Rudi Völler, damals Teamchef der Deutschen National-Elf, anno 2003 dem TV-Journalisten Waldemar Hartmann nach dem mageren 1:1 auf Island live vor Millionenpublikum die Meinung geigte, stand die Geburt Jungs aus Schanzes U18-Landesligateam noch weit in den Sternen. Doch trotz der Lehre aus dem ikonischen Weißbier-Interview, mit dem Wörtchen „Tiefpunkt“ eher vorsichtig zu sein und nicht „alles in den Dreck zu ziehen“, bleibt dem neutralen Beobachter nach dem desaströsen 2:4 gegen das Kellerkind aus Lurup irgendwie keine andere Option.
Wer sich dem Dargebotenen dennoch positiv nähern will, könnte sich zumindest an Kleon Lorenz´ Führungstor zum 1:0 hochziehen, nagelte der Offensivmann einen Freistoß in Strafraumnähe passgenau unter das Quergebälk (10.), um nach einer halben Stunde mit dem Gegner als Bande das zweite SCS-Hurra für den in der Mitte richtig spekulierenden Janes Djau vorzubereiten. Freude bei Ex-Luruper Djau über sein Tor, das Milo Götzes zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer im Nachsetzen bei einem von Shivnath Arora parierten Roshanzada-Versuchs (15.) wieder egalisierte.
Von den Spielanteilen her ein nicht unverdientes Zwischenergebnis, doch mit erschreckenden Ungenauigkeiten im Passspiel und einigen falschen Entscheidungen mit der Kugel am Fuß brachten sich die Wasserturmkicker jedoch um mehr Szenen, wie eine geradlinig über links vorbereitete Djau-Schusschance aus der 40. Minute.
Stattdessen ging gegen robust engagierte West-Hamburger zunehmend der Zugriff verloren, sodass bereits zu Halbzeit das 2:2 in der Luft lag. Weil Alparslan Kaya beispielsweise aber nur den Pfosten traf (41.), blieb es beim Pausen-Vorsprung für Marineblau.
Um diesen war´s dann aber rasch nach dem Seitenwechsel geschehen, als ein Einwurf auf links zu viel des Überraschungseffekts lieferte und Ali Roshanzada sein Duell mit Till Steinfeld trotz der zunächst schlechteren Position mit Treffer für sich entscheiden konnte (47.).
Schanze jetzt wieder voll gefordert, aber oft zu statisch oder ohne den Blick für die einfache Lösung über den ballnahen Mitspieler.
So war es der Tabellenvorletzte, der den langen Leerlauf mit einem verfehlten Abschluss durch Yonatan Kesete zu beenden wusste (74.) und damit nur andeutete, was drei Minuten später geschehen sollte. Lang und länger segelte ein Freistoß von links diagonal rüber zu Las Djalo, der kaum beachtet tatsächlich das umjubelte 2:3 besorgte (77.).
Jeder gewonnene Zweikampf, jede gute Aktion setzte an diesem Samstagnachmittag positive Energie bei den seit über zwei Monaten sieglosen Lurupern frei, während die Schanzer weiter mit dem Kopf gegen die Wand liefen. Passend setzte es kurz darauf den Bilderbuch-Konter zum 2:4-Endstand, den Roshanzada auf Hereingabe des herausragenden Götze in der Mitte klar machte (80.).
Erst in der Nachspielzeit versprühte die spürbar frustrierte Heim-Elf durch Halbchancen immerhin einen Hauch von Torgefahr, doch heute siegte das Team mit der besseren Mentalität. Der Lohn des SV Lurup dafür: der Sprung über den Abstiegsstrich auf Rang neun, wo man sich nun als Tabellennachbar des SCS (8.) wiederfindet.

Tore: 1:0 Lorenz (10., direkter Freistoß), 1:1 Götze (15. Roshanzada), 2:1 Djau (30. Lorenz), 2:2 Roshanzada (47.), 2:3 Djalo (77.), 2:4 Roshanzada (80. Götze)

Schiedsrichter: Dr. Ahmed Sharaf (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 22


Samstag, 8. November 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - FC Voran Ohe 1.A

SCS bleibt sich treu
„ängstliches Agieren“: Schanze gefährdet seinen Durchschnittssieg

