Serie ohne Nutzen
Moorreger
SV kommt nicht aus dem Keller: Viertes 2:2 in Folge
Wer kennt sie nicht: Abonnements, die man irgendwann im Leichtsinn abschließt
und fortan ohne echten Mehrwert an der Backe hat. Ein Abo, das dem Moorreger SV
mehr kostet als nützt, verfolgt die Himmelsbargler seit nunmehr vier Spielen:
das 2:2.
Dadurch seitdem zwar ungeschlagen, aber eben ohne echten Fortschritt im
Abstiegskampf, blieb nach dem neuerlichen Vier-Tore-Remis am Ostersamstag
wieder einmal die große Enttäuschung zurück.
Inhaltlich war es ein mühsames Treiben, mit dem der (vor dem Match) Tabellenvorletzte
und die Reserve des SSV Rantzau die 35 Zuschauer bei rasantem April-Wind folterten.
Ungenaue Anspiele, Stockfehler am Ball und ohne die Kugel wenig raffiniert: mit
Kreisligafußball hatte das Geschehen auf dem holprigen Geläuf wenig gemein. Interessant
wurde es daher hauptsächlich durch individuelle Fehler oder Standards.
So freute sich der MSV bei Sam Holz´ von Leon Prange verlängertem Freistoß über
Finn Cornils Treffer, den die korrekte Abseitsfahne von Assi Saber Ghazouani
(Hamburger SV) allerdings rasch einkassierte (15.).
Der SSV versuchte es derweil mit (wenig inspiriertem) Ballbesitz und einem
Usso-Versuch an den Außenpfosten (19.), dem der Angreifer gleich den nächsten
Abschluss folgen lassen wollte. Nur warf sich Cornils gerade noch rechtzeitig
in den Ball (26.). Wenigstens der Einsatz stimmte! Und auch auf Niklas Puttmann
war Verlass, rettete der Goalie erst vor Luca Bornholdt, um Ussos hohes Nachsetzen
aus der Ferne schön im Übergreifen zu parieren (32.).
Im Stich gelassen blieb der Torwart dagegen wenig später, als Klaas Thieme auf
rechts die Kugel gewann, Kollege Bornholdt auf Usso weiterleitete und der
ehemalige Holsatia-Akteur diesmal zum 0:1 vollendete (38.).
Eine besonders bittere Pille für die Moorreger, weil nur Sekunden zuvor die
Riesenchance zur eigenen Führung liegengelassen wurde. Prange war nach gegnerischem
Ballverlust frei auf dem Weg in Richtung SSV-Torsteher Malte Ladehof, dessen Geduld
sich im Eins-gegen-Eins auszahlen sollte. Dem zögerlichen Prange die Kugel vom
Fuß gefingert, galt der Schlussmann als Wegbereiter der drüben erzielten
Führung.
Andauernde Freude sollte den Gästen an dieser jedoch nicht zuteilwerden, pennte
die Innenverteidigung völlig gegen den einfach mal durchlaufenden Henning
Jensen, dem aus der erlaufenen Poleposition der erkämpfte Gleichstand gelang
(42.).
Doch damit nicht genug der Barmstedter Geschenke, unterschätzte man die Lage
nach Jayson Bielfeldts Kämpferball von der linken Aus-Linie so sehr, dass
Jensen wieder dazwischen spritzen und auf 2:1 stellen konnte – was für ein
Klops (44.)!
Entsprechend vorsichtiger ging es, wohlwollend formuliert, nach dem
Seitenwechsel weiter. Der fleißige Usso hob das Leder aus dem Lauf aufs Tor-Dach
(64.). Eine Rarität, denn immer wieder gewannen die Hausherren die wichtigen
Zweikämpfe.
Keinen Zugriff fanden die Roten dann allerdings folgenschwer auf den langen
Pfosten, wo nicht zum ersten Mal gleich mehrere Blaue auftauchten, von denen
schließlich Sascha Blunk das Spielgerät aus kürzester Distanz zum späten 2:2
über die Linie drückte (88.).
Enttäuschung bei der Elf von Trainer Hakan Harmanci, doch es hätte sogar noch
dicker kommen können, wenn der eingewechselte Tjard Kaschluhn nicht auf Puttmanns
Brust gezielt hätte (90.+3).
Ob der weiter andauernden Sieglosigkeit in 2026 (bei sechs Spielen) und dem
Verbleib unter dem Strich, eine weitere Enttäuschung zu Beginn des fünfteiligen
Heimspielmarathons. Die vielen Nachholer – vor allem am kommenden Ostermontag
gegen die ebenfalls gefährdete Mannschaft von Union Tornesch III – bleiben allerdings
der große Strohhalm für den Kreisligaverbleib.
