Sonntag, 16. November 2025

Spielbericht HEBC II - SC Union 03

Abstiegskampf kennt keine Liebe
Keller-Derby: HEBC II vermöbelt den Ex-Coach und ist erstmal unten raus

Viele Jahre hielt Dimitrios Papadopoulos die Knochen hin, Coachte Jugend und zweite Herren, verkaufte Speis und Trank – alles immer mit voller Leidenschaft für Lila-weiß. Der Rückkehr ins alte Wohnzimmer als Trainer des SC Union 03 wohnte jedoch auch eine sportliche Brisanz inne. Denn nicht nur, dass die Geographie ein klassisches Derby begründete; vier sieglose Partien in Serie ließen seine Mannen aus Altona-Nord zuletzt bis auf den vorletzten Rang der Bezirksliga 04 zurückfallen.
Dass man ein bis dahin nahezu ereignisloses Spiel ausgeglichen gestalten konnte, ging nach 34 gespielten Minuten als zumindest annehmbares Zwischenzeugnis durch.
Dann aber hatte man Deniz Alan deutlich zu viel Zeit zur Ballverteilung nach links gelassen, wo auch Arun Torani zu wenig Gegenwehr beim flachen 1:0 erfuhr (35.). Das Pausenresultat sollte also doch dem negativen Trend des Aufsteigers, damals übrigens zwei Zähler vor der Drittvertretung des HEBC, folgen.
Ein Stück weit erleichternd kam da die Standardkunst des Nico Kukuk daher, als der 76-fache Oberligaspieler seinen Freistoß aus dem Halbfeld genau auf Jan Schaars Kopf zirkelte und der Mann der aus der Viererkette das 1:1 schädelte (53.).
Schnell stellte aber wieder Ernüchterung ein, als mit Murat Aktürk ausgerechnet ein einst in HEBC-Jugend von Papadopoulos Trainierter mit feinem Füßchen in den Lauf von Laurel lupfte und der 29-Jährige alle höherklassige Routine zum 2:1 walten ließ (57.).
Wiederum jedoch reagierte Union mit einem Volltreffer. Diesmal erkannte Schaar die Gelegenheit zum Flugball auf den quirligen Dauda Ibrahim. Die Heim-Innenverteidigung kalt erwischt und Ibrahim konnte sicher einschieben – 2:2 (58.)!
Zwei (korrekte) Entscheidungen von Schiedsrichter Christian Schnabel (Hamburger SV) brachten Ibrahim und Co schließlich auf die Palme. Erst wertete der Unparteiische einen Lufteinsatz gegen Abrurrahman Senay, dem tatsächlich Toranis zweiter Streich entsprang, als regelkonform (62.), dann erhielt Ibrahim als Kontaktsuchender im StrafRAUM keinen StrafSTOß (65.)… 
Und als wäre das noch nicht genug, für das angespannte Nervenkostüm von 03, erhöhte Alan auf Steckpass Aktürks gar auf 4:2 für Eimsbüttels Ballspielclubberer (71.).
Erholen sollten sich die Gäste davon schlussendlich nicht mehr – im Gegenteil!
Eine Orgie von wilden Querschlägern beendete Aug vor Schlussmann Aliaksandr Bulechka mit dem 5:2 (80.), woraufhin der eingewechselte Janek Meyer den Goalie vom Strafstoßpunkt verlud (Umaro Embalo hatte zuvor Raoul Bouveron im Sechzehner getroffen, 84.). Nach langer Ecke Toranis in den Rückraum (87.) und erneutem Strafraum-Foul (Stetskyi an Bouveron, 90.+2) schraubte der einst auch dem Liga-Kader angehörige Bouveron (32) den Endstand höchst persönlich noch auf ein happiges 8:2 empor.
Einen Kick-Off vor Saison-Halbzeit (daheim gegen Eintracht Lokstedt II) bleiben die Schwarz-weißen im Keller kleben. Von diesem abgesetzt hat sich indes die HEBC-Reserve (fünf Punkte vor), die am kommenden Wochenende zum heuer siegreichen Tabellenletzten nach Poppenbüttel (2:1 beim SC Sperber) fährt. Der zahlreich zur Gegnerbeobachtung angereiste Tabellensechzehnte freut sich schon.

Tore: 1:0 Torani (35. Alan), 1:1 Schaar (53. Kukuk), 2:1 Aug (57. Aktürk), 2:2 Ibrahim (58. Schaar), 3:2 Torani (62. Bouveron), 4:2 Alan (71. Aktürk), 5:2 Aug (52. Wiegand), 6:2 Meyer (84., Strafstoßtor, Embalo an Bouveron), 7:2 Bouveron (87. Torani), 8:2 Bouveron (90.+2, Strafstoßtor, Stetskyi an Bouveron)

gelbe Karten: Dalig – keine

Schiedsrichter: Christian Schnabel (Hamburger SV, Note 2)

Zuschauer: 50






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