Freitag, 21. November 2025

Spielbericht SV Lieth - Heidgrabener SV

Schümann zerstört den Krenzk-Effekt
An allen Derby-Treffern beteiligt: Torjäger glänzt gegen kriselnde SV Lieth

Einige Spielausfälle, nicht nur in der Bezirksliga 01, zum dritten Novemberwochenende. Und obwohl die Gäste aus dem Nachbarort vor Anpfiff nicht so richtig von der Bespielbarkeit des eisigen Klaus-Waskow-Platzes überzeugt waren, verpasste der Heidgrabener SV dem Lokalrivalen eine echte Rutsche.
Mann des Tages dabei einmal mehr: Dauer-Torjäger Philippe Schümann, dessen Beutezug am Freitagabend erst auf dem dritten Bildungsweg begonnen hatte. Eine Ecke von Samuel Karul vermochten die Liether gleich mehrfach nicht entscheidend zu klären, sodass Daniel Meyer die Kugel noch einmal in die Gefahrenzone lupfen konnte. Sebastian Stapel mit der Kopfballablage und schon war Schümann per Direktabnahme gewohnt zielsicher zur Stelle (14.). Proteste, dass Schlussmann Luca Von Der Heide in der Entstehung etwas von Kirill Shmakov gerempelt wurde und jeweils zweimal knapp die Abseitsfahne unten blieb, ließen das Gespann um Alexander Nehls (SC Eilbek) kalt. – Oder doch nicht? Denn als Jan Schiebuhr drüben nach Traumpass Ben Kellners den Kontakt mit Shmakov suchte, zögerte der Pfeifenmann keine Sekunde, um Philipp Matthiessen die prompt genutzte Ausgleichschance vom Punkt zu weisen (16.).
Für diejenigen aus dem zahlreich erschienenen Publikum, die diese Spielepisoden verpasst hatten, sollte es in der Folge kaum verständlich sein, dass dieses weitgehend unstrukturierte Gebolze tatsächlich schon zwei Tore hervorbrachte. Einzig Schümann sorgte mit toller Ballmitnahme und sofortigem Linksschuss für ein vorbei rauschendes Geschoss (18.).
Fast verzweifelt wirkten da fehlkalibrierte Versuche von Ali Duman aus 40 Metern (30.) und erneut Matthiessen aus deren 25 (32.) auf der anderen Seite.
Immerhin aber winkte der SVL nach fünf sportlichen Niederlagen in Serie bei diesem Spielstand wieder einmal Zählbares.
Ein wenig wie aus dem Nichts rückte dies dann aber wieder in weite Ferne, als sich Mats Jonah Behrens bei einem Brinke-Einwurf völlig unnötig auf einen Ringkampf mit Schümann einließ (42.). Den Vorjahrestorschützenkönig zwar an der Kopfballverlängerung gehindert, aber ihn gleichzeitig zum platzierten 1:2-Strafstoßtor eingeladen: so geht „verschlimmbessern“!
Fast mit dem Halbzeitpfiff das große Aufatmen der Gastgeber: Einen offensiven Ballverlust des Gegners zum fixen Umschalten genutzt, wuselte sich A. Duman überragend im Sechzehner zum Querpass durch, doch aus lediglich vier Metern schob Schiebuhr das Leder blamabel am 7,32m breiten Gehäuse vorbei (45.+2)…
Und so kam es schließlich, wie es trotz der nimmermüden Durchhalteparolen von Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen („Die Löwen werden sich das Ding in der zweiten Hälfte ziehen!“) kommen musste. Direkt nach dem Seitenwechsel gerade noch rechtzeitig vom Kontrahenten abgelaufen (46.), beteiligte sich Schümann abermals entscheidend an Zählbarem. Diesmal leitete er einen schwachen D. Duman-Kopfball mit nur einer Berührung vertikal zu Sturmpartner Meyer weiter, ehe der ehemalige Egenbütteler den orientierungslos düpierten Behrens zum 1:3 stehen ließ (52.).
Der Effekt des Trainerwechsels vom zugriffslosen Rudolf Hock-Kutscher zu Guido Krenzk schien auf Seiten der SV Lieth bereits nach etwas mehr als einer Halbzeit verpufft. Die Verunsicherung hatte der einstige Zepterschwinger von Cosmos Wedel seiner neuen Elf jedenfalls (noch) nicht nehmen können.
Symptomatisch dafür setzte A. Duman seinen aussichtsreichen Freistoß völlig uninspiriert in die Mauer, aus der sogar der direkte Konter entsprang. Die Abwendung des 1:4 war letztlich einzig Luca Albers gerade noch erfolgreiches Eingreifen im Laufduell der Eingewechselten gegen Jason Urban zu verdanken (75.).
Fallen sollte es aber dennoch. Diesmal krönte Christoph Ketelhohn seinen eigenen ballgewinn gegen passive Klein Nordender per Doppelpass mit Schümann und dem coolen Abdruck vor dem luftig verteidigten SVL-Kasten (82.).
Eine noch höhere Derby-Schmach blieb der Elf vom Butterberg zwar in den letzten Momenten noch erspart (Schümann in Rücklage drüber, 84.), doch die Tabellenrealität von Abstiegsplatz 14 und vor allem das espritlose Auftreten auf dem Platz geben derzeit kaum Raum zur Hoffnung auf eine bessere Saisonphase.
Der HSV festigte dagegen seine leistungsgerechte Mittelfeldposition. Hinten im Kollektiv diszipliniert und vorne Schümann: Solidität made in Heidgraben!

