Freitag, 31. Oktober 2025

Spielbericht Heidgrabener SV II - FC Union Tornesch III

Den Nachbarn vermöbelt
Dominante HSV-Reserve schießt Union Tornesch III mit 7:1 aus dem Sportpark

Derby-Freitag in Heidgraben, doch Brisanz mochte im Udo-Tesch-Sportpark keine aufkommen. Zu einseitig verlief das Kreisliga 01-Duell, der bereits nach fünf Minuten durch Fabian Grabkes Kopfballchance erstmals furiose Züge annahm.
In flacher, spielerischer Variante sollte es dann kurz darauf gelingen, schickte Nikolas Haker Angreifer Marcio Prien in den Rücken der Union-Viererkette, wo die Führung mühelos gelang (7.). Blöd nur, dass sich der Torschütze dabei ohne Einwirkung der behäbigen Gegenspieler verletzt hatte. Vorjahrestorschützenkönig Ben Dieckmann (21 Treffer) ersetzte den 23-Jährigen mindestens gleichwertig. Wohl dem, der über solches Bankpersonal verfügt!
Zunächst aber ärgerte sich die HSV-Reserve gleich doppelt, als erst Lasse Leowald auf Steckpass Tim Rockels an Tim Fröhlichs Fußabwehr scheiterte (10.), ehe drüben eine halbhohe Ecke das etwas überraschende Ausgleichstor für Zentrumsspieler Dennis Sannemann im Strafraumdickicht vorbereitete (11.).
Die Hausherren ließen sich davon allerdings keineswegs irritieren, demonstrierten ihre Überlegenheit weiterhin mit viel Ballbesitz, der jedoch zu selten in guten Gelegenheiten mündete, wie Dieckmanns etwas zu unplatzierten Versuch vor Torwart-Kante Fröhlich (17.).
Ausgerechnet ein böser Abspielfehler der Blauen im Aufbau brachte die spielstarken Schützlinge Frank Rockels noch vor der Pause auf die Siegerstraße. Die Kugel clever abgefangen, lupfte Leowald sie mit langer Vorlaufzeit zum 2:1 ins Union-Tor (41.), das quasi mit dem Pausenpfiff auch T. Rockel per Abstauber komplikationslos traf (45.+3). Der sonst starke Fröhlich hatte eine Hereingabe Dieckmanns zuvor nicht zwischen die Griffel bekommen.
Nur wo blieb denn die eigene Dieckmann-Bude? Aus spitzem Winkel wollte sie jedenfalls noch nicht fallen (51.). Doch weil die Schießbude der Liga (40 Gegentore) freundlich zum durchgerutschten Schuss aus dem Hinterhalt einlud, kam der „Neuner“ zu nachträglichen Torjäger-Ehren (53.).
Die Partie längst entscheiden; einzig die Höhe des Derby-Triumphs blieb noch fraglich. Weitere Fakten schafften dabei Innenverteidiger Marco Holdingsgard mit seinem dynamischen Kopfballtor nach Ecke von Grabke (60.) und T. Rockel, der Fröhlichs Block gegen Marvin Schmahl zum halben Dutzend verarbeitete (65.).
Gar zweistellig hätte es hier durchaus enden können, hätte beispielsweise Dieckmann nicht knapp verfehlt (68.).
Einen servierte der neue Tabellenfünfte den Fans im und außerhalb des Kunstrasenkäfigs aber noch, als abermals Haker mit Gefühl zu Dieckmann durchsteckte, was dieser zentral vor dem Ziel nicht weniger präzise mit dem 7:1-Endstand krönte (78.). Ein HSV-Feiertag also auch ohne den Reformationstag.
Der wieder einmal schwer geschlagenen Drittvertretung aus dem Torneum bleibt dagegen mit nur einem Zähler Vorsprung die Angst vor dem Kreisklasse-Gespenst.

Tore: 1:0 Prien (7. Haker), 1:1 Sannemann (11.), 2:1 Leowald (41.), 3:1 T. Rockel (45.+3 Dieckmann), 4:1 Dieckmann (53.), 5:1 Holdingsgard (60. Grabke), 6:1 T. Rockel (65. Schmahl), 7:1 Dieckmann (78. Haker)

gelbe Karten: Grosse – Kaczor

Schiedsrichter: Yannic Kritzler (SSV Rantzau)

Zuschauer: 60

Spielbericht TSV Sparrieshoop - SV Lieth II

Horror-Derby
1:8 an Halloween! TSV Sparrieshoop schickt SV Lieth II weiter in die Krise

Mehr schlecht als recht taumelt die im Sommer aus der abgewanderten Ligamannschaft Holsatias und der eigenen Rest-Zweiten fusionierten SV Lieth durch die Kreisliga 01. Den maximalen Gruselfaktor erlebte die Elf von Trainer Thorben Pingel nun zu Halloween im Derby beim TSV Sparrieshoop.
Schon der Start ins Reformationstagsduell ging für die Roten so richtig in die Hose. Nach langem Flankenwechsel markierte ausgerechnet Ex-Liether Leon Diedrigkeit prompt das 1:0 (3.), ehe Mika Martens im andächtig bestaunten Doppelpass mit Lenn Pankraz mühelos verdoppelte (5.).
Kurz um schnelle Linderung bemüht, bediente Nevio Schuchhardt Niklas Viera Gerkens, dem es gegen Schlussmann Michael Möller und hinzugeeilte Vorderleute ebenso wenig gelang, die Kugel ins Tor zu bugsieren, wie Semih Zeybekoglu im sofortigen Nachsetzen (7.).
Stattdessen schraubten die spielerisch klar überlegenen Hausherren rund um die 30-Minuten-Marke weiter am Resultat, indem Lennart Voigt einen Abpraller mit links zum 3:0 versenkte (26.) und Vorbereiter Pankraz sich anschließend bei einer Hochschild-Ecke auf den einsamen zweiten Pfosten einmal selbst belohnte (34.).
Schon zur Pause war die Angelegenheit also geklärt. Daran vermochte auch Zeybekoglus Lebenszeichen in Form eines Lattentreffers nichts zu ändern (59.).
Sparre machte dagegen einfach weiter mit effizientem Fußball, der ab der zweiten Hälfte auch mit Beteiligung von Top-Stürmer Finn Möller über den Rasen unter der charakteristischen Hochspannungsleitung fegte. Hoch und weit geschickt, schaute der Aufstiegstorjäger der Vorsaison den gegnerischen Tormann zum 5:0 aus (62.), während er das halbe Dutzend in Poleposition für den ebenfalls gebrachten Kian Maleki auflegte (77.).
Diesmal bei einem nach vorne blockierten Hochschild-Freistoß am richtig Fleck lauernd, schnürte Maleki gar den Doppelpack (82.), den sich mit Kapitän Martens noch ein weiteres der vielen Eigengewächse vom Rosengarten sicherte (83.). Beim gemeinsamen Mannschaftsfrühstück wurde neben Wurstbrot wohl auch ausreichend viel Zielwasser verkostet!
Auf der anderen Seite, symptomatisch für den hilflosen Auftritt der Gäste aus Klein Nordende, unterlief Torhüter Maik Bianchet bei der Entstehung des nunmehr achten Tagesgegentors auch noch ein Luftloch. Situationskomik, über die heuer nur der Aufsteiger lachen konnte…
Der zwischenzeitliche 6:1-Ehrentreffer durch Michel Cords (79.) süßte einen gänzlich versauerten Auftritt der SVL-Reserve freilich auch nicht auf. Der einzig positive Aspekt des Freitags: am folgenden Abend kassierte auch Konkurrent Union Tornesch III eine heftige 1:7-Schlappe in Heidgraben, wodurch sich der Rückstand auf die nicht-Abstiegsplätze weiterhin bei einem Zähler beläuft. Eine Thematik, die für den TSV Sparrieshoop im Mittelfeld des Klassements wahrlich keine Rolle spielt.

