Samstag, 30. August 2025

Spielbericht SG An der Lache Erfurt - SpVgg Eintracht Erfurt 94

Derby der vergebenen Chancen
Vorentscheidung verballert: Eintracht Erfurt gewinnt rassiges Duell dennoch

Abwechslungsreich und kampfbetont präsentierte sich die Kreisoberliga Erfurt-Sömmerda am Samstagnachmittag in ihrer vierten Runde, die für die SpVgg Eintracht Erfurt bereits richtungsweisenden Charakter mitbrachte. Der Saisonstart war ja, abgesehen vom standesgemäßen Kantersieg gegen Einheit Schwerstedt (7:0), durchaus etwas holprig verlaufen.
Und auch im Stadtduell bei der SG An der Lache, wo der morbide Charme auf jedem Quadratzentimeter des Sportplatzes Am Zoopark für gelebte Fußballromantik sorgt, hatte man nach ausgeglichener Anfangsphase erstmal sein Päckchen zu tragen. Im Konter, den vor allem Mahmood Adbdullahs starke Rückwärtsbewegung initiierte, strauchelte erst Domenik Riedel in der eigenen Defensive gegen den marschierenden Paul Schröter, ehe Schiedsrichter Stefan Friedrich Florian Filters Strafraumeinsatz gegen den Heim-Angreifer wiederum als strafbar einstufte. Verärgerung bei den Roten, denn sie ahnten wohl bereits, dass Kapitän Eric Werner den Keeper locker zum 1:0 verladen würde (25.).
Einen Strafstoßpfiff hätte auf der anderen Seite auch Eintrachts Justin Lindenbeck im Duell mit Markus Hohmann gerne erhalten, doch Schiedsrichter Stefan Friedrich entschied zum leidenschaftlichen Ärger des Außenspielers auf Stürmerfoul (26.). Verwarnung wegen Meckerns inklusive. Glück hatte der 19-Jährige dagegen, dass er für eine plumpe Spielverzögerung nicht vorzeitig in die kühlende Kabine geschickt wurde (33.)...
Somit weiter in Gleichzahl, bot sich Spielführer Daniel Hamann die (ungenutzte) Kopfballchance bei einer Ecke von links (38.).
Tore sollten heuer aber (erstmal) nur vom Punkt fallen, führte Lindenbecks nächster Strafraumsturz gegen Hohmanns hinausgestelltes Bein zum 1:1, das Jakob Mosler cool gegen die Torwartrichtung mit rechts erzielte (45.+1).
Chancen, sich den verlorenen Vorsprung zurückzuholen, ergaben sich für die Geranienwegler genügende. So setzte Valmir Mehmeti einen 25 Meter-Kracher ans Quergebälk (48.), wohingegen Schröter die Kugel auf gegnerische Einladung ebenso unglücklich vorbei schob (67.), wie auch eine Doppelchance aus Minute 83 mit dem drüber sausenden Spielgerät endete.
Zu allem Überfluss rannten die Weiß-schwarz-grünen zu diesem Zeitpunkt bereits eine Weile lang dem 1:2, das ausgerechnet einem eigenen Offensivfreistoß entsprang. Eintracht-Goalie Chris Heinicke hatte den Standard sicher abgefangen und prompt nach vorne gedroschen. Zielspieler Mosler dankte es, indem er mit etwas abfälschender Hilfe das Trudel-Tor zum Doppelpack erzielte (52.).
Zur Wahrheit des Spiels gehört aber auch, dass sich Eintracht ebenfalls (unbelohnt) um den Unterhaltungswert der intensiv geführten Kontrahage verdient machte. Marvin Karkules durchgerutschtes Freistoßtor zählte wegen eines Stürmerfouls nicht (66.). Julien Hoehn klärte einen Mosler-Lupfer knapp vor dem Kreidestreifen (89.) und weil SG-Fänger Martin John sowohl per Fußabwehr gegen Joker Jafari (90.+1) und im Eins-gegen-Eins mit Filter (90.+3) die Vorentscheidung vereitelte, lag die knisternde Spannung bis zum Ablauf der ausgiebigen Nachspielzeit in der Luft. Denn tatsächlich servierte Domenik Rein dem Kollegen Schaper in Überminute sechs die ideale Schussposition, doch der 26-Jährige verpasste die Hereingabe und damit den zweiten Punktgewinn der noch jungen Serie.
Die Spielvereinigung Eintracht hält dank des Derbysiegs dagegen den Kontakt zur Tabellenspitze,

SG An der Lache Erfurt: M. John – Abdullah (56. Meyer), Hohmann (64. L. John), König (85. Zink), Hoehn – Werner, Koppe (68. Grünewald) – Schwarz (59. Rein), Mehmeti, Schaper – Schröter, Trainer: Carsten Helzig

SpVgg Eintracht Erfurt 94: Heinecke – Yaman, Filter, Riedel, Karkule (78. Jafari) – Köhn, Hamann (66. Schramm) – Wöller, Hinsche, Lindenbeck (66. Hossaini) – Mosler, Trainer: Rocky Schack

Tore: 1:0 Werner (25., Strafstoßtor, Filter an Schröter), 1:1 Mosler (45.+1, Strafstoßtor, Hohmann an Lindenbeck), 1:2 Mosler (52. Heinecke)

gelbe Karten: Schaper, Abdullah, M. John, Hohmann, Meyer, Mehmeti, Schröter –  Lindenbeck, Riedel, Karkule, Köhn, Schack (Trainer)

Schiedsrichter: Stefan Friedrich (FC Union Erfurt)

Zuschauer: 90

























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