ETV-Festspiele
fortgesetzt
Von
der Dritten inspiriert: Vierte Herren
schlagen Tesla II deutlich mit 5:0
Der überschwängliche Jubel der dritten Herren über ihren saftigen
10:2-Kantersieg gegen den SC Egenbüttel III schallte noch aus der Kabine über
die beiden Kunstrasenplätze an der Bundesstraße, da setzten die vierten Herren
die ETV-Festspiele nahtlos fort.
Im „Duell der Generationen“ im Rahmen der Kreisklasse 07 wies man die zweite
Mannschaft des SSD Nikola Tesla deutlich mit 5:0 in die Schranken und setzte
sich damit ein sattes Stück von der Gefahrenzone der Staffel ab.
Günstig dafür standen die Zeichen bereits nach nicht einmal zwei Minuten, als
Gunnar Markhoff eine Ecke von links mit etwas Glück vom kurzen Pfosten aus
hinter die Linie steuerte (2.).
Nach Querpass David Wagners stellte Dan Skjodt Andersen sogar noch innerhalb
der Anfangsviertelstunde aus 2:0 (13.), sodass der dritte ETV-Treffer fast
schon einer mathematischen Gesetzmäßigkeit gefolgt hatte. Diesmal hieß der
Schütze Tom Krase, traf er sicher mit rechts vom (auf dieser Kunstwiese
imaginären) Punkt, nachdem Frido Jansen etwas ungeschickt im Sechzehner gegen
Wagner zu Werke ging (30.).
Die jung aufgestellte Elf von der Baurstraße, deren aktuelle Zusammensetzung
aus der Verschmelzung der einstigen A-Jugenden von Teutonia 05 und dem SC
Nienstedten im Sommer 2024 hervorging und im Verein von eher sekundärer
Bedeutung ist, bemühte sich in Teilen um spielerische Lösungen, die aber viel
zu selten zu sauberem Kombinationsspiel führten. Kyryl Mikheievs 22
Meter-Schuss, der aus einem abgewehrten Freistoß von Lasse Hansen resultierte
(drüber, 42.), Hansen Linksschuss an den Außenpfosten (80.) und ein listiger Akpalo-Heber,
der das Tor des weit vor postierten Manuel Burmester allerdings überragte
(85.), sind dann letztlich auch zu wenig als offensive Leistungsnachweise.
Bedeutend mehr gelang da den Hausherren, die während Tesla noch mit einer
Freistoßentscheidung haderte, den fälligen ruhenden Ball just zu Finn Lüneburgs
4:0 nutzten (50.).
In der Folge ebenfalls etwas nachlässig in der Chancenverwertung, klingelte es
immerhin zu Beginn der Nachspielzeit noch einmal, als Leon Sodhi einen
indirekten Freistoß wegen eines eher weniger kontrollierten Rückpasses zum 5:0-Endstand
rechtsoben hinein hämmerte (90.+1).
Im ergiebigen Mittelfeld der Tabelle schafften die Eimsbütteler nun dank
zuletzt drei Siegen aus vier Partien den Sprung auf Rang neun. Tesla II steuert
dagegen nach dem Zwischenhoch von vier Siegen geradewegs auf die umgekehrte
Serie zu. Eine Niederlage am Sonntag gegen die Groß-Flottbeker Spielvereinigung
wäre dann die nunmehr vierte am Stück.
Tore: 1:0 Markhoff (2.
Sodhi), 2:0 Skjodt Andersen (13. Wagner), 3:0 Krase (30., Strafstoßtor, Jansen
an Wagner), 4:0 Lüneburg (50. Sodhi), 5:0 Sodhi (90.+1 Markhoff)
gelbe Karten: keine – Akyol, D.
Murina, Prell, Hohnhorst, Ulu
Schiedsrichter: Nils Jostarndt (TuS
Berne)
Zuschauer: 30
Samstag, 18. Oktober 2025
Spielbericht Eimsbütteler TV IV - SSD Nikola Tesla II
Spielbericht Eimsbütteler TV III - SC Egenbüttel III
Ein
Stück Vereinshistorie
Neuer
Mannschaftsrekord: ETV-Dritte verdrischt formschwache Egenbütteler
Noch weit nach Spielende dröhnte das euphorische Trällern von Gassenhauern wie
Herbert Grönemeyers „Bochum“ oder Wolfgang Petrys „Verlieben, verloren,
vergessen, verzeih´n“ aus der Kabine der ETV-Drittvertretung, der an diesem
sonnigen Oktober-Samstag wahrhaft Historisches gelungen war. Denn seitdem eine
dritte Herren von der Bundesstraße am Liga-Betrieb teilnimmt (Sommer 2013), gab
es keinen höheren Erfolg als das heutige 10:2 gegen den SC Egenbüttel III.
Die Zerlegung des kräftig ersatzgeschwächten Tabellensiebten hatte früh Gestalt
angenommen. Was im ersten Anlauf nämlich noch nicht perfekt klappte (Torwart
Kevin Bestmann machte sich erfolgreich breit, 4.), gelang beim zweiten Versuch
vorzüglich: Marc-Micha Oehlers mit dem langen Ball hinter die unsortierte Abwehrkette
und Zielspieler Anton Freiherr von Cornberg mit dem eleganten Slalom-Lauf zum
1:0 (5.).
Mit richtig viel Gefühl und noch mehr Effet verdoppelte Jugend-Neuzugang Leo
Husemann postwendend mit bananenhafter Schussbahn (7.), während Gabriel
Lourenco de Aquino für sein 3:0 einen ruhenden Ball (Freistoß von halblinks)
bemühte (17.).