Tore: 1:0 L. Diedrigkeit (3.), 2:0 Martens (5. Pankraz), 3:0 Voigt (26. L. Diedrigkeit), 4:0 Pankraz (34. Hochschild), 5:0 F. Möller (62.), 6:0 Maleki (77. F. Möller), 6:1 Cords (79.), 7:1 Maleki (82. Hochschild), 8:1 Martens (83. Gül)

Schiedsrichter: Clemens Riehl

Zuschauer: 50








Mittwoch, 29. Oktober 2025

Spielbericht VfL Hammonia II - SSV Rantzau II

Den Spielverlauf auf den Kopf gestellt
Viertelfinaleinzug ohne Fehlschuss: SSV Rantzau II trotz den Personalsorgen

Ganze 15 Ausfälle musste das Trainergespann Bruns/Friebel/Kinastowski an der Kommandobrücke der Rantzauer Reserve im Achtelfinale des Holsten-Pokals kompensieren. Mit an Bord aber am Mittwochabend: die Effizienz, mit der der Kreisliga 01-Vertreter komplett darüber hinwegtäuschte, dass vor allem in Abschnitt eins ausschließlich die gastgebende Elf des VfL Hammonia das Spiel machte.
Das Problem der Kicker aus dem Schanzenviertel: sie trafen einfach nicht ins Tor. Azer Askerov (6.) und Tristan Baier (43.) trafen nur den Pfosten, während Arne Sybrandts (22.) und Henri Sticken (34.) ihre Versuche knapp am Gehäuse vorbeizischen sahen.
Entsprechend groß die Erleichterung, als es kurz nach der Pause doch endlich klappte. Über rechts bereitete Florian Zinda sprintschnell vor, sodass Jeremy Murage-König am zweiten Pfosten annehmen und vollenden konnte (48.). Die Barmstedter, die wegen Christoph Brandts Verletzung bereits früh ihren einzigen möglichen Wechsel ziehen mussten (33.) – wie so oft bis hierhin – nicht im Bilde.
Ausgerechnet der für Brandt hineingekommene Charles Assogba sollte den SSV jedoch per Eckstoß auf die kaum für möglich gehaltene Siegerstraße führen. Hammonia bekam den Ball von der Fahne nämlich nicht geklärt, was Ivan Babych just mit dem ersten Torschuss von Blau im Spiel zum 1:1 bestrafte (51.).
Völlig auf den Kopf gestellt war das Geschehen eine knappe Viertelstunde später, schob der per Berg-Steckpass eingesetzte Patrick Hollm eiskalt zum 1:2 ein (64.), um eine abermals schnittig getretene Assogba-Ecke noch entscheidend für das dritte Hurra im dritten Anlauf abzufälschen (76.).
„Wir werden fickerig“, hatte Hammonias Zinda schon zwischendurch festgestellt (66.). Die Bemühungen waren ihnen aber dennoch nicht abzusprechen. Egal, was die Elf aus der Kreisliga 08 heute allerdings versuchte: es sollte einfach kein zweiter Treffer gelingen!
Kurz vor dem Ende kam es sogar noch doppelt brutal. Erst holte sich Kilian Jackst für sein Bein, das in luftiger Höhe Gegenspieler Sascha Berg eine später im Spital mit vier Stichen zu nähende Kopfwunde zufügte, den berechtigten roten Karton ab (88.), dann machte Joker Assogba mit seinem Zuspiel für Alexander Hollms Trudel-Tor den Vorlagen-Hattrick in Gestalt des 1:4 perfekt (90.+1).
Die Jungs aus dem Kreis Pinneberg damit seit acht Pflichtspielen unbesiegt und vor allem unter den letzten acht im Bewerb der zweiten Mannschaften im HFV. Ob verdient oder nicht war nach diesem Mittwochabend kein Thema mehr.

VfL Hammonia II: Hebart – Schulte, Hunger, Pawletta (83. Heubel), Jackst – Sybrandts, Askerov – Zinda (83. Müller), Sticken (74. Nguyen), Murage-König (74. Singateh) – Baier, Trainer: Leon Dobbratz & Andreas Fehrenbach

SSV Rantzau II: Ulrich – P. Hollm, Ritter, Meyer, Vester – Brandt (33. Assogba), Thieme, Blunk – A. Hollm, Berg, Babych, Trainer: Jan-Hendrik Bruns, Patrick Friebel & Patrick Kinastowski


Tore: 1:0 Murage-König (48. Zinda), 1:1 Babych (51. Assogba), 1:2 P. Hollm (64. Berg), 1:3 P. Hollm (76. Assogba), 1:4 A. Hollm (90.+1 Assogba)

rote Karte: Jackst (VfL Hamminia II, 88., grobes Foulspiel an Berg)

Schiedsrichterin: Jana Teipelke (SV Curslack-Neuengamme)

Zuschauer: 40


Freitag, 24. Oktober 2025

Spielbericht SV Lieth - VfL Pinneberg

Stimmung endgültig gekippt
1:4! VfL Pinneberg stößt SV Lieth in den Tabellenkeller

