(S)euche
(C)haos (U)nvermögen 03
Union
wird zum echten Sorgenkind – Roland trifft wieder neunfach
„Ich bin wirklich sprachlos! Ich weiß nicht, was ich dazu noch sagen soll“,
wusste Union-Trainer Mehmet Sorkun nach der Partie gegen den FC Roland Wedel
nicht, wie er das soeben Geschehene kommentieren sollte. Wieder einmal erlebte
die Elf des SC Union 03 einen kräftigen Tiefschlag in der Kreisliga 7, der mit
drei verletzten Spielern und einer heftigen 1:9-Klatsche gegen den FC Roland
Wedel endete.
Union, von der ersten Minute an in die Defensive gedrängt, geriet nach bereits
58 gespielten Sekunden (!) in Rückstand. Eine tolle Kombination, endend mit
einem genauen Zuspiel von John-Olaf Stute und einem treffsicheren Abschluss von
Angreifer Josep Dilber, brachte das Team von Trainer Dirk Kahl früh in Front.
Der SC aber versuchte sich zu wehren und kam durch eine spektakuläre
Flugeinlage von Mehmet Bayazit nach Flanke Christian Holz zur ersten
Torgelegenheit (5.).
Erfolgreicher stellte sich das Gäste-Team an. Ein fabelhafter Pass von Marco Meins
in die Mitte zu Daniel Lopez ließ dem Angreifer gar keine andere Wahl, als die
Kugel zum 0:2 in das Union-Gehäuse zu bugsieren.
0:2 nach nur zwölf Minuten und dazu ein früher Zwangswechsel aufgrund einer
Verletzung bei Antonio Venturini, der die Partie bereits mit einer gebrochenen
Hand und Problemen der unteren Extremitäten begann, warfen die Gastgeber
zusätzlich zurück.
Doch das Team in den schwarzen Trikots gab sich noch nicht auf und kam durch
Stürmer Moncef Ghazouani um Haaresbreite zum Anschlusstreffer, doch dieser
brachte es fertig, den Ball nach wunderbarer Vorarbeit von Lavdrim Kama aus
drei Metern ans Aluminium zu donnern (18.).
Die Wedeler, die in den Minuten 21 und 22 noch beste Gelegenheiten durch Meins
und Steinbach ausließen, sollten sich dann aber nach 24 Minuten belohnen.
Wieder ein herrlicher Steilpass, diesmal von Daniel Lopez in den Lauf von Gino Steinbach,
der aus 14 Metern unbedrängt für das 0:3 sorgte.
Der absolute Knackpunkt im Spiel, wie Union-Coach Sorkun später berichtete: „
Nach dem 0:3 war das Spiel gegessen. Wir haben dem Gegner zu viele Räume
gelassen, wodurch er gut kombinieren konnte.“.
Zu allem Überfluss musste Sorkun nur zwei Minuten nach dem dritten Gegentreffer
seine zweite Auswechslung vornehmen, da es für Bayazit kein Weitermachen mehr
gab.
Nach einer halben Stunde verletzte sich dann auch noch Schlussmann Martino Venturini
bei einem Rettungsversuch gegen FCR-Angreifer Dilber. Venturini biss zwar
zunächst auf die Zähne, doch nach einem famosen Hechtsprung, mit dem er das
Spielgerät nach einem Scherer-Freistoß über die Latte lenkte und einem
kräftigen Aufprall, musste sich der stark angeschlagene Torhüter zur Pause doch
austauschen lassen. Für ihn rückte Feldspieler Mefa Demir ins Tor – nicht das
erste Mal in dieser Spielzeit, dass dieser als Torhüter aushelfen musste.
Mit dem 0:3-Rückstand und den vielen Negativerlebnissen im Gepäck, eröffneten
die Gastgeber durch einen kräftigen Freistoß von Erdem Iscan, der knapp am Tor
vorbei rauschte, die zweite Halbzeit.
In der 56. Minute nahm Unions handfeste Krise jedoch weiter ihren Lauf. Roland
mit einem schnell ausgeführten Freistoß in der eigenen Hälfte und ein gut
getimter Pass von Dilber für Meins, der sich ohne gegnerischen Widerstand auch
in die Torschützenliste eintrug.
Wiederum keine zehn Minuten später ging das Scheibenschießen weiter: Wieder war
es ein schön herausgespieltes Tor mit den Schlussakteuren Meins (Vorlagengeber)
und Steinbach (Torschütze). Ganz großes Roland-Kino an der Waidmannstraße und
die (überforderten) Spieler des SC Union 03 hatten ihre Plätze auch noch in der
ersten Reihe!
72. Minute: Steinbach an der Strafraumgrenze nicht bedrängt, legte quer zu
Lopez, der die Kugel mit einem schönen Rechtsschuss in die obere Ecke zirkelte.
Spielstand mittlerweile: 0:6.
Union, kurz um Schadensbegrenzung bemüht (Kama scheiterte nach Thießen-Vorlage
an Torhüter Marcel Börnecke), rannte kurz darauf erneut in einen Konter, der
von Ersatzkeeper Demir regelwidrig per Notbremse unterbunden wurde.
Schiedsrichter Sebastian Kirsch (SC Pinneberg) beließ es allerdings beim gelben
Karton. Steinbachs anschließender Freistoß testete das Aluminium dann auf seine
Standhaftigkeit.
Die Wedeler, die mittlerweile etwas Tempo aus dem Spiel nahmen, sollten sich in
den letzten acht Minuten noch einmal richtig austoben. Eine butterweiche Flanke
vom aufgerückten Andre Möller in die Mitte zu Meins, der das Bällchen mit einer
Berührung, vorbei an Demir, ins Tor kickte. Erhöhten auf 0:7 (82.).
0:8 hieß es dann nach einem Strafstoß von Defensivmann Andrej Scherer,
versursacht durch eine Volleyballeinlage von Dennis Weber im eigenen Strafraum
(86.).