In der Folge war es dann ein neuer ETV-Signature-Move, der die völlig
überforderten Gästen vor unlösbare Defensiv-Aufgaben stellte: das tiefe über
rechts. So initiierte man sowohl den vierten Treffer durch Doppelpacker
Husemann (19.), als auch Oehlers´ 6:1 (40.) über Steuerbord. Zwischendurch
verwertete Oehlers einen Abstauber zum 5:0 (25.), dem die bemitleidenswerten
Rellinger immerhin einen äußerst umstritten zustande gekommenen Ehrentreffer
per Strafstoß (Moritz Engel bemühte klar die Brust), versenkt von
Spielgestalter Pascal Gertschat-Anderlik, entgegensetzten (36.).
Den Schlusspunkt einer surreal einseitigen ersten Hälfte setzte kurz vor deren
Ende der bisher im Abschluss glücklose Jonathan Halx, den Lourenco de Aquino
und Freiherr von Cornberg zuvor ohne Gegnerwiderstand in Position spielten
(44.).
Auch im zweiten Abschnitt raste die Heim-Elf weiter durch die Einbahnstraße,
die Halx gleich zu Beginn aus kürzester Distanz nicht zum achten Hurra führte
(46.). Doch weil der nächste Versuch des bulligen Angreifers linksunten
hineintrudelte, war das Oktett schließlich doch erreicht (50.).
Ausgerechnet jetzt traute sich der gerupfte SCE etwas mehr zu, während die
Eimsbütteler die Sache nun etwas lockerer nahmen. Im Doppelpass mit Janosch
Winkler gelang Murat Cinar somit das verkürzende 8:2 (54.), bei dem es nicht
unbedingt hätte bleiben müssen. Außenverteidiger Fynn Rohde ans Außennetz (57.)
und Gertschat-Anderlik ans Aluminium (64.) verpassten weitere Ergebniskosmetik
der stets (zu) braven Bestmann-Elf.
Stattdessen multiplizierte Halx seine Saisontorausbeute von vor dem Spiel um
den Faktor zwei, zog er durchaus haltbar von der Strafraumgrenze aus zum 9:2 ab
(72.) und wemmste der bekennende Köpenicker das Leder zu Treffer Nummer vier,
gleichbedeutend mit dem historischen 10:2-Endstand, in den Winkel (89.).
Neben einem besonderen Platz in der Mannschaftschronik produzierte der
Kantersieg auch Wichtiges in der Tabelle der Kreisliga 07: neben einer
positiven Tordifferenz erarbeiteten sich die Herren in komplettem Weiß einen
Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegszone. Nur einen Zähler davor rangiert
nun der neue Tabellennachbar aus Egenbüttel, dessen Pfeil bei jetzt sechs
sieglosen Pflichtspielen am Stück weiter abwärts zeigt.
Tore: 1:0 Freiherr von
Cornberg (5. Oehlers), 2:0 Husemann (7.), 3:0 Lourenco de Aquino (17., direkter
Freistoß), 4:0 Husemann (19. Freiherr von Cornberg), 5:0 Oehlers (25. Halx),
5:1 Gertschat-Anderlik (36., Strafstoßtor, Handspiel Engel), 6:1 Oehlers (40.
Freiherr von Cornberg) 7:1 Halx (44. Freiherr von Cornberg), 8:1 Halx (50.
Lourenco de Aquino), 8:2 Cinar (54. Winkler), 9:2 Halx (72. Schätzel), 10:2
Halx (89. Waller)
gelbe Karten: Lourenco de Aquino –
keine
Schiedsrichter: Sechkin Sezgin Remzi
(TuS Holstein Quickborn)
Zuschauer: 35
Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Sperber Hamburg
Nichts
für Seekranke
6:4!
NTSV-Dritte gewinnt verrückten Bezirksliga-Thriller
Einen festen Platz in jedem Bezirksliga-Saisonrückblick 2025/2026 dürfte der
wahrhaft irre Kick vom 18. Oktober aus der Staffel 04 in Niendorf sicher haben!
Ein wendungsreiches zehn-Tore-Spektakel lieferten sich die Dritte des
Niendorfer TSV und der SC Sperber, wobei der Held des Tages am Ende doch Grund
zum Frustschieben hatte.
Seinen Anfang nahm das Spectaculum nach einer knappen Viertelstunde, in der
zunächst niemand das große Risiko gehen wollte: Jacob Schrage wartete per
Freistoß für die Hausherren auf, Sperber-Fänger Mahmoud Adyb blockierte nur
unzureichend, doch für Tim Oelze kam der zweite Ball etwas zu überraschend, um
seinen Kopfball qualifiziert aufs Tor zu kriegen (14.).
Besser ging es da kurz darauf, als Tom Langer von rechts flankte und niemand
beim von außen eingerückten Dominik Heins auch nur in der Nähe stand. Das nicht
unverdiente 1:0 durch das talentierte Eigengewächs (16.)!
Ohnehin war der 18-Jährige immer wieder die gesuchte Figur auf links, um das
2:0 aber nur als Zuschauer zu verfolgen. Wegen einer Verletzungsbehandlung am
Seitenstreifen stehend, beobachtete Heims, wie seine kurz unterzähligen
Kollegen geradlinig ins letzte Spielfelddrittel vorstießen, wo Willy Kniesa
letztlich in den zentral mitgeeilten Henry Risch bediente (36.).
Zurück in Vollzahl, ließ man im direkten Gegenzug den SCS zu sehr gewähren. Und
das hatte Folgen, rutschte ein Krummes Anspiel Daniel Akpis zu Michel Schmidt
durch, der wiederum halblinks vor dem Tor klassisch zum Anschlusstreffer
vollendete (37.).
Fürs Erste aber nur ein Strohfeuer der Grünen, denen drüben erneut Böses
widerfuhr. Wieder spielte Kniesa den entscheidenden Pass von außen, sodass
Schrage den Keeper umkurvte und sicher den zum Ende gar schmeichelhaften
3:1-Pausenstand kreierte (42.).