Von wegen goldener Oktober. Vier Spiele, nur ein Punkt – Abstiegsplatz! Kein Wunder, dass Präsident Bo Hansen die kriselnde Elf vom Butterberg nach dem neuerlichen Trauerspiel erstmal zur Sitzung ins Separee des Clubheims zitierte. Die Stimmung auf dem Tiefpunkt, der Trainer ratlos: Die einst gefürchteten „Liether Löwen“ taumeln 2024/2025 führungslos in Richtung Bedeutungslosigkeit. An diesem Freitagabend war es vor allem, die weitgehend leblose Art und Weise, die für Entsetzen auf und um den Klaus-Waskow-Platz sorgte.
Dabei hatten die Hausherren im Heimspiel gegen den VfL Pinneberg sogar einmal kurz das Momentum auf ihrer Seite, als ein Kontertor den optischen Eindruck ein Stück weit auf den Kopf gestellt hatte. Aus einem Angriff der nach vorne verteidigenden Pinneberger heraus gelang Christian Kuhlmann nämlich der perfekte lange Ball, den Angreifer Max Schulz schön verarbeitete und mit links über den hoch postierten Torwart zum 1:0 ins Netz lupfte (17.).
Die Jungs von Trainer Rudolf Hock-Kutscher ganz im Stile einer typischen Auswärtsmannschaft, nur ließ sich der tatsächliche Gast davon aber wenig beeindrucken.
Devin da Ronch probierte es aus der Drehung (21.), Tyler Brose etwas zu unplatziert aus 20 Metern (31.); die nicht untalentierten, aber bislang etwas unbeständigen Pinneberger glaubten an sich und ihre Spielidee.
Die Belohnung dafür: das 1:1 gegen eine SVL, die nach einer abgeköpften Brose-Ecke das Herausrücken verweigerte, sodass der Ball im zweiten ungestörten Anlauf genau beim eingestarteten Niklas Bargob im Fünfmeterraum landete. Der Torerfolg blieb da reine Formsache (36.).
Kurz nach der Pause war es wieder ein hoher Ball, der die Roten vor unlösbare Defensivprobleme stellte. Diesmal riss Aufbauspieler Ben Schuler per Flugball ein beträchtliches Loch in die gegnerische Abwehrkette, wo sich da Ronch auch mit etwas Glück gegen den Schlussmann Luca Von Der Heide zum 1:2 durchsetzen konnte (51.)
Die Heim-Elf blieb dagegen ohne echte Idee im Spiel nach vorne, das Angreifer Ali Duman in seiner Verzweiflung schon von hinten heraus zu navigieren versuchte. Ein Freistoß, den Philipp über das Tor setzte (53.) sollte (zu) lange die beste Chance im zweiten Abschnitt bleiben.
Zum Kontrast dazu setzte es drüben Gegentreffer Nummer drei, bei dem sich zwei Liether in Klärungsabsicht einer Flanke ins Gehege kamen, Brose dank der schwachen Kopfballabwehr für Bargob auflegte und dieser den üppigen Platz auf halblinks zum perfekt passenden Rechtsschuss nach linksunten nutzte (59.). So einfach kann es gehen!
Und weitere Gäste-Treffer wären möglich gewesen. Schuler mit Gefühl an den Querbalken (63.), Brose per Freistoß-Aufsetzer daneben (66.) und Bargob mit links gegen Von Der Heide (70.) verpassten das 1:4, das geradezu logischerweise doch noch über Umwege fallen sollte. Nach Broses Freistoß war Schuler zwar an Torwart und Luca Albers´ rettendem Kopf gescheitert, doch Von Der Heides Kollision mit dem nachsetzenden Hirota Kakiguchi veranlasste Schiedsrichter Marc-Calvin Prey (Moorreger SV) zum Strafstoßpfiff, über den sich der Goalie derart aufregte, dass er für das wütende Prellen des Balles noch einmal den gelben Karton kassierte – Platzverweis (78.)!
Den gepfiffenen Strafstoß verwandelte Brose vier Minuten später gegen Ersatzfänger Patrick Klösel abgeklärt unten rechts (82.). Den anschließend provokativen Torjubel vor einem Heim-Anhänger, mit dem es zuvor bereits einige Dialoge gab, darf man dagegen getrost der Kategorie „spätpubertär“ zuordnen…
Ergebniskosmetik blieb daraufhin sowohl Julien Duffke (Philipp Niedermeier tauchte behände ab), als auch Max Schulz bei der folgenden Ecke verweigert (83.), wobei auch der VfL noch weiter hätte am Ergebnis schrauben können.
Während Niedermeier und seine Vorderleute als Tabellensechster in Schlagdistanz zu Rang zwei bleiben, ist die SV Lieth nun sogar auf Abstiegsplatz 14 abgerutscht. Der Umbruch im Sommer, mitsamt neuem Trainer, droht inzwischen im Sturz gen Kreisliga zu enden. Den Worten aus der Krisensitzung müssen kommende Woche in Quickborn endlich wieder Taten folgen.

Tore: 1:0 Max Schulz (17. Kuhlmann), 1:1 Bargob (36. Brose), 1:2 da Ronch (51. Schuler), 1:3 Bargob (59. Brose), 1:4 Brose (82., Strafstoßtor, Von Der Heide an Kakiguchi)

gelb-rote Karte: Von Der Heide (SV Lieth, 78., Foulspiel + Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Marc-Calvin Prey (Moorreger SV)

Zuschauer: 50



Sonntag, 19. Oktober 2025

Spielbericht Holsatia im EMTV - TV Haseldorf II

Bezirksliga-Expertise gegen die rote Laterne
KK01: Gepimpte TVH-Reserve walzt hilflose Holsaten mit 6:2 nieder

