Freitag, 3. April 2026

Spielbericht FC St. Pauli VI - FC Union Tornesch IV

Krasser als Achterbahn
Zehn Tore auf dem Heiligengeistfeld: Union IV gewinnt irres Oster-Spektakel!

Nebenan öffneten St. Paulis Sechste und Union Tornesch IV ihre Schießbuden allerdings zum denkwürdigen zehn-Tore-Spektakel der Kreisliga 08.
Strahlender wie überraschender Sieger: das Kellerkind aus Tornesch, das sich mit dem Erfolg beim Tabellendritten kurzerhand aus den Abstiegsrängen katapultierte.
Vom Anpfiff weg war es dem Außenseiter dabei gelungen, die Partie auf dem engen Kunstrasen hinter dem Millerntorstadion offen zu gestalten und kaum Nennenswertes zuzulassen. Nur ein vertretbarer Strafstoßpfiff gegen Kapitän Ben Schlüter, dessen Arm aus kurzer Distanz von Björn Rothes Kopfball getroffen wurde, aber nun mal eben den Torversuch vereitelte (immerhin setzte es nicht den fälligen Platzverweis), durchkreuzte Unions Defensivkonzept (11.). St. Paulis Spielführer Maximilian Hille zeigte nämlich keine Nerven vom Punkt und versenkte zum 1:0.
Unterkriegen ließen sich die Gäste davon aber nicht, trauten sie sich zunehmend selbst nach vorne, während das nächste Tor jedoch vermeintlich für St. Pauli fiel. Lukas Winterschladen piekte das Leder in die lange Ecke, doch das Gespann um den jungen Raul Ramazanov erkannte auf Abseits (41.). Just im Gegenzug gelang es den Blauen, Torjäger Thomas Koziol halbrechts in umjubelte Tor-Szene zu setzen – hier geht was!
Vor allem auch, weil Union-Schlussmann Jan Redmann einen erneuten Rothe-Kopfball schön über seinen Kasten streichelte und damit erstmal das Pausen-Remis sicherte (45.+1).
Zurück aus den Kabinen, gab es für die beiden Männer mit den Handschuhen nicht mehr viel zu lachen. Binnen einer Viertelstunde spielte sich nämlich ein skurriles Scheibenschießen ab, dessen Anfang St. Paulis Philippe Tiede mit einem ungestümen Einsatz herbeiführte. Koziols flaches Strafstoßtor (53.) glichen die Braun-weißen aber rasch per Hille Kopfball (Ecke Tiede) wieder aus (55.).
Weil ein abermaliger Kopfstoß von Rothe nicht mehr auf der Linie geklärt werden konnte, war die Partie sogar per Doppelschlag auf 3:2 gedreht (57.).