Kurz nach dem wärmenden Kabinenaufenthalt hätte Kniesa bereits für
unumstößliche Fakten sorgen können, wäre da nicht die Abseitsfahne von
Assistent Benjamin Biet gewesen (47.) und wäre ein weiterer Abschluss in Mitten
des Sperber-Abwehrchaos etwas platzierter ausgefallen (50.).
So aber blieben die Raubvögel in der Verlosung um Zählbares, das nach einer
knappen Stunde plötzlich in realistische Nähe rückte. Einen tollen
Seitenwechsel von Innenverteidiger Lennard Henke in der Angriffszone nutzte der
angespielte Alexander Seifert zum kurzen Abspiel an den eingewechselten
Santiago Veyl Zamora, dessen feine Verarbeitung den erneuten Anschluss
bedeutete (59.).
Wiederum mit Henke als Gestalter in Form eines tiefen Zuspiels für Seifert
führte die Route zwei Minuten später tatsächlich zum 3:3, bei dem mit Philipp
Hecht abermals ein Joker Knipste (61.). Und damit nicht genug, war Hecht im
Fünfer auch bei Seiferts nächster Hereingabe zur Stelle – das Spiel binnen neun
Minuten von der Bank gedreht (68.)!
Fassungslosigkeit dagegen bei den Niendorfern, denen 20 völlig verpennte
Minuten zum Verhängnis zu werden drohten.
Doch eines war dieser Mannschaft heuer keineswegs abzusprechen: ihre Moral. Vom
SCS jeweils per Fehlpass am eigenen Sechzehner gleich doppelt eingeladen, tauschten
Risch und Kniesa ihre Rollen vom 2:0, damit Letzterer punktgenau von halbrechts
ins lange Ecke einschob (73.).
Die Schmidt-Elf plötzlich wieder obenauf und mit der nötigen Griffigkeit
ausgestattet. Und wer vorne einen Kniesa hat, der darf sich schließlich mit
voller Ekstase über das 5:4-Führungstor freuen, profitierte der Mann des Tages
hier, nach ähnlichem Muster wie vorhin, von Felix Müllers Diagonalball (84.).
In trockenen Tüchern war hier aber noch lange nichts, probierte es Sperber in
der heißen Schlussphase mit Steffen Guttenberger aus 22 Metern (vorbei, 90.).
Irritieren ließ sich der NTSV auf den letzten Metern allerdings nicht – auch
nicht von einer Karten-Orgie durch Schiedsrichter Daniel Kinsfator (FC
Süderelbe) gegen die seiner Meinung nach zu unruhige Bank, die in insgesamt
vier persönlichen Strafen, darunter einer Ampelkarte für den bereits ausgewechselten
Kniesa, endete (90.+4). Im Gegenteil, setzte Müller auf Langer-Zuspiel den
coolen 6:4-Endpunkt einer durchgeknallten Achterbahnfahrt der Gefühle auf
beiden Seiten (90.+5). Vergessen war da die Tatsache, dass Langer kurz zuvor im
Konter den leeren Quader verfehlte (90.+2).
Dank der turbulent zustande gekommenen drei Zähler schippert der NTSV, der sich
später beim maritimen Teamevent auf der Elbe gebührend feierte, nun erstmal
wieder in leicht ruhigeren Tabellengewässern. Der Vorsprung auf die
Abstiegszone konnte vom neu-Elften auf nun zwei Zähler ausgebaut werden,
während die Sperberaner ohne Auswärtspunkt in fünf Anläufen wieder unter den
Strich rutschten. Misslich, dass es am kommenden Wochenende in Lokstedt wieder
in fremdes Habitat geht…
Niendorfer TSV III:
Schultz – L. Sitzlach, Möller (46. Mi. Bettzüche), Schlewing, Günther (81. van den
Bosch) – Kniesa (87. Treder), Oelze, Risch, Heims – Langer, Schrage (62.
Müller), Trainer: Jan-Hendrik Schmidt
SC Sperber Hamburg: Adyb – Seifert,
Uysal, Henke, Rösl – Guttenberger, Kohlsaat (46. Veyl Zamora) – Kilinc, Akpi,
Palacios Escobar – M. Schmidt (56. Hecht), Trainer: Kristof Loffhagen
Tore: 1:0 Heims (16.
Langer), 2:0 Risch (36. Kniesa), 2:1 Schmidt (37. Akpi), 3:1 Schrage (42.
Kniesa), 3:2 Veyl Zamora (59. Seifert), 3:3 Hecht (61. Seifert), 3:4 Hecht (68.
Seifert), 4:4 Kniesa (73. Risch), 5:4 Kniesa (84. Müller), 6:4 Müller (90.+5
Langer)
gelb-rote Karte: Kniesa (NTSV, als
ausgewechselter Spieler, 90.+4)
Schiedsrichter: Daniel Kinsfator (FC
Süderelbe)
Zuschauer: 48
Freitag, 17. Oktober 2025
Spielbericht SSV Rantzau III - SV Lieth III
Der
Primus strauchelt, thront aber weiter
Rantzauer
Siegesserie reißt überraschend gegen SV Lieth III
Mit zuletzt vier Siegen in Folge bei imposanten 25:3 Toren setzte sich die
Drittvertretung des SSV Rantzau letzte Woche an die Tabellenspitze – um nun
unerwartet Federn zu lassen. Am Freitagabend war es mit der Dritten der SV Lieth ein Kontrahent, dem
man dies gar nicht so sehr zugetraut hatte, welcher der Tabellenspitze ordentlichen
Kuschel-Faktor verlieh. Abgezeichnet hatte sich dieses Szenario ziemlich
schnell. In einer temporeichen Anfangsphase kamen die Gäste deutlich besser in
die Gänge, was ihnen ein berechtigter Strafstoßpfiff durch Schiedsrichter Luca
Dallmann (Rasensport Uetersen) zusätzlich erleichterte. Pham Nguyen hatte seine
Hände gegen Mert Karakaya seine Hände nicht bei sich lassen können, sodass Niklas
Brandt per Strafstoß die kurz darauf selbst verdoppelte Führung besorgte (14.).