Entgegen gesetzte Gefühlslagen an der Wilhelmshöhe. Jubel, Trubel, Heiterkeit bei der Reserve des TV Haseldorf, während sich die abermals unterlegene Elf von Holsatia Elmshorn in lautstarken Diskussionen untereinander übte. Kein Wunder, war der punktlose Tabellenletzte auch gegen den Vorletzten aus der Marsch klar mit 2:6 unter die Räder gekommen.
Im „Schrottico“ der Kreisklasse 01 gewannen die Haseldorfer früh die Zweikampfhoheit, die sich in Form des 1:0 auch rasch auszahlen sollte. Chrysanth-Brix Hermann auf rechts mit Ballgewinn und Querpass – Lukas Wilhelm einsam in der Mitte eiskalt: 0:1 (4.)!
Die Holsaten, die nach dem Eklat um Liga-Trainer Thorben Pingel, Ende letzter Saison, und der folgenden Massen-Abwanderung zur SV Lieth von der Dritten- zur Ligamannschaft avancierten, bemühten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um eine Antwort, die jedoch nur zu Schüssen von Samir Ehrenberg (9.) und Majd Alasaad (15.) in die Arme des Torwarts, sowie zu einem Freistoß-Field-Goal Alasaads (14.) führten.   
Deutlich zwingender gestalteten es die Gäste, die es mit Casper Daleckis Linksschuss (vorbei, 13.) und Wilhelms Konterchance auf Rose-Abspiel (26.) probierten.
Wenig später funktionierte letztere Kombination in etwas abgeänderter Weise. Lars Rose erspähte den gestarteten Michael Hasse, dessen Zuspiel von der Grundlinie Wilhelm schließlich aus kurzer Distanz zum 0:2 verwertete (28.).
Es lief nach Plan, für die Jungs von der Kamperrege, die heuer mit einiger Bezirksliga-Expertise (u.a. Rose, C. Dalecki, Wichmann, N. Lüchau) angereist waren! Doch plötzlich geriet die „Büffelherde“ in arge Not, als Alek Dupke ungestört nach rechts eröffnen konnte, Dominik Grunau die Linie längs marschierte und Ehrenberg im Dickicht des Strafraums auf 1:2 verkürzte (42.).
Doch damit nicht genug, glich Blau-weiß-rot quasi mit dem Pausenpfiff per Ecke sogar aus. Ehrenbergs Ecke köpfte Erick Ziljaev offenbar so tückisch auf das Gehäuse, dass Goalie Harald Ehlers das Leder nicht mehr fachgerecht zu entschärfen wusste – 2:2 (45.+3)!
Dem euphorischen Heim-Jubel folgte nach der jedoch die große Ernüchterung, erlangten die Haseldorfer nach dem Seitenwechsel wieder mehr und mehr die Griffigkeit zurück und holte ihnen Roses wuchtiges Distanzkönnen die nicht unumstrittene Führung zurück (68.). Holle kritisierte nämlich eine etwas sprunghaft gegen sie verhängte Einwurfentscheidung im Entstehungsprozess des 2:3…
Mit einer Umstellung auf ein offensiveres 3-5-2-System sollte der Bock in der Schlussviertelstunde wieder umgestoßen werden, doch Holsatias Plan durchkreuzte nur Sekunden nach den personellen und taktischen Umbauarbeiten ein viel zu einfach zugelassenes viertes Gegentor, bei dem Kapitän Mirco Bülow Ruhe und Übersicht für Rose walten ließ, sodass der 31-Jährige aus durchaus spannendem Winkel die 2:4-Vorentscheidung besorgte (77.).
Obendrauf kamen noch das selbst per Fehlpass eingeleitete 2:5 durch Bennet Essig, im Doppelpass mit Rose (80.), sowie das Tor zum halben Dutzend durch Finn Wichmanns Kopfstoß im unbewachten Ecken-Luftraum (82.).
Dass Hasse (Außenpfosten, 84.) und der wiedereingewechselte Claas Mohr (per Kopfball an Maik Paasch gescheitert, 90.+2) das Resultat noch weiter hätten nach oben schrauben können, blieb am Ende nur eine Randnotiz.
Ebenso, wie Shawn Patschans Abschluss aus dem Lauf heraus, der auf der anderen Seite Linderung für das Leid des damit weiter punktlosen Tabellenletzten aus der Krückaustadt verpasste (90.+5).
Nach neun Spielen und 8:58 Toren in der untersten Spielklasse lässt sich – von außen betrachtet – bereits Sinnfrage über den Herren-Spielbetrieb beim Traditionsverein stellen. In Haseldorf, wo die dritte Halbzeit eh die sportlichen Ambitionen in den Schatten stellt, stellt Rang 13 mit zwei Saisonsiegen das Erwartbare da. Am kommenden Freitag kommt die sportlich etwas inkonstante Zweitvertretung des TSV Heist zum Nachbarschaftsduell ins Schloßparkstadion.  

Tore: 0:1 Wilhelm (4. C. Hermann), 0:2 Wilhelm (27. Hasse), 1:2 Ehrenberg (42. Grunau), 2:2 Ehlers (45.+3, Eigentor, Ziljaev), 2:3 Rose (68.), 2:4 Rose (77. Bülow), 2:5 Essig (80. Rose), 2:6 Wichmann (82. Wilhelm)

gelbe Karten: Ehrenberg - keine

Schiedsrichter: Yannic Kritzler (SSV Rantzau)

Zuschauer: 25

Glänzte nicht nur als starker Zweikämpfer: Lars Rose (l.)










Spielbericht Gencler Birligi Elmshorn 1.Ü40 - TSV Gut Heil Heist 1.Ü40

Gencler nutzt die Patzer
Heimstarke Elmshorner setzten sich gegen TSV Heist an die Ü40-Tabellenspitze

Wilde Ferien-Ergebnisse in der Ü40-Bezirksliga 01. Spitzenreiter SuS Waldenau unterlag daheim 0:3 gegen Union Tornesch und auch der Tabellendritte aus Osdorf ließ im 2:4 beim Kellerkind in Appen überraschend Federn. Profiteur dieser schrägen Entwicklungen: Gencler Birligi Elmshorn, das sich unterdessen den dritten Sieg im dritten Heimspiel sicherte.
Gegen den TSV Heist, der seinerseits im Erfolgsfall auf den Thron gesprungen wäre, schafften die Roten sofort Fakten, vollendete Alexander Bota seinen kleinen Alleingang in Spielsekunde 58 mit dem Rechtsschuss ins obere kurze Eck.
So hätte es sich wenig später auch Kollege Ümit Bayraktaroglu gewünscht, doch nach Hereingabe von links hebelte der „19er“ die Kugel aussichtsreich über den Kasten (4.).
Allmählich gewannen nun auch die hoch verteidigenden Heistmer etwas an Sicherheit, um vorne selbst das vermeintliche Ausgleichstor zu erzielen. Ein fälschlicher Abseitspfiff des durchweg unsicheren Schiedsrichters erklärte Raffael Schulzes Treffer jedoch für ungültig (10.). Weniger Diskussionspotential brachte eine ebenfalls wegen Abseits nicht gegebene Gencler-Hütte durch Hayrullah Ucan mit sich (26.).
Das Bedauern darüber war beim Angreifer allerdings rasch verflogen, als er am Ende einer langen Offensivszene zum 2:0 ins leere Tor einnetzte (28.). Zuvor war die Heistmer Abseitsfalle nicht vom Spielleiter honoriert worden, sodass Bayraktaroglu zur (vergebenen) Top-Chance kam. Der TSV bekam im Anschluss aber das Leder nicht raus. Mit Übersicht bediente Besim Ahmeti schließlich Ucan zum 2:0-Halbzeitstand. Ein Tor mit Ansage!
Und Ucan wollte mehr, scheiterte aber aus kürzester Distanz an Schlussmann Tobias Radowitz (31.) und aus 19 Metern an zu viel Linksrotation des Spielgeräts (39.).
Nur durch Zufall an den Ball gekommen, lief es im nächsten Anlauf schließlich wieder besser. Diesmal Schoss Tom Bremer unglücklich Gegenspieler Onur Oeden an, von dem das Runde direkt vor die Füße des einschussbereiten Ucan prallte – die 3:0-Vorentscheidung (41.)!
Die Elmshorner, die auf ihrem wenig luxuriösen Grandplatz der Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) jederzeit das technische und spielerische Momentum ihrer Seite hatten, standen also frühzeitig als Sieger fest, verpassten jedoch etwas leichtfertig einen noch höheren Erfolg. So verbolzte Oeden eine tolle Schusschance aus dem Rückraum reichlich kläglich. „Das muss ich mir das ganze Jahr anhören“, wusste der ja immerhin einmal als Vorlagengeber erfolgreiche Joker sofort um seine unglückliche Figur im Abschluss (43.).
Auch Abseitstor Nummer drei des Tages durch Isa Tatar (69.) änderte nichts mehr am Endstand (69.). – Ebenso wenig wie auf der anderen Seite Hubert Olszanowskis Kopfball, der nach wunderschön gezogener Hoffmann-Flanke auf dem Querbalken zerschellt war (59.).
Zumindest bis zum kommenden Dienstagabend, an dem TuS Osdorf (10 Punkte) den SV Hörnerkirchen empfängt, grüßt Gencler Birligi (13) nun erstmal, passend zum herrlichen Herbstwetter, vom Platz an der Sonne. Die jetzt sechstplatzierten Heistmer (10) können aber bereits im kommenden Heimspiel gegen die Osdorfer wieder voll ins Spitzenfeld vorstoßen.