Doch die Eisernen schlugen zurück, versenkte Bugrahan Almaz eine dynamische Vorarbeit durch Jorge Westphal am ersten Pfosten zum erneuten Ausgleich (60.), den St. Pauli wiederum quasi im Gegenzug korrigierte. Diesmal legte der gerade eingewechselte Amin Dweik wunderbar für Gerrit Sundermann in den Rückraum ab, sodass die Rückennummer zehn das Leder noch leicht abgefälscht unter die Latte nageln konnte (62.). Ein starker Abschluss, der aber auch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Defensivleistung der Kiezkicker heuer kaum über dem Meeresspiegel lag. So luchste Koziol Moritz Boekhoff die Kugel vor dem Sechzehner zum vermeintlichen 4:4 ab, nur verzog der landesligaerfahrene Pole unter Bedrängnis (67.).
Vielleicht schnaufte St. Pauli daraufhin etwas zu lange durch, denn kaum pennte man bei einem Einwurf von links, vernaschte Lennard Stolz Gegenspieler Lasse Beyer zum perfekten 4:4-Drehschuss (70.).
Schon jetzt war irgendwie klar, dass dieses Spektakel eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. Dachte sich wohl auch Union-Torwart Jan Redmann, der den ausgeglichenen Zwischenstand gegen Hilles Strafstoß im Abtauchen nach rechts, vom Schützen aus, am Leben erhielt (76.) und damit auch den wichtigen Zähler im Abstiegskampf.
Für die Gastgeber derweil ein harter Nackenschlag, von denen sie sich heute nicht mehr erholen sollten. Stattdessen gingen die Jungs aus dem Torneum voll aufs Ganze, was sich fünf Minuten vor Ultimo tatsächlich abermals auszahlen sollte, wemmste Bezirksliga-Leihgabe Westphal den vom Gegner nicht geklärten Ball mit vollem Mut aus 18 Metern linksunten rein. 4:5!
Zeit, den Laden nun auch hinten endlich den Griff zu kriegen, sodass nicht nur per sofortigem Doppelwechsel, sondern auch durch Koziols Installation im Abwehrzentrum alles in blau auf Defensive getrimmt wurde.
Ein Konzept, das auf den letzten Metern auch genauso aufging und seine Perfektion in der Nachspielzeit finden sollte. Gegen aufgerückte St. Paulianer konterte sich der Abstiegskandidat in Überzahl zum 4:6-Endstand, den Joker Maxim Beker mit Chip über Schlussmann Ivaylo Dimitrov perfekt machte (90.+1).
Ein ganz wichtiges Ding für Beker und Co, die die Alsterbrüder-Dritte auf den ersten Abstiegsplatz der Kreisliga 08 verdrängten.
Sorgen, die man an der Feldstraße nur vom Hörensagen kennt. Rang drei ohne Bezug zum Spitzenduo lässt die Punktspielsaison schwingt ausklingen, ehe im Heino-Gerstenberg-Pokal noch das große Endspiel gegen Vorwärts/Wacker Billstedt III ansteht. Der Ausrutscher heute daher verschmerzbar…

