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Montag, 25. Mai 2026

Spielbericht Heider SV 1.A - SG Ostroher SC/TSV Büsum 1.A

Steincke hält den Cup-Sieg fest
Favoritenerfolg gegen den Ex: Heider SV ist A-Jugend-Westküstenpokalsieger

Der Pokal und seine eigenen Gesetze… Kaum etwas lädt im Fußball so sehr zum Phrasendreschen ein, wie Wettbewerbe im K.O.-Modus. Und tatsächlich war im A-Jugendfinale des Kreispokals Westküste durchaus eine Überraschung drin. Die Spielgemeinschaft Ostroher SC/TSV Büsum aus der Kreisliga, wo sie als Neunter von elf Aktiven nun wahrlich keine Bäume ausreißt, hatte am Pfingstmontag jedenfalls alle Chancen, den Landesligisten vom Heider SV zu bezwingen.
Auf dem neutralen Platz des TSV Brokstedt im Kreis Steinburg, der für die benachbarten Kontrahenten aus Dithmarscher eine Stunde Autofahrt entfernt liegt (Beschwerden beim Kreisverband Westküste und eine Unterschriftenaktion pro Verlegung in die eigene Gegend hatten im Vorfeld keinen Erfolg), musste der Außenseiter aber zunächst alle Kräfte in die Defensive investieren. Mit viel Ballsicherheit gab der Favorit klar den Ton an, ohne aber so richtig zwingend vors Tor zu kommen. Hier ein Kontakt zu viel – da eine kleine Ungenauogkeit: und immer wieder störte ein Blauer den Weg zur Führung.
Gefahr versprühte der HSV daher hauptsächlich durch Fernschüsse, von denen Hannes Paulsen den zunächst besten vom linken Strafraum-Eck aus knapp daneben setzte (20.).
Mit Nadelstichen bemühte sich dagegen der Klassenniedrigere um Entlastung, die Tjark Schröder sogar in ideale Schussposition brachte, nur hebelte der Mann aus dem Zentrum in Rücklage drüber (10.).
Auch so konnte sich der Zwischenstand jedoch sehen lassen. Torlos als Underdog in die Pause – passt so! Nur sollte es dazu nicht kommen, weil man einmal bei einer rasch gespielten Horch-Ecke pennte, Abolfazl Rajabi entsprechend in den Sechzehner eindringen konnte und Hannes Sattler den daraufhin eher zufällig erhaltenen Ball kompromisslos von halbrechts zum 1:0 einschweißte (43.).
Für die Spielgemeinschaft aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, ganz im Gegenteil! Kaum war der Heider SV in Front gegangen, rutschte drüben Henry Reimers´ Flanke durch zu Vornamensvetter Schulz, der jedoch völlig frei drüber bolzte (44.).
Ein Vorbote für das, was dieses Endspiel nach dem Seitenwechsel zuhauf erleben sollte. Denn während die Verdopplung des Landesligisten nur bei einer Standard-Doppelchance für Hannes Paulsen in der Luft lag (53.), setzten die Ostroher/Büsumer den gegnerischen Tormann, der bis Sommer 2024 noch ein Teamkollege war, gehörig unter Feuer. So rettete Daniel Steincke mit Mühe vor Hannes Tagge, nachdem Maurice Avemaries Flanke tückisch auf dem unebenen Geläuf aufhoppelte (51.), ehe sich der Goalie gegen Schulz im Stile eines Handballtorwarts groß machte (64.).
Wiederum Schulz vergab eine schöne Schusschance, die aus dem schnörkellosen Umschalten über rechts entstanden war (67.).
Den dicksten Fisch hatte allerdings Kollege Simon Walter im abermaligen Konter auf dem Fuß, als der Joker frei vor Steincke hauchdünn rechtsunten daneben zielte (80.).
Doch auch der immer noch glücklich führende Gegner ärgerte sich über einen bitteren Fehlschuss, als Steincke das Spiel nach abgefangenem Ball per Weitabwurf auf Anel Adrovic schnell machte und der Adressat Stürmer Rojhat Zimmermann in die Poleposition zum nahezu sicheren 2:0 schickte. Nahezu, denn der 18-Jährige schob das Leder frei vor dem Tor um Haaresbreite vorbei (85.).
Die Entscheidung also vertagt, sodass Schlussmann Steincke bis zum Abpfiff im Zentrum des Geschehens blieb. Vor allem gegen den von Schulz quer eingesetzten Niklas Wilke galt es nochmal abzuwehren und zuzupacken (90.). Die Kollegen wussten daher, bei wem sie sich für den heutigen Finalsieg zu bedanken hatten!
Die eher schmucklose Siegerehrung nahmen die Weiß-schwarzen derweil mit der Gelassenheit eines Dauersiegers hin. Kein Wunder, gab es seit TuRa Meldorf 2019 (der HSV brauchte als A-Regionalligist damals nicht im Kreispokal antreten) keinen anderen Titelträger als die Dithmarscher Jungs. Am Tag der letzten Kreispokalniederlage (1:2 im Halbfinale gegen die SG Brunsbüttel/Ostrohe) im September 2016 besuchten die heutigen Akteure noch die Grundschule. Eine beeindruckende Dominanz des dithmarscher Branchenprimus!

Heider SV 1.A: Steincke – Mätzke, Sattler, Patzer, Krajewski – Horch, Paulsen, Schilly, Rajabi – Adrovic, Zimmermann, eingewechselt: Mohammadi, Berriat, Görgülü, Trainer: Tim Ruland

SG Ostroher SC/TSV Büsum 1.A: Yaman – Hagelstein, Bies, Wilke, Avemarie – Tagge, Schulz, Herrmann, Schröder, Mikayelyan – Reimers, eingewechselt: Walter, Trainer: Frederic Popp


Tore: 1:0 Sattler (43. Rajabi)

gelbe Karten: Sattler, Mätzke – Schulz

Schiedsrichter: Jan-Hinrich Veit (Note 3)

Zuschauer: 65