Durchschnittlich 4:3,67 endet die Partie, wenn die 2008er des SC Sternschanze in der U18-Landesliga an den Start gehen. Das wilde 4:3 gegen den FC Voran Ohe folgte demnach also voll den Gesetzen der Mathematik.
Diese standen allerdings zunächst auf Seiten des Überraschungsdritten aus dem Osten des HFV-Gebiets. Ein Ballverlust Till Steinfelds im Dribbling plus Stefan Feuerrohrs lockerer Rechtsschuss in die Maschen ergaben das 0:1 mit der ersten erwähnenswerten Szene des trüben Novembernachmittags (9.).
Schnelle Aufhellung erlebte Schanzen-Gemüt schon kurz darauf, als Anton Kuhlmanns Freistoßflanke auf dem Haupt von Marvin Bonsu landete und dessen Kopfstoß zum Gleichstand ins lange Eck durchrutschte (12.).
Viele Chancen ergaben sich in der Folge nicht. Der SCS zwar mit etwas mehr Ballbesitz, aber etwas zu statischem Spiel, während die Oher auf hohe Bälle und Distanzversuche setzten. So musste Schanzen-Goalie Enno Gloßner bei einem ballistischen Standard mit vollem Einsatz gegen Feuerrohr blockieren (37.), ehe Leon Kröger aus 25 Metern den Pfosten traf (40.).
Als die Hausherren dann aber einmal kreativ das vordere Drittel bespielten, war die Pausenführung prompt erzielt. Über die Stationen Spöhrer und Bonsu erhielt der eingewechselte Simon Ester die halbrechte Schussposition, die sich der baumlange Kerl nicht entgehen ließ (41.).
Wenig Zwingendes spielte sich, abgesehen von Esters gefühlvoll daneben gesegeltem Rechtsaußenversuch (63.), nach dem Seitentausch ab, bis Theo Spöhrer die Kugel von links in den Sechzehner brachte, der sonst formidable Oskar Blackert das Leder suboptimal prallen ließ und wieder Bonsu dort auftauchte, wo ein Torjäger zu stehen hat – 3:1 (69.)!
Die Schanzen-Elf vor einem gesicherten Heimerfolg, doch die Dinge kamen anders. „Trotz Sieg ist es nicht okay, dass wir trotz überzeugendem Auftreten es nochmal so spannend machen!“, schimpfte Kuhlmann über das, was seine Farben fortan auch als „mit Abstand bessere Mannschaft“ zugelassen hatten. Vor dem eigenen Strafraum auf die Nase gefallen, ermöglichte Janoe Embalo dem Gegner das verkürzende 3:2 durch Burhan Osman Mohamed (75.), ehe Marineblau auch bei Fabian Gebhardts Schuss ans Außennetz ordentlich schwamm (77.).
Die Quittung für das „ängstliche Agieren nach dem Anschlusstreffer“ folgte schließlich kurz darauf. Kröger erfuhr über rechts keinen Gegnerdruck, Gloßner wehrt nur nach vorne ab und Gebhardt durfte es nach geblocktem Zentralversuch gleich nochmal. Treffer im zweiten Anlauf versenkt – 3:3 (84.)!
Kuhlmann und Co bewiesen aber Nehmerqualitäten, den „verdienten und langersehnten Sieg“ „mit viel Kampfgeist und Ehrgeiz“ doch noch an Land zu ziehen. Zentrumsspieler Kuhlmann initiierte die schnelle Antwort höchstpersönlich gegen drei Mann von hinten heraus, bekam den Ball „im perfekten Moment“ von Janes Djau zurück, zog per Finte am Verteidiger vorbei und bereitete das umjubelte 4:3 mit dem flachen Zuspiel in die Mitte vor. Zwar wurde dort „zweimal am Ball vorbeigetreten“, doch „hinten am zweiten Pfosten“ gab es mit Ester einen Mitstreiter, „der perfekt lauert und ihn dann reinschiebt“.
Bevor der dritte Saisondreier aber eingefahren war, galt es noch einen hohen Freistoß des Gegners zu überstehen. Ein Unterfangen, das bei Mattis Koops´ Kopfball nur durch Noah Vukelic und dessen Rettung auf der Linie glückte (90.+1). „Wir müssen weiter hart daran arbeiten, vor allem individuelle Fehler zu vermeiden und auch die gegnerischen Standards besser zu verteidigen!“, fordert Kuhlmann, angesprochen auf die bunte Tordifferenz, die „nichts Gutes über unsere Defensivleistung aussagt“, nicht zu Unrecht.
Für heute sollte es am Ende jedoch reichen, für den dritten Dreier im sechsten Spiel. Platz neun. Eine Zwischenplatzierung, die die Rückennummer zehn allerdings nicht wirklich tangiert, da es „keinen Sinn macht, so früh in der Saison schon auf die Tabelle zu schauen“. Nach einem „harten Saisonauftakt“, bei dem Schanze „lange unter den eigenen Möglichkeiten“ agierte und „Spiele immer sehr unglücklich liefen“, „(…) ist noch alles drin. Gerade, weil wir spielerisch eine der besten Mannschaften sind, jede Woche immer besser zusammenfinden und mehr und mehr zum Team werden. „Wir müssen diese Leistung und Intensivität aus der letzten Woche mitnehmen und beibehalten, dann ist noch alles möglich“, so Kuhlmann, der eher in Prozessen, als in Tabellenplätzen denkt, über die Marschrute für die kommende Zeit – die mit einem Wiedersehen beginnen wird: Im Pokal geht es am kommenden Sonntag wieder gegen Voran Ohe…

Tore: 0:1 Feuerrohr (9.), 1:1 Bonsu (12. Kuhlmann), 2:1 Ester (41. Bonsu), 3:1 Bonsu (69. Spöhrer), 3:2 Mohamed (75. Kröger), 3:3 Gebhardt (84. Kröger), 4:3 Ester (86. Kuhlmann)

gelbe Karten: Djau, Vukelic – Koops, Scholz

Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia, Note 2)

Zuschauer: 60