Tore: 0:1 Schümann (14. Stapel), 1:1 Matthiessen (16., Strafstoßtor, Shmakov an Schiebuhr), 1:2 Schümann (42., Strafstoßtor, Behrens an Schümann), 1:3 Meyer (52. Schümann), 1:4 Ketelhohn (82. Schümann)

gelbe Karten: keine – Wolf, Samuel Karul

Schiedsrichter: Alexander Nehls (SC Eilbek)

Zuschauer: 110

Sonntag, 16. November 2025

Spielbericht SC Condor Hamburg 1.C - HEBC 2.C

Flutlichtgeneralprobe geglückt
HEBC-C2 macht die vierte Pokalrunde klar und fiebert dem Derby entgegen

„Pflichtaufgabe mit Bravur gemeistert“, zog Nikola Jovic ein insgesamt wohlwollendes Fazit zum Pokal-Drittrunden-Auftritt seiner HEBC-2012er, obwohl der Oberligist zu Gast beim Bezirksliga-Tabellenführer SC Condor noch „Luft nach oben“ ließ. „Wir hatten fünf bis acht schöne Spielzüge dabei. Wir als Trainer würden uns allerdings mindestens 20 wünschen.“.
Nach dem Aus des Ligakonkurrenten SC Poppenbüttel beim SV Groß Borstel (Bezirksliga) am Vortag waren die Eimsbütteler gewarnt: „Das zeigt, dass die Motivation bei klassentieferen Team immer hoch ist. Es kann also schwer werden, wenn man die Tore nicht macht. Das haben die Jungs sehr gut gemacht und nach circa 8 Minuten klare Verhältnisse geschaffen. Diese Challenge wurde zumindest angenommen und bewältigt.“. Tatsächlich legte der Favorit gleich druckvoll los, sperrte die Raubvögel quasi im Käfig des eigenen Strafraums ein. Vor allem der wendige Liam Düring stellte die Hausherren mit seiner außergewöhnlichen Ballbehandlung immer wieder vor schier unlösbare Defensivaufgaben. Und trieb der Neuzugang vom USC Paloma sein Unwesen nicht in der Parzelle, probierte er aus der zweiten Reihe, womit der Torreigen in Minute zwei aus halblinker Hochschussposition prompt eröffnet war.
Kaum erhöhte Joshua Appiah auf Zuspiel Momme Wietzke (6.) und im Anschluss an einen Manneh-Ballgewinn mit anschließender Düring-Weiterleitung (8.) auf 0:3, deutete sich eine zweistellige HEBC-Gaudi an.
Nur ging den Ballspielclubberern fortan etwas die Zielstrebigkeit ab. Hier und da ein Ballkontakt zu viel – dort ein Abschluss zu wenig. Mäkeln auf erhöhtem Niveau, schickte Düring in Minute 16 ganz Farmsen ins Karussell, um schließlich flach mit links auf 0:4 zu stellen.
Nach einer rund viertelstündigen Auszeit, während der der SCC durch Ariyan Alshekhee immerhin einmal für Beschäftigung des sonst in Kältestarre verharrenden Mats Hagelstein sorgte (24.), bemühte sich das Team in weiß, der folgenden Halbzeitansprache etwas mehr Milde zu verleihen. Geraud Azanmasso zweimal aus der Ferne (26. & 27.), Düring gegen den Querbalken (33.) und knapp vorbei (34.), sowie Sharthak Gurung gegen den Goalie (35.+1), verpassten, was bis zum Pausenpfiff Muhamadulamin Manneh vorbehalten blieb: ein erfolgreicher Abschluss aus günstiger Strafraumposition (30.).
Viel Spektakuläreres spielte sich vor dem reichlichen Gäste-Anhang (Jovic: „Heute war die Unterstützung der Eltern wieder grandios!“) im zweiten Abschnitt nicht so recht ab. Vereinzelte Chancen scheiterten an der fehlenden letzten Tor-Gier oder dem zu kalter Sonntagabendstunde warm geschossenen Adrian Mann zwischen den Condor-Pfosten (46. & 62.), bis sich Außenakteur Azanmasso von halblinks mit dem passenden Abdruck zum 0:6 für seinen engagierten Auftritt belohnte (63.). Etwas mehr Kreativität bei der Auswahl der Schussrichtung und es wäre gar ein Doppelpack geworden (67.).
So aber war der Schlusspunkt durch den eingewechselten Mats Hoppe gesetzt, als dieser eine Düring-Ecke von rechts am langen Pfosten fachgerecht verwertete (65.).
Während die (selbsternannte) Expertenschaft noch über den klar verfehlten „X-Goals-Wert“ der Eimsbütteler diskutierten, richtete Jovic bereits den Scheinwerfer gen nächstes Wochenende, wenn am Samstag – wieder um 17.30 Uhr – der ungeliebte Eimsbütteler TV zum Derby am Reinmüller aufläuft. „Zumindest haben wir uns heute unter Flutlicht am Abend erneut ausprobiert. Das kommt am kommenden Wochenende erneut auf uns zu im Derby. Es wird eine höhere Intensität sein und wir werden uns richtig gegenseitig pushen müssen. Die Atmosphäre wird vergleichbar sein mit einem HEBC Herren-Ligaspiel. Das wird ein schöner heißer Tanz. Solche Spiele sind aber toll. An solche Momente erinnert man sich lange, wenn sie denn positiv gestaltet werden“, so die Vorschau auf den siebten U14-Oberligaspieltag

Tore: 0:1 Düring (2.), 0:2 Appiah (7. Wietzke), 0:3 Appiah (8. Düring), 0:4 Düring (16. Manneh), 0:5 Manneh (30. Düring), 0:6 Azanmasso (63.), 0:7 Hoppe (65. Düring)

Schiedsrichter: Jürgen Richter (TSC Wellingsbüttel)

Zuschauer: 60


Spielbericht HEBC II - SC Union 03

Abstiegskampf kennt keine Liebe
Keller-Derby: HEBC II vermöbelt den Ex-Coach und ist erstmal unten raus

