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Samstag, 1. November 2025

Spielbericht Niendorfer TSV 1.A - Walddörfer SV 1.A

Wildes Nachspielzeits-Rodeo
Für beide zu wenig: später Schlagabtausch findet keinen Sieger

Führung, Unterzahl Abwehrschlacht, Ausgleich in der Nachspielzeit kassiert, Gleichzahl und DEN Matchball auf dem Fuß! Fans und Beteiligte des Walddörfer SV dürfte der Auftritt ihrer U19-Regionalliga Nord-Truppe wohl zehn Jahre älter gemacht haben. Empirisch belegbar dagegen das nüchterne Zahlenwerk mit Ende der denkwürdigen acht Nachspielminuten am Bondenwald: 1:1.
Zu wenig, für die Allhorn-Kicker, die vor allem in der ersten Halbzeit alle Trümpfe in der Hand hielten. Max Grüttner ans Außennetz (12.) und Tyren Schmerberg fast ins eigene Tor (13.) stellten die Vorhut für das verdiente 0:1, bei dem das bewegliche Offensivpersonal der Gäste in Form von Anton Knappes Verlagerung, Sadik Stalfs Querspielen und Grüttners zentralen Abschluss ins rechte untere Eck als Kollektiv funktionierte (26.).
Auch beim Versuch der Verdopplung gelang das stilisierte Zusammenspiel der Vorderen, an dem sich diesmal Yusuf Asif als Aufleger für Stalf profilierte, nur wischte Yves Weitze das Leder aus seinem Torwart-Eck (34.), während Asif selbst knapp verfehlte (38.).
Der NTSV brauchte einige Anlaufzeit, um erst im Schlussakkord der ersten Hälfte zumindest einmal den Mut zum Torschuss aufzubringen (Farhad Khalaf (42.) und Richard Krüger (43.) aus der zweiten Reihe, Linus Tams per Kopf (45.+2).).
Im zweiten Abschnitt ein ähnliches Bild. Der WSV planvoller, wohingegen es sich die Hausherren oft zu kompliziert machten.
Mit der berechtigten Ampelkarte für Walddörfers Vali Salif Coné kippte die Spielstatik jedoch klar gen Heim-Elf (61.). Weil der bereits nach einer guten halben Stunde wegen Fouls ermahnte und nach der Pause wegen wiederholter Missachtung des korrekten Einwurfsortes verwarnte Coné beim nächsten Foul in der Summe „fällig“ war, galt es für die verbliebenen Kollegen, den Vorsprung im tief interpretierten 4-4-1 ins noch weit entfernte Ziel zu bringen. Doch selbst in Unterzahl blieben die Schwarzen konkreter, wie ein Abseitstor durch Stalf untermauerte (68.).
Den Niendorfer brachte ihr vieler Ballbesitz dagegen kaum ernsthaft in den vielbeinig verteidigten Strafraum. Auch zahlreiche Standards, wie ein Nordmeier-Freistoß (links vorbei, 88.), vermochten das Manko des fehlenden Instinkts im Sechzehner nicht zu korrigieren.
Aus einem Einwurf auf links wollte abermals nichts entstehen – bis sich Innenverteidiger Jesse Petri ein Herz fasste und den abgewehrten Ball aus dem Hinterhalt zum 1:1 oben reinknallte (90.+2)!
Frei nach Petris irischem Namensvetter, einem professionellen Rodeo-Reiter, ging es fortan nochmal richtig zur Sache. Drei der fünf angesetzten Nachspielminuten waren ja schließlich noch zu spielen. So machten sich die Herren in weiß daran, das Momentum für sich zur totalen Wende zu nutzen, doch die Schusschance von halbrechts (Weitze im Nachfassen) ergab sich auf der anderen Seite für Asif (90.+4).
Zurück im Gefahrenbereich des WSV, wurde es kurz darauf noch übersichtlicher auf der Koppel, als es Tyren Schmerberg beim Ausflug mit Gegenspieler Benito Boamah auf dem Hintertor-Deich nicht schnell genug mit dem Ballservice ging. Gelb für beide Streithähne, doch Schmerberg hatte bereits wegen Meckerns den Karton gesehen – gelb-rot (90.+6)! Und auch die mitteilsame Bank der Gastgeber tat (mal wieder) etwas für die Kartensammlung.
Zu allem Überfluss resultierte aus dem folgenden Eckstoß noch die gigantische Konterchance auf den Auswärtssieg. Aus der eigenen Hälfte gestartet, sprintete Asif links entlang, doch im Eifer des Gefechts schob der 18-Jährige mit Herren-Bezirksliga-Erfahrung das Leder hauchdünn am langen Eck vorbei (90.+7).
Keine große Bewegung damit für beide im Mittelfeld der Tabelle, wobei vor allem der WSV die große Chance verpasste, sich deutlicher vom unteren Tabellenbereich abzusetzen.

Tore: 0:1 Grüttner (26. Stalf), 1:1 Petri (90.+2)

gelb-rote Karten: Ty. Schmerberg (90.+6, wiederholte Unsportlichkeit) – Coné (61., Unsportlichkeit + Foulspiel)

Schiedsrichterin: Cemre Aysan (FC Süderelbe)

Zuschauer: 80