Diesmal wuchtete der „15er“ einen Eckstoß von rechts dynamisch mit der Rübe zum
0:2 ins Netz (16.).
Noch schlimmer für den Primus wäre hätte es wiederum nur Augenblicke danach
kommen können, wäre Karakaya beim Abschluss im Fünfer etwas wählerischer bei
der Auswahl der Schussrichtung gewesen. So rettete Tormann Tilman Lorenz in
Form von purer Anwesenheit (19.).
Erst danach lösten sich die Barmstedter allmählich aus dem Schleudergang, um
endlich selbst Akzente zu setzen. Einen davon setzte Jason Bastian aus vollem
Lauf an die Querlatte (21.), einen weiteren vereitelte SVL-Schlussmann Benjamin
Baumgarten gegen Hannes Reimer (36.).
Die Halbzeitpause schien den Beteiligten dann allerdings nicht besonders gut
getan zu haben. Kaum Zusammenhängendes war auf beiden Seiten gelungen, wobei
die Platzherren zunehmend in die Vorhand gerieten. Auf Zuspiel Reimer bekam
Gregor Büchner dennoch die große Chance zum Anschlusstreffer, den Sven Petrich
mit viel Einsatz gerade noch wegblockte (65.).
Nicht so Kollege Jannik Ahlberg, der beim nächsten Strafraumbesuch des SSV
Jassin Brahim zu Fall brachte und damit Reimers 1:2 vom Punkt unfreiwillig
vorbereitete (69.).
Klar, dass Reimer und Co jetzt klar das Kommando übernahmen – jedoch ohne echte
Torgefahr. Auf der letzten Rille verteidigten die Liether trotz der geringeren
Qualitätstiefe im Kader effektiv gegen einen Spitzenreiter, der nur noch bei
einer Kotzapanagiotou-Chance am kurzen Pfosten halbwegs zum Abschluss kam
(86.).
Linderung erfuhr der überraschende Rückschlag im Aufstiegskampf allerdings am
folgenden Sonntag: Durch Niederlagen der Konkurrenten aus Hörnerkirchen und
Heidgraben behauptete man trotz der gebrochenen Siegesserie vorerst den Platz
an der Sonne. Kommendes Wochenende geht´s zum Spitzenspiel bei der nur drei
Punkte dahinter auf Rang fünf stehenden Höki-Reserve.
Tore: 0:1 Brandt (14.,
Strafstoßtor, Nguyen an Karakaya), 0:2 Brandt (16.), 1:2 Reimer (69.,
Strafstoßtor, Ahlberg an Brahim)
gelbe Karten: keine – Karakaya
Schiedsrichter: Luca Dallmann (Rasensport
Uetersen)
Zuschauer: 40
Sonntag, 12. Oktober 2025
Spielbericht SV Lieth II - Tangstedter SV
Ungenutzte
Momenta
Starker
Beginn und doppelte Überzahl: SV Lieth II siegt trotzdem nicht
Kein Schritt, sondern nur ein Schrittchen im Keller der Kreisliga 1. Der
Reserve der SV Lieth blieb nach dem 1:1 am Sonntagnachmittag gegen den
Tangstedter SV nur das Gefühl von zwei verlorenen Punkten. Schließlich war es
nicht nur eine schon im ersten Abschnitt verspielte Führung, sondern auch - und
vor allem – eine lange Überzahl, die den Roten deutlich versprach als den einen
Zähler, der sie weiter unterm Strich auf der Stelle treten lässt.
Begonnen hatte der Kick am Fuße des Butterbergs freilich verheißungsvoll, war
Stürmer Lukas Brant bereits nach 20 gespielten Sekunden nach Zuspiel Tom Busses
auf und davon, halbrechts vor dem Tor die Blitz-Führung zu erbeuten, doch
TSV-Goalie Sandro Marrone ließ sich nicht ins falsche schicken und wehrte
gekonnt ab (1.).
Nur Sekunden später der nächste vielversprechende Angriff für Brant, den
diesmal der verzögerte Foulpfiff des Schiedsrichters für Brant und Co stoppte –
warum eigentlich, bei einer idealen Vorteilssituation (2.)?!
In Minute 13 schließlich der Lohn für den hellwachen Beginn. Von Torwart Leon
Diedrigkeits kluger Spieleröffnung ins Zentrum eingeleitet, kombinierte man
sich wirklich ansehnlich ins vordere Drittel, wo Niklas Viera Gerkens
Durchsetzungsvermögen zur Vorarbeit und Brant schließlich den passenden
Abschluss zum 1:0 bewiesen. Ein bisschen Glück war auch noch mit dabei, dass
Marrone seine Finger nur noch in sanfter Weise an die Kugel bekam.
Das Fundament für den wichtigen Dreier war gelegt, doch anstatt das Momentum
des Führungstors weiter mitzunehmen, schalteten die Hausherren mehr und mehr
auf Verwaltung um. Eine gefährliche Idee, denn während man bei einer
(blitzsauberen) Rettungsgrätsche von Kilian Weers Glück im Unglück hatte, dass
der Schiedsrichter die Aktion in Strafraumnähe nicht als Notbremse einstufte
(nur „Gelb“, 16.), setzte es im Sportlichen einen fiesen Fausthieb, den
Maximilian Peldszus als Verwerter einer Yörük-Hereingabe aus der Nahdistanz
versetzte (35.) – 1:1!