Viele Jahre hielt Dimitrios Papadopoulos die Knochen hin, Coachte Jugend und zweite Herren, verkaufte Speis und Trank – alles immer mit voller Leidenschaft für Lila-weiß. Der Rückkehr ins alte Wohnzimmer als Trainer des SC Union 03 wohnte jedoch auch eine sportliche Brisanz inne. Denn nicht nur, dass die Geographie ein klassisches Derby begründete; vier sieglose Partien in Serie ließen seine Mannen aus Altona-Nord zuletzt bis auf den vorletzten Rang der Bezirksliga 04 zurückfallen.
Dass man ein bis dahin nahezu ereignisloses Spiel ausgeglichen gestalten konnte, ging nach 34 gespielten Minuten als zumindest annehmbares Zwischenzeugnis durch.
Dann aber hatte man Deniz Alan deutlich zu viel Zeit zur Ballverteilung nach links gelassen, wo auch Arun Torani zu wenig Gegenwehr beim flachen 1:0 erfuhr (35.). Das Pausenresultat sollte also doch dem negativen Trend des Aufsteigers, damals übrigens zwei Zähler vor der Drittvertretung des HEBC, folgen.
Ein Stück weit erleichternd kam da die Standardkunst des Nico Kukuk daher, als der 76-fache Oberligaspieler seinen Freistoß aus dem Halbfeld genau auf Jan Schaars Kopf zirkelte und der Mann der aus der Viererkette das 1:1 schädelte (53.).
Schnell stellte aber wieder Ernüchterung ein, als mit Murat Aktürk ausgerechnet ein einst in HEBC-Jugend von Papadopoulos Trainierter mit feinem Füßchen in den Lauf von Laurel lupfte und der 29-Jährige alle höherklassige Routine zum 2:1 walten ließ (57.).
Wiederum jedoch reagierte Union mit einem Volltreffer. Diesmal erkannte Schaar die Gelegenheit zum Flugball auf den quirligen Dauda Ibrahim. Die Heim-Innenverteidigung kalt erwischt und Ibrahim konnte sicher einschieben – 2:2 (58.)!
Zwei (korrekte) Entscheidungen von Schiedsrichter Christian Schnabel (Hamburger SV) brachten Ibrahim und Co schließlich auf die Palme. Erst wertete der Unparteiische einen Lufteinsatz gegen Abrurrahman Senay, dem tatsächlich Toranis zweiter Streich entsprang, als regelkonform (62.), dann erhielt Ibrahim als Kontaktsuchender im StrafRAUM keinen StrafSTOß (65.)… 
Und als wäre das noch nicht genug, für das angespannte Nervenkostüm von 03, erhöhte Alan auf Steckpass Aktürks gar auf 4:2 für Eimsbüttels Ballspielclubberer (71.).
Erholen sollten sich die Gäste davon schlussendlich nicht mehr – im Gegenteil!
Eine Orgie von wilden Querschlägern beendete Aug vor Schlussmann Aliaksandr Bulechka mit dem 5:2 (80.), woraufhin der eingewechselte Janek Meyer den Goalie vom Strafstoßpunkt verlud (Umaro Embalo hatte zuvor Raoul Bouveron im Sechzehner getroffen, 84.). Nach langer Ecke Toranis in den Rückraum (87.) und erneutem Strafraum-Foul (Stetskyi an Bouveron, 90.+2) schraubte der einst auch dem Liga-Kader angehörige Bouveron (32) den Endstand höchst persönlich noch auf ein happiges 8:2 empor.
Einen Kick-Off vor Saison-Halbzeit (daheim gegen Eintracht Lokstedt II) bleiben die Schwarz-weißen im Keller kleben. Von diesem abgesetzt hat sich indes die HEBC-Reserve (fünf Punkte vor), die am kommenden Wochenende zum heuer siegreichen Tabellenletzten nach Poppenbüttel (2:1 beim SC Sperber) fährt. Der zahlreich zur Gegnerbeobachtung angereiste Tabellensechzehnte freut sich schon.

Tore: 1:0 Torani (35. Alan), 1:1 Schaar (53. Kukuk), 2:1 Aug (57. Aktürk), 2:2 Ibrahim (58. Schaar), 3:2 Torani (62. Bouveron), 4:2 Alan (71. Aktürk), 5:2 Aug (52. Wiegand), 6:2 Meyer (84., Strafstoßtor, Embalo an Bouveron), 7:2 Bouveron (87. Torani), 8:2 Bouveron (90.+2, Strafstoßtor, Stetskyi an Bouveron)

gelbe Karten: Dalig – keine

Schiedsrichter: Christian Schnabel (Hamburger SV, Note 2)

Zuschauer: 50






Samstag, 15. November 2025

Spielbericht Eimsbütteler TV III - VfL Hammonia II

ETV-Serie über Backbord gerissen
Drei frühe Gegentore als zu hohe Hypothek: ETV III verliert mal wieder  

Marmor, Stein und Eisen bricht – was auch für die Serie des ETV spricht. Mit fünf ungeschlagenen Partien boxte sich die Drittvertretung von der Bundesstraße ins Mittelfeld der Kreisliga 7, wo es im Derby gegen die Zweite des VfL Hammonia nun eine kleine Bruchlandung setzte.
Ein Bauchklatscher mit Anlauf, verstanden es die Herren in weiß vor allem nicht, ihre linke Abwehrseite gescheit dicht zu bekommen. Ein Zustand, der bereits nach fünf Minuten reichlich teuer wurde, als Außenverteidiger Pascal Duke seine Außenbahn entlang stiefelte, um ideal für Tristan Baiers ergrätschtes 0:1 aufzulegen (5.).
Ähnliches schafften die Gäste mit der fußläufigen Anreise nach der dreifachen Spielzeit. Wieder raste Duke unbehelligt auf rechts entlang, woraufhin Abdelkarim El Aidi bei Annahme und Schuss noch geblockt werden konnte. Da Baier aber wieder genau am richtigen Fleck lauerte, war das 0:2 im Nachsetzen erköpft (15.).
Hammonia gnadenlos effizient und es wurde noch brutaler, zog diesmal Leon von Sobieski gezielt zentral mit rechts ab, nachdem diesmal Torben Schulte die Vorarbeit über Steuerbord lieferte (23.).
Der ETV dagegen völlig von der Rolle, klopfte erst kurz vor der Halbzeit einmal per Freistoß durch Gabriel Lourenco de Aquino (Duke klärte auf der Linie, 44.) an.
Der VfL verpasste es unterdessen, mit noch höherer Führung als „nur“ mit 0:3 in die Pause zu gehen, weil Rene Hobelmann einen erneuten Abdruck von Sobieskies mit dem Fuß entschärft bekam (35.) und El Aidi die nicht ganz optimale Schussposition dem Querlegen auf den umtriebigen von Sobieski vorzog (42.).
Kurze Hoffnung für die Hausherren, dass es vielleicht doch noch ein annehmbarer Nachmittag werden könnte, streute nach einer Stunde ihr vorzeigenswertester Angriff, den Alexander Robert aus der hintersten Reihe heraus zu Henry Sander eröffnete, während Leo Husemann schließlich auf Zuspiel seines einstigen Mitspielers aus dem eigenen 2007er-Jahrgang auf 1:3 verkürzte (60.).
Engagiert, aber letztlich ohne Zug zum Tor, blieb Paul Schätzels zu unplatzierter Schuss auf VfL-Fänger Henrik Priestersbach (77.) das gefährlichste der Gefühle.
Hammonia machte dagegen kurz vor Ende alles klar. Jonah Müllers Kurzdistanz-Kopfball in der zweiten Welle eines Eckballs (85.) bedeutete die Vorentscheidung, die Matti Hobbiebrunken mit seinem Flachschuss nach Ballgewinn sogar noch weiter zum 1:5-Endstand untermauerte (90.+4).
Die zehntplatzierte Hammonia-Reserve damit also am kommenden Wochenende gegen den SC Egenbüttel III mit der Möglichkeit, eine schwierige Hinrunde halbwegs versöhnlich zu beenden. Der ETV möchte dagegen im Auswärtsderby bei GWE II eine neue Positivserie starten.

