Sonntag, 19. April 2026

Spielbericht Niendorfer TSV II - FC Elmshorn

Primus verzockt seinen Thron
Remis nach 3:0-Führung: FC Elmshorn fällt vom Sockel

Alles voll im Griff und doch Federn gelassen. Der FC Elmshorn hat sich in Runde 26 der Bezirksliga 01 mit einem Remis beim Kellerkind aus Niendorf ordentlich blamiert und damit oben wie unten für Bewegung gesorgt.
Eine etwas seltsame Aura hatte dieser Sonntagvormittagskick am Bondenwald von Beginn an. Schnell hatten sich toxische Bekanntschaften zwischen dem diskussionsfreudigen Schiedsrichter und dessen Gleichgesinnten aus den Reihen des FCE gebildet, bevor betreffende Mittelfeldstrategen das Geschehen gekonnt auf sportliche Weise auf sich zogen. So war Ex-Oberliga-Kicker Alessandro Schirosi just am 0:1 beteiligt, das Sergen Sevinc im passenden Durchlaufen mittig erzielte (16.).
Torbeteiligung Nummer zwei entfiel bei Ümit Karakayas Abschluss nur durch gegnerisches Zutun (17.), ehe es andersherum mit dem 0:2 klappte. Eine Karakaya-Ecke war Schirosi quasi als dritter Ball vor den einschussbereiten Schlappen geplumpst; das darf man sich natürlich nicht entgehen lassen (18.)!
Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auch fortan auf das Tor der Niendorfer, deren Niederlage im Abstiegskampf heute eine Frage der Höhe zu werden schien. Der Primus sollte es allerdings nur noch vom Punkt schaffen, Goalie Christopher Schade zu überwinden, nachdem der Schlussmann Sevinc zwar als letzter Mann, aber im weitesten Sinne ballorientiert zu Fall gebracht hatte (35.). Schirosis aufreizender Gruß an Herrn Panenka in die ehemalige Tschechoslowakei bedeutete gleichzeitig den 0:3-Pausenstand, an dem die Gastgeber kurz vor dem Kabinengang einmal kräftig rüttelten. Weil Tormann Alan Kado an einem langen Malik-Schlag vorbei sprang, ergab sich Nico Grünwaldt die fette Chance, die der „10er“ jedoch zu hektisch vor der leeren Kiste vergeigte (44.).
Eine Gegentor-Androhung, die der FCE offenbar nicht sonderlich ernst nahm. Im Spiel nach vorne ohne die in der Kabine gebliebenen Schirosi und Sevinc statisch, ideenlos – defensiv halbherzig; so schenkte die Elf in Weinrot das Match völlig unnötig her, während die NTSV-Reserve durch Dennis Brettschneiders Strafstoßtor rasch Wasser auf die Mühlen bekam (47.).
Zwei Halbchancen für Seymen Tokay (53.) und Sercan Er (65.) vermochten nicht zu kaschieren, dass es die abstiegsbedrohten Gastgeber waren, die nun klar mehr zum Geschehen beitrugen. Eine Spielhaltung, deren Belohnung in der Schlussphase folgerichtig eintrat. Raphael Boschkes Vorarbeit über links veredelte der bis dato glücklose Lukas Lackner zum 2:3-Anschlusstreffer (75.), um nach Eckstoß Minseo Chos tatsächlich den Gleichstand herauszuschießen (83.).
Ein tolles Ergebnis, das Lackner und Co von nun an leidenschaftlich verteidigten, während der Tabellenführer mit Drittligavisionen auch mit dem spät eingewechselten Dennis Altergott an vorderster Torjäger-Front kein Rezept mehr fand, die hergeschenkten zwei Punkte wieder einzusacken.
Immerhin den Kummerfelder SV freute es, ließ die Kneuker-Elf wenig später daheim nichts anbrennen, sodass der 4:1-Erfolg gegen TuRa Harksheide II aufgrund der besseren Tordifferenz die Inthronisation des KSV zur Folge hatte. Für die heuer gefühlt geschlagenen Krückaustädter aber kein Beinbruch. Eine weniger gespielte Partie und vor allem das jetzt folgende Spitzenspiel am nächsten Freitag versprechen weiter beste Karten auf dem in die Landesliga.
Und die Niendorfer? Die landeten im engen Abstiegskampf einen wichtigen Bonuspunkt, der neben der Verbesserung auf Rang zwölf (zwei Zähler vor Abstiegsplatz 14) vor allem mentalen Rückenwind für die kommenden drei Gastspielreisen bewirkt.

Tore: 0:1 Sevinc (16. Schirosi), 0:2 Schirosi (18. Karakaya), 0:3 Schirosi (35., Strafstoßtor, Schade an Sevinc), 1:3 Brettschneider (47., Strafstoßtor), 2:3 Lackner (77. Boschke), 3:3 Lackner (83. Cho)

gelbe Karten: Schade, Molder, Nast, Boschke – Schirosi, Acar

Schiedsrichter: Ivan Feric (SV Tonndorf-Lohe)

Zuschauer: 50




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