Echten Rückenwind generierte jedoch auch das Mittelfeldteam vom Hasloher Weg
nicht aus dem eigenen Treffer. Ein zähes Ringen um Spielkontrolle entwickelte
sich auf dem Kunstgrün, das Oguzhan Yeni nach einer guten Stunde vorzeitig
verlassen musste. Früh wegen Foulspiels verwarnt (5.), schickte ihn Michael
Hartmann (SV Hörnerkirchen) für den Ausspruch „Halt´ deine Fresse!“ gegenüber
eines Heim-Zuschauers mit Gelb-rot vom Feld (61.). Ein Platzverweis mit Ansage,
kündigte er kurz zuvor noch an, sich noch eine zweite „Gelbe“ abzuholen – er sei
schließlich nächste Woche eh im Urlaub…
Seiner Mannschaft schadete der 19-Jährige tatsächlich nur bedingt. Zwar gaben
die Liether ihre passive Haltung zu Gunsten einiger Strafszenen endlich auf,
doch gleich zweimal scheiterte der jeweils vom Gegner eingeladene Brant mehr an
sich selbst, als am Torhüter (73. & 75.), ehe sein Versuch aus schwierigem
Winkel mit dem seitenfremden Fuß haarscharf das späte Siegtor verfehlte (89.).
Dieses hatte sich auf der anderen Seite plötzlich auch dem Tangstedter Ibrahima
Bah dank einer schlechten Klärung zuvor geboten. Etwas überhastet jagte der
Joker den zentralen Rechtsschuss aber über das Ziel (90.).
Am Gleichstand an Toren sollte sich auch in der ausgiebigen Nachspielzeit (über
sechs Minuten) nichts mehr – allerdings am Personellen, hatte auch der schon
vorher verhaltensauffällige Gentijan Gashi seine Nerven nicht im Griff und
holte sich in den Nachwehen eines Zweikampfes gar den roten Karton ab (90.+3.).
Die doppelte Unterzahl des Aufsteigers von 2023 blieb am Ende folgenlos: 1:1 in
Klein Nordende!
SV Lieth II: L.
Diedrigkeit – Weers, F. Rudek, Hajdari, Dickenhausen (46. Kähler) – Busse,
Homburg – Zeybekoglu, Viera Gerkens (46. Ballner), Cords – Brant, Trainer:
Thorben Pingel
Tore: 1:0 Brant (13. Viera Gerkens),
1:1 Peldszus (34. Yörük)
gelb-rote Karte: Yeni (Tangstedter
SV, 61., Foulspiel + Unsportlichkeit)
rote Karte: Gashi (Tangstedter SV, 90.+3,
Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Michael Hartmann (SV
Hörnerkirchen, Note 5)
Zuschauer: 80
Samstag, 11. Oktober 2025
Spielbericht FC Alsterbrüder IV - SC Union 03 II
Torjäger
glänzt als Ersthelfer
Beinbruch:
Kellerduell der Kreisklasse 11 angebrochen
Keine Antwort auf die Frage, wer sich denn im Kampf gegen die rote Laterne der
Kreisklasse 11 absetzen kann, lieferte am Samstagnachmittag der Kick zwischen
der Vierten des FC Alsterbrüder und der Reserve des SC Union 03. Spielabbruch hieß es nämlich nach 20
Minuten der fortwährenden Behandlung eines Beinbruchs auf dem Platz.
Ehrensache, dass die Alsterbrüder der Bitte von Union-Coach Klaus Westphal
sofort nachkamen.
Der Spielverlauf war den Gastgebern bis dahin äußerst genehm. Mit der
flüssigeren Spielanlage häuften sie schnell ein Plus an Torchancen an, wobei
vor allem Christopher Jäger herausragte. So gab der „43er“ nicht nur den ersten
FCA-Versuch des Spiels ab (3.), sondern bereitete auch die zunächst beste
Gelegenheit seiner Farben mustergültig per Steckpass vor. Nur Kollege Michael
Störtkuhl machte nicht perfekt mit: der Heber überragte nicht nur den Schlussmann,
sondern auch dessen Gehäuse (4.).
Nach etwas mehr als einem Viertel der angedachten Spielzeit kamen jedoch auch
die Unioner einmal gefährlich vor die Kiste, als Oskar Stehling Marlon Crentsil
bediente, Lars Unger-Riedner aber solides Torwart-Können auf der Linie bewies
(25.).
Zehn Minuten später zeigte Jäger drüben, wie es besser geht. Moritz Klosters
Flugball aus der Innenverteidigung nahm der Offensivmann passend mit, um
zentral vor dem Quader flach rechtsunten zum insgesamt verdienten 1:0
einzulochen (35.).
Erst der sechste Saisontreffer seines Teams im sechsten Match – und es sollte
heute kein weiterer dazukommen, denn kurz darauf knallte Union-Verteidiger Emre
Cakmak im Kampf um den Ball mit einem Gelb-blauen zusammen und blieb schreiend
am Boden (38.). Rasch wurde klar: hier ist etwas Ernstes geschehen! Torschütze
Jäger, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Universitätsklinikums
Eppendorf fundiertes Wissen zur Erstversorgung helfend einbrachte, übergab
schließlich ans zügig angerückte RTW-Personal, das eine ganze Weile brauchte,
den Verletzten intravenös mit Schmerzmittel zu versorgen.
Schiedsrichter Saber Ghazouani (Hamburger SV), der die Partie bis hierhin
vorzüglich leitete, brach das Aufeinandertreffen schlussendlich ab.
Da sich die Beteiligten darüber einig waren, dürfte der Hamburger
Fußballverband das Spiel in Kürze komplett neu ansetzen. Cakmaks Schien- und
Wadenbeinbruch ist bis dahin hoffentlich den Umständen entsprechend gut
verheilt.
Tore: 1:0 Jäger (35.
Kloster)
Schiedsrichter: Saber Ghazouani
(Hamburger SV)
Zuschauer: 20
besonderes Vorkommnis: Spielabbruch
wegen einer schwerwiegenden Verletzung des Unioners Emre Cakmak (45.+13).
![]() |
| Glänzte als Torjäger und Ersthelfer: Christopher Jäger. |
Sonntag, 5. Oktober 2025
Spielbericht Eimsbütteler TV 2.A - SC Victoria Hamburg 1.A
Sechserkette
zu spät aufgelöst
Lange
zu defensive Vicky-U18 verliert Derby beim ETV
Derby-Sonntag in Hamburg-Eimsbüttel, doch so richtiges Feuer kam im 17
Uhr-Spiel der U18-Oberliga zwischen dem Eimsbütteler TV und dem SC Victoria
erst ansatzweise in der Schlussphase auf.
Der Regionalliga-Unterbau des ETV durch die 0:4-Niederlage BUs mit der Chance
auf Rang zwei, diktierte das Geschehen im Duell der Teams, deren
Heimspielstätten tatsächlich nur einen kräftigen Steinwurf entfernt liegen, mit
massigen Spielanteilen gegen einen SC Victoria, der sich wiederum teils mit
einer Sechserkette hinten einigelte. Guter Nährboden für einen unterhaltsamen
Abend bei immer wieder aufziehenden Regenschauern war dies sicherlich nicht.
Zweimal musste der SCV dennoch in höchster Not klären (8. & 10.), ehe die
Mauer kurz vor der Pause dann doch zu Staub zerfiel. Elias Baldé wählte in der
Vicky-Hälfte einfach mal das Solo, um es im Stile eines Slalomläufers
auszuführen und letztlich ins leere Gehäuse abzuschließen (43.).
Endlich fühlte sich daraufhin auch der Tabellenneunte einmal dazu berufen,
einmal offensiv vorstellig zu werden, köpfte Ex-ETVer Finley Dresemeyer eine
Cisse-Ecke gefährlich, aber für John Alimehmeti nicht unhaltbar, auf den
ETV-Kasten (45.+2).
Mit dem zweiten Abschnitt war der Elan dann aber wieder verflogen. Vor allem
nach dem 2:0, das der starke Lenny Gröning viel zu einfach über rechts
vorbereiten und Milo Beutner am zweiten Pfosten erzielen konnte, waren die
Gelben wieder erfolgreich zurückgedrängt (50.).
Erst, als sich der eingewechselte Finn Lux so langsam als Funkturm im
Angriffszentrum akklimatisierte, schienen die Gäste hier ernsthaft Zählbares zu
glauben. Der ebenfalls eingewechselte Maksim Marinkovic brachte Alimehmeti von
halblinks im Strafraum zumindest in Handlungsnot (72.).
Belohnt wurde das nun deutlich höhere Vicky-Engagement aber erst vier Minuten
vor dem Ende, als der bis dahin völlig wirkungslose Dresemeyer nach Foul an
Bojan Pavlovic die Vorteilssituation erkannte und flach zum 2:1-Anschlusstreffer
versenkte (86.).
Nun war es endlich das emotionale Derby, dessen setzte Augenblicke der ETVer
Tamay Dagci nach einem etwas sehr vehementen Stoßen ohne Ballaktion und der
fälligen roten Karte von draußen erleben musste (90.+3).
Seine verbliebenen zehn Kollegen verteidigten jedoch konzentriert, um im Konter
gar die dicke Chance zur Vorentscheidung zu erhalten. Nach schnellem Gegenzug
über Baldé entschied sich Till Newie aber uncleverweise für den eigenen
Abschluss, anstatt noch einmal für den besser postierten Mitspieler querzulegen
(90.+5). Am Ende egal, reichte es auch so für den nunmehr dritten Heimsieg und
den Sprung auf den Vize-Thron von Hamburgs höchster U18-Spielklasse.
Tore: 1:0 Baldé (43.), 2:0
Beutner (50. Gröning), 2:1 Dresemeyer (86. Pavlovic)
rote Karte: Dagci (Eimsbütteler TV,
90.+3, Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Jacob Marquardt (SV
UH Adler)
Zuschauer: 55
Freitag, 3. Oktober 2025
Spielbericht Holsatia/TSV Sparrieshoop/FC Elmshorn 1.Ü60 - FC Union Tornesch 1.Ü60
Pokalweiterkommen
in Kurzarbeit
Verfrühter
Abpfiff im Ü60-Pokal: Union Tornesch souverän bei Holsatia
Knapp mit 2:1 siegte die Ü60 des FC Union Tornesch in der Liga durch ein spätes
Tor von Hisham Amer (65.) am zweiten Spieltag in der Liga bei der
Spielgemeinschaft Holsatia/TSV Sparrieshoop/FC Elmshorn; im Pokal ging es nun
etwas deutlicher zu Gunsten der Supersenioren in weiß zu.
Zum abendlichen Ausklang des Einheitsfeiertags präsentierten sich die
Elmshorner zwar anfangs abschlussfreudiger, die Kugel besser laufen ließ aber
Union. So erstmals ganz vorne, als Renato Engel im Doppelpass mit Peter Grupe
in perfekte Einschussposition zum 0:1 kam (8.).
Klassisch Britisch machten sie es nach etwa der doppelten Spielzeit. Diesmal
flankte Peter Jäckel von rechts, sodass der baumlange Grupe im Obergeschoss
mühelos das 0:2 erköpfen konnte (14.).
Die Hausherren in der Folge bemüht, den Zugriff über Zweikämpfe
wiederzuerlangen, doch die besseren Chancen blieben weiter Union vorbehalten.
Ein Ping-Pong-Spiel im Strafraum beendete Holle-Fänger Heinz-Peter Meyn mit
beherztem Zupacken (18.), ehe er einen Engel-Kopfball quasi vorbeischaute
(29.).
Kurz vor der Halbzeit hatte Bernd Ruhser dennoch gleich zweimal den
Anschlusstreffer auf dem Fuß, als erst auswärts-Goalie Carsten Schulz mit
seinem Fuß und ein Vordermann mit dem Körper im Weg standen (32.).
Auch nach der Pause war den Gestreiften, die in den vergangenen Jahren durchaus
die eine oder andere Trophäe erspielten, das Engagement nicht abzusprechen. Zum
Beispiel versuchte es Torsten Sierk mit zwei Fackeln aus dem Hintergrund
(Schulz packte beherzt zu, 40. Und wischte die Kugel über die Querstange, 48.).