120 Sekunden vor Ultimo zeigte sich noch einmal die komplette Hilflosigkeit der
Gastgeber, als die Gäste plötzlich mit vier Angreifern auf Torhüter Demir und
Verteidiger Weber zukamen. Roland nutzte die Überzahl und schoss sich dadurch
Steinbachs 0:9 heraus.
Für den Höhepunkt des Tages sorgte aber mit Christian Holz ausgerechnet ein
Akteur in Schwarz, indem er wenige Augenblicke vor dem Ende einen Eckball direkt im Tor von
Börnecke, der sich böse verschätzte, versenkte (89.). Ein Fehler mit Folgen,
denn das anschließende Siegerbier ging laut Kabinenfunk auf die Rechnung des
Torwarts…
Schlussendlich gewann die Elf von Trainer Dirk Kahl mit 9:1, was der
Übungsleiter zum Anlass nahm, sein Team für einen „nie gefährdeten Sieg“ zu
loben: „Wir haben heute guten Fußball, auch wenn wir heute sehr viel Platz
hatten. Doch man muss erstmal neun Tore schießen“, präsentierte sich der Coach
bei bester Stimmung. Auch zum Gegner fand er noch eine aufmunternde Prognose: „Ich
denke, Union wird trotzdem nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen. Dafür ist
das Potential viel zu groß. Was ihnen fehlt, ist die Abstimmung n den
Mannschaftsteilen“, analysierte Kahl den klar geschlagenen SCU.
Bleibt zu hoffen, dass Union für die kommenden Aufgaben noch genügend Spieler
zur Verfügung haben wird. Denn das Lazarett ist derzeit überfüllt. Antonio
Venturini und Mehmet Sorkun sind als Trainergespann weiter bemüht, neue Leute
zu finden: „Wir sind dabei, neue Spieler zu holen. Das muss einfach sein!“,
zeigte sich Venturini besorgt.
Beim FC Roland Wedel sieht es derzeit ganz anders aus. Allein in den letzten
beiden Spielen erzielte das Team um Kapitän Marco Meins 18(!) Tore. Eine wahnsinnige
Statistik!
Der Trainer zeigt sich allerdings gedämpft: „Wir wollen unser Vorjahresergebnis
(Rang vier) bestätigen. Vorne werden Glashütte und Rissen alles untereinander
ausmachen. Dahinter ist aber alles möglich.“.
SC Union 03: M. Venturini
(46. Bektas) – M. Demir, Voegt, Thießen, Weber – A. Venturini (15. E. Holz) –
Iscan, Bayazit (26. Lehmann), C. Holz – Kama, Ghazouani, Spielertrainergespann:
Mehmet Sorkun & Antonio Venturini
FC Roland Wedel: Börnecke – Möller,
Scherer, Mohr, Macias Mora – Hlede, Stute (62. Claußen), Lopez (80. Durkut),
Meins – Dilber (68. Grützmacher), Steinbach, Trainer: Dirk Kahl
Tore: 0:1 Dilber (1.
Stute), 0:2 Lopez (12. Meins), 0:3 Steinbach (24. Lopez), 0:4 Meins (56.
Dilber), 0.5 Steinbach (65. Meins), 0:6 Lopez (72. Steinbach), 0:7 Meins (82.
Möller), 0:8 Scherer (86., Strafstoßtor, Handspiel Weber), 0:9 Steinbach (88.
Meins), 1:9 C. Holz (89., direkter Eckstoß)
Schiedsrichter: Sebastian Kirsch (SC
Pinneberg, Note 2)
Zuschauer: 15
besonderes Vorkommnis: Weil Union
bei der Verletzung von Torhüter Martino Venturini keinen Ersatztorhüter auf der
Bank hatte, hütete Feldspieler Mefa Demir ab der 46. Minute das Tor, während
Venturini durch den Feldspieler Ozan Bektas ersetzt wurde.
Samstag, 23. Oktober 2010
Spielbericht SC Union 03 - FC Roland Wedel
Spielbericht SC Nienstedten 1.D - FC St. Pauli 2.D
Erfolgreicher
Frühsport
5:0-Erfolg
trotz Spätstarts für St. Paulis 2.D
Die D2 des FC St. Pauli hat sich beim Gastspiel gegen das Schlusslicht der
D-Bezirksliga 01 Herbst keine Blöße gegeben und das, obwohl das Team zur
unglücklichen Anstoßzeit von neun Uhr morgens zunächst stark verschlafen
wirkte.
Besonders traf dies in der fünften Minute auf Torhüter Leon Schmidt zu, der
eine Flanke von der linken Seite falsch berechnete und somit Lennard Henke zu
einer Rettungsaktion, kurz vor der Linie, in letzter Sekunde zwang. Eine Szene,
die den Gemütszustand der Gäste-Elf bestens darstelle.
Doch mitten in das spielerische Brachland spielte Dario Kovacic einen Traumpass
in den Lauf vom im richtigen Moment in der Mitte gestarteten Robin kehr, der
den herauseilenden Torhüter cool umkurvte und sicher zum 0:1 ins leere Tor
einschob (7.).
Trotz der erzielten Führung blieb das Team in braun spielerisch aber weiter
farblos. Erst das beim 0:1 erfolgreiche Duo Kovacic/Kehr konnte nach knapp
einer Viertelstunde wieder für Torgefahr sorgen, als erneut Kovacic herrlich zu
Kehr spielte, dessen zu hoch angesetzter Versuch aus zehn Metern jedoch über
das Tor flog.
Vier Minuten vor der Pause brannte es nach einem kapitalen Aussetzer auf der
rechten Abwehrseite des FC, als der ballführende Nienstedtener allein auf
Schmidt zulief, jedoch am in dieser Szene einzig hellwachen St. Paulianer
scheiterte.
