Freitag, 12. September 2025

Spielbericht TV Haseldorf - FC Elmshorn

Verwaltung statt Spektakel
2:0 in Haseldorf: humorloser FC Elmshorn weiter verlustpunktfrei

Verhalten – wie die 90 zurückliegenden Spielminuten – fiel der Jubel des FC Elmshorn über den gerade eingefahrenen Auswärtsdreier aus. Schmucklos, sachlich, ungefährdet verbrachte man die Gastspielreise beim Aufsteiger in Haseldorf, der dem Spitzenreiter erwartungsgemäß nicht den Gefallen tat, Räume für das geliebte Umschaltspiel zu bieten.
Ein Geduldsspiel wurde es aber dennoch nicht, behalf man sich früh einer Standardsituation, der Überlegenheit ergebnistechnischen Ausdruck zu verleihen. Ümit Karakaya, der an diesem Freitagabend als Kapitän aufgelaufen war, zirkelte einen Freistoß von halblinks auf den langen Pfosten, wo im Pulk einzig der aufgerückte Sercan Er die Rübe ans Spielgerät bekam – das frühe 0:1 (5.)!
An der Statik des Spiels änderte dies naturgemäß erstmal nichts. Die Gäste mit einem Füllhorn an Ballkontakten, im und um den Strafraum herum, allerdings oft nicht zielstrebig genug. Dennis Altergott, der nach schier ewiger Verletzungspause erstmals wieder startete, versuchte sich beispielsweise per Lupfer (20.) – Mustapha Saidy Khan probierte es in die dicht gemachte kurze Ecke (30.) und Er probierte es mit einem Freistoßaufsetzer (45.+4). Alles aber irgendwie nicht so richtig zwingend...
Erst recht auf der anderen Seite, wo man ebenfalls per ruhendem Ball immerhin eine erste Kopfballchance durch den auf sich allein gestellten Linus Lastella generierte (25.). Nach ähnlichem Muster vergab auch Kollege Lukas Nickels mit dem Oberstübchen (36.).
In die Höhe sollte der Ereignisgrad auch nach dem Seitenwechsel nicht schnellen. Rot-gelb verdichtete weiter mit viel Disziplin sein Territorium, während der FCE in seinem neuen grünen Auswärtsdress nicht mehr tat als nötig war.
Ein kurzer Moment der Sorglosigkeit zwang Schlussmann Alan Kado zur Grätsche vor dem glücklosen Lastella (68.), ehe Joris Lüchau aus der zweiten Reihe daran erinnerte, wie fragil so eine 1:0-Führung in Wirklichkeit ist (72.).
Erledigt hatte sich das Thema jedoch wenig später, als auch Altergott aus dem Hintergrund abzog, die Kugel einmal aufsetzte und Goalie Niklas Grote unglücklich überwand (80.).
Das Thema vorzeitig durch der verlustpunktfreie Saisonstart des Aufstiegsfavoriten aus der Krückaustadt auf nun mehr fünf Erfolge ausgebaut. Der TVH wartet dagegen weiter auf den ersten Bezirksligadreier seit über 15 Jahren. Auswärts bei den ebenfalls nicht erfolgsverwöhnten Niendorfern sollte dieser nächste Woche trotz weiterhin schwieriger Personallage einmal gelingen, möchte man den Rückstand auf das rettende Ufer nicht zu früh zu groß werden lassen.

