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Freitag, 3. April 2026

Spielbericht SV Barmbek - MSV Hamburg IV

Den Korken doch noch gelöst
SV Barmbek überwindet den Chancenwucher zum 5:2-Heimsieg

Geduld und Beharrlichkeit – zwei Tugenden, die Spiele entscheiden können. Definitiv in diese Kategorie gefallen am Karfreitag das Heimspiel des favorisierten SV Barmbek gegen die Vierte des MSV Hamburg.
Eine Partie, bei der die greifbare Verzweiflung ob eines Füllhorns an vergebenen Chancen nur binnen acht Minuten der freudigen Erleichterung wich.
Der SVB, im Nirgendwo der Kreisklasse 07 angesiedelt, musste auf seinem roten Rasen bereits nach nicht einmal zwei gespielten Minuten einem Rückstand hinterherlaufen, nachdem die notdürftig zusammengeschusterte Innenverteidigung Gegenspieler Jasmin Stroil nach steilem Anspiel nicht eingefangen bekam und der ehemalige Lorbeer-Kicker eiskalt zum 0:1 in die lange Ecke einlochte (2.).
Und nun? Der Ausgleich! Denn kaum tauchten auch die Gastgeber vor des Gegners Kasten auf, landete ein abgefälschtes Wulff-Ding direkt auf dem zielsicheren Haupt von Alexander Tesch – 1:1 (4.)!
Eine Zielgenauigkeit, die der Elf des draußen verletzt mitleidenden Grant Kendon Sharka wiederholt abging. So musste der Spielertrainer mit seinen sieben Schrauben in der Hand mitansehen, wie seine Schützlinge entweder gänzlich verfehlten oder MSV-Schlussmann Pascal Martins Saraiva mehr und mehr warmschossen (25. & 29.). Die schönste Gelegenheit, weil super in der Schnittstelle gefunden, vergab nach einer halben Stunde Torschütze Tesch beim erneuten Kopfballversuch.
Fünf weitere Fehlversuche später war das frustrierende Pausenremis dann vollendet…
Doch es sollte noch dicker kommen. Denn nachdem Senol Becirovski seinen Ball rechtsoben drüber segeln sah (54.), führte drüben ein unumstrittener Strafstoß wegen Handspiels sogar zum 1:2 des Drittletzten durch Kapitän Fynn Mayhew (60.).
Einen Abbruch tat dies den Bemühungen des teilweise sogar ordentlich kombinierenden Heimteams allerdings nicht. Tesch abermals per Kopf (61.), der eingewechselte Scherwin Bashardoust mit einem Flutsch-Ball an den Pfosten (62.), Benedict Holbein knapp drüber (63.) und schließlich nochmal Bashardoust einen Tick zu hoch (66.), verführten bereits dazu, mit alten Fußballerzitaten zum Thema „kein Glück und dann auch noch Pech dazu“ das Phrasenschwein zu füllen.
Nicht aber mit dem unermüdlichen Bashardoust, der nicht nur zusätzlichen Schwung sondern auch die Ablage für Becirovskis tatsächlich einschlagenden Schuss von halblinks brachte (70.). Der Korkenlöser des SV Barmbek, der plötzlich, wie im Rausch, fast jeden Versuch landete. Nur Sekunden später nutzte Becirovski nämlich, dass sich die Gelben im Sechzehner gegenseitig abbolzten, zum 3:2-Drehschuss (71.), ehe Bashardoust einen Ballgewinn im Pressing mit dem feinen Lupfer über den Torwart belohnte (76.).
Noch formvollendeter kam wiederum nur Augenblicke danach sein Seitenwechsel auf den eingestarteten Holbein daher. Ohne Umschweife aus dem Lauf finalisierte die Rückennummer 34 gen langes Eck zum 5:2-Endstand (78.), an dem sich auch Tormann Florian Korous mit einem drüber gelenkten Effah-Geschoss noch einmal seinen Anteil sicherte (81.).
Im exakten Mittelfeld der 15er-Staffel hat die siegreiche Mannschaft von der Meister-Francke-Straße maximal noch Aussichten auf Rang sechs, wobei an den verbliebenen sechs Spieltagen nur noch einmal auf den Heimvorteil der „Aschehölle“ zu hoffen ist. Fünf Auswärtsspiele stehen einem noch zu spielenden Match daheim gegenüber. Alle Groundhopper und Fußballromantiker müssen sich beeilen: noch in diesem Jahr soll das urig-pittoreske Retro-Ambiente zum modernen Kunstrasenspielfeld umsaniert werden.

Tore: 0:1 Stroil (2.), 1:1 Tesch (3.
Wulff), 1:2 Mayhew (60., Strafstoßtor), 2:2 Becirovski (70. Bashardoust), 3:2 Becirovski (71. Tesch), 4:2 Bashardoust (76.), 5:2 Holbein (78. Bashardoust)

gelbe Karten: Choinka, Rieken – Haxhiajdini, Jordan

Schiedsrichter: Ivan Lastro (USC Paloma)

Zuschauer: 40