Hilflos
Richtung Fahrstuhltür
Kein
Aufbäumen im Heimspiel: SV Lieth trudelt weiter abwärts
Man nehme die Bezirksliga West-Tabelle der letzten Winterpause und vergleiche
sie mit der aktuellen. Dezember 2024: Die SV Lieth um Torjäger Jan Lüneburg als
Tabellenvierter in Lauerstellung zur obersten Etage, während direkt dahinter
auch die Reserve von Union Tornesch ein ordentliches zweites 24er-Halbjahr (19
Spiele) hinter sich brachte.
Heuer hat Union als konstant inkonstantes Mittelfeldteam mit der Spitze aber
sogar noch mehr zu tun, als die im Sommer zwangsverjüngte Elf aus Klein
Nordende, deren letztes Heimspiel 2025 zum (vorläufigen) Saisontiefpunkt
avancierte.
Auf der „Festung Butterberg“, die für Gastmannschaften längst zum
Selbstbedienungsladen verkommen ist, sabotierte man die Bemühungen, den
verkorksten Derbyauftritt der Vorwoche gegen den Heidgrabener SV (1:4) wieder
geradezurücken, sogar selbst, als Moritz Schulz ein schwaches Wrage-Anspiel
nach außen auch im Nachsetzen nicht kitten konnte. Stattdessen verlagerte
Unions Bugrahan Almaz den unverhofften Ballbesitz rasch nach außen, wo Marvin
Schramm mustergültig in Jorge Westphals schön gekreuzten Laufweg servierte. Und
weil das Glück des rettenden Querbalkens selten auf Seiten einer sportlich seit
neun Partien (das umgewertete 2:5 in Quickborn mal mit einberechnet)
erfolglosen Elf steht, galt es wieder einmal, einem Rückstand die Stirn zu
bieten (9.).
Schwierig genug gegen massiv ihre Platzhälfte verteidigende Tornescher, denen
in ihrem 4-4-2 fast nur über Standards und hohe Bälle beizukommen war.
Max Lehmann (15.) und Ali Duman (35.) standen jeweils abfälschende Gegenspieler
im Weg, während Philipp Matthiessen nach einem Pott-Lapsus im Rückpass gerade
noch von Goalie Leonard Scharre abgegrätscht werden konnte (23.).
Und ob Jan Schiebuhr bei einem durchgerutschten Freistoß von rechts flanken
oder schießen wollte; man weiß es nicht (41.)…
Besser wurde es aus Sicht der Gastgeber auch im zweiten Abschnitt nicht. A.
Duman brachte einen Kopfball in Rücklage nur ansatzweise in Tor-Nähe (50.), die
Kapitän Matthiessen per Field Goal-Freistoß über den Zaun gänzlich abging
(51.).
Eine Spur zwingender dagegen die zuletzt gegen liether Konkurrenten aus dem
Tabellenkeller blamable Punktverluste erlitt. Denn nachdem Westphal von
halblinks vorbei löffelte (56.), leistete der 21-Jährige mit seinem
ergrätschten Ballgewinn gegen Lehmann den entscheidenden Impuls zu einer
teilweise Dublette des 0:1. Wieder leitete Almaz nach außen zu Schramm weiter,
der diesmal den völlig unmarkierten Kelmi Ceballo Romero im Sechzehner fand.
Den rechten Schlappen einfach reingehalten, war die Verdopplung der überaus
effizienten Kicker aus dem Torneum perfekt (57.).
Ohne Selbstbewusstsein und ohne spielerische Idee arbeiteten die Klein
Nordender in Folge hilflos gegen die eigene Formschwäche an, um dabei aber
nicht mehr über Halbchancen hinauszukommen. Am ehesten verdiente sich noch Matthiessens
spitzwinkliger Rechtsschuss nach immerhin mal kreativem Doppelpass mit A. Duman
(70.) eine textliche Erwähnung.
Die Herren in blau verlegten sich dagegen auf die unfallfreie Verwaltung des
Vorsprungs, der bei etwas mehr Genauigkeit jenseits der Mittellinie vielleicht
noch höher hätte ausfallen können. Aber auch so langte es zur Rehabilitierung
nach zuletzt sechs erfolglosen Spielen, zu denen neben den knappen Niederlagen
gegen das Keller-Duo aus Haseldorf (2:3) und Duvenstedt (3:4) auch das saftige
1:10 in Schnelsen gehörte.
Die SV Lieth hat dagegen – sofern der Wettergott will – am kommenden Freitag
beim Abstiegsgipfel in Haseldorf die letzte Chance, ein schwaches Jahr 2025 (24
Zähler aus 27 Begegnungen) zumindest außerhalb der Fahrstuhlplätze gen
Kreisliga zu garantieren.
Tore: 0:1 Westphal (9.
Schramm), 0:2 Ceballo Romero (57. Schramm)
gelbe Karten: M. Schuchhardt,
Behrens – Cornils
Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV
Seestermüher Marsch)
Zuschauer: 50
Freitag, 28. November 2025
Spielbericht SV Lieth - FC Union Tornesch II
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