Es war eine Situation, die für die Oertel/Olde-Elf eine Wirkung von fünf Litern
Kaffee, drei kalten Duscheinheiten und sieben Nebelhörnern hatte; endlich
begann sie, ihr Potential auszuspielen! Der wenige Sekunden zuvor
eingewechselte Nikola Kosanic präsentierte zunächst einen energischen
Flankenlauf bis zur Grundlinie auf der rechten Seite, behielt dann den
Überblick, um Kovacic in der Mitte zu sehen und dieser schaffte es nicht
wirklich ansehnlich, aber erfolgreich, die Kugel aus zehn Metern zum 0:2
einzunetzen (28.).
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte spielte sich fast dasselbe noch einmal
ab. Die einzigen Unterschiede: Flankenläufer war diesmal Ivan Stanjevic und die
Torentfernung bei Kovacic´ Abschluss betrug nur einen einzigen Meter (30.+1).
Sei es drum – Spielstand zum Pausenpfiff: 0:3.
Mit dem Elan der beiden letzten Tore stürmten die Gäste zu Beginn des zweiten
Abschnitts sofort wieder Richtung SCN-Tor, erreichten in Person von Kapitän
Martin Schauer erstmals den gegnerischen Gefahrenbereich. Sein Schuss aus 20
Metern endete aber lediglich in den Armen des Torhüters (33.), der wenig später
auch einen Drehschuss von Kosanic entschärfte.
Drei Minuten lief Kosanic nach exakter Vorarbeit Schauers allein aufs Tor zu,
hatte das 0.4 auf dem Fu0, doch der Ball kullerte an der falschen Seite des
Pfostens vorbei.
Zwei vergebene Chancen, die ihn allerdings keineswegs entmutigten, ganz im
Gegenteil! Ein unwiderstehliches Solo über den halben Platz, mitsamt Umkurven
des Torhüters, gestattete ihm nun doch den ersten eigenen Torerfolg der Partie
nach 47 Minuten.
Zwei Torschützen mit der Namensendung „-ic“ trafen also gemeinsam dreimal (eine
Umtaufung Robin Kehrs in Keric wäre
hier angebracht) – da wollte sich auch Stanjevic nicht lumpen lassen,
spekulierte nach einem Abwehrfehler der Gastgeber richtig und kam aus zehn
Metern zum Schuss, scheiterte aber am starken Torhüter (57.).
Besser machte es Kosanic nach famosem Zuspiel von Schauer, genau in die
Schnittstelle der Abwehr und mit einem sicheren Rechtsschuss ins Tor zum 0:5
(60.).
Der St. Pauli-IC steuerte damit sogar mit voller Geschwindigkeit in Richtung
Kantersieg, wo er mit dem Abpfiff ankam.
Ein insgesamt verdienter Sieg für die Mannschaft vom Brummerskamp, die zwar
lange mit schönem Fußball wartete, aber dafür ab der 27. Minute besonders stark
auftrumpfte.
FC St. Pauli 2.D: Schmidt
– Henke (40. Evlicoglu), Bendowski, Zähringer, Erdal (40. Aslani) – Lüth (50.
zu Klampen), Schauer, kehr (40.
Bebensee), Stanjevic – Kovacic, zu
Klampen (27. Kosanic),
Trainergespann: Tobias Oertel & Oliver Olde
Tore: 0:1 Kehr (7. Kovacic), 0.2
Kovacic (28. Kosanic), 0:3 Kovacic (30.+1, Stanjevic), 0:4 Kosanic (47.), 0:5
Kosanic (60. Schauer)
Schiedsrichter: Sören Jäger
Zuschauer: 35
Freitag, 22. Oktober 2010
Spielbericht Eintracht Norderstedt II - VfL 93 Hamburg II
Kaltgestellt!
Hirschleins
Tor-Show und Oberliga-Leihgaben machen den Unterschied
„Es ist schwierig, etwas zu sagen, wenn man so hoch verliert“, rang VfL-Trainer
Marco Ritter nach der 0:8-Pleite seiner Mannschaft nach Worten. „Wir wurden
hier heute von Anfang an dominiert.“.
Der Aufsteiger aus Winterhude zeigte sich in dieser Partie zu ungewohnt spätem
Kick-Off (O-Ton Simon Dierks: „Wie kann man nur freitags um 20 Uhr spielen?“)
nicht konkurrenzfähig zu einem Team aus Norderstedt, das mit Oberligagrößen wie
Benjamin Lipke und Jannik Dreyer gespickt war.
Dazu kam noch die nunmehr 40-jährige Stürmerlegende Oliver Hirschlein, dem es noch
immer nicht an Torgefährlichkeit mangelt.
20 Minuten dauerte es, bis die Eintrachtler, die Ball und Gegner von Beginn an
kontrollierten, durch einen 25-Meter-Schuss Patrick Westermanns zu ihrer ersten
Torchance kamen.
Wenige Sekunden später war es Hirschlein, der nach guter von Tomislav Zivkovic
aussichtsreich vergab.
Dann aber war es so weit: Eine wunderbare Kombination zwischen
Oberliga-Leihgabe Lipke und Daniel Jostes brachte Hirschlein perfekt in Szene,
sodass dieser zentral aus 13 Metern den Torreigen eröffnete (28.).
Auf der anderen Seite bemühte sich Dierks um die passende Antwort, die in Form
seines Schusses aus 25 Metern (knapp vorbei) gar nicht mal so ungefährlich
daher kam.
Ein starker Flankenlauf Dreyers über links und ein präziser Ball in die Mitte
sorgten wieder für einen Hirschlein in bester Position, aus der der Ex-Profi
mit ein paar Körpertäuschungen gegen die VfLer flugs Kapital schlug (38.).
Wiederum Dierks hatte daraufhin den Anschlusstreffer auf dem Fuß, als er nach
Zuspiel von Erkan Yildiz frei vor Lennart Nolle, der den Winkel geschickt
verkürzte, scheiterte.
Nolle, der in der Folge aus Beschäftigungslosigkeit lediglich Schönheitspreise
für seine modische graue Mütze sammeln konnte, bestaunte fortan reinsten
Einbahnstraßenfußball seiner Vorderleute.