Tore: 0:1 Usso (38. Bornholdt), 1:1 Jensen (42.), 2:1 Jensen
(44. Bielfeldt), 2:2 Blunk (88. A. Hollm)
gelbe Karten: C. Harmanci – keine
Schiedsrichter: Fiete Knoblich (Hamburger SV, Note 2,5)
Zuschauer: 35
Samstag, 4. April 2026
Spielbericht Moorreger SV - SSV Rantzau II
Donnerstag, 2. April 2026
Spielbericht SV Blau-weiß 96 Schenefeld - TV Haseldorf
Vorteil: Kadertiefe
Torhungrige
Joker richten es für Blau-weiß 96
70 Minuten lang sah es so aus, als könnte der TV Haseldorf der große
Gründonnerstagsgewinner im Untergeschoss der Bezirksliga 01 sein, doch spät
schlug in Schenefeld die bittere Erkenntnis zu: der Klassenerhalt bleibt ein
Mammutprojet.
Ohne den gelbgesperrten Lars Rose, der dafür im gut besuchten Gästeblock alles
gab, legte der Aufsteiger gleich willig und griffig los. Völlig untypisch für
einen Abstiegskandidaten, zahlte sich dies auch sofort aus, verwertete Marten
Fülscher eine Mohrdieck-Flanke in der Mitte zum 0:1-Stimmungshoch aller, die in
der Folge mit dem Auswärtsteam um den Erhalt der Führung bangten (7.).
Blau-weiß startete nämlich seine Ballbesitzdominanz, die das Spielgeschehen
nachhaltig in die Hälfte der Haseldorfer verlagerte. Eingreifen brauchte
Gäste-Fänger Niklas Grote jedoch erstmal nur mit einer behänden Fußabwehr gegen
den scharf von Lewe Tiede bedienten Lenard Peters (8.).
Allzu lange sollte sich dies aber nicht ausgehen. So schickte Youss Jaiteh
seinen Kollegen Rene Müller wohl temperiert in die Tiefe, wo der 29-Jährige auf
dem Weg zum Ausgleich keine halben Sachen machte (19.). Nicht ganz so Oscar
Rehder, dem sich Grote mit voller Breite entgegenstellte (22.).
Doch auch die Gäste warteten in Nadelstichen gefährlich auf. Nach Phil
Mohrdiecks starkem Ballgewinn ergab sich Michel Lienau nämlich die fette Chance,
gegen deren Verwertung sich Fynn Ritter im Abtauchen erfolgreich stemmte (21.).
Kein Grund für den fleißig ackernden Blondschopf, es nochmal zu versuchen. Dem
letzten Mann aus der 96-Viererkette die Kugel geklaut, versenkte Lienau diesmal
eiskalt vor Ritter zum 1:2-Halbzeitstand (41.), den Fülscher von halbrechts
durchaus noch hätte ausbauen können (45.+1).
Ernsthafte Gefährdung erfuhr diese Einblendung auf der großzügigen Anzeigetafel
im Stadion Achter de Weiden lange Zeit nicht. Auf der regelmäßig vollends
bespielten Skala zwischen Welt- und Kreisklasse drohte den Hausherren nach der
3:5-Schlappe in Niendorf aus der Vorwoche gleich das nächste Negativextrem.
Heuer aber zogen die Jungs in weiß den Kopf auch dank einer herausragenden Bank
spät aus der Schlinge. Mit einem Treffer der Marke „Eier-Tor“ würdigte der
soeben eingewechselte David Heffele nicht nur die anstehenden Ostertage,
sondern läutete damit auch die Wende im zu diesem Zeitpunkt irgendwie toten
Spiel ein (71.). Denn nachdem der mit ihm gekommene Jasin Emini beim ersten
versuch noch am Außennetz scheiterte (77.), machte es die Rückennummer 33 auf
Diagonalball Maik Wegners eiskalt zum 3:2 (79.).
Die Haseldorfer, die im Gegensatz dazu freilich nicht über solche Einwechselkaliber
verfügen, waren gebrochen und Blau-weiß auf dem Weg, das Resultat weiter
hochzuschrauben. In zwei Szenen daran gescheitert (84. & 90.), holte mit
Marco Müller der dritte Joker das Verpasste im Konter nach (90.+3).
Der TVH nun weiter mit einem Zähler unter dem Strich, während Coach Mathias Timm
und seine Edel-Bankwärmer bei einem ganzen Dutzend an Punkten Vorsprung auf die
Kreisliga-Plätze sieben sorgenfreien Restspieltagen entgegensehen können.