Tore: 1:0 Hille (11., Strafstoßtor, Handspiel Schlüter), 1:1 Koziol (42. Stolz), 1:2 Koziol (54., Strafstoßtor), 2:2 Hille (55. Tiede), 3:2 Rothe (57. Hille), 3:3 Almaz (60. Westphal), 4:3 Sundermann (62. Dweik), 4:4 Stolz (70.), 4:5 Westphal (85.), 4:6 Beker (90.+1, Westphal)

gelbe Karten: Rothe, Teßmann – Schlüter, Almaz, Albostan

Schiedsrichter: Raul Ramazanov

Zuschauer: 50






Spielbericht SV Barmbek - MSV Hamburg IV

Den Korken doch noch gelöst
SV Barmbek überwindet den Chancenwucher zum 5:2-Heimsieg

Geduld und Beharrlichkeit – zwei Tugenden, die Spiele entscheiden können. Definitiv in diese Kategorie gefallen am Karfreitag das Heimspiel des favorisierten SV Barmbek gegen die Vierte des MSV Hamburg.
Eine Partie, bei der die greifbare Verzweiflung ob eines Füllhorns an vergebenen Chancen nur binnen acht Minuten der freudigen Erleichterung wich.
Der SVB, im Nirgendwo der Kreisklasse 07 angesiedelt, musste auf seinem roten Rasen bereits nach nicht einmal zwei gespielten Minuten einem Rückstand hinterherlaufen, nachdem die notdürftig zusammengeschusterte Innenverteidigung Gegenspieler Jasmin Stroil nach steilem Anspiel nicht eingefangen bekam und der ehemalige Lorbeer-Kicker eiskalt zum 0:1 in die lange Ecke einlochte (2.).
Und nun? Der Ausgleich! Denn kaum tauchten auch die Gastgeber vor des Gegners Kasten auf, landete ein abgefälschtes Wulff-Ding direkt auf dem zielsicheren Haupt von Alexander Tesch – 1:1 (4.)!
Eine Zielgenauigkeit, die der Elf des draußen verletzt mitleidenden Grant Kendon Sharka wiederholt abging. So musste der Spielertrainer mit seinen sieben Schrauben in der Hand mitansehen, wie seine Schützlinge entweder gänzlich verfehlten oder MSV-Schlussmann Pascal Martins Saraiva mehr und mehr warmschossen (25. & 29.). Die schönste Gelegenheit, weil super in der Schnittstelle gefunden, vergab nach einer halben Stunde Torschütze Tesch beim erneuten Kopfballversuch.
Fünf weitere Fehlversuche später war das frustrierende Pausenremis dann vollendet…
Doch es sollte noch dicker kommen. Denn nachdem Senol Becirovski seinen Ball rechtsoben drüber segeln sah (54.), führte drüben ein unumstrittener Strafstoß wegen Handspiels sogar zum 1:2 des Drittletzten durch Kapitän Fynn Mayhew (60.).
Einen Abbruch tat dies den Bemühungen des teilweise sogar ordentlich kombinierenden Heimteams allerdings nicht. Tesch abermals per Kopf (61.), der eingewechselte Scherwin Bashardoust mit einem Flutsch-Ball an den Pfosten (62.), Benedict Holbein knapp drüber (63.) und schließlich nochmal Bashardoust einen Tick zu hoch (66.), verführten bereits dazu, mit alten Fußballerzitaten zum Thema „kein Glück und dann auch noch Pech dazu“ das Phrasenschwein zu füllen.
Nicht aber mit dem unermüdlichen Bashardoust, der nicht nur zusätzlichen Schwung sondern auch die Ablage für Becirovskis tatsächlich einschlagenden Schuss von halblinks brachte (70.). Der Korkenlöser des SV Barmbek, der plötzlich, wie im Rausch, fast jeden Versuch landete. Nur Sekunden später nutzte Becirovski nämlich, dass sich die Gelben im Sechzehner gegenseitig abbolzten, zum 3:2-Drehschuss (71.), ehe Bashardoust einen Ballgewinn im Pressing mit dem feinen Lupfer über den Torwart belohnte (76.).
Noch formvollendeter kam wiederum nur Augenblicke danach sein Seitenwechsel auf den eingestarteten Holbein daher. Ohne Umschweife aus dem Lauf finalisierte die Rückennummer 34 gen langes Eck zum 5:2-Endstand (78.), an dem sich auch Tormann Florian Korous mit einem drüber gelenkten Effah-Geschoss noch einmal seinen Anteil sicherte (81.).
Im exakten Mittelfeld der 15er-Staffel hat die siegreiche Mannschaft von der Meister-Francke-Straße maximal noch Aussichten auf Rang sechs, wobei an den verbliebenen sechs Spieltagen nur noch einmal auf den Heimvorteil der „Aschehölle“ zu hoffen ist. Fünf Auswärtsspiele stehen einem noch zu spielenden Match daheim gegenüber. Alle Groundhopper und Fußballromantiker müssen sich beeilen: noch in diesem Jahr soll das urig-pittoreske Retro-Ambiente zum modernen Kunstrasenspielfeld umsaniert werden.

Tore: 0:1 Stroil (2.), 1:1 Tesch (3.
Wulff), 1:2 Mayhew (60., Strafstoßtor), 2:2 Becirovski (70. Bashardoust), 3:2 Becirovski (71. Tesch), 4:2 Bashardoust (76.), 5:2 Holbein (78. Bashardoust)

gelbe Karten: Choinka, Rieken – Haxhiajdini, Jordan

Schiedsrichter: Ivan Lastro (USC Paloma)