Lipke, von niemandem bei seinem 40 Meter langem Solo gestört, mit dem etwas zu
weiten Pass, doch Jostes kratzte den Ball noch vor der Grundlinie zu Rafael
Monteiro, der seinen Schuss von der Strafraumgrenze aus sicher im Tor von Timo
Simson unterbrachte (43.).
Zwischenstand, als der Schiedsrichter mit 30 Sekunden Frühzündung in die warmen
Kabinen bat: 3:0.
Zurück auf dem kalten Feld, zeigten die Garstedter sofort wieder, wer hier die
Bezirksliga fest im Blick hat. Hirschleins 16-Meter-Schuss markierte das 4:0
(53.), dem wenige Augenblicke danach gleich das 5:0, erneut durch Hirschlein
erzielt, folgte.
Gute zehn Minuten später, in denen die Hausherren mehrere Chancen liegen
ließen, füllten sie das halbe Dutzend dann doch. Lipke war es, der sich
erfolgreich vom „vierfachen“ Hirschlein bedienen ließ (65.).
Und die VfL-Reserve? Die meldete sich zwischendurch auch mal wieder zu Wort,
indem Reik Freimuth sein (nicht gefundenes) Glück aus der Distanz versuchte
(73.). Immerhin war das Bällchen zuvor über Thomas Lazer und Erkan Yildiz
einmal ansehnlich durch die Reihen der Schwarz-grünen gelaufen.
Für die Schlussviertelstunde zogen die Norderstedter, denen Defensiv-Akteur Jan
Zimmermann als sichtlich stolzer Kapitänsbindenträger vorstand, die Zügel
wieder an. Erst setzte Monteiro sein ansatzloses Pfund aus 30 Metern unter die
Latte (75.), dann staubte Zimmermann sehr zur Freude seines als Zuschauer
anwesenden Vaters zum 8:0-Endstand ab (Freistoß Monteiro, 82.).
In der Kälte des Abends hatte Schiedsrichter Rüdiger Gertig (SSV Rantzau)
schließlich ein Einsehen mit den Anwesenden und pfiff die längst entschiedene
Partie bereits in Spielminute 88 ab. „Allein, dass der Schiedsrichter 10
Minuten zu früh abgepfiffen hat, zeigt, dass er keine Eier in der Hose hat!
Dazu hätte er einen klaren Elfmeter für uns geben müssen. Das hätte zwar an der
Niederlage nichts geändert, aber er hat es sich sehr einfach gemacht“, polterte
Simon Dierks im Anschluss an die verkürzte Begegnung.
Auf Seiten der Eintracht erfreute sich betreuer Frank Holdmann am flüssigen
Vortrag seiner Mannen: „Wir haben heute sehr gut gespielt und unser Spiel sehr
gut aufgezogen. Unsere Leihgaben aus der Oberliga und der A-Jugend-Regionalliga
waren große Hilfen, da wir im Moment sehr viele verletzte Spieler haben.“. In
Sachen Aufstiegskampf gibt es an der Ochsenzoller Straße nur eine Losung: „Wir
wollen nicht aufstiegen – wir MÜSSEN! Wir müssen mindestens Bezirksliga
spielen, um einen guten Unterbau für die erste Mannschaft und eine gute
Anlaufstelle für unsere A-Jugendspieler zu haben.“.
Schlechter sind die Aussichten für den ambitionierten Verfolger in der arg
umkämpften Kreisliga 5 zumindest nicht geworden. Auch, wenn sich das Lazarett
mit dem heute früh ausgeschiedenen Tobias Grabert weiter füllte…
Eintracht Norderstedt II:
Nolle – Zimmermann, Radomilovic (59. S. Geertz), Gorban (18. A. Geertz) – Westermann, Lipke, Monteiro, Dreyer, Zivkovic (66. Grabert) – Hirschlein, Jostes, Trainer: Jens Fischer
VfL 93 Hamburg II: Simson – Yalcin,
Maurer, Hoße, D. Öhlmann, Orlowski – Freimuth, Yildiz, Lazer – A. Öhlmann (67.
Hartl), Dierks, Trainer: Marco Ritter
Tore: 1:0 Hirschlein (28. Jostes),
2:0 Hirschlein (38. Dreyer), 3:0 Monteiro (43. Jostes), 4:0 Hirschlein (53.
Lipke), 5:0 Hirschlein (56. Westermann), 6:0 Lipke (65. Hirschlein), 7:0
Monteiro (75., direkter Freistoß), 8:0 Zimmermann (82. Monteiro)
Schiedsrichter: Rüdiger Gertig (SSV
Rantzau, Note 4,5)
Zuschauer: 15
Freitag, 15. Oktober 2010
Spielbericht GW Eimsbüttel - TV Haseldorf
Mit
Vollgas durch die Hölle!
GWE
gewinnt furioses Match mit viel Moral und fragwürdigen Torschützen
Nein, es war wirklich kein typischer Kreisliga-Kick, an diesem Freitagabend an
der Sportanlage Tiefenstaaken zu Hamburg-Eimsbüttel! In einer Tor- und temporeichen
Partie besiegte das Team von Grün-weiß Eimsbüttel einen Gegner aus Haseldorf,
der sich gleich zweimal eindrucksvoll in der Begegnung zurückgemeldet hatte.
Kaum hatten die knapp 40 Zuschauer ein angenehmes Plätzchen auf der verregneten
Anlage gefunden, gingen die Gastgeber nach einem starken Ballgewinn von
Maximilian Garbe und einem sicheren Torabschluss aus halblinker Position von
Dennis Klemm in Führung (1.). Gerade einmal 40 Sekunden waren da verstrichen.
Keine 300 Sekunden später machte das „weiße Ballett“ sein Blitzstart perfekt
und erhöhte durch Top-Stürmer Marc Güldener auf 2:0. Die Vorarbeit leistete in
diesem Fall Schlussmann Hakki Gökce mit einem hohen, langen Ball von Strafraum
zu Strafraum, wobei sich die Defensive der Haseldorfer von ihrer schlechtesten
Seite zeigt und keinen erwähnenswerten Widerstand leistete.
