Derby der vergebenen Chancen
Vorentscheidung
verballert: Eintracht Erfurt gewinnt rassiges Duell dennoch
Abwechslungsreich und kampfbetont präsentierte sich die Kreisoberliga
Erfurt-Sömmerda am Samstagnachmittag in ihrer vierten Runde, die für die SpVgg
Eintracht Erfurt bereits richtungsweisenden Charakter mitbrachte. Der
Saisonstart war ja, abgesehen vom standesgemäßen Kantersieg gegen Einheit
Schwerstedt (7:0), durchaus etwas holprig verlaufen.
Und auch im Stadtduell bei der SG An der Lache, wo der morbide Charme auf jedem
Quadratzentimeter des Sportplatzes Am Zoopark für gelebte Fußballromantik
sorgt, hatte man nach ausgeglichener Anfangsphase erstmal sein Päckchen zu
tragen. Im Konter, den vor allem Mahmood Adbdullahs starke Rückwärtsbewegung
initiierte, strauchelte erst Domenik Riedel in der eigenen Defensive gegen den
marschierenden Paul Schröter, ehe Schiedsrichter Stefan Friedrich Florian
Filters Strafraumeinsatz gegen den Heim-Angreifer wiederum als strafbar
einstufte. Verärgerung bei den Roten, denn sie ahnten wohl bereits, dass
Kapitän Eric Werner den Keeper locker zum 1:0 verladen würde (25.).
Einen Strafstoßpfiff hätte auf der anderen Seite auch Eintrachts Justin
Lindenbeck im Duell mit Markus Hohmann gerne erhalten, doch Schiedsrichter
Stefan Friedrich entschied zum leidenschaftlichen Ärger des Außenspielers auf
Stürmerfoul (26.). Verwarnung wegen Meckerns inklusive. Glück hatte der
19-Jährige dagegen, dass er für eine plumpe Spielverzögerung nicht vorzeitig in
die kühlende Kabine geschickt wurde (33.)...
Somit weiter in Gleichzahl, bot sich Spielführer Daniel Hamann die (ungenutzte)
Kopfballchance bei einer Ecke von links (38.).
Tore sollten heuer aber (erstmal) nur vom Punkt fallen, führte Lindenbecks
nächster Strafraumsturz gegen Hohmanns hinausgestelltes Bein zum 1:1, das Jakob
Mosler cool gegen die Torwartrichtung mit rechts erzielte (45.+1).
Chancen, sich den verlorenen Vorsprung zurückzuholen, ergaben sich für die
Geranienwegler genügende. So setzte Valmir Mehmeti einen 25 Meter-Kracher ans
Quergebälk (48.), wohingegen Schröter die Kugel auf gegnerische Einladung
ebenso unglücklich vorbei schob (67.), wie auch eine Doppelchance aus Minute 83
mit dem drüber sausenden Spielgerät endete.
Zu allem Überfluss rannten die Weiß-schwarz-grünen zu diesem Zeitpunkt bereits eine Weile
lang dem 1:2, das ausgerechnet einem eigenen Offensivfreistoß entsprang.
Eintracht-Goalie Chris Heinicke hatte den Standard sicher abgefangen und prompt
nach vorne gedroschen. Zielspieler Mosler dankte es, indem er mit etwas
abfälschender Hilfe das Trudel-Tor zum Doppelpack erzielte (52.).
Zur Wahrheit des Spiels gehört aber auch, dass sich Eintracht ebenfalls
(unbelohnt) um den Unterhaltungswert der intensiv geführten Kontrahage verdient
machte. Marvin Karkules durchgerutschtes Freistoßtor zählte wegen eines
Stürmerfouls nicht (66.). Julien Hoehn klärte einen Mosler-Lupfer knapp vor dem
Kreidestreifen (89.) und weil SG-Fänger Martin John sowohl per Fußabwehr gegen
Joker Jafari (90.+1) und im Eins-gegen-Eins mit Filter (90.+3) die
Vorentscheidung vereitelte, lag die knisternde Spannung bis zum Ablauf der
ausgiebigen Nachspielzeit in der Luft. Denn tatsächlich servierte Domenik Rein
dem Kollegen Schaper in Überminute sechs die ideale Schussposition, doch der
26-Jährige verpasste die Hereingabe und damit den zweiten Punktgewinn der noch
jungen Serie.
Die Spielvereinigung Eintracht hält dank des Derbysiegs dagegen den Kontakt zur
Tabellenspitze,
SG An der Lache Erfurt: M.
John – Abdullah (56. Meyer), Hohmann (64. L. John), König (85. Zink), Hoehn –
Werner, Koppe (68. Grünewald) – Schwarz (59. Rein), Mehmeti, Schaper –
Schröter, Trainer: Carsten Helzig
SpVgg Eintracht Erfurt 94: Heinecke
– Yaman, Filter, Riedel, Karkule (78. Jafari) – Köhn, Hamann (66. Schramm) –
Wöller, Hinsche, Lindenbeck (66. Hossaini) – Mosler, Trainer: Rocky Schack
Tore: 1:0 Werner (25., Strafstoßtor,
Filter an Schröter), 1:1 Mosler (45.+1, Strafstoßtor, Hohmann an Lindenbeck),
1:2 Mosler (52. Heinecke)
gelbe Karten: Schaper, Abdullah, M.
John, Hohmann, Meyer, Mehmeti, Schröter –
Lindenbeck, Riedel, Karkule, Köhn, Schack (Trainer)
Schiedsrichter: Stefan Friedrich (FC
Union Erfurt)
Zuschauer: 90
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Samstag, 30. August 2025
Spielbericht SG An der Lache Erfurt - SpVgg Eintracht Erfurt 94
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