Tore: 1:0 Bota (1.), 2:0 H. Ucan (28. Ahmeti), 3:0 H. Ucan (41. Oeden)

gelbe Karten: keine – Schreiber

Schiedsrichter: Abdullah Remzi Yavuz (Rasensport Uetersen: dem Schiedsrichterneuling (Ausbildung vor zwei Wochen) wurde mit einem Seniorenspiel kein Gefallen getan)

Zuschauer: 18



Samstag, 18. Oktober 2025

Spielbericht Eimsbütteler TV IV - SSD Nikola Tesla II

ETV-Festspiele fortgesetzt
Von der Dritten inspiriert: Vierte Herren schlagen Tesla II deutlich mit 5:0

Der überschwängliche Jubel der dritten Herren über ihren saftigen 10:2-Kantersieg gegen den SC Egenbüttel III schallte noch aus der Kabine über die beiden Kunstrasenplätze an der Bundesstraße, da setzten die vierten Herren die ETV-Festspiele nahtlos fort.
Im „Duell der Generationen“ im Rahmen der Kreisklasse 07 wies man die zweite Mannschaft des SSD Nikola Tesla deutlich mit 5:0 in die Schranken und setzte sich damit ein sattes Stück von der Gefahrenzone der Staffel ab.
Günstig dafür standen die Zeichen bereits nach nicht einmal zwei Minuten, als Gunnar Markhoff eine Ecke von links mit etwas Glück vom kurzen Pfosten aus hinter die Linie steuerte (2.).
Nach Querpass David Wagners stellte Dan Skjodt Andersen sogar noch innerhalb der Anfangsviertelstunde aus 2:0 (13.), sodass der dritte ETV-Treffer fast schon einer mathematischen Gesetzmäßigkeit gefolgt hatte. Diesmal hieß der Schütze Tom Krase, traf er sicher mit rechts vom (auf dieser Kunstwiese imaginären) Punkt, nachdem Frido Jansen etwas ungeschickt im Sechzehner gegen Wagner zu Werke ging (30.).
Die jung aufgestellte Elf von der Baurstraße, deren aktuelle Zusammensetzung aus der Verschmelzung der einstigen A-Jugenden von Teutonia 05 und dem SC Nienstedten im Sommer 2024 hervorging und im Verein von eher sekundärer Bedeutung ist, bemühte sich in Teilen um spielerische Lösungen, die aber viel zu selten zu sauberem Kombinationsspiel führten. Kyryl Mikheievs 22 Meter-Schuss, der aus einem abgewehrten Freistoß von Lasse Hansen resultierte (drüber, 42.), Hansen Linksschuss an den Außenpfosten (80.) und ein listiger Akpalo-Heber, der das Tor des weit vor postierten Manuel Burmester allerdings überragte (85.), sind dann letztlich auch zu wenig als offensive Leistungsnachweise.
Bedeutend mehr gelang da den Hausherren, die während Tesla noch mit einer Freistoßentscheidung haderte, den fälligen ruhenden Ball just zu Finn Lüneburgs 4:0 nutzten (50.).
In der Folge ebenfalls etwas nachlässig in der Chancenverwertung, klingelte es immerhin zu Beginn der Nachspielzeit noch einmal, als Leon Sodhi einen indirekten Freistoß wegen eines eher weniger kontrollierten Rückpasses zum 5:0-Endstand rechtsoben hinein hämmerte (90.+1).
Im ergiebigen Mittelfeld der Tabelle schafften die Eimsbütteler nun dank zuletzt drei Siegen aus vier Partien den Sprung auf Rang neun. Tesla II steuert dagegen nach dem Zwischenhoch von vier Siegen geradewegs auf die umgekehrte Serie zu. Eine Niederlage am Sonntag gegen die Groß-Flottbeker Spielvereinigung wäre dann die nunmehr vierte am Stück.

Tore: 1:0 Markhoff (2. Sodhi), 2:0 Skjodt Andersen (13. Wagner), 3:0 Krase (30., Strafstoßtor, Jansen an Wagner), 4:0 Lüneburg (50. Sodhi), 5:0 Sodhi (90.+1 Markhoff)

gelbe Karten: keine – Akyol, D. Murina, Prell, Hohnhorst, Ulu

Schiedsrichter: Nils Jostarndt (TuS Berne)

Zuschauer: 30











Spielbericht Eimsbütteler TV III - SC Egenbüttel III

Ein Stück Vereinshistorie
Neuer Mannschaftsrekord: ETV-Dritte verdrischt formschwache Egenbütteler

