Die
Ruhser-Hardcore-Festspiele
Neun
Torbeteiligungen: Top-Stürmer bringt die Fans zum Eskalieren
Freie Flanke Stefan Jermies von rechts, abgewehrt; tödlicher Querpass der Gäste
und doch noch kam Holsatias Nummer 10 von halbrechts zum erfolgreichen
Rechtsschuss – 10:0 (65.)! Ein besonderer Treffer in der Ü60
7er-Auseinandersetzung zwischen den Spielgemeinschaften Holsatia/TSV
Sparrieshoop/FC Elmshorn (im Folgenden „Holsatia“ genannt) und Blau-weiß 96/SV
Blankenese, war die bis dahin erste Heim-Bude, an der Torjäger Bernd Ruhser
nicht direkt beteiligt war.
Ihren Anfang hatten die „Berni-Festspiele“ auf dem Walther-Poser-Platz bereits
in Minute drei, als der 68-Jährige in feinster Mittelstürmermanier zum 1:0
netzte.
Begeisterung darüber auch aus dem ersten Stockwerk des Nebengebäudes, wo
Holsatias A-Jugend zeitgleich ihren Mannschaftsabend verbrachte. Da durfte die
passende Tor-Hymne natürlich nicht fehlen!
Bis die inzwischen am Spielfeldrand postierten Nachwuchskicker erneut Scooters
Gassenhauer „Always Hardcore“ (Auf geht´s Holle!) über die Kaltenweide schallen
lassen konnten, versiebten die Gastgeber einige gute Gelegenheiten. Ein wenig
hatte man Konzentration und Laufvermögen heruntergedrosselt. Dann aber durfte
wieder gejubelt werden (21.). Ruhser leitete selber per Rückraumpass zu Jens
Duffke ein, um das folgende tiefe Zuspiel mit links zu vollenden. Schlussmann
Uwe Sokolowski hatte mit einem Rechtsschuss gerechnet…
Auf Zuspiel Torsten Bluhm vollendete Ruhser direkt im Anschluss seinen Hattrick
(22.).
Streich Nummer vier erfolgte, zentral alleingelassen, nach erneuter Hereingabe
Bluhm (31.), während es auch als Vorbereiter klappte. Ein Pass von rechts (30.)
und ein Umkurven des Tormannes, samt Pass von der Grundlinie (33.), bescherten
Duffke unwiderstehliche Einschussmöglichkeiten.
Ein halbes Dutzend also bereits zur Pause. Was steht den bemitleidenswerten
Gästen da noch alles bevor? Zunächst eine eigene, sauber herausgespielte,
Großchance, die Holle-Goalie Helmut Averbeck mit der linken Pranke entwertete
(42.).
Bevor die „Achter De Weiden“ ansässigen Blauen aber eine Aufholjagt starten
konnten, trieben wieder Ruhser und Duffke ihr Unwesen. Diesmal vollendete
Letzterer nach Doppelpass zum 7:0 (43.), dem Ruhser mit rechts das Oktett (47.)
und aus der Ferne das Nonett (49.) folgen ließ. Jermies eingangs erwähnter
Treffer machte es schließlich zweistellig (65.), woraufhin eine Produktion der
Herren Antonio Calastri und Frank Oehlers den 11:0-Endstand herbeiführte (67.).
Hätte der Unparteiische seine Ankündigung, die zweite Halbzeit nur 20 Minuten
lang spielen zu lassen, doch bloß befolgt, mochte man der unterlegenen
Auswärts-Elf gegönnt haben. Mitnichten blieb diese zumindest im zweiten
Abschnitt komplett blass. Der nicht nur bei Volker Dammanns Auftauchen vor dem
Fuß-klärenden Averbeck mögliche Ehrentreffer (53.) wäre dem Tabellenvierten
sicherlich zu gönnen gewesen.
So aber stand bei den meisterschaftsverwöhnten Quergestreiften die Null. Sechs
Zähler hinter dem Primus, HSV, bei einem Match weniger, überwintert man
nebenbei in Schlagdistanz zum nächsten Titelgewinn.
Tore: 1:0 Ruhser (3.), 2:0
Ruhser (21. Duffke), 3:0 Ruhser (22. Blum), 4:0 Duffke (30. Ruhser), 5:0 Ruhser
(31. Blum), 6:0 Duffke (33. Ruhser), 7:0 Duffke (43. Ruhser), 8:0 Ruhser (47.
Calastri), 9:0 Ruhser (49. Schümann), 10:0 Jermies (65.), 11:0 Oehlers (67.
Calastri)
Schiedsrichter: Erdogan Orhan
(Gencler Birligi)
Zuschauer: 3
Freitag, 13. Dezember 2024
Spielbericht Holsatia/TSV Sparrieshoop/FC Elmshorn 1.Ü60 7er - Blau-weiß 96 Schenefeld/SV Blankenese 1.Ü60 7er
Sonntag, 8. Dezember 2024
Spielbericht SC Victoria Hamburg V - 1. FC Quickborn II
Spitzenthriller
Führung,
Unterzahl und Siegtreffer 90.+3: Vicky V wieder im Drama-Modus
Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die vielen Follower auf den
bekannten Plattformen, streitet die fünfte Mannschaft des SC Victoria, auf den
Plätzen der Kreisklasse 6 um Siege und vermarktungsfähiges Filmmaterial. Der
Plot, den der aktuelle Spitzenreiter zum Jahresabschluss 2024 am Sonntagabend gegen
den Tabellendritten, 1. FC Quickborn II, produzierte, barg noch einmal wahrhaft
cineastisches Drama.
Mit einigen ehemaligen Eulenstädtern an Bord, stellte man sich rasch als das
aktivere der beiden Teams heraus, was sich entsprechend früh auszahlen sollte.
Einen langen Freistoß Jan Johansens verlängerte Steffen Puzycha mit dem vollen
Haarschopf auf Sabaun Nawparwar, der wiederum vor FCQ-Fänger Leon Krause zum
1:0 einspitzelte (8.).
Die Antwort des ambitionierten Tabellendritten folgte wenig später, nur schob
Niklas Tietjens das Leder aus der Idealposition genau in die Arme des bereits
liegenden Jan Giesecke (13.). Ein Fehlschuss, der sich als doppelt ärgerlich
herausstellen sollte, weil drüben Yoofi Auge nach Fehlpass Marcel Werner alle
Zeit der Welt bekam, aus 25 Metern kontrolliert zum 2:0 ins lange Eck zu zielen
(14.).
Und es hätte noch krasser kommen können. Denn erst klärte Ali Yusufi gerade
noch so einen Kopfball vor der Linie (20.), dann bolzte Leon Kroiß die Kugel in
Rücklage nach schönem Festmachen durch Puzycha von der Strafraumlinie drüber
(25.).
Danach sollte sich der Wind jedoch drastisch drehen. Nach Niklas Tietjens´ zu
zögerlichem Strafraumraumintermezzo noch erleichtert durchgepustet (33.),
handelte sich die Streamertruppe um den heuer unpässlichen Maximilian Stemmler nur
Sekunden später einen Platzverweis, drei Verwarnungen und Levin Cammanns
platziertes Strafstoßtor in die linke untere Ecke ein (36.). Was war passiert?
Im Laufduell schob Kapitän Auge gegen Levin Cammann die Zehen gen Ball. Den
Angreifer damit zu Fall gebracht, war allerdings auch eine Ballberührung dabei.
Aus dem Mittelkreis hatte Schiedsrichter Marco Kopp (SC Sternschanze) einen
nicht ballorientierten Einsatz wahrgenommen. Der klassische Fall einer
Tatsachsenentscheidung.
Vicky nun also zum Umstellen gezwungen, verzichtete fortan in einem auf
„Nadelstiche“ ausgelegten 4-3-2-System auf eine klassische Sturmspitze.
Offensivmomente, wie Puzychas Heber mit dem Rücken zum Ziel (44.), fanden daher
lange keine Nachahmer.
Stattdessen drückten die Gäste ordentlich auf die Taube, generierten viele
Offensivstandards, von denen einer schließlich zum vermeintlichen 2:2 führte,
doch der knappe Abseitspfiff erlöste die hier zuordnungslosen Hausherren (50.).
Danach verflachte die umkämpfte Partie (insgesamt 15 (!) verteilte Karten), bis
die überzähligen Orangenen eine wilde Schlussphase mit dem nachgeholten
Ausgleichstreffer einläuteten (82.). Der eingewechselte Julien Kampers
vermochte es zwar nicht, eine hohe Hereingabe am zweiten Pfosten zu veredeln,
nur bekamen Victorianer anschließend einfach keine Klärung in die Szene. Werner
durfte noch einmal flanken und Levin Cammann verwertete aus kurzer Distanz.
Fraglich nur, ob Giesecke das Spielgerät tatsächlich erst hinter der Linie
zwischen die Griffel bekam. Der Schiri entschied jedenfalls auf Tor für den 1.
FC Quickborn, der anschließend durch seinen kantigen Toptorschützen nur knapp
an der Führung vorbei, beziehungsweise drüber, schrammte (83.) und auch bei
Cammanns Schusschance im Sechzehner (Giesecke packte zu) mehr versprochen bekam
(90.).
Die Dinge kamen schlussendlich aber ganz anders, führte Fatos Govoris
Ampelkarte nach taktischem Foul (der Eingewechselte stand gerade einmal eine
halbe Stunde auf der Koppel) den Gegner nicht nur personell zurück ins Match
(85.).
Blau wieder voll in der Verlosung und mit Marc Vorderstraßes abgefälschtem
Versuch auch wieder offensiv nennenswert vorstellig (90.+3), ehe der direkt
folgende Eckstoß des ansonsten glücklosen Alexander Keck tatsächlich genau in
den Fünfer segelte, wo Leon Kroiß das entscheidende Kopfballduell gegen seinen
Vornamensvetter Cammann gewann und den Primus damit in der Nachspielzeit in
maximale Ekstase köpfte.
Lange fünf Minuten mussten Keck und Co aber noch um den erkämpften Dreier
zittern. Mit dem steten Gewinn der wichtigen Mittelfeldzweikämpfe und einer gar
nicht mal so schlechten 48 Meter-Bogenlampe von Keck (90.+6) nahm man am Ende
geschickt die nötigen Sekunden von der Uhr. Die Wintermeisterschaft der
Kreisklasse 6 war damit mehr als bestätigt. Sieben Zähler Vorsprung auf
Verfolger TuRa Harksheide III und deren acht jetzt auf den FCQ auf Rang drei versprechen
den vielen tausend Zuschauern in den sozialen Netzwerken eine virtuelle
Meisterschafts- und Aufstiegsfeier.
Tore: 1:0 Nawparwar (8.
Puzycha), 2:0 Auge (14.), 2:1 Levin Cammann (36., Strafstoßtor, Auge an Levin
Cammann), 2:2 Levin Cammann (82. Werner), 3:2 Kroiß (90.+3, Keck)
gelb-rote Karte: Govori (1. FC
Quickborn II, 85., wiederholtes Foulspiel)
rote Karte: Auge (SC Victoria V,
34., Notbremse an Levin Cammann)
Schiedsrichter: Marco Kopp (SC
Sternschanze)
Zuschauer: 85
Spielbericht SC Victoria Hamburg 1.B - SV Rugenbergen 1.B
Testosteron-Überschuss
Kartenhagel
und fliegende Fäuste im und nach hitzigem U17-Oberliga-Fight
Fußball oder doch Preisboxen? So ganz wusste man nicht, in welcher Sportart sich
einige Beteiligte da auf der grünen Kunstwiese im Stadion Hoheluft übten. Fliegende
Fäuste und insgesamt fünf (!) rote Karten ließen den U17-Oberliga-Kick zwischen
dem SC Victoria und dem SV Rugenbergen jedenfalls zu einer echten Farce
eskalieren.
Tabellarisch waren die Rollen nicht nur im Vorfeld klar verteilt. Denn nach
anfänglicher Beobachtungsphase eröffnete der SVR als Mitglied der Tabellenführer-Verfolgergruppe
das Feuer auf den Vicky-Kasten, den Jarmo Madeee im Abtauchen gegen einen
Lamoller-Distanzschuss erstmals zu verteidigen hatte (13.).
Ähnliches war dem großgewachsenen Goalie auch im Duell mit Maximilian Pein gelungen,
doch das Verkürzen des Winkels sollte nur eine Fußnote dieser Szene blieben.
Johann Lamoller war nämlich mitgelaufen und versenkte den zweiten Ball am
langen Pfosten zum nicht unverdienten 0:1 (20.).
Immer wieder schickten sich die Gäste in der Folge an, den Vorsprung zu
verdoppeln, doch ohne die letzte Entschlossenheit im Abschluss ließ man den
traditionell extrem hoch verteidigenden Aufsteiger doch am Leben. Und kaum
hatte dieser personell gleich dreifach umgestellt (34.), war neben einer klar
verbesserten Defensivstruktur auch im Spielaufbau etwas Konsistenz zu erkennen.
Vor allem brachte Victor Ende mal etwas Dynamik ins Geschehen, was den Joker
prompt zum Torvorbereiter machte. Über rechts einmal durchgestartet, bediente
er Finley Dresemeyer, der auch aus der direkten Bewegung nichts an seiner
Treffsicherheit einbüßt – 1:1 (45.+5)!
Ein Zwischenstand, der auch zu Beginn des zweiten Abschnitts trotzdem weiter schmeichelhafter
Natur war. Vor allem deswegen, weil es die Bönningstedter verstanden, nach
jedem Vicky-Fehler sofort ins pfeilschnelle Umschalten zu kommen. So legte sich
der SCV das 1:2 per Ballverlust quasi selbst ins Nest. Jacob Jahns war
plötzlich mit großen Schritten im Zwei-gegen-Zwei angekommen, zog nach innen
und versenkte höchst selbst gegen Madees Laufrichtung zur erneuten Führung
seiner Rot-schwarzen (53.).
Von nun an rückten Technik und Taktik mehr und mehr in den Hintergrund. Die
Zweikampfintensität stieg und mit ihr auch der Diskussionsbedarf der
Betroffenen und derer, die sich auf den Rängen als solche fühlten. Der
Kartenhagel des überforderten Jungschiedsrichters begann und mit ihm wurde es
fast logischerweise etwas übersichtlicher auf dem Platz. Als erstes erwischte
es Vickys Josh Tietje mit der wohlverdienten Zeitstrafe (Rudelbildung +
Foulspiel, 69.), ehe ihm mit Kaan Yildirim (zweimal Foul) der eigene Kapitän
temporär an den Spielfeldrand folgte (72.). Wie gut, dass sich der
Schiedsrichter bei der ersten Hinausstellung noch regeltechnisch korrigieren
ließ, hatte er Tietje per im Jugendbereich nicht vorgesehener „Ampelkarte“
eigentlich für den Rest der Partie ausgeschlossen…
Mit Tietje, der zwischendurch Gäste-Schlussmann Frederic Poll einmal aus 18
Metern herausforderte (65.), aber wenig später ohne seinen Kollegen Luka Malic,
der seine Grätsche im Mittelfeld deutlich zu spät ansetzte (glatt Rot, 74.),
ging es in die Schlussphase, in der es der SV Rugenbergen nicht vermochte, den
Sack durch Jahns vorzeitig zuzumachen (80. & 80.+7). Zu allem Überfluss
verlor der SVR mit Merd Marhan ebenfalls einen Akteur an einen Feldverweis auf
Dauer, der angesichts des Einsteigens von der Seite reichlich überzogen
daherkam (80.+3.).
Als überzogen darf bei aller Freude über den letztlich knappen Auswärtserfolg
auch Lamollers demonstrativer Jubel ins Gesicht von Gegenspieler Arthur Richard
bezeichnet werden. Dass der erst in der Nachspielzeit eingewechselte
Victorianer dies mit physischer Gewalt quittierte, geht jedoch ebenfalls über
das verständliche Maß hinaus. Was daraus folgte: Massengerangel, Geschubse,
Geschlage; pubertierende Halbstarke im Würgegriff ihres Testosteronüberschusses.
Richard und Mitspieler Bruno Armour erhielten daher zu Recht noch den roten
Karton – ebenso wie Lamoller, dessen Disziplinarstrafe allerdings keine
Erwähnung in den Online-Eingaben des Schiedsrichters fand. Ein Einsatz des
wenig vorbildhaften Spielführers am kommenden Pokalsamstag beim Landesligisten
SC Sternschanze ist daher durchaus wahrscheinlich.
Gott sei Dank erst am Sonntag schlägt derweil der wieder einmal disziplinarisch
fragwürdig aufgetretene SC Victoria an der Sternschanze auf, wenn ebenfalls im
U17-Pokal die dankbare Aufgabe gegen die klassentiefere SCS-Zweite auf dem
vorweihnachtlichen Restprogramm 2024 steht.
Tore: 0:1 Lamoller (20.
Pein), 1:1 Dresemeyer (45.+5, Ende), 1:2 Jahns (53.)
Zeitstrafen: Tietje (69.,
Rudelbildung + Foulspiel), Yildirim (72., wiederholtes Foulspiel) – keine
rote Karten: Malic (74., grobes
Foulspiel), Richard (nach Spielende, Tätlichkeit), Armour (nach Spielende,
Tätlichkeit) – Marhan (80.+3, grobes Foulspiel), Lamoller (nach Spielende,
Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Finn Louis Oberdörfer
(Hamburger SV, Note 6: bekam den Laden ohne stabile Persönlichkeit und
Präsentation gegenüber den Spielern überhaupt nicht in den Griff, hinzu mit einem
Regelfehler bei Tietjes gelb-roter Karte (69.) und der Fehleinschätzung von Marhans
Einsteigen von der Seite als grobes Foul (80.+3), warum bereits in der wenig
unterbrochenen ersten Halbzeit acht Minuten nachgespielt wurden, war indes
ebenso wenig nachvollziehbar.)
Zuschauer: 75
Spielbericht VfL Hammonia III - TSV Sasel III
Meister
der Gurken-Gegentore
Torwart-Slapstick
und Eigentor: Hammonia III zerpflückt sich wieder selbst
Pleiten, Pech und Pannen in Dauerschleife. Ein Film über das erste
Kalenderhalbjahr einer Hammonia-Dritten in der Kreisliga hätte sicherlich das
Zeug zum Internet-Hit.
Keine Ausnahme bildete da das Heimspiel zum Jahresabschluss gegen die
Drittvertretung aus Sasel. Ein Gegner, der mit Positiverinnerungen an das wilde
Hinspiel (3:2-Erfolg in letzter Sekunde, nachdem der VfL kurz zuvor per Strafstoß
ausglich) an den Wasserturm reiste. Mit dieser Energie legten die Gäste aus
Hamburg-Nord auch gut los. Eine erste Kopfballchance, die Jonas Rügge, der
erneut gleich drei (!) unpässliche Torhüter vertrat, etwas unorthodox
entschärfte, taugte hierfür als erster Beleg (6.).
Mit der Zeit fanden aber auch die Gastgeber langsam ins Geschehen, das sie
prompt maßgeblich beeinflussten. Aus 18 Metern entschied sich David Rubilar zum
Abzug und entscheid damit richtig. Schlussmann Jonas Winkel touchierte den Ball
noch, konnte ihn jedoch nicht mehr ablenken (17.). 1:0 für den Aufsteiger, der
daraufhin die etwas qualitativeren Ballbesitzphasen für sich generierte, dabei
aber kaum in brauchbare Schusspositionen kam. Kevin Ketz versuchte es einmal
vom rechten Strafraumeck – daneben (27.)!
Besser zielte auf der anderen Seite der TSVer Jona Eilers, dessen Rechtsschuss
schön von Rügge zur Ecke pariert wurde (29.).
Nicht das einzige Duell der beiden an diesem Sonntagvormittag, tauchte der
20-Jährige kurz vor der Pause wieder vor dem Goalie auf, um diesmal (etwas
kläglich) zu lupfen. Rügge aber ließ das Spielgerät wieder fallen und legte es
damit für den einpiekenden Jan Riegel auf den Präsentierteller – Ausgleich
(43.)!
Und der hatte seine psychologischen Spuren hinterlassen. Der im Saisonverlauf
immer wieder durch individuelle Aussetzer ins Hintertreffen geratene VfL sollte
heute überhaupt nicht mehr auf die Beine kommen. Ähnlich, wie auch ihr auf dem
Boden herumkriechender Tormann, der Glück hatte, dass Nils Doerings Versuch im
Strafraumraum noch rechtzeitig geblockt werden konnte (46.).
Weitere Top-Chancen für die Saseler folgten, nur das Führungstor wollte im
inzwischen vogelwilden Hammonia-Sechzehner nicht fallen.
„Spielt Kreisklasse! Das ist ja grausam! Hier kommt kein Ball unter Kniehöhe!“,
bewertete Schiedsrichterassistent Can Sünbül das in der Tat teilweise
stümperhafte Treiben auf dem Kunstgrün ohne, dass ihn irgendjemand um seine
Einschätzung bat. Alles eine Frage der eigenen Nasenhöhe…
Hoch oben segelte Mitte der zweiten Hälfte auch ein Freistoß Leon Böhnings
durch die Luft, wo Sebastian Pignatelli den Rettungskopfball allerdings
derartig unglücklich timte, dass das bis dahin unvollendete Führungswerk der
Saseler nun doch endlich Vollendung fand (68.).
Ein Abseitstor des TSV (bereits das Zweite, 76.) und eine Rügge-Fußabwehr gegen
Till Weise (77.) später, erfuhren die fahrigen Hausherren plötzlich eine
gefühlte Rückkehr ins Spiel. Weise holte sich für einen klaren Knöcheltreffer
die zweite Verwarnung vom verbal stets grenzwertig auftretenden Schiedsrichter
ab. Den Ersatzball mit voller Wucht gegen die Einrichtung zu dreschen und den
Unparteiischen lauthals als „Missgeburt“ zu betiteln, muss doch aber trotzdem
nicht sein. Das von Weise an Herrn Kaya verliehene Prädikat „schlechtester
Schiedsrichter, der je in dieser Stadt ausgebildet wurde“ dürfte unterdessen wohl
als Bewerbung des 26-Jährigen für den nächsten Schiedsrichter-Anwärterlehrgang
verstanden werden…
Seine verbliebenen Kollegen machten derweil ebenso bissig weiter – allerdings im
Sportlichen. Doppel-Alu in Minute 86 und ein weiterer Schussversuch, den Onur
Kaya nur hauchdünn drüber setzte (87.), erschienen fast ein wenig fahrlässig.
Denn tatsächlich schickte sich das Team in Schwarz noch einmal an, (unverdient)
etwas fürs Punktekonto im Tabellenkeller zu machen. Mit Übersicht legte der
eingewechselte Younes Berriri ideal im Gefahrensektor für seinen
Einwechselkollegen Yusuf Buyukli quer, nur ist dieser in seinen vielen Jahren beim
VfL Hammonia noch nie für den Ruf des Torjägers infrage gekommen. Rechts ging
die Kugel am Tor vorbei und passé war die einzige Torchance im zweiten Abschnitt,
den der Gegner in Jubelpose zu Ende brachte. Nicht nur, weil der ebenfalls von
der Bank gekommene Robin Witthöft einen zweiten Ball passend linksunten zur
1:3-Entscheidung versenkte (90.+1), sondern damit auch den wichtigen Dreier im
Kampf gegen das Abstiegsgespenst sicherstellte. Acht Zähler Vorsprung auf den
Lokalrivalen aus Poppenbüttel (15.) und auch noch das direkte Duell im neuen
Jahr vor der Brust, sollten doch als Klassenerhaltsgrundlage in der Kreisliga 6
taugen. Ein Sieg im noch anstehenden Nachholer gegen die Hamburg Hurricanes und
die Kreisklasse dürfte gar kein Thema am Parkweg sein.
Anders die Ausgangslage bei Hammonia III für die Rest-Saison. Nur drei Punkte
Vorsprung gegenüber dem SC Poppenbüttel II auf dem ersten Abstiegsplatz und
eben diese nicht enden wollende Serie von kuriosen Gegentoren nähren die Angst
vor der Retoure in die Neuntklassigkeit.
Tore: 1:0 Rubilar (17.),
1:1 Riegel (42. Eilers), 1:2 Pignatelli (68., Eigentor, Böhning), 1:3 Witthöft
(90.+1)
gelbe Karten: Holländer, Rubilar,
Diallo – keine
gelb-rote Karte: Weise (TSV Sasel, 80.,
wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Onur Sinan Kaya (Der Leitspruch „weniger ist mehr“ gilt auch für das Auftreten von
Schiedsrichtern…)
Zuschauer: 35
Samstag, 7. Dezember 2024
Spielbericht FC Hamburger Berg - Rellinger FC
Fünfminütige
Berg-Gaudi
Platztausch
in der KK8: FC Hamburger überrollt den RFC nach der Pause
Irgendwo im Nirgendwo der Kreisklasse 8 duellierten sich – passend zum tristen
Dezemberwetter – der FC Hamburger Berg und der Rellinger FC zum Vergleich der
Enttäuschten. Die Bergler sammelten seit dem krachenden 7:0 gegen Union 03 II
am 19. Oktober vier Pleiten und einen Spielausfall – der RFC holte in dieser
Zeitspanne immerhin einen Dreier (5:4 beim FFC08 II).
Große Erwartungen ans Spielniveau waren da natürlich Fehlanzeige.
Immerhin aber der Einsatz stimmte, lieferten sich die Kontrahenten einen
emsigen Fight, in dem sowohl die Quantität der Torchancen, als auch deren
Qualität recht paritätisch verteilten waren.
So zielte David Fuchs bei einer verlängerten Ecke einsam am zweiten Pfosten
drüber (34.) und vergeigten die Hausherren eine hervorragende
Doppelmöglichkeit, indem Fadhil Hasan den Querbalken traf, ehe Ahmad Alahmad
sein Nachsetzen frei daneben schob (45.).
Vergessen war der Verdruss des Mannes mit dem orangenen Schuhwerk, als Kollege
Mohammed Bennadri den zweiten Abschnitt mit einem kontrollierten 20
Meter-Flachschuss, rechtsunten, führungsbringend einläutete (52.).
Die Herren in Weiß um eine Antwort bemüht, doch das ging prompt nach hinten
los. Aus einem eigenem Eckstoß entstand nämlich jener Konter, der gleich zwei
Gegner vor dem etwas zögerlich herauskommenden Schlussmann Stefan Scheewe
auftauchen ließ. Zuerst noch mit einer Fußabwehr rettend, war im Nachschuss
nichts mehr zu machen – 2:0 durch erneut Bennadri (56.).
Der RFC jetzt völlig neben den Klamotten und nur Sekunden später gar mit 0:3
hinten, fühlte sich niemand im löchrigen Zentrum zu berufen, Hasan beim
Rechtsschuss, der wieder rechtsunten einschlug, annähernd zu stören (57.).
Drei Buden in fünf Minuten: Die Roten machten sich eine echte Gaudi aus ihrem vorletzten
Auftritt des Jahres 2024 (es folgt noch das Nachholspiel gegen die Reserve des
Rissener SV), nur das vierte Tor ließ in einem zu weilen überhart geführten
Match (noch) auf sich warten.
Rafid Qasims Treffer zählte wegen Abseits nicht (71.) und einen Versuch durch
Holy Okiye lenkte Scheewe schön über den Kasten (82.).
Fast wäre dadurch noch ein Rellinger Aufbäumen möglich gewesen. Abermals nach
einem Eckball auf den langen Pfosten hebelte der einsam auf den Ball wartende
Fuchs das Spielgerät gegen den Zaun (84.).
Endgültig vom Tisch waren Diskussionen über etwaige Spielwendungen, nachdem
Philep Motzkat einen langen Schlag unglücklich per Kopf zum Fein weiterleitete
und dieser in der Gestalt des Sharif Osman mit dem 4:0 dankte (90.).
Immerhin ein Katastrophenballverlust Motzkats in der nächsten Szene blieb vom
Kapitän des FC Hamburger Berg unbestraft (90.+1).
Einen Platz empor ging es in der Tabelle trotzdem: Die stets mit (auch teils
ungestümer) Physis operierenden Jungs aus der Sternschanzen-Park verdrängten
den soeben geschlagenen Kontrahenten von Rang sieben.
Tore: 1:0 Bennadri (52.),
2:0 Bennadri (56. Alkhalati), 3:0 Hasan (57. Alkhalati), 4:0 Osman (90.)
gelbe Karten: Idrissa, Ajiboye –
Schäfer, Ahmadi
Schiedsrichter: Arthur Erik
Schreiber (SC Sternschanze, Note 4)
Zuschauer: 5
Spielbericht SC Nienstedten 3.B - SC Sternschanze 3.B
Heinrich
belohnt den Fleiß
Kuriose
zweite Halbzeit: SC Nienstedten behält die Zähler im Quellental
Mit 4:7 verloren die zweiten 2008er des SC Nienstedten ihren bislang einzigen
Heimauftritt in der U17-Kreisliga 01 gegen die tabellenführende Elf des VfL
Pinneberg. Spiel Nummer zwei im heimischen Quellental verlief schließlich
ähnlich torreich – bei mehr Erfolg!
Bei ordentlich gefülltem Kader und starker Personalmisere des Gegners deuteten
bereits die Vorzeichen auf drei Heimpunkte gegen den SC Sternschanze und dessen
zweite Mannschaft hin.
Zwar eröffnete der SCS mit einem Abseitstor (5.), doch das insgesamt aktivere
Team stellte am frühen Samstagmorgen der SC Nienstedten. Luis Heinrich weckte
alle Anwesenden mit einem Lattenschuss, dessen Nachsetzen Liam Uhlemann gerne
versenkt hätte. Jaron Kerker, der das etatmäßige Torwartpersonal vertrat,
lenkte das Leder jedoch über den Querbalken (8.). Nicht schlecht für einen
Feldspieler, der nicht als einziger positionsfremd eingesetzt werden musste. So
fehlte Schanze alleine das Stammspielertrio Grützner, Verschwele und Freitag
wegen der Bundesliga-Gastspielreise des FC St. Pauli in Leverkusen.
Das eigene Auswärtsspiel geriet für die zwölf verbliebenen Marineblauen im
Kader unterdessen zum Kraftakt, der nach einer knappen Viertelstunde auch noch
mit dem Rucksack eines Rückstands zu schultern war. Zu viel Platz hatten sie
Luis Heinrich über außen gelassen, sodass dieser Justus Schiphorst in der Mitte
sauber bedienen konnte (14.).
Schanze in der Folge mit zarten Ansätzen, doch konkret machte es hier nur die
Heim-Elf, der bei Schiphorsts Rechtsschuss in der Bewegung nach innen nur knapp
das 2:0 vorenthalten blieb (22.). Nicht aber, als Schiphorst den perfekten
Schnittstellenball für Finn Aschmann beisteuerte und Letzterer halbrechts vor
dem Tor freie Bahn bekam (25.).
Schwieriger gestaltete sich auf der anderen Seite der Winkel für Nana Asare
Kumi: Am Außenpfosten zerschellte seine Konterchance (38.).
Tore schoss hier erstmal nur der SCN, für den mit dem aufgerückten Yunus
Hauenstein nun auch ein Innenverteidiger erfolgreich auf Tore-Jagd ging (42.).
Bei Tim Bendrichs Ecke mochte ihn irgendwie niemand als Gegenspieler übernehmen…
Plötzlich aber geriet das Setting bei nasskaltem Ekel-Wetter aus den Fugen. Eine
Mischung aus Feuchtigkeit, geringer Beschäftigung und torhüterlichem Unvermögen
ließ einen an sich harmlosen Oteng-Freistoß zum verkürzenden 3:1 durchrutschen
(46.).
Doch damit nicht genug, reichten ein bissiger Ballgewinn und das rasche Zuspiel
in die Spitze, um Asare Kumi gar den Anschlusstreffer erzielen zu lassen (48.).
Das Momentum jetzt klar bei den Gästen, doch nur Sekunden danach stellte
Heinrich den zwei-Tore-Vorsprung des SC Nienstedten her (49.). Sehr zur Freude
eines einsam mit Hund, Fanschal und Anfeuerungsrufen ausharrenden Spielervaters!
Dieser geriet im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte jedoch erneut in Sorge, weil
Torwart Ole Grudda die Kugel im Pressing-Stress an Asare Kumi verlor, sodass
der wiedereingewechselte Samir Teymuri auf 4:3 stellen konnte (58.).
Schanze erneut zurück im Spiel und es blieb ein munterer Kick mit Möglichkeiten
auf beiden Seiten. Das Blatt für sich wendete kurz vor Ende der SCN für sich,
indem wieder der fleißige Heinrich halbrechts in Schussposition kam und passend
in die kurze Ecke zum 5:3-Endstand einer außerordentlich fairen
Auseinandersetzung traf (79.).
Heinrich und Co bleiben somit als Tabellendritter in der Anwartschaft um den
Bezirksligaaufstieg, während die Schanzenkicker*innen weiter auf den ersten
Saisondreier warten. Dreimal siegreich war man dagegen bereits im Pokal, wo am
kommenden Sonntag das Viertrundenmatch gegen den schier übermächtigen
Oberligisten SC Victoria ansteht.
Tore: 1:0 Schiphorst (14.
Heinrich), 2:0 Aschmann (25. Schiphorst), 3:0 Hauenstein (42. Bendrich), 3:1
Oteng (46., direkter Freistoß), 3:2 Asare Kumi (48.), 4:2 Heinrich (49.), 4:3
Teymuri (58. Asare Kumi), 5:3 Heinrich (79.)
Schiedsrichter: Dominic Goos (FC
Teutonia 05, Note 4)
Zuschauer: 5
Spielbericht SC Nienstedten 1.B - FC Eintracht Norderstedt 1.B
Joker
Aydogdu entscheidet
Per
Heber: Einwechselspieler lässt den Oberliga-Primus spät jubeln
Keine Heldentaten, aber eine brutale Effizienz machte sich zum Abschluss des
U17-Oberliga-Jahres 2024 die Elf Eintracht Norderstedts zu Eigen. Das Resultat:
drei Zähler beim SC Nienstedten.
Dieser hatte sich im Nasskalt des ersten Dezemberwochenendes als gut
organisierter Gegner mit der Fähigkeit, den Zugriff rund um den eigenen
Sechzehner zu wahren, herausgestellt. Gar nicht so einfach, da ein gutes Rezept
zu finden. Abhilfe schaffte da ausgerechnet der Gegner, der dem Schiedsrichter
mit Babucarr Sallahs Knöchelkontakt an Valentino Kurtaj keine andere Wahl ließ,
als subito auf den Punkt zu zeigen. Kurtaj verwandelte, den Keeper verladend,
selbst und aufgewertet war der sonst eher schwergängige Auftritt (11.).
Inhaltliche Aufwertung erfuhr das Treiben auch danach keine. Die Hausherren
beschränkten sich weiter auf defensive Kontrolle, während sich EN03 zu oft in
Einzelaktionen festbiss.
Etwas Schwung in die Bude brachte erst ausgerechnet ein erzwungener Wechsel auf
Seiten des SCN, nachdem Henry Schmitz an der gegnerischen Grundlinie (Ball
gespielt) abgegrätscht worden war und verletzt runter musste. Lino Aus dem
Kahmen ersetzte ihn und fügte sich just mit einem mutigen Fernschuss ein (40.).
Überhaupt ergriffen die West-Hamburger nun mehr die Initiative, was der müden
Partie sichtlich guttat. – und nicht zuletzt ihnen selbst, verwertete Mika
Ruester ein Zuspiel aus der Tiefe mit reichlich Raum auf halblinks zum
Gleichstand (59.).
Das Heimteam nun sogar etwas am Drücker. Abermals Aus dem Kahmen probierte es
frech per Heber aus 43 Metern. EN-Fänger Sam Schaper wurde das offensive
Stellungsspiel jedoch nicht zum Verhängnis (71.).
Anders auf der Gegenseite. Dort hatte der glücklose Flügelspieler Zaid Abtah
seine Herunternahme zu Gunsten Talha Aydogdus mürrisch zur Kenntnis genommen. Der
Joker Lieferte – wie schon in der Vorwoche – und hob das Leder drei Minuten vor
dem Ende mit Gefühl von halbrechts über Schlussmann Michel Felst zum letztlich
etwas schmeichelhaften Siegtreffer (77.).
Tore: 0:1 Kurtaj (11.,
Strafstoßtor, Sallah an Kurtaj), 1:1 Ruester (59. Bergmann), 1:2 Aydogdu (77.)
Schiedsrichter: Leif-Thore Peters
(SC Cosmos Wedel, Note 5: hatte offenbar seine Karten daheim vergessen,
sämtliche (taktischen) Fouls blieben ohne persönliche Sanktionierung, unternahm
deutlich zu wenig gegen die daher aufkommende verbale Unruhe)
Zuschauer: 30
Freitag, 6. Dezember 2024
Spielbericht SV Lieth - SV Blau-weiß 96 Schenefeld
Spiel
der Kopfballtore
Doppelpack
Jan Lüneburg und Gegentor-Roulette: SV Lieth siegt 3:2
Nikolaustag am Butterberg und passend zur besinnlichen Weihnachtszeit,
beschloss die SV Lieth ihr wechselhaftes Fußballjahr 2024 mit einem
versöhnlichen Heimsieg.
Gegen die abstiegsbedrohte Elf von Blau-weiß 96 Schenefeld machte man es dabei
spannender als nötig.
Schließlich schien die Schose bereits nach 17 Minuten zu Lieth-Gunsten
entschieden. Sturm-Routinier Jan Lüneburg hatte die Elf aus dem Elmshorner
Umland nämlich per Kopfball-Doppelpack gleich zweifach Führung gebracht.
Erst veredelte der 231-fache Regionalliga-Angreifer eine feine Böttcher-Flanke,
nachdem Yannick Stubenrauch die Sekunden nach einem Luft-Zusammenprall auf dem
Hosenboden verbrachte (12.), dann lauerte die „Nummer 23“ bei einer Ecke von
rechts genau am richtig Fleck (17.).
Auch als Vorbereiter wäre es fast geglückt, als Lüneburgs herrlicher Steckpass
zum perfekten Futter für Marvin Böttcher wurde, doch Blau-weiß-Schlussmann Fynn
Ritter nahm dem 29-Jährigen noch die Butter vom Brot (20.).
Fortan ließen die Hausherren die Zügel zunehmend etwas schleifen, wodurch der
engagierte Tabellendreizehnte nun vermehrt auf den Plan trat. Besonders schön
und vor allem auch erfolgreich tat er dies in Minute 30. Sebastian Peemöller
gelang es unter dem Staunen der zu weit entfernten Gegenspieler, das Leder von
außerhalb des Strafraums im hohen Bogen über den Torwart hinweg zum
Anschlusstreffer hineinzuheben.
Die Aktien der zuletzt fünfmal sieglosen Schenefelder auf einen Punktgewinn
standen daraufhin nicht schlecht. Ein erneutes Kopfballtor, diesmal durch Arne
Lohmann, warf die tapferen 96er aber erneut zurück (51.).
Bei Jan Schiebuhrs Abseitstor (66.) einmal Glück gehabt, gab es sonst reichlich
Grund zum Hadern, für die Gäste, die besonders einer Doppelchance aus der 86.
Minute hinterher trauerten. Denn nachdem Fabian Arth aus halblinker
Schussposition das Nachsehen gegen Tormann Marian Rister hatte, jagte
Offensivkollege Rene Müller das Leder schwungvoll drüber.
Erst in der Nachspielzeit köpfte der aufgerückte Maik Wegner den Club, dem er
seit beeindruckenden bald 23 Jahren angehört, zur erneuten Verkürzung (90.+1) –
zu spät!
Linus Högerle und Co verharren damit rotz eines couragierten Auswärtsspiels
beim Tabellenvierten in latenter Abstiegsnot, während die launische Diva aus
dem Liether Wald mit zuletzt sieben Zählern aus drei Begegnungen einen
respektablen Jahres-Endspurt hinlegte – wenngleich man heute wieder einmal
gefährlich passiv Gegentor-Roulette spielte.
Tore: 1:0 J. Lüneburg (12.
Böttcher), 2:0 J. Lüneburg (17. Lohmann), 2:1 Peemöller (30.), 3:1 Lohmann
(51.), 3:2 Wegner (90.+1)
Schiedsrichter: Benedikt Müller (TSC
Wellingsbüttel)
Zuschauer: 60
Samstag, 30. November 2024
Spielbericht FC Alsterbrüder 1.A - TuS Germania Schnelsen 2.A
Doppeltes
5:1
Unterforderte
Alsterbrüder-2007er zerlegen Germania zweistellig
Etwas undurchsichtig gestaltet sich das Klassement der U18-Kreisliga 03 mit
ihren zerstückelten Spieltagen. Ein Wort um die Promotion gen Bezirksliga
dürfte auch trotz der verzerrten Tabellenlage dem Team des FC Alsterbrüder
zuzutrauen sein.
Das kurioserweise vierte Heimspiel in Serie taugte dafür jedenfalls als valides
Argument.
Und das, obwohl der Start in den Samstagnachmittagskick freilich nicht nach
FCA-Gusto verlief. Denn trotz klarer Dominanz galt es erstmal, einen überraschenden
Rückstand zu egalisieren. Ausgerechnet einer von zahlreichen Eckstößen flog den
Alsterbrüdern förmlich um die Ohren. Ibrahim Hussein stratzte im Gegenangriff
auf rechts los und überwand Schlussmann Lennart Portmann per Lupfer zum
umjubelten 0:1 (8.).
Kaum zu glauben, dass sicher dieser Spielstand bis in die 23. Minuten hinein
halten sollte, bolzte beispielsweise Wim Wandrey aussichtsreich nach feinem
Boldt-Service drüber (12.).
Dann aber war der Bann gebrochen, nachdem wieder Jon Boldt hineinflankte, der
Germania-Fänger seinem Job nur unzureichend nachkam und aus dem Gemenge das 1:1
entsprang. Schiedsrichter Ghazi Hamawand (Hamburger SV) hatte sich Matteus
Schlöhmer als Torschützen notiert.
Wiederum ein Geschenk zum ersten Adventswochenende brachte die Hausherren wenig
später gar in Front, lud Germania freundlich via Ballverlust zu Henry Breuers
unbehelligtem Solo zum 2:1 ein (26.).
Überhaupt war der in der Kreisliga unterforderte Mittelfeldmann wenig bis gar
nicht zu bremsen. Technisch hochwertig legte er an der Grundlinie für Boldts
3:1 auf (31.), ehe das 4:1 im Gewand der Eigenkreation aus dem Rückraum (zu
kurz geklärte Ecke) daher kam (33.).
Doch auch die Kollegen wussten heute zu verzücken. So war es ein Ballgewinn
durch Mats Mischke, der Oskar Höhnes elegante Aktion samt flachem 5:1-Abschluss
herbeiführte (39.).
Weiter ging´s auch nach dem Seitenwechsel. Lang und länger rutschte ein Rechtsaußen-Freistoß
von Leopold Bleeker zum halben Dutzend in die TGS-Maschen (56.).
Immerhin zeigten die Gäste noch etwas Leben. Ebenfalls mit einem ruhenden Ball
prüfte 0:1-Vorbereiter Ahmad Muhareb den abtauchenden Portmann (58.).
Konkret blieb machten es aber nur die Eimsbütteler. Der aufgerückte Modou Badji
scheiterte zwar im Fünfer noch am Querbalken (68.); dafür versenkte Breuer kurz
darauf einen nicht unstrittigen Foulstrafstoß zum 7:1 (71.).
Auch im Rahmen einer Vollrotation zum Innenverteidiger ernannt, stiftete Breuer
vorne weiter Unruhe. Seinen Ausflug in die gegnerische Parzelle vollendete
Positionstauschpartner Badjie schließlich aus der Nahdistanz (81.).
Auf Querpass des eingewechselten Henri Pust besorgte Wandrey das zentrale 9:1
aus 15 Metern (84.), woraufhin auch „Poldi“ Bleeker noch einmal ohne Gegenwehr
aus der Distanz netzen durfte (88.).
Den Schlusspunkt einer insgesamt einseitigen Kontrahage setzten allerdings noch
einmal die Germanen, denen Arthur Süßemilchs Lattenkracher dank Kjell Sottorf
und dessen schnellem Schalten immerhin noch den zweiten Treffer bescherte
(90.). 5:1 lautete damit das Torverhältnis beider Halbzeiten.
Ihr Punktekonto aber steht weiter bei vier Zählern (aus fünf Partien), während
Henry Breuer und Co bis auf die Niederlage gegen den Primus aus Nienstedten
(2:6) stets als Sieger vom Platz gingen.
Tore: 0:1 Hussein (8.
Muhareb), 1:1 Schlöhmer (23. Boldt), 2:1 Breuer (26.), 3:1 Boldt (31. Breuer),
4:1 Breuer (33. Bleeker), 5:1 Höhne (39. Mischke), 6:1 Bleeker (56., direkter
Freistoß), 7:1 Breuer (71., Strafstoßtor, Foulspiel an Mischke), 8:1 Badji (81.
Breuer), 9:1 Wandrey (84. H. Pust), 10:1 Bleeker (88.), 10:2 Sottorf (90.
Süßemilch)
Schiedsrichter: Ghazi Sabir Ali Hamawand
(Hamburger SV)
Zuschauer: 15
Spielbericht FC Eintracht Norderstedt 1.B - Rahlstedter SC 1.B
Eintracht beherrscht Pflicht und Kür
Auf rutschiger Piste: Eiskalter Spitzenreiter baut seine Serie aus
Ein einziger Ausrutscher: eine 1:2-Niederlage bei Teutonia 05, erlaubte sich
die U17-Oberliga-Elf von Eintracht Norderstedt gleich zum Auftakt der Saison,
die seither als einziger Durchmarsch daher kommt.
Lediglich das neuliche Pokal-Aus beim SC Victoria (0:1) versprühte eine gewisse
Tristesse, an der man sich nun jedoch ordentlich abgearbeitet hat. Dem 2:0 in
Rugenbergen ließ der Spitzenreiter auf der heimischen Schlittschuhbahn zu
Garstedt eine pralle 9:1-Show gegen den Rahlstedter SC folgen.
Ganz kurz nur, als man auf dem zu Beginn noch etwas gefrorenen Kunstrasengeläuf
noch etwas die Ideallinie suchte, roch es nach einem Ausrutscher der
ausgekonterten Hausherren. Arthur Krüger nahm die Kugel im Zentrum gut mit und
bediente den eiskalt vor Sam Schaper einschiebenden Alan Burnijew zum 0:1 (5.).
Ein Schock, der rasch aus den roten Kleidern geschüttelt war, nur der
Ausgleichstreffer wollte zunächst trotz aller Überlegenheit nicht fallen.
Furkan Mus erwischte beispielsweise nur den Pfosten – Minh Hien Pham verfehlte
im Gleitschritt gar das leere Tor (15.). Auch Phams Schusschance nach erkanntem
Vorteil blieb ungenutzt (25.).
Sollte es denn gar nicht klappen?! Doch, leitete ein langer Vaino-Schlag aus
der eigenen Hälfte den längst verdienten Gleichstand durch Dayo Ajiboye ein
(32.). „Mindestens drei Meter Abseits“ meinte das Trainergespann der Gäste
vernommen zu haben. In Wirklichkeit war es jedoch etwas knapper…
Ebenso hauchdünn passte keine 120 Sekunden später Jan Fischers Freistoß aus 19
Metern ins Eckige. Der Innenpfosten half artig mit und schon war der Spieß zum
2:1 hin umgedreht (34.).
Per Traumtor aus 40 Metern schickte sich Burnijew auf der anderen Seite an, den
Spielstand zum wärmenden Pausentee wieder auf pari pari zu setzen, doch Idee
und Umsetzung, den weit vor postierten Schlussmann zu überlisten, erfuhren
einen nicht unwesentlichen Qualitätsunterschied (40.+2).
Diesen hatte spätestens auch das Match an sich inne. EN03 im
Dauer-Offensivmodus, dem sich gegen Valentino Kurtajs Einzelaktion immerhin
noch Jesko Clausens rettende Faust zu erwehren vermochte (49.).
Kurz darauf war es dann allerdings passiert. Über links ging es dem RSC viel zu
schnell, Abel Basoah mit dem Anspiel auf Ajiboye und der am ersten Pfosten
direkt treffsicher – 3:1 (51.)!
Von nun an ging das Toreschießen wie das Brezelnbacken. Armen Harutyunyan
schädelte einen Fischer-Freistoß hoch oben ein (54.), während es Fischer von
der Fahne einfach mal direkt machte. Clausen fischte unter dem angeschnittenen
Eckstoß im Trüben, sodass er drüben ins hohe Eck segelte (58.).
Seekrank blieben die Weißen bei der gegnerischen Schlagzahl. Erneut nach
(diesmal abgewehrter) Ecke Fischer knallte Kurtaj aus 20 Metern erfolgreich
drauf –auch, weil Hejran Taher noch abfälschte (69.), während ein feiner
Spielzug über Fischer, Wang und den gegen drei Mann finalisierenden Talha
Aydogdu bewies, dass es auch aus dem Spiel heraus ging (71.).
Das Nonett an Toren vollendeten schließlich der alleingelassene Aydogdu (76.)
und der nicht weniger unbeachtete Kurtaj per Heber aus 25 Metern (79.) gegen
einen Widersacher, der längst keiner mehr war.
Der FC Eintracht damit vorerst fünf Punkte vor dem punktbesten Verfolger aus
Rugenbergen, wovon man an der Scharbeutzer Straße nur träumen kann. Ein Zähler
aus den letzten vier Oberliga-Partien, darunter das peinliche 1:2 bei Cosmos
Wedel: Das liest sich wie ein freier Fall, der selbstredend spürbare
Verunsicherung stiftet.
Wenigstens im Pokal bietet sich in zwei Wochen gegen den Oberliga-Mitbewerber
aus Niendorf noch die Chance, die durchwachsene Hinrunde etwas geradezurücken.
Tore: 0:1 Burnijew (5.
Krüger), 1:1 Ajiboye (32. Vaino), 2:1 Fischer (34., direkter Freistoß), 3:1
Ajiboye (51. Basoah), 4:1 Harutyunyan (54. Fischer), 5:1 Fischer (58.,direkter Eckstoß),
6:1 Kurtaj (69. Fischer), 7:1 Aydogdu (71. Wang), 8:1 Aydogdu (76. Agalliu),
9:1 Kurtaj (79.)
gelbe Karten: Vaino, Basoah – keine
Schiedsrichter: Arthur Erik
Schreiber (SC Sternschanze, Note 2: insgesamt wenig gefordert, punktete mit
klarer Kommunikation und sinnvoller Vorteilsauslegung, eine mögliche
Abseitsposition vor dem 1:1 konnte nicht abschließend geklärt werden (32.).)
Zuschauer: 30




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