Das (vorentscheidende) Tor fiel aber auf der Gegenseite, als wieder Gruppe im
Doppelpass mit Engel das fein herausgespielte Kontertor zum 0:3 auf den gut
bespielbaren Rasen am Koppeldamm zelebrierte (56.).
Und weil der Gegenangriff durch die etwas luftig gestaffelten Reihen des
geschlagenen Widersachers so wunderbar klappte, legten die Mannen aus dem
Torneum kurzerhand noch den 0:4-Endstand obendrauf. Torschütze: Michael
Luttmann (64.).
Ob Luttmann und Co bei voller Spielzeit (Abpfiff nach 66 Minuten) noch einen
draufgesetzt hätten? Spekulation. Fakt ist dagegen der letztlich ungefährdete
Einzug ins Viertelfinale, wo in vier Wochen ein erneutes Auswärtsspiel, diesmal
beim SV Eidelstedt, ansteht.
Tore: 0:1 Engel (8.
Grupe), 0:2 Grupe (14. Jäckel), 0:3 Grupe (56. Engel), 0:4 Luttmann (63.)
Schiedsrichter: Herbert Seibicke
(Heidgrabener SV)
Zuschauer: 15
Donnerstag, 2. Oktober 2025
Spielbericht TSV Flintbek - Kieler MTV
Joker
Düzgün sorgt fürs Pokal-Déjà-vu
Wieder
2:1 gegen den Kieler MTV: TSV Flintbek beißt sich im Mittelfeld fest
Mittelfeld pur am Donnerstagabend in Flintbek! Während der hiesige TSV mit dem
zweiten Erfolg hintereinander im Mittelstück der Verbandsliga Ost festsetzen
konnte, bekam der starke Neuling aus Kiel einen kleinen Bremsklotz auf dem Weg
ins obere Drittel vors Getriebe geworfen.
Absolut nicht mittelmäßig präsentierte sich im ersten Drittel der 90 Minuten
die Heim-Elf, die es bestens verstand, den Gegner auf ihrem eng bemessenen
Kunstrasen konsequent unter Stress zu setzen und selbst durchaus ansehnlich zu
kombinieren. Die Kieler oft nur in der Rolle des Reagierenden, was früh
ordentlich in die Hose ging, als Timo Zilz den TSVer Torben Frahm im Sechzehner
auflaufen ließ und somit Niklas Kocks Strafstoßtor zum 1:0 heraufbeschwor (8.).
Bei einer Ratjen-Schusschance nach zuvor schwacher Klärung durch Luca Bourreau lag
gar die Verdopplung in der Luft, doch das Leder verfehlte sein hehres Ziel
(12.).
Ansonsten mussten sich die Hausherren jedoch zwei Vorwürfe gefallen lassen: zu
selten kamen sie an vorderster Front zum gefährlichen Abschluss und zu sehr
ließen sie die Zügel nach etwas mehr als einer halben Stunde schleifen.
Mit dem nun endlich vorhandenen Platz wusste der Aufsteiger aus der
Landeshauptstadt sofort etwas anzufangen. Eine Doppelchance auf halbrechts,
nachdem Kolja Baeskow den feinen Diagonalball spielte (40.), deutete jenes
Szenario an, das im zweiten Durchgang tatsächlich Einzug erhalten sollte.
Diesmal erhielt Ben Henningsen einen hohen Ball, um in der Parzelle zunächst
geblockt zu werden, doch weil Kollege Louis Reinicke voll in der Szene blieb,
setzte es das Ausgleichstor durch den Kapitän.
Plötzlich schien der dritte Sieg in Serie für die Männerturner gar nicht mehr
so unrealistisch, zumal sich für Janne Rudolph eine feinste Chance im
Umschalten bot. Um das Tor zu treffen, sollte man allerdings zunächst den Ball
sauber erwischen (66.)…
In der bis dahin ausgeglichenen Schlussphase drehte sich das Geschehen dann
aber gegen den amtierenden Kreisliga-Vizemeister, verlor dieser erst Reinicke,
dessen Knöchel einer robusten Ballbehauptung Jonas Roempkes zum Opfer fiel
verletzt (84.), ehe kurz darauf ein tiefes Frahm-Zuspiel exakt Joker Sahin
Düzgün fand und dieser seinen bisher nur drei Minuten andauernden Einsatz mit
dem eiskalten 2:1 in die lange Ecke veredelte (87.).
Duplizität der Ereignisse, triumphierten die Roten bereits im
Kreispokal-Semi-Finale mit derselben Tor-Folge (bei anderen Treffer-Minuten)
mit 2:1 gegen die Jungs vom Professor-Peters-Platz. Um dies an diesem
Donnerstagabend zu verhindern, warfen sie zumindest kämpferisch noch einmal
alles in die Waagschale – bis der leidenschaftlich geführte Kick in Nachspielminute
acht vom insgesamt umsichtigen Martin Herpel (Husumer SV) abgepfiffen wurde. Für
die TSV Flintbek der Lohn einer pressingstarken Anfangsphase, eines guten
Trainer-Wechselhändchens und eines nicht schönen, aber effektiven Zeitmanagements
auf den letzten Metern der Partie.
Tore: 1:0 Kock (8.,
Strafstoßtor, Zilz an Frahm), 1:1 Reinicke (52. Henningsen), 2:1 Düzgün (87.
Frahm)
gelbe Karten: Roempke, Buessau –
Baeskow, Woywod, Rudolph
Schiedsrichter: Martin Herpel
(Husumer SV)
Zuschauer: 65
Dienstag, 30. September 2025
Spielbericht FC Alsterbrüder III - VfL Hammonia III
Varettos
kitschiger Abschiedstango
Doppelpack
und Pokal-Derby-Sieg vor der Argentinien-Rückkehr
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beschloss die dritte Mannschaft
des VfL Hammonia ihren wirklich bemerkenswert erfolgreichen September. In der
Liga zehn Punkte aus vier Spielen und im Pokal schossen sich die Kicker aus dem
Schanzenviertel im Derby gegen die Alsterbrüder-Dritte sauber ins Achtelfinale.