Zuschauer: 40





Donnerstag, 2. April 2026

Spielbericht SV Blau-weiß 96 Schenefeld - TV Haseldorf

Vorteil: Kadertiefe
Torhungrige Joker richten es für Blau-weiß 96

70 Minuten lang sah es so aus, als könnte der TV Haseldorf der große Gründonnerstagsgewinner im Untergeschoss der Bezirksliga 01 sein, doch spät schlug in Schenefeld die bittere Erkenntnis zu: der Klassenerhalt bleibt ein Mammutprojet.
Ohne den gelbgesperrten Lars Rose, der dafür im gut besuchten Gästeblock alles gab, legte der Aufsteiger gleich willig und griffig los. Völlig untypisch für einen Abstiegskandidaten, zahlte sich dies auch sofort aus, verwertete Marten Fülscher eine Mohrdieck-Flanke in der Mitte zum 0:1-Stimmungshoch aller, die in der Folge mit dem Auswärtsteam um den Erhalt der Führung bangten (7.).
Blau-weiß startete nämlich seine Ballbesitzdominanz, die das Spielgeschehen nachhaltig in die Hälfte der Haseldorfer verlagerte. Eingreifen brauchte Gäste-Fänger Niklas Grote jedoch erstmal nur mit einer behänden Fußabwehr gegen den scharf von Lewe Tiede bedienten Lenard Peters (8.).
Allzu lange sollte sich dies aber nicht ausgehen. So schickte Youss Jaiteh seinen Kollegen Rene Müller wohl temperiert in die Tiefe, wo der 29-Jährige auf dem Weg zum Ausgleich keine halben Sachen machte (19.). Nicht ganz so Oscar Rehder, dem sich Grote mit voller Breite entgegenstellte (22.).
Doch auch die Gäste warteten in Nadelstichen gefährlich auf. Nach Phil Mohrdiecks starkem Ballgewinn ergab sich Michel Lienau nämlich die fette Chance, gegen deren Verwertung sich Fynn Ritter im Abtauchen erfolgreich stemmte (21.).
Kein Grund für den fleißig ackernden Blondschopf, es nochmal zu versuchen. Dem letzten Mann aus der 96-Viererkette die Kugel geklaut, versenkte Lienau diesmal eiskalt vor Ritter zum 1:2-Halbzeitstand (41.), den Fülscher von halbrechts durchaus noch hätte ausbauen können (45.+1).
Ernsthafte Gefährdung erfuhr diese Einblendung auf der großzügigen Anzeigetafel im Stadion Achter de Weiden lange Zeit nicht. Auf der regelmäßig vollends bespielten Skala zwischen Welt- und Kreisklasse drohte den Hausherren nach der 3:5-Schlappe in Niendorf aus der Vorwoche gleich das nächste Negativextrem.
Heuer aber zogen die Jungs in weiß den Kopf auch dank einer herausragenden Bank spät aus der Schlinge. Mit einem Treffer der Marke „Eier-Tor“ würdigte der soeben eingewechselte David Heffele nicht nur die anstehenden Ostertage, sondern läutete damit auch die Wende im zu diesem Zeitpunkt irgendwie toten Spiel ein (71.). Denn nachdem der mit ihm gekommene Jasin Emini beim ersten versuch noch am Außennetz scheiterte (77.), machte es die Rückennummer 33 auf Diagonalball Maik Wegners eiskalt zum 3:2 (79.).
Die Haseldorfer, die im Gegensatz dazu freilich nicht über solche Einwechselkaliber verfügen, waren gebrochen und Blau-weiß auf dem Weg, das Resultat weiter hochzuschrauben. In zwei Szenen daran gescheitert (84. & 90.), holte mit Marco Müller der dritte Joker das Verpasste im Konter nach (90.+3).
Der TVH nun weiter mit einem Zähler unter dem Strich, während Coach Mathias Timm und seine Edel-Bankwärmer bei einem ganzen Dutzend an Punkten Vorsprung auf die Kreisliga-Plätze sieben sorgenfreien Restspieltagen entgegensehen können.

Tore: 0:1 Fülscher (7. Mohrdieck), 1:1 R. Müller (19. Jaiteh), 1:2 Lienau (41.), 2:2 Heffele (71.), 3:2 Emini (79. Wegner), 4:2 M. Müller (90.+3, Kocak)

gelbe Karten: keine – J. Lüchau

Schiedsrichterin: Vanessa Thormählen (FC Union Tornesch, Note 2,5)

Zuschauer: 80

Mittwoch, 1. April 2026

Spielbericht FC Roland Wedel - Wedeler TSV

Doppelte Derby-Freude
TSV gewinnt das wedeler Stadt-Duell und springt an die Tabellenspitze