Tore: 0:1 Fülscher (7. Mohrdieck), 1:1 R. Müller (19. Jaiteh),
1:2 Lienau (41.), 2:2 Heffele (71.), 3:2 Emini (79. Wegner), 4:2 M. Müller (90.+3,
Kocak)
gelbe Karten: keine – J. Lüchau
Schiedsrichterin: Vanessa Thormählen (FC Union Tornesch, Note 2,5)
Zuschauer: 80
Mittwoch, 1. April 2026
Spielbericht FC Roland Wedel - Wedeler TSV
Doppelte Derby-Freude
TSV
gewinnt das wedeler Stadt-Duell und springt an die Tabellenspitze
Volle Hütte im und um den Kunstrasenkäfig der Schulauer Straße, denn das Wedeler
Stadtderby durfte man sich als Fan des Fußballs im Kreis Pinneberg freilich
nicht entgehen lassen.
Der FC Roland, trotz des 1:0-Hinspielsiegs im Elbestadion in der
Außenseiterrolle gegen den Tabellenführer in spe, versuchte dem Spitzenteam mit
tiefer Staffelung beizukommen, was allerdings an oftmals fehlendem Zugriff im
Mittelfeld scheiterte. Gut für den TSV, der nach Michel Hönkes erstem
Warnschuss in die Arme des leidenschaftlich von hinten dirigierenden Aytekin
Üstündag (9.) wenig später per Standard ernstmachte. Tobias Patats Freistoß von
links köpfte der aufgerückte Jan Boettcher als einziger Bewohner des
Obergeschosses zielgenau zum 1:0 ein (12.).
Ein TSV-Start nach Maß, dessen Ausbau durch Routinier Josep Dilber nur die
Abseitsfahne von Assi Magnus Rehberg vereitelte (19.).
Erst mit der Zeit trauten sich fortan auch das Team aus dem Mittelfeld der
Kreisliga 1 etwas zu. Can-Ali Dursun versuchte es einmal von halblinks, verzog
jedoch ein gutes Stück (31.).
Dass es aber tatsächlich mit einem Gleichstand in die Freiluftpause (die
Kabinen liegen gefühlte 20 Kilometer durch den Wald entfernt) gehen sollte,
ging zum einen auf das Konto des TSVers Hendrik Ramcke, der sich mit mangelnder
Orientierung in der hintersten Reihe düpieren ließ und zum anderen an Düpierer
Tim Dreschniol, der sich am erfahrenen Verteidiger vorbeischlängelte und fachgerecht
zum ausgelassen bejubelten 1:1 netzte (43.).
Alles wieder auf null, doch auch im zweiten Abschnitt machte der Roland insgesamt
zu wenig fürs Spiel, das allerdings auch die Jungs mit den grünen Stutzen nicht
so richtig in ihre Bahnen zu lenken vermochten – bis Hönke einfach mal aus 30 Metern
draufhielt und die Passivität des Gegners in Gestalt des 1:2 bestrafte (62.).
Das Bemühen war der Elf von Trainer Tugay Hayran in der Folge sicherlich nicht
abzusprechen, doch der TSV fand an diesem Abend nun immer mehr die besseren Lösungen
im Spiel nach vorne, das allein Roland-Kicker Dilber zweimal hätte krönen
können (75. & 83.). Einzig Üstündag, der Marvin Weids Distanzversuch im Nachfassen
sicherte (85.) und Patats Geschoss schön per Flugparade entschärfte (90.+1),
hielt das Match noch offen, während seine Vorderleute nicht (mehr) über
Halbchancen hinauskamen.
Die Entscheidung zögerte der Goalie, der selbst beim 1:3 erst gegen Nico Knodt
abwehrte, ehe Weid die Kugel im Nachsetzen voll reinwemmste (90.+4), letztlich
aber nur heraus.
Der Wedeler TSV geht damit als punktgleicher Spitzenreiter vor dem Rissener SV ins
sportlich schon am Gründonnerstag beginnende Osterwochenende – bei drei Partien
weniger! Dass es nächstes Jahr kein Kreisliga-Stadtduell mehr gibt, liegt weiter
voll in eigenen Händen.
Tore: 0:1 Boettcher (12. T. Patat), 1:1 Dreschniol (43.), 1:2
Hönke (62. Dilber), 1:3 Weid (90.+4, Knodt)
gelbe Karten: Bajraktari, Ayik, Dreschniol – Urban, Boettcher, Kilinc
Schiedsrichter: Jonathan Hohenegger (SV Blau-weiß 96 Schenefeld, Note 2:
hatte das nie unfaire Derby jederzeit unter vollster Kontrolle)
Zuschauer: 100

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