Noch weit nach Spielende dröhnte das euphorische Trällern von Gassenhauern wie Herbert Grönemeyers „Bochum“ oder Wolfgang Petrys „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih´n“ aus der Kabine der ETV-Drittvertretung, der an diesem sonnigen Oktober-Samstag wahrhaft Historisches gelungen war. Denn seitdem eine dritte Herren von der Bundesstraße am Liga-Betrieb teilnimmt (Sommer 2013), gab es keinen höheren Erfolg als das heutige 10:2 gegen den SC Egenbüttel III.
Die Zerlegung des kräftig ersatzgeschwächten Tabellensiebten hatte früh Gestalt angenommen. Was im ersten Anlauf nämlich noch nicht perfekt klappte (Torwart Kevin Bestmann machte sich erfolgreich breit, 4.), gelang beim zweiten Versuch vorzüglich: Marc-Micha Oehlers mit dem langen Ball hinter die unsortierte Abwehrkette und Zielspieler Anton Freiherr von Cornberg mit dem eleganten Slalom-Lauf zum 1:0 (5.).
Mit richtig viel Gefühl und noch mehr Effet verdoppelte Jugend-Neuzugang Leo Husemann postwendend mit bananenhafter Schussbahn (7.), während Gabriel Lourenco de Aquino für sein 3:0 einen ruhenden Ball (Freistoß von halblinks) bemühte (17.).
In der Folge war es dann ein neuer ETV-Signature-Move, der die völlig überforderten Gästen vor unlösbare Defensiv-Aufgaben stellte: das tiefe über rechts. So initiierte man sowohl den vierten Treffer durch Doppelpacker Husemann (19.), als auch Oehlers´ 6:1 (40.) über Steuerbord. Zwischendurch verwertete Oehlers einen Abstauber zum 5:0 (25.), dem die bemitleidenswerten Rellinger immerhin einen äußerst umstritten zustande gekommenen Ehrentreffer per Strafstoß (Moritz Engel bemühte klar die Brust), versenkt von Spielgestalter Pascal Gertschat-Anderlik, entgegensetzten (36.).
Den Schlusspunkt einer surreal einseitigen ersten Hälfte setzte kurz vor deren Ende der bisher im Abschluss glücklose Jonathan Halx, den Lourenco de Aquino und Freiherr von Cornberg zuvor ohne Gegnerwiderstand in Position spielten (44.).
Auch im zweiten Abschnitt raste die Heim-Elf weiter durch die Einbahnstraße, die Halx gleich zu Beginn aus kürzester Distanz nicht zum achten Hurra führte (46.). Doch weil der nächste Versuch des bulligen Angreifers linksunten hineintrudelte, war das Oktett schließlich doch erreicht (50.).
Ausgerechnet jetzt traute sich der gerupfte SCE etwas mehr zu, während die Eimsbütteler die Sache nun etwas lockerer nahmen. Im Doppelpass mit Janosch Winkler gelang Murat Cinar somit das verkürzende 8:2 (54.), bei dem es nicht unbedingt hätte bleiben müssen. Außenverteidiger Fynn Rohde ans Außennetz (57.) und Gertschat-Anderlik ans Aluminium (64.) verpassten weitere Ergebniskosmetik der stets (zu) braven Bestmann-Elf.
Stattdessen multiplizierte Halx seine Saisontorausbeute von vor dem Spiel um den Faktor zwei, zog er durchaus haltbar von der Strafraumgrenze aus zum 9:2 ab (72.) und wemmste der bekennende Köpenicker das Leder zu Treffer Nummer vier, gleichbedeutend mit dem historischen 10:2-Endstand, in den Winkel (89.).
Neben einem besonderen Platz in der Mannschaftschronik produzierte der Kantersieg auch Wichtiges in der Tabelle der Kreisliga 07: neben einer positiven Tordifferenz erarbeiteten sich die Herren in komplettem Weiß einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegszone. Nur einen Zähler davor rangiert nun der neue Tabellennachbar aus Egenbüttel, dessen Pfeil bei jetzt sechs sieglosen Pflichtspielen am Stück weiter abwärts zeigt.

Tore: 1:0 Freiherr von Cornberg (5. Oehlers), 2:0 Husemann (7.), 3:0 Lourenco de Aquino (17., direkter Freistoß), 4:0 Husemann (19. Freiherr von Cornberg), 5:0 Oehlers (25. Halx), 5:1 Gertschat-Anderlik (36., Strafstoßtor, Handspiel Engel), 6:1 Oehlers (40. Freiherr von Cornberg) 7:1 Halx (44. Freiherr von Cornberg), 8:1 Halx (50. Lourenco de Aquino), 8:2 Cinar (54. Winkler), 9:2 Halx (72. Schätzel), 10:2 Halx (89. Waller)

gelbe Karten: Lourenco de Aquino – keine

Schiedsrichter: Sechkin Sezgin Remzi (TuS Holstein Quickborn)