Dafür versuchten sich die ganz in blau gekleideten Gäste, ein Gegengewicht in
der Offensive zu erspielen. Timo Badermann versuchte sein Glück nach einem
Freistoß von der rechten Seite, doch Gökce wehrte seinen Torversuch erfolgreich
ab (9.). Nach der doppelten Spielzeit war es Timo Rekautsch, der mit einem
direkt ausgeführten Freistoß an Gökce scheiterte: Abwehr mit dem Kopf!
Die Haseldorfer, mit zunehmender Spieldauer immer aktiver, verkürzten den
Rückstand nach 23 Spielminuten folgerichtig auf 2:1. Jan Plüschau setzte sich
zunächst auf links durch und legte mustergültig für Rekautsch auf, dessen
Schuss aus zehn Metern noch an den Innenpfosten ging, doch die Kugel rutschte
zum Anschlusstreffer über die Linie.
Die Grün-weißen, bei denen jetzt sichtbar die Nerven flatterten, mussten kurze
Zeit später den nächsten Schreckensmoment über sich ergehen lassen. Ein
halbhoch durch den Strafraum gleitender Eckball von Badermann, vom aufgerückten
Raimond Kleinwort in den gegnerischen Kasten gedrückt, bescherte den Gästen den
arg umjubelten Ausgleich (27.).
Keine 180 Sekunden später hätte das Team von Trainer Stefan Dösselmann zwingend
in Führung gehen müssen, doch Plüschau scheiterte gleich doppelt am
GWE-Schlussmann.
Was war bloß mit Grün-weiß los? Nach grandiosem Blitzstart verlor man total den
Faden. Doch die, in der ersten Halbzeit, wenig kreisligataugliche TVH-Abwehr
half den Gastgeber freundlich zurück in die Spur. Ein langer Diagonalball von
Joachim Görsch in den Lauf Güldeners, der das Spielgerät spielend einfach an
Björn Hegewald vorbei legte und ein Linksschuss ins leere Tor brachten den
Gastgebern ihre Führung zurück (33.). Das Publikum kam hier voll auf seine
Kosten!
Niels Böttcher, Lokalpolitiker und GWE-Clubwirt, frohlockte: „Für die Zuschauer
war diese Partie hoch interessant. Wir hatten einen Auftakt nach Maß und
sorgten hier für eine hoch spannende Begegnung“, konstatierte er nach dem
Match.
Auf dem Platz ging es weiter munter in Richtung beider Strafräume. Ostertag mit
dem starken Ballgewinn, quergelegt auf Klemm, der das Spielgerät aber aus
kürzester Distanz über das Gehäuse jagte (39.). Ein Hundertprozenter!
Das Auslassen dieser Mega-Chance sollte sich keine zwei Minuten später
tatsächlich rächen. Ein eigentlich recht unplatzierter Badermann-Freistoß aus
25 Metern rutschte Gökce äußerst unglücklich unterm Körper zum 3:3-Ausgleichstreffer
durch (41.). „Beim 3:3 habe ich nur noch das grelle Licht gesehen. Dazu hat der
Ball auf dem Weg zum Tor dreimal die Richtung geändert“, haderte der gebürtige
Münsteraner mit den Gesetzen der Physik.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts verlor das Spiel schließlich an Tempo. Beide
Mannschaften standen nun defensiv besser und ließen demnach weniger zu.
Erst eine schöne Einzelaktion von GWEs Maximilian Garbe im gegnerischen
Strafraum, in letzter Not von Mark Simon geklärt, versprühte erste Gefahr in
der zweiten Halbzeit.
In Minute 65 dann wieder Gefahr für das Tor von Hegewald: ein hoch auf den
langen Pfosten gespielter Eckball, von Görsch per Kopf wieder auf den ersten
Pfosten zurückgespielt, landete bei Christian Pleus, der die Kugel irgendwie
mit der Hilfe seine Gegenspielers ins Tor beförderte. Gefragt nach der Weisem
wie ihm dieses Tor gelang, geriet Eimsbüttels Rückennummer 27 ins Stocken: „Ich
glaube, ich habe den Ball mit dem Hinterkopf berührt…ja, mit dem Hinterkopf
war´s. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob nicht vielleicht mein Gegenspieler
als letzter dran war. Wir haben ihn beide reingemacht“, stellte Pleus
diplomatisch fest.
Sieben Minuten später verpasste es Güldener, den Sack vorzeitig zuzumachen.
Völlig blank lief er nach Zuspiel vom eingewechselten Till Schüßler aufs Tor
zu, doch der 19-jährige Angreifer scheiterte am diesmal aufmerksamen Hegewald.
Der erste, durch Güldener, vergebene Matchball, dem noch zwei weitere folgen
sollten, doch weder sein Schlenzer nach Vorarbeit von Ostertag, noch ein
weiterer Sololauf, initiiert durch einen Traumpass vom eingewechselten
Alexander Eick, brachten die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber, was
Torschütze Pleus ärgerte: „Es hätte ein lockerer Abend für uns werden können,
wenn wir nach dem 2:0 richtig weitergemacht hätten. Dann hätten wir wirklich
4:0 oder 5:0 gewinnen können!“.
Stattdessen wurde es in der Nachspielzeit noch einmal eng. Der eingewechselte
Maik Siebels mit einem Schuss aus zehn Metern – Fußabwehr Gökce –
Ausgleichschance vergeben! Gesenkte Häupter bei den TVH-Kickern.
Ihr Trainer wurde nach der Partie deutlich: „Wir sind im Moment mit diesen
Abwehrschnitzen einfach keine Spitzenmannschaft! Wenn du auswärts drei Tore
schießt, musst du auch etwas mitnehmen. Das Spiel wurde in den ersten Minuten
verloren und obwohl wir es geschafft haben, wieder heranzukommen, kann es nicht
sein, dass wir immer vier, fünf Tore schießen müssen, nur weil wir hinten zu
viele Dinger kriegen! Einige sollten sich hinterfragen, ob die überhaupt das
Niveau für die Kreisliga haben!“, fuhr Dösselmann schwere Geschütze gegen sein
eigenes Team auf.