Tore: 0:1 Er (5. Karakaya), 0:2 Altergott (80.)

gelbe Karten: Lastella, J. Lüchau – keine

Schiedsrichter: Hartmut Gertig (SSV Rantzau)

Zuschauer: 75




Dienstag, 9. September 2025

Spielbericht TuS Krempe - Heider SV

Urlaub von den Oberliga-Sorgen
Kreispokal Westküste: Heider SV knackt TuS Krempes Bollwerk

Seriös und effizient das Viertelfinale beim Verbandsligisten in Glückstadt gewonnen (3:0), legte der Heider SV auch den Auftritt im Kreispokal-Halbfinale Westküste ohne Komplikationen aufs saftige Grün. Im Spiel des Jahres für Kreisligavertreter TuS Krempe vor stattlichen 400 Zuschauern ließen die Dithmarscher ihre Oberliga-Sorgen (zuletzt drei Pleiten in Reihe) dank einer souveränen Vorstellung zumindest für einen Dienstagabend hinter sich.
Anfangs noch etwas unpräzise bei der Verwertung der eigenen Gelegenheiten (jeweils durch hohe Bälle eingeleitet), war der drei Klassen tiefere Herausforderer schließlich mittels flacher Machart über außen geknackt (19.). Ex-Profi Christopher Buchtmann schickte Mathis Harms die rechte Linie entlang, ehe dieser den Blick für Azat Selcuk im Rückraum behielt. So seziert man einen unterklassigen Gegner!
Zweimal versuchte es Buchtmann daraufhin selbst (27. & 33.), doch Statistikrelevantes war dem 33-Jährigen im Bereich des Tor-Auflegens vorbehalten. So zog Harms auf Zuspiel Buchtmanns unbedrängt nach innen, um den ausgeguckten Torwart flach mit rechts zum 0:2-Pausenstand zu überwinden (38.).
Ganz so einfach sollte es in der Folge allerdings nicht mehr werden, verteidigten die Kremper ihr Tor am heimischen Burggraben leidenschaftlich mit Körper und Köpfchen, sodass es bis tief in die zweite Hälfte dauerte, ehe der Favorit wieder zu Abschlüssen kam. Fabian Arndts strammes Geschoss noch schön im Übergreifen pariert (71.), musste TuS-Goalie Justus Haack eine gute Viertelstunde vor dem Ende doch ein drittes Mal hinter sich greifen, als seine Vorderleute einmal nicht ganz hinterherkamen und der HSV mit Björn Lambach und dem diesmal erfolgreichen Arndt wieder die erprobte Rückraumvariante auspackte (74.).
Durch zu riskantes Klein-Klein-Spiel am eigenen Sechzehner selbst verschuldet, schenkte der gemeinsam mit Arndt eingewechselte Hendrik Fleige den tapferen Blauen noch den vorzeitigen 0:4-Schlusspunkt ein (79.).
Der Heider SV somit erwartungsgemäß im Endspiel, dessen zweiter Teilnehmer sich am Mittwoch zwischen der SG Geest (Verbandsliga) und dem TSV Lägerdorf (Landesliga) entscheidet, während sich der Favoritenschreck der vorigen Runden auch heute wieder ordentlich aus der Affäre zog. 35 gegentorlose Minuten können sich gegen den Vorjahresvizemeister von Schleswig-Holsteins Eliteliga jedenfalls sehen lassen!

Tore: 0:1 Selcuk (19. Harms), 0:2 Harms (39. Buchtmann), 0:3 Arndt (74. Lambach), 0:4 Fleige (79. Wolf)

gelbe Karten: keine – Neelsen

Schiedsrichter: Patrik Paulsen (Süderholmer SV)

Zuschauer: 400

Aus der Umklammerung ins Finale: Björn Lambach und sein Heider SV.

Sonntag, 7. September 2025

Spielbericht SV Barmbek - DSC Hanseat II

SV Barmbek bleibt sich treu
Hinten solide – vorne harmlos: Weinrot tritt weiter auf der Stelle

