Neuer Captain macht's auf die listige Tour
„Überragende Diszipliniertheit“ und cleverer Schreiber: WSV siegt und zieht am ETV vorbei
„Diszipliniertheit“. Nicht für jeden einfach auszusprechen, für die
U18-Oberligatruppe des Walddörfer SV aber einer der beiden Kernpunkte zum
unterm Strich ungefährdeten, wie „souveränen und total verdienten“ Auswärtssieg
beim Eimsbütteler TV. „Wir waren total diszipliniert in unserem
Defensivverhalten und haben einfach super verschoben, sind genau zu den
richtigen Zeitpunkten hochgegangen und ETV sehr, sehr wenig Räume gelassen“,
stimmte Arthur Schreiber den Lobgesang vor allem über die vortrefflich
umgesetzte Kompaktheit im 5-4-1-System gegen den Ball an. „unsere Diszipliniertheit
hat einfach überragend funktioniert. Also einfach, dass wir uns nicht haben
locken lassen. Vor allem die Innenverteidiger. Und auch nach den Wechseln
überhaupt keinen Leistungsabfall gehabt. Wir haben uns auf unser Spiel
konzentriert, haben uns nicht auf irgendwelche Nickligkeiten eingelassen, haben
den Schiri in Ruhe gelassen und waren vorne auch effizient.“:
Dem neutralen Beobachter hatte sich in der Tat ein Treiben der Marke Taktik-Porno geboten. Schreiber (39.)
und der ETVer Mikail Savk (32.) erreichten mit Abschlüssen von außerhalb der
Parzelle zumindest annähernd das Tor, ehe es bei einem Hellwig-Rechtsschuss, im
Anschluss an eine Ecke von links, schon kleines bisschen aufregender wurde
(44.).
Dann avancierte der neu bestimmte Kapitän höchst selbst zum zweiten Kernpunkt
der WSV-Herrlichkeit, als Schreiber den Abschlagweg des gegnerischen Torwarts taktisch
per Schubser kreuzte und dafür selber „einen Schlag auf den Rücken“ kassierte
und diesen „dankend angenommen“ hatte. „Ein Strafstoß, den man so nicht geben
muss“, gestand der „Gefoulte“, nicht ohne sich diebisch über Phil Bossens „schön
unten links platzierten“ Treffer vom Punkt zum 0:1-Halbzeitstand zu freuen
(45.+1).
Wieder nicht ganz frei von Diskussionen erhöhte die omnipräsente „falsche Neun“
kurz nach der Pause auf 0:2, als Schreiber „auch mit etwas Ziehen“ den Ball
gegen den kantigen Yankuba Sanneh gewann und dadurch frei vor der Kiste den „guten
Abschluss“ ins lange Eck setzen konnte (52.). „(…) das hat er im Mittelfeld
auch laufen lassen. Und warum sollte er es dann pfeifen?!“, verteidigte der zum
zweiten Durchgang nun auch optisch mit einer (aus der zweiten Mannschaft
geliehenen) Kapitänsbinde ausgestattete Sommerneuzugang vom SC Sternschanze
sein vorgehen.
„Wir hatten vielleicht noch zwei, drei vier gute Strafraumaktionen, die man auch
hätte noch besser verwerten können“, wäre zum Beispiel bei einer von Schreiber
per Steckpass eingeleiteten Köster-Chance gegen den rettenden Vadim Saks gar noch
ein dritter WSV-Treffer möglich gewesen (68.).
Die Gastgeber blieben dagegen weitgehend ohne Ideen, das Walddörfer-Dickicht
gefährlich zu überwinden. Einzig, wenn der eingewechselte Tunay Demirci seine wendigen
Füße im Spiel hatte, versprühten die Roten so etwas wie Torgefahr. Exemplarisch
dafür, wie gut die Gäste in den entscheidenden Momenten aber immer wieder
hinter den Ball kamen, klärte Philipp Hentschke einen Saifatchine-Abschluss gerade
noch im richtigen Moment vor dem weißen Streifen (65.).
Ansonsten spielten die „auf dem Platz total positiven“ Allhorn-Kicker die
Angelegenheit komplikationslos nachhause, sodass sie nun als Tabellensechster
den punktgleichen Vierten aus Norderstedt empfangen. „Nach diesem Sieg auch auf
jeden Fall ein machbarer Gegner“, findet der Spielführer, der bis dahin
hoffentlich eine eigene Alternative zur mannschaftseigenen Schwarz-rot-gold-Binde
am Oberarm zur Verfügung hat: „Wir haben genug Qualität, um die zu schlagen.
Das ist auf jeden Fall klar und das sollte auch unsere Herangehensweise sein.“.
Walddörfer SV: Röndigs –
Addei, Duve, Bossen, Hentschke,
Hellwig – Nowak, Henne, Schönberg, Köster – Schreiber, eingewechselt:
Sander, Doberitz, Serge, Cabanillas Giglok, Trainer:
Janis Dulige & Felix Hagen
Tore: 0:1 Bossen (45.+1,
Strafstoßtor, Saks an Schreiber), 0:2 Schreiber (52.)
Schiedsrichter: Vin-Mika Albrecht
Zuschauer: 50
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| Überragende Figur des Nachmittags: Arthur Schreiber. |
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