Freitag, 28. November 2025

Spielbericht SV Lieth - FC Union Tornesch II

Hilflos Richtung Fahrstuhltür
Kein Aufbäumen im Heimspiel: SV Lieth trudelt weiter abwärts

Man nehme die Bezirksliga West-Tabelle der letzten Winterpause und vergleiche sie mit der aktuellen. Dezember 2024: Die SV Lieth um Torjäger Jan Lüneburg als Tabellenvierter in Lauerstellung zur obersten Etage, während direkt dahinter auch die Reserve von Union Tornesch ein ordentliches zweites 24er-Halbjahr (19 Spiele) hinter sich brachte.
Heuer hat Union als konstant inkonstantes Mittelfeldteam mit der Spitze aber sogar noch mehr zu tun, als die im Sommer zwangsverjüngte Elf aus Klein Nordende, deren letztes Heimspiel 2025 zum (vorläufigen) Saisontiefpunkt avancierte.
Auf der „Festung Butterberg“, die für Gastmannschaften längst zum Selbstbedienungsladen verkommen ist, sabotierte man die Bemühungen, den verkorksten Derbyauftritt der Vorwoche gegen den Heidgrabener SV (1:4) wieder geradezurücken, sogar selbst, als Moritz Schulz ein schwaches Wrage-Anspiel nach außen auch im Nachsetzen nicht kitten konnte. Stattdessen verlagerte Unions Bugrahan Almaz den unverhofften Ballbesitz rasch nach außen, wo Marvin Schramm mustergültig in Jorge Westphals schön gekreuzten Laufweg servierte. Und weil das Glück des rettenden Querbalkens selten auf Seiten einer sportlich seit neun Partien (das umgewertete 2:5 in Quickborn mal mit einberechnet) erfolglosen Elf steht, galt es wieder einmal, einem Rückstand die Stirn zu bieten (9.).
Schwierig genug gegen massiv ihre Platzhälfte verteidigende Tornescher, denen in ihrem 4-4-2 fast nur über Standards und hohe Bälle beizukommen war.
Max Lehmann (15.) und Ali Duman (35.) standen jeweils abfälschende Gegenspieler im Weg, während Philipp Matthiessen nach einem Pott-Lapsus im Rückpass gerade noch von Goalie Leonard Scharre abgegrätscht werden konnte (23.).
Und ob Jan Schiebuhr bei einem durchgerutschten Freistoß von rechts flanken oder schießen wollte; man weiß es nicht (41.)…
Besser wurde es aus Sicht der Gastgeber auch im zweiten Abschnitt nicht. A. Duman brachte einen Kopfball in Rücklage nur ansatzweise in Tor-Nähe (50.), die Kapitän Matthiessen per Field Goal-Freistoß über den Zaun gänzlich abging (51.).
Eine Spur zwingender dagegen die zuletzt gegen liether Konkurrenten aus dem Tabellenkeller blamable Punktverluste erlitt. Denn nachdem Westphal von halblinks vorbei löffelte (56.), leistete der 21-Jährige mit seinem ergrätschten Ballgewinn gegen Lehmann den entscheidenden Impuls zu einer teilweise Dublette des 0:1. Wieder leitete Almaz nach außen zu Schramm weiter, der diesmal den völlig unmarkierten Kelmi Ceballo Romero im Sechzehner fand. Den rechten Schlappen einfach reingehalten, war die Verdopplung der überaus effizienten Kicker aus dem Torneum perfekt (57.).
Ohne Selbstbewusstsein und ohne spielerische Idee arbeiteten die Klein Nordender in Folge hilflos gegen die eigene Formschwäche an, um dabei aber nicht mehr über Halbchancen hinauszukommen. Am ehesten verdiente sich noch Matthiessens spitzwinkliger Rechtsschuss nach immerhin mal kreativem Doppelpass mit A. Duman (70.) eine textliche Erwähnung.
Die Herren in blau verlegten sich dagegen auf die unfallfreie Verwaltung des Vorsprungs, der bei etwas mehr Genauigkeit jenseits der Mittellinie vielleicht noch höher hätte ausfallen können. Aber auch so langte es zur Rehabilitierung nach zuletzt sechs erfolglosen Spielen, zu denen neben den knappen Niederlagen gegen das Keller-Duo aus Haseldorf (2:3) und Duvenstedt (3:4) auch das saftige 1:10 in Schnelsen gehörte.
Die SV Lieth hat dagegen – sofern der Wettergott will – am kommenden Freitag beim Abstiegsgipfel in Haseldorf die letzte Chance, ein schwaches Jahr 2025 (24 Zähler aus 27 Begegnungen) zumindest außerhalb der Fahrstuhlplätze gen Kreisliga zu garantieren.

Tore: 0:1 Westphal (9. Schramm), 0:2 Ceballo Romero (57. Schramm)

gelbe Karten: M. Schuchhardt, Behrens – Cornils

Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV Seestermüher Marsch)

Zuschauer: 50

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