Die gute Nachricht für den SV Barmbek vorweg: Nur vier der 14 Konkurrenten kassierten an den ersten vier Spieltagen der Kreisklasse 07 weniger Gegentreffer (8) als die Weinroten. Die Schlechte: Kein Kontrahent traf seltener ins Schwarze (3)…
Entsprechend schwierig fiel daher die Einordnung des neuerlichen 1:1 gegen die Reserve des DSC Hanseat aus. Die Defensive um Spielertrainer Grant Kendon Sharka stand gegen den Tabellenfünften überwiegend sicher, doch im Spiel nach vorne fehlte es mal wieder zu oft am nötigen Handwerkszeug.
Auf dem legendären roten Rasen an der Meister-Francke-Straße, dem es übrigens noch im Laufe dieser Saison zu Gunsten einer Plastikwiese ans Fundament gehen soll, beschränkte sich der Ereignisgrad über die gesamte Spielzeit auf das Minimal-Level.
Eine schön durch Trainersohn Jovan Klimenkov per Doppelpass vorbereitete Kopfballchance für Hanseats Sturmtank Isaac Dwumfour (Andreas Maasberg packte problemlos zu, 14.) eröffnete die spartanische Offensiv-Show, der sich die Hausherren durch Scherwin Bashardoust und dessen spitzwinkligem Versuch, der schnurstracks im Seiten-Aus landete, kreisklassetypisch anschlossen (23.).
Überhaupt geizte die Partie nicht mit Klischees über die unterste Spielklasse, was Schiedsrichter Martin Pfeifer (SV Bergstedt) immer wieder zum Erklärbären mutieren ließ.
Diesmal nicht von Nachfragen begleitet, entschied der Mann in Gelb in Minute 38 auf Freistoß, den Jahn Saleh hoch in den SVB-Sechzehner brachte. Dwumfour verwertete mit zwei Kontakten und schon war die Elf von der Vogesenstraße mit 1:0 in Front.
Ein Stimmungshoch, das jedoch nicht allzu lange halten sollte, schaltete der SV Barmbek nach gegnerischem Einwurf schnell mit einem langen Maasberg-Schlag, sodass sich Oscar Giraldo Castro vorne letztlich erfolgreich gegen den bereits liegenden Torhüter zum schnellen Ausgleichstreffer durchsetzen konnte (41.).
Für Jubel sorgte im weitgehend zerfahrenen zweiten Abschnitt dagegen nur ein Abseitstor des SVB (52.), der sich ansonsten glücklich schätzen konnte, dass die Dulsberger ihre Standardstärke nicht noch ein weiteres Mal erfolgreich einsetzten.
Vor allem der am zweiten Pfosten völlig alleingelassene Joshua Aniolkowski hatte allen Grund, seiner leichtfertig vergeigten Kopfballchance hinterher zu trauern, wäre es der sichere Siegtreffer in der Nachspielzeit gewesen (90.+2). So aber verpasste die im Sommer fast komplett erneuerte Elf von Toni Klimenkov den Dreier, mit dem sogar der Sprung auf Rang drei geglückt wäre.
Doch auch der Gegner hatte Grund zum Hadern. Schließlich erhielt Bashardoust durch einen Steckpass in den Lauf die schöne zentrale Schusschance auf das 2:1, zu dem schlussendlich aber eine Nuance an Zielgenauigkeit fehlte (77.).
Kein tabellarischer Fortschritt damit auf beiden Seiten. Ein heute leistungsgerechtes Fazit.

Tore: 0:1 Dwumfour (38. Saleh), 1:1 Giraldo Castro (41. Maasberg)

Schiedsrichter: Martin Pfeifer (SV Bergstedt)

Zuschauer: 40















Spielbericht KS Polonia Hamburg IV - SC Europa 92

Halbes Dutzend mit Regionalligaexpertise
Spielfreudiger SC Europa stoppt die Gegentor-Flut – trotz Nachlässigkeiten