Tore: 0:1 Baier (5. Duke), 0:2 Baier (15. El Aidi), 0:3 von Sobieski (23. Schulte), 1:3 Husemann (60. Sander), 1:4 Müller (85.), 1:5 Hobbiebrunken (90.+4)

Schiedsrichter: Masud Omer

Zuschauer: 45





Spielbericht Eimsbütteler TV IV - FC Teutonia 05 III

Das Wohnzimmer weiter aufgehübscht
Vorsprung ins Ziel gerettet: ETV-Vierte klopft zaghaft oben an

Bis in die obere Tabellenhälfte der Kreisliga 08 arbeitete sich die Vierte des Eimsbütteler TV in den letzten Wochen mit guten Ergebnissen vor und nun rückt zur Winterpause sogar Rang zwei in Sichtweite.
Dass auch Spieltag 14 neues Wasser auf die Erfolgs-Mühlen der Bundesstraßler goss, begünstigte ein 3:2-Heimsieg – der dritte in Serie der im zuvor im eigenen Wohnzimmer aüßerst generösen Elf – gegen Teutonia 05 III.
Dabei galt es zunächst, einen Elfer-Schock aus den Kleidern zu kriegen, nachdem Schlussmann Nick Brasch mit Gegenspieler Philipp Walter zusammengeknallt war und Gäste-Kapitän Hauke Riebesehl den fälligen Penalty sicher mit rechts versenkt hatte (14.).
Tonangebend war man in der Folge jedenfalls, nur fehlte beispielsweise bei Marco Bassens abgefälschtem Versuch die letzte Präzision (21.).
Wie schön, dass sich die Eimsbütteler auf ihre Kernkompetenz, den ruhenden Ball, verlassen konnten. So verwertete Dan Skjodt Andersen einen hohen Freistoß vor dem etwas suboptimal hervorspringenden Tormann zum Ausgleichstreffer (26.), während Johann Studtmanns Bude per Hinterkopf seinen Ursprung von der Fahne (Ecke Tom Krase) erfuhr (63.). Aus dem Spiel heraus hatte das Führungstor Sekunden zuvor noch nicht fallen wollen, als Rasmus Jessen vor der Linie gegen David Wagner zum verhängnisvollen Eckstoß klärte…
Über links eingeleitet, gelang es durch Leon Sodhi schließlich doch endlich, die Kugel einmal ohne vorige Spielunterbrechung zum 3:1 ins Teutonen-Nest zu legen (67.).
Der ETV-Dreier damit nur noch reine Formsache? Nicht ganz, kämpfte Teutonia auch mit rustikalen Mitteln um den Anschluss, der durchaus noch rechtzeitig fiel. Ebenfalls nach einem Eckstoß (Rene Rudolph) versenkte Tom Deubel am kurzen Pfosten direkt zum Anschlusstor (79.). Der Anfang für eine teils hitzige Schlussphase war gemacht.
Problem nur: Spielertrainer Rudolph und Gefolge vermochten es in der verbliebenen Spielzeit nicht mehr, des Gegners Gehäuse noch einmal gefährlich zu werden.
Die neue Heim-Serie des ETV war gerettet!

Tore: 0:1 Riebesehl (14., Strafstoßtor, Brasch an Walter), 1:1 Skjodt Andersen (26. Pendzialek), 2:1 Studtmann (63. Krase), 3:1 Sodhi (67. Schneider), 3:2 Deubel (78. Rudolph)

Schiedsrichter: Bubacar Djalo

Zuschauer: 35



Sonntag, 9. November 2025

Spielbericht SV Lieth II - TSV Gut Heil Heist

Viera und die Joker stechen
Wichtiger 5:1-Triumph hievt SV Lieths Zweite aus der Abstiegszone

Mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen und dem zuletzt desaströsen 1:8 in Sparrieshoop rauschte die Zweitvertretung der SV Lieth neulich hinunter in den Tabellenkeller der Kreisliga 1, aus dem es nun mit einem 5:1-Ausrufezeichen gegen den TSV Heist wieder etwas hinausging.
Begonnen hatte der Fluchtlichtkick am Sonntagnachmittag allerdings reichlich suboptimal, für die Gastgeber, die Schlussmann Daniel Diedrigkeit nach bereits 20 Sekunden vor dem sofortigen Rückstand bewahrte. – Jedoch auf Kosten eines J. Schmidt-Eckstoßes, den der aufgerückte Marcel Bastide im Sechzehner zum 0:1 in Sekunde 50 verwertete (1.).
Abgesehen von einem Götting-Schlenzer (rechts vorbei, 34.) waren die Heistmer, denen in den letzten Wochen außer dem 9:3-Erfolg gegen Union Tornesch nichts Zählbares gelang, dem 0:2 insgesamt näher als die Liether dem Ausgleich.
Nach langer Eröffnung, die Linie runter, Nevio Schuchhardts Querpass und Niklas Viera Gerkens freiem Abschluss durfte dennoch das 1:1 bejubelt werden (42.).
Mit etwas Glück, dass Jakob Schmidt zweimal verfehlte (45.+1 & 45.+2), hielt das Remis bis in den zweiten Durchgang, der den Roten den erhofften Rückenwind bescherte.
Den Anfang machte erneut Viera Gerkens, der zentral das 2:1 besorgte (53.), ehe Joker Michel Cords einen unglücklichen Torwartausflug mit dem 3:1 ins quasi leere Gehäuse bestrafte (63.). Mit dem Tempovorteil auf der Habenseite, bediente Ole Schedelgarn den ebenso frisch eingewechselten Fabian Kühl zum flach eingeschobenen 4:1 (74.).
Nur Cords´ nächste Chance, die TSV-Schlussmann Rayk Schwertfeger im Abtauchen vereitelte (76.), passte da nicht ins Bild der heuer durchaus effizienten Klein Nordender.
Ganz anders dagegen der TSV Heist, der der jungen Dynamik des Gegners nur wenig entgegenzusetzen hatte. Mit Rene Gills Hereinnahme kam vorne zwar etwas mehr Torgefahr auf (77. & 81.), doch das nächste und letzte Tor des Tages fiel noch einmal auf der anderen Seite, als abermals ein unbehelligtes Zusammenspiel von Reservisten zwischen Jannic Bartl und Tom Busse den umjubelten 5:1-Endstand herstellte (89.).
Die SV Lieth eroberte damit erstmal Rang zwölf, während der TSV Heist einen Platz drunter jetzt punktgleich mit den Torneschern auf Abstiegsplatz 14 dasteht.

Tore: 0:1 Bastide (1. J. Schmidt), 1:1 Viera Gerkens (42. N. Schuchhardt), 2:1 Viera Gerkens (53.), 3:1 Cords (63.), 4:1 F. Kühl (74. Schedelgarn), 5:1 Busse (89. Bartl)

gelbe Karten: Dickenhausen – J. Schmidt

Schiedsrichter: Lennart Elias Klare (Note 1,5: führte mit höchst souveräner Ausstrahlung und engagierter Laufarbeit durch eine Begegnung mit einer Vielzahl von (korrekten) Abseitsentscheidungen.)

Zuschauer: 45


Spielbericht SV Lieth III - TSV Gut Heil Heist II

Ex-Preuße entscheidet das Mittelfeldduell
Dreierpack von Günsch: TSV Heist II setzt seine Herbst-Herrlichkeit fort

Der Herbst. Trüb, feucht, kalt. Ganz anders die Wahrnehmung der dritten Jahreszeit in Heist. Denn nimmt man das 6:4 bei Holsatia vom Vortag mit in die Rechnung, heimst die Reserve des TSV seit kalendarischem Herbstbeginn einen Erfolg nach dem anderen ein. Zum fünften Mal binnen sechs Kreisklasse 01-Partien bereicherte man sich diesen Sonntag an dreifach Zählbarem.
Zu Gast in Klein Nordende, verschenkte die hiesige SV Lieth III rasch die Gäste-Führung, als Schlussmann Ibrahim Can vor dem eigenen Sechzehner dribbelte und Routinier Christian Posern den gewonnenen Ball für das 0:1 durch Patrick Günsch auflegte (5.).
Doch schnell war der Jubel darüber verhallt, weil Mert Karakaya Gegenspieler Johannes Schwichow als Bande benutzte, um Marc Steffens in perfekte (Abseits-)Position zum Gleichstand zu bringen (13.).
In der Folge bemühten sich beide Teams meist vergeblich um das Entern des gegnerischen Strafraums. Zu Ungenau fiel die Mehrzahl der gespielten Pässe aus. Erst per Standard (Freistoß Fabian Kühl) kam der Liether Lucas von Appen kurz vor der Pause zum Versuch an den Außenpfosten (41.).
Wie es gehen kann, zeigte nach einer knappen Stunde der TSV, der durch Mert Renkligüls tiefes Zuspiel den idealen Raum erschloss, damit Denny Meyer dem knieverletzten Sven Petrich enteilen und sauber für Günsch und dessen 1:2 querspielen konnte (57.).
Dabei chancenlos: Niklas Brandt, der kurz zuvor für den angeschlagenen Can die Torwarthandschuhe überstreifen musste und vom neuen Posten aus auch das ebenfalls gesundheitsbedingte Ausscheiden des Kollegen Marc Homburg zu beobachten hatte.
Viele schlechte Nachrichten für die Roten, denen nach Jacob Hubers ungeschicktem Einsatz gegen den eingewechselten Moritz Schneider aber Abhilfe vom Punkt winkte. Kühl scheiterte allerdings an Sebastian Münster, freute sich im Nachschuss doch noch und ärgerte sich wiederum über den Pfiff zur Wiederholung. Münster hatte sich zu früh von der Linie bewegt. Nun also nochmal: mittig rein – 2:2 (60.)!
Das Momentum blieb jedoch auf Seiten der personell nicht so gerupften Heistmer, die durch Hamann an Brandt (65.) und Ole Busch per Fallrückzieher (73.) an der erneuten Führung scheiterten. Über Posern und Günsch war sie gegen unsortierte Liether schließlich doch erspielt, netzte Joker Daniel Schwarzer aus acht Metern zum 2:3 (75.), dem Günsch nach steilem Posern-Anspiel gar das 2:4 obendrauf setzte (80.). Tor Nummer drei bei einem Assist übrigens durch den erfahrenen Neuzugang vom FC Preußen Hamburg!
Weil Schwarzer kurz darauf nur das Aluminium erwischte (85.) und auf der Gegenseite von Appen einen Freistoß zum 3:4-Anschlusstreffer nutzte (90.), stieg der Blutdruck von Günsch und Co trotzdem noch einmal ein Stückchen an. – Bis sie im Konter schlussendlich alles klar machten. Zwar verpasste Finn Roth in der Mitte eine Hoefer-Querlage, doch Schwarzer vollendete diesmal flach zum 3:5-Auswärtssieg im Duell der Mittelfeldteams.

