Vorteil: Kadertiefe
Torhungrige
Joker richten es für Blau-weiß 96
70 Minuten lang sah es so aus, als könnte der TV Haseldorf der große
Gründonnerstagsgewinner im Untergeschoss der Bezirksliga 01 sein, doch spät
schlug in Schenefeld die bittere Erkenntnis zu: der Klassenerhalt bleibt ein
Mammutprojet.
Ohne den gelbgesperrten Lars Rose, der dafür im gut besuchten Gästeblock alles
gab, legte der Aufsteiger gleich willig und griffig los. Völlig untypisch für
einen Abstiegskandidaten, zahlte sich dies auch sofort aus, verwertete Marten
Fülscher eine Mohrdieck-Flanke in der Mitte zum 0:1-Stimmungshoch aller, die in
der Folge mit dem Auswärtsteam um den Erhalt der Führung bangten (7.).
Blau-weiß startete nämlich seine Ballbesitzdominanz, die das Spielgeschehen
nachhaltig in die Hälfte der Haseldorfer verlagerte. Eingreifen brauchte
Gäste-Fänger Niklas Grote jedoch erstmal nur mit einer behänden Fußabwehr gegen
den scharf von Lewe Tiede bedienten Lenard Peters (8.).
Allzu lange sollte sich dies aber nicht ausgehen. So schickte Youss Jaiteh
seinen Kollegen Rene Müller wohl temperiert in die Tiefe, wo der 29-Jährige auf
dem Weg zum Ausgleich keine halben Sachen machte (19.). Nicht ganz so Oscar
Rehder, dem sich Grote mit voller Breite entgegenstellte (22.).
Doch auch die Gäste warteten in Nadelstichen gefährlich auf. Nach Phil
Mohrdiecks starkem Ballgewinn ergab sich Michel Lienau nämlich die fette Chance,
gegen deren Verwertung sich Fynn Ritter im Abtauchen erfolgreich stemmte (21.).
Kein Grund für den fleißig ackernden Blondschopf, es nochmal zu versuchen. Dem
letzten Mann aus der 96-Viererkette die Kugel geklaut, versenkte Lienau diesmal
eiskalt vor Ritter zum 1:2-Halbzeitstand (41.), den Fülscher von halbrechts
durchaus noch hätte ausbauen können (45.+1).
Ernsthafte Gefährdung erfuhr diese Einblendung auf der großzügigen Anzeigetafel
im Stadion Achter de Weiden lange Zeit nicht. Auf der regelmäßig vollends
bespielten Skala zwischen Welt- und Kreisklasse drohte den Hausherren nach der
3:5-Schlappe in Niendorf aus der Vorwoche gleich das nächste Negativextrem.
Heuer aber zogen die Jungs in weiß den Kopf auch dank einer herausragenden Bank
spät aus der Schlinge. Mit einem Treffer der Marke „Eier-Tor“ würdigte der
soeben eingewechselte David Heffele nicht nur die anstehenden Ostertage,
sondern läutete damit auch die Wende im zu diesem Zeitpunkt irgendwie toten
Spiel ein (71.). Denn nachdem der mit ihm gekommene Jasin Emini beim ersten
versuch noch am Außennetz scheiterte (77.), machte es die Rückennummer 33 auf
Diagonalball Maik Wegners eiskalt zum 3:2 (79.).
Die Haseldorfer, die im Gegensatz dazu freilich nicht über solche Einwechselkaliber
verfügen, waren gebrochen und Blau-weiß auf dem Weg, das Resultat weiter
hochzuschrauben. In zwei Szenen daran gescheitert (84. & 90.), holte mit
Marco Müller der dritte Joker das Verpasste im Konter nach (90.+3).
Der TVH nun weiter mit einem Zähler unter dem Strich, während Coach Mathias Timm
und seine Edel-Bankwärmer bei einem ganzen Dutzend an Punkten Vorsprung auf die
Kreisliga-Plätze sieben sorgenfreien Restspieltagen entgegensehen können.
Tore: 0:1 Fülscher (7. Mohrdieck), 1:1 R. Müller (19. Jaiteh),
1:2 Lienau (41.), 2:2 Heffele (71.), 3:2 Emini (79. Wegner), 4:2 M. Müller (90.+3,
Kocak)
gelbe Karten: keine – J. Lüchau
Schiedsrichterin: Vanessa Thormählen (FC Union Tornesch, Note 2,5)
Zuschauer: 80
Donnerstag, 2. April 2026
Spielbericht SV Blau-weiß 96 Schenefeld - TV Haseldorf
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