GWE-Linksverteidiger Claas Kruse präsentierte sich dagegen glücklich: „Das war
eine extrem charakterstarke Leistung von uns. Es ist nicht selbstverständlich,
wie wir nach dem 3:3 wieder zurückgekommen sind. In der zweiten Hälfte haben
wir das Spiel gut gemacht und deswegen verdient gewonnen“, was Kruse allerdings
etwas überraschte: „Ich hatte vor dem Spiel gedacht, dass wir mehr Probleme mit
diesem Gegner haben würden.“.
Herzlich egal war das seinem Trainer, Nico Grabarczyk, der nach eigener Aussage
nichts gesehen hatte, was ihn nicht zufrieden stellte. Eine fragwürdige Aussage
bei drei Gegentreffern…
Die nächste Möglichkeit, den Trainer erneut positiv zu stimmen, bietet das
kommende Match am nächsten Sonntag bei den Kickers Halstenbek, während sich der
TV Haseldorf am selben Tag zuhause mit der Reserve der SV Lieth
auseinandersetzen muss.
Ansehnliches spielte sich übrigens während der gesamten Spielzeit auf den
Rängen ab. Die Gastgeber durften auf die Unterstützung ihrer Ultra-Fraktion
bauen, sodass sich die Tiefenstaaken-Anlage zeitweise zu einem wahren
„Hexenkessel“ verwandelte.
Grün-weiß Eimsbüttel:
Gökce – Kassube, Brennecke, Schirrmacher, Kruse – C. Pleus (68. Schüßler),
Görsch – Güldener (89. Przybylski), Ostertag, Garbe (74. Eick) – Klemm,
Trainer: Nico Grabarczyk
TV Haseldorf: Hegewald – Simon,
Rudnick, Koschinski, R. Kleinwort (46. Söllbehr) – Rekautsch, Krohn, Thode (74.
Siebels), Badermann – Skowronek, Plüschau, Trainer: Stefan Dösselmann
Tore: 1:0 Klemm (1. Garbe), 2:0 Güldener
(6. Gökce), 2:1 Rekautsch (23. Plüschau), 2:2 R. Kleinwort (27. Badermann), 3:2
Güldener (33. Görsch), 3:3 Badermann (41., direkter Freistoß), 4:3 C. Pleus
(65. Görsch)
beste Spieler: geschlossene
Mannschaftsleistung – Badermann
gelbe Karten: Brennecke – R.
Kleinwort, Thode, Söllbehr, Koschinski, Plüschau
Schiedsrichter: Jochen Weber (TuS
Borstel, Note 2)
Zuschauer: 40
Sonntag, 10. Oktober 2010
Spielbericht SC Sternschanze II - Weiß-Blau 63 Groß-Borstel
„An
das Niveau des Schiedsrichters angepasst“
Schiri-
und Ergebnisfrust beim SCS – Weiß-blau setzt Positivtrend fort
Weiß-blau 63 schaffte es, die Serie von vier Spielen ohne Niederlage in der
Kreisliga 5 auszubauen. Auch, wenn das Team aus Groß-Borstel nach zuletzt vier
Partien ohne Gegentreffer wieder einmal den Ball aus dem eigenen Netz holen
musste.
Die Partie begann schwungvoll: Einen Schuss von Sternschanzes Michael Guimaraes
Silva aus 13 Metern folgte wenig später ein Torversuch von Weiß-blau-Akteur
Anwar Jaziri, doch beide Male flog die Kugel über das Tor.
In der Folge dauerte es fast 20 Minuten, ehe mal wieder etwas Erwähnenswertes
passierte: Ein Heber von Johannes Jäkel nach einem unkontrolliertem Fehlpass
der Gäste brachte ihnen sämtliche Schweißperlen auf die Stirn, doch das
Spielgerät segelte wieder über das Tor (27.).
Weitaus treffsicherer zeigte sich John Wehner nach einer Hereingabe von der
rechten Seite durch Timo Dessau, als er das Leder mustergültig zum 0:1 in die
Maschen setzte (32.).
Zurück aus der Kabine, machten die 63er erstmal richtig Dampf. Schönes
Dribbling von Jaziri auf der rechten Seite, Hereingabe in der Lauf des
heranstürmenden Dominik Sender und ein Volley-Schuss über den Kasten von
Benjamin Zickelbein, der den unpässlichen Nils Schuhmacher im Tor des SCS
vertrat.
In der 54. Minute erneut Gefahr, jedoch diesmal auf der anderen Seite. Lars
Neuroth schädelte einen Kutun-Freistoß unbehelligt am Gäste-Gehäuse vorbei.
Besser machte es Kollege Guimaraes Silva nach schönem Steilpass Konrad
Stahlschmidts aus der Zentrale. Sein sicherer Abschluss brachte dem Aufsteiger
den verdienten Ausgleichstreffer (72.).
Doch die Freude auf Seiten der Gastgeber währte nur elf Minuten. Eckball
Filippo Callerame in die Mitte, wo Johann Conrad die Kugel mit aller verfügbaren
Körperkraft über die Linie drückte. 1:2 sieben Minuten vor dem Ende!
Die Schanzenkicker versuchten nun auf den letzten Metern noch einen Punkt zu
erkämpfen, doch stattdessen verlor der SCS nicht nur Stürmer Michael Kroll, der
vier Minuten vor Ultimo mit der Ampelkarte in die Kabine geschickt wurde (o-Ton
Jäkel: „Ein lächerlicher Platzverweis! Ich weiß gar nicht, was da gewesen sein
soll!“), sondern auch das Spiel mit 1:2.
Ein Grund zur Freude für Gäste-Schlussmann Edvard Milanovic: „Wir haben hier
verdient gewonnen, da wir uns klar mehr Chancen herausgespielt haben.
