Varettos
kitschiger Abschiedstango
Doppelpack
und Pokal-Derby-Sieg vor der Argentinien-Rückkehr
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beschloss die dritte Mannschaft
des VfL Hammonia ihren wirklich bemerkenswert erfolgreichen September. In der
Liga zehn Punkte aus vier Spielen und im Pokal schossen sich die Kicker aus dem
Schanzenviertel im Derby gegen die Alsterbrüder-Dritte sauber ins Achtelfinale.
Alles im Lot, beim VfL, wäre da nicht der wehmütige Abschied von „Hammonia-Legende“
Gaston Varetto, den es nach knapp drei Jahren zurück in die Argentinische
Heimat zieht. Entsprechend erfolgreich sollte – so der Plan – der letzte Tango
des Vereinslieblings bei wenig südamerikanischen Herbst-Bedingungen am
Dienstagabend vonstattengehen.
Den ersten Abschluss der Partie verzeichneten jedoch die Gastgeber, bei denen
Geraldo Schmidt mit etwa sieben verfehlten Metern belegte, dass er im Zentrum
der defensive Viererkette schon richtig aufgehoben ist (7.). Keine Gefahr
jedenfalls für Jonas Rügge, der den beim Aufwärmen verletzten Fynn Reuter
tadellos vertrat.
Freiflugmeilen sammelte quasi Gegenzug sein Gegenüber, als Dominik Schmuck
Hammonias ersten Versuch sehenswert aus dem Winkel fischte (8.) und auch einen
tückischen Ndiessome-Freistoß ins Tor-Aus schaufelte (12.).
Ein starker Beginn des FCS-Torwarts, der sich wenig später jedoch unfreiwillig
zum Löffel machte. Ohne Gegnerdruck spielten sich die Gäste durchs Zentrum zu
Lautaro Gordiola, dessen Hereingabe weit und breit keinen Verbündeten fand,
doch weil Schmuck beim Entsorgungsversuch Verteidiger Frederik Knümann
anschoss, landete das Leder tatsächlich doch noch im Tor – ein 0:1, wie es in
Arnd Zeiglers Rubrik „Kacktor der Woche nicht besser hätte gezeigt werden
können (18.)!
In der Folge nutzten die Hammonen das Momentum jedoch nicht aus. Erst in der munteren
Schlussphase des ersten Abschnitts näherte man sich beispielsweise durch einen
schnittigen Dogu-Rechtsschuss aus 16 Metern wieder an (38.), während auch die
Alsterbrüder aussichtsreich aufwarteten. Halbrechts vor zwei-Meter-Koloss Rügge
zielte Victor Radtke nicht genau genug: Fußabwehr (39.)!
Aber was machte eigentlich Hauptprotagonist Varetto? Der arbeitete fleißig fürs
Team und erlief sich kurz nach der Pause einen langen Krämer-Schlag, um den
anschließenden Lupfer zwar über den herausstürzenden Schmuck, aber auch über
das Tor zu setzen (47.).
Die zweite Chance folgte jedoch rasch, resultierte ein verkorkster
Knümann-Freistoß in Hammonias Konter, den Hüdayi Dogus Bogenlampe unorthodox
ins letzte Drittel führte. Mit viel Einsatz verschaffte sich Varetto
schließlich die Position, das Runde mit dem Kopf über den Torwart und
abschließend mit dem Fuß über die Linie zu bringen (56.). Jubel, Trubel,
Herzlichkeit: DAS sind die Geschichten, die den Fußball so liebenswert machen!
Und es wurde noch kitschiger. 71. Minute: Roberto Rodriguez Estevez mit der
flachen Ecke, die durchgelassen bei Varetto im Zentrum landete und schon der
Doppelpack zum 0:3 geschnürt! Genug also der Taten für den heuer als Kapitän
aufgelaufenen 30-Jährigen, dessen Fußballer-Zeit in Deutschland um 21.35 Uhr
Ortszeit mit der Auswechslung zu Gunsten von Landsmann Sebastian Pignatelli einen
applausträchtigen Rahmen fand (76.).
Gegen den Rahmen zielte unterdessen Kollege Dogu, dessen Alu-Treffer das
Gestänge mächtig in Bewegung brachte (57.). Glück in dieser Szene für Tormann
Schmuck, der sich wenig später in Aktion verletzte und durch Paul Altenburg
ersetzt wurde (61.).
Im Verlaufe der unnötig üppigen Nachspielzeit fing sich der gelernte
Feldspieler im Ausflug aus der eigenen Parzelle noch das 0:4, das Oleksandr
Bobrovskyi im Duett der Joker clever für Pignatelli in den Rückraum auflegte.
Das Urgestein, eigentlich nicht als Torjäger bekannt, machte es mit dem
gefühlvollen Heber von rechts butterweich zum 0:4-Endstand (90.+3), den das
drüben eingewechselte Eigengewächs Johann Bierendt (82.) und der ebenfalls aus
der FCA-Jugend stammende Henry Lyons per Doppelchance (90.+6) nicht für die
Blauen aufgehübscht bekamen.
Hammonias Drittvertretung bleibt damit im Lostopf für das Ende Oktober
steigende HFV-Pokal-Achtelfinale, was nebenbei auch für den Bruch eines
persönlichen Banns bei Julian Höger aus dem Trainerstab sorgte: „Ich verliere
hier immer – außer als Senior“, unkte Hammonias Mannschaftsallrounder mahnend
trotz der Favoritenrolle vor der Partie. Heute war dem Fußballgott eben nach
Fußballromantik in albiceleste…
Tore: 0:1 Knümann (18.,
Eigentor, Gordiola), 0:2 Varetto (56. Dogu), 0:3 Varetto (71. Rodriguez
Estevez), 0:4 Pignatelli (90.+3, Bobrovskyi)
gelbe Karten: Nieuwenhuizen, Knümann
– Maza, Varetto, Bobrovskyi
Schiedsrichter: Sten Reissner (FC
St. Pauli)
Zuschauer: 25
Dienstag, 30. September 2025
Spielbericht FC Alsterbrüder III - VfL Hammonia III
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