Zuschauer: 35







Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Sperber Hamburg

Nichts für Seekranke
6:4! NTSV-Dritte gewinnt verrückten Bezirksliga-Thriller

Einen festen Platz in jedem Bezirksliga-Saisonrückblick 2025/2026 dürfte der wahrhaft irre Kick vom 18. Oktober aus der Staffel 04 in Niendorf sicher haben! Ein wendungsreiches zehn-Tore-Spektakel lieferten sich die Dritte des Niendorfer TSV und der SC Sperber, wobei der Held des Tages am Ende doch Grund zum Frustschieben hatte.
Seinen Anfang nahm das Spectaculum nach einer knappen Viertelstunde, in der zunächst niemand das große Risiko gehen wollte: Jacob Schrage wartete per Freistoß für die Hausherren auf, Sperber-Fänger Mahmoud Adyb blockierte nur unzureichend, doch für Tim Oelze kam der zweite Ball etwas zu überraschend, um seinen Kopfball qualifiziert aufs Tor zu kriegen (14.).
Besser ging es da kurz darauf, als Tom Langer von rechts flankte und niemand beim von außen eingerückten Dominik Heins auch nur in der Nähe stand. Das nicht unverdiente 1:0 durch das talentierte Eigengewächs (16.)!
Ohnehin war der 18-Jährige immer wieder die gesuchte Figur auf links, um das 2:0 aber nur als Zuschauer zu verfolgen. Wegen einer Verletzungsbehandlung am Seitenstreifen stehend, beobachtete Heims, wie seine kurz unterzähligen Kollegen geradlinig ins letzte Spielfelddrittel vorstießen, wo Willy Kniesa letztlich in den zentral mitgeeilten Henry Risch bediente (36.).
Zurück in Vollzahl, ließ man im direkten Gegenzug den SCS zu sehr gewähren. Und das hatte Folgen, rutschte ein Krummes Anspiel Daniel Akpis zu Michel Schmidt durch, der wiederum halblinks vor dem Tor klassisch zum Anschlusstreffer vollendete (37.).
Fürs Erste aber nur ein Strohfeuer der Grünen, denen drüben erneut Böses widerfuhr. Wieder spielte Kniesa den entscheidenden Pass von außen, sodass Schrage den Keeper umkurvte und sicher den zum Ende gar schmeichelhaften 3:1-Pausenstand kreierte (42.).
Kurz nach dem wärmenden Kabinenaufenthalt hätte Kniesa bereits für unumstößliche Fakten sorgen können, wäre da nicht die Abseitsfahne von Assistent Benjamin Biet gewesen (47.) und wäre ein weiterer Abschluss in Mitten des Sperber-Abwehrchaos etwas platzierter ausgefallen (50.).
So aber blieben die Raubvögel in der Verlosung um Zählbares, das nach einer knappen Stunde plötzlich in realistische Nähe rückte. Einen tollen Seitenwechsel von Innenverteidiger Lennard Henke in der Angriffszone nutzte der angespielte Alexander Seifert zum kurzen Abspiel an den eingewechselten Santiago Veyl Zamora, dessen feine Verarbeitung den erneuten Anschluss bedeutete (59.).
Wiederum mit Henke als Gestalter in Form eines tiefen Zuspiels für Seifert führte die Route zwei Minuten später tatsächlich zum 3:3, bei dem mit Philipp Hecht abermals ein Joker Knipste (61.). Und damit nicht genug, war Hecht im Fünfer auch bei Seiferts nächster Hereingabe zur Stelle – das Spiel binnen neun Minuten von der Bank gedreht (68.)!
Fassungslosigkeit dagegen bei den Niendorfern, denen 20 völlig verpennte Minuten zum Verhängnis zu werden drohten.
Doch eines war dieser Mannschaft heuer keineswegs abzusprechen: ihre Moral. Vom SCS jeweils per Fehlpass am eigenen Sechzehner gleich doppelt eingeladen, tauschten Risch und Kniesa ihre Rollen vom 2:0, damit Letzterer punktgenau von halbrechts ins lange Ecke einschob (73.).
Die Schmidt-Elf plötzlich wieder obenauf und mit der nötigen Griffigkeit ausgestattet. Und wer vorne einen Kniesa hat, der darf sich schließlich mit voller Ekstase über das 5:4-Führungstor freuen, profitierte der Mann des Tages hier, nach ähnlichem Muster wie vorhin, von Felix Müllers Diagonalball (84.).
In trockenen Tüchern war hier aber noch lange nichts, probierte es Sperber in der heißen Schlussphase mit Steffen Guttenberger aus 22 Metern (vorbei, 90.).
Irritieren ließ sich der NTSV auf den letzten Metern allerdings nicht – auch nicht von einer Karten-Orgie durch Schiedsrichter Daniel Kinsfator (FC Süderelbe) gegen die seiner Meinung nach zu unruhige Bank, die in insgesamt vier persönlichen Strafen, darunter einer Ampelkarte für den bereits ausgewechselten Kniesa, endete (90.+4). Im Gegenteil, setzte Müller auf Langer-Zuspiel den coolen 6:4-Endpunkt einer durchgeknallten Achterbahnfahrt der Gefühle auf beiden Seiten (90.+5). Vergessen war da die Tatsache, dass Langer kurz zuvor im Konter den leeren Quader verfehlte (90.+2).
Dank der turbulent zustande gekommenen drei Zähler schippert der NTSV, der sich später beim maritimen Teamevent auf der Elbe gebührend feierte, nun erstmal wieder in leicht ruhigeren Tabellengewässern. Der Vorsprung auf die Abstiegszone konnte vom neu-Elften auf nun zwei Zähler ausgebaut werden, während die Sperberaner ohne Auswärtspunkt in fünf Anläufen wieder unter den Strich rutschten. Misslich, dass es am kommenden Wochenende in Lokstedt wieder in fremdes Habitat geht…

Niendorfer TSV III: Schultz – L. Sitzlach, Möller (46. Mi. Bettzüche), Schlewing, Günther (81. van den Bosch) – Kniesa (87. Treder), Oelze, Risch, Heims – Langer, Schrage (62. Müller), Trainer: Jan-Hendrik Schmidt

SC Sperber Hamburg: Adyb – Seifert, Uysal, Henke, Rösl – Guttenberger, Kohlsaat (46. Veyl Zamora) – Kilinc, Akpi, Palacios Escobar – M. Schmidt (56. Hecht), Trainer: Kristof Loffhagen


Tore: 1:0 Heims (16. Langer), 2:0 Risch (36. Kniesa), 2:1 Schmidt (37. Akpi), 3:1 Schrage (42. Kniesa), 3:2 Veyl Zamora (59. Seifert), 3:3 Hecht (61. Seifert), 3:4 Hecht (68. Seifert), 4:4 Kniesa (73. Risch), 5:4 Kniesa (84. Müller), 6:4 Müller (90.+5 Langer)

gelb-rote Karte: Kniesa (NTSV, als ausgewechselter Spieler, 90.+4)

Schiedsrichter: Daniel Kinsfator (FC Süderelbe)

Zuschauer: 48










Freitag, 17. Oktober 2025

Spielbericht SSV Rantzau III - SV Lieth III

Der Primus strauchelt, thront aber weiter
Rantzauer Siegesserie reißt überraschend gegen SV Lieth III

Mit zuletzt vier Siegen in Folge bei imposanten 25:3 Toren setzte sich die Drittvertretung des SSV Rantzau letzte Woche an die Tabellenspitze – um nun unerwartet Federn zu lassen. Am Freitagabend war es mit der Dritten der SV Lieth ein Kontrahent, dem man dies gar nicht so sehr zugetraut hatte, welcher der Tabellenspitze ordentlichen Kuschel-Faktor verlieh. Abgezeichnet hatte sich dieses Szenario ziemlich schnell. In einer temporeichen Anfangsphase kamen die Gäste deutlich besser in die Gänge, was ihnen ein berechtigter Strafstoßpfiff durch Schiedsrichter Luca Dallmann (Rasensport Uetersen) zusätzlich erleichterte. Pham Nguyen hatte seine Hände gegen Mert Karakaya seine Hände nicht bei sich lassen können, sodass Niklas Brandt per Strafstoß die kurz darauf selbst verdoppelte Führung besorgte (14.). Diesmal wuchtete der „15er“ einen Eckstoß von rechts dynamisch mit der Rübe zum 0:2 ins Netz (16.).
Noch schlimmer für den Primus wäre hätte es wiederum nur Augenblicke danach kommen können, wäre Karakaya beim Abschluss im Fünfer etwas wählerischer bei der Auswahl der Schussrichtung gewesen. So rettete Tormann Tilman Lorenz in Form von purer Anwesenheit (19.).
Erst danach lösten sich die Barmstedter allmählich aus dem Schleudergang, um endlich selbst Akzente zu setzen. Einen davon setzte Jason Bastian aus vollem Lauf an die Querlatte (21.), einen weiteren vereitelte SVL-Schlussmann Benjamin Baumgarten gegen Hannes Reimer (36.).
Die Halbzeitpause schien den Beteiligten dann allerdings nicht besonders gut getan zu haben. Kaum Zusammenhängendes war auf beiden Seiten gelungen, wobei die Platzherren zunehmend in die Vorhand gerieten. Auf Zuspiel Reimer bekam Gregor Büchner dennoch die große Chance zum Anschlusstreffer, den Sven Petrich mit viel Einsatz gerade noch wegblockte (65.).
Nicht so Kollege Jannik Ahlberg, der beim nächsten Strafraumbesuch des SSV Jassin Brahim zu Fall brachte und damit Reimers 1:2 vom Punkt unfreiwillig vorbereitete (69.).
Klar, dass Reimer und Co jetzt klar das Kommando übernahmen – jedoch ohne echte Torgefahr. Auf der letzten Rille verteidigten die Liether trotz der geringeren Qualitätstiefe im Kader effektiv gegen einen Spitzenreiter, der nur noch bei einer Kotzapanagiotou-Chance am kurzen Pfosten halbwegs zum Abschluss kam (86.).
Linderung erfuhr der überraschende Rückschlag im Aufstiegskampf allerdings am folgenden Sonntag: Durch Niederlagen der Konkurrenten aus Hörnerkirchen und Heidgraben behauptete man trotz der gebrochenen Siegesserie vorerst den Platz an der Sonne. Kommendes Wochenende geht´s zum Spitzenspiel bei der nur drei Punkte dahinter auf Rang fünf stehenden Höki-Reserve.

