Dienstag, 3. März 2026

Spielbericht FC Elmshorn - TuS Germania Schnelsen

Ein Abend voller Geschenke
Verrücktes Spitzenspiel: FCE schlägt Germania in der Nachspielzeit!

Dienstagabend, Flutlicht, Frühlingswetter; beste Bedingungen für den großen Nachholkracher der Bezirksliga 01. Nur die Lichttechnik am Ramskamp war offenbar noch nicht so ganz aus dem langen Winterschlaf erwacht. Ein Mast hatte gestreikt, seinen Dienst dann aber mit Verzögerung schließlich doch aufgenommen.
Auf dem hügeligen Rasen, wo es daher erst mit 17 Minuten Spätzündung inhaltlich wurde, ging der Tabellendritte aus Schnelsen gleich in medias res, unterstrich seinen Anspruch, die knapp verpasste Winterpausenmeisterschaft mit dem Sprung auf den Thron wettzumachen. Der Lohn: die 0:1-Führung durch Leon Kripkes Freistoßtor (Tormann Ali Topkoc war im Eck sogar noch dran, 11.), welche über eine halbe Stunde lang nicht unverdienten Bestand haben sollte.
Dann aber brachten sich die Germanen erstmals selber um die Pfründe, als sich Goalie Domenik Szyska und Abwehrorganisator Hassan Fallah bei einer völlig vermurksten Altergott-Flanke nicht einig wurden, Mustapha Saidy Khan die Chance zur Weiterleitung in die Mitte nutzte und Bedran Atug das Bällchen nur noch über die Linie schubsen musste (42.).
Ein Vorbote dessen, was die vogelwilden Defensivreihen heuer noch so alles zulassen würden…
Dabei ebenfalls im Fokus: die beiden Torhüter. So klatsche Topkoc Matz Broeckers 20 Meter-Schuss genau vor die Füße des zum 1:2 abstaubenden Antonio Arambasic (47.), ehe drüben der offensiv postierte Szyska von Dennis Altergotts Heber nach schönem Schirosi-Seitenwechsel überrumpelt wurde (48.).
Weiter ging der Wahnsinn mit Fallahs Handspiel, das der früh eingewechselte Olcay Aydin souverän mit dem 3:2-Strafstoßtor quittierte (52.). Ein Vorgang, der sich nur ein Dutzend an Minuten später tatsächlich wiederholen sollte. Denn abermals spielte Unglücksrabe Fallah, der bereits beim überraschenden 0:1 in Haseldorf per Rückpass das entscheidende Gegentor einleitete, das Leder mit dem falschen Körperteil, ehe Aydin Szyska vom Punkt aus in die falsche Ecke schickte (64.).
Da konnte sich die Elf vom Riekbornweg auch für den zwischenzeitlichen Ausgleich via Innenpfostenschuss von Arambasic, aufgelegt durch Torjäger Luca Drenkhahn (56.), nichts kaufen. Bemerkenswert dabei: dem Treffer ging in der Entstehung jeweils ein falscher Einwurf beider Lager, inklusive Pfiff und Ballbesitzwechsel, voraus. Was Hänschen nicht lernt…
Mit Robustheit und Cleverness versuchte derweil der FC Elmshorn den Dreier, gleichbedeutend der Punktgleichheit mit dem Primus aus Kummerfeld, ins Ziel bringen. Ein Unterfangen, das bis in die Schlussminute eher unkompliziert geglückt war, bis Topkoc das Spielgerät gegen L. Drenhkhahn plötzlich wieder fallen ließ und in letzter Konsequenz nur das Foulspiel gegen den 19-Tore-Mann für Abhilfe sorgte. Strafstoß Nummer drei am heutigen Abend, während die Zahl der Diskussionen auf und neben dem Platz nur mit dem Wörtchen „zahlreich“ ansatzweise abgebildet werden konnte.
Der Gefoulte selber blieb indes cool und verwandelte zum vermeintlichen 4:4-Auswärtspunkt (90.).
Das letzte Wort in einem intensiven Schlagabtausch (13 Verwarnungen plus einmal Doppelgelb) hatten jedoch noch einmal die Gastgeber, die in B. Atugs Hereingabe von rechts noch eine letzte Chance auf die Rückholung der soeben verlorenen zwei Zähler sahen. Germania bekam die Lage im Sechzehner nicht gelöscht, sodass der gerade eben eingewechselte Wassem Eklim mit einem Schuss zum 5:4-Heimsieghelden der Krückaustadt avancierte (90.+4). Denn auch in kurzzeitiger Unterzahl (Ex-Oberligakicker Schirosi bettelte noch erfolgreich um die überfällige Ampelkarte, 90.+5) und mit einem letzten vielversprechenden Freistoß gegen sich, war der überwichtige Erfolg im direkten Aufstiegskampf an einem denkwürdigen Märzabend auf das Punktekonto geflossen.
Nun geht es für die Schützlinge von Seyhmus Atug ohne die gesperrten Schirosi (Gelb-rot) und Sergen Sevinc (fünfte gelbe Karte) am kommenden Sonntag zum Schlusslicht nach Duvenstedt, während in Schnelsen bereits am Freitag der nächste Kracher steigt, wenn TuS Holstein Quickborn als lauernder Tabellenvierter seine Visitenkarte in Hamburg Nord-West abgibt.

Tore: 0:1 Kripke (11., direkter Freistoß), 1:1 B. Atug (42.
Saidy Khan), 1:2 Arambasic (47. Broecker), 2:2 Altergott (48. Schirosi), 3:2 Aydin (52., Strafstoßtor, Handspiel Fallah), 3:3 Arambasic (56. L. Drenkhahn), 4:3 Aydin (64., Strafstoßtor, Handspiel Fallah), 4:4 L. Drenkhahn (90., Foulstrafstoß), 5:4 Eklim (90.+4, B. Atug)

gelb-rote Karte: Schirosi (FC Elmshorn, 90.+5, Foulspiel + Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Karol Josef Kam

Zuschauer: 70


besonderes Vorkommnis: Die Partie wurde wegen technischer Probleme mit der Flutlichtanlage mit 17 Minuten Verzögerung angestoßen.

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