Satte 14 Gegentreffer hagelte es für den SC Europa an den ersten drei Spieltagen der Kreisklasse 05. Grund genug, sich im Auswärtsspiel ordentlich an der Viertvertretung von KS Polonia abzuarbeiten.
Gestartet war die Frustbewältigung in sechs Akten vom Punkt aus, nachdem Heim-Goalie Artur Konkel Sammy Güzel nach erfolgtem Innenpfostenschuss abgeräumt hatte. Güzel trat selber an und verlud den Tormann zum 0:1 (6.).
Mit teils ansehnlichem Kombinationsfußball bespielten die Gäste den engen Kunstrasen an der Finkenau. Nur fiel Kevin Pfaffs Treffer einem Abseitspfiff zum Opfer (7.) und vergeigte Tobias Zimmer im Konter den freien Hundertprozenter (10.).
Das damit ordentlich durchgeschüttelte Polonia antwortete wiederum per Freistoßdoppelchance (12.) und einem Dunajski-Rechtsschuss, den SCE-Fänger Kevin Purcz von seinem Gehäuse ablenkte (13.).
Gut was los, an der Finkenau, wo nach schöner Kombination Yannis Niels das mögliche 0:2 am Außenpfosten zerschellen sah (20.). Ärgerlich für den 22-Jährigen, dessen Kopfweiterleitung einer Güzel-Ecke aber immerhin die Vorlage für Prince Antonias dann doch endlich erzielte Verdopplung bedeutete (35.).
Polonias nun folgende Drangphase vor der Pause mit etwas Glück überstanden, stellten die „Eurofighter“ die Weichen nach dem Seitenwechsel rasch auf Auswärtssieg. Zimmers Lupfer, den ein langer Purcz-Abschlag einleitete, verfehlte zwar noch aus vollem Lauf (53.), doch kurz darauf belohnte sich Niels nachträglich – auch mit gegnerische Hilfe, dass Wojciech Fiedziuszko die Kugel nicht aus dem Sechzehner bekam – mit dem Abstauber zum 0:3 (56.).
Und auch beim 0:4 sparten die Gastgeber nicht mit Talent für unfreiwillige Komik, fetzte Schlussmann Konkel seinen Abschlag gegen den Rücken von Gegenspieler Antonia. Dass der Ball daraufhin zielstrebig ins Tor trudelte, dürfte den vorprogrammierten blauen Fleck sicher vergessen machen (61.).
Zu zweit vor der Kiste, legte Zimmer ganz altruistisch für den einschiebenden Kapitän quer (63.), wohingegen Güzel, der einst zu besseren Bezirksligazeiten – ehe es ihn unter anderem zum SV Eichede in die Regionalliga zog – im Europa-Dress auflief, das halbe Dutzend mit einem tiefen Zuspiel für Niels´ zweiten Streich ebnete (70.).
Bei drei Doppeltorschützen hatten es die Blauen schließlich belassen. Schon etwas unnötig gestattete man dem geschlagenen Gegner in der noch einmal etwas hitzigen Schlussphase Räume zur Entfaltung. Außer Marciej Rekowski, der den Flummi in der Nachspielzeit zum Ehrentreffer unter die Latte prügelte (90.+2), vermochte diese aber kein Pole mehr zu nutzen. Mit Spielstärke – aber auch mit Luft nach oben – festigten die Jungs vom Rahewinkel damit den Anschluss an die Spitzengruppe. Polonia sortiert sich mit bisher nur einem Zähler aus vier Partien erstmal im untersten Viertel des Sechzehnerfeldes ein.

Tore: 0:1 Güzel (6., Strafstoßtor), 0:2 Antonia (35. Y. Niels), 0:3 Y. Niels (56.), 0:4 Antonia (61.), 0:5 Güzel (63. T. Zimmer), 0:6 Y. Niels (70. Güzel), 1:6 Rekowski (90.+2, Osinski)

gelbe Karten: P. Cuper, J. Cuper, Dunajski – Güzel

Schiedsrichter: Uwe Mossakowski (Croatia Hamburg, Note 4,5)

Zuschauer: 20





Samstag, 6. September 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - VfL Pinneberg 1.A

Generalprobe in der Nachspielzeit gerettet
Siegtor in letzter Sekunde: SCS-A1 stolpert fast über Bezirksligaaufsteiger

Am Ende siegreich, aber noch mit ordentlich Sand im Getriebe, rumpelten sich die 2008er des SC Sternschanze im Freundschaftsspiel gegen den VfL Pinneberg in die Spielzeit 2025/2026. Gegen den U18-Bezirksligaaufsteiger hatte das personell im Sommer wieder einmal abgangsgeschröpfte Schanzenteam das Heft des Handelns zwar schnell in der Hand, doch entweder agierte man im Abschluss zu unentschlossen (Spöhrer, 11.) oder störte ein Abseitspfiff, wie bei Baran Sütcüs Abseitstreffer nach Kuhlmann-Service (19.) die Herrlichkeit.
Vor allem aber biss der sonst so treffsichere Kleon Lorenz im fortgesetzten Duell mit VfL-Fänger Jannik Wulf immer wieder auf Granit (41., 43., 45., 54., 58. & 62.).
Und so geschah im direkten Anschluss an die wärmebedingte Trinkpause das fast schon Logische. Der SCS mit den Gedanken wohl noch an der Tränke, ließ sich von über links im Konter galoppierende Süd-Schleswig-Holsteiner düpieren, sodass Testspieler Betaab Sadeeqee tatsächlich auf den 0:1-Halbzeitstand stellte (26.).
Immerhin die Rückstandskorrektur sollte nach dem Wechsel endlich gelingen, als der SCS einmal flüssig und rochierend durch sein geliebtes Zentrum kombinierte und Janes Djau auf Ablage Theo Spöhrers die Ladehemmung ad acta legte (51.). – Oder eher nur auf Wiedervorlage, scheiterten Sütcü (Latte, 54.) und Spöhrer (Verlierer im Duell mit dem herausragenden Wulf, 60. & 67.)) am Führungstreffer, der Sütcü auch nach willensstarker Einzelaktion nicht gelingen wollte (73.).
Auf der anderen Seite musste man sich gar glücklich schätzen, dass Sadeeqee seine Schusschance zum überraschenden 1:2 vor Aushilfsgoalie Felix Lenzen diesmal ungenutzt ließ (75.).
So langsam trudelte der Klassenhöhere gen Remis – bis er sich in der Nachspielzeit noch einmal darauf besann, die Kugel über die Stationen Steinfeld und Sütcü zügig laufen zu lassen, sodass der diesmal offensiv wiedereingewechselte Julius Ahrens doch noch den berühmten Lucky Punch zur gewonnen Generalprobe setzen konnte (90.+2). Denn bereits am kommenden Wochenende geht es zum Start der Landesligaserie zum Derby gegen den Aufsteiger FC Alsterbrüder.

Tore: 0:1 Sadeeqee (26.), 1:1 Djau (51. Spöhrer), 2:1 Ahrens (90.+2 Sütcü)

Schiedsrichter: Yuri Staarmann (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 35







Sonntag, 31. August 2025

Spielbericht SpVgg Eintracht Erfurt 94 1.B - Sport-Freunde Marbach 1.B

Vorentscheidung aus dem Nichts
Blüthners Distanz-Kracher sichert Marbachern den Derbysieg ab

Eine Bestätigung des ersten B-Kreisoberliga-Spieltags (Kreis Erfurt-Sömmerda, Staffel 1) erlebten zum zweiten Kick-Off Beteiligte und Schaulustige am Sonntagmorgen in der erfurter Johannesvorstadt. Denn während Gastgeber Eintracht wieder torlos unterlag, komplettierten die Sport-Freunde Marbach ihren Sechs-Punkte-Start.
Geschenkt wurde ihnen dieser freilich nicht. Das spürten sie bereits bei Arash Wafas Blitz-Gelb wegen Fouls nach 48 Sekunden!
Auch sportlich begannen die Gastgeber etwas aktiver, ohne aber über Halbchancen hinauszukommen.
Nicht viel gefährlichere Gestalt nahm drüben das Spiel der nur langsam Fahrt aufnehmenden Gäste an. Immerhin kam Paul Steinbrecher nach langer Einleitung Erik Allenges und der Weiterleitung durch Martin Schneider zur halbzeitbesten Gelegenheit per Grätschschuss (25.). Da war noch Luft nach oben!
Nach der kühlenden Pause war dann auch endlich einmal die Eintracht so richtig gefährlich unterwegs, als Johannes Legler, mit dem langen Hafer bedient, seinen Meister in Tormann Ben Nölke fand und Leon Beyers nachfolgende Ecke die perfekte Kopfballchance für Marvin Nowak bereitete. Das erste Saisontor zum Greifen nahe, doch Marbach-Kapitän Lennox Walkowski streckte seine Rübe rettend auf der Linie gen Spielgerät (48.). Letztlich eine von zwei Schlüsselszenen, ehe die zweite auf der anderen Seite das 0:1 bedeutete. Eigentlich hatten die Gäste einen vielversprechenden Konter hier mangels Tempo schon in den Sand gesetzt, doch Michel Schiller hauchte der Szene mittels Hochschusses wieder Leben ein, das seine Farben mit ballistischer Flugkurve sogar die Führung herbeizauberte (57.).
Auf Nachahmer wartete man in der Folge allerdings vergebens. Engagierte Zweikämpfe und das Fehlen der letzten Entschlossenheit am Ball verhinderten weitere Höhepunkte. Daher ein wenig aus dem Nichts kloppte Leander Blüthner das Ding aus 27 Metern mit rechts zum 0:2 in den Winkel (73.). Ein toller Treffer, den die Elf vom Wustrower Weg jedoch auch mit reichlichem Respektabstand bestaunte…
Die Partie damit vorfristig entschieden, weil den Roten weiterhin kein echtes Rezept einfiel, die gegnerische Dreierkette aus der Reserve zu locken, während die Mitte-West-Erfurter das Derby gegen den östlichen Tabellenvorletzten komplikationslos durch die verbliebenen sieben Minuten plus fünf an Nachspielzeit brachten. Das Heimspiel gegen Schlusslicht Motor Gispersleben kann kommen!

Tore: 0:1 Schiller (57.), 0:2 Blüthner (73. Ullrich-Kleiner)

gelbe Karten: Wafa, Nowak, Beyer – Ihling

Schiedsrichter: Max Stein

Zuschauer: 50









Samstag, 30. August 2025

Spielbericht SG An der Lache Erfurt - SpVgg Eintracht Erfurt 94

Derby der vergebenen Chancen
Vorentscheidung verballert: Eintracht Erfurt gewinnt rassiges Duell dennoch

Abwechslungsreich und kampfbetont präsentierte sich die Kreisoberliga Erfurt-Sömmerda am Samstagnachmittag in ihrer vierten Runde, die für die SpVgg Eintracht Erfurt bereits richtungsweisenden Charakter mitbrachte. Der Saisonstart war ja, abgesehen vom standesgemäßen Kantersieg gegen Einheit Schwerstedt (7:0), durchaus etwas holprig verlaufen.
Und auch im Stadtduell bei der SG An der Lache, wo der morbide Charme auf jedem Quadratzentimeter des Sportplatzes Am Zoopark für gelebte Fußballromantik sorgt, hatte man nach ausgeglichener Anfangsphase erstmal sein Päckchen zu tragen. Im Konter, den vor allem Mahmood Adbdullahs starke Rückwärtsbewegung initiierte, strauchelte erst Domenik Riedel in der eigenen Defensive gegen den marschierenden Paul Schröter, ehe Schiedsrichter Stefan Friedrich Florian Filters Strafraumeinsatz gegen den Heim-Angreifer wiederum als strafbar einstufte. Verärgerung bei den Roten, denn sie ahnten wohl bereits, dass Kapitän Eric Werner den Keeper locker zum 1:0 verladen würde (25.).
Einen Strafstoßpfiff hätte auf der anderen Seite auch Eintrachts Justin Lindenbeck im Duell mit Markus Hohmann gerne erhalten, doch Schiedsrichter Stefan Friedrich entschied zum leidenschaftlichen Ärger des Außenspielers auf Stürmerfoul (26.). Verwarnung wegen Meckerns inklusive. Glück hatte der 19-Jährige dagegen, dass er für eine plumpe Spielverzögerung nicht vorzeitig in die kühlende Kabine geschickt wurde (33.)...
Somit weiter in Gleichzahl, bot sich Spielführer Daniel Hamann die (ungenutzte) Kopfballchance bei einer Ecke von links (38.).
Tore sollten heuer aber (erstmal) nur vom Punkt fallen, führte Lindenbecks nächster Strafraumsturz gegen Hohmanns hinausgestelltes Bein zum 1:1, das Jakob Mosler cool gegen die Torwartrichtung mit rechts erzielte (45.+1).
Chancen, sich den verlorenen Vorsprung zurückzuholen, ergaben sich für die Geranienwegler genügende. So setzte Valmir Mehmeti einen 25 Meter-Kracher ans Quergebälk (48.), wohingegen Schröter die Kugel auf gegnerische Einladung ebenso unglücklich vorbei schob (67.), wie auch eine Doppelchance aus Minute 83 mit dem drüber sausenden Spielgerät endete.
Zu allem Überfluss rannten die Weiß-schwarz-grünen zu diesem Zeitpunkt bereits eine Weile lang dem 1:2, das ausgerechnet einem eigenen Offensivfreistoß entsprang. Eintracht-Goalie Chris Heinicke hatte den Standard sicher abgefangen und prompt nach vorne gedroschen. Zielspieler Mosler dankte es, indem er mit etwas abfälschender Hilfe das Trudel-Tor zum Doppelpack erzielte (52.).
Zur Wahrheit des Spiels gehört aber auch, dass sich Eintracht ebenfalls (unbelohnt) um den Unterhaltungswert der intensiv geführten Kontrahage verdient machte. Marvin Karkules durchgerutschtes Freistoßtor zählte wegen eines Stürmerfouls nicht (66.). Julien Hoehn klärte einen Mosler-Lupfer knapp vor dem Kreidestreifen (89.) und weil SG-Fänger Martin John sowohl per Fußabwehr gegen Joker Jafari (90.+1) und im Eins-gegen-Eins mit Filter (90.+3) die Vorentscheidung vereitelte, lag die knisternde Spannung bis zum Ablauf der ausgiebigen Nachspielzeit in der Luft. Denn tatsächlich servierte Domenik Rein dem Kollegen Schaper in Überminute sechs die ideale Schussposition, doch der 26-Jährige verpasste die Hereingabe und damit den zweiten Punktgewinn der noch jungen Serie.
Die Spielvereinigung Eintracht hält dank des Derbysiegs dagegen den Kontakt zur Tabellenspitze,

SG An der Lache Erfurt: M. John – Abdullah (56. Meyer), Hohmann (64. L. John), König (85. Zink), Hoehn – Werner, Koppe (68. Grünewald) – Schwarz (59. Rein), Mehmeti, Schaper – Schröter, Trainer: Carsten Helzig

SpVgg Eintracht Erfurt 94: Heinecke – Yaman, Filter, Riedel, Karkule (78. Jafari) – Köhn, Hamann (66. Schramm) – Wöller, Hinsche, Lindenbeck (66. Hossaini) – Mosler, Trainer: Rocky Schack

Tore: 1:0 Werner (25., Strafstoßtor, Filter an Schröter), 1:1 Mosler (45.+1, Strafstoßtor, Hohmann an Lindenbeck), 1:2 Mosler (52. Heinecke)

gelbe Karten: Schaper, Abdullah, M. John, Hohmann, Meyer, Mehmeti, Schröter –  Lindenbeck, Riedel, Karkule, Köhn, Schack (Trainer)

Schiedsrichter: Stefan Friedrich (FC Union Erfurt)

Zuschauer: 90