Tore: 0:1 Günsch (5. Posern), 1:1 Steffens (13. Karakaya), 1:2 Günsch (57. Hamann), 2:2 Kühl (60., Strafstoßtor, Huber an Schneider), 2:3 Schwarzer (75. Günsch), 2:4 Günsch (80. Posern), 3:4 von Appen (90.), 3:5 Schwarzer (90.+2, Hoefer)

Schiedsrichter: Memet Imre (Kummerfelder SV, Note 2,5)

Zuschauer: 25






Spielbericht HEBC 1.Ü40 - Eintracht Lokstedt 1.Ü40

LFC zittert sich zum Spieltagsgewinner
Trotz HEBC-Aufholjagt: Eintracht Lokstedt ersiegt sich einen Kellervorsprung

Daheim verloren, aber trotzdem nicht ganz enttäuscht. Die Ü40 des HEBC musste sich nach der Positivserie von zuletzt sieben Zählern aus drei Partien wieder einem Konkurrenten der Oberliga 02 geschlagen geben.
Eintracht Lokstedt, ebenfalls in der unteren Tabellenhälfte angesiedelt, war es nämlich vor allem dank einer entschlossenen ersten Halbzeit gelungen, die drei Punkte vom Reinmüller-Platz zu entführen.
Mit etwas Spätzündung ins Spiel gestartet (der Schiedsrichter war erst zwei Minuten nach der angesetzten Anstoßzeit spielfertig erschienen), schlugen die Gäste früh per ruhendem Ball zu, beziehungsweise ließen zuschlagen, als Patrick Rückert einen Turtschan-Freistoß im Sechzehner an den eigenen Innenpfosten lenkte. Verlass auf das Aluminium war dabei nicht: der Ball rutschte ins lila-weiße Netz (7.).
In der Folge ging es gewohnt engagiert zur Sache, wohin rein die rot gekleideten Lokstedter das cool vor der Kiste ins lange Eck vollendete 0:2 durch Maik Rauch setzten (13.). Perfekt hatte Rauchs Bewegung zuvor zu Turtschans Anspiel in den halblinken Raum gepasst.
Wer weiß, viele tolle Bälle dem doppelten Vorbereiter heuer noch geglückt wären, hätte er sich nicht in der dargebotenen Häufigkeit in Diskussionen und Nickligkeiten verstrickt…
Dafür servierte Kollege Catalin Anghel wundervoll mit einer butterweichen Diagonalhereingabe, die Kapitän Ingo Prüfer wiederum klassisch zum 0:3 vergoldete (28.). Es schien schon früh in Richtung Auswärtssieg entschieden zu sein.
Doch mit dem Mut, der sich bereits bei einer guten Ünlü-Konterchance vor dem Seitenwechsel andeutete (33.) und dem Glück, dass Rauch hauchdünn das 0:4 verzog (35.+2), kreierten die Eimsbütteler zu Beginn des zweiten Abschnitts eine Druckphase mit diversen Offensivstandards, um das verkürzende 1:3 jedoch aus dem Spiel heraus zu erzielen. Flanke Felipe Villalón Waldburg-Zeil, Flugkopfball Frank Jäger – geht doch (55.)!
Ein Treffer der Marke „Tor des Monats“, bei dem Villalón Waldburg-Zeil seine Direktabnahme mit links ins Dreiangel zauberte (58.), verlieh den Ramos-Schützlingen weiteren Rückenwind bei der plötzlich realistischen Aufholjagt.
Umso ärgerlicher für die Ballsportclubberer, dass auf der anderen Seite mit Oliver Barz ein ausgewiesener Torjäger von Bank gekommen war. Gerade einmal fünf Minuten auf der Koppel, nahm der 43-Jährige einen Pähler-Freistoß geschmeidig an und finalisierte via Rechtsschuss in die lange Ecke (62.).
Per Torschussflanke von Barz (63.) und Rücklagen-Versuch Turtschans (64.) näherte sich LFC daraufhin der endgültigen Vorentscheidung, die ein Strafstoßpfiff drüben aber wieder von der Agenda tilgte. Jäger hatte sich der Sache aus elf Metern erfolgreich angenommen, obwohl Frank Wulf noch mit den Fingerspitzen touchierte, sodass die Nachspielzeit noch einmal zum Sonntagmorgen-Krimi wurde.
HEBC drängte und versuchte es durch Villalón Waldburg-Zeil in Überminute vier, doch das Geschoss aus der Ferne flog einen Tick zu hoch auf sein Ziel zu. Eintracht Lokstedt blieb Sieger und damit ein großer Spieltagsgewinner im unteren Tabellensegment. Fünf Punkte liegen nun zwischen der Elf von der Döhrnstraße und Nikola Tesla auf Abstiegsplatz elf. Mit gleicher Ausgangslage reist am kommenden Wochenende der HEBC zum wiederum punktgleichen Konkurrenten nach Schenefeld.

Tore: 0:1 Rückert (7., Eigentor, Turtschan), 0:2 Rauch (13. Turtschan), 0:3 Prüfer (28. Anghel), 1:3 Jäger (55. Villalón Waldburg-Zeil), 2:3 Villalón Waldburg-Zeil (58. Almeida), 2:4 Barz (62. Pähler), 3:4 Jäger (69., Strafstoßtor)

gelbe Karten: Ünlü – Pähler

Schiedsrichter: Dr. Ahmed Sharaf (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 15







Samstag, 8. November 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - FC Voran Ohe 1.A

SCS bleibt sich treu
„ängstliches Agieren“: Schanze gefährdet seinen Durchschnittssieg