Alles im Lot, beim VfL, wäre da nicht der wehmütige Abschied von „Hammonia-Legende“
Gaston Varetto, den es nach knapp drei Jahren zurück in die Argentinische
Heimat zieht. Entsprechend erfolgreich sollte – so der Plan – der letzte Tango
des Vereinslieblings bei wenig südamerikanischen Herbst-Bedingungen am
Dienstagabend vonstattengehen.
Den ersten Abschluss der Partie verzeichneten jedoch die Gastgeber, bei denen
Geraldo Schmidt mit etwa sieben verfehlten Metern belegte, dass er im Zentrum
der defensive Viererkette schon richtig aufgehoben ist (7.). Keine Gefahr
jedenfalls für Jonas Rügge, der den beim Aufwärmen verletzten Fynn Reuter
tadellos vertrat.
Freiflugmeilen sammelte quasi Gegenzug sein Gegenüber, als Dominik Schmuck
Hammonias ersten Versuch sehenswert aus dem Winkel fischte (8.) und auch einen
tückischen Ndiessome-Freistoß ins Tor-Aus schaufelte (12.).
Ein starker Beginn des FCS-Torwarts, der sich wenig später jedoch unfreiwillig
zum Löffel machte. Ohne Gegnerdruck spielten sich die Gäste durchs Zentrum zu
Lautaro Gordiola, dessen Hereingabe weit und breit keinen Verbündeten fand,
doch weil Schmuck beim Entsorgungsversuch Verteidiger Frederik Knümann
anschoss, landete das Leder tatsächlich doch noch im Tor – ein 0:1, wie es in
Arnd Zeiglers Rubrik „Kacktor der Woche nicht besser hätte gezeigt werden
können (18.)!
In der Folge nutzten die Hammonen das Momentum jedoch nicht aus. Erst in der munteren
Schlussphase des ersten Abschnitts näherte man sich beispielsweise durch einen
schnittigen Dogu-Rechtsschuss aus 16 Metern wieder an (38.), während auch die
Alsterbrüder aussichtsreich aufwarteten. Halbrechts vor zwei-Meter-Koloss Rügge
zielte Victor Radtke nicht genau genug: Fußabwehr (39.)!
Aber was machte eigentlich Hauptprotagonist Varetto? Der arbeitete fleißig fürs
Team und erlief sich kurz nach der Pause einen langen Krämer-Schlag, um den
anschließenden Lupfer zwar über den herausstürzenden Schmuck, aber auch über
das Tor zu setzen (47.).
Die zweite Chance folgte jedoch rasch, resultierte ein verkorkster
Knümann-Freistoß in Hammonias Konter, den Hüdayi Dogus Bogenlampe unorthodox
ins letzte Drittel führte. Mit viel Einsatz verschaffte sich Varetto
schließlich die Position, das Runde mit dem Kopf über den Torwart und
abschließend mit dem Fuß über die Linie zu bringen (56.). Jubel, Trubel,
Herzlichkeit: DAS sind die Geschichten, die den Fußball so liebenswert machen!
Und es wurde noch kitschiger. 71. Minute: Roberto Rodriguez Estevez mit der
flachen Ecke, die durchgelassen bei Varetto im Zentrum landete und schon der
Doppelpack zum 0:3 geschnürt! Genug also der Taten für den heuer als Kapitän
aufgelaufenen 30-Jährigen, dessen Fußballer-Zeit in Deutschland um 21.35 Uhr
Ortszeit mit der Auswechslung zu Gunsten von Landsmann Sebastian Pignatelli einen
applausträchtigen Rahmen fand (76.).
Gegen den Rahmen zielte unterdessen Kollege Dogu, dessen Alu-Treffer das
Gestänge mächtig in Bewegung brachte (57.). Glück in dieser Szene für Tormann
Schmuck, der sich wenig später in Aktion verletzte und durch Paul Altenburg
ersetzt wurde (61.).
Im Verlaufe der unnötig üppigen Nachspielzeit fing sich der gelernte
Feldspieler im Ausflug aus der eigenen Parzelle noch das 0:4, das Oleksandr
Bobrovskyi im Duett der Joker clever für Pignatelli in den Rückraum auflegte.
Das Urgestein, eigentlich nicht als Torjäger bekannt, machte es mit dem
gefühlvollen Heber von rechts butterweich zum 0:4-Endstand (90.+3), den das
drüben eingewechselte Eigengewächs Johann Bierendt (82.) und der ebenfalls aus
der FCA-Jugend stammende Henry Lyons per Doppelchance (90.+6) nicht für die
Blauen aufgehübscht bekamen.
Hammonias Drittvertretung bleibt damit im Lostopf für das Ende Oktober
steigende HFV-Pokal-Achtelfinale, was nebenbei auch für den Bruch eines
persönlichen Banns bei Julian Höger aus dem Trainerstab sorgte: „Ich verliere
hier immer – außer als Senior“, unkte Hammonias Mannschaftsallrounder mahnend
trotz der Favoritenrolle vor der Partie. Heute war dem Fußballgott eben nach
Fußballromantik in albiceleste…
Tore: 0:1 Knümann (18.,
Eigentor, Gordiola), 0:2 Varetto (56. Dogu), 0:3 Varetto (71. Rodriguez
Estevez), 0:4 Pignatelli (90.+3, Bobrovskyi)
gelbe Karten: Nieuwenhuizen, Knümann
– Maza, Varetto, Bobrovskyi
Schiedsrichter: Sten Reissner (FC
St. Pauli)
Zuschauer: 25
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