Das unlösbare Bentwisch-Rätsel
FSV-Reserve
siegt sich in Kritzmow aus dem Landesliga-Keller
Ein 3:1 gegen Schlusslicht FSV Testorf Upahl auf heimischem Gelände durchbrach
für die FSV Bentwisch-Zweite neulich den Negativtrend der letzten Wochen, ehe
es erstmalig in 2026 auch auswärts endlich wieder einmal klappte.
Ebenfalls mit 3:1 war es der Elf in schwarz nämlich gelungen, dem höher
gewetteten FSV Kritzmow, ein Schnippchen zu schlagen.
Mit tief gestellter Ordnung, galligen Zweikämpfen und gelungenen
Umschaltmomenten stellten die Gäste den Tabellendritten der Landesliga West
Mecklenburg-Vorpommern von Beginn an vor ein gewaltiges Rätsel, das nach einem
Dutzend an Spielminuten einen noch höheren Schwierigkeitsgrad erhielt. Dave
Görings langer Spieleröffnung wollte sich weder Innenverteidigung noch Torwart
annehmen, sodass Tom Bruhs freie Fahrt zum 0:1 in die kurze Ecke erhielt.
Nur mit Mühe wusste Heim-Goalie Ronny Peters wenig später einen Johl-Freistoß
über die Latte zu lenken (17.). Das 0:2 hier durchaus möglich. Stattdessen aber
wäre den Bentwischern drüben fast ein Sekundenschlaf beim fix ausgeführten
Freistoß zum Verhängnis geworden. Auf die Qualitäten des sicheren Tom Hudec im
Eins-gegen-Eins mit 15-Tore-Mann Jay Galow war jedoch Verlass (28.).
In der Folge gehörte die Show allerdings erstmal seinen Vorderleuten, die sich
über Ilyss Kofis Weiterleitung empor zu Tom Freiherr von Schades Schusschance
spielten; Abwehr durch Peters – Abstauber Bruhs und der Vorsprung war
verdoppelt (30.).
Der Platzsprecher nahm´s mit stoischer Gelassenheit, während seine Farben auf
dem Platz ohne Capitano Moritz Grambow-Knuth (Gelbsperre) überhaupt nicht in
die relevanten Zweikämpfe kamen. Obendrauf segelte Kurt Hawichs Freistoß, von
der Mittellinie aus, an Freund und Feind vorbei, direkt zum 0:3-Pausenstand ins
Netz (36.).
Wie schon in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel, zeigten die Kritzmower dann
etwas mehr Esprit, doch so richtig knisternd wurde es trotz klar verteilter
Spielanteile auf der Gegenseite, wo Philipp Steiner im Doppelpass der Joker mit
Martik Arutiunian frei vor dem Gehäuse vorbei schob (75.). Im direkten Gegenzug
dann endlich Gefahr der Hausherren, die Hudec wieder gegen Galow stark zu
entschärfen wusste (76.).
Erst in der Nachspielzeit, in der Nico Arendt bei einer Mohs-Ecke deutlich zu
viel Raum am ersten Pfosten erhielt, war das verkürzende 1:3 per Kopf gelungen
(90.+1).
Zu spät? Vielleicht noch nicht, denn auf Steckpass von Paul Mohs zog Galow
plötzlich am Torsteher vorbei. Das Tor leer – nein, doch nicht! Göring rauschte
gerade noch heran und klärte die Angelegenheit mit der finalen Rettungsgrätsche
(90.+2). Die spektakuläre Wende einer hart umkämpften Partie (vielleicht hätte
sich der Schiedsrichter das Leben mit einem Blitz-Gelb für das Einsteigen des
Freiherrn von Schade (1.) als frühes Signal etwas einfacher gemacht) war damit
also abgeblasen und die Bentwischer zwei Spielrunden vor Ultimo vier Zähler vor
dem kritischen Platz 13, aktuell von Einheit Grevesmühlen belegt. Es sieht nach
Klassenerhalt aus!
Knapp außerhalb von Rostocks Südstadt ist mit der Niederlage heute die
rechnerische Restchance auf den Meistertitel zu Grabe getragen. Acht Zähler
mehr als die Blau-weißen bedeuten, dass der Doberaner SC (52 Punkte) nun nur
noch Anker Wismar II (50) im Nacken hat. Sein Aufstiegsrecht wahrnehmen möchte
der DSC derweil einzig im Falle der errungenen Meisterschaft.
Tore: 0:1 Bruhs (12. Göring), 0:2 Bruhs (30. Freiherr von
Schade), 0:3 Hawich (36., direkter Freistoß), 1:3 Arendt (90.+1, Mohs)
gelbe Karten: Galow, Kozak, Mohs, Schiller, Wolski – Bruhs, Koli,
Flörke, Freiherr von Schade, Göring, Götter
Schiedsrichter: Christopher Gehrke (PSV Ribnitz-Damgarten)
Zuschauer: 116
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Sonntag, 31. Mai 2026
Spielbericht FSV Kritzmow - FSV Bentwisch II
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