Eigentlich hätten wir mit einem 2:0 in die Pause gehen müssen, doch dann haben
wir einmal unglücklich agiert und den Ausgleich bekommen. Doch wir sind dann
gut zurückgekommen und haben dann doch das 2:1 gemacht“, wusste er sein Team im
Anschluss an die Begegnung zu loben.
SCS Stürmer Jäkel freute sich weniger: „Wir waren heute absolut nicht gut. Wir
haben uns wirklich dem Niveau des Schiedsrichters angepasst, der hier wirre
Entscheidungen auf beiden Seiten getroffen hat. Mit etwas Glück spielen wir
aber trotzdem unentschieden. Heute kam für uns eben alles Schlechte zusammen“,
haderte der Offensivakteur mit dem diesmaligen Auftritt.
Während Weiß-blau mit diesem Sieg den eigenen Positivtrend bestätigte, gilt für
die SCS-Reserve nun für die kommenden Aufgaben die Devise „Ärmel hoch und weiter geht´s!“.
SC Sternschanze II:
Zickelbein – Sieling, Neuroth, Kayzer, Stoltenberg – Guimaraes Silva (86.
Horn), Stahlschmidt, Kutun (69. Wendt), Jäkel – Huayamave (62. Rimkeit), M.
Kroll Spielertrainer: Benjamin Zickelbein
Weiß-blau 63: Milanovic – N. Paul,
M. Hardtmann, Pohl (62. Homfeld), Conrad – Dessau (86. Duhm), Callerame –
Wehner, F. Paul, Sender (90. Scherkl) – Jaziri, Trainer: Liborio Mazzagatti
Tore: 0:1 Wehner (32. Dessau), 1:1
Guimaraes Silva (72. Stahlschmidt), 1:2 Conrad (83. Callerame)
gelbe Karten: Kutun, Jäkel – Conrad,
Dessau, Wehner, Sender, Jaziri, Homfeld
gelb-rote Karte: M. Kroll (86.)
Schiedsrichter: Harald
Witting-Schröder (SV Grün-weiß Harburg)
Zuschauer: 50
Samstag, 9. Oktober 2010
Spielbericht SC Union 03 - TSV Holm II
Wer
kriecht, der stolpert nicht
Erster
Saisonsieg für Aufsteiger Holm II – Union fällt von hohem Ross
Nicht einmal mehr jubeln konnte sie vor Erschöpfung: die Spieler der Reserve
des TSV Holm lagen, genau wie ihre Gegenspieler des SC Union 03, auf dem grünen
Rasen an der Waidmannstraße und holten erstmal tief Luft. Zuvor führ das Team
von Trainer Stefan Penz endlich den ersten Sieg der laufenden Saison ein.
Fünfzehn Minuten dauerte es, bis es zum ersten Mal gefährlich wurde. Ein Schuss
von Unions Christian Voegt vom rechten Strafraumeck konnte aber von TSV-Schlussmann
Kemal Eroglu zur Ecke abgelenkt werden.
Nur wenige Augenblicke später die Riesenchance für die Gäste, in Führung zu
gehen. Nach einem gewaltigen Stellungsfehler in der Union-Defensive liefen mit
Thore Vorbeck und Daniel Richter gleich zwei Gäste-Akteure auf das
Union-Gehäuse zu, jedoch behinderten sie sich dabei gegenseitig. Der mitgeeilte
Marco Hein brachte die Kugel aber von der linken Seite erneut in den Strafraum,
wo Richter am zweiten Pfosten lauerte und die Hereingabe mit einem Rechtsschuss
aus zwölf Metern zum 0:1 in die Maschen wuchtete (17.).
0:1! – Der erste Schock für Union, dem nur fünf Minuten später der nächste
folgen sollte. Spielertrainer Mehmet Sorkun, der bereits angeschlagen begann,
schied nach nur 22 Minuten verletzungsbedingt aus (22.).
Kurz darauf fast der nächste Tiefschlag, doch Richter scheiterte nach einem
schönen Solo an Schlussmann Martino Venturini, der seine Mannschaft wenige
Augenblicke später gegen Vorbeck erneut vor Schlimmerem bewahrte.
Der TSV, der nicht locker ließ und Union mit viel Leidenschaft in die eigene
Hälfte drückte, belohnte sich nach 25 Minuten folgerichtig mit dem 0:2, erzielt
durch einen Strafstoß von Richter, dem ein Foulspiel von Defensivmann Christian
Voegt an Vorbeck vorausging. Besonders bitter: Voegt verletzte sich bei dieser
Aktion selbst und musste ebenfalls ersetzt werden (27.).
Mit dem Rücken zur Wand und dem 0:2-Rückstand gegen das sieglose Schlusslicht
im Gepäck, versuchten sich die Gastgeber in Sachen Ergebniskorrektur. Eine
scharfe Flanke vom eingewechselten Patrick da Silva Lopez von rechts sollte
jedoch keine Torvorlage werden, jagte Angreifer Moncef Ghazouani das Bällchen
aus kürzester Distanz über das Tor (39.).
Glück für die Holmer, das sie auch bei da Silva Lopez´ Schuss aus elf Metern
hatten, der lediglich das Außennetz traf.
Quasi mit dem Halbzeitpfiff dann der dritte Treffer für die Gäste aus dem Kreis
Pinneberg, doch Schiedsrichter Broder Heepmann (SC Egenbüttel), schenkte Kamil
Ludwickis Tor nach schöner Feldtmann-Flanke wegen einer Abseitsstellung zu
Recht keine Anerkennung.
Somit ging es mit dem verdienten 0:2 in die Kabinen.