Tore: 0:1 Brandt (14., Strafstoßtor, Nguyen an Karakaya), 0:2 Brandt (16.), 1:2 Reimer (69., Strafstoßtor, Ahlberg an Brahim)

gelbe Karten: keine – Karakaya

Schiedsrichter: Luca Dallmann (Rasensport Uetersen)

Zuschauer: 40



Sonntag, 12. Oktober 2025

Spielbericht SV Lieth II - Tangstedter SV

Ungenutzte Momenta
Starker Beginn und doppelte Überzahl: SV Lieth II siegt trotzdem nicht

Kein Schritt, sondern nur ein Schrittchen im Keller der Kreisliga 1. Der Reserve der SV Lieth blieb nach dem 1:1 am Sonntagnachmittag gegen den Tangstedter SV nur das Gefühl von zwei verlorenen Punkten. Schließlich war es nicht nur eine schon im ersten Abschnitt verspielte Führung, sondern auch - und vor allem – eine lange Überzahl, die den Roten deutlich versprach als den einen Zähler, der sie weiter unterm Strich auf der Stelle treten lässt.
Begonnen hatte der Kick am Fuße des Butterbergs freilich verheißungsvoll, war Stürmer Lukas Brant bereits nach 20 gespielten Sekunden nach Zuspiel Tom Busses auf und davon, halbrechts vor dem Tor die Blitz-Führung zu erbeuten, doch TSV-Goalie Sandro Marrone ließ sich nicht ins falsche schicken und wehrte gekonnt ab (1.).
Nur Sekunden später der nächste vielversprechende Angriff für Brant, den diesmal der verzögerte Foulpfiff des Schiedsrichters für Brant und Co stoppte – warum eigentlich, bei einer idealen Vorteilssituation (2.)?!
In Minute 13 schließlich der Lohn für den hellwachen Beginn. Von Torwart Leon Diedrigkeits kluger Spieleröffnung ins Zentrum eingeleitet, kombinierte man sich wirklich ansehnlich ins vordere Drittel, wo Niklas Viera Gerkens Durchsetzungsvermögen zur Vorarbeit und Brant schließlich den passenden Abschluss zum 1:0 bewiesen. Ein bisschen Glück war auch noch mit dabei, dass Marrone seine Finger nur noch in sanfter Weise an die Kugel bekam.
Das Fundament für den wichtigen Dreier war gelegt, doch anstatt das Momentum des Führungstors weiter mitzunehmen, schalteten die Hausherren mehr und mehr auf Verwaltung um. Eine gefährliche Idee, denn während man bei einer (blitzsauberen) Rettungsgrätsche von Kilian Weers Glück im Unglück hatte, dass der Schiedsrichter die Aktion in Strafraumnähe nicht als Notbremse einstufte (nur „Gelb“, 16.), setzte es im Sportlichen einen fiesen Fausthieb, den Maximilian Peldszus als Verwerter einer Yörük-Hereingabe aus der Nahdistanz versetzte (35.) – 1:1!
Echten Rückenwind generierte jedoch auch das Mittelfeldteam vom Hasloher Weg nicht aus dem eigenen Treffer. Ein zähes Ringen um Spielkontrolle entwickelte sich auf dem Kunstgrün, das Oguzhan Yeni nach einer guten Stunde vorzeitig verlassen musste. Früh wegen Foulspiels verwarnt (5.), schickte ihn Michael Hartmann (SV Hörnerkirchen) für den Ausspruch „Halt´ deine Fresse!“ gegenüber eines Heim-Zuschauers mit Gelb-rot vom Feld (61.). Ein Platzverweis mit Ansage, kündigte er kurz zuvor noch an, sich noch eine zweite „Gelbe“ abzuholen – er sei schließlich nächste Woche eh im Urlaub…
Seiner Mannschaft schadete der 19-Jährige tatsächlich nur bedingt. Zwar gaben die Liether ihre passive Haltung zu Gunsten einiger Strafszenen endlich auf, doch gleich zweimal scheiterte der jeweils vom Gegner eingeladene Brant mehr an sich selbst, als am Torhüter (73. & 75.), ehe sein Versuch aus schwierigem Winkel mit dem seitenfremden Fuß haarscharf das späte Siegtor verfehlte (89.).
Dieses hatte sich auf der anderen Seite plötzlich auch dem Tangstedter Ibrahima Bah dank einer schlechten Klärung zuvor geboten. Etwas überhastet jagte der Joker den zentralen Rechtsschuss aber über das Ziel (90.).
Am Gleichstand an Toren sollte sich auch in der ausgiebigen Nachspielzeit (über sechs Minuten) nichts mehr – allerdings am Personellen, hatte auch der schon vorher verhaltensauffällige Gentijan Gashi seine Nerven nicht im Griff und holte sich in den Nachwehen eines Zweikampfes gar den roten Karton ab (90.+3.). Die doppelte Unterzahl des Aufsteigers von 2023 blieb am Ende folgenlos: 1:1 in Klein Nordende!  

SV Lieth II: L. Diedrigkeit – Weers, F. Rudek, Hajdari, Dickenhausen (46. Kähler) – Busse, Homburg – Zeybekoglu, Viera Gerkens (46. Ballner), Cords – Brant, Trainer: Thorben Pingel

Tore: 1:0 Brant (13. Viera Gerkens), 1:1 Peldszus (34. Yörük)

gelb-rote Karte: Yeni (Tangstedter SV, 61., Foulspiel + Unsportlichkeit)

rote Karte: Gashi (Tangstedter SV, 90.+3, Tätlichkeit)

Schiedsrichter: Michael Hartmann (SV Hörnerkirchen, Note 5)

Zuschauer: 80