Abstiegskampf
kennt keine Liebe
Keller-Derby:
HEBC II vermöbelt den Ex-Coach und ist erstmal unten raus
Viele Jahre hielt Dimitrios Papadopoulos die Knochen hin, Coachte Jugend und
zweite Herren, verkaufte Speis und Trank – alles immer mit voller Leidenschaft
für Lila-weiß. Der Rückkehr ins alte Wohnzimmer als Trainer des SC Union 03
wohnte jedoch auch eine sportliche Brisanz inne. Denn nicht nur, dass die
Geographie ein klassisches Derby begründete; vier sieglose Partien in Serie
ließen seine Mannen aus Altona-Nord zuletzt bis auf den vorletzten Rang der Bezirksliga
04 zurückfallen.
Dass man ein bis dahin nahezu ereignisloses Spiel ausgeglichen gestalten
konnte, ging nach 34 gespielten Minuten als zumindest annehmbares
Zwischenzeugnis durch.
Dann aber hatte man Deniz Alan deutlich zu viel Zeit zur Ballverteilung nach
links gelassen, wo auch Arun Torani zu wenig Gegenwehr beim flachen 1:0 erfuhr
(35.). Das Pausenresultat sollte also doch dem negativen Trend des Aufsteigers,
damals übrigens zwei Zähler vor der Drittvertretung des HEBC, folgen.
Ein Stück weit erleichternd kam da die Standardkunst des Nico Kukuk daher, als
der 76-fache Oberligaspieler seinen Freistoß aus dem Halbfeld genau auf Jan
Schaars Kopf zirkelte und der Mann der aus der Viererkette das 1:1 schädelte
(53.).
Schnell stellte aber wieder Ernüchterung ein, als mit Murat Aktürk ausgerechnet
ein einst in HEBC-Jugend von Papadopoulos Trainierter mit feinem Füßchen in den
Lauf von Laurel lupfte und der 29-Jährige alle höherklassige Routine zum 2:1
walten ließ (57.).
Wiederum jedoch reagierte Union mit einem Volltreffer. Diesmal erkannte Schaar
die Gelegenheit zum Flugball auf den quirligen Dauda Ibrahim. Die
Heim-Innenverteidigung kalt erwischt und Ibrahim konnte sicher einschieben –
2:2 (58.)!
Zwei (korrekte) Entscheidungen von Schiedsrichter Christian Schnabel (Hamburger
SV) brachten Ibrahim und Co schließlich auf die Palme. Erst wertete der
Unparteiische einen Lufteinsatz gegen Abrurrahman Senay, dem tatsächlich
Toranis zweiter Streich entsprang, als regelkonform (62.), dann erhielt Ibrahim
als Kontaktsuchender im StrafRAUM keinen StrafSTOß (65.)…
Und als wäre das noch nicht genug, für das angespannte Nervenkostüm von 03, erhöhte
Alan auf Steckpass Aktürks gar auf 4:2 für Eimsbüttels Ballspielclubberer
(71.).
Erholen sollten sich die Gäste davon schlussendlich nicht mehr – im Gegenteil!
Eine Orgie von wilden Querschlägern beendete Aug vor Schlussmann Aliaksandr
Bulechka mit dem 5:2 (80.), woraufhin der eingewechselte Janek Meyer den Goalie
vom Strafstoßpunkt verlud (Umaro Embalo hatte zuvor Raoul Bouveron im
Sechzehner getroffen, 84.). Nach langer Ecke Toranis in den Rückraum (87.) und
erneutem Strafraum-Foul (Stetskyi an Bouveron, 90.+2) schraubte der einst auch
dem Liga-Kader angehörige Bouveron (32) den Endstand höchst persönlich noch auf
ein happiges 8:2 empor.
Einen Kick-Off vor Saison-Halbzeit (daheim gegen Eintracht Lokstedt II) bleiben
die Schwarz-weißen im Keller kleben. Von diesem abgesetzt hat sich indes die
HEBC-Reserve (fünf Punkte vor), die am kommenden Wochenende zum heuer
siegreichen Tabellenletzten nach Poppenbüttel (2:1 beim SC Sperber) fährt. Der
zahlreich zur Gegnerbeobachtung angereiste Tabellensechzehnte freut sich schon.
Tore: 1:0 Torani (35.
Alan), 1:1 Schaar (53. Kukuk), 2:1 Aug (57. Aktürk), 2:2 Ibrahim (58. Schaar),
3:2 Torani (62. Bouveron), 4:2 Alan (71. Aktürk), 5:2 Aug (52. Wiegand), 6:2
Meyer (84., Strafstoßtor, Embalo an Bouveron), 7:2 Bouveron (87. Torani), 8:2
Bouveron (90.+2, Strafstoßtor, Stetskyi an Bouveron)
gelbe Karten: Dalig – keine
Schiedsrichter: Christian Schnabel
(Hamburger SV, Note 2)
Zuschauer: 50
Sonntag, 16. November 2025
Spielbericht HEBC II - SC Union 03
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