Die Unioner, mit einem großen Strauß an Erwartungen aus der Halbzeit gekommen,
ließen ihren Anhang ganze 16 Minuten warten, ehe Ghazouani mit einem
Gewaltschuss aus knapp zwei Metern Torentfernung die Qualität des Aluminiums
testete (61.). Neben dem Tor blieb allerdings auch das Zwischenresultat stehen…
Die Holmer, die ab der 60. Minute stehend K.O. wirkten und sich lediglich durch
lange Bälle in die gegnerische Hälfte Entlastung schafften, mussten knapp eine
Viertelstunde vor Schluss nun doch den 1:2-Anschlusstreffer hinnehmen. Ein
langer Schlag von Christian Holz in den Lauf von Ghazouani, der nun sein
Schusspech überwand und ein sicherer Abschluss, vorbei am herausstürzenden
Keeper, brachten die Gastgeber zurück ins Match (74.).
03 dominierte nun ganz klar, doch die Zeit lief gnadenlos gegen das Team vom
Trainergespann Sorkun/Venturini.
Aus Mangel an Anspielstationen machte Ex-Bezirksligaspieler Erdem Iscan dann
das, was man einfach mal tun muss: draufhalten! Gesagt – getan! Der Ex-HEBCer
donnerte das Spielgerät aus 20 Metern, zentraler Position, ansatzlos in den
Winkel. Ein Traumtor zum Ausgleich (85.)!
Schockzustand dagegen beim aufopferungsvoll kämpfenden Neuling, doch die Gäste
mobilisierten noch einmal alle Kräfte und pellten sich für einen Freistoß von
Linksaußen in den gegnerischen Strafraum. Und dann das! Der immer länger
werdende Ball von Vorbeck, wohl noch von Sofien Othman berührt, rutschte durch den
Fünfmeterraum in die lange Ecke – 2:3!
Der TSV führte erneut in einer wahnsinnigen Partie und stellte sich nun wieder
für die letzten Augenblicke mit Mann und Maus in den eigenen Sechzehner.
Union schwächte sich derweil durch eine Ampelkarte für Antonio Venturini nach einem
dummen Frustfoul im Mittelfeld selbst und sollte es nicht mehr schaffen, die
TSV-Defensive um den überragenden Paul Möckel in Verlegenheit zu bringen.
Nach 90 Minuten und einem Nachschlag von 130 Sekunden war es dann vollbracht:
die Reserve des TSV Holm hat den ersten Dreier der Saison und der SC Union 03
blamierte sich gegen den Tabellenletzten, der mit der Empfehlung von einem
Punkt aus zehn Spielen und einem Torverhältnis von 5:61 nach Altona-Nord
reiste. Torhüter Martino Venturini zeigte sich fassungslos: „Das war
abscheulich von uns! Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war
Arbeitsverweigerung!“, kritisierte er seine Mannschaft. „Die wollten den Sieg
unbedingt – wir nicht!“. Gelb-rot-Sünder Antonio sah das genauso: „Wir haben
wohl gedacht, nach dem Sieg gegen Rissen, dass das Spiel von selber laufen wird
und wir mal eben 20 Tore gegen Holm machen. Holm hat völlig verdient gewonnen.“.
Gäste-Coach Stefan Penz präsentierte sich dagegen mit diabolischer Freude über
den lang ersehnten ersten Saisonsieg: „Wir sind einfach nur froh, dass wir
endlich unseren ersten Dreierpack geholt haben! Und das, obwohl wir
konditionell überhaupt nicht dort sind, wo wir hin wollen. Wir spielen jedes
Mal 70 Minuten gut mit und bekommen dann die Gegentore.“. Diesmal aber belohnte
sich der Aufsteiger für eine kämpferisch großartige Leistung mit drei Punkten.
Rissen am nächsten Wochenende kann kommen!
Für das Team um die beiden Venturinis geht es nun im kommenden Auswärtsspiel
(ebenfalls am Sonntag) bei Komet Blankenese darum, die Schmach wieder
wettzumachen und das Polster auf die Abstiegsplätze wieder zu vergrößern.
SC Union 03: M. Venturini –
Thießen, Sorkun (22. da Silva Lopez), Cetin, C. Holz – Voegt (27. Demir) –
Kama, Iscan, A. Venturini – Ghazouani,
Bektas, Spielertrainergespann: Antonio
Venturini & Mehmet Sorkun
TSV Holm II: Eroglu – Hein,
Wittmann, Möckel, Othman – Feldtmann
– Vorbeck, Ringel (46. Looks), Wittich – Richter,
Ludwicki (46. Drösser / 62. Frigoni), Trainer: Stefan Penz
gelb-rote Karte: A. Venturini (89.,
wiederholtes Foulspiel)
Tore: 0:1 Richter (17. Hein), 0:2
Richter (25., Strafstoßtor, Voegt an Vorbeck), 1:2 Ghazouani (74. C. Holz), 2:2
Iscan (85.), 2:3 Othman (87. Vorbeck)
Schiedsrichter: Broder Heepmann (SC
Egenbüttel, Note 2)
Zuschauer: 20
Freitag, 8. Oktober 2010
Spielbericht Holsatia im EMTV II - ESV Grün-weiß
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Spielbericht Eimsbütteler TV 3.D - SV BW 96 Schenefeld 1.D
Pl
|
Mannschaft
|
Sp
|
S
|
U
|
N
|
Tore
|
Pkt
|
01
|
FC St. Pauli 1.D
|
6
|
6
|
0
|
0
|
56:1
|
18
|
02
|
Eimsbütteler TV 3.D
|
6
|
4
|
1
|
1
|
21:16
|
13
|
03
|
Hamburger SV 2.D (LZ)
|
5
|
3
|
1
|
1
|
35:4
|
10
|
04
|
SV Lurup 2.D
|
5
|
3
|
0
|
2
|
15:13
|
9
|
05
|
Blau-weiß 96 Schenefeld 1.D
|
6
|
1
|
0
|
5
|
6:28
|
3
|
06
|
SC Alstertal / Langenhorn 4.D
|
5
|
1
|
0
|
4
|
4:27
|
3
|
07
|
SC Teutonia 10 2.D
|
5
|
0
|
0
|
5
|
3:51
|
0
|
