Freitag, 10. Juli 2026

Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II

Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch

Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern, um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“ und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das 0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte (8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1 gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem 4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere) Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“, so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen. Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas verletzungsgeplagte Eleven.

Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor, Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve (50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2 Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens (84. Struve), 11:2 Wrage (86.)

Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 30



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen