Dienstag, 25. November 2025

Spielbericht Holsatia im EMTV - TSV Seestermüher Marsch

Der Fluch der guten Tat
Erst Strafstoß-Verzicht, dann Führung verspielt: Holsatia verpasst Überraschung

79 Minuten lang voll auf Sieg-Prämieren-Kurs gewesen und am Ende trotzdem nur mit einem Remis aus dem Match gegangen. Erstmals seit dem Personalcrash im vergangenen Sommer und dem Verlust der beiden ersten Herrenmannschaften an die SV Lieth griff Holsatia Elmshorn wieder konkret nach einem Dreier.
Im vorgezogenen Dienstagabend-Match gegen den TSV Seestermühe, dem bei erfolgreicher Gestaltung seiner Nachholspielspiele ein Platz in der Spitzengruppe der Kreisklasse 1 winkt, versteckten sich die durch einige A-Jugend-Oberligaverstärkungen gepimpten Hausherren nicht. Samir Ehrenberg abgefälscht an die Latte, untermauerte früh, dass die niederlagengeplagten Holsaten heute mehr vorhatten, als den Sparringspartner zu geben (7.). Vor allem, weil in den Nachwehen des direkt folgenden Eckballs Ryan Hinterthaner eine echte Fackel aus der zweiten Reihe linksunten im Kasten des chancenlosen Brian Averhoff unterbrachte.
Die Gestreiften also vorne, während der TSV nur schwer in die Gänge kam. Lukas Rollauers ergebnislose Mischung aus Torschuss und Querpass (15.) verdeutlichte die ausbaufähige Spielhaltung der Gäste, die in Minute 37 nur der Abseitspfiff vor einem doppelt so hohen Halbzeitrückstand bewahrte.
Ganz und gar nicht nach dem Geschmack der Schippmann-Elf war dagegen der Strafstoßpfiff von Schiedsrichter Erol Sayan (SSV Rantzau), nachdem Matthias Stubben im eigenen Sechzehner gegen Holles Marques Schwarz per Grätsche zu Werke ging (54.). Nach längerem, eindringlichen Dialog mit dem ehrlichen Schwarz folgte jedoch die Korrektur vom Mann im Retro-Trikot: Ball gespielt von Stubben und Abstoß TSV Seestermühe! So sammelt man Karma-Punkte, Herr Schwarz!
Und was gab es zur Belohnung? Den Ausgleichstreffer… Nach Flanke von rechts konnte Holsatia-Fänger Sascha Minke Danny Hinz´ Versuch nur prallen lassen, sodass der völlig aus den Augen verlorene Ömer Dogan frech zum 1:1 abstaubte (60.).
Die Elmshorner ließen sich davon allerdings kaum beirren, agierten weiter couragiert und holten sich den Vorspung tatsächlich per Standard zurück, als Tarik Bjanes Freistoß lang und länger von links ins seestermüher Tor rutschte (68.).
Noch besser wurde es kurz darauf. Zwar verzog der auffällige Hinterthaner aus zentraler Position (71.), um im nächsten Anlauf auf Schwarz-Zuspiel alles richtig zu machen – 3:1 (74.)!
Die Geschichte des gerupften Tabellenletzten, der trotz Robin Hood im Gewand der Nummer 9 die eigene Horror-Serie von nur einem Remis bei 13 Pflichtspielen (zwölf) Niederlagen schien ihren Lauf zu nehmen, doch dann schickte der eingewechselte Efe Zengin den Kollegen Dogan diagonal in den richtigen Raum für das verkürzende 3:2 (79.), ehe auf Zengins Ecke D. Hinz entschieden zu frei im Fünfer per Kopf auf 3:3 stellte (82.).
Enttäuschung bei Schwarz und Co, die diesmal nicht mehr die Körner zum großen Rückschlag hatten. Stattdessen drohte bei einem Flipperspiel im Anschluss an Stubbens Freistoß gar der gerechterweise nicht gefallene Dolchstoß zum 3:4 (85.).
Während die Jungs in den schwarzen Jerseys die total-Blamage gerade noch so abwenden konnten und immerhin nur zwei Zähler für den Aufstiegskampf verloren, brachte Holsatia nicht nur den zweiten Zähler der Spielzeit auf die Habenseite, sondern versicherte sich auch, dass mit der kommenden Generation aus dem 2007er-Jahrgang durchaus etwas gehen kann.

Tore: 1:0 Hinterthaner (7.), 1:1 Dogan (60. D. Hinz), 2:1 Bjane (68., direkter Freistoß), 3:1 Hinterthaner (74. Schwarz), 3:2 Dogan (79. Zengin), 3:3 D. Hinz (82. Zengin)

gelbe Karten: keine – Zengin

Schiedsrichter: Erol Sayan (SSV Rantzau)

Zuschauer: 15



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