Volle Hütte im und um den Kunstrasenkäfig der Schulauer Straße, denn das Wedeler Stadtderby durfte man sich als Fan des Fußballs im Kreis Pinneberg freilich nicht entgehen lassen.
Der FC Roland, trotz des 1:0-Hinspielsiegs im Elbestadion in der Außenseiterrolle gegen den Tabellenführer in spe, versuchte dem Spitzenteam mit tiefer Staffelung beizukommen, was allerdings an oftmals fehlendem Zugriff im Mittelfeld scheiterte. Gut für den TSV, der nach Michel Hönkes erstem Warnschuss in die Arme des leidenschaftlich von hinten dirigierenden Aytekin Üstündag (9.) wenig später per Standard ernstmachte. Tobias Patats Freistoß von links köpfte der aufgerückte Jan Boettcher als einziger Bewohner des Obergeschosses zielgenau zum 1:0 ein (12.).
Ein TSV-Start nach Maß, dessen Ausbau durch Routinier Josep Dilber nur die Abseitsfahne von Assi Magnus Rehberg vereitelte (19.).
Erst mit der Zeit trauten sich fortan auch das Team aus dem Mittelfeld der Kreisliga 1 etwas zu. Can-Ali Dursun versuchte es einmal von halblinks, verzog jedoch ein gutes Stück (31.).
Dass es aber tatsächlich mit einem Gleichstand in die Freiluftpause (die Kabinen liegen gefühlte 20 Kilometer durch den Wald entfernt) gehen sollte, ging zum einen auf das Konto des TSVers Hendrik Ramcke, der sich mit mangelnder Orientierung in der hintersten Reihe düpieren ließ und zum anderen an Düpierer Tim Dreschniol, der sich am erfahrenen Verteidiger vorbeischlängelte und fachgerecht zum ausgelassen bejubelten 1:1 netzte (43.).
Alles wieder auf null, doch auch im zweiten Abschnitt machte der Roland insgesamt zu wenig fürs Spiel, das allerdings auch die Jungs mit den grünen Stutzen nicht so richtig in ihre Bahnen zu lenken vermochten – bis Hönke einfach mal aus 30 Metern draufhielt und die Passivität des Gegners in Gestalt des 1:2 bestrafte (62.).
Das Bemühen war der Elf von Trainer Tugay Hayran in der Folge sicherlich nicht abzusprechen, doch der TSV fand an diesem Abend nun immer mehr die besseren Lösungen im Spiel nach vorne, das allein Roland-Kicker Dilber zweimal hätte krönen können (75. & 83.). Einzig Üstündag, der Marvin Weids Distanzversuch im Nachfassen sicherte (85.) und Patats Geschoss schön per Flugparade entschärfte (90.+1), hielt das Match noch offen, während seine Vorderleute nicht (mehr) über Halbchancen hinauskamen.
Die Entscheidung zögerte der Goalie, der selbst beim 1:3 erst gegen Nico Knodt abwehrte, ehe Weid die Kugel im Nachsetzen voll reinwemmste (90.+4), letztlich aber nur heraus.
Der Wedeler TSV geht damit als punktgleicher Spitzenreiter vor dem Rissener SV ins sportlich schon am Gründonnerstag beginnende Osterwochenende – bei drei Partien weniger! Dass es nächstes Jahr kein Kreisliga-Stadtduell mehr gibt, liegt weiter voll in eigenen Händen.

Tore: 0:1 Boettcher (12. T. Patat), 1:1 Dreschniol (43.), 1:2 Hönke (62. Dilber), 1:3 Weid (90.+4, Knodt)

gelbe Karten: Bajraktari, Ayik, Dreschniol – Urban, Boettcher, Kilinc

Schiedsrichter: Jonathan Hohenegger (SV Blau-weiß 96 Schenefeld, Note 2: hatte das nie unfaire Derby jederzeit unter vollster Kontrolle)

Zuschauer: 100



Dienstag, 31. März 2026

Spielbericht TuS Appen 1. Frauen - GW Eimsbüttel 1. Frauen

Landesliga quasi gesichert
3:1 im Nachholspiel: TuS Appens Frauen können mit dem Klassenerhalt planen

