Samstag, 11. Juli 2026

Spielbericht TSV Brokstedt - SV Kickers Hennstedt

Khomri hält durch und entscheidet
Doppelpack dank Nicht-Auswechslung: TSV Brokstedt überrascht!

Kleine Überraschungen beleben den Fußball. Eine Binsenweisheit, die sich der frisch in die Kreisklasse B aufgestiegene TSV Brokstedt just zum Kredo machte und im Kreispokal Westküste zwei Ligen Unterschied wettmachte. Hochverdient kegelte man nämlich den Kreisligisten Kickers Hennstedt mit 3:1 aus dem Bewerb.
Zugegeben, erfüllte der Kick mit seiner alt-britischen Anmutung sicher keine Kriterien epischer Rasenpoesie, doch mit Mut, Einsatz und Leidenschaft trugen zumindest die Gastgeber zu einem kurzweiligen Match auf dem Jahnplatz bei. Und das, obwohl man früh ohne den angeschlagenen Captain Scheel auskommen musste (6.).
Hinten diszipliniert und resolut – vorne allerdings nicht sonderlich effizient, haderte der TSV mit seiner Chancenverwertung, zu der beispielsweise der schön per Hendrischke-Steckpass eingesetzte Bjarne Folster im Scheitern an Kickers-Goalie Kjell Ivers (24.) und Ersatzspielführer Joshua Seider in aussichtsreicher Rücklage (27.) negativ beitrugen.
Die Blauen blieben aber auf dem Gaspedal, was sich im Falle von Niclas Brockmanns Lauf in den Sechzehner als genau der richtige Move herausstellte, blieb Gegenspieler Bjoern Gerken nur die mangelhaft getimte Grätsche – Strafstoß und damit Seiders überfälliges 1:0 ins linke untere Eck (38.).
Bemerkenswert: Die ihrerseits gerade gen Kreisliga promovierten Dithmarscher brauchten tatsächlich geschlagene 45 Minuten bis zum ersten Torversuch, den Kevin Ladendorf mit Courage aber ohne große Platzierung aus 35 Metern absetzte.
Ganz anders dagegen der freche Außenseiter, der nach langem Seider-Schlag in Person von Folster an Ivers scheiterte, ehe immerhin das Nachsetzen auf Kosten einer wiederum nicht ungefährlichen Ecke gelöscht wurde (45.+3).
Und weil Chancenwucher nur selten unbestraft bleibt, führte die erste Strafraumszene des zweiten Abschnitt sofort zum 1:1, das noch nicht einmal aus einem gegnerischen Abschluss entstanden war. Vielmehr war es ein Lapsus des B-Klassisten, den Schlussmann Fynn Huf mit dem Anschießen des Hennstedters Adrian Soth folgenschwer verschlimmbesserte. Ein Ausgleichstor der unfreiwilligen Komik (48.)!
Darüber hinaus richtete der skurrile Gleichstand allerdings nichts weiter aus. Unverdrossen gewannen die Hausherren weiterhin die Mehrzahl der wichtigen Zweikämpfe, während ihr direktes Spiel nach vorne top-Chancen wie eine doppelte für Marco Schröder (Ivers im hohen, langen Eck) und Ayman Khomri (Pfosten) kreierte (54.).
Ein Doppler der freudigen Gestalt machte das Hadern mit den zerplatzten Möglichkeiten jedoch schon bald obsolet, als ein durchgerutschter Tiefenball, von Schröder weitergeleitet, beim zentral abziehenden Khomri landete (62.) und der 91er auch aus dem Sechzehnerchaos heraus die Inspiration zum passenden Rechtsschuss in die Maschen fand (64.). Die Maßnahme, Khomri trotz langsam streikender Muskulatur auf der Koppel zu lassen, durfte sich Coach Kolja von Seelen freilich auf die Autogrammkarte schreiben. Daraufhin direkt per Substitution erlöst, brauchte Khomri in der Folge nur selten Angst um den herausgeschossenen Vorsprung haben, taten sich die Männer in schwarz auch in der Schlussphase schwierig, spielerische Lösungen zu finden. Nicolas Knopik probierte es daher einmal gegen Huf aus der zweiten Reihe (81.), woraufhin auch Nicholas Peters´ abgefälschter Freistoß (Huf zur Ecke, 86.) von außerhalb der Parzelle auf die erfolglose Reise ging. Zahlreiche Eckstöße vermochten der Partie ebenso keinen Dreh mehr verleihen. Das Zweitrundenduell mit neu-Landesligist TSV Heiligenstedten (schon wieder so ein Aufsteiger) gehört damit dem TSV Brokstedt!

Tore: 1:0 Seider (38., Strafstoßtor, Gerken an Brockmann), 1:1 A. Soth (48.), 2:1 Khomri (62. Schröder), 3:1 Khomri (64.)

Schiedsrichter: Marco Hogrefe (VfR Horst)

Zuschauer: 35








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