Durchschnittlich 4:3,67 endet die Partie, wenn die 2008er des SC Sternschanze in der U18-Landesliga an den Start gehen. Das wilde 4:3 gegen den FC Voran Ohe folgte demnach also voll den Gesetzen der Mathematik.
Diese standen allerdings zunächst auf Seiten des Überraschungsdritten aus dem Osten des HFV-Gebiets. Ein Ballverlust Till Steinfelds im Dribbling plus Stefan Feuerrohrs lockerer Rechtsschuss in die Maschen ergaben das 0:1 mit der ersten erwähnenswerten Szene des trüben Novembernachmittags (9.).
Schnelle Aufhellung erlebte Schanzen-Gemüt schon kurz darauf, als Anton Kuhlmanns Freistoßflanke auf dem Haupt von Marvin Bonsu landete und dessen Kopfstoß zum Gleichstand ins lange Eck durchrutschte (12.).
Viele Chancen ergaben sich in der Folge nicht. Der SCS zwar mit etwas mehr Ballbesitz, aber etwas zu statischem Spiel, während die Oher auf hohe Bälle und Distanzversuche setzten. So musste Schanzen-Goalie Enno Gloßner bei einem ballistischen Standard mit vollem Einsatz gegen Feuerrohr blockieren (37.), ehe Leon Kröger aus 25 Metern den Pfosten traf (40.).
Als die Hausherren dann aber einmal kreativ das vordere Drittel bespielten, war die Pausenführung prompt erzielt. Über die Stationen Spöhrer und Bonsu erhielt der eingewechselte Simon Ester die halbrechte Schussposition, die sich der baumlange Kerl nicht entgehen ließ (41.).
Wenig Zwingendes spielte sich, abgesehen von Esters gefühlvoll daneben gesegeltem Rechtsaußenversuch (63.), nach dem Seitentausch ab, bis Theo Spöhrer die Kugel von links in den Sechzehner brachte, der sonst formidable Oskar Blackert das Leder suboptimal prallen ließ und wieder Bonsu dort auftauchte, wo ein Torjäger zu stehen hat – 3:1 (69.)!
Die Schanzen-Elf vor einem gesicherten Heimerfolg, doch die Dinge kamen anders. „Trotz Sieg ist es nicht okay, dass wir trotz überzeugendem Auftreten es nochmal so spannend machen!“, schimpfte Kuhlmann über das, was seine Farben fortan auch als „mit Abstand bessere Mannschaft“ zugelassen hatten. Vor dem eigenen Strafraum auf die Nase gefallen, ermöglichte Janoe Embalo dem Gegner das verkürzende 3:2 durch Burhan Osman Mohamed (75.), ehe Marineblau auch bei Fabian Gebhardts Schuss ans Außennetz ordentlich schwamm (77.).
Die Quittung für das „ängstliche Agieren nach dem Anschlusstreffer“ folgte schließlich kurz darauf. Kröger erfuhr über rechts keinen Gegnerdruck, Gloßner wehrt nur nach vorne ab und Gebhardt durfte es nach geblocktem Zentralversuch gleich nochmal. Treffer im zweiten Anlauf versenkt – 3:3 (84.)!
Kuhlmann und Co bewiesen aber Nehmerqualitäten, den „verdienten und langersehnten Sieg“ „mit viel Kampfgeist und Ehrgeiz“ doch noch an Land zu ziehen. Zentrumsspieler Kuhlmann initiierte die schnelle Antwort höchstpersönlich gegen drei Mann von hinten heraus, bekam den Ball „im perfekten Moment“ von Janes Djau zurück, zog per Finte am Verteidiger vorbei und bereitete das umjubelte 4:3 mit dem flachen Zuspiel in die Mitte vor. Zwar wurde dort „zweimal am Ball vorbeigetreten“, doch „hinten am zweiten Pfosten“ gab es mit Ester einen Mitstreiter, „der perfekt lauert und ihn dann reinschiebt“.
Bevor der dritte Saisondreier aber eingefahren war, galt es noch einen hohen Freistoß des Gegners zu überstehen. Ein Unterfangen, das bei Mattis Koops´ Kopfball nur durch Noah Vukelic und dessen Rettung auf der Linie glückte (90.+1). „Wir müssen weiter hart daran arbeiten, vor allem individuelle Fehler zu vermeiden und auch die gegnerischen Standards besser zu verteidigen!“, fordert Kuhlmann, angesprochen auf die bunte Tordifferenz, die „nichts Gutes über unsere Defensivleistung aussagt“, nicht zu Unrecht.
Für heute sollte es am Ende jedoch reichen, für den dritten Dreier im sechsten Spiel. Platz neun. Eine Zwischenplatzierung, die die Rückennummer zehn allerdings nicht wirklich tangiert, da es „keinen Sinn macht, so früh in der Saison schon auf die Tabelle zu schauen“. Nach einem „harten Saisonauftakt“, bei dem Schanze „lange unter den eigenen Möglichkeiten“ agierte und „Spiele immer sehr unglücklich liefen“, „(…) ist noch alles drin. Gerade, weil wir spielerisch eine der besten Mannschaften sind, jede Woche immer besser zusammenfinden und mehr und mehr zum Team werden. „Wir müssen diese Leistung und Intensivität aus der letzten Woche mitnehmen und beibehalten, dann ist noch alles möglich“, so Kuhlmann, der eher in Prozessen, als in Tabellenplätzen denkt, über die Marschrute für die kommende Zeit – die mit einem Wiedersehen beginnen wird: Im Pokal geht es am kommenden Sonntag wieder gegen Voran Ohe…

Tore: 0:1 Feuerrohr (9.), 1:1 Bonsu (12. Kuhlmann), 2:1 Ester (41. Bonsu), 3:1 Bonsu (69. Spöhrer), 3:2 Mohamed (75. Kröger), 3:3 Gebhardt (84. Kröger), 4:3 Ester (86. Kuhlmann)

gelbe Karten: Djau, Vukelic – Koops, Scholz

Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia, Note 2)

Zuschauer: 60


Freitag, 7. November 2025

Spielbericht SV Lieth - TuS Germania Schnelsen

Die Bank macht den Unterschied
Spitzenteam Germania knackt verbesserte SV Lieth mit seinen Einwechslern

Sechstes sieglos Match in Serie und doch machte der Abend des 07.11.2025 die krisengeplagte SV Lieth zu einem kleinen Gewinner im Keller der Bezirksliga 01.
Nicht nur, weil im Heimspiel gegen Spitzenteam Germania Schnelsen die Einstellung stimmte und man später am Abend mit Guido Krenzk einen neuen Trainer vorstellen konnte – nein, auch punktetechnisch brachte die Woche Bewegung in den Abstiegskampf.
Die gute Nachricht erreichte die Roten Teufel vom Butterberg nämlich bereits am Donnerstag. Da sich der gesperrte Trainer von Vorwochengegner TuS Holstein Quickborn beim Spielstand von 4:1 selbst einwechselte, legten die Klein Nordender zunächst erfolgreich Protest gegen die 2:5-Niederlage in der Eulenstadt ein. Drei Zähler mehr dank der allerdings noch nicht rechtskräftigen Umwertung in ein 3:0 ließen die prekäre Situation schon vor dem Auftritt gegen favorisierte Germanen wieder etwas freundlicher erscheinen.
Und auch das Match selber bescherte den Liether Löwen, die heuer von Präsident Bo Hansen anstatt des geschassten Rudolf Hock-Kutscher gecoacht wurden, einigen Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten.
Einen engagierten Beginn runde nämlich eine schnelle wie überraschende 2:0-Führung der Hausherren ab. Beim ersten Streich bedankte sich Torjäger Max Schulz für einen langen Schlag und die schwache Ballverarbeitung von Gegenspieler Lenny Limbara (11.), ehe er wenig später Sturmpartner Ali Duman nach eigenem Ballgewinn gegen Viktor Kallenberg mit einem tiefen Ball bediente. Duman wiederum kreuzte seinen Laufweg wunderbar und ließ sich beim flachen Einschieben auch nicht von Hassan Fallahs unsportlichem Anbrüllen irritieren (16.).
Offensive Konterqualität, die auch in Minute 43 ihre volle Entfaltung fand. Wieder verteidigte Germania mit den hoch stehenden Außenverteidigern viel zu luftig, sodass A. Duman einen Befreiungsschlag perfekt zu Max Schulz weiterleiten konnte. Mit etwas abfälschender Hilfe war Schulz´ bereits zehntes Saisontor im hohen Bogen perfekt (43.).
So schön sich das Treiben des Offensiv-Duos vorne anließ, so problematisch ging es auf der anderen Platzhälfte zu. Bei einer kurzen Eckstoßvariante nicht ansatzweise herausgerückt, fing man sich durch Matz Broeckers Flanke und Luca Drenkhahns Kopfball das zwischenzeitliche 2:1 (19.), während man direkt nach dem dritten Treffer Glück hatte, dass Drenkhahns Abstaubertor nach Condric-Alu vom Schiedsrichterassistenten kassiert wurde (44.).
Dusel, der dem Team aus der Abstiegszone wiederum nur Augenblicke später fehlte, lochte Antonio Arambasic einen abermaligen Broecker-Standard am zweiten Pfosten einsam ein. Die verdiente Quittung für eine Unterzahl im eigenen Sechzehner (45.+2)!
Einen nicht viel besseren Defensiveindruck hinterließen die Roten Anfang des zweiten Durchgangs, als Schlussmann Luca Von Der Heide zweimal nicht ganz optimal faustete und wieder zu tief stehen geblieben wurde. Jannik Meinke durfte in der zweiten Welle flanken, Drenkhahn die Kugel mit dem Körper abschirmen und Lennart Lux hatte schließlich freie Bahn, weil ihn Gegenspieler Luca Albers schlicht aus den Augen verlor. Bitter, bitter, 3:3 (51.)!
Für Trübsal gab es bei der Hansen-Elf jedoch keinen Grund. Schließlich holte das dynamische Doppel an vorderster Front den Vorsprung in bewährter Manier zurück. Eine Klärung zu Max Schulz schickte den „25er“ ins erfolgreiche Flipperspiel, um wieder A. Duman zu bedienen. Annahmen, zurechtlegen, einschieben – drei bombensichere Kontakte, mit denen der einst für Spitzenreiter FC Elmshorn aktive Linksfuß wieder auf Führung SV Lieth stellte (57.).
Abgesehen von einer ähnlichen Szene, bei der Duman diesmal geblockt wurde (69.), galt es nun, dem Dauerdruck des Gegners irgendwie Herr zu bleiben. Ein Eckstoß nach dem anderen rauschte durch den SVL-Strafraum, wo der eingewechselte Luca Heimbach auf Traumpass Meinkes seine perfekte Chance am Außenpfosten zerschellen sah (71.).
Dafür richteten es zehn Minuten später zwei weitere Joker für die statistisch stärkste Offensive der Staffel, als Broecker und Heimbach in der Entstehung viel zu viel Raum im Zentrum gestattet bekamen und Maximilian Voigt eine passgenaue Hagelstein-Hereingabe mit einer Berührung unter die Latte schweißte (81.).
Kaum war der Eintrag auf der Spielnotizkarte des Schiedsrichters notiert, schlug TGS gleich nochmal zu, veredelte Arambasic seine Balleroberung per doppel-Doppelpass mit Drenkhahn, von dessen Übersicht am Ende Kimon Drossinakis aus halbrechter Abschlussposition zum 4:5 profitierte (82.).
Für eine echte Schlussoffensive sollten der Butterberg-Equipe letztlich die Kräfte fehlen. Auch, weil der dünne Kader mit einigen Ausfällen wie Kapitän Meraja Magens keine echten Alternativen von der Bank bereithielt.
Germania dagegen brachte den mühsamen Erfolg auf den letzten Metern sicher Ziel und verpasste durch Drossinakis von der Strafraumgrenze (knapp vorbei, 87.) gar noch die Vorentscheidung. Als neuer Tabellendritter empfangen die Schnelsener nun Blau-weiß 96, während Ali Duman und Co mit neu-Coach Krenzk (zuletzt Cosmos Weedel) am selben Freitagabend das Sechs-Punkte-Spiel bei der SV Blankenese erwartet.

Tore: 1:0 Max Schulz (11.), 2:0 A. Duman (16. Max Schulz), 2:1 Drenkhahn (19. Broecker), 3:1 Max Schulz (43. A. Duman), 3:2 Arambasic (45.+2, Broecker), 3:3 Lux (52. Drenkhahn), 4:3 A. Duman (57. Max Schulz), 4:4 Voigt (81. Hagelstein), 4:5 Drossinakis (82. Drenkhahn)

gelbe Karten: Duman, Schiebuhr, Matthiessen – Fallah, Kallenberg, Klug, Hagelstein, Drossinakis, Drenkhahn

Schiedsrichter: Jozo Ugrina (Niendorfer TSV)

Zuschauer: 75