Vorteil verschenkt: Komet steigt ab
Trotz
Punktvorsprung und Führung: GSV zieht im direkten Duell vorbei
Alles oder Nichts am Dockenhuden – oder: der Verlierer steigt ab! Ein Szenario,
wie es Hitchcock nicht besser hätte skizzieren können.
So standen sich im Staffelfinale der U17-Landesliga Komet Blankenese (18
Punkte) und der Glashütter (16) im direkten Abstiegsduell gegenüber. Die
Rechnung daher klar: Komet langte ein Remis zum Ligaerhalt – der GSV musste
gewinnen, um den punktlosen Horner TV nicht in die Bezirksliga zu begleiten.
Trotz der günstigeren Ausgangslage – oder vielleicht gerade deswegen – legten
die Hausherren gleich einmal munter los. Besonders auf rechts kreierte Komet
reichlich Fahrtwind, was sich rasch an diesem Sonntagnachmittag bezahlt machte.
Mateo Weiß hatte über Steuerbord die Grundlinie gefunden, um den ideal
postierten Max Nativelle im Rückraum zu bedienen. 14 Meter Schussdistanz –
flach überwunden – das 1:0 (9.)! Ein unschätzbarer Vorteil bei brennender
Juni-Hitze, dessen Ausbau durch Nativelle nur der Pfosten im Wege stand (11.).
Stattdessen aber ließen sich die Braun-weißen von den sportlich seit über drei Monaten
punktlosen Gästen (der einzige Sieg seit dem resultierte aus dem Nichtantritt
des Horner TV) mit ihrer physischen Spielweise so langsam den Schneid abkaufen.
Eine Dreifachchance für die Herren Saker, Sultani und Amlah konnte die Führung
aber erstmal überleben (17.).
Nicht aber eine Strafstoßsituation, die David Fenudis Grätsche gegen Zinedine
Amlah herbeigeführt hatte. Den Keeper trotz langer Wartephase via offizieller Trinkpause
cool verladen, stellte Ali Reza Sultani auf 1:1 (20.). Nun war es nur noch EIN
Treffer zum Klassenerhalt!
Und der sollte noch vor der Pause fallen, als Komet eine Drucksituation nur
halbherzig klärte und Sultani Mitspieler Ivan Filipovski den zentralen Abdruck unten
rechts auflegte (35.). Riesenjubel bei den Norderstedtern, während sich die
Hausherren erstmal schütteln mussten, die richtige Reaktion aber schon bald auf
das glühende Kunstgrün brachten. Ärgerlich nur für Finn Harmansa und Co, dass
der GSV mit David Buhr einen richtig guten Torwart mitgebracht hatte, rettete
der 17-Jährige nicht nur gegen Harmansas zentralen Strafraumschuss (47.),
sondern auch glänzend gegen Colin Köhls Kopfball aus kürzester Entfernung (50.)
und eine weitere Top-Chance (51.).
Die Schuld am weiter vorherrschenden Rückstand lag daher nicht (nur) am Schiri,
der Braun einen fälligen Strafstoß wegen Handspiels verweigerte (49.).
Obendrauf gestattete man dem Gegner die geliebte Tiefe, in die Jeremiah Bonsu
im richtigen Moment startete, um Aushilfstormann Mats Bulnheim zu umkurven und das
1:3 ins leere Gehäuse zu besorgen (52.).
Für lange Heim-Gesichter blieb jedoch keine Zeit, egalisierte Nativelle das dritte
Gegentor vom Punkt, nachdem Rot im Sechzehner die Klinge herausspringen ließ
(55.).
Das Momentum also doch wieder bei den West-Hamburgern, deren Albtraum weiterhin
in Gestalt des überragenden Buhr daherkam. Erst scheiterte Nicolas Lentz – dann
Kalle Krüger am Torsteher (57.), dessen Handlungsschnelligkeit im Eins-gegen-Eins
und auf der Linie als Garant für die Rettungswünsche seiner Farben standen.
Farbenfroh hätte es unterdessen nach einem Zweikampf an der Seitenlinie seitens
des jungen Schiedsrichters zugehen müssen, doch weder Ben Kaisers sinnloses
Nachtreten am Boden, noch die weiteren Beteiligten an der vom Glashütter
dadurch ausgelösten Rudelbildung, inklusive einiger Zuschauer, erfuhren hier
disziplinarische Konsequenzen (59.). Das kommt davon, wenn die Spielleitung einer
solch brisanten Partie dem Kredo der langen Leine folgt…
Leinen los hieß es dagegen für die Kometer, die dank Amlahs hektischem
Abschlusshandeln im Konter weiter am Leben blieben (66.) und die Endphase nochmal
mit purem Offensivgeist füllten. Die Roten beschränkten sich dagegen bis auf
eine Amlah-Schusschance (78.) erfolgreich aufs Dichtmachen. Gefahr produzierte der
Gegner nur noch über seine zahlreichen Eckstöße, von denen John Kaufhold einen
zum Kopfstoß, knapp drüber, (nicht) nutzte (80.+5).
Einen hatten sie aber noch. Ein letzter Versuch von halblinks für Kapitän Köhl,
dessen Mut zum Torschuss wieder einmal unbelohnt bleiben sollte (80.+6). Drüber
ging der Ball – vorbei war das „Endspiel“ und mit der 2:3-Niederlage die einzige
Leistungsmannschaft des FTSV Komet Blankenese in die Bezirksliga abgestiegen.
Ganz anders die Gefühlslage bei den Glashüttern, die genau wussten, bei wem sie
sich zu bedanken hatten. Alle Mann stürmten sie in heiterer Klassenerhaltsfreude
auf Torsteher Buhr zu. Eine Saison, in der man zwischenzeitlich gefühlt mehr rote
Karten als Punkte sammelte, konnte nun doch noch mit Körperlichkeit, langen
Bällen auf schnelle Offensivleute und eben diesem formstarken Mann zwischen den
Pfosten gerettet werden.
Tore: 1:0 Nativelle (9. Weiß), 1:1 Sultani (20., Strafstoßtor,
Fenudi an Amlah), 1:2 Filipovski (35. Sultani), 1:3 Bonsu (52.), 2:3 Nativelle
(55., Strafstoßtor)
gelbe Karten: keine – Parchmann, Saker, Amlah, Straus
Schiedsrichter: Justus Theo Basedow (FC St. Pauli)
Zuschauer: 80
Schlecht gealterte Szene: Komets Mateo Weiß im Duell mit Joshua Dämel obenauf. Nach Spielende war es andersherum...
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| Komets Finn Harmansa in der Offensivbewegung. |
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