Nüchtern betrachtet, scheint der Landesligaverbleib für die Frauen des TuS Appen bereits erreichte Sache, doch für die rechnerische Sicherheit muss am Almtweg noch ein kleines bisschen was passieren.
Eine echte Hilfe war dabei auf jeden Fall das Nachholspiel vom 18. Spieltag, das am späten Dienstagabend die wohl vorentscheidenden drei Zähler auf das Punktekonto des dienstältesten Teams der Landesliga (achte Serie in Folge) spülte.
Leichte Vorteile vermochte der neutrale Beobachter zunächst sogar bei den Gästen aus Hamburg-Eimsbüttel zu vernehmen, doch während die Damen von der Pinnau hinten mit etwas Glück und fehlender GWE-Präzision (Finja Ranft, 11.) schadlos blieben, stach drüben Inci Cav plötzlich in den Rücken der Gäste-Deckung, um ihren Heber passend über Torfrau Yara Kappes ins Tor zu setzen (21.).
Grün-weiß, das heute ganz in schwarz aufgelaufen war, reagierte mit einer guten Schusschance für die steilt geschickte Jasmin Küber (27.), während die beste Gelegenheit vor der Pause noch einmal der Heim-Elf gehörte. „Pfosten!“ hieß es nämlich, als Melanie Hagen abgefälscht von halbrechts ihr Glück probierte (29.).
Erneut gejubelt werden durfte dafür kurz nach dem Seitenwechsel, weil GWE in der halbherzigen Rückwärtsbewegung zu viel Luft ranließ, um Nele Mohrs Versuch zu verhindern. Kappes wehrte zwar in erster Instanz nach vorne ab, nur blieb Hanna Gehlhaar auf Sendung und staubte zum 2:0 ab (48.).
Für die letztes Jahr aus der Oberliga abgestiegenen Eimsbüttelerinnen das klare Signal zum erhöhten Offensivengagement, das Silvana Jova an den Pfosten und Michelle Linning im direkten Nachsetzen drüber (55.) just mit Leben füllten.
Weitere Gelegenheiten versiebte die Elf vom Tiefenstaaken in der Folge, bis es zehn Minuten vor Ultimo doch endlich klappen sollte. Diesmal bewies Maren Wolf bei einer Linning-Ecke im Fünfer echte Kopfballungeheuer-Qualitäten und verkürzte so aus der Luft auf nur noch 2:1 (80.).
Sollte sich der Ritt in die Provinz etwa doch noch lohnen? Nein, machte Gehlhaar mit ihrem beherzten Lauf über rechts und dem passenden Abschluss zum 3:1 alles klar (90.+1).
Die Punkte blieben im Kreis Pinneberg, wo bei 13 Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz von einem weiteren Jahr Frauenfußball auf Landesliga-Ebene ausgegangen werden darf. Ebenso im Nordwesten Eimsbüttels, steckt das punktgleiche GWE ebenso in der Mitte des Klassements.

Tore: 1:0 Cav (21.), 2:0 Gehlhaar (47.), 2:1 Wolf (80.), 3:1 Gehlhaar (90.+1)

gelbe Karten: keine – Gurkasch

Schiedsrichter: Tim Inselmann (SV Hörnerkirchen)

Zuschauer: 27

Sonntag, 29. März 2026

Spielbericht VfL Pinneberg - TV Haseldorf

Holzapfel senkt den Blutdruck
Erster Sieg in 2026! VfL Pinneberg weist den TV Haseldorf in die Schranken

Insbesondere mit wichtigen Heimsiegen boxte sich Aufsteiger TV Haseldorf zuletzt amtlich aus der Abstiegszone. Bezirksliga 01-Spieltag Nummer 24 schob den Neuling aus der Marsch jedoch wieder zurück unter den Strich.
Die Punktgewinne der Konkurrenz vom HSV IV (1:1 gegen den Duvenstedter SV) und aus Niendorf (5:3 gegen Blau-weiß 96) wusste man am Sonntagnachmittag in Pinneberg nämlich nicht mit Zählbarem zu kontern.
Dabei war man heuer mit gar nicht mal so schlechtem Kader zum in 2026 noch sieglosen VfL gereist.
Um den rot-gelben Optimismus war es heuer allerdings schnell geschehen, als der Pinneberger Tyler Brose Noah Lüchau robust im Strafraum abkochte und sicher zum frühen 1:0 einnetzte (9.).
Wasser auf die Mühlen des überlegenen Mittelfeldteams, das TVH-Goalie Niklas Grote in der Folge gehörig auf Trab hielt (12. & 21.), ehe 21-Tore-Mann Niklas Bargob den Kasten bei einem der vielen tiefen VfL-Läufen verfehlte (25.). So auch kurz darauf in abgefälschter Manier (27.). Beim fälligen Eckstoß zum Kopfball gekommen (Block von Grote), führte ein ungeschickter Strafraumzweikampf zu Bargobs Königschance vom Punkt. Doch kläglich scheiterte der Kapitän am starken Gäste-Fänger.
Für Bargob und Co ein kleiner Knackpunkt, schwammen sich nun auch die Appelplücker vorsichtig frei.
Louis Bevers flankte hinter das Tor (41.) – Phil Mohrdieck erwischte seinen Kopfball nicht optimal (41.). Man musste es schon gut meinen, mit den Schloßpark-Kickern, um den bemühten, aber arg limitierten Auftritt des Neulings positiv zu bewerten.
Die beste Gelegenheit des Abstiegskandidaten „vergab“ mit Berat Alija tatsächlich ein Pinneberger, als dieser Tormann Philipp Niedermeier mit einem Rückpass überrumpelte, die Scharte per finaler Rettungsgrätsche allerdings selbst wieder auswetzte (53.).
Wohltuende Blutdrucksenkung verschaffte da drüben Tjark Holzapfels frei vollendetes 2:0 (56.), mit dem die Hausherren im Exil an der Raa (Heimat des SC Pinneberg) das Geschehen wieder spürbar an sich rissen.
Weil Brose etwas peinlich drüber zielte (68.) und auch eine erneute Doppelchance nach Ecke ungenutzt blieb (78.), flammte beim Kellerkind noch ein wenig Hoffnung auf den Anschlusstreffer auf. Doch weil die eingewechselten Timo Kaland (80.) und Joris Lüchau (86.) ihre Kopfstöße nicht perfekt setzen konnten und Niedermeier Florian Möhles Freistoß abtauchend zur Ecke parierte (82.), blieb es beim ersten gegentorlosen Erfolg des neuen Tabellensechsten seit dem kampflosen 3:0 gegen HSV IV im Dezember 2025.
Der TV Haseldorf kann von diesen Tabellenregionen nur träumen, geht es nun als 14. ins Osterwochenende, das mit den Gastspielreisen nach Schenefeld und Elmshorn zwei ungeliebte Auswärtspartien beinhaltet.

TV Haseldorf: Grote – N. Lüchau, Oßenbrüggen (72. Kaland), Pieper, Franke – Nickels (66. Jedamski), Möhle (46. J. Lüchau), Mohrdieck, Bevers – Rose, Lienau (66. Fülscher), Trainer: Marvin Biermans (i.V.)

Tore: 1:0 Brose (9. Holzapfel), 2:0 Holzapfel (56. Bargob)

gelbe Karten: Bargob, Schulze – Rose, Pieper

Schiedsrichter: Thorsten Kaisen (SC Poppenbüttel, Note 2)

Zuschauer: 50

besonderes Vorkommnis: Bargob scheitert mit Foulstrafstoß an Grote (28.).


















Samstag, 28. März 2026

Spielbericht SVG Pönitz - TSV Flintbek

Vom Regenschauer losgelöst
Spitzenreiter SVG Pönitz kontert dem flintbeker Aufmucken  

Mit dem letzten Aufgebot reiste das Mittelfeldteam des TSV Flintbek am Samstagnachmittag zum Primus der Verbandsliga Ost nach Pönitz. Und obwohl der Auftritt unterm Strich recht glimpflich verlief, gab es für die Roten letztlich deutlich nichts zu holen.
Vom Anpfiff weg hatten die Heimstarken Pönitzer, die einzig beim 3:3 gegen die Probsteier SG am vergangenen Dienstag Punkte im heimischen Sportpark ließen, den Laden im Griff, schalteten zahlreiche Angriffe in die Richtung von TSV-Fänger Tjark Klarmann, der nach eigenem Fehlabspiel einen Ebeling-Versuch gerade noch an die Latte gefingert bekam (13.) und gegen Kapitän Justin Toth das Bein ausgefahren bekam (27.).
Noch krasseres Bedauern löste bei den Gastgebern ein doppelter Hochkaräter für den leicht zögerlichen Jarne Schulz, den Malik Ferhat gerade noch so abgrätschte, und Kevin Keinz, der beim Nachschuss wiederum in den Bolzmodus schaltete (30.).
Kurz darauf dann aber die überfällige Führung, als die Hausherren den Gegner schön auseinanderzogen und Toth seinen Kollegen Schulz quer zum 1:0 bediente. Schiedsrichterassistent Johannes Fritze hatte es richtig gesehen: Klarmann bekam die Kugel erst deutlich hinter der Linie zu fassen – das 1:0 (32.)!
Nach schwachem Rückpass des Gegners hatte K. Keinz sogar die rasche Verdopplung auf dem Fuß, doch Klarmann stellte sich clever in den Weg.
Mit dem ergiebigen Regen tauchten nun plötzlich auch die Gäste vorne auf, ging es im Konter über rechts, von wo Nils Tietgen Luca Schemborski in Szene setzte, sodass der 19-Jährige den Gleichstand humorlos ins Torwart-Eck nagelte (41.).
Für das Chancenplus, das zwei weitere Gelegenheiten vor der Halbzeit noch zusätzlich ausbauten (42. & 44.), konnten sich die Platzherren somit herzlich wenig kaufen.
Und fast wäre der Schuss sogar nach hinten losgegangen, erhielt Ferhat im Rahmen einer Ecke die freie Mega-Chance per Kopf, die jedoch am Pfosten zerschellte (50.).
Ein Weckruf für die Sportvereinigung, die kurzerhand durch K. Keinz´ tiefen Ball in den Offensivraum gelangte, damit Cedric Assmann den mitgelaufenen Schulz passend zum 2:1 bedienen konnte (53.).
Nachdem mit Assmann wenig später auch ein Pönitzer das Aluminium erwischte (62.), erinnerte ein parierter Schemborski-Freistoß (66.) an die Fragilität des knappen Vorsprungs, den man schließlich selbst per Standard auf nunmehr 3:1 hochschraubte. Diesmal fand Oscar Herzogs Freistoß Assmann am nahen Pfosten und die Torhymne „Major Tom (völlig losgelöst)“ ertönte ein drittes Mal (74.).
Die Partie damit vorzeitig entschieden. Auch, wenn Jan Ratjen SVG-Fänger Ricardo Maghon noch einmal dazu zwang, die kurze Ecke geschwind dichtzumachen (81.).
Mit sechs Zählern vor dem einmal weniger aktiven Heikendorfer SV thront die Elf von Trainer Christian Born weiter auf dem Platz an der Sonne, während die personell geschröpften Flintbeker im gesicherten Mittelfeld mit dem Kreispokalfinale im Mai gegen Kilia Kiel noch einen echten Höhepunkt vor der Flinte haben.

SVG Pönitz: Maghon – Dutschke, E. Keinz, Evers (66. Gramckau), Ebeling – J. Schulz (76. Henkel), Toth (84. Brack), Potuzak, Assmann – Herzog (76. Durante), K. Keinz (66. Balzereit), Trainer: Christian Born

TSV Flintbek: Klarmann – Wischnewski (83. Ögmen), L. Schulz, Todic, Ferhat, Gremmel – Kock, Ratjen – Tietgen (86. Sommerfeld), Rehder, Schemborski, Trainer: Marcel Naeve


Tore: 1:0 Schulz (32. Toth), 1:1 Schemborski (41. Tietgen), 2:1 Schulz (53. Assmann), 3:1 Assmann (74. Herzog)

gelbe Karten: Evers – Wischnewski

Schiedsrichter: Joona Maxe (JSG Fehmarn, Note 2,5)

Zuschauer: 55