SCS
bleibt sich treu
„ängstliches
Agieren“: Schanze gefährdet seinen Durchschnittssieg
Durchschnittlich 4:3,67 endet die Partie, wenn die 2008er des SC Sternschanze
in der U18-Landesliga an den Start gehen. Das wilde 4:3 gegen den FC Voran Ohe
folgte demnach also voll den Gesetzen der Mathematik.
Diese standen allerdings zunächst auf Seiten des Überraschungsdritten aus dem
Osten des HFV-Gebiets. Ein Ballverlust Till Steinfelds im Dribbling plus Stefan
Feuerrohrs lockerer Rechtsschuss in die Maschen ergaben das 0:1 mit der ersten
erwähnenswerten Szene des trüben Novembernachmittags (9.).
Schnelle Aufhellung erlebte Schanzen-Gemüt schon kurz darauf, als Anton Kuhlmanns
Freistoßflanke auf dem Haupt von Marvin Bonsu landete und dessen Kopfstoß zum
Gleichstand ins lange Eck durchrutschte (12.).
Viele Chancen ergaben sich in der Folge nicht. Der SCS zwar mit etwas mehr
Ballbesitz, aber etwas zu statischem Spiel, während die Oher auf hohe Bälle und
Distanzversuche setzten. So musste Schanzen-Goalie Enno Gloßner bei einem ballistischen
Standard mit vollem Einsatz gegen Feuerrohr blockieren (37.), ehe Leon Kröger
aus 25 Metern den Pfosten traf (40.).
Als die Hausherren dann aber einmal kreativ das vordere Drittel bespielten, war
die Pausenführung prompt erzielt. Über die Stationen Spöhrer und Bonsu erhielt
der eingewechselte Simon Ester die halbrechte Schussposition, die sich der
baumlange Kerl nicht entgehen ließ (41.).
Wenig Zwingendes spielte sich, abgesehen von Esters gefühlvoll daneben
gesegeltem Rechtsaußenversuch (63.), nach dem Seitentausch ab, bis Theo Spöhrer
die Kugel von links in den Sechzehner brachte, der sonst formidable Oskar
Blackert das Leder suboptimal prallen ließ und wieder Bonsu dort auftauchte, wo
ein Torjäger zu stehen hat – 3:1 (69.)!
Die Schanzen-Elf vor einem gesicherten Heimerfolg, doch die Dinge kamen anders.
„Trotz Sieg ist es nicht okay, dass wir trotz überzeugendem Auftreten es
nochmal so spannend machen!“, schimpfte Kuhlmann über das, was seine Farben
fortan auch als „mit Abstand bessere Mannschaft“ zugelassen hatten. Vor dem
eigenen Strafraum auf die Nase gefallen, ermöglichte Janoe Embalo dem Gegner
das verkürzende 3:2 durch Burhan Osman Mohamed (75.), ehe Marineblau auch bei Fabian
Gebhardts Schuss ans Außennetz ordentlich schwamm (77.).
Die Quittung für das „ängstliche Agieren nach dem Anschlusstreffer“ folgte
schließlich kurz darauf. Kröger erfuhr über rechts keinen Gegnerdruck, Gloßner
wehrt nur nach vorne ab und Gebhardt durfte es nach geblocktem Zentralversuch
gleich nochmal. Treffer im zweiten Anlauf versenkt – 3:3 (84.)!
Kuhlmann und Co bewiesen aber Nehmerqualitäten, den „verdienten und
langersehnten Sieg“ „mit viel Kampfgeist und Ehrgeiz“ doch noch an Land zu
ziehen. Zentrumsspieler Kuhlmann initiierte die schnelle Antwort höchstpersönlich
gegen drei Mann von hinten heraus, bekam den Ball „im perfekten Moment“ von
Janes Djau zurück, zog per Finte am Verteidiger vorbei und bereitete das
umjubelte 4:3 mit dem flachen Zuspiel in die Mitte vor. Zwar wurde dort „zweimal
am Ball vorbeigetreten“, doch „hinten am zweiten Pfosten“ gab es mit Ester
einen Mitstreiter, „der perfekt lauert und ihn dann reinschiebt“.
Bevor der dritte Saisondreier aber eingefahren war, galt es noch einen hohen
Freistoß des Gegners zu überstehen. Ein Unterfangen, das bei Mattis Koops´
Kopfball nur durch Noah Vukelic und dessen Rettung auf der Linie glückte
(90.+1). „Wir müssen weiter hart daran arbeiten, vor allem individuelle Fehler
zu vermeiden und auch die gegnerischen Standards besser zu verteidigen!“,
fordert Kuhlmann, angesprochen auf die bunte Tordifferenz, die „nichts Gutes
über unsere Defensivleistung aussagt“, nicht zu Unrecht.
Für heute sollte es am Ende jedoch reichen, für den dritten Dreier im sechsten
Spiel. Platz neun. Eine Zwischenplatzierung, die die Rückennummer zehn allerdings
nicht wirklich tangiert, da es „keinen Sinn macht, so früh in der Saison schon
auf die Tabelle zu schauen“. Nach einem „harten Saisonauftakt“, bei dem Schanze
„lange unter den eigenen Möglichkeiten“ agierte und „Spiele immer sehr
unglücklich liefen“, „(…) ist noch alles drin. Gerade, weil wir spielerisch
eine der besten Mannschaften sind, jede Woche immer besser zusammenfinden und
mehr und mehr zum Team werden. „Wir müssen diese Leistung und Intensivität aus
der letzten Woche mitnehmen und beibehalten, dann ist noch alles möglich“, so
Kuhlmann, der eher in Prozessen, als in Tabellenplätzen denkt, über die
Marschrute für die kommende Zeit – die mit einem Wiedersehen beginnen wird: Im
Pokal geht es am kommenden Sonntag wieder gegen Voran Ohe…
Tore: 0:1 Feuerrohr (9.),
1:1 Bonsu (12. Kuhlmann), 2:1 Ester (41. Bonsu), 3:1 Bonsu (69. Spöhrer), 3:2
Mohamed (75. Kröger), 3:3 Gebhardt (84. Kröger), 4:3 Ester (86. Kuhlmann)
gelbe Karten: Djau, Vukelic – Koops,
Scholz
Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL
Hammonia, Note 2)
Zuschauer: 60
Samstag, 8. November 2025
Spielbericht SC Sternschanze 1